Ausgabe 
31.12.1914
 
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Gesandtschaft beim Vatikan führen. Bereits in nächster Zeit soll die neue diplomatische Vertretung der Türkei am Vatikan ins Leben treten, womit das bisher ansgcübte Pro­tektorat Frankreichs über die Katholiken im Orient sein Ende findet.

Ein englischer Prügelerlas; gegen plündernde Indier.

Tie Berichte deutscher Truppen wie auch aufgefundene Aufzeichnungen des Feindes haben fcstgestellt, welchen Plün­derungen bisweilen französische Ortschaften durch Ange­hörige der verbündeten Armeen ausgeseht waren. Daß daS französische Heer selbst daran nicht schuldlos war, ist durch mehr als ein Aktenstück dargetan worden. Auch die Eng­länder haben es nicht verstanden, sich in dieser Hinsicht die Hände rein zu halten. Am schwersten mögen sie durch die Ausschreitungen ihrer indischen Truppen belastet sein.

Daß Fälle von Raub und Plünderung vorgckommcn sind, ja, daß Posten und Wachmannschaften daran beteiligt waren, läßt sich aus dem folgenden Meinorandum für die Offiziere des indischen Armeekorps schließen:

(Itf&rtftfcimfl.)

Vertraulich. Nr. 3/3 (A)

Hauptquartier, si-irdisches Armeekorps.

Datiert. 22. Oktober 1314. Memorandum für das Verhalte» der Offiziere des Indischen Armeekorps.

1. Nach den Bestimmungen des Indischen Armee ge setze s 8 45a kann auf körperlich« Züchtigung wn einem Kriegsgericht zu Recht erkannt werden bei jedem Verstoß, der von einer diesem G)cf«Ö unterstehenden M-ilitärpcrson vom Fcldwcbelleutnant ab­wärts im aktiven Dienst verübt worden ist. Ans Grund der BefehlSsammlnng d«s Indischen Armeekorps dürfen jedoch solche Urteile nur gegen jolche Personen gefällt werden, die schuldig befunden wurden:

a) Grober Verstöße gegen Person oder Eigentum von Bewohnern des Landes, ntch 8 41 des Indischen Armee-Gesetzes.

b) Einbruch in ein Haus zwecks Plünderung, oder Pliindern, sei es nach (a) öder nach § 25 (j) desselben Gesetzes,

c) Plündern als Posten oder ans Wache »sw., »ach 8 26 (c) des Indischen Armee-Gesetzes.

d) Unehrenhaftes Betragen, nach 8 31 des Indischen Avinec- Gcsetzes.

2. Ossizicre, die ein snnnnarischeS Generalkriegsgerichl be­rufen. sollen stets dasllr sorgen nach 8 W (1) (c), daß, wen» der Urteilsspruch ans körperliche Züchtigung lautet, die Prozeßakten ihnen zur Bestätigung zngesandt werden. Mit Ausnahme der Fälle, im denen die Ueberweisung in berechtigter Berücksichtigung der Erfordernisse des Dienstes nicht ansflihrbar ist, sollen alle solche Fälle deni Gencralanditeilr des Indischen ArmeekorpS unterbreitet werden, zwecks Vortrag vor der Bestätigung.

3. Körperliche Züchtigung, ans Grund des 8 24 (2) d-eS Indischen Armee-Gesetzes, >oll ans die Fälle beschränkt bleibe», in ivelchein sich Personen Vergehen lant oben erwähnten Ab­satz (1) z» schulde» kommen ließen.

4. Körperliche Züchtigung darf nicht in Gegenwart von britischen oder anderen europäischen Truppen oder Zivilisten vollzogen werden.

5. Nack, der Ansicht des Armeekolpskoimnaiidante» sollte Rand i- diesem Lande sehr streng bestraft werden: die verhängte Strafe sollte deshalb nick,» unter der Höchststrafe bleiben.

6. Ein Ereniplnr dieses Befehls soll im Besitz jed-es britischen Offiziers der Artillerie und der Indifchcn Formationen im Indischen Armeekorps sein. Ein Ercmplar soll bei scdem Kriegs­gericht. das unter Indischen, Militärgesctz in dem Armeekorps abgehalten wird, vorhanden sein.

SS. E O'L«ir, Oberst.

Stellvertretender Generaladjntant, Indisches Armeekorps.

Die Ausschreitungen der indischen Truppen müssen schwer gewesen sein, sollen sie die hier getroffenen Maß­nahmen einigermaßen begreiflich erscheinen lassen. Tenn es handelt sich uin nichts geringeres, als daß England de» indi­schen Truppen gegenüber die Prügelstrafe i» Anwendung bringt. Es ist auch bezeichnend an diesem Memorandum, daß die Anordnung getroffen wird: in Gegenwart britischer oder europäischer Truppen und Zivilisten darf die Prügelstrafe nicht vollzogen werden! Was im Verborgenen geschieht, be­lastet das Gewissen dieser Kulturträger nicht.

Ein Todesurteil.

Das Berliner Obcrkriegsgericht hat dein englischen Kriegsgefangenen Lonsdalc, laut Bericht Berliner

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. "3

Er konnte so sprechen. Hatte doch selbst Hclgestad diele Unzähmbare Freiheitsliebe anerkannt, »nd daß kein Lapp, um alles Wohlleben und alle Gaben eines Königs seine Alpen, seine Herde und seine Gamnlc vertauschen möchte. Und dieser alte Mann wollte davon ablasscn, wollte die Feinde seines Volkes vertreiben, um deren Plätze am Rechen- buchc und im Kraniladcn cinzunehmcn. Wie sonderbar war cs, das zu denken, wie unmöglich, das zn glauben. Afraja selbst, der ein langes Hirtcnleben gelebt, konnte sich unmög­lich in einen Fischhändler oder Seefahrer umwandeln, und wer konnte es sonst? Wie viele Jahrhunderte brauchte ein kräftiges, begünstigtes Volk, um aus Jägern und Hirten zu Ackerbauern zu werden, wie konnte dieser entwürdigte Stamm einen Platz unter den Völkcrsamilien cinnchmen?

Was würde König Christian gegeben haben, wenn er einen einzigen Wassersall, wie jenen dort, einen einzigen Felsen, wie der majestätische Kilpis, in seinen Park ver­pflanzen könnte? DaS zu vollbringen, stand in keines Men- scheu Macht, doch Gula konnte verpflanzt werden. Giila konnte ihre reichen Haare in Locken kräuseln, ihren zierlichen Wuchs in Atlas und Purpur hüllen, ihre kleinen Füße in Schuhe mit roten Hacken stecken. War denn überhaupt der Unterschied zwischen einem wilden und einem zahmen König, zwilchen einer Prinzessin hinter Spiegelwänden und dieser hinter dem Herdstein so unermeßlich groß? Legt ihr Ju­welen an, durchflechtct ihr schimmerndes, schwarzes Haar mit weißen Perlenschnüren und laßt uns sehen, wer sein Rolle besser spielt. Bekleidet diesen Greis mit Hermelin, seht auf seine breite Stirn eine Krone, wie werden bi- 5 Junker und alles Volk ihn onstauncn. Und er hat Geld, trotz seiner Lumpen, was läßt sich nicht mit Geld machen? Wer fragt noch nach mir? Wo ist die Hand, die mich sucht? Was hält mich noch? He, Jlda!

Blätter, wegen tätlichen Angriffs gegen einen Vorgesetzten vor versammelter Mannsck)aft im Dienst und im Feld zun, Tode verurteilt, nachdcni der Gcrichtshcrr gegen das vor- gerichtliche Urteil, daS den von ihm angenonimenenminder schweren Fall" mit zehn Jahren Gefängnis sühnen wollte, Berufung eingelegt hatte. Es handelt sich um einen Vorfall, der sich ain 9. November im Töberitzer Gefangenen­lager abspiclte. Der Angeklagte hatte eineni Landsturm- mann einen Stoß gegen die Brust verseht, und wurde, ehe ein zweiter gegen das Gesicht geführte Fanstschlag sein Ziel erreichte, durch Säbelhiebe kampfunfähig gemacht. An rascher Abwehr her verübten Disziplinwidrigkeit hat es also nicht gefehlt, und ebenso würde schon da^ erstrichterliche Urteil für die Gefangenen eine scharfe Warnung gewesen sein, den über­wachenden Militärpersoncn ihr Amt nicht weiter zu er­schweren.

Es besieht kein Zweifel, daß das Oberkriegsgericht, da es die crstzrichtcrliche Strafe von zehn Jahren Gefängnis für zu mild erachtetet?, nach bestem Gewissen im Sinne des harten KriegSgcsctzes gehandelt hat. Trotzdem legt sich einem dieser Urteil. daS die Vernichtung eines Lebens ansspricht, schwer auf die Brust. Der Verurteilte hat wahrscheinlich keine Ahnung gehabt, welchen Folgen er sich durch sein unbedackit rasches und strafbares Handeln aussetzte. Es ist auch zi» be­denken, daß sich die Kriegsgefangenen jeder Nation die deutschen nicht ausgeschlossen infolge ihrer Erlebnisse »nd der ungewohnten Lebensverhältnisse des Gefangenenlagers -- oft in einem Zustand nervöser Reizbarkeit befinden mögen, das für allerhand Disziplinwidrigkeiten einen ge- eigneten Nährboden bildet. Wir erinnern nur an die trau­rigen Vorfälle aus der Insel Man »nd die begreiflichen Ge­fühle, die sie im deutschen Volke anslösten.

Der Fall von Döberitz mag anders liegen als der auf der Insel Man, daß er aber von der englischen öffentlichen Mein­ung anders o c u r t s i 11 werden könnte, ist nicht zn er- wartcn. Auch in jenem Teil des englischen Volkes, der dem Krieg unwillig gegeuübcrsteht. wird man für den zum Tode ecrurteiltcn Landsmann lebhafte Teilnahme liegen, und die Kriegshetzer, die den Kampf bis zum Weißbluten führen wollen, werden nicht verfehlen, diesen Umstand für ihre Zwecke auszunutzcn.

Auch die gegenwärtigen außerordentlichen Umstände können uns nicht hindern, unseren Schmerz über das ober- kriegsgerichtliche Urteil anszusprechen und die Hoffnung, daß schließlich doch noch eine Lösung gefunden werden möge, das die äußersten n i c w i e d c r g u t z» in a ch e n - den Konsequenzen des Kriegsrechts v e r in e i d e t I,

Ein vernünftiger' Erlaß.

Der preußische Minister des Innern hat an die Re­gierungspräsidenten und den Oberpräsidenten in Potsdam einen Erlaß zugunsten der Beschäftigung stellenloser Hand­lungsgehilfen bei Staatsbehörden gerichtet. ES heißt darin' Insoivcit es nickst ncliiiflen sollte, diejenige» Arbeitgeber, detien ihre wirtschastliche Lage die Beibehaltung der Gehilfen auch i-n de» Zeiten geschäftlichen Ntedergamges gestaltet, durch einen Appell an i-hre Opferst eu-digtrit und ihr« sittliche Pflicht von der Ausübung der KUndignn-gtdesnguiS ziirtkkzuhalten. muß jedenfalls der Versuch gemacht iverden, die sttllcnlaicm nicht zum Heeresdienste eingezogenen Haiidln-ngSgehi-ifen bei der Vergebung geeigneter Arbeite» zu berücksichtige». Ihre Verwendung wird beispielsweise im Kanzleidienste in Betracht kommen. Es geht in diesen kritische» Zeiten nicht an, daß Kommune» oder staat­liche Behörden diejenigen Krckit« bevorzugen. die die billigsten sind. Freiwillig« Heiser, pensionierte 'Beamte und ähnliche in ihrem Nahrmigsstav-d gesicherte Personen müssen auS dem Wett­bewerb zugmisten der Bedürftigeren <n»Sscheiden. Ich ersuche Sie, diese Gesichtspunkte bei den in Betracht kommenden Stelle» mit Nachdruck zu vertreten."

Aufhebung der Pres;frciheit in Sachsen.

Tie sicllvcrtrctciidcii fommnitbicrcnbcn Generale der beiden sächsischen Arinerkorps haben aus Grund des Gesetzes über de» Bclagerungszustand, die Preßfreiheit ausgehoben. Gleichzeitig ist auch die Vereins- und Versamnilungssreiheit außer Kraft gesetzt worden. Tie Gründe für diese überaus scharfen Maßnahinc» sind nicht bekannt; den Anordnungen

Während Johann dies alles in sich hineinmurmelte und mit offenen Augen wunderbare Dinge träunite von Schlössern und von Festen und eitler Pracht und Herrlichkeit, fuhr Afraja fort, die Zustände des Landes und wie cs vor alter Zeit damit hergcgangen, zu schildern, ohne daß sein einziger Zuhörer viel davon merkte.

Jetzt sprang Gula wieder aus der Tür. Erhitzt und freudig rief sie, daß ihr Tisch bereit sei, und eben kam Mor- tuno am Bache entlang und näherte sich seinem Oheim, mit dein er einige Worte wechselte. Ter arme Bilrschc sah heute noch ernster und bedächtiger ans. Von seinem raschen, lustigen Wesen war so wenig übrig geblieben, wie von dem eitlen Putz, den er sonst an sich verschwendete. Demütig und schweigsain stand er da und sah mit einem langen Blicke der geschwätzig fröhlichen Gula nach, die Marstrand sort- führte und ihn gar nicht zu bemerken schien.

Ter Raum in welchen der Gast trat, war Küche und Wohnzimmer zugleich. Auf dem Herdstcine bräunte helles Feuer und aus dem Kessel darüber stieg ein gcwürziger Duft ans.. Der Fußboden war mit frischen Blättern bestreut, ein niedriger Tisch stand in der Mitte, hölzerne Teller und Losfel lagen daraiif und an beiden Seiten Mooskisscn. Ob­wohl sonst nichts weiter in dem bescheidenen Gemache zn sehen war als ein paar Bretter mit notwendigem Hausrat und einige Kisten, die in den Ecken standen, so gewährte es doch einen freundlichen Anblick; denn cs war sauber und ge­schmückt, weil Gula Tannenzweige an die Fenster gesteckt und an diese lange Ketten von blauen und weißen Schlüssel- und Glockenblumen befestigt hatte.

Das war also ihr Palast, ihre einzige Besitzung. Was nützte diesen Menschen Geld, die es in der Erde verscharrten, denen diese Hütte schon ein unbequemer Lupus schien und deren Leckerbissen die schwarzgranc Snvve war, welche jetzt von Gula aus der Tiefe des Kessels mir die Teller geschöpft »nd von ihren Verwandten mit Begier erwartet wurde. Da? weiße Rennticr und die zottigen Hnndc lagerten sich »m die einladende Hebe, die für ihren Freund das Beste aussuchte.

ist, nach einem Telegramm des Verl. Lokalanz. nur beige, setzt, daß diese Verfügung der Bevölkerung und der Presse selbst keinen Anlaß zu irgendwelcher Beunruhigung zu biete,, brauche.

Tic Umgehung dcr Gctrcidchöchstprcisc.

I» der jüngsten Sitzung der L e b c i, s m i t t e l k o in in i s. f i o n der Stadt Aachen wurde mitgctcilt, daß Getreide, bt. sonders Weizen und Roggen, zu den festgesetzten Höchstpreisen nirgends zu haben ist. Allgemein halten die Verkäufer mit ihren Vorräten zurück: die Regierung habe ihnen durch die monotlitüc» Preisansichläge eine überreichliche Verzinsung dcr Vorräte gc, sichert, und ferner seien die Mühlen gezwungen, unter allen lim. ständen Rohprodukte anzukaufen, wobei die Höchstpreise tatsächlich außer Wirkung komnien. Zwar vcrkauscii die Landwirte nominell 3 » Höchstpreisen; sie behalten sich aber Bedingungen vor, die an sich zwar rcchtSunwirkscim sind, aber nicht zur Sinzcigc kommen, weg eventuell Verkäufer wie Käufer bestraft iverden. Man bezahlt z. L. die Säcke mit dem Vielfachen ihres Wertes, ferner wird die An­fuhr nach Station oder Mühle besonders hoch angcrcchnct, oder die Laiidivirtc behaitcn sich die Lieferung von Futtermitteln weit nntkr Tagespreis vor. Dadurch iverden die Bestimmungen über die Höchstprei-e vollkommen ansgefchaitet, und die Bciciligten wist-, i.i ihrem eigenen Interesse zu schweigen.

Sluch in einer Sitzung der Düsseldorfer Handel SM- k a m in c r ivnrdc lebhaft über das Versagen der Höchstpreise füM Getreide geklagt. Diese seien olle zn Piodnzcntenpreisen gcwordcistM sic hatten infolge der für die Zukunft vorgesehenen Steigerung dnA Höchstpreise die Z u r ii ck h a I t » n g der Waren veranlaßt,': den Handel nuSgeschaltet oder ihn genötigt. Handclsunkostcn uni Handelsgewinne anfzuschlagcn, die den Höchstspreis zum Mindest­preis machten. Ohne jede» Zwang hätten sich auch Landwirte an diesem Vorgehen beteiligt. Auch die jüngsten Beschlüsse des Buix dcSrates würden daran nur wenig ändern. Die Handelskammer hält Höchstpreise nur dann für durchführbar, wenn ihr Aufbau dem Handel auch weiter BcwcgungSsrciheit mit entsprechendem Nutzer offen lasse. Weiter wurde betont, daß die Bevölkerung noch nicht sparsam genug mit den Nahrungsmitteln umgehe. Schärfere Be- ftiniiniingen über das Auömahlen und das Rische» de« Brotge­treides seien notwendig.

LicfcrautenprosUc.

ES ist eine bekannte Tatsache, -daß die Unternehmer, welche Kriogslicfcrung haben, jetzt außerordentlich gute Zeiten haben. Einen Einblick, was einzelne Personen dabei verdienen, konnte kürzlich wieder einmal dadurch sestge'tellt werden, daß sich die Interessenten um die Beute stritten.

Kamen da in Frankfurt a. M. eine Anzahl Viehhändler zusammen, um eine Besprechung über die Schlachtvichliefc» ung an eine Armee-Konservenfabrik abznhalten. Mqn cr- suhr dabei, daß sich eine tiefe Empörung der Viehhändler von Süd- und Südwestdcntschland bemächtigt habe, weil der Vorsitzende des Bundes der Viehhändler Deutschlands »ntei- stützt von einigen Kapitalisten den ganzen iKnkauf dck Schlachtviehes für die in Rede stehende 'Armee-Konserven­fabrik an sich gerissen habe. Ter Viehlmndel sei trotz mehr­facher Bemühungen ausgeschlossen worden. - Ter kluge Lieferant soll einen wöchentlichen V e r d i e n st von in c h r als 82000 Mk. haben. Tie versannnclten Vieh- händler entrüsteten sich über das lukrative Geschäft und ver­langten, daß auch sic zn den Lieferungen herangezogen wür­den. Es ist eine Einigung zwischen den Viebhändlern imi ihrem Bnndesvorsitzendcn auf der Grundlage erfolgt, daß sst, ihn jetzt durch Lieferung von Vieh unterstützen.

falsche Batterien.

Aus einem Feldpostbrief, den die Leipziger Volkszeitnng veröffentlicht:

. . . Do liegen wir hier seit Wochen im Schützengraben. Ei» braver Genosse ist hier bei mir im Loch auf Besuch. Wir habe» politisiert und dabet natürlich auf allerlei geschimpft. Siebe» mir rechts spricht inan von Kreuz- und Pitbnbe, link« dudcli ein Kamerad auf der Mundharmonika die Tollarprinzcisin »nd »nsci Obcrlcniiiant tciephvnicrt eben ins Lager. Dazwischen fällt hin und wieder ein Gewehrschuß und die sranzöstsche Artil- I e r i e brüllt in einem fort. Sie feuert wie besessen ans eine S ch e i ii b a t t c r i c , die unsere Pioniere mit viel Kunst anfgebant haben. Ein paar Rüder und ei» Ofenrohr bilden die Kanone. Die lfingiertei Bcbicnnngsmaniischaft liegt dabei, oben im Staun, sitzt ein Beobacht»,,gspostcn, zwei Strohpuppen, , die unverdrossen durch ihre Fernrohre 'Bierslaschcn gucken. Nacht« brennt in der Deckung ein Licht, das etwas vorlaut hin- anslcnchtet, und bei jedem Schuß, der weit hinten abgcscuerl wirb, platzt vorn ein Bombcnschlag, dasMündungsscucr".

Leider werden wir ab und zuvoiidenFranzosenauch

Ihm wnr in diesem,patriarckxilischcn Kreise z» Mute, all säße er in der Arche Noah mitten in dcr Sündflut, doch cs kam keine Taube mit dem Oelzweig, er sah kein Land, wo­hin er sich retten konnte. Ein Schauder kam ihm vor diesem Mahle an, vielleicht noch mehr, wie vor Björnarnes Lieb- lingsgcricht, allein es ging ihm, wie cs jedem geht, dem bie kräftige Hirtenkost vorgesetzt wird. Nachdem er die erste» Bissen überwunden hatte, fand er, daß das wunderliche (M eicht gar nicht so übel sei. Es bestand aus dem Blut wj Tieres, das ihm zu Ehren geschlachtet worden war, ans Hcif und Leber und den saftigsten Fleischstückcn, die mit festet Milch, Mehl und gewürzigcn Kräutern gekocht waren.

Bald ging es ganz behaglich an dem Tisck>e her. Gula war unermüdlich in ihrer emsigen Sorgsamkeit für den lieben Gast und voller Genugtuung, daß cs ihm schmeckte. Bon Afraja hörte dieser, daß überhaupt die Waldlappen von nichts weiter lebten als von dem Fleisch und der Milch, dem I Blut und den Eingeweide» ihrer Tiere, und wenn er dam» das jammervolle Leben dcr arnien Fischer verglich, schienen ihm diese Söhne der Wildnis lukullische Mahlzeiten i u halten. Er dachte auch dabei an die Bauern und armen Leute in Dänemark »nd in anderen Ländern, die von Zivim! sation und Kultur kaum etwas weiteres hatten als da - Glück, von Fürsten, adeligen Herren und Beamten so au-' gepreßt zu werden,-daß kaum das armseligste übrig Mf®: Danials war noch überall das Landvolk in LeibeigensckM > und Hörigkeit, jeder Mensch inußtc wie eine Sache sein-» Herren haben, und der unerträgliche Kastengeist und Kasst"' I zwang zog seine eisernen Schranken zwischen jeden St»" k und jedes Geschlecht. .

Waren denn also diese freien Hirten nicht vielfach MI neidenswcrt, die auf ihrem unermeßlichen Jagd- und Mm' 1 gebiet nichts von den Plagen zivilisierter Völker wuß>e>WI Marstrand sprach dies lebhaft ans. und die ScksildernnM, I welche er von den Vorzügen des Adels und der fürftl'd» I Allgeivalt und Allmacht entwarf, schienen Afraja wohl zu Hagen. (Fortsetzung folg"

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