Ausgabe 
30.12.1914
 
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liitenioHoitÄlen proletarische» Sozmldenivkratl« treu geblieben ist. Sie bei rächten diesen Krieg nicht als einen Mt der Vertei­digung unterdrttckter Völker. sondern als Prvbutt der lmpcrialisti- sck>en B eine düngen der internationalen Bourgeoisie. Sie entlarvt die Heuchelei der zarisck»ci, Politik, die angeblich dt« Befreiung der slavischen Völker von, österreichischenFoch" mistrebl und tn der­selben Zeit andere Völker weit mehr unterdrückt, di« di« gesamte Arbeiterpresse erstickt, di« GesätiHN-iffe mit unseren Genossen be­völkert und jeden Akt der Selbständigkeit der Arbeiterklasse in der heftigsten Weise vcrsolgt. Tic Partei iveist aus Lskgalizien hin, das schon jetzt die Herrlichkeiten der russischenBefreiung" am eigenen Leibe vcrspiirt und protestiert um so en«rgii'ck>«r gegen die reaktionären Bestrebungen der Nomanoivschc» Patrioten, die auf eine Angliederung Ostpreutzeirs an Rustland anzielen. Sie protestiert auch gegen die Denunziationen der litauischen bürger­lichen Presse gegen die in Litauen lebende» Tentschen, wie gegen die abscheuliche Teutschenhetze überhaupt.

Ti« sozialdemokratisch« Partei Litauens steht nach wie vor aus altem, erprobten« Standpunkt und vertritt di« Anschauung, dass di« unterdrückten Völkerschaften RnstlandS nur im Kamps« «ege» den Zarismus, nicht aber durch Liebedienerei m«ddiplo­matische" Deklarationen, Freiheit und Recht« erringen können. Ebenso envarlet aber di« sozialdemokratische Partei Litauens auch nickst die Errettung des Proletariats Litauens durch die Er­oberungspolitik des deutschen FmpcrialiSmuS. Deshalb kämpst sie riach «vie vor in der energischsten Weise gegen den Krieg. Aach ivi« vor detrcchlet sie die Organisierung der Arbeiterniassen als ihr Ausgabe und koninit ihnen in dieser schivcren Zeit noch Kräf­ten zu Hilfe. Sie propagiert in den Masse,, ein« imvcrsöhniiche Haltung zum Kriege und tritt sür den Kampf um seine Einstellung ein. Unerschütterlich aus den« Klassenstandpunkt des Proletariats verharrend, sainmelt sie um sich das Proletariat Litauens zum cndgiltige» Kampse gegen den Zarismus und zum eudgiltlgen Triumph des Sozialismus."

Von« Treiben der Kriegsspckttlanteii.

Die Preise fiir ftofoopiilöcr sind seit Ausbruch des

Krieges ausserordentlich gestiegen. In einer Sitzung der

Aachener Lcbensmittelkonuuission wurde nun mitgeteilt, daß sich die gegenwärtige Situation gewinnsüchtige Finnen zu­nutze machen und ein Wcmcnnfcl als Kakao auf den Markt bringen, das größtenteils aus Kakaoschalen und Sägemehl besteht. Wer in Fricdcnszeitcn Kakao verkauft, der mehr als drei Prozent Sckzalen enthielt, wurde bestraft. Heute werden Stadtverwaltungen und Lazaretten ein Gemisch als Kakao angeboten, dem 90 und mehr Prozent Schalen und Sägemehl bcigcmischt sind. Grosse Mengen diesesNahrungs­mittels" sollen in der Zollniederlage Nachen lagern.

Agrarische Prosiisrrcht.

Die Deutsche Tageszeitung bemüht sich unausgesetzt, zu bestreiten, das; von Landwirten Getrcidevorrätc aus Speku­lation auf höhere Preise vom Markte ferngehaltcn werden. Demgegenüber können wir aber auf eine Bestätigung Hin­weisen, die au? Bundeskreisen selbst hcrrührt:

Der Toniäncnrat Rettich-Rostock, früherer Rcichstags- abgcordneter, macht nämlich im Fachorgan der niealcn- burgischcn Großgrundbesitzer den Landwirten eine Rechnung dahin auf, das; sie bei noch längeren« Zurückbalten des HaferS sich ins eigene Fleisch schneiden werden. In den Landwirt- ä'chaftlichen Annalen schreibt Rettich:

Nach Mitteilung der Heeresverwaltung stösjt die Beschaf­fung der sür die Vcrp,oviaiiiicr»ng der Feldarmee unbedingt erforderliche» Menge» Hafer neuerdings ans gcivissc Schwierig- keilen, und scheint auch, als ob sich bei der Bcschasfnng ai« derer Gegenstände solche ergeben «vlirbeii. Der Grund lieg! zweifellos ci«icrsc!ts darin, dast die Landwirte mit dem Dresche» in Rtickstand gekommen sind, andcrcrselts aber auch in einer »»- verkennbaren Zurückhaltung der Bcsistcr Überhaupt. Sowohl Landwirte «vie Händler sind z»m Teil «oeiiig geneigt, vorhandene Vorräte abzngebe», «veil sie anscheinend mit einem Steige» der Preise, vielleicht sogar mit einer Aushebung der Höchstpreise rechnen. Es kan» ans das Bestimmteste versichert iverde», dast diese Hossnungc» nicht erfüllt iverde», dast vtcltcicht eher das Gegenteil cintritt und mit einer Verschärfung der Gesetze ge­rechnet iverde«« kann. Fm Augenblick handelt es sich darum, in möglschst >»r;cr Zeit eine grostc Menge Hafer sür die Armee z» kaufen. Das« die angcsorbcrle Menge vorhanden ist, steht f c st. Es geht daher an alle Besitzer -- Landivtrtc «vle Händler das dringende Ersuchen, ihre Vorräte umgehend der Marine- Beschasfungssteüc oder einem Pruvianlaint anzubicten. Sic sind

Asraja.

Ein nordischer Roman von Thcvdor Müggc. 148

Ans der Bank, der schwarzen Grotte gegenüber, in welcher die zerstäubten Wasser sich sammelten, »m dann kaskadenartig ihren letzten Sprung zu machen, sag er und hörte Gula reden und erzählen. Hier hatten die Götter ihres Volkes gctvohnt, hierher hatte Jubinals Hand fein: Geliebte gerettet, als die Riesen und der böse Pekel ihren Kampf begannen, und dort oben in geheimen, tief verborge­nen Gärten lebte der Allvater noch mit seligen Geistern, die im feinen Mondliclit nächtlich niedcrstiegcn und durch das Tal schwebten.

Träumerisch lächelnd hörte er zu, sah zu den versteinerten Gebilden hinauf, denen Gula Gestalt und Deutung gab, und blickte in ihr belebtes Gesicht, das so voll von Frieden und voll Glück war. Es kam ihm vor, als könnte er immer lo sitzen und sic anschanen, als könnte er allein entsagen, was außcrhalb dieser Welt lag, als müßte Jubinals Götterarm und Wille diese Felsen plötzlich überall unersteiglich glatt verschließen, daß er dies Tal niemals wieder verlassen könnte. Er atmete ans und blickte umher, ob cs nicht schon geschehen sei, und legte seinen Arin »in das geschmeidige Kind, das sich an ihn schmiegte. Ein sanftes Wehen ging über sie hin. Tic Bäume wiegten sich leise, cs flüsterten Stimmen darin, und vom Wasserfall erhob sich eine funkelnde Wolke und schwebte bis zu ihnen her.

Gula deutete aus de» Regenbogen, der über ihnen stand Gott spricht zu uns," sagte sie,das ist sein Zeichen."

llnd >vaS sagt er dir?"

Daß ich dich nie und nimmer verlassen soll."

Soll ich bei dir wohnen?" fuhr er läckzelnd fort,unter den Birken sitzen, deine Hände halten und vor aller Welt verborgen dich mit Blumen schmücken?"

Tie Blumen verwelken," antwortete Gula,der Back erstarrt, das Tal füllt sich mit Schnee und Nsraja zieht fort an die Seen der Tana. Ich gehe, wohin du willst."

Ach! arnie kleine GulaI" ries er aus,weih ich doch

zur Abgabe zum Höchstpreise gesetzlich verpflichtet und müsien damit rechnen, dast bei einem weiteren Zurückhaltc» zur Bc- lchlagnatzine und Enteignung geschritten «vird. Dast in solchen Fällen der H ö ch st p r c i 6 erzielt wird, must bezweifelt iv e r b c n."

Herr Rettich fügt dem schließlich noch hinzu:

Vorstcstciidc Ausssihriingen (über die falsche Ncchming beim «veitercn Zurück!,alten des Hafers) beruhen aus zuverlässi­gen Benachrichtigunge n."

Vorsicht in» Gespräch.

Den Eiscnbahiiangcstclltcn «st eine Verfügung zugcgangch«, in der dringend zu größter Vorsicht in Prtvatgcsprächen gemahnt wird. In dieser Verfügung heistt es:

Zn den Tagcszcitungcn ist bereits ivariicnd darauf hinge- «vicsen worden, welche unabsehbaren Folgen unbedachte Gespräche über Vorgänge auf den, Kriegsschauplatz, etwaige Absichten der Heeresleitung, Trnppcnbeivegungcn us«v. haben löimen. Diese Warnung wird aber nicht tiberall beachtet. ES werden immer noch Unterhaltungen gestihrt, die srcindcn Ohren erivünschtc Gelegenheit gebe», Nachrichten zu saiiimeli!, die stir unsere Feinde von Fntcr- esie find. Möchte doch ein icder sich ininicr vergegcnivärtigen, dast das Leben unserer Väter. Brüder und Söhne ans dein Spiele steht, »nd dast derartige leichtfertige Mitteilsamkeit Tausenden braver Soldaten bas Leben kosten kann."

* .

Tic Kämpfe im Westen.

Der Kampf an der Äser ist übereinstimmenden Berichten des Berliner Tageblattes und der Vossischen Zeitung zufolge zur Zeit heftiger als in der ganzen Kricgszeit. Ein Offizier der Verbündeten sagte einem Korrespondenten, tvir müssen jetzt vorrücken, koste cs, was es wolle. Die Verluste auf Seiten der Verbündeten feien ungeheuer ft r o ß.

Hurückgehcn der Franzos«» im Elsas;.

Zürich, 29. Dez. (T. U.) Der Tagesanzeiger meldet von der eljassischcn Grenze: Die Räumung der elfässischen Gebiete von« Feinde schreitet fort. Oberhalb Markirch ans der Höhe von St. Di6 wurden die Franzosen gegen Geradmcr zurückgcdrängt. Der Bahnhof von St. Leonhardt, ein wich­tiger Stützpunkt für die Franzosen, ist von den Deutschen besetzt «vorden. Um diese Stellung wurde sehr gekämpft. St. Leonhardt liegt auf französischem Boden »nd man be- herrscht von hier anS die ganzen Vogesen »ach der deutschen wie nach der französischen Seite hin.

Tie Kämpfe in Polcrr.

Rotterdam, 20. Dez. (TU.) Ter Nie,«me Rotterdamjche kouraiit beurteilt die Kampftage tu Polen «vie folgt: Der Kriegs­schauplatz liegt zwischen dem Pilicaflusse und der unteren Weichsel. Die russische«« Streitkräfte, die nördlich der Pilica stehen, haben mit denen südlich der Pilica nur einen lockere» Zusammenhang. Ans die nördlich stehenden Streitkräste üben die Deutsche» von z >«> c i Seiten Druck aus. F» seiner vorletzten Meldung gab der russische Generalstab zu, das; die russische,« Truppe» in einige» Gegenden Orte geräumt hatten, ohne zu sagen, um welche Gegen­den cs sich handelte. Die letzte amtliche Petersburger Meldung besagt, dast die Kämpfe 1» Werst nördlich von Nowomiazga svrt- danern. Der linke Flügel der russischen Kräfte nördlich de, Pilica ist etivasach Osten «ungebogeii. Bon größter Bedeutung «vird es jetzt sein, ob die Verbündeten die eingcleitetc Umsasftings- bewegnng Iveitcr sortsetzen könne». Mit der Niederlage des russischen Heeres nördlich der Pilica «väre übrigens das Los der übrigen russischen Heere besiegelt.

Rumänien und Bul^arierr.

Wie», 29. Dez. (T. TJ.) Das Acht-Uhr Abendblatt nicldct aus Bukarest: Rach Meldungen mchrcrer Morgen- blättcr finden zwischen Bukarest und Sofia diploinatischc Ver- handluugen statt, die die Begegnung der Herrscher beider Länder aus rumänischem Gebiete bezwecke».

Paris, 20. De: (SpeziaOelegrwimn der DO.) Fn hiesige»

diplomatischen Kreisen erhält sich ans Grund von Tcpcschrn aus Bukarest und Sofia ntit Hartnäckigkeit das Gerücht von einem be- deutendcn Erstarken der ürcibiinösrenndtiche» Elemente in Ruinänicu »nd Bulgarien. Das Thema beschäftigt di« hiesige ufsencklichc Meinung ungemein, da m<m« im allgemeinen von dieser Seile mit lteberraschiing«,, nicht gerechnet l>at Di« Presse «vidmet täglich der zukünftigen Politik der beiden Balkanländcr anSsührlichc Leit- nittkct, die von ntc» Ratschlägen und ivoblivollciiden Ermah­nungen a» die Adressen der rumänischen iiiid bulgarische» Regie-

selbst nicht, wo meines Bleibens sein wird. Du hast gehört, wie es mit mir steht."

Sie neigte sich zu ihin, legte ihre beiden Hände auf seine Brust und sah ihn mit den glänzenden Augen mutig an.

Mußt du denn am Balsfjord «vohnen?" fragte sie. Mußt dn in diesem rauhen Lande unter so harten Männern leben?"

Tie Mahnung kam ihm unerlvartet.Wohin sollte ich gehen? fragte er überrascht.

In dein Vaterland," erwiderte sie.Ist es wahr, was ick« einst von Paul Petcrsen hörte, daß »ieinand mich dort verachten und verspotten wird, wenn ich Geld mitbringe?"

Geld!" rief Marstrand,gibt überall Ansehen und Glanz."

So ist alles gut," sagte sie zuversichtlich.Asrasa wird dir geben, so viel du «villst. Wir steigen in ein Schiss und fahren nach Süden. T» l>ast mir so viel von Kopenhagen erzählt, nun werde ich es sehen." Sic klatschte in ihre kleinen Hände »nd ihre Augen verklärten sich bei den Oiedanken, die ihren Kopf füllten.Alles will ick« lernen," rief sie,du lollst sehen, daß ich kann, waS ich will. Sage nur, was ick' tun soll, befiehl nur, wie es recht iff. Gott segne dich! O, Gott segne dich, du lieber guter Johann!"

Tu wirst niich nimmer verlassen «nd verstoßen," rief sie im Tone des uncrichütterlichsten Vertrauens.Heute, als ich dich wiedersah, fiel der Gedanke mich an «vie ein wildes Tier, »nd eine entsetzliche Angst mischte sich in meine Freude. Jetzt «vciß ick« gewiß, daß er kindisch und töricht ist. Ich könnte cs auch nicht ertragen," fügte sic leise lächelnd hinzu.

Aber WaS wird dein Vater sagen, «venn du ihn verlassen willst? Wird er darein willigen?"

Er wird, er muß!" antlvortete sie, lebhaft aufspringend. Dort steht er und erwartet uns. Sprich «nit ihm auf der Stelle, er wird dich gern hören."

Marstrand sah bald, daß sic von ihres Vaterö Plänen nichts wußte, aber er beruhigte sie leicht mit der Dcrsichcrnnq, daß er au« nächsten Tage über alle Tinge mit ihm reden würde, da Asraja selbst ihn ersucht habe, erst morgen über seine Angelegenheiten z» sprechen.

rung llberflicßei, Angesichts der erfolgreichen Versuche der Drei- bunddtplomarie, die Haltung der Ncntralitätspvlittk dieser Balkan, staaten zu ändern, wechselt jedoch der diploinatischc Mitarbeiter der Tcinps die Tonart und gebt von Schmeichelcici« zu ossenc» Trost» nge» über, besonders Bulgarien gegenüber. Ta>, Blatt schreibt: Tie Gcdanlcnrichtiing der Regierung in Sofia stat «» der letzten Zeit zu stäusig den Wiener Einflüsse,, iiechgcgebc» Bisher ist allerdings ei» all.:,, vssener Bruch der Neutralität noch nicht erfolgt. Die feste Tpiachc des Fürsten Trubctzki «vird stosfcntlich auch etivas dazu beitragen, daß Bi'lgaricu den Sin» sift die Wirklichkeit der Tinge behält.

Sperrung der Donau?

Wien, 29. Dez. (W. R. Nichtamtlich.) Das Acht Uhr- Blatt iiiclbct aus Sofia: Tic serbische Anlivortnotc, loonach iu der Donau zwischen Prahova und Rosoba Minen ge. legt seien, sodaß die bulgarische» Dampfer nicht passieren könnten, ries iu hiesige» diplomatischen Kreise» und im Publikunl große Erregung und U n z«. f r i e d e n h e i t hervor. Tie bulgarische Presse p r o t c st i e r t gegen das Lege» von Minen im internationalen Donaustron, und fordert die Regierung aus, als Antwort ans die serbiä s ch e Herausforderung die freie Fahrt auf der Donau zu schließen und zu diesem Zwecke die Tonainifer bis zum Morawafluß militärisch zu besetzen.

Opfer der Minen.

Mailand, 20. Dez. (TU.) Der Eorricre dcüa Sera meldet ans London: Ein iioriucgischcr Dampscr, der dritte in dieser Woche, lief vorgestern drei Meilen von Scarborough entfernt au« eine Mine und sank. Tic Mannschaft «vnrdc von einem englischen Torpcdojäger gerettet. Einige Minuten später sant ein englischer Dampfer an derselbe» Stelle. Tic Bcniannnng rettete sich in die Boote. Auch ein holländischer Dampfer ging dort mitcr. Von seiner Besatzung fanden zwei Mann de«, Tod. Schlicstlich fttest ein dänischer Dampfer ans eine Mine. Tic Mannschaft tonnte nur unter grostc» Schwierigkeiten gerettet iverde,,. Englische Schiffe versuchen nun, die Minen aufzufischrn. Hierbei sind bereits zivei Schisse untergegangen.

Verbotene Getreideznfiihruna.

Rom, 29. Dez. (9'. r.) Gestern wurden ei» hiesiger Arzt und ein Unternehmer verlostet, weil sie versucht haben sollen, einen Zollbeamten mit 150 (XX) Lire zu be­stechen, einen Passagierscheii« auszustellen, um den krieg-! sührendeil Mächten (der dreiverbändlcrischc Messagero deutet natürlich sofort aus Deutschland) trotz des Ausfuhr­verbots Getreide zuzuführen.

DaS Eiserne Kreuz an Zlvilbeamte.

Berlin, 20. Dez. Dazu, dast der Kaiser dem Stoatsmiiiister v. Brcitcnbach und den« Präsidenten des Reichsbankdirck- toriunis H a v e » st e t n das Eiserne K r e u * an« «veistc» ! Bande mit schwarzer Umfassung verlieben hat, schreibt die Börsen- zettung: Diese Kriegsauszeichnung für die beide«, genannten Per­sönlichkeiten ist eine i» hohem Grade verdiente. Hat der Elsen bahnminister durch die Organisatton einer Verkehrs ohne gleichen! da,» belgetragcn. dast die cnorincn Truppcnbewcguiige» glatt von l stattet, gingen, so hat der Präsident des Reichsbankdircktorinm.- durch «veit aiisblickendc Mastregcl» Sorge gctraacn für die sinan zielte Sliherstettung des Reiches. Dieses sind Tate» von höchste, Bedeutung für die zuverlässige Durchführung der Kricgvplänc nach I beiden Fronten.

Neue Ausgrabungen in Pompeji.

Berlin, 20. Dez. lieber neue AiiSgrabnngen I«n Pompes «vird dem Bcrl. Tagebl. geincldct: Mehrere »nvcrglclchlich schön, Villen mit lovhlcrhallcncin Oberstock und Truppe» feien gesunde, i ,vorden. Die Gemächer hätten herrlich dekorierte Marino,wände Mosaikböden, Marmortische, bemalte Decken und Schränke, ferne, vollständig erhaltene Betten.

Ein neuer Türkensitz.

W. B «onstantiiiapel. 20. Dez. Amtlich wftd bekannt ge geben: llnscrc Truppe» lieferten de», Feinde eine Schlacht im Tal,, des Muraisinsicsnd brachte» ihm eine völlige Niederlage bei! Wir eroberten 2 Kanone,, mit Zubehör, 1 Maschinengewehr, : Artilleric-Munitionswage», 26 Maultiere ,,»d 115 Pferde! nahmen 2 höhere. 7 Snbailcrn-Ossiziercnd 06 Mai», gefangen! Die russische amtliche Meldung vom 26. Dezember besagt, dast di Russen bei Sarliram und bei Sartikapigsch die Offensive ergriffe,! haben. Nu» liegen diele Orte im KauiasuS, so dast hier zugegebe, ^mrs^dlft^^^ftkce^^ms^ttftsischcn^Bodcn^bcstndcn^^E^I

Er will dich froh sehen," sagte Gula,und ich kan:! nichts denken, als dich allein. Was du tust, ist gut. das «s alles, was ich weih." , I

Hand in Hand unter frohein Geplauder führte sie «h« zu der Hütte, vor welcher der greise Mann im Sonnen s schein saß und mit den beiden Hunden, die vor ihni standeis und mit gespitzten Ohren zu ihm aufsahen, Zwiegespräche z,s halten schien. I

Es sind kluge Tiere, Herr Marstrand," sagte er,st t nagen niich eben, warum kein Feuer auf dem Herdstein z«l sehen ist, da doch die Sonne schon lange Schatten wirft, »n I ich antwortete ihnen, es ist nicht gut sein da, wo es Menzche I gibt, die von Worten sattPverden." In seiner Art lacknml streichelte er dabei seiner Tochter weiches Haar und in seine, l kantigen Gesicht leuchtete etwas, was wie zärtliches, väte, I Ii cIkS Wohlgefallen aussah.Blumen leben vom Tau, i fuhr er dann fort,Fische von Wasser »nd Mädchen vo I Liebe, aber bei alledem bleibt cs wahr, daß jeder Wesen amt Speise haben will, die den Magen in Ordnung hält, ohne de I nichts in der Welt bestehen kann."

Gula lies in das HauS und Marstrand setzte sich z i Asraja. der ihin vieles von seinen Wanderungen erzählt'« die sich auf niehr ass hundert Meilen nördlich und ins June, des Landes erstreckten. Er schilderte die Familieneinrick tungcn, das häusliche Leben »nd die Arbeiten »nd spra, mit einem gewissen Stolze davon, daß in diesem Land ohn Gesetz, ohne Beamten und Häscher doch fast nie ein Ben breck)en begangen werde.

Sie schelten unö Diebe, Räuber und Betrüger," iag> er,und doch weiß ich niemals, daß ein Diebstahl oder Rau begangen wurde, es sei denn von den Küstenlcutcn. D gibt cs armes, schlechtes Volk, gedrückt und geplagt. Knecht- die mit Not armselig ihr Leben fristen. Hier findest du nu freie Männer, die keine» Herrn über sich haben als den Al erholter, und niemanden unter sich, denn alle sind »leick Wir leben in einer Ganune, essen aus einem Kessel, kleide uns mit deuiselbcn Kleide; wir sind Brüder, die alles teile I und nie von ihrer Freiheit lassen mögen."

(Fortsetzung folgt.)