Ausgabe 
28.12.1914
 
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Di- japanische Heeresvermchrunq abgelchnl' Das Parlament aufgelöst'

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bildet den einzigen Grund siir die Reinungsverlä>i»»^tz?^""!" den politischen Parteien. Ta es der Äajoruä» mdt^larn ifl »abinctt durch »inen Angriif aus seine ouswäriige Poli,?nh h SonBinrf, dass Japan sich England un.erordne WaMen bringen, wird sie -amsiag. wen» dw Armeevoilaee kommt, gegen die Regierung in OppsMio» treten 8 '' prfld)l Sollte die Regierung unterliegen, so würde da-,

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. 1,. üiiu, -0.ez. Meldung des Reiitersckien Bureaus: a.as Parlament lckinte die Regierungsvorlage, d.c c.ne Vermehrung der Armee um zwei Divisionen ver langte, mu -l.j gegen 118 «tiuimen ab. Der .Sinifrr ordnet' darau, die Auslosung des Parlaments an.

Tie Polenschlacht in russischer Darstellung.

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" il >> c>> 1" sra l ft a bha! <nn 25. TeKmüer, li llftr abends

£!<*"£" Bericht Uber dw Schlack,, in Poiei, «.sgegebeu: Es gib: keine Veränderung. Auf unserer Front aus dein lu-.'cn Leich -I- «Kr und au, der in Galizien während der Rach, vom 21 Te-cin'-r und den ganzen folgenden Tag über haben di« Tentschc» hauptsach. Iich ,n den Gegenden von «ocharzcw und Bol im o» ang«. grisKN. Alle dieie «ngrisie wurden mj, schweren Verlusten für den ^tind Uinlckgeschlagen. Ti« Känipse an dem linken User der P i l i c a dauern fort.

England sperrt den Suezkanas.

Koustantinopcl, 24. Tez. «Str. Bln.) Zuverlässig et- fährt der Jlorrctponbcnt der Franks. Ztg., dag England an, . Dezember die Sperrung des Suczkanals für jedweden Verkehr vorgcnommen hat.

Deutsche Flieger über (kngland.

London, 2t. Tel. Ein deutsches Flugzeug kreuzte heute früh über T o v e r imd ivars eine B o m b c ab. die in ein«,, Garten fiel und erplodierte. aber keinen Schade» anrichtele. Das Wetter nwr nnlichtlg und das Flügge»« mir einige Setunde.i sicivbar. Es kehrte sofort über das Meer zurück.

Amsterdam, 20. Tez. lEtr Frist.) R e u I e r meldet aus L o n- von: Das U r i« g d in i n i st e r i n m berichtet, tos; heule um

V 2 I 2 Ilhr scindliche Aeroplanc über Sheernes, gesehen wurden. Britische Flieger verfolgten die Acroplane mid be­schossen sie. Nack,de», die Gegner dreimal gctrosfcii waren trieben stc nach der Nords« zu.

Ein späteres Telegranun lautet: Die Beivohner von

Eouthend, einein Badeorte NI Esser an der Mündung der Themse, lasten gerade bei ihrem WeihnachtS-mahI, als hcstiges Schieben gehört wurde. Tausende liefen nach dem Strande und sahen durch die Ferngläser zwei Acroplane, die in groster Höhe sehr rasch über die Themsemiindmig flogen. ES wird ans Sheernest be­richtet, dast drei britische Flugmaschincn versuchlen. sich den Aciopianci, zu nähern, dast diese aber ZU rasch slogen und im Rebe! »erschwer,,de». während an Land das schönste Letter herrschte. Es wurde nichts davon vernommen, dast Bomben nieder««fallen sind.

Ein Vomiktnanschsap in Teheran.

Von der Schlveizer Grenze, 26. Tez. (Ctr. Frkft.) Aus Lsetersburg berichtet die Petersburger Telegraphen- cigentur: An» Teheran wird gemeldet, daß vor der engli- scheu Gesandtschaft eine Bombe explodiert ist. Ein Tabakladcn wurde beschädigt und der Eigentümer getötet. Ter Urheber deS Attentats ist unbekannt.

(*iuc Krieflskundflebung der französischen Sozialdemokraten.

Genf, 26. Tez. (Etr. Frkst.) Tic Hnmanitä verösfcnt- licht ein Manifest, in dem die Führer der sozialistischen Partei Frankreichs nnscinandersctzcn, daß die sozialistische Gruppe sich während der Kammersitzung jeder Erklärung enthalten habe, uni nicht die Disziplin und die Einigkeit zu brechen, die sich die Nation angesichts des Feindes anscrlcgt habe. Tie Kundgebung bebt hervor, das; das Parlament der Regierung helfen müsse, die große Aufgabe aufs beste zu erfüllen. Ter Krieg werde wohl von langer Tauer sein, aber das dürfe nicht zum Nachlassen bewegen, da man dasü- käinpsc. daß Frankreichs Unabhängigkeit unangetastet bleibe, dast Elsaß und Lothringen für ihr wahres Vaterland befreit würden, dast der preußische Im- berialismus mit allen anderen Imperialismen aufhöre, die freie Bewegung der Völker zn hemmen, dast dieser Krieg der letzte sei nsw. Um diese Ziele zu erreichen, seien die .französischen Sozialisten entschlossen, bis zum Siege z «> kämpfen.

Werden der Licbkncchtgruppe nun bald die Augen aufgeben?

Ein (sirus; der englische» Sozialdemokraten an die deutsche» Brüder.

London, 20. Tez. lEtr. Frkst.) Ter Lobonr Leader, das Blatt der englischen Arbeiterpartei, hat eine besondere Äeihnachtc- numnier hcrauSgegeben. Eine Sammlung von Zuschriften von Sozialisten and Oesterreich. Rußland und vor alle» Tinge» ans England steht unter der Uebcrlchrist: »Ein Manisest der Unab­hängigen Arbeiterpartei gegen die Kriegserklärung". Tiefe Kund­gebung beginnt mit den Worten: »Man hat uns gesagt, dast der inlernaiionale Sozialismus tot fei und dast alle unsere Hoffnungen zerschmettert seien durch das Feuer und die Pestilenz dc-s cnropä-- schcn Krieges. Tas ist nicht wahr. A»S der Tunkelbeit lind der Tiefe rusSn wir der Arbeiterklasse und unseren Kameraden icglicbe» Landes einHeil!" zu und unter dem Brüllen der Geschütze senden wir den deutschen Sozialisten unsere Sympathie und unsere Grüste!" Tic deutsche» Beitrage stammen in erster Linie von Kauiski, und Bernstein: unter den Engländern sind Bcrnard Shaw, Ramsa» Macbonald und Brncc Glasier hcrvorzuheben.

Deut die Vorstöße in den Arqonrren.

Gens, 27. Tez. sbtr. Bin.) Rach einer Meldung des Lok.-Anz. unternahmen die Deutsch» gestern im Argonneinvaldc an fünf wichtigen Punkten Anariffe. die besonders bei Bacar.it und <-t. Hubert sehr crsolgreich waren. Tazn bcmerlt der Tagesbericht stoffrcs abschmächend: Tie Unseren behaupteten ihre ,ruhcre nront: Ortsangaben aber fehlen. ,

stn der Champagne wurde hauptsächlich Berry au Bac »m- stritteii.

Verzweiflung in Warschau.

Die Behörden verlasien die Stadt. Warschau, 27. Dez. Das Bert Tgbl. erfährt über Rom: Tag und Nacht hört man die Litaneien der Bevölkerung, die zur Madonna flehen. Warschau ist eine einzige groge Kirche ohne Kirche und Priester. Die Bevölkerung würde es vorziehen, w-nn

die Deutschen endlich kämen und die ewige Rcrvossiät ein Ende naimie. Rach der Deutschen Tageszeilung haben die Behörden mii den Alien und »affen bereits Warslgau verloffen und sich nach Wilna begeben.

!-i,l flsche Ji,de»i-Berfolgunge».

Das Ausland, kemitcc des russischen ,,Bnnd" jüdischer Al beiter,-das ;n Gens seinen Sitz hat, teilt mit. daß ü>e vch'len russischen Militärbehörden mit ungeheurer Rück- sick tslosigk.:t gegen die Hilden in Polen Vorgehen, denen sie ..Sympathien für die Deutschen" porwerfen. Eine sehr große Anzahl von Juden ist erschossen, erhängt, zur Zwangsarbeit für Lebenszeit verurteilt worden. Militärisck>:nd auch oürgcrlichc Pogroms haben in Lodz »nd anderen Städte» staltgefiindcii. Tie ganze jüdische Bevölkerung von Grodzisk. SkjernjewitSj. Sochasjzow, Gora-Kalwaria »stv. wurde aus gewiesen mii einer Frist, die jedesmal nur 7 bis 2t Stunden dauerte. Tabci wurde natürlich auch alles geplündert. Viele Männer, Frauen, Kinder, auch alte Greise und Kranke, wurden aus diesen Städten vertrieben und schleppen sich setz! obdachlos im Lande umher. Besonders Frauen »nd Kinder erliegen zahlicich den Strapazen. Mehr wie 10006» Juden lind allein nach Warschau geflüchtet. Ebenso, wenn nickst noch schlimmer, sind die Znsiändc in den von de» Russc» besetzten Gebieten in Galizien.

Ter von dem Dreiverbände zurBefrcinng der kleinen Nationen" und »Für die Kultnr" geführte Krieg zeigt immer mehr sein wirkliches Gesicht. Leider erfährt die Dc- oölkeriing der anderen Länder davon nur sehr lvenig.

Tic Mandate der 2lb »fl. 2$ itcvle und Wcill.

In den beteiligten Rciibsäintern besaht nian sich aus bas ein­gehendste mit der Frage, wie tie Mandgtc dieser beide» Abgeord- »eten zur Erledigung gebracht werde» lönnen. Beide bezeichne««», sich in der französischen Presse als ehemalige RcichsiagS- abgcordnete, darin liegt aber lein formeller Verzicht aus das Mandat, stnsolgedeffeii sind sowohl Letlerle als auch Weilt immer »och Miiglieder des Deuische» Reichstags. Der Reichstag kann anS eigener Enlschlicsziing nichts tun, de»» da» 'Recht, ei» Mitglied daiiernd ausziischliehen, oder ihm das Mandat abzu- erkenne», sieht ihm »ich, z». Die Handhabe» aber, die der Reichr- regierung durch die Eiesetzgebung geboten weiden, sind auch nicht völlig einwandsreier Ratur. Wir hören darüber folgendes: Ver- hältniSmätzig einlach liegt noch der Fall Weill. vier gelang» zu­nächst zur 2inwcndiing der 8 27 des Staatsgiigehörigkeilsgeseves, der bestimmt:

»Ein Deutscher, der sich im Ausland aiifhält, kan» seiner Staatsangehörigkeit durch Beschlnsi der Zentralbehörde seines Hrimatftaates verlustig erklärt werden, wenn er im Falle eines Krieges oder einer Kriegsgefahr einer von, Kaiser angeordnete» Anssorderiing zur Rückkehr keine Folge leistet."

Diese Anssorderiing zur Rückkehr ist durch den Ausruf der Vchrpflichzjgen bis einschiiehlictz des Lantstiirms ergangen. Da;» komntt dann noch die Verordnung vom 15. August 1914 zu IN Reichs- und StaalSangehörigskeitSgesctz, die bestimmt:

2>lle im Heere, in der Marine ober in sonstigen Kriegs­diensten scindlicher Mächte stehenden Deutschen haben sich unver­züglich in daS Inland znrllckzubegebcn."

Diese Bestimmung würde immer die Richtigkeit des vom Figaro vcrössentlichie» Briefes voransgesevt aus Weill ,»-

treffen, der nach diesen Angaben am 5. August in das sranzösischc Heer eingctrcicn ist. Diese Handlung würde zudem den Tatbestand des Landesverrats ersüllc». Der Statthalter von Elsaß-Lothrjngen hätte also, nach vorangcgangcner ersvlgloscr Ansfordernng an Wcill, nach Tcnischlaiid zurückziikchren, den Verlust der Staats- aiinchörigkcit auszuspreche». Damit entfällt dann die Voraus- scbiing des Artikels 20 , 8 4 der Verfassung, wonach zum Abgeord­nete» nur wählbar ist. >vcr einem Bundesstaat seit mindestens einem Jahr angebört. Mit dem Verlust der Staatsangehörigkeit wäre nach dieser Anssassuna das Mandat en ipso erloschen.

Schmieriger liegt die Sache mit Wellerlö. Er sicht in keinem »lilitärpflichtigc» Verhältnis inchr, ist überdies auch über das militärdiciistpfiichiigc Aller hinaus, ist vermutlich nicht in den sranzösischen Staalsdicnst cingctrcte» und hat zweifellos das Recht, sich seinen Wohnsitz z» nehmen, wo er will. Seine deutsch« Siaais- angehörigkcit verliert er erst dann, sobald er die Slaalsangchörig- kcit in Frankreich auf seinen Aniraa erworben hat. Ob lctzlcres cingctretcn ist. dürfte während des Krieges kai»n festzustcllcii sein. Aetterle wird bekanntlich wegen i'andec-veriraiS versolgk. Be, Verurteilung wegen dieses RiaicS kann ans Berlnsi des Rcichs» tagsniandats erkannt werden. Alle diese Wege sind aber »mständ- lich und es ist deshalb nickt ausgcschlosicn. dast dem Reichstag, der gm 2. März wieder znsammenlrilt, eine Vorlage aus Abänderung oder Ergänzung der ReichSversassung zugehcn wird.

Tie kommende Etatöberaiunfl.

Von der nichrfach erörterken Absicht, dieFreie Koi»- ntifsion" glich tagen zu lassen, scheint man jetzt allenibalben abgckoinmen zu sein. Wenigstens schreibt die mitunter osfiziös bediente Neue Gesell'chaftl. Korrespondenz:

Wenn der Reichstag im Mär; zur Beratung des Etats siir 1915 wieder zulainmcntritt, wird man dieses »Freien AuS- schuffcS" nicht mehr bedürfen. Man wird den Etat natürlich mir in grossen Grundlinien lcstlegc» »nd nebenbei andere zeitgemässe Fragen erledigen. S^or allem die der Sricgcrunlcrstübnng und der Hinlerblicbcncnlüriorqc. Ran rechnet ans eine Taoiing von etwa acht Tagen. Vorher wird im Februar der prcussiscke Land­tag cbeniall» zur EtatSarbcit zuiammcnkommcn. Auch hier nimmt man an. dass die Tagung wenig mehr als acht Tage in An­spruch nehmen wird."

Last der Reichsetat, wie inimcr er auch gestaltet sein möge, in wenigen Tage» durchberatcn werden kann, erscheint doch sehr fraglich.

Tic 6>esam<schuld des »reiches.

Nach der dem Reichstage für das Jahr 1911 vorgelcgtcu Anleihedenkschrift für das Reich betrug das gesamte, auf Grund deS Slnleihckrcdits begebene Sck'uldkap'tal au. 00. September 1911 cinschliehlich der im Dorjabre begebenen 220 Millionen Mark Ivroz. und cinschliestlich 2102 Millionen Mark unverzinslichen Schatzinweisungen noniinal 7082,39 Millionen. Dazu treten nach dem 30. September die 4160 Millionen Mark Iproz. Kriegsanleihe, so dast^ sich nach in­zwischen erfolgte Tilgung der unverzinslichen Schatz- anwcisungen eine Ge'amtschuld des Reiches von 9110 Mil­lionen Mark ergibt.

Lagerräume lnr beichlnflnahmke Atislandslvaren.

Tie Menge der im >'cinblicken A.:S!-a,ch beicklggnohmten Waren der versckie-cnäe» Art hat einen solchen Umkaiig erreicht, dass die Fraae ihrer Unterbringimg inrmer schwieriger wird. Auf Ver- anlassung des prenssisckeu Sriegsmliristcriums hat daher der Teut'che Hondesstag die Haudelskamwern ersucht, für die hauptsächlich in B-.irochi kommenden Piave sestiustellen. wieviel Lo-terräumc zurzeit zur Verfügung stehen, sei cs in Ssfcnliicken Lagerhäniern. sei es bei Spediteuren oder sonstwo. Fn Bctrack.t kommen alle Teil« des Trutsch:n Reiches, mit «usnohme dcr Provinzen Ostprenhcn. West- prcutzen. Posen, der RcgiermisSbezirke Breslau, Oppeln, Tüffel- dorf, Köln, Trier, Aachen und wn Tlstch-Lochringen.

Hcsieu miD Nachbargcbiete.

Wiffjnt und ttmgebnnfl.

Familiruunterstühung bei Veriviiiidiing »nd Krankheit.

Es i»,d mehrfach Zweifel d-irüber oufgetaucht, ob die Faniilienuiiterttütziingcn aus Grund des Gesetzes vom 2s Februar 1888 (und I. August 1911) weiter zu zahle» sind, wen» der in den Fe^dieust Eingetretene verwundet oder krank in die Heimat beurlaubt wird. Um diese Zweifel zu beseitigen, sind die Gemeinde» von der zuständigen Stelle ans die Bestiinmnngen des vierte» Absatzes in 8 10 de4 Ge- setze« tzingrwiesen, wonach die Unterstützungen dadurch nicht unterbrochen werden, das; die in den Tienst eingetrctrnen als krank oder verwundet zeitweilig in die Heimat beurlaubt worden sind. Handelt cs sich nn> Kriegsteilnehmer, die nicht lvieder felddicnsisäbig geivorden sind, so unterliegt es keine»! Bedenken, die Familicnnnterstütznngen i» Fällen des Be­dürfnisses so lange weiter zahlen zu lasse», bis die belrefsen- den jiriegsicilnehmer iu den Genuß der Militärrcnte treten, d. h. bis zu einem Zeitpunkt, zu welchem sie den ersten Betrag der Militärrentc tatsächlich abdeben. In gleicher Weise sollen auch die Hinicrbliebencn dcr im Kriege Gebliebenen oder infolge einer Berwundnng oder Kricgs- dienstbeschädigung Verstorbenen die Kriegsfaniiliciuinicr- stützung weiiererbalten, bis die Bewilligungen ans Gnind des MililärlünierblicbcnengesctzcS laisächlich zur Erhebung gelangen. Bei einer verspäteten Zahlung dcr Militärbeziige soll von einer Rücksorderung der Familienuntcrstützungcu abgesehen werden.

Tie Zenirallasie der hessische» laudw. Gcnosiciischast^ e. G. m. b. H., zu Tarnrstadt teilt ilircu Genossenschaften soeben mit, daß sie vom 1. Januar berechnet an Zinsen: a) in lausender Rechnung für Guthaben 1 Prozent, für Schulden, die nickst durch Vcrpsündung von Forderungen an die Landw. Genossenschaftsbank besonders sichergestellt sind, den jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zur Zeit 8 Prozent: für Kredite, die durch Verpfändung von Forderungen an die Landw. Genossenschaftsbank sichergestellt sind, M; Prozent unter dem jeiveiligen Zinssatz der Reichsbank, zur Zeit 4y 2 Prozent: b) im Wechselverkehr siir Wechsel jeder Art DarlehnSwechsel und GcschäsiSwechsel den jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zur Zeit 8 Prozent: an Provision: sowohl in der laufenden Rechnung wie für Darlehnsivechsel nach wie vor Prozent.

Feldpvstoriesc im Gewicht über 20 Gramm bis 500 Gramm werden für die Zeit vom 11. bis einschließlich 17. Januar 1918 von neuem zngelassen. Die Gebühr be- tiägt 20 Pfg. Tie Sendungen müssen dauerhaft verpackt lein. Stur sehr starke Pappkasten, festes Packpapier oder danerhafie Leinwand sind zn verwenden. Für die Wahl des BcrpacknngSstosfcs ist die Natur deS Inhaltes mnst- gcbend: zerbrechliche Gegenstände sind nach Umhüllung init Papier oder Leintoand ausschließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Tie Päckchen, auch die mit Klani» inerverschliist versehenen» niüssen allgemein mit dmicrhastcni Bindfaden fest nmschnllrt werden, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in niehrfachcr Kreuzung. Tie Aiif- jchriften sind ans die Sendungen niederzuschreiben odee unbedingt haltbar ans ihnen zu befestigen und müssen dent- lich und richtig sein. Auster kleinen BekleidungS- und Ge- branchsgegcnständen sind auch LebenS- und Oseniißmittel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit dcr Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind leickst verderbliche Waren, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst: ferner fener- gcsäbrlichc Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Tasthem'cucrzeuge mit Bcnzinsülliing. Päckchen mit Flüssig­keit sind nur zugelassen, wenn die Flüssiflkeit in einem starken, sicher verschlossenen Behälter enthalten nnd dieser in einem durchlochtcn Holzblock oder eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist, »nd sänttlichc Zwisckü'nräume mit Baumwolle. Sägespänen oder einem schwammigen Stoffe so angcsüllt sind, daß beim Tchadbastwerden des Behälters die Flüssigkeit nnfgcsaiigt wird. Sendungen, die den vorstehc»- öen Bedingungen nicht entsprechen, werden von den Post- anstaltcn unweigerlich zurückgewiesen.

Keine Neujahrskarten und -Briese mit dcr Feldpost. Ter Feldpostbriefvcrkchr nimmt dauernd an Umfang zu: nur mit Aufbietung aller Kräfte ist cs jetzt gelungen, ihn ordnungSmähig zu bewältigen. Ihm drohen aber neue Ge­fahren, wenn rin Austausch von Neujahrskarten in dem in FricdenSzcitcn üblichen Umfange zwischen dcr Heimat und den Angehörigen deS Heeres in diesem Jahre siattfindct. Es ist unmöglich, im Felde, wie dies in der Heimat geschieht, Slushilfspcrsonal cinzustellen, um die durch den Neujahrs- briesvcrkehr entstehende Mehrarbeit zu bewältigen. Turch solche Masienvcrscndungen würde nicht nur der Ticnstbricf- verkchr, sondern auch der gewöhnliche Prioatbriesverkebr leiden. Aus diesen Gründen ersucht die Hceresverwalinng dos Publikum dringend, die Abscndung von N c n j a h t S glückwünschen an Freunde und gute Bekannte durch die Feldpost zu unterlassen. Auch die Versendung von Glückwünschen in dcr Heimat sollte man einschränkcn.

Im Stadttheaier wurde am Weihaachtstngc ein den

kriegerischen Zeiten angepaßtes Sticck ansgesührt: daS

historische SchauspielColbcrg" von Paul Heyse (geb. 1830 in Berlin, gcst. in München). Tas Stück behandelt die Verteidigung dcr damaligen Festung an der Ostsee im Jahre 1807 durch Gneiscnau im Verein mit den, Bürger- mcister Nettclbcck. Tic vom Obcrrcgisseur W. Twor- kowski geleitete Vorstellung gelang vortrefflich. In den Hauptrollen waren beschäftigt die Herren Clemens von Roggen hausen (Gneiscnau), Paul Schubert ^Nettclbcck). W. Tworkowski lJnvalide Würges). Ferdinand D t e i n h o f c r (Heinrich Blank). L. Großer als Rektor Zipfel. Ferner die Damen A. Frenzel und Marta Schild als Witlve Blank und Xodjtev. Alle Mitwirkenden trugen dazu bei, dem patrioti- scheu Stück, das in gewöhnlichen Zeiten wohl kaum auf dem Spiclplan erscheinen würde, zu einer guten Aufnahme zu verhelfen.