Ausgabe 
24.12.1914
 
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Viitstyeivungsrämpse tui Westen ;

Das Luchen nach derschwachen Stelle"

Der Berner Bund vermutet in den Vorstößen der Ver- vundcten auf dem weltlichen Kriegsschauplatz reckt erns,,.^- Versuche, in die deutsche Front ein,! brich," US f' e ' möglich, zu sprengen. Man nimmt an. daß di eie Angrisfsbcwcgungen noch keineswegs abgeschlossen seien, son- dern auf der ganzen Front sich weiter abwickeln wurden b,S vielleicht eme Stelle sichtbar würde, an der an den eigentlichen Durchbruch gedacht werden könnte. Ctrote- gisch genommen, müßte diese am ehesten an dem Nordflügel liegen, wo bisher schon die blutigsten Kämpfe stattsanden Doch wurde bei e.ner so weit gespannten Front wohl auch schlechthin ein verwundbare stelle ausfindig zu machen sein. UM auch dort einzuhaken. Die allgemeine Lage im Westen sei stark gespannt. Jeder Tag könne Ucberasch. »ngen bringen. Beide Parteien würden ihr letzte! ycrgebenl sie seien einander ebenbürtige Gegner.

<»ute Stimmung der Deutschen.

TaS holländische Prcflebureau meldet, daß die Franzosen grossc Anstrcngungen machen, um sich in den Besitz der Eisenbahnlinie Roule^-Menin zu setzen, »m dadurch aus die Tculschen an der Linie Mcnm-Noubair-Lillc einen Truck au»,Hüben. Trotz der Zu- suhrung grotzer Ariillericmriigcn ist ihnen der Vorstoß nicht ge. I » n g e n. Tic von Aper,, hcianstihrenden Rarschstrasscn werden weiterhin von der dcuischen «rlillerie beherrscht.

Berichte aus Selzacte schildern, wie der Berliner Lokalanzelger meldet, die Massnahmen gegen eine mögliche Sperrung der «chclde und einen Angriff aus den «rohen Schiftahrlskanat Keilt.Tcrncuzcn seitens der c u g l i s ch e n F l o t t e. Ter Mittel- Punkt ist die ZothuiS. ein etwa 1 stilomctcr langer Gcbäudekomplcr, der teils von Mauer» umgeben, in einem dichten Nadclgehöl, längs des »anal» liegt. Tiefe Position ist stark mit Laufgräben und schweren Batterien bescstiat und beherrscht den »anal und die Eiscn- bah». Zahlreiche Sandkähne ron Baggern gefüllt mit Sand- und Basaltstcinen liegen fllr eine eventuelle itanalsperrung bereit. Tic Stimmung der deutschen Truppen ist erheblich an gefeuert durch die Meldungen von dem n e n e n S i c g e der deutschen Trup­pen in Pole n. Tie Soldaten sagen, jetzt werden wir auch bald mit den Franzosen und Engländern fertig, die Belgier zählen wir nicht mehr mit.

Auf dem Wege nach Warschau!

Unter der UcbcrschriftAuf dem Wege nach Warschau" heißt cs in einem Bericht der Bossischcn Zeitung: Der

Tecolo erfährt aus Petersburg: Die Schlacht dauert am

linken Weichselufer von den Flüssen Dzure und Rewka bis Nida fort »nd wütet besonders zwischen Socheczcv und Szicrnicwicc, wo die Deutschen besonders stark sind, um sich den Weg nach Warschau zu öffnen. Die Zerstörung in den von den Russen und darauf folgend von den Deutschen okku­pierten Teilen Polens ist unbeschreiblich. In der Kreuzzeitung wird hcrvorgehofcn, daß unsere Truppen iiz den heftigen Känipfen an dem Bzure» und Rewka-Abschnitt an vielen Stellen die Ueberwindung des Gegners erzwangen. DaS Blatt setzt hinzu, in glücklicher und harmonischer Weise wirken die Generalstäbe der deutschen >md österreichisch- ungarischen Armee zusammen.

Polnischer Attsstand in Lemberg?

Rotterdam, 23. Deg. (W. B.) Ti« N. W erzählt zur Be- grlluduug der harte» russischen Mohucchmen In Lemberg, daß dort ein förmlicher Aufstand vorbereitet worden sei. und zwar von Soldaten der polnischen Legion mit Hilf« des polnischen Roten Kreuzes und von Aerzteu. Soldaten hätten sich während der Ein­nahme von Lemberg in di« Spitäler geslückstc« und sich dort wie Kranke und Verwundete benommen. Ti« Verschwörer hätten in den den Kascnien gegenüberliegend«! Häusern Maschinengewehre und Kanonen ausgestellt und Waffen unter die revolutionär gesinnte Bevölkerung verteilt.

Ter Füsirer der französischen Lehrer stcwerkschaften flcfallcu.

In den Kämpfen an der Küste fiel am 30. Oktober der Sekretär des französischen Lehrcrvcrbandcs, der Genoss? Chalopin. Der Kassierer derselben Gewerkschaft, Bcrrv. war einige Tage zuvor gefallen. Chalopin und viele seiner Kollegen haben in den letzten Jahren Disziplinarstrafen, Maßregelung usw. über sich ergehen lassen müssen, weil sic cs wagten, die Lehrer zur gewerkschaftlichen Betätigung her- anzuzichcn. Ans dem denkwürdigen Lehrerkongreß in Chambdry wurde der Anschluß an die allgemeine Arbeiter- bewegung sowie Unterstützung der antimilitaristischen Pro- paganda beschlossen. Seitdem kannte die Vcrfolgungswn: der Regierung keine Grenzen mehr.

Trotzdem kämpften und sielen die Verfolgten fllr ihr Vaterland treu und tapfer. So was nehmen die französi- schcn Sozialisten auch nur den deutschen Genossen ii b c l. für die französischen Genossen ist es s e l b st v c r st ä n d l i ch. daß sie ein Vaterland verteidigen, das sie verfolgt'

Tic Reichsbank seht den Diskont herab.

W. B. Berlin, 23. Dez. Tic Reichsbank bat heute den Diskont auf 5 Prozent und den Lombardzinsfnß aus 6 Pro­zent herabgesetzt.

Telegramme.

Tagesbericht des Ach» Haiiptailartiers.

Abgewiesene Anflriffe der Engländer «>«d Franzo en.

Das grofze Ringen in Polen.

W. B. Großes Hauptquartier, 23. De;., vorm. (Hin; lich.) Angriffe in den Dünen bei Lombarzpthe und südlich Bixschootc wiesen unsere Truppen leicht ab. Bei R i ch e b o u r g - I'A v o u 6 wurden die Engländer gestern wieder aus ihren Stellungen geworfen. Trotz verzweifelter Gegenangriffe wurden alle Stellungen, die zwischen R i ch r - b o u r g und dem Kanal d'Airc L La Bassö den Eng länoeru entrissen waren, gehalten und befestigt. Seit dem 20. Dezember sielen 750 Farbige und Engländer als Ge­fangene in unsere Hände. 5 Maschinengewehre und Mincn- wcrser wurden erbeutet.

Zu der Umgegend des Lager? von Chat» ns ent- wickelte der Feind eine rege Tätigkeit. Angriffe nördlich i l l c r v , südöstlich Reims, bei S o u a i n und Perthes wurden von uns zum Teil unter schweren Ver- lusten für die Franzosen abgeschlagen.

In L st - » n d W c st p r e n ß e n blieb die Lage un verändert-

Die Kämpfe um den Bzura- und Rawka-Ab- schnitt dauern fort..

Ans dem rechten N i l l c a » s e r ist dir Lage unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Ter ttampf im Westen.

Ter englisch, Bericht.

Ter Bericht deS Augenzeugen im englischen Haupt- anartier vom 17. dS., der am 21. Dezember in den englischer. Zeitungen vcröftcntlicht wird, kann nur von kleinen An­griffen und Gegenangriffen an der Bier sprechen und wendet sich dann kleinen Episoden zu. Da er seinem Publikum keinen großen Erfolg vorzusetzcn mebr in der Lag« ist, io toird das alte Märchen, daß die prenßische Landwehr kriegs- müde sei, wieder ousgeftscht und dann aufs neue ein enormer Sieg der Zivilisation verkündet. Tie Deutschen gäben das Tragen von Pickelhauben auf und trügen dafür die Feld­mütze. Ten Widerstand, den die verschiedenen Angrifte der Verbündeten finden, vergleicht er mit den Kämpfen Anfang Oktober, als die Engländer und Franzosen die bclgische Grenzc zuerst erreichten. ?lber einen großen Unterseizied macht er, das ist, daß die Deuftchen in bedeutenderer Stärke da sind und daß ihre Stellungen viel stärker sind, als vor zwei Monaten. Es handelt sich nicht mehr um ftolierte Punkte, die zu zerstören sind, sondern um eine ungeheure Front, die an verschiedenen Stellen von mehreren, äußerst gut gewählten und sorgsam erbauten Erdwerkcn verstärkt ist. Diese Zone sei ein vollständiger Jrrgang von Schanzen- gräbcn mit Hindernissen. Selbst wenn man Grund und Boden gewinne, so gebe das nur furchtbar langsam und der Augenzeuge muß zugestehen, daß, wenn in manchen Depeschen angegeben worden ist, daß Grund gewonnen wurde, dieser sich oft nur auf einige Pard beschränkt. Es ist ein regel­rechter Festungskrieg, der geführt wird. Das Vorgehen könne nur wieder im Schützengraben geschehen und cs läßt sich von beiden Seiten nur dadurch ein Vorteil erringen, daß das feindliche Befestigungswerk zerschossen oder durch Minen in die Luft gesprengt wird.

Tie Situation ln Belgien

wirb in einan Felbpos«brief, tattert vom 13. Dezember 1914, wie folgt geschildert:

Belgien, den 13. 12. 14.

Lieber Fritz!

Tie Bevölkerung hier in Belgien war in all«; Orten, In n>elchen wir gelegen haben, sehr gut und zutraulich zu ich ». Sie halfen uns. wo sie konnten,, gern. Das traf überall ba za. wo di« französisch« Sprach« herrscht«: dort bat e» uns bisher am besten gesallen. Doch als rvir das französische Sprachgebiet über, schritt«; hatt«n, ändern- sich der Sinn und Eharakter der Be- ivohner gegen uns. Zwar sind di« armen L«ttc auch noch zu­traulich und bitten uns uni Brot. Wir tun auch viel für si«: wir gaben ihnen Brot mid Esson. denn wir fühlen ihnen noch, wie sic von der Not gedrückt werden, Jetzt dürfen wir ihnen nur noch Brot geben, das wir nicht ausesicn. Die besseren Leut« dagegen gehen stumm an uns vorüber und sehen uns nur von der Seite an, als ob sie uns mit dem Blick vergiften nullte Als wir in den letzten Tag«» wieder einmal voni Landsturm ab gelöst wurden, zogen wir weiter, der Front entgegen. Wir kamen aus Feldwache in ein kleines Tor», das von den belgischen Truppen arg zerschosicn worden ist. weil sie zu kurz geschossen hatten. Di« Leute hier sind vor den Augen uns gegenüber freundlich, doch sehr hinterlistig und falsch. Man mutz sich sehr vorschen. Viel- sich inutztei; icho» Haussuchung«» vorgcno-ininen werden, bei welchen trotz des bekannten Verbots Ke wehre und Patronen vor- gefun-dcn wurden. Auch ist auf uns schon mehrfach aus den, Hinterhalt heraus geschossen worden. Einmal wurde, als ich aus Wache war. ein grosser Hund auf mich gehetzt. Nach einem ab- gegebenen Schreckschuss zog sich der Angreifer mit seinem Hund zurück. Eine am andern Tage vorgenomnienc Uniersuckmng sörbcrie nichts Positives zutage. Der Verdächtig« behauptete, sein Hund habe sich von der Kette loc-gerissen gehabt und er sei dann zurückgerufti, worden. Der nntersiichrnde Feldwebel schenkte diesen Angaben Glauben und dir Sache war erledigt.

Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht

Neue Kämpfe a» der Front.

Wien, 23. Tcz. (W. B.) Amtlich wird verlautbnrt: 23. Dezember, mittags: Unsere Opcraftonen in den Kor-

pathcn nehmen einen g ü n st i g e n Verlauf. Im Latorcza- Gebiet wurde ein russischer Angriffsversuch bei Volocz (Vülovez) a b g e w i e s e n. Im oberen Ung-Tale machten unsere Truppen gestern 300 Gefangene bei Fcnyvosvölgy und drangen dann weiter vor. Auch nordöstlich des Luykower Passes in der Richtung gegen Lisko gewann unser Angriff Raum. Das ofsiziclle Communiqu^ des russischen Gcneralstabcs vom 18. Dezember behauptet, daß uns an dieser Front 3000 Gefangene und auch Geschütz? und Maschinengewehre abgcnommcn wurden. Diese An­gaben sind erfunden. Unsere hier auftretende Kampf­gruppe verlor an Toten, Verwundeten und Vermißten zu­sammen zwei Offiziere und 305 Mann: nicht ein Geschütz, nicht ein Maschinengewehr siel in die Hände des Feindes.

Tie hefftgen Kämpfe bei Krosno, Jaslo, Tuchow und am unteren Tunajec halten an. An diesem Fluß er­neuerten die Russen auch in der vergangenen Nackt ihre vergeblichen verlu st reichen Angriffe. An der Nida st e b t vorerst der Kampf. Nächst der Mündung dieses Flusses wurde eine Brücke des Feindes über die Weichsel in Brand geschossen. Südlich Tomaszow wurde von unseren Truppen ein Nachtangriff kaukasischer Regimenter abge­schlagen.

Tie Kämpfe unserer Verbündeten um den Ratvka- und den Bzuraabschnitt dauern fort. An der ganzen Front ist somit eine neue Schlacht im Gange.

Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Ter Feldzug gegen Serbien.

Eine amtlich, Darstellung.

Wien, 23. Dez. Meldung des k. k. Korr.-Bur. Amt» lich wird bekannt gegeben: Tic nach dem siegreichen Vor­gehen in Serbien erfolgte Zurücknahme unserer K r ä s t e bat verschiedene, teilweise ganz imbegründeic Ge- rüchte entstehen lassen. ES soll daher hiermit auf Grund jener Erhebungen, die ohne Verzug auf allerhöchsten Bcfebl von einer hohen militärischen Vcrtranensperson an Orl und Stelle gepflogen worden sind, Aufklärung gegeben werden. Nach den crkämpsten Erfolgen hat das O b c r k o in in a n d o der Balkanstrcitkräfte die Erreichung de8 idealen Zieles aller Kriegführung, die völlige Niederwerfung des Gegners, ins Auge gefaßt, dabei aber de» zu überwindenden Schwierig­keiten nicht genügend Rechnung getragen. In- folge der Ungunst der Witterung tvaren die ohnehin durch unwirtliches Terrain führenden N a ch s ch u b I i n i e n in einen solchen Zustand geraten, daß c« uinnöglich wurde, der Armee di? nottvendigc Vcrpslcgung und Munition zuzu- sübren. Da gleichzeitig der Feind neue .Kräfte gesammelt batte und zum Angriff überging, mußte die Offensive abgebrochen werde». ES war ein Gebot der Klugheit, die Armer nicht unter den ungünstigen Verhältnissen zum entscheidenden Kampfe zu stellen. Unsere in Serbien einge- drungenen Streitkräste sind, den widrige» Verhältnissen nach- gebend, zurückgegangen: sie sind aber nicht ge- schlagen. Sie sehen ungebrochenen Mutes neuen Kämpfen entgegen. Wer unsere braven Truppen nach den, besclitver- lichen Rückzüge gesehen hat, der mußte erkennen, welch hoher Wert ihnen innewobnt. Daß wir bei diesem Rückzug cinpfind- lickze Verluste an Mann und Material hatten, war unvermeid­lich. Hierbei sei festgestellt, daß die über das Maß unserer Verluste verbreitete» Nachrichten über die Tatsachen n>eit hinausgehen. Seit einer Reihe von Tagen stelzen die von allerbestem Geiste beseelten Truppen in guten Unterkünften. Sie werden mit alleni Erforderlichen versehe» und harren ihrer Verwendung. Bisher kam es an der Grenze nur zu unbedeutenden Plänkeleien zwifck>en Patronillen. Seine Majestät geruhten, den Oberkoininandanlen aus seine aus Gesundheitsrücksichten gestellte Bitte von dein Kommando zu entheben und an seine Stelle den General der Kavallerie Erzherzog Eugen zu ernennen.

Ter amtliche Bericht sagt also deutlich, daß infolge erheblicher Fehler der Leitung daS österreichisch-ungarische Heer zu einem völligen verlustreichen Rückzug gezwungen wurde. Der Oberkominandierend«, General Potiorek, hat deshalbaus Gesundheitsrücksichten" den Abschied be­kommen und der Krieg gegen Serbien geht von da wieder an, wo er Anfang August begann. Eine recht peinliche Sache, die peinlichste sogar für uns und unsere Verbündeten in diesem ganzen Kriege.

Französisches Parlament.

Paris, 23. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Präsident Deschancl eröfsnete die Kammcrsitzung und erklärte in einer Ansprache, die Vertreter Frankreickis müßten der Helden ge­denken, welck)c seit fünf Monaten für das Vaterland kämpften. Frankreich sei niemals größer gewesen-, niemals und nirgends habe nian herrlichere Tugenden gesehen. Deschanel gedachte der verstorbenen Deputierten, namentlich der ans dem Schlachtsclde gefallenen Parlamentarier. Jni Senate er- öffnete Tubost die Sitzung mit einer Ehrung siir das An- denken der verstorbenen Senatoren, insbesondere des Sena­tors Rcymund (Departement Loire), der bei einem Erkun. dungsflug in der Stäbe von To»l vor den; Feinde gefallen ist. Er drückte sodann namens des Senates Bewunderung für die Arniec »nd ihre Führer und das Land aus. 3« der Kammer verlgs sodann der Ministerpräsident Viviani die Regierungserklärung. Bon den ersten Sätzen an wurde er durch Beisallsrufe unterbrochen. Die Depu­tierten hörten die Erklärung stehend an und brackzen in Bei­fall auS, als Viviani erklärte, Frankreich werde bis zur end­gültigen Befreiung Europas kämpfen. Als er von den Syinpathicbczeugungen des Auslandes und dem Willen Frankreichs, das Izeldenmlltige Belgien wiederherziistellen und den preußischen Militarismus zu zerbrechen, sprach, über- tönten Beifallsrufe und Ruse: Es lebe Belgien! die Stimme Divianis, der seine Rede längere Zeit unterbrechen mußte. Tie Sätze über die Gewißheit des Erfolges, über den Gene- ralissiniuS, die Armee, die gefallenen Soldaten, die Festig­keit des Kredits u'nd über die günstige Finanzlage fanden leblzaftcn Beifall. Am Schluß der Rede erhob sich ein Bei» iallssturm. Eine Anzahl Gesetzesvorlagen, die morgen er­örtert werden sollen, wurde im Bnreau der Kammer nieder- qelegt. Tie Tribünen waren dickt besetzt. Sämtliche Bot­schafter und Gesandten der verbündeten und neutrale» Mächte waren anwesend, darunter Berti« und Tittoni. Alle Deputierten wohnten der Sitzung bei. Das Haus vertagte sich um 3V 2 Uhr nachmittags auf den 23. Dezember.

Kopenhagen, 23. De,. (Ctr. Frkst.) Jede Tiskilsston über bi« von der sranzösischen Negierung vorgelcgten Gesetzesvorschlägc tu den Kammern wird bis F a n u a r verschoben werden. Ter Fustiz- ministcr legte dem Ministerrat den Entwurf eines Gesetzes über das Verbot des Handels mit Angehörigen feindlicher Staaten vor. Ter Finanzgesetzvorschlag der Regierung wird Tonnerstag von den Kammern behandelt.

Die Regieruttsiserklärung.

die wir ihrer Länge wegen nicht abdrucken können, schlägt eine wenig würdige, in niedrige Schimpfereien ausartenden Ton gegen den Feind an und unterscheidet sich dadurch wie durch ihre unerftäglich geschwollenen Phrasen erheblich von den würdigen und ritterlichen Ausführungen des Reichs­kanzlers im Deutschen Reichstage vom 2. Dezember. Nicht mit Unrecht nennt die Franks. Ztg. diese französische Re­gierungserklärung einSchimpftnanifest". __

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Giessen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen.

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