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I <\ic illustrierte Wochenschrift „In dreien Stunden" bringt auch im Kriege ihren Lesern fesselnden Linterhaltungs- -U J stoff. Die weltgeschichtlich hochbedeutsame Zeit, in der ' \/ wir leben, zwingt mehr als je dazu, den seichten, nichts- sagenden Leseschund aus Arbeiterkrciscn zu verbannen und das Augenmerk auch in der Llnterhaltungslektüre auf große Dinge zu richten. Unsere Wochenschrift „In Freien Stunden" dient diesem Ziel, indem sie, Anfang Januar beginnend, veröffentlicht :
Um die Freiheit
Geschichtlicher Roman au« dem deutschen Bauernkriege von 1525 von Roderl Schweichei
Die größte deutsche Bauernerhebung hat in diesemRonian ihre künstlerische Darstellung gefunden. Der Verfasser führt uns gleich im Anfang in eine höchst lebendige, charakteristische Szene, die schlagend offenbart, um was es in diesen verzweifelten Kämpfen der Bauern ging: um die Befreiung von den drückenden Feudallasten, um einen gerechten Anteil an Grund und Boden, Wild und Fischfang und kirchliche Freiheit. Das Auftreten Luthers gab der längst vorhandenen llnzuftieden- heit einen mächtigen Aufschwung und verschaffte dem politischen und wirtschaftliche» Kampf eine religiöse Grundlage; denn das Evangelium sah in allen Menschen Brüder und wandte sich hauptsächlich an die Mühseligen und Beladenen. Darüber hinaus sahen Weiterblickende daS Leil in der Errich. tung eines nationaldeutschen, christlichen Reiches — ein Lim- stand, der im Linblick auf den Weltkrieg der Gegenwart von besonderem Interesse ist.
Schweichel beginnt mit dem Aufstande in Rothenburg und führt uns dann mit sicherer Land durch die wesentlichsten Ereignisse und Kämpfe jener großen Zeit. Nicht etwa in trockener Aufzählung der Tatsachen, sondern, wie es sich von einem
Sn Freien Stunden
erscheint wöchentlich als 24 Seiten starkes Heft zum Preise von 40 Pfennig. Jedes Heft bringt außer den Romanen Aussätze (zum Teil auch illustrier!) und Notizen aus allen Wissensgebieten, Skizzen oder kurze Erzählungen, sowie Scherz und Satire.
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Der Unterzeichnete bestellt bei der
Oberhessischen Bolkszeitung, Gießen
Bahnhosssr. 23 — Telephon 2883
„In Freien Stunden"
einer GraNs-Kunstbeilage zum Preise von 10 Pfennig
wöchentlich frei ins LauS
^ Ovt und Wohmmg:'.....................
OlcjciT Bestellschein nimmt auch der ZeilungSbote entgegen.
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Kunstwerk von selbst versteht, durch Widerspiegelung jener Zeit in den Seelen der Menschen. Da treten uns ebensowohl die einfachen Repräsentanten der großen Masse, wie die geschichtlichen Führer jener großen Bewegung entgegen. Da klingt eine Liebesgeschichte in Kampf und Streit hinein, und Poesie vereinigt sich mit Listorie, umunsjene weltbedeutenden Ereignisse menschlich näherzubringen.
Alles in Allem: Dies starke Werk eines Mannes, der mit Lerz und Tat stets auf Seite des schaffenden Volkes stand, ntuß das brennende Interesse jedes Arbeiters, jeder Arbeiterin finden. Wer den Roman schon kennt — man kann ihn gern zweimal lesen! — hat hier Gelegenheit, sich eine illustrierte Ausgabe für wenig Geld zuzulegen, denn das Werk wurde von Prof. Damberger-München mit künstlerischen Bilder» geschmückt.
Reben dem Lauptroman bieten wir unsernLesern zunächst
Sewastopol
Novell« von £to Tolstoi
In dieser höchst zeitgemäßen Novelle führt uns der berühmte russische Dichter in die Zeit des Krimkrieges, da die vereinigten Armeen der Franzosen, Engländer, Türken und Sardinier den ersten Kriegshafen der russischen Flotte im Schwarzen Meer einschlossen und eroberten. Der Verfasser befand sich als junger Offizier in.der Festting und schildert aus eigener Anschauung ticfergreifend Leben, Leiden und Kämpfe der Verteidiger, ihren Mut und ihr Verzagen, ihre Tugenden und Laster. Er beschönigt nichts, er verschweigt nichts. — Da Sewastopol auch im gegenwärtigen Kriege eine bedeutende Rolle spielt. Lasen der ntssischcn und Angriffsobjekt der türkischen Flotte ist, werden die meisterhafte» Schilderungen Tolstois mit außergewöhnlichem Interesse gelesen werden.


