Ausgabe 
24.12.1914
 
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Beilage zm Oberhefsischon Volkszeitung Nr. 299

Hießen, Aonnerstag den 24. Aezemver 19f4.

Hessen und Nachbargebiete.

Gieren und Umgebung.

Unser Weihnachten.

Verstummt, ihr Engel und ihr Hirten,

Verstummt ihr trägen Litanei'«!

Eh' nicht gelöst der Völker Bürden,

Kann Friede nicht ans Erde» sein.

Wie lönnten Frcndcnlieder schallen,

Wo Unterdrückung herrscht und Rot,

Ein solcher Sang, cd war ein Spott,

Dem Menschen wär's tcin Wohlgefallen,

Wohlauf, zum jkampse, auf -,imi Siege,

Damit es Fried' ans Erden wird,

Damit der Menschheit Feind erliege,

Ter freie Volks,zcist triumphiert, lind wenn vertilgt die letzten Reste Des Elends ltnü der Sklaverei,

Wenn alle Menschen froh und frei,

Dann feiern wir ErlösnngSfeste! Kegel.

Weihnachtsbotschaft 1914.

DasFriede auf Erden und den Menschen ein Wohl­gefallen", das einst die himmlischen Heerscharen den Hirten auf dem Felde verkündet haben sollen und das alljährlich in allen Kirchen wiederholt wird, klingt dieses Jahr wie schneidender Hohn. In das Tönen der Weihnachtsglocken und der Choralgesänge mischt sich das Brüllen der Geschütze, das Krachen der Bomben und anderer Werkzeuge, welche die Wissenschaft znr Masscn-Mcnschcnvernichtiing erfunden hat. lind vielleicht schreien itnd stöhnen z» gleicher Zeit Tausende Verwundete, Verstümmelte und Sterbende aus den Schlachtfeldern, versinken Hunderte mit ihrem Eisenschiff in unergründliche MeercStiefe! Tausende Witwen »t>d Kinder werden au den Weihnachtstagen, die sonst für sie Inbegriff der Frende »nd des Glückes waren, uni den Ver­lust des Gatten und Vaters weinen; Tausende Mütter jam­mern um ihre Söhne, es trauern Geschwister und Bräute. In der Tat, es kann keinen größeren Widerspruch geben, als den zwischen der Weihnachtsbotschcist und der grauen­haften Wirklichkeit. Diese Widersprüche schafft der Kapi­talismus, der letzten Endes auch den Krieg verschuldet hat. Das fluchwürdige System, dessen Beseitigung das Ziel der Sozialdemokratie ist. Und che, dies Ziel nicht erreichst ist, sind wir nickt sicher, daß sich die Kriegsgrenel wiederholen. Für dieses hohe Menschheitsideal weiter zu arbeiten, dazu muß uns das Weihnacktsfest dieses Jahr besonders dringend mahnen. Der WunschFröhliche Weihnachten", den wir sonst einander zuriefen, paßt Heuer nicht, denn es sind trau­rige; wünschen wir deshalb, daß wenigstens ein Teil der Weihnachtsbotschaft bald in Erfüllung gehe: Friede!

Weihnachten und Kinvcrspielzeng.

Der Parteipresse schreibt eine Genossin:

Neulich belauschte ich eilt Paar spielende Kinder, die sich über Weihnachten unterhielten. Ein kleiner Knirps und ein noch kleineres Mädchen äußerten diese Meinung:Ter Weihnachtsmann ist über die Grenze gegangen, um einzu- kaufen, und nun kann er nicht zurück, weil Krieg ist, und nun wird er wohl gar nicht zu uns kommen!" Die beiden schienen zu ahnen, daß dieses Jahr mit dem Weihnachtsmann nicht viel los sein wird.

Aber die Mutter sck>afft und sorgt auch int Elend des Krieges für ein paar Gabe», die sic ihren Kleinen am Weih- nachtsfest geben kann, und schon jetzt ist sie erfüllt von den Gedanken, was für Spielzeuge für die kleinen Jungen und

die kleinen Mädchen ausgewählt ivorden sollen und können. Tie Kaufläden bieten ja wieder eine Auswahl, die fast ver­wirrend wirkt: und mehr als je drängt sich in diesem Iaht das Kriegsspielzeng in den Vordergrund. Es begegnet sich da mit dem von den Ereignissen beeinflußte» Sinn so vieler Kinder, die schon seit Wochen und Monaten vom Krieg und Kriegsgeschrei mit fortgcrisscn finb. Und nicht allein in ihren Spiele»: schon seit AuSbruch des Krieges sieht man sie zahl­reich manchmal armselige Würmchen an der Hand ihrer Eltern in feldgraiter SDfiifec oder in voller Uniform spazieren: ein Zeichen, daß auch diese Eltern den Wünschen ihrer Kinder »achgaöen, oder cs gar für ihre Ausgabe halten, deren Freude am Soldatenspielen und am Krieg noch besonders zu fördern.

Sollen wir Arbcitermütter diesem Kindersinn miscrer Jungens nun auch systematisch Vorschub leisten? Dann böte sich ja bei der Auswahl der Weihnachtsgeschenke eine besonders passende Gelegenheit. Aber wir sagen nein! Wir haben trotz deur Kriege in unseren erzieherischen Aus­gaben nicht iimzulernen. Wenn die Nationen den Krieg jetzt auch notgedrungen führen müssen, so sind und bleiben wir doch grundsätzlich Gegner des Krieges. Wir betrachten den Krieg und das Soldatentum als etwas zu Ueber- windcndcs, uns gilt nur der Friede als heilig, die friedliche Verständigung der Nationen erstrebenswert. Diesen Sinn sollten wir auch unseren Kindern einpflanzen, und zu diesem Zweck verbannen wir schon aus ihren Spielen, was die Freude am Krieg und dem Dölkerhaß in die jungen Herzen senkt: die Kanonen und Flinten, Helme, Säbel und Soldaten­anzüge.

Vielleicht können wir trotzdem nicht vollständig hindern, daß durch Einflüsse von außen her die Sinne unserer Kinder kriegerisch werden, daß sie an blutigen Kriegsschilderungen Gefallen finden und über unsere Feinde grausam denken. Aber gerade weil diese Einflüsse jetzt stärker als jemals sind, haben wir selber alles zu vermeiden, was dieser kriegerischen Welle Vorschub leisten könnte. Wir wollen schon beim Spiel unserer Kleinen darauf hinarbeiten, daß ihnen der Krieg als das erscheint, was er ist und als was ihn schon einer unserer größten Dichter der Welt denunziert: ein roh, ge­waltsam Handwerk!

Als das Ideal, das der Menschengeist sich als Höchstes stellt, ersehnen tvir einen Gesellschastsziistand, unter dem die Nationen sich brüderlich die Hände reichen. Zum Kampf um diesen Zustand gehört auch Heldenmut, gehören Treue und Tapferkeit! Und zu diesem Heldenmut wollen wir unsere Kinder entflammen."

Wir können diesen vernünftigen Gedanken nur ans vollem Kerzen zustimmen. Und man sage uns nicht: ja, die Kinder machen sich doch Holzsäbel, wenn wir ihnen keine blechernen kaufen sie stülpen doch Papierhelme auf den Kopf, wenn wir ihnen keine feldgraue Mütze schenken. Es ist eben ein Unterschied zwischen dem, was die Kinder cins NachahmungStrieb tun und was wir, Eltern deshalb nicht verhindern können und zwischen dem, was von uns aus Gedankenlosigkeit oder gar mit pädagogischer Absicht geschieht.

Es gibt anderes Spielzeug genug, um unseren Kindern eine bescheidene Weihnachtsfreude zu machen, Beschästigungs- spiele und Baukästen, wie z. B. den Tadobaukasten. Und nicht zuletzt denke man an gute Bücher. Kreidolsmärchen- bücher und ähnliche für die jüngeren, Robinson, die Doktors- samilie im hohen Norden und dergleichen mehr für die größeren.

Htiüiming der Verjiihrnng von Forderungen infolge des Krieges.

Am st, Dezember verjähren die im Fahre 1912 entstandenen Ansprüche der Kansleute, Fabrikanten, Handwerker und Kunsl- jicivcrbctrcibendc» für die Lieferung von Waren, sowie Ausführung von Arbeiten: sind die Leistungen für den Gewerbebetrieb des Schuldners bestimmt gewesen, dann tritt die Verjährung am II.

Dezember nur dann ei», wenn cs sich um Leistungen aus dem Fahre 19t» handelt. Sonstige Forderungen aus dem Fahre 1912, die nn> Nt, Fanuar verjähren, find unter andcrcni Forderungen der Eiastwirte fiir Speisen, Getränke, Gewährung von Wohnung und Beköstigung. Mietsorderungen für die Miete von bewegliche» Sachen, Gehalts- und Lohnforderungen von Angestellten, gewerb­lichen Arbeitern und Tagelöhnern, Ferner tritt die Verjährung ein bei Vorschüssen, die der Arbeitgeber im Fahre 1912 geleistet hat, auch die im Fahre 1919 fällig gewordenen und seitdem rück-- ständigcn Zinsen cinschliestlich der Tilgungsraten, sowie die Mict- und Pachtzinsen für nnbeivegliche Sacken verjähren am 91. De­zember,

Hinsichtlich der Unierbrechung der Berjährmig durch den Krieg ist in diesem Fahre zu beachien, aast das Gejev vom 4, August eine Hemmung der Verjährung vorsieht, Sic gilt für die Zeit der Ein­berufung znm Kriege, innerhalb der der Eingezogene natürlich ver­hindert ist, seine Rechte wahrzunehmen. Die Verjährungsfrist ivird »in die Dauer der Verhinderung verlängert. Kehrt also ein an, 1, Oktober cingczogeiicr Krieger an, 1, April 1915 heim, so tann sein Gläubiger eine sonst am 91. Dezember dieses Fahret« abgelansene Fordern»« noch sechs Monate nach Eintritt der Ver­jährung, also bis einschließlich zum 99. Funi, geltend machen. Ist dagegen der Krieger aus irgend welchen Gründen nach vier Wochen entlasten worden aus de» Diensten des Heeres oder der Marine- dann läuft die Verjährungsfrist nur bis zum 28. Fanuar 1915,

Da den Gläubiger» vielfach die vorzeitige Entlastung eines- Schuldners nicht bekannt werden wird, und somit die Gefahr der Verjährung von Forderungen besteht, ist aus Handels- »nd Ge- ivcrbekrcisc» beim Bundcsratc der Antrag gestellt ivorden, durch ein Rotgesetz einheitlich die Verjährungsfrist oller derjenigen Forderungen hinauszuschicbcn, die in ruhigen Zeiten avi 91, De­zember dieses Fahres verjähren würden.

Abänderungen der Bestimmungen über die Höchstpreise.

T-er Rcichsanzeigcr veröffentlicht eine Verordnung des Bundesrats, die Bestiurmnngen enthält Über die Konfis- kation von Warenvorräten, für die Höchstpreise festgesetzt sind. Die Verordnung wurde offenbar dadurch veranlaßt, daß die Besitzer von Getreide, Kartoffeln usw. ihre Vorräte znrückhalten. Die wesentlichste Bcstinimung der neuen Ver­ordnung ist folgende:

Das Eigentum an Gegenständen, für die Höchstpreise: festgesetzt sind, kann durch Anordnung der zuständigen Be­hörde einer von ihr bezcichneten Person auf deren Antrag übertragen werden. Die Anordnung ist an den Besitzer der Gegenstände zu richten; sie ist nicht ans die einem Landwirt zur Fortführung seiner Wirtschaft erforderlickten Vorräte zu erstrecken. Das Eigentum geht über, sobald die An- ordnung dem Besitzer zugeht.

Der Anordnung hat eine Aufforderung der zuständigen: Behörde zur Ueberlassung voranziigehen. Die Aufforderung hat die Wirkung, daß Verfügungen über die von ihr be­troffenen Gegenstände nichtig sind; den rechtsgeschäftlichen Verfügungen stehen Verfügungen gleich, die im Wege der' Zwangsvollstreckung oder Arrestvollziehnng erfolgen. Die, Landcszcntralbehörde, in deren Bezirk sich die Gegenstände befinden, kann bestimmte Personen ermäckstigen, eine solche Aufforderung zu erlassen; die von einer hiernach ermächtigten! Person erlassene Aufforderung wird unwirksam, wenn sie nicht binnen einer Woche, nachdem sie dem von ihr Betroffe­nen zngegangen ist, durch Erlaß von der Behörde bestätigt wird.

Ter von der Anordnung Betroffene ist verpflichtet, die Gegenstände bis zum Ablauf einer von der Behörde in dev Anordnung zn bestiniinenden Frist z» verwahren. Tie Be­hörde kan» eine Bergütung für die Verwahrung fcstsetzen.

Der Uebernahmepreis wird unter Berücksickstigung des Höchstpreises sowie der Güte nnd Verwendbarkeit der Gegen­stände von der höheren Verwaltungsbehörde nach Anhörung von Sachverständigen endgültig festgesetzt. Handelt es sich um Gegenstände, deren Höchstpreis sich zu bestimmten Zcit-i Punkten ändert, so ist der zur Zeit der Anordnung geltende Höchstpreis zu berücksichtigen."

Die Beschlagnahme von Getreide kann auch erfolgen.

Politische und unpolitische Plonderei.

Don was wäre in diesen Tagen anders- zn reden, als vom Kriege, tvenn einer anfängt zuplaudern"? Mir gchts nicht anders, obwohl ich so lange nichts gesagt habe Begegnen sich zwei, so kann man ganz getrost drauf schwören, daß sie mit dem dritten Worte ihrer llnterhaltnng beim Kriege sind. Und gar vieles Merkwürdige kommt bei der Erörterung dieses Gegenstandes heraus, ich muß schon ge­stehen, daß ich in den fünf Monaten des Kriegszustandes mehr an Merkwürdigkeiten, Widerspruchsvollem, Wider­sinnigem gehört und erlebt, als vorher in 20 Jahren. OJe- rade jetzt, wo wieder die christliche Friedensbotsck)aft von allen Kanzeln verkündet wird, tritt der schreiende Wider­spruch zwischen dein, was gepredigt nnd gelehrt wird und der Wirklichkeit grell zutage. Seit 2000 Jahren wird das Friede auf Erden" gepredigt; viele große Geister »nd be­deutende Menschen haben für den Weltfrieden herrliche Worte gesprochen, nicht bloß das, sondern ihr Leben lang gekämpft nnd wir sehen, daß die Völker sich zer­fleischen, wie es in der Menschheitsgeschichte noch nie der Fall war. Es genügt nicht, daß der eine den andern mit Flinte, Kanone und Säbel zu vernichten strebt, mit solchen Kleinigkeiten mag man sich heutzutage in unserem christ­lichen und Humanitären Zeitalter nicht mehr abgeben, beute werden durch die mit Hilfe der Wissenschaft ausgeklügelten, raffinierten Mordinstruinente Hunderte, Tausende Men­schen mit einem Schlage in zerfetzte Leichnanie verwandelt. Und wem ein solckicr Winz gelungen, dessen Ruhm erfüll! den Erdball, er ist ein unvergleichlicher Held. Daß noch kein Vertreter des Christenliuns an das fünfte Gebot er- innerte, ist eine der Merkwürdigkeiten, die wir heute erleben. Eine noch wunderbarere ist die Tatsache, daß jeder Krieg­

führende sagt, ec wollte keinen Krieg und doch haben »ch alle an der Kehle. Und gerade wie bei einer Rauferei in einem bayerischen Torfwirtshaus: keiner weiß zu sagen, warum man sich eigentlich prügelt!

Ins Ungeheure gehl, was an Werten vernichtet und zerstört wird. Täglich fast kommen Nachrichten, daß dies oder jenes Kriegs- oder Handelsichiss auf eine Mine ge­laufen und untcrgegangen sei. Viele Leser denken sich dabei nichts oder nehmen es gleichgültig hin. Ein größeres Kriegsschiff kostet aber 10 bis 60 Millionen Mark nnd noch mehr. Und in wenigen Minuten verschwindet ein solches Wnnderwcrk der Technik, durch einen einzigen Schuß ver­nichtet, von der Wasserfläche! Viele Millionen verschlingt der Völkermord täglich! Wie oft sträubt sich der Staat, die Behörden, oder auch eine Landes- oder Gemeindevertretung gegen Aufwendung einiger hundert Mork für einen nütz­lichen und knlturförderndcn Zweck; Debatten darüber gehen oft monatelang jetzt spielen Hunderttausend,: gar keine Rolle. Das dicke Ende für die Steuerzahler wird aber sicher »och Nachkommen und manchem Bauchgrimmen verursachen.

Von dem allgemeinen Durcheinander werden noch an­dere Merkwürdigkeiten geboren. Durch die Entwicklung des- Weltverkehrs sind die Beziehungen der Völker inniger, ist die Vermischung stärker geworden, zahlreiche Deutsche sind mit Franzosen und Engländern blutsverwandt »nd umge­kehrt, sie stehen sich jetzt alsFeinde" gegenüber. Man las sogar in einem Falle, daß Brüder durch eine zweite Ehe ihrer Mutter sich als Feinde gegenübcrstanden. So zerreißt der Krieg alle Baude der Verwandtschaft, Freundichaft und - Parteigenossenschaft. Tiefe Meinungsverschiedenheiten hat der Krieg zweifellos in unseren Reihen hervorgcrnfen, die heftige Auseinandersetzungen nach sich ziehen werden; doch hege ich die Ueberzeugnng, daß, nachdem der Sturm

vorüber und man klarer sieht, wir uns bald wieder auf dein Boden unserer bewährten Grundsätze zusammenfinden wer- den. Unsere große Bewegung wird keinen dauernden Schaden davontragen, nur müssen wir alle kühlen Kopf be­halten.

Unterdessen verstehen es viele Profitjäger, die Kriegs­wirren für ihre Taschen nutzbringend zu gestalten. Trotz aller Maßnalnne» der Behörden sehen wir, daß mit den not­wendigsten Lebensmitteln des Bolkes vielfach schändlichster Wucher getrieben wird. Und zwar von Leuten, die sich sonjt als ganz kernfeste Patrioten aufspielen. Doch vielen steht der Prosit höher wie der Patriotismus, was man schon oft zn erfahren Gelegenheit hatte. In dieser Hinsicht lmt der Krieg keine Umwälzung gebracht: die Plnsmacherei ist noch immer oben!

Sonst sehen wir aber Veränderungen mancherlei, die ini Sinne unserer Bestrebungen und Forderungen liegen. Daß die Behörden das Eigentum Privater beschlagnahmen und ini Interesse der Gesamtheit verwerten, hätten sich vor einem halben Jahre wohl mir wenige träumen lassen. Und man hat kein Wort vonsozialdemokratischem Terrorismus" gehört, mit dem man früher bei jeder Bagatelle bei der Hand war: schon wenn Arbeiter ersnckit wurden, einer Or­ganisation beizutreten oder ein Partciblatt zn lesen! Man darf zwar die Wirkungen des Krieges auch nach dieser Rich- tnng nicht überschätzen, aber soviel steht doch fest, daß er tausendfache Beweise für die Notwendigkeit sozialdemokraü- scher Organisation der Volkswirtschaft gebracht hat. Ob nach dein Kriege die gemachten Erfahrungen weiter wirken werde», müssen wir abwartcn. Unsere Losung aber, für die wir mit aller Energie weiter kämpfen werden, wird di.'s:lb- sein, wie bisher:

Friede, Freiheit und Wohlfahrt für alle Menschen!