Erdarbeiten in de» Sümpfen von Ennezat und Lalluat abkommandicrt sind. Ter Boden, so meint das Blatt, sei zwar feucht, aber die Deutsch«,i seien reichlich genährt, ivas man den französischen Gesäusenen in Dcutschlan-d ebeiefalls ipüirsche» möchte. Ter Matin ist also trotz seines Zynismus offenbar doch davon überzeugt, daß seine Teuuuziatio» die Deutsche» nicht veranlasse» wird mm auch französische Kriegsgefangene zu Sklavenarbeiten in gesundheitlich gefährlichen Sümpfen zu verwenden
Die Russen in Ostpreußen.
Von der Provinz Ostpreußen haben die Russen, Me dieser Tage der Oberbürgermeister Körte in der Königs- bergcr Stadtverordnetenversammlung bekannt gab, zur Zeit noch ein Drittel beseht. Sie scheinen aber in den Teilen der Provinz, die sie beherrschen, gegen die Zivilbevölkerung nicht mehr gewalttätig vorzugehcn. So teilt das Landratsamt Ortelsberg mit. daß bei ihm täglich eine Anzahl Anfragen nach dem Verbleib Angehöriger einliefcn. Ta die Postverbindungen, zumal nach dem Süden des Kreises, noch nicht überall eingerichtet wären, seien die Nachforschungen mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Zur Beruhigung der Angehörigen könne aber initgetcilt werden, daß nach den bisherigen Feststellungen bei dem letzten Einbruch der Russen in den Süden des Kreises keine Personen ermordet oder fort- geschleppt worden seien. Vom 11. bis 26. November sei das Landratsamt Ortelsberg von jeder Post- und Bahnverbindung abgeschnittcn gewesen, und der südliche Teil des Kreises sei erst seit zwei Wochen wieder vom Feinde frei, so- daß die Ermittelungen nach dem Verbleib Angehöriger erst vor kurzem wieder ausgenommen werden konnten.
Nach einer Erklärung des Obcrpräsidcntcn von Ostpreußen wird ein Teil der Bauarbeitcn, wenn die spätere Wiederbcvölkcrung der zum großen Teil zerstörten Ortschaften nicht in Frage gestellt werden soll, schon im Frühjahr nächsten Jahres begonnen werden müssen, und die Materialbeschaffung hierfür werde schon in den nächsten Monaten in die Wege zu leiten sein.
Oberpräsident v. Batocki erklärte in der Kriegshilfskommission für Ostpreußen, daß man mit einem Verlust von 200 000 bis 300 000 Einwohnern rechnen müsse. Ein erheb- sicher Teil der Flüchtlinge wird nicht wieder in die zerstörte Heimat zurückkchren.
Zurückstellung von Mannschaften.
Jur Aufklärung der beteiligten Kreise iveist die Norddeutsche Allgemeine Zeitung daraus hin. daß die stellvertretenden Generalkommandos ermächtigt sind, nach Wochen berechnete Zurückstellungen von Mannschaften der Landwehr, der Ersatzreserve und des Landsturms ohne Rücksicht ans die Berufszugetchrigkcit dann zu verfügen, wenn ein staatliches Zn!ereffe vorl,cgt oder Rücksichten aus das Allgemeinwohl dies erheischen. Den Betrieben soll hierdurch Gelegenheit geboten wcrdeit, für geeignete», nicht dienstpflichtigen Ersatz und seine Einarbeitung zu sorgen. Gelingt dies in einzelnen Fällen trotz nachivetSIich ernstlicher Beinstlmngen nicht, so können und werden die stellvertretenden Gciicralkvmmairdos Wiederholungen der befristeten Zurückstellung eiiitretcn lassen. Unvereinbar mit dem Grundgedanken der allgemeine» Wehrpflicht aber wäre es, die Angehörige» ganger Berussklasfen, z. B. die Leiter landwirtschaftlicher Nebeiibetriebc, Vvrschuittcr, Müller »sw., wenn ihre Vertretung durch nichtdienstpslichttge Personen möglich ist, dauernd von der Eiubernfuiig zu befreien. Eine Entlassung bereits eingestellter Leute darf nur im äußersten Notfall erfolgen.
Die Heimschafsuug Ziuilgefaugener.
Die Heimschaffung französischer, deutscher und öster- reichisch-ungarischcr Zivilgefangencr durch Kollektivtransporte muß laut Mitteilungen der Vertreter der betreffenden Staaten als beendet angesehen werden. Im ganzen wurden 11000 Personen heimgeschafst. Tie drei Etappcnkom- misstoncn Genf, Schafshausen »nd Rorschach werden ihre Tätigkeit am 21. entstellen, dagegen wird das Zcntralburcan in Bern die laufenden Geschäfte weiter besorgen. An Gaben sind 5000 Franken zugcslossen, wovon 1000 von einer Frankfurter Familie, deren sechzehnjähriger, in der Vcndöe intcr-
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 144
»Hüte dich!" sagte Marstrand, den eine Ahnung übcr- kam, als er in Afrajas unheimliches Gesicht blickte. Hohn und Ingrimm hatten sich in die tiefen Falten »nd Runzeln geteilt, seine rötlichen Augen sahen nach der Stelle hin, wo die Normänner verschwunden waren.
»Laß mich wissen," sprach er, „was dein Wille ist. Ich bin dir verpflichtet nnd will mein Wort lösen, aber ich will nicht länger in Ungewißheit darüber bleiben, was du von mir begehrst."
Afraja stand auf. „Du bist ungeduldig," sagte er, „laß uns zu Gnla gehen, sie wird dich erwarten."
„Erst sprich, wenn ich gehen soll."
„Sticht hier," antwortete der Alte: „komm, folge mir." Er schritt voraus, und dicht an der steilen Wand, an dem Absturz hin, den der See bespülte, führte er ihn über dev Grat hinab nach dem Fclsenvorsprung, auf welchem der Kreis mächtiger Blöcke lag, in dem Marstrand die Nacht verlebt hatte. Als er den ersten erreichte, neigte er sich demütig und schlug seine Arme über seine Brust, etwas vor sich hinmurmelnd. was ohne Zweifel ein Gebet oder eine Anrufung war. Dann kniete er an dein flachen, tafelförmigen Opser- steine in der Mitte nieder, nnd laut sprechend hob er den Kopf zu dem schwarzen Kilpisgipfel empor, der im Sonnen- lichte jetzt fast aussah wie ein ungeheures Haupt mit langflatternden Haaren und weit offenem Munde, ans dem das rote Sonnenlicht zurückstrahlte.
„Setze dich hierher zu mir, Jüngling." sagte Afraja. „Du bist an einem Orte, der weder Lüge noch Verstellung duldet. Dies ist die heilige Saita Jubinals, wo der Vater aller Dinge seit vielen vergangenen Zeiten verehrt worden ist. Jubinals Hände haben die Steine dahin gesetzt, wo sie stehen, fein Auge sieht in die Herzen derer, die komme» uno ihn anrufcn, sein Ohr lveiß, was sie denken, ihm ist nichts verborgen."
Der Greis schien, indem er sprach, kräftiger geworden, seine Stimme klang ernst und feierlich, nnd was er sagte,
vierter Sohn nach großen Schwierigkeiten den Eltern zurück- gegeben wurde.
Beschäftigung der Kriegsgefangenen.
Ans eine Anfrage aus landwirtschaftliche» Kreisen äußert sich bei stellvertretende General des 7. Armeekorps, Freiherr von Gayl, die Frage der Beschäftigung von Kriegsgefangene» sei insofern schwierig, „als ein großer Teil der Franzosen durch Tuberkulose verseucht und viele Russen mit Eh-olerabazillen, dt« sich ungeheuer lange hielten, behaftet seien. Deshalb müsse bei der Beschäftigung von Krlegsgesangenen größte Vorsicht obwalte». Das Bestreben der Heeresverwaltung gehe dahin, die Gefangenen nach Möglichkeit zu beschäftigen und sie auch der Landwirtschaft nutzbar zu machen. In Westfalen befinden sich gegenwärtig rund 80 000 Kriegsgefangene aller Art, eine Zahl, die stetig und zwar beträchtlich steigt.
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Der Kampf im Wester».
Rotterdam, 22. Dez. Tic holländischen Zeitungen melden, daß der deutsche Angriff gegen Rieuport sort- schrcitet. Das schlechte Wetter beeinträchtigt die Operationen. Tie Verbündeten halten noch im allgemeinen ihre Stellungen.
Bombardcrueut Warschaus.
Wie ans Warschau über Kristiania berichtet wird, hat ein Zeppelin die Stadt bombardiert. 18 Bomben seien in die Stadt gefallen. Zwei Häuser wurden zerstört, 90 Menschen getötet und 50 verwundet. Tags darauf seien von deutschen Fliegern wieder Bomben auf Warschau geworfen worden. — Das Gerücht, die Staatsbank sollte aus Warschau wcgverlegt werden, wird von der Bankdircktion in Petersburg dementiert.
E»»«stifche Schiffsverluste bei Hartlcpool.
Berlin, 22. Dez. (TU.) Wie der Rottcrdamer Courant ans guter Quelle erfährt, sind die Verluste der englischen Torpcdojägcrflottille weit schwerer, als die englische Admiralität zugibt. Dem genannten Blatte zufolge wurden un- inittelbar nach beendeter Beschießung der deutschen Kriegsschiffe auf die Küste in den Marinedocks zu Hartlepool 5 englische Torpedoboote in beschädigtem Zustande cingeschleppt.
Die Kämpfe im Kaukasus.
Rom, 22. Dez. (DE.) Ein Petersburger Telegramm des Corriere dclla Sera meldet: Die Vorgänge im Kaukasus werden mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Obschon sie nur von untergeordneter Bedeutung seien, hätten sie doch einen Teil des russischen Heeres von seinem Hauptziel abge- lcnkt. In den letzten Tagen des November hätten die Türken einen energischen Vorstoß unternommen, um das russische Heer in Prisniar und Aserbeidschan zurückzuwerfcn.
Oesterrelchseindliche Kundgebungen in Italic«.
Reuter telegraphiert aus Rom einige Einzelheiten über die Kundgebungen, die anläßlich der Wiederkehr des Todestages Oberdanks, der im Fahre 1882 in Triest wegen Verschwörung gegen den Kaiser Franz Joseph hingcrichtct worden ist, statlfanden. Uebcralt hatte die Polizei die schwierige Aufgabe, die Tcmvnstrativncii in gewissen Grenzen zurückzuhalten. Die Kundgebungen in, Man- zoni-Theater erreichten ihren Höhepunkt, als Risciotti Garibaldi ansries: „Bon Caprera, wo mein Vater begraben liegt, tönt noch immer eine Stimme. Ein Vater ruft nach Taten, nicht nach Worten. Bildet einen Ausschuß, der Freiwillige sammeln soll!" Nach diesen Worten wurden Garibaldi stürmische Demonstrationen dargebracht. Die Menge zog später unter Hochrufen ans Italien durch die Straßen. In Ancona verhinderte die Behörde Kundgebungen, und es wurde» sogar Maneranschläge verboten. In der Stadt waren starke Trnppenabteilungcn zur Verhütung von Verschwörungen zusamn,engezogen. Auch in Genua verhinderte die Polizei österreichische Kundgebungen.
Da» Werben um die Balkanmüchte.
Petersburg, 22. Dez. (Spczialtclcgr. der TU.) Aus Meldungen russischer Blätter in Balkanangelegcnheitcn geht hervor, daß der Dreiverband trotz seiner wiederholten Miß- erfolgte in Sofia, Bukarest, Athen in seinen Umwerbnngen nicht nachläßt. So wird gemeldet, daß die Vertreter der Dreivcrbandsniächte in Sofia eine Konferenz mit Rados-
war einfach nnd eindringlich, ganz entfernt von der gewöhnlichen Redeweise der Lappen.
„Ich rede zuerst von dir," fuhr er dann fort, „um dir zu beweisen, daß ich aufrichtig bin. Tn bist hierher gekom- men in ein Land des Streites und der Not, um dich zu denen zu gesellen, die nichts kennen als ihre Gier nach Geld eind Gewinn. Sie pressen jeden aus, der zu ihnen gehörr, wie viel niehr uns, die wir, che sic kamen, dies Land besaßen. — Tu bist erfahren in Büchern und Schriften, so wirst du auch gehört haben, daß einst dies unermeßliche Land unserer Väter Eigentum war. Noch werden iin fernen Süden an den Ufern deS Ostmeeres ihre Gebeine in Felsengräbern gesunden, wir aber ziehen auf diesen baumlosen Fjeldern umher, doch selbst diese Einöden gönnen uns die harten Männer nicht."
„Glaube nicht, daß dies immer so war," fuhr er nach einem schwermütigen Schweigen fort; „glaube nicht, daß das Rennticr unsere einzige Pflege und einzige Nahrung ausmachte. Viele Sagen haben sich erhalten, daß wir einst in schönen, Hellen Tälern lebten, wo Fruchtbänme standen und reiches Korn wuchs. Gewalt hat uns daraus vertrieben; wir wurden gejagt nnd verfolgt, bis uns nichts übrig blieb, als die öde Wüste nnd das Geschöpf, das allein darin zu leben vermag. Aber höre ihre Bücher, was sie erzählen, höre, wie ihre Weisen zu den Finnen gingen, um zu lernen, was diese wußten; laß dir erzählen, wie die Königin Gunn- hild bei zwei finnischen Brüdern ihre Zauberkraft lernte, und wie sie diese, ihre Pfleger, verriet, um König Erichs Weib zu werden. Damals noch waren die Finnen nicht verachtet, ihre Marken gingen über Nordland hinaus bis nach Helgeland."
„Das alles war so," sagte er, sein Haupt aushebend, „aber was helfen Klagen! Jedes Geschlecht hat schlimmere Zeilen gesehen, und wenn cs so fortdaucrt, muß cs ein Ende mit u;;ä nehmen. Unsere besten Weiden sind verloren, weder Recht,n.och Gewissen ist in unfern Verfolgern, unser Anblick reicht hin, pns zu verachten. Wo ist Gerechtigkeit zu finden bei denen, vie uns weniger wert halten wie das schlechteste Tier, und die »ns abschlachtcn würden, wo sie uns greifen könnten, wenn sie auf den Märkten nicht doppelten Vorteil von uns hätten in Kaufen nnd Verkaufen."
lawow gehabt haben, über deren Ergebnis Stillschweigen bewahrt wird. Rußkoje Slowo weiß eine Sensation aufzu- tischen. Nach einer Meldung dieses Blattes aus Bukarest hat Ministerpräsident Bratiann dein Dreiverbände erklärt. Rumänien könne sich am Kriege beteiligen, lvemr Bulgarien der Türkei den Krieg erkläre. Weiter berichtet dasselbe Blatt: Veniselos habe sich dahin ausgesprochen, daß Griechenland Serbien Hilfe leisten könne, wenn Bulgarien sich mit diesem Staate anssöhne.i Diese Erklärung habe einen tiefe» Eindruck auf die Vertreter des Dreiverbandes hervorgebracht. Mit einer interessanten Nachricht weiß auch Utro Rossij aufzuwarten. Das Blatt läßt sich ans Sofia melden, Deutschland nnd Oester- rcich-Ungarn hätten der bulgarischen Regierung den Vorschlag gemacht, Mazedonicir zu besetzen, wodurch auch Griechenland interessiert würde, so daß zwei möglich- Gegner der Türkei ans dem Spiele kämen. Mali habe in dieser Angelegenheit jedoch in Sosia noch keinen Beschluß gefaßt.
Japan verlauat Bezahlung.
8 o p c n fi a n c it, 22. Dez. (TU.) Eine Petersburger Agentur- mcldung berichte! ans Tokio: Im japanischen Partamcnt erklärte der Minister des Acußerr», daß Japan offne Entschädigungen sich nicht a» einem europäischen Kriege beteitigc» werde.
Konsul Ahlers in Freiheit.
TU. Sunderland, 22. Dez. Konsul Ahlers ist aus der Hast entlasse» worden. Als die Nachricht bekannt wurde, zogen 2000 Rauflustige vor die von Deutschen geführten Schlächcreien. Die Polizei schritt nicht ei».
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Franksuri, 22. Dez. (TU.) Der Magistrat und die Kriegskom- »lission von Frankfurt a. M. haben beschlossen, dem Generalfclb- marschall Hindcnburg als Spende für seine Truppen 50 000 Mark zur Verfügung zu stellen.
Varteinachrichtett.
Leonhard Täuschers Bestattung
ging am Samstag unter sehr starker Beteiligung von statten. Tis Parteigenossen von SMttqart und an» Württemberg hatten sich zahlreich cingesnnde». Von Berlin waren die Gcnoffe» Müller lPattei- vvrstaud), R. Fischer und Wels erschienen. Mita lieber aller Fraktionen des Landtags uni des Stuttgarter Rathauses hatte» sich mit dem Kannnerprästdenten und taut Oberbürgermeister eingesunken. Die Trauerrede hielt Genosse Keil, der die Verdienste Tauscherz um die deutsche Sozialdemokratie würdigte nitd die vorzüglichen Eharaktercigeiischafteii des alten treuen Kämpen warm betonte. Mit Täuscher, dce mehr als 50 Jahre in den vorderst« Reihen der deutschen Arbeilerbeircgnng stand, sei un edler, guter Mensch, ein aufrichtiger Kamerad ucn un» geschieden, dessen Wirk»-, vorbildlich war. Kammerpräsident v. Kraut widmete dem verstorbenen Alterspräsidenten der Ziveste» Kammer ,i\r. n: »®orie der Anerkennung und unterstrich besonders die Fcsit:ak«t seiner llebcrzcngung. mit der er auch dorn politischen Gegner Sympathie« abgewaim. Im gleichen Sinne sprach Oberbürgermeister Lanten- schlager. Daran schlossen sich zahlreiche weitere Ansprachen. U. «. widmete Täuscher letzte Grüße Genoss« Belli vom Dietzschcn Geschäft, Fischer rom Laiibesvorstaud, Heymann für den Sinttgarler Bezirks-Verein, Mattutatt für die Angl bürg er Genossen. Fischcr- Eannstadt sür den zweite» Wahlkreis nsw. Bo» Orgclklang und Tranerchörcn war die stimmnngsvolle Feier umrahmt.
Hesse« ttttto Nachbargebiete.
«iesten ««V Umgebung.
— Tic Weihnachtsfeier für die Kinder der in den Krieg
gezogenen Mitglieder, die das Gießcner Gewcrkschaftsknrtcll am 1. Feiertage veranstaltet, beginnt nachmittags um 3 Uhr pünktlich int Saale des Gewerkschastshauses. Zutritt haben natürlich nur die mit Karten versehenen Kinder, beziehungS- weise Mütter. Wie wir hören, sind mehr als vierhundert Kinder angemeldct, es durfte also sehr lebhaft zu- gehen. Die Kinder werden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Es ist erwünscht, daß sie von erwachsenen Angehörigen begleitet werden.
„Du, Jüngling," sprach er mit einem dankbaren Blich- „bist mit mildem Herzen geboren worden. Deine Seele wurde von Jubinals Hand berührt, die in das Feuer de: Gerechtigkeit getaucht ist. Tu nahmst dich der Verstoßene: an, und was ist dir dafür geschehen? Der, welcher dich n dein Haus lud, tat cs, um dich z» verderben. Tie Männer welche das Land regieren sollen, verbanden sich mit ihm, d: hinaus zu jagen zu denen, die gejagte Tiere sind, und (i! \ ich dir meine Hand reichte, spieen sie dich an als einen, dcsse :, Nähe schlimmer ist als Tod."
„Wahr! alles wahr, was du sagst!" fiel Marstrand en „aber wo ist Hilfe? Sprich, was ich tun kann, um diese I Ränken nnd Gelüsten ein Ende zu machen?" I
Afraja schwieg eine Zeitlang, dann antwortete er: „T wirst mit allein, was dll tun magst, ihrer Rache nicht gehen. Tu wirst keinen finden, der dir seine Hand reich jede Tür wird sich vor dir schließen, niemand, der mit d handeln, niemand, der dein Brot essen mag. Für bcii Dienste wirst du nur elend Volk finden, das dich betrüg Fische kannst du nicht fangen; wo du dich zeigst, wirst i ausgestoßen sein, und was dil unternimmst, wird beschöd' j nnd zerstört werden."
„Tn kannst recht haben," antwortete Johann bitter c l regt, „böser Wille und Unvernunft fallen über mich her, n > zu viele Proben habe ich schon vorzuzcigcn; doch mit R>> I nnd Besonnenheit läßt sich manches tun, um ihre Bo-w I zu schänden zu niachen." I
„Tue, was du willst," sagte der alte Mann, „sic wcrd I schneller sein wie du. Vogt und Sorenskriver sind die wo » tigstcn Männer in den Finnmarken; sic sind deine Min-I so wird nirgends Ruhe für dich sein. Sic werden Tm> aussinnen, die dich verderben, werden auf ihre Gesetzbim » schlagen und dich auspliindcrn, greifen und arm me>chw > Er lachte heiser vor sich hin rind sagte dann: „Du weißk > was Richter und Gesetze bei deinem Volke vcrinögen. man elend niachen will, den überliefert, man der Gcrcä't feit; wem man nehmen will, was er hat, dem schickt man » Sorenskriver ins Haus. Sei sicher, Paul Peterscn Hai L Strick schon gedreht, der dich vor seinen Stichl bringt- » Helgestad hält den Knoten zusammen."
(Fortsetzung folgt.)


