gtiTabcn. Sic Rede König Gustafs kvnrkw llon König Haakon und König Christian beantwortet. Beide bezeugten ihre lebhafte Freude über die Initiative König Gustafs und sprachen die Hoffnung aus, daß die Zusammenkunft segensreiche Folgen für die drei Völker haben möge. Tie Zusani- menkunft endete am 19. Dezember uachniittags.
Den letzte» Anstotz z» der Malmöer Begegnung hat. wie die SV 3. erfahrt, folgender Vorfall gegeben: Stör etwa drei bis dreieinhalb L>ochen waren die Treiocrbandmälhtc mit dem unverblümten Ansuchen an Norwegen und Schweden herairgetreten. den Hase» Rarwrk zur Einfuhr von KriegStontrcbande nach Rußland frcizugcben. Ta die Bahn von Rarwrk in Rordnorwegen aus 30 Kilometer über norwegisches Gebiet und von der Grenzstation Rüsgränsen bis zur f Im tischen Grenze Nordschweden- nach Nulea läuft, so bedeutete dieser Antrag etiren Verstoß gegen die Neutralität der beiden Staaten. Das Verlange» wurde daher glatt abgelehnt.
Die belgischen Sozialisten nnd König Albert.
Tas Verhältnis zwischen den belgischen Sozialisten und König Albert hat sich feit Beginn des Krieges wesentlich gebessert. Früher galt er als die Verkörperung des i» Belgien allmächtigen Klerikalismiis, jetzt aber bestehen anscheinend recht herzliche Beziehungen zwischen ihm und manchen Sozialisten. Schon kürzlich wurde von der Presse ganz richtig gemeldet, daß Vandervclde im Beisein des Königs eine anfeuernde Ansprache an belgische Truppen gehalten hat.
Ter Abgeordnete Genosse Dcstrch der seit einiger Zeit Versammlungen in Italien abhält, angeblich um die Untcr- stützungsaktion für belgische Notleidende zu fördern, ist, wie Lcr Corricrc dclla Sera meldet, des Lobes voll über den tapferen belgischen König, der besser wie jeder andere augenblicklich die Wünsche und Hoffnungen des belgischen Volkes repräsentiere. Nachdemselben Blatte soll Destr6e in seiner Mailänder Versammlung selbst ein Hoch auf den König ausgebracht haben, Im übrigen erfolgt seine Agitation äugen- fcheinlich nur zu dem Zwecke, die italienische Arbeiterschaft zum Anschluß an den Dreiverband z» gewinnen.
Dasselbe trifft auf die Versammlungen nnd Feste zu, -die der in Deutschland wohl mehr wie in irgend einem anderen Lande gefeierte sozialistische Lichter Maeterlinck in Italien abhält. In hinreißenden Worten schildert er die Greuel, die von den Deutschen begangen sein sollen, sowie die Pflicht des einzigen neutralen Großstaatcs, Italien, die Entscheidung zugunsten des Dreiverbandes hcrbeizuführen Gegen diese offenkundige Kriegshetze, die auch aus den Kreisen der französischen Partei eifrig gc- förbcrt wird, vernimmt inan ausfallcnderweise aus jenen sozialistischen Kreisen nicht den geringsten Protest, die so schweres Geschütz anffiihren, als deutsche Sozial- deniokraten ihnen den deutschen Standpunkt erklären, sie gar nicht zu einer Stellungnahme verleiten wollten. .Nur bürgerlichen Elementen wird diese Auspeitschung der öffentlichen Meinung in Italien zu viel.
Huysmans, der Sekretär des Internationalen Sozialistischen Bureaus, war kürzlich mit der Mission betraut, im Aufträge der in Belgien befindlichen Parlanientsmitgliedcr dem König Albert eine Geburtstagsgratulation zu übcrbringcn. Hierfür ist ihm später ein herzliches Dankschreiben zngcgangen, das im Daily Citizen als ein „wertvolles historisches Dokument" veröffentlicht wurde.
Anläßlich dieses Geburtstages fanden bei den in Holland lebenden Belgiern kleine Feierlichkeiten statt. Bei einer solchen Gelegenheit sprach auch H n y s in a n s, der den König Albert und die Königin mit herzlichen Worten feierte.
Russische Schreckeusurteile.
Die Pariser sozialistische Hnmanitss meldet aus Moskau: Das Kriegsgericht in Perm verurteilte 22 Arbeiter zum Tode, die während eines Streikes Unruhen verursachten,
luofic! mehrere Wohnhäuser eingeäschcrk, ein Ingenieur, en> Polizcibeamtcr und 10 Fabrikarbeiter getötet wurden. 22 andere wurden zu Zwangsarbeit bis zu 10 Jahren verurteilt, 91 srcigcsprochcn.
Enteignung deutscher Grundbesitzer in Rntzland.
Schon seit längerer Zeit gehen Mitteilungen durch die Presse, bas; in Rntzland ein Gesetz in Vorbereitung ist, welches Deutschen nnd Tcstcrreichrrn jiir die Zukunft den Sic sitz von Grundeigentum untersagt, Ter Hemdclsvertragsverein Berlin ist jetzt im Besitze des Wortlautes dieses Entwurfs ui«d hat von diesem, sowie von dem — bisher cbcnialls im Wortlaut hier noch nicht bekannt gewordenen — russischen Zohlnngsvcrbote ei ne deutsche U e b c r s c tz u 11 g Hera nsg ege bc».
Ter Gesetzentwurf ist der Duma unterbreitet worden, nnd seine Einnahme ist bei der gegenwärtig s» Rntzland herrschende stark nationalen Strömung mit Bestimmtheit zu erwarten, salls er nicht schon vor erlangter Genehmtgung des Parlanrrnts durch .Kaiserlichen Utas in .Krast gesetzt ivird. Jodsnfalls scheint inan die „Nationalisierung" deS Grund und Bodens mit grösster Bischlenntgung durchführen zu ivollen. ehe etiva der FriedcnSschlntz wieder ein Entsprechen der beteiligtvn AuSlandsstaalen ermöglicht.
Das Gesetz richtet sich sowohl gegen die reiche-deutsche». östcr- reichifch-nngarischen und türkischen StaatSaNgchdrigen, welche in Rntzland Fmmobiliarrechtc irgendwelcher Slrt Hadem als auch — dies mit Beschränkung auf ein« bestimmte Anzahl von Gonverne- nients — gegm die zahlreichen nnd lebenskräftigen deulfchen Bauernkoionien, deren Mitglieder die nissische Stoatsae,,gehörig- keit besitzen, aber ihre Sprache, Religion und Sitte beibehalten Issibe». Ties« sollen jetzt entweder vollständig rnssistziert oder kurzerhand enteignet iverdcn. Tie Aniocndmtg des Gesetzes soll ausgeschlossen sein gegenüber solchen Personen, welche seit Geburt der griechisch-katholischen Kirche angehöron oder ihre slawische Nationalität nachweif«» oder als Kriegsfreiwillige, Gefallene bezw. Verwundet« oder mit Kriegsauszeichnungen Versehene ihren russischen Patriotismus betätigt haben. lNach Behauptung der russischen Regierung sollen sich in den Fahr«» 1806—1909 19, 19, 20 und 22 Prozent dieser Bauern dem Militär- dienft entzogen haben.)
Tie Kopfzahl dieser Ansiedler geht in die Hunderttausend«. Fn deni jetzt vielgenannten Gouvernement Tu walkt z. SV besitzen sie 5 Prozent des Flächeninhalts. Dass die durch das Gesetz gewährte Aussicht ans Verteilung erheblicher F-lüchen gut knitiviertcn Bodens an russisch« Stauern nicht univcscntlich dazu beiträgt, den Krieg und die ganze jetzige Rogierungssirvnmng in den bäuerlichen Kreisen, wo ständiger Landhunger herrscht, populär zu machen, ist eine erwünschte Nebenwirkung dieses — als politischer Schachzug jedenfalls sehr geschickten — Gesetzes.
Die Lage der deutschen Kriegsgefangeuen in Hongkong.
Uebcr die Behemdlung der in Hongkong internierten deutschen Zivilgefangencn sollen nach umlaufenden Gerüchten bounimhigende Nachrichten eingegangen sein; u. a. wurde verbrenet, die Gefangenen wurden wie Kulis zu ganz unwürdigen Arbeiten wie Straßcnfegcn, Kanaircinigen nnd dcrgl. herangezogen. Eine neutrale Macht, die hierüber an Ort und Stelle eine Untersuchung veranlaßt hat, teilt jetzt nach der Nordd. Allg. Ztg, mit, daß an diesen Gerüchten nichts Wahres ist.
Ein deutscher sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter französischer KriegsfreitviUigcr?
Paris, 20. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Reichs-- iagSabgcordnete für Rietz, Tr. Weil, ist am 6. August als Freiwilliger in die französische Armee ein getreten. Er erklärt, er sei überzeugt, dadurch das Mandat eines sozialdemokratischen elsaß-lothringischen Abgeordneten pflichtgemäß erfüllt, zu haben.
Weil stammt ans einer französisch gesinnten elsaß- lothringischen Familie, seine Handlungsweise kommt seinen näheren Bekannten deshalb nicht überraschend.
DieA»slieb,e„a des Urteils gegen Akilers.
London, 20. Tez. CVV. B.) Nichtamtlich.) Tie Entscheidung des Krimiiial-ApellationShofes, durch die das Urteil erster Instanz lm Falle des Konsuls Ahlerü aufgehoben wird, betont, datz dir Geschworenen den Konsul nur schuldia sprechen konnten, wenn sic überzeugt waren, das, er »ach dem Wortlaut deS Statuts Eduards III. die Abreise von Deutschen nach der Kriegserklärung
nnker,tützt hatte, s» der Absicht, dem Feinde U3 englischen Königs ZU Helsen. Ten (tzeschmoirnen wurde nicht di« alternative Frag« vorgelcgt, ob die Slbsicht des Angeklagten nur war. seine Pflicht als deutscher Konsul zu erfülle». Tie Geschworenen hätten möglicherweise zu einem anderen Spruch kommen können, wenn diese alternative Frage gestellt worden wäre. Die Beweisaufnahme habe nicht ergeben, datz bi« Hgitdlungcn des Angeklagten feindlich gegen die Fnteressen Englands waren, wen-,, stcn-s nicht notwendigerweise feindlich, Ta dieser materielle Punkt den Geschworenen nicht vorgelegt ivurde, mutzte das frühere Urteil aufgehoben werden.
Patzzwang für Denischland.
Mit dem 1, Fannar 1915 wird für de» Verkehr zwischen Deutschland und den, Anstand der Patzzwang eilig,c-sührt. Tte Ver- ordwung bestimmt:
Bis auf weiteres ist jeder, der das Reichsgelnet verlasst oder der ans dom Ausbund in -das Reichsgebiet ei,»tritt, verpflichtet, sich durch eilten Patz silier seine Person anszuweifcn. Den Militür- bcschlshabern b-Ierbt vorbch-altcu. nach Benchni-ea mit den z:v ständigen LandcSbchörden ftrr einzelne Grenzbezirtc und bestimmte Zeiträume den Uebortrttt gewisser Slrtcn von Pci-sonc» über die ReichSgrcnz« auch mit «udercu Slnswcisc-n als Pässen zuznlgsscn.'k
Feder Slusläi:d-cr, der sich im Reichsgebiet aushält, ist vcr- pllichtet, sich durch einen Patz nb-er seine Person anszuivcisen, Tie J Pässe müssen mit einer Personalbeschreibung und mit einer Photo-!» graphie des PatziuHaders aus neuester Zeit, mit dessen eigen-» händig,er Unterschrift unter der Photographie sowie mit einer amt-» lichcn Beschcinfgung darüber versehen sei», datz der Passinha-ixer» tatsächlich die durch dir Photographie dargestcllte Person ist nmä'-l die Unterschrift cigcnl>ändig vollzogen Istit, Tie Photographie ist ' «ruf dem Pas; anfzukleden und amtlich derart abznstonipcln, datz! der Stempel etwa zur Hälfte auf der Photographie, zur anderen Hälfte ans den, Papier des Passes angebracht bst. Ausländisch« Pässe, dig zum Eintritt in das Reichsgebiet verwendet iverdcn sollen, bedürfen autzerdem des Visa einer deutschem diplomatischen oder! konsul-arischen Vertretung, Tic Ssisicrung ist zu verweigern, wenn, Bedenken gegen die Person des Patzinhabers Heftchen,
Ter Wiederausban Ostpreußens.
Die Kriegshilfskommission für Ostpreußen hat eins Besichtigungsfahrt durch die von den Russen zerstörten Gebiete unternommen und im Anschluß daran in einer Sitzung die Richtlinien für den Wiederaufban der niedergebrannten Ortschaften fcstgestellt. Diese Grundsätze gehen dahin:
„1. In verschiedenen Städten ist ein Umlegungsver- fahren nötig, für das gesetzliche Grundlagen zu schaffen sind. — 2. In stark zerstörten Orten werden Ortsstntutei gegen Verunstaltung zu erlassen sein. — 3. Die Bauord-! nnngcn für das flache Land und die Städte sind durchzuarbeiten, besonders im Sinne der Wirtschaftlichkeit und de? Stadtbildes. — 4. Eine einheitliche Bauberatiingsstellc für, die Provinz mit ihr unterstellten örtlichen Organisationen! ist erforderlich nnd durch geordnete Heranziehung der Bau- beratungsstellen in baupolizeilichen Angelegenheiten ^ist ihre Wirksamkeit zu fördern. — 5. Ein Handinhandgehen der! Staatsbanverwaltnng mit der Hauptberatungsstelle für einheitliche Gestaltung der Stadtbilder ist erwünscht. — 6. Die Auswahl der anzustcllenden Bauberater ist nicht auf Beamte zu beschränken, nnd ans praktische, technische und wirtschaftliche Erfahrungen ist der Hauptwort zu legen. Tie Bcsol- dun ist so zu regeln, daß wirklich geeignete Kräfte gewonnen werden können. — 7. Das Handwerk und die Architekten; schaft sind in erster Reihe zu berücksichtigen.
Die wirtschaftliche Not i» den Lstseebädern.
Ter Ostseeöähervcrbgnid auf Rügen hat der preutzischen Staats- regiepnng eine Denkschrift zugeh«,, laffen, in der das Sstrlaugen nach einer staatlichen Hi-lfsaktson begründet ivirh. Durch den Kriegs- auSbrnch erlitt die Stadefaison ent jähes Ende, die Gäste kehrten den Siadcovten fluchtartig den Rücken. Der Schaden, den die Rügcnfchm Badeorte erlitten Habens wirb auf etwa 5 Millionen Mark bezisiert. Tie Verfasser der Denkschrift vertreten die Slnsicht, datz dieser Schaden als Kriegsschade» erklärt werden und «ns Grund tx-S 5kriegsentschädigmMgcfetzes vergütet werden müsse.
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Der Kampf im Osten.
TaS Vorrücken der deutsch-österrcichifch-ungarischen Truppen in Russisch-Polen vollzieht sich, wie dem Berlince Tageblatt von dem galizischen Kriegsschauplätze geineldc!
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 143
„Du mußt ans den Lyngenmarkt kommen," sagte der Schreiber mit vollem Munde, „und wirst dir dadurch sogar den Dank des VogtS von Tromsö erwerben. Allerlei Streitigkeiten sind vorgcsallcn, Raufereien, kleine Diebstähle, llebcr- sälle nnd andere Ungebühr. Tie Wahrheit z» sagen, Slsraja, so bin ich auch deswegen zu dir gekominen. Tu hast Einfluß bei deinen Landsleuten. Halte sie in Ordnung, damit sie keinen Ucbermnt begehen. Du bist ein nachdcnkendcr, verständiger Mann, kannst somit zumeist die Folgen ermessen."
„Du wirst mir keine Schuld geben, Väterchen," antwortete Afraja.
„Niemand gibt dir Schuld," fuhr Paul fort, „aber dein Ligencr Neffe macht schlimme Streiche, sttzo ist er? Hast du ihn hier?"
„Nicht hier," lachte dev alte Mann nach Lappcnwcise. „Tue ihm nichts, er ist jung, wird sich bessern."
„Wenn er eine Frau bekommen hat," sagte Paul, „oder chat er sie schon? Hat er Jnngfran Gnla heinigeführt oder nicht?" Ä
Afraja schüttelte sich vor Lackien und tat einen tüchtigen Zug aus der Rumflaschc. — „Es ist ein weiter Weg bis zuin Enare," rief er, „Mortnno hat Zeit, den Topf zu zerschlagen, Ivenn der Winterschnee gefallen ist,"
„Das heißt also in der Sprache gesitteter Menschen Gula hast du am Enaresec versteckt, und Hochzeit soll sein, sobald du dein Winterlager bezogen hast?"
„Du bist ein weiser Mann, Väterchen, ein weiser Mann!" lachte der Lappe.
„Warum hast du Gula aus meines Vaters Hanfe gestohlen?! fragte Björnarne ungeduldig,
„WaS zuni Henker!" fiel der Schreiber ein, „darin gebe ich ihm recht, jeder Vater hat über sein Kind zu gebieten. Was sollte sie denn auch in Orcnäesgaard? Jlda kann sie nicht mitnchmcn, ich möchte sie in Tromsö nicht haben; deine junge Frau kann sie eben so wenig brauchen. Es bliebe also niemand übrig als Olaf, der sie als. Haushälterin nach
Bodöen mitnehmen könnte. Wirst sie ihm geben, Afraja?"
„Laß ihn am Enare ihre Gammc suchen."
„Lieber Bären und Wölfe als solche Brut!" sagte Olaf.
„Nimm es nicht übel, Afraja." sagte Paul, „es ist mit diesem unempfindlichen Mann wie mit einer Nuß, sein? Schale ist hart, aber sein Kern ist süß. Er liebt dich mehr, wie du denkst, und würde dich ans seinem Rücken an den Lyngensjord tragen, wenn du es erlauben wolltest. Vorläufig aber hat er eine andere Bitte an dich. In wenigen Tagen ivird er eine weite Reise antreten, dazu bedarf er seines Wetter und guten Wind. Tu bist ein Zauberer, all: Welt sagt cs, und in alten Büchern steht schon von den Seid- inänncrn oder Hexenmeistern, die König Olaf verbrennen ließ, daß sie Wind und Wetter besprechen, Stnrin und Sonnenschein machen könnten. So sage uns denn, weiser Afraja, ob du wirklich zu den „Viclkönnigen" gehörst, wie sic die alten Sagen nennen. Rücke heraus mit der Wahrheit, sitze nicht so nachdenklich da. Willst du meinen gutem guten Freund Olaf hier feinen Wind zaubern und ihm rasche Fahrt verschaffen?"
Afraja schüttelte mit einem schlauen Lachen den Kopf.
„Warum lvillst du nicht, alter Gauner?" fragt« Olaf, seinen Büchsenkolben anfstoßend. „Schreib deinen Hokus- vokns, ich will dir einen Taler dafür geben."
„Tn nennst cs so," antwortete der Lappe, „wa§ willst du also damit?"
„Kümmere dich nicht darum." fiel Paul ein; „glaubt er nicht an deine Wunder, so tue ich cs, und bitte dich, bekehr? ihn. Fischer haben mir erzählt, daß du ihnen gute Mittel verkauft hast, und immer ist ihr Fang reich nnd glücklich gewesen. Ist es nicht so? Sage selbst, ob cs wahr ist?"
Afraja lachte vor sich hin, dann nahm er, ohne etwas zu erwidern, aus der Tasche, die an seinem Gürtel hing, ein eckig geschnittenes Stückchen Messing, das fast wie ein menschlicher rohgcsormter Kops anssah. Er faßte cs an einem Ende, das andere mußte Olaf sesthalten, und während er etwas vor sich hinmurmelte, umwand er es mit einer dünnen Sehne, die er gleichfalls ans der Tasche holte. Als dies gc- schchen war, band er drei 5lnotcn darauf, und bei jedem hatte er einen Spruch, dann überreichte er es dem Nordländer, der
zu der ganzen Zeremonie ein höchst ungläubiges Gesich! machte.
„Was soll ich mit dein Bettel tun?" fragte Olaf. „Trage es bei dir," sagte Afraja, „Wind und Weller werden dir zu Diensten sein."
„Unsinn!" schrie der handfeste Mann. „Denkst du, alte: Narr, daß ich deinen Betrug glauben soll? Genug mit den :paß, laßt uns gehen." ^ _ I
Er war im Begriff, das Amulett in die qualmende Herd asche zu schleudern, als der Schreiber seinen Arm festhie! und nachdenklich sagte: „So sollst d» Afrajas Bereitwillig keit, uns durch seine Zauberkunst zu dienen, nicht lohnen Du sollst cs dankbar annehinen nnd kannst versuchen, wa cs dir nützt."
Er steckte es in Olafs Rock und setzte seinen Hut au „Gib Afraja seinen Taler," fnh? er fort, „nnd dann fol mit uns, wenn wir noch zur Nachtzeit den Lyngensjord c> reichen wollen. Ans Wiedersehen auf dem Markt, Aftaj Du sollst zufrieden sein." _ _ _■
So gingen sie aus der Gannne, nachdem Händeschüttel und die lustigen Späße des Schreibers Frieden und Freu»! schaft besiegelt hatten. Afraja begleitete sic. Als Marstross ans seinem Versteck hervortrat, sah er sie alle an der waldige Schlucht stehen, tvo die Rcnntiere weideten. Sie schasste in die Tiefe, und Peterscns Angen verfolgten den Lauf i» Wassers und die hohe Jclscnmaucr, welche gegen den Küss Mstieg. Endlich schien Afraja ihnen Ratschläge über ihrt Weg zu erteilen, dann gingen sie quer über das Fjcld ur verschwanden zwischen den Stcinmassen jenseits des Wasser Marstrand war beunruhigt über dies sonderbare Z kammentrcfsen. War es wirklich bloßer Zufall, der seine eh maligen Freunde hierher führte, oder welche geheime Abi>e hatte sic dazu angetricben? — „Sie sind fort," rief/ Afraja entgegen, „weißt du gewiß, daß sic mich nicht d> vermuten, und hast du keine Sorge über sic?"
„Sie wissen nichts von dir," erwiderte der alte Aö'3 und leise lachend setzte er hinzu: „Mich wollen sie auf ^ Markt haben, und Afraja wird kommen — kommen wird nnd mit dem weisen Vogt seine Rechnung machen."
IFortsetzung folgt.)
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