Ausgabe 
22.12.1914
 
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Wub, bewundernswert exakt. Tie österrcichisch-ungarische Armee legte bis zu 50 Kilometer an einem Tage zurück an- gcsichts der russischen Wintcrverhältnisse eine ftaunensw-rt- Lcistung.

Misjstlmmuttg gegen den englischen Bundesgenossen.

... » m «WH* » e Susanne melde, ein bedeutsames «ingeftändnis ihres Pariser Korrespondenten wegen der herrschenden' M.ßstin,. mung zwischen .rrankreich »nd England. Ta» Volk murre überall ans den Straßen, die Erbitterung sei »unerkennbar. England» Armee entiprachc nicht Englands Poliii, T,c bisherige Hie sei ilnbcdcutcnd. Ja, England wolle absichtlich zu eigenem Vorteil den Lrieg in die i.'änae Ziehen. Tie Regierung beherrsche keineswegs die sranzo,ische Meinung. Falls da» Volk über,eng, sei, das, Eng. land egoistisch auf seine sicheren Inseln siyc und seine Hilfe nicht in vollem Umfange leiste, werde da» Volk den Einsliisterungcn nall, geben und einen Tcparatsriedcn mit Deutschland abschließrn miiffen.

Frankreich und die russische Niederlage.

Nach Mitteilungen aus Paris beginnen die Franzosen endlich zu erkennen, dag die Russen eine schwere Nie- derläge erlitten haben. Tie Zeitungen sprechen nicht mehr von russischen Siegen. Ter Militärkritiker des Petit Journal. General Berthaux. sagt, daß die letzten russischen Kriegsberichte unverständlich seien und äußert die Hoffnung, daß man bald werde klarer sehen können. Ter Exzelsior, der auch die fränzösisckßm Kriegs- berichte klarer und detaillierter wünscht, hcgrcift nicht, daß Rußland trotz seiner vielen Millionen Soldaten nicht längst die O c st c r r c i ch c r und die Deutschen z u - r ü ck g c w o r f c n habe. Das Blatt erklärt die Langsainkcit des russischen Vormarsches durch die Schwierigkeiten der

Verproviantierung ihrer Heercsmasscn und äußert die Zu- verficht, daß Rußland schließlich entscheidend triumphieren wird.

Die Not in Paris.

Ein Baseler Brief der Nallonalzeltung bespricht den Kohlen, nigngel in Paris. Bei der leichte» Bauart der Hauser und bei dem Fehlen der Borscnster müsien sehr viele sricrcn, die schon zu den wohlhabende» gehören. Tie Arbeitslosigkeit hält an und stellt ge­waltige Ansordcrungc» a» die Armcnvcrwaltuiig, die täglich mehr alS 60 000 Personen speist, und zwar nicht nur in den Armen, vierteln, sondern Tausende holen sich Unterstützung, die sicher noch nie in ihrem Leben genötigt waren, sich etwas schenken zu lassen.

Untergang russischer Trausportdampser.

Budapest, 21. Tcz. (T. U.) Wie aus Bukarest gemeldet wird, sind zwei russische Transportschiffe mit Munition für Serbien auf der Donau explodiert und gesunken. Niemand konnte gerettet werden.

Basel. 20. Tez. (WO. Nichtamtlich.) Wie die Basler Nach­richten aus Paris melden, stehen vier neue russische TrcadnoughtS vom Typ Gang»! unmittelbar vor ihrer Fertigstellung.

Italien und Aegypten.

Laut einem Züricher Telegramm der Kölnischen Zeitung chat der italienische Abgeordnete Caille eine Interpellation ringereicht, wie die Lage Italiens ini Mittelmccr durch das englische Protektorat in Aegypten sich gestalte.

Nene Tostalistenverhaftnngen ln Rnstland.

Rom, 21. Dez. (T. ü.) Wie die Vittoria aus Bukarest erfährt, wurden in Petersburg 30 Sozialistenführcr ver­haftet, die sich nach der Hauptstadt begeben hatten, um gegen die Einkerkerung der sechs sozialistischen Dumamitglicdcr zu protestieren. Die Gärung im Reiche tvächst. So soll rin revolutionäres Komitee Millionen aufrübrerischer Auf­rufe im Volk und in der Armee verbreitet haben.

Anstralien und Japan.

Kopenhagen, 2t. Tcz. (TU.) TaS japanische Parlament er­suchte nach Petersburger Meldungen die Tokioter Regierung um Ablehnung des Verlangens der australischen Bundesregierung, die Operationen der japanischen Flotte aus den Raum nördlich des AcquatorS zu beschränke».

Ter letzte Französische Abendbericht.

W. B. Paris, 20. Dez. Amtlich, 11 Uhr abends. Auf der gesnmlc» Front keine Acndcrung.

Einheitlicher Höchstpreis sür (berste.

W. E. Berlin, 21. Tcz. Amtlich. Durch Verordnung deS Dundcsrates von, 19. Dezember ist die bisher bestehende 08 Kilogramni-Grenze bei Gerste gestrichen worden, sodaß vom 21. Dezember an ein einheitlicher Höchstpreis für Gerste aller Gewichte besteht. Dieser Gcrstcnhöchstpreis ist überall dem Roggcnhöchstprcis gleich, sodaß er z. B. in Berlin 222. in Leipzig 225nd in München 237 Mk. beträgt.

Partei-Nachrichten.

Leonhard Täuscher tot.

Leonhard Tauscher, der 71jährigc Veteran der deutschen Tozial» bcmokratic, ist Rittwochnacht in Stuttgart gestorben. Tie össeni- lichc Wirksamkeit Täuscher» beginnt mit den ersten Anfängen der dcntschcn Sozialdemokratie. Schon Anfangs der Wer Jahre be­tätigte er sich in de» Arbeiicrvcreincn sortschritilichcr Richiung, schloß sich aber bald noch Lassalle» Tode dem Allgemeinen Teuischen Arbcilcrvcrcin an. dessen Führer für Bayern er wurde. In Augs­burg, wo Täuscher »ach »ichrcrcn Wandersahrcn. sich nicdcrlicß, stand er auch an der Spitze der Gcivcrtschasirbcwcgung und wurde Präsident der Organisation der Maiiusakinrarbeilcr. sowohl an dem in München erschienene» Proletarier, aiS auch a» dem in Augsburg herauSgcacbcnc» Volkswillc» war er eifriger Mitarbeiter »nd später Redakteur. Zahllose Gefängnisstrafen hatte er zu er­tragen und doch gelang es ihm. das Augsburger Preßniiicruehmen dnrch alle Gefahren Iiindurchzufteucr», bis schließlich das Soziali- siengcsctz die Organisation und die Prcflc zertrümmerte. 1S70 iibersicdcltc Täuscher nach der Schweiz und wurde Geschäftsführer der Genostenschasisdruckerci Hottingen, die de» Sozialdemotrat ber- stelltc. Pon Zürich aus hat Täuscher wacker mitgekämpft an der Bezwingung de» AusnahmcgeseveS und seiner Väter. 18SS iibcr- siedclie er mit dem S»zialdcinokrat nach London, uni nach dem Fall des Sozialistengesetze« nach Stuttgart zurückzukchrc» und ins Tiev- sche Geschäft einzi,treten. Von 1898 bis 1002 lag die politische Rc daktion der Schwäbischen Tagwacht in Täuschers Händen. Auch in dieser Stellung blieben ihm Gefängnisstrafen nicht cripart. Bei den Landiagswahlcn 1900 sandte ihn der Be,irk Cannstatt in den Land­tag. Bei den Gcmcinderatswahicn 100.5 übertrugen ihm die ^n:tt- gartcr Gcnosicn ei» Tiadtratsmandat. Beide Vertrauensstellungen bekleidete Tanlchcr bi« zu seinem Tode. Zir'a 'li Fahre hindurch hat Tanscher seine Kraft in den Ticnsi der Sozialdemokratie ge­stellt. Sein ganzes Leben und Wirken war icjt rcrwachicn mit der Entwicklung der Partei. Schon bei de» We.h'en -:on Zollpnrla-nent cj6o!)cn ihn die Arbeiter Augsburgs als ihren !»a.ididatcn auf den -child. Während feines Aufenthalts in Württemberg war er einer der rührigsten Agitatoren der Partei. Eine ilnerschiilterlichc llebcr-

'cugungstrcuc, ei» unbesiegbarer Jdeali»mn», ei» reiner Ebarakter, ein Harmlos-Iindiickirs Gemüt. ans dem echte Freundschaft den Mit­kämpfern gegenüber entsproß, zeichneten Leonhard Tauscher au».

Hessen und Nachbargebiete.

Wicfjfii »nd Umgebung.

Beschlußfähigkeit der Stadwerordneteiiversaininlung

Bisher stand die Beschlußfähigkeit des Gicßcner Stadt- Parlaments ..aus des Messers Schneide'. Noch der Städte- Ordnung ist die Lersoininlnng beschlußfähig, wenn ein Stadtverordneter mehr als die Hälfte der gesetzlich vorge- schricbcnen Zahl anwesend ist. Tie gesetzlich vorgcschriebene Zahl sind in Gießen 30, es muhten also 19 Mann anwesend sein, wenn die Versammlung beschlußfähig sein sollte. ES ,v7ren aber in letzter Zeit nur noch 23 Stadtverordnete vor­handen, die Bcschtntzjähigkcit war also in Frage gestellt, wenn n»r wenige schsien. Noch immer hat der Prozeß wegen der vor mehr als 13 Monaten erfolgten Nenwahl sein Ende nicht erreicht und noch immer bat diese Dahl keine Gültigkeit. Es wird auch noch eine Zeit dauern, bis die Salbe erledigt ist, oder Neuwahl vorgcnoininen werden kann. Vorläufig ist aber durch das neue, vom Landtage beschlossene Gesetz die Beschlußfähigkeit gesichert. Das Gesetz seht verschiedene De- slimmungcn der Städtc-Ordnung außer Kraft, unter an- derem auch die über die Beschlußfähigkeit. Danach ist nicht mehr nötig, daß ei» Stadtverordneter mehr als die Hälfte d-r gesetzlich vorgeschriebenrn Zahl anwesend ist, sondern es heißt jetzt dieortSonwesende Zahl'. Ortsanwesend sind gegenwärtig 23 Stadtverordnete, die Beschlußfähigkeit ist also bei Anwesenheit von 13 vorhanden. Das gilt nur für die Dauer des Kriegszustandes.

Gefallene au« Lberhessen und Nachbargebikten. Frei­williger Hermann S i e r aus Gießen, Jnf.-Regt. Nr. 173. Wehrmann Heinrich Strauch, Bäckermeister ans Gießen, Jnf.-Ncgt. Nr. 117. Heinrich Siegling aus Gießen, Pionier-Bataillon Nr. 1. Heinrich Balser ans Alback. Jnf.-Regt. Nr. 222.

Behandlung deulscher Gefangener in Frankreich. Aus dem Briese eines verwundeten und in Frankreich gefangenen Kri««»- teilnehmcrS wird in der Köln. Ztg. svlgcndes mitgeleilt:

Hospital Saint Joseph. Carn, 10. November. . . . auch ich n'iißtc dein Kriegsgoit einen Tribut zahlen». Ich wurde am 22. beim Sturm auf Tirmulden venvundet und wurde voin belgischen »nd fvanzösischcii Roien Kreuz gusgenommen »nd verbunden, lag einige Tage im Hospital von Calais, imivbe von dort mit einem Tamvfer nach Cherbourg und dann mit der Eisenbahn nach Caen befördert. Auf dieser Esienda Herfahrt erhielten wir von der 2^e- völserung Liebesgaben. Obst. Wein. Brot, getmckenes Ol'st. Milch, Brote niit Marmeladen »nd viele andere Sachen. Ich und meine Kamevadrii liailen das Gefühl, als irnnn wir durch Tentschland sichren und nicht als tEc so »gerne dnrck, Frankreich. Die Verpilcnmig in diesem Hospital ist sehr gut. das Esten ausgezeichnet: wir er­halten niorgiuis Kaffee niit Brot, niittags Suppe. Kanosfcln. Ficischi Geinisi«, Bwt und Wein, abends Suppe, Kartvfscln. Ge- iiills«, Brot >md Wein. Auch erfreuen wir und einer sehr guten Pfluge und Bchmidlung: jede wm den Schwestern hat schon fast au jldtni von uns etwas Gute« getan: e» wirb toi « eine ausopscrnde Pflege zuteil, und man Ivrt das Gefühl der Geborgenheit fast wie zu Hause. Mein Oberleutumit und Feldwebel liegen auch ver- nnindet bei mis im Lazarett. ist hier eine herrlich« Gegend, lachende Sonne den ganzen Tag. Tos trägt viel zur Gesundung bei. Ich habe den Wunsch, daß alle Verwundete» so gut verpflegt werden möchten wie ivir. Ich befinde mich auf dem Wege der Beste, ruitg »nd hoffe, fn einigen Wochen wieder auf den Bernd zu sein.

Und ein in Limoges bcsrndlichcr Gefangener schreibt der Mitte August geschriebene Brief wird in der Leipziger Bvlksztg. abgcdruckt an seine Frau:

Schon lartgr wollte ich Dir schreiben». aber Tn kannst Tir schon denken, wie es im Kriege hcrgeht. Ich bin verwundet worden »nd zwar am linken Oberschenkel tti der Hllftgegcnd. Ti« Wuitde sit nicht bcbeutenb. Ich werde in «in paar Wochen gesund »nd mniiter heriimlanfkn: »wiirentan liege ich und kan» schleckt laufen. Ich bin in französischer Gefangenschost. Bcunrnhige Dich aber deStvvgen mcht: wir haben «S sehr gut. haben ein« giitc ärztliche Behandlung und gute» Esten. Ans dom Transport nach hier sind wir cbeiilalis gm arptlegt worden. Von Zivilpersonen wurden wir mit Kaffee. Misch Aepfcln. Wein, der hier lehr billig ist (Liter 10 Pfg ). Schokolade. Brot »sw. bewirtet. Natürlich ai-gesehen von einigen Rowdy«, die cs überall gibt. Tie Fvanqosen sind sehr komeradschastlich. wir verkehren mit ihnen noch bester als bei un«. Nur hat es Schwierigkeiten mit der Sprache, wir habe» aber einige, die der französischen Sprache niachtig find, und wir kommen gaitz schön aus.

Natürlich werden wir von Soldaten bewacht, ivir dürfen ohne sic nichts unternehmen Wollen wir aus den Hof, das heißt, die lausen können, so muß ein Posten mit. auch zum Waschen isiw.. Aber das stört uns nicht, wir sind eben Kr!«»sgtsangene. Hossentlich iüniert der Krieg nicht mehr lange, dann hat alles die« ein Ende.

Es werden aber auch Fälle recht üdler Behandlung bekamit. di« verschiedentlich deutsche Zivilistru zu erdulden hatten, die in Fiankreich in Koiizentnativuslogcr gebiacht worden waren. Unter anderem hat man sogar frani'östich« Frauen, dir mit deutschen Männern verheiratet sind, in das ihnen gänzlich fremd« Tensich- land abgefchobcn. wo sic hilf- und mittellos dastehen.

Ter Schuß des Toten. Eln seltsames Geschichtchen von der Westfront wird dem Elsässer mis Saargennind von einem Augen» 'engen berichtet: Ein heftiger Kampf war entbraimt. In der Front stand «in Lothringer eben ün Begrisfe. zu schießen. Fm selhen Augenblick traf lim ein« ,'eindiiche Kugel ins Herz, fofrcfi er auf feer T'ell« tot liegen blieb. Noch nn Tod hielt er lein Gewehr krampf­haft umiaßt. Nach der Schlacht wurden di« Toten und Verwundeten aiifgelcsen. Ein Soldat wollt« dem toten Kameraden das Gewehr abnebincn und aus der Hand ziehen. Ta fuhr der Abzugsbügel zu. und die Kugel drang dem Soldaten ln dir Brust, daß er zuriickiiel und nun nut dem ondcan Toten in ei« geininfaines Grab gebettet wurde.

?Iu»sprache polnischer Romen. Ein Sprochkunbiger des Polnsichen schreibt: Polnische Orisiiamen wie Przemysl. Zabri-e und das im Tagesbericht des Großen Hauptanartiers genannte Pr.zasnns, gelten grmeinhm alsmivus'prechlich'. Wer sich aber etwas mit de» polnischen Svrachrooeln vertraut gemacht hat. dem mackt die Sacke keine großen Tckivierigkeiien. Mau muß nur willen, daß die Biichstabrnrcrbindurg r, im Polnischen einen einzig«» Konsonanten dorstrllt, der wie das sranzösiiche g vor e und ich (al'o weicktes sch>. noch einem andern vorangehenden Konionanien aber wie unser bent-'ches fch ansgk'proche.i wird. TaS auslautende l lrs ist das nur dem Polnische» eigene sogenannte diirchttrichen« l) ist stumm. Przemysl wird also, da alle polnsichen Wörter cusnahmsloS auf der vorletzten Silbe betont werben. .Psck'tmnß" iTo-i o-,f der ersten Silbell ausgesprochen. Zabrze wie .Sabsckt" (das cinsacke z cmsvrich-t unserem weichen s). Pr-asnysz wiePickaßniich" Zabr-e wird dem deutschen Zeitungsleser, da belcr bedeutende Ort d:s oberschlcsilchen Jndustriebezirts durch Be­schluß seiner Gemeindevertreturg in Zukunst Hinbenbura benannt i'oin ivird. nicht mcbr v'«l zu schossen machen. Beiläufig bemerkt, bedeutet das slawische Work Zabrze (= Zaborz«: za = hinter, bor = Wald oder brfestigter Ort, cnsitandrn aus dem de»sichen ;t»rg") soviel wiehinter dem WaldiL" oderhinter der Burg'.

Tie Großb. Bezirtskasse Gieße» 1 hat am 28. Dezembers

leinen Zahltag, ti werden daher an diesem Tage dort weder Zahlungc» gelelsiet noch cntgegengcnommen.

Siadttheaic«. Von morgen Mittwoch ab werden im Thcatcr- burca» £>ic IttUeiis fiir die sämtlichen Vorstellungen der Wcih- iiachisscicriagc «»»gegeben. Am Mittwoch iind Donnerstag dieser Woche ist die Thcaierkastc von 101 Uhr geöffnet, am Freitag, den' erste» Feiertag von 111 Uhr.

Krri« Wetzlar.

". Steigende Teuerung. Der Wcvlarcr Bürgermeisier gicbt

bekannt, daß infolge der gestiegene» Mehlpreisc. gemischie» Brot auf «0 »nb Kornbrot aus 5K Psg. im Höchstpreis sesigesetz« wird. Ter kommandierende General v. Pioey und der Odcrpräsidcnt der Rhcinprvvinz. Freiherr v. Rheindabe». ertasten einen «usrns. ivo- »ach die Bcvölkeruna zur Sparsamkeit mir der WeihiiachlSbäckerei ausgcsvrdct wird. Der Landral de» Kreises Allcnkirche» erachtet e» al» Pslicht, diesen Ansrus zu beherzigen.

n. Reue Verkaiisssielle des Wetzlarcr Konsumvereins, vinciii längst vorbandciir» Bedürfnis hat der Wetzlar-Braunsclscr Kon» snmverein abgeholsc». indei» er in der Neustadt eine neue Ver­kaufsstelle errichict hat und zwar im Hause des Herr» Karl Oehler. Die Eröffnung ersolgic am 21. Dezember. Zweifeilo» hat auch der hiesige »oiisuinvcrcin dem steigenden NahriingSmittclwuchcr ent» gegengcwirk«. soviel in seine» Kräslen stand.

st. Peirotenm-Mangek. In K a tz c » s,, r I i»> Kreise Wetzlar mußle der Unterricht der ländlichen Fortbildiiiigsschiile iviederhoit wegen Pelroieiimmangel «»»falle».

Telegramme.

!i>gksbericht Scs WroficnüniiptnuiirliffB.

Die neue f» «in;ösische Offenfive und ihr Znsammeklbrnch.

Wki. Großes Hauptquartier, 21. Trz, vorm. (Aml- (ich.j Französilchc Angrilsr bri R i « u p o r t ivurdrn auch grstrrn abgkwitsrn. Zwischrn R i ch r b o u r g- L^A r o n r »nd drin »anat T'A y r e ü La Bo ssee grissr» »nsrrr Truppr» dir Sirllungr!» der Engltindkr und Jndrr an. Tie seindlichrn Schüßcngrädki, win­den grsiürmi »nd der Feind au» (rinen Siriiiiiige» »»irr schwere» Verlusirn grworscn. Wir rrbruikic» t Grschllli. « Maschinen­gewehre, 2 Minriiwkrser und »ahmen 279 Engländer »nd Inder, darunter 19 Cffiliere, grsangr». Ter de! dloirc Taine de Lorriic am 1 s. SqinlR an dcn Segnet verlorene Schützen­graben ist zurückeroderi.

In der Gegend S o u a i n M a s s i g r s lnocdöstlich Cha- lon»> grissrn die Franzosen gestern hesllg an »nd drangen ai» einer Stelle b>» in unsere Vorgräben vor. Ihre Angrissr brache»! jedoch sämilich in nnskrein Feuer zulamme» 1 Ossiliere »nd 010 Man» ließen die Franzolen in unskre» Händen. Eine große Zahl gefallener Franzosen liegt vor »nseren Siellungen.

In den Argonnen »ahmen wir eine wichllgr Waldhöhe bei Le Four de Pari», eroberien :> Maschinengewehre, I Re- oolverkanonc »nd inachien 27.7 Franzoicn z» Gksangeiien.

Tie große RegsamkeU der Franzosen vor unserer ganzen Front ist erklärlich durch solgende», bei einem seanzäsilchrn Cf filier ge- sundenen Arineebesehl de» General Jolsre vom >7. Tezember 1911:

Armeedesehi btt General Jasser vom >7. Tezember 1911.

Seil 4 Monate» sind die heslige» und »ngeiählien Angrisfe brr Feinde nicht imstande gewesen, uno zu »urchbreche». Ueberall haben wir ihnen siegreich wideriiande».

Ter Augenblick ist gekoininen, um die Schwäche auozunlltze», die sie uns bieten, nachdem wir uns verstarki haben a» Menschen und Malerial.

Tie Stunde des Angriff» hat geschlagen. Nachdem wir die deutschen Kräsle In Schach gehalien haben, handelt e» sich darum, sie zu breche» und unser Land entgültig von de» Eindringllnge» zu befreien.

Soldaien! Mehr als semal» rechnet Frankreich ans euren Mut, eure Energie, euren Willen, um jeden Peel» zu siegk». Ihr habt schon gesiegt an der Marne, an der Pser, in Loihringen und in den 2togese,i und ihr werdel zu siege» verstehen bi» zum schließlichen Triumph. ^ Jasser.

In Ost- »nd Wesipreuße» Hai sich nichts Wesentliche« ereignet.

In Polen sorischreitender Angrils gegen die Siellungen, in denen der Feind Front gemacht Hai. Tie obersie Heeresleliung.

(?in Armeebefehl des bayerische»» tkronprinien.

Tas Armee-Obcrkommandv der 9. Armee hat »ach der Frank­furter Zeitung unterm 8. Tezember von Lille an« folgenden Armee, bcfehl ausgegeben:

Seit einer Reibe von Wochen befindet sich da» Erste 4laycrisch« RcscrvckorpS im langsamen, aber unnnterbrochen sorlschreitcnbc» ?lngrisf aus starke Stellungen de» Gegner» östlich und nordöstlich von slrra«. Schützengraben ans Schützengraben wurde dem Feind« cntristen: alle seine Gegenangriffe unter schweren Verlusten fiir den Feind abgeschlagen. Hunderte von Gefangenen gemacht. Tic» alles unter schwerstem Ariillericseucr des Feindes, dem eine gleiche Kraft entgegenzustcllcn bi« jetzt nicht möglich war. Rach den hier vorliegenden Nachrichten hat bas Vorgehen des Armeekorps auf den Feind einen starken Eindruck gemacht. Ich spreche dem Armee­korps für seine aufopscrungsvolle Tätigkeit meine rückhaltlose An­erkennung aus »nb möchte sein Vorgehen allen Teilen der Armee alS musterglillsg sür kommende Zeilen empsehlen.

gez. Rupprccht, Kronprinz von Bayern.

Be-chie^nng von Leebrüqge und Ocyst.

Das Handelsblad meldet au« Slui«: Eine heftige Be­schießung der Küste wurde heute morgen um 2,40 Uhr be­obachtet. Es waren englische Schiffe, die miss neue See­brügge und Heyst bombardierten. Etwa 30 Sckjüsse wurden abgegeben, doch die Deutschen beantworteten das Feuer nicht. Ein englisches Geschwader in Sckzsachtordniing fichr gestern nachmittag außerlmlb der Tragweite der deutschen Geschütze an Srebrügge vorbei.

Tie Minenflefahr an der englischen Küste.

Kopciihagen 21. Tcz. (Ctr. Frkft.) Die neue Minen«

gefahr an der englischen Küste zeigt sich viel ernster, als ursprünglich angenommen wurde. Längs der englischen Küste zwischen Hüll und Newcastle finden sich so viele sckwiin- uiende Minen, daß das Befahren des Gewässers äußerst ge- führlich ist. Tie englische Admiralität hat nunmehr die Fahrt auf Hüll und Grimsby verboten, weil engsische Fischerboote, die ausgcsandt waren, um Minen auszufischen, entdeckt haben, daß das Gewässer mit Minen überfüllt ist. Viele dänische Schiffe die sich gestern im englischen Kanal befanden, erhielten von englischen Ltriegsfchiffen die Weisung, durch dcn St. Georg-kanal nördlich um die Shetlandsinseln nach Däne­mark zu fahren.

Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht

Wien, 21. Tcz. (W. B.) Amtlich wird verlautbart: 21. Tezember, mittags. In den Karpathen macht unser 'An­griff im oberen Flußgebiet der Latorcza gute Fortschritte.