Ausgabe 
19.12.1914
 
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Beilage zur Oberhessischerl Volkszeitmrg 9 tr. 295

fließen, Samstag den 19. 3c,außer 1914.

Hesieund Nachbargebiete.

«iclrennd Umgebung.

Die zweite Sitzung des Hessische» Kricgs- landtags.

In der Zweiten Kammer wurde am Tonneritaz zunächst als landständisches Mitglied bei der Staatsschnldcn- verwaltnng durch Zuruf der Abg. Best (natl.), zu seinen: Stellvertreter Abg. Molthan (Ztr.) gewählt. Tie Wahl eines landständischcn Kontrolleurs und dessen Stellvertreter fiel auf die Kammcrbcamtcn RcgicrungSrat Schenk und Rech- nuugsral Köhler. Tie Regierungsvorlagen über die Ver­schiebung der Landtagswahlcn und über das vereinfachte Entcignungsvcrsahren wurden von der Tagesordnung ab­gesetzt »nd auf die Nachniittagssitznng verlegt.

Die Regierungsvorlage über das Außerkrafttreten von Vorschriften der Städte- und Landgemeinde- ordiiuiig bezweckt die Verschiebung von Wahle» der Stadlver ordnctcn, Genicinderätc, Bürgermeister »nd Beigeordneten, icrncr ngc I bringt sic Abänderungen der Vorschriften »der die Beschliihsähio- m keil der Keiiieindekollegien sur die Tauer des Krieges und bis sechs ,| Monate nach seinem Ende. Dörnach werde» die Ersorderntlse der tklan;» Beschlnhsähigkeit der Stadtverordnetenversammlung »nd des Höst» GenieinderatS dahin ermäßigt, daß zur Beschliißjäliigleit der «lled» Stadtverordnetenversammlung die Anivcsenheit von mehr als der

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Hälfte der

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ge »pH scheinen »nd die Absliinmiing von zwei Drittcile» dieser Ortd- anwesende» htnreiche» soll Untertri-saniveseiiden" werden ave dauernd Anivesciidcn verstanden, eine vorübergehende Ab- wesenheit, etwa durch eine Reise lommt nicht in Betracht.

Abg. t'en» lVbd.s beantragt, daß in den Gemeinden auch der SontroUenr einen Stellvertreter haben soll. ES müßte also :» wild l Artikel 105,2 eingeschaltet werden:oder der vom Bürgermeister . | ernannte Kontrolleur''

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Ter Antrag »nd der ganze Gesetzentwurf iverden sodann ein- I mminin angenommen: ein Antrag Griineivald lVerschiebnng der m »mmiinalivahlcns für erledigt erllärt.

Es folgt die Beratung der Regierungsvorlage b e > r. Aenberung des fr i n a n z g c s e tz e s für 1 !t I 4. Ta der >lricg den Abschluß einer Staatsanleihe für längere Zeitnmög- "'«41. lieht diese Novelle vor, daß die bereits in den letzten - - »vier Jahren ans Anleihekonto bcivilligtcn, teilweise auch schon gc- atme 1 tätigten Ausgaben von rund 18 Millionen Mark auch durch An?' nah fl l,aI>c uon Schavaiiivetsungk» beschafft werden können. Dem Bor- - .1 gange dcS Reiches folgettd. schlägt der Entwurf scrncr vor, in geeigneten stallen ebenso die Ausgabe von Wechseln an Stelle der «chatzanweistinacn zu ermöglichen, da Wechsel ivcqen ihrer größe­ren llmlaufssähigkcit »»ter Ilinslände» zu günstigeren Bcdingnngcn begeben werden können. Ehne Debatte wird das Gesetz ein- stimmig angenommen.

3»m G e s e tz e n t w n r s über den Zuschuß zu den .kosten deS HvfiheaterS in Tarmstadt beantragt der nianzauSschuß' 1. Kabinetts- »nd Hostassc zur Deckung des ans lflldcm Betrieb des Hollheaters ln der Spielzeit 1811 15 z» erwar'cn- H den itehlbctragS ans der Staatskasse rin einmaliger Zuschuß von jBOoo Marl, sowie ein Tarlchen von weiteren r>0 »»fMi Mart per .U stich zu V/i Prozent und rückzahlbar längstens innerhalb 15 ^Wren gewähr! wird. 2. dieser einmalige Zuschuß anS den Bei ^Wtungsciiinahnicn des Etatsjahres 1914 und wenn erforderlich PR Ziischiiffcn der Restefonds sowie, falls dicke erschöpft sein solt- .. t»i. aus Mitteln des Ttaatslredils. das Tarlchen aber erforbcr- kftthenfalls aus Mitteln des Ztaalslredits entnommen wird. tm Wf »itiftimmig wird der AuSschubaiitrag und damit die Vorlage gnt- «heißcn.

Gemeinsam zur Beratung gelangten sodann die Regierung.

N'klagen über die Gewährung von Darlehen an Gemeinden und Rmeindevrebändc und über die Bereitstellung von Mittel» für ne Beichassnng von Arbeitsgelegenheit. Im erstcrcn Entwurf sor «rt die Rcgicruiig die Genehmigung bis zum Gesamtbetrag von ' Millionen Mark Darlehen an die genannte» Körperschaften zu ernähren. Aber nur für den Fall, daß die lltreditinstitntc de 'ander. die t'andcSvrrsiäternngSanstalt und insbesondere auch die 'aiideshiivothekenbank die in den Gemeinden erforderlichen Be- säge nicht mehr bcrcitstellcn können. II. a sollen auch Darlehen ur Ausweiidungcn der Gemeinden zum Bodcnmclivrativns- und kaslcrvcrsorgnngSwcscn gegeben werden. Der zweite Gesetzciit- 'urs entspricht einem von den Fraktionssllhrern gestellten Ei- ichcn an die Regierung, für die Bekämpfung der durch fit Krieg geschaffenen Arbeitslosigkeit V o r - or g c zu treffen. Insgesamt und cs für I 110 ilSli Mark Ar- site», die sich ans die Bereiche der verschiedenen Ministerien ver 'ilen. Kür Hosbaiimese» lDarnistadt und Dolssgarlrnt werdett »gefordert 27:100 Mark, für Domanialkof Mönchhof 29 500 Mark, kubav einer Korftwartwohnnng in Gladhiitten 1-1700 Mark, Weg- aulosten Al 000 Mark. Acuhcrstellungcn in Bad Aauhcim und lolzhaufen 25100 Mark, für Kliniken in Gießen 48 350 Mark, arm,ter 18 000 Wcißbindcrarbeitcn. für Erneuerung der Kalt- äuser im Botanischen Garten zu Tarmstadt 20 500 Mark, fih ienerwohnung am Gvmnasium in Bcnsheim 10 SOO Mark, etcl- >!chc Bcicuchtnngsanlagcn am Lehrerseminar zu Friedbcrg und tzninastum Büdingen 8800 Mark. Zentralheizung im LudwigS- tmnaßum Eiießen 12 800 Mark. PhilippShospita! ('ioddclan 18 880 kork. Heilanstalt Heppenheim 18 210 2>Iark, in Alzen 18 4M0 Mack, ntbindungSanstalt in Mainz 5500 Mark. Zd,otr»a»stc.Ii bei Darm- adt 24 850 Mark, Arbeitshaus Dieburg -'7 100 erichiSgebäudc in Tarmstadt sowie Provinzialaricsthaus 22 tlk-<i >ark, Amtsgericht Lanbach 1KHHI Mark, clektriswe Belcuchlungs- tlagen an den Amtsgerichten Kiirth. Reinhcim. G r o ß - mstadt, Büdingen, lsppcnhcim. Lanbach, Riedcrolm, Hirsch >rn. Cchottcn, Dbcringclheim. und Wörrstadt, zusammen 8l«l0 ark, Lanbeszuchthans Maricnschloß 20100 Mark, altes vicrichtr- bände zu Gießen 8500 Mark, Hanvtstcucramt daselbst II 1* »tf, Herstellungen am TampsbootHajsia" 4500 Mark. Anstrich r Eisenkonstriiktioii an der Kostheimer Mainbriickc 18 00k» Mark, e u b a u eines 8 r c i s a m r sg c b ä n d c s in O s s c n b a ch >0 000 Mark Baiikostc». ab Erlös vom alten Gebäude 150 (ton »rf und Anteil des Kreises am Aenbau 108 0t»0 Markt 142 fMH» axl und 31 000 Mar! Kosten weiteren Baugeländes, Hebammen- o^onstalt Mainz 8110kl Mark, Kurfürstliches schloß zn Mainz o0k> Mart, Bcrbeffcrnng von Hnlweidcn in, Bogclsbcrg 200 000 ark sdic andere Hälfte hätten die Gemeinden zu tragens, Ilm- """ Eichcnsckiälwaldunacn in Hutwciden im Odenwald 00 kl Mark lGesamtkosten 48 00t». davon ' . zu Lasten der Gemein 1 ä» Lasten der Privatcns, Regillicrnngcn der Lumda in sie Allertshausen 14 000 Mark, in Gemarkung Oiambach .7'" .'^ark. der Aidda in Gemarkung Aidba 50 000. sowie dcs »»" Entwässerung der Eich-Gimbshcimer Aicdcriing 1600 Mark"^" "0 »00 Mar,, hiervon als Ttaatsziischliß

^.^ariinbun« der Regierungsvorlage heißt es «. a. -2. --Aktien der weiter erforderlich werdende» Mittel ->» für

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damit zusaniiiienhängendci, Kosten in einer Gcsamthöhe von 228000 »hark, bs lür den Aeuban eines inineralogischen Znftituis n> Gießen 118 000 Mark. <) für den Bau einer Hofdiblloll^I slaaisarchiv und Denkmalarchiv >» Darmiiadt mit eine», Kostri. auswand von 1 150 000 Mark ivird dcninächst hesondere Voriage ergehen."

khne Debatic werden die beide» Vorlagen angenommen

,1» der A a ch,n , t I a q s s > tz n g verlas Präsident Köhler znn-tchst den Tageober 1« rou, östliche» ürisgsschanpßiy in sein es heißt, daß die !apirrte 0 wc'lprenßiichcr und Iicssitche, Rqst menter die Entscheidung zum Ruck zi g der Russen gebrach« I>U>«! i(r Redner firtir fort: Wem drängt sich hi«ik><, nickn in Begriste rung ein Raine ans de» Mund: Hindenbnrg! lBravols Laste» Die »ns dieses groß«» ,>nl,r«rs in nnicrer Brrlanimlung gedenke., mz- ruien: Er und die icpicr«., Knippen, die Ines« gnrße !a< im Cfttn vollbrachi lsiben. inionäerl,«» e.t>er niiieve wacker«» Hefte», sie Iel>«n hoch! lDic Bersanmiiiing stimmt i de» dreimalige« Hochruf ekn.s

Danii tritt das Haus in die Beratung der Regicruugsvorloge über die BerschiebiiNg der Wahlen zum 17. Landiog ein.

Zu Artikel 2 hatte» die Lazialdemolvate» eine» Zuiav beau- <:>igt. durch den für diese nächsten Wahlen die dkciluninuzgrn ül>er die Pliirailomwend die Zirnerrricksiaiidsllausrl ebeusalls außer »vait gesetzt werde» sollten. Zu, Ansicheiß ivnrdk der Anlia« gea.-n tie Stimmen der Abg. Tr. ,1n,G> und Reh abaelechn. Auch das Plsniii» letnit diese Aenderuiig at> m»d lumuil das ga:i.>c Gejev ehr weitere Delmtte an.

Es folgt die R c g j« r g s v o r f g g r si c t r. ein verein lachte S E n ke, g» » ng »v e ria h rr » zur Brscha!i»n-,i von Aibeilszielegc.ihcit und zur Beschäftigung von Krirgsgesanicnen Mil klrineii Abändcruimen aus An«c,>g ,tu!da Hane der Ausschuß Annahme des Gesetzes rnipsohlen. Das Hans beßhiwßi jo olsic Delmite.

Staatäminifter v. E ivald bring! hieraus ein Daiitt«legramm brs Grußher.zvgs an die Giden Kammern zn> Keinitnis drs H» o», Anschluß hieran sprich, er- den Dank der Regien,ng ,'iir die hei der Vcrabschiebnnz der 2<orlage deknndc!« Einmütigkeit ans

Präsident Köhler: Die Kammer habe > i> Ihre SchnUligkei, getan. lBiavu!» Wenn die Anisorteriing an die Hessen «:g«ht. Tecne zu halten, so lieben sie mxi> niemals versagt, und auch i» bieicr ernsten Zeit wollten wir d.:rck, die Haltung der Bolksver lretung zn deutlichem Ausdruck brnnien, daß wir Helfe» »ns durch iinscre deiitichen Bruder inchi in der Treue überireiien lasten wollen. lLebh. Beifall > Rögen niijerer Welirmacht Eriolgcn noch weitere iolgen. Möch,:en sich aber alle, die i.-bi draußen ewr dein sskind stehen, von allen Ski, -heilen»h Kkiakichleit«» des täglichen Lebens sernhalte», möckitrn sie in dieser gewalttgcn Zeit sieis groß bleiben und niöcksten sie auch in der schivexn Lage des V.rierlandeS allezeit opferbereit bleiben, ivie sic >s ieitkier geivesen sind! Tenn der Dpicr, die von dem dc»!sch>en Valcrlandc geiordect iverden. >v«r du noch vielerlei sei». Von dem Verhalten der Daheimgcbtiebenen bängt aber zum guten Teil der e»»!l-t>e Erfolg auch mit ab (Zu siiminiing.s M>ß»e iedcr in seinem Kreise wirken, daß das gsinze Volk stets würdig derer sei. Sie dranßc.i vor dem sseiode fechten. lBravols Wir als Vettreter des Volkes loollcn stets bereit sein, so viel es an nns liegt nutz io weit es r» »nirrer Macht siekst, »üt .'tfrlfen. niitz»raten und mikzutaten, um in dieser schn-eren Zeit das Richtige vorzi,bereiten und durch,znsiihrcn. daß unser« Volks iv:itsch«is! in allen Teilen dies« schwere Zeit iil>«rstehen kann und nicht Rot leidet Wenn wir jetzt auseinandergehen mnt, »nsercr Arlwit, so ivoilen ivir das Inn mit dein Rufe: Deiitichlaird, iniserc Heimat, unser Vaterland, iih das loir kämpfen, fiir das wir siegen wollen, fiir doS wir aber auch, wenn es noltut, leihen und sterben wollen es lebe lwck,! <An das dreimalige Hock», schließen ssch leb hafte Vravonise)

Tomit schließt die Litzung.

In der Lrsten .(»n»n,ner worden die säintlichen erwähnten Vorlagen ohne Tebattc noch den Beschlüssen des anderen

Hanfes angenommen.

Tic stlllltlichc Kiiklis-ArbcitSbkschaffnilc; in Heffk»

Ter sUnanzattsschus; der Zwciien Kammer tagte aiv Ticnstag unter dem Vorsitz des Abg. Tr. Lsann, nm die R e gier n n gS Vorlage betr. die B e t e i t st c l I n n g von Mitteln zur B e s ch a s s n n g von A r b e i t s g c« l c g c » fi c i 1 zn beraten. Von der Regierung wohnten die drei Minister, Staatsrat Tr. Becker und die Ministerialräte Hölzinger, Tr. Weber. Schliephacke und Tr. Kratz, sowie kßesi. L'bcrbaurat Klingclhöfer den Verhandlungen bei. Nach Art. I des Entwurfes sollen die unter Kap. 2. 28, 94. 103 und 101 des Voranschlags fiir 1915 vcrzeichneten Ausgaben mit zns. 470 980 Mk. aus- den Vcrwaltungscinnahmen für 1915, evcntl. anS Staatskredit, scrncr die unter Kap. 2 Per- zeichneten Ausgaben von 25 100 Mark ans den für 1915 aus den Badeanstalten Bad Nauheim und Bad Salzhanscn zu erwartenden Einnahmen und die unter Kap. 128nd 132 vcrzeichneten Ausgaben von 631 200 Mk. aus Mitteln des Stantskredits flüssig gemacht werden. In Slrt. 2 wird die Regierung ermächtigt, zur Besekiaffung der notwendige» Mittel Schuldvel-chreibiingen, Schatzanweisungcn usw. auszugcbcn.

Tic Hordernngc» setzen sich wie folgt zusanunen: In.

Kap. 2 Ho f b a » w c s e n: Herstclliingen ini Residenzschloß Tarmitadt <>.500 Mk., Herstellungen, Ausbau des Tachsiocteß 7-800 Mk. Zür Herstellungen im Tomanialhof Mönchhot 13 500 Mk. und >6 000 Mk. Neubau auf der Iorstwartei QHa-J- Hütten 13 700 Mk. Verschiedenes 58 000 Mk. In. Kap. 8 Bad Na u Heini: Isolierung der Tcrmalleitungen, Ver­legung der Puinpwerke in Bad Nauheim 16 000 Mk., Er- lichtiing eines neuen tssradierbnues in Bad Salzhansen 9100 Mark. In. Kap. 28 Z c n t r a I b a u w c s c n: Herstellungen in Iraiicnklinik, der Univerntätsbibiliothek. Gewächshäuser im Botanische» Garten. Physik. Ehem. Institut in Gießen 57 050 Mk. Zür die Tech». Hochschule T a r m st a d I: Botauisclien Garten 20 500 Mk., Gymnasium z» Benslieim, Errichtung einer TicniNvohnnng 10 800 Mk. Jur Her­stellungen im Lehrerseminar zu Fricdberg, Gymnasium zu Büdingen, Landgraf Lndwig-Gymnasium zu Gießen (Zentral- hriznng). Landes Heilanstalt Hosheim bei Goddelau. Landes- bcilairstalt Heppenheim, Land:-i Heilanstalt Alzey, Hebammen- lebranstalt in Mainz, Alicestijt bei Darmstadt, Arbeitshaus Ticburg, zusammen 224 730 Mk. In. Kav. 9-l Justiz- Wesen: Neubauten und größere Herstellungen im Neuen Jnstizgebäude in Tarmstadt 12 KM Mk. Altes Gerichts- gebändc daielbst 50 Mk. Provinziälarrestbaus Tarmstadt 5100 Mk. Amtsgericht Lanbackz 9000 Mk. Einführung von

c Krwcitcrunz des Amts- -ichtsgebäudes zu Lfscnbach und die I c.'cttrisclwr Beleuchtung in verschiedenen Amtsgerichten und

Hafttokalcn <>3<l0 Mk. Lande znchtlians Marienfchloß. Kirckx'n- fcnstcr, neue Lrgclnd Kläranlage 29 Kto Mk. Elektrische Beleuchtung im alten Gerichtsgcbändc zn Gießen 8SÜ0 Mk. In. Kap. 103 Finanz in i n i st c r i n in: Elcktrisckv Be­leuchtung im Hanptstcneranitsgedäude in Gießen 1111X1 Mk. Hcritellimg am Dainpfboot . Hassia" I74XI Mk. Anstrich der Mainbrückc bei Kostkei», 10 '«m> Mk. In. Kap. 128 Neu- b a n eines A m t » g e r i ch t s g e b ä n d e s in Offen- bach 15 0kXl Mk. Hebammenlehranstalt in Mainz 63 ltX> Mark. Knrsürstliches Schloß in Mainz letzte Rate 51000 Mark. Kap. 132 Verbesserung der Hulweiden im VogelS- vcrg 290 ixxi Mk. ttmwandlnng der EichensäXilwaUnirtgrn in Hntw>ciden im Odenwald 20lXX> Mk. Verschiedene Back> rrgulicriingen der Lumda, Nidda usw. 171 lXX) Mk. Die Ge- saintfordcrung beträgt 1 117 280 Mk.

I» der Begründung wird ausgrsülirt, daß aus sriiäcrcn Bewilligungen no«I> ein ansehnliesier Betrag zur Verfügung sicht, ans dem besonders dein Handwerk lind der Indnskiie Arbeit »nd Verdienst zugewiesen u>erde» kan». E: muß indessen mit der 'Möglichkeit gerechnet nierden, daß

das Bedürfni - nach Arbeit »nd Verdienst noch steigert, ''odaß der Staat auch snr vermehrte Arbeitsgelegenlieit wird i 0 !sc-i müstc». Tie vo>geschlagenen Arbeiten sind diirckstveg '.oiwendig. zum großen Teil auch ivertschiisend,- und wcrt- steigernde Ausgaben. Ter Ausschuß hgt die Anforderungen' r > >> it i in in i g g u t g c h e i ß r n. Weitere Ltorlagen wer­den in Aussicht gestellt.

Liricg, Privnttzandel und Ko»»s«mvereine.

In der Kriegszeit erlangten die Konsumvereine aus dem Gebiete der Warcuversorgung erhöhte Bedeutung. Das :ritsl besonders zu auf die Preisgestaltung der Ware. Tei ptiexilc Kleinhandel nützte besonders die ersten Kriegswoelien vielsact, zn einer unerhörten »nd in den Perliällnissen selbst nicht bcgrlindrten Versteuerung wichtiger Lebens- und Ge- nußmittel aus. Das nervo« gewordene Publiknm leistete diesem Beginnen leider sehr häufig noch Vorschub, indem es in unsinnigster Weise die Verkans-släden bestürnite. Davon machten die Konjnmveieinsmitglieder ztvar keine Ausnahme, aber und das ist das Bedeutsame - - sie konnten die Waren, soweit der Vorrat reichte, zn den alten Preisen enl- nehinen. In diesen Tagen waren die Ilnlerschiede im Preis der Waren im Privatgeschäft und im Konsumverein oft enorm! Und hätten die Rtitglieder der Konsumvereine die nötige Ruhe bew>il>rt und nicht planlos eingelanst, dann hätten alle ans Rtonale liinans viele notnumdige Waren zn' alten Preisen haben könne». Eine gleichmäßigere Ver­teilung wäre dann möglich gewesen, während so wenige kanf- kräftige Mitglieder große Vorräte jaminel» konnten, die meisten ärmeren aber diesen Vorteil nicht hatten und später die neu hereinkomnieiiden Waren teurer bezahlen mntzten. Tic Geselsäftsleitungen der Konsumvereine l-aben ja bald den Masseneinkäufen einen Riegel vorgeschoben, indem sie die viclbegehrten nötigsten Produkte nur noch in kleineren Mengen abgaben.

TrotzalledetN haben die Konsninvereinc in dieser Zeit in vielen Fälle» besonders die großen tstenalicnfklxiflen eine preisregulierende Wirkung nach unten entwickelt, die häiisig nicht nur den Mitgliedern, sondern auch der Allge­meinheit zugute kam. Tenn die niedrigeren Warenpreise im Konsiintverein zwangen am Ende auch den private» Klein­handel. in den Preissteigerungen Maß zn l-alten oder mit den Preisen wieder zurüifzngkhen. Tas ist den Konsuln- vcreinen auch von Behörden und Stadtverwaltungen ösfcnt- lich und rückhaltsioS beicheinigt worden. So z. B. in Königs­berg, wo die wirt'chaftliche» KriegSnöte zeitweise besonders groß Ware». Tort wurde in öisentlicher Stadtverordneten­sitzung diese gute Wirkitng des KonsniiivcreinS ausdrücklich anerkannt und betont, daß er zahlreiche Ware» wesentlich billiger verkaufte, >vic die private» Geschäfte »nd daß seine Preise zum Teil bedeutend niedriger waren, alS die amtlich festgesetzten Höchstpreise, die leider in der Regel Normal­preise werden. Dabei wurden etwa ein Tuhend verschiedene wichtige Lebensmittel genannt, auf die daS zutraf. Auch der Lbcrbürgcrmcistcr gab das zu und erklärte, daß er gerade deswegen dazu beigetrapen habe, den Weiterbctricb der mustergiltigcn" Einrichtungen des Konsnnivereins z» er- niöglichen. Von Wiesbaden wird ähnliches berichtet und in incr großen Reihe von Städten liegt es ebenso. Es ist des­halb nur im allgemeinen Interesse, N>enn verschiedene zen­trale Reickis- und Staatsbehörden durch Erklärungen die Verbote beseitigen, die vielen Reichs- und Ttoatsbeamtcn vor dem Kriege unmöglich machlen, die Mitgliedschaft in incm Konsliinvcrein z» erwerben. Mögen sich die Konsum- Vereine noch mehr als bisher ihrer sozialen Aufgaben und Pflichten bewußt werden! Tie Folge davon wird eine starke Erhöhung ihres Ansehens nnd der Zahl der Mitglieder sein.

Tie Kritgsversichernnq der Bolksversichcrulls;.

Tie Sorge um das Wohlergehen der Familien der ins Feld gezogenen Mitbürger ist als eine wichtige soziale Aus­gabe allgemein anerkannt. Tiefes Wohlergehen ist dadurch auf eine harte Probe gestellt, daß die Väter jetzt auch über Weihnachten hinaus im harten Tienite fürs Vaterland im Feld aushaiten müssen. Tas Weibnachtssest wird daher für die Frauen und Kinder in der Heimat sehr getrübt und durch die Sorge um das Leben des Ernährers in vielen Familien noch unangenehm beeinträchtigt werden. Wer daher dazu öcitragen kann, diese berechtigte wenig freudvolle Stimmung zu hebe», tut ein gutes Werk. Von vielen Seiten wird gerne dazu bcigetragen werden, Freude zn bereiten und auch das Fest diesen so schwer Betroffenen zu verschönern.

Tieje Freude kann bereitet werden, wenn den Familieitz