Ausgabe 
17.12.1914
 
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Wmpfcn, könne an wichtigeren Stellen verhängnisvolle Folge»

Das Schicksal der Russen in Unaarn.

Budapest, 16. Tez. Ter Pesti Hirlap meldet: Tie letzte Abtcftung russischer Truppen, d.e in da- -aroser Kpmi.at ..-gedrungen waren, »,t ge,lern völlig ausgerieben worden. Un,cre Truppen hatten den Feind zwischen Bo-kop und Napedobra angegriffen und fluchtartig znrückgeschlagrn Tir Russen verloren mehr als 1200 Tote und Verwundete E,w» M, Mann wurden gefangen genommen, viele Maschinen gewchrc und Munition erbeutet. Tie Verfolgung wird fort- gesetzt.

Italiens Neutralität.

Rom. 1«. Tez. Wie zu erwarten war, hat auch die Senat»-

?rHrf- m r i tr * iJf» C * n# U « a n W und vieldeutige Au».

aller Redner der Regierung volle Freiheit der cnd- gllltigen Entschließungen gelassen, ober auch keinen Fingerzeig siir die Bewahrung oder das «ufgeben der Neutralität geliefert. Tie Prelle kann daher die Lenaisdeballe je nach dem Parteistanbpunkte interpretieren. Lsfenherziger als alle anderen Redner kennzeich­nen dargelottt die wahren Motive der KriegSparlei. Er sagte: Die Aufgabe oer italienischen Neutralität zugunsten des Drei« verbände» wllrbe uns den Umsturz und Hivei schwere Kriege zu ^ribe und zur Lee aufnötigen. Ter gegenwärtige ungeheure Konjiikt muh mit der völligen Niederwerfung eines Teiles enden Jedenfalls muh leder einsichtige die Lrganisati-n, Stärke und Schlagkraft Deutschland» bewundern. Es «st nicht daran zu denken dah Italien die Waffen gegen feine Berblindelen kehren würde.

Revolutionäre Russen.

Ueber die Verhängung des versckzärsten Kriegszustandes über Petersburg bringt das Stockholmer Tagblad inter- cssante Einzelheiten. Es wurde eine weitverzweigte Verschwörung ausgedeckt. Die Petersburger Universität sowre alle anderen Hochschulen sind polizeilich ge- schlossen worden.

Nach einer der Wiener Politischen Korrespondenz aus Bukarest zugehenden Mitteilung berichten aus Rußland dort eingetroffene Reisende, das, nicht nur die Führer der sozio- listischcn, sondern auch überhaupt alle radikalen Mitglieder der Duma verhaftet worden sind.

Der Hessische Kriegslandtag.

Tie hefsischc Zweite Siänbekammer trat heute zusammen. Aus dem Platze bei gefallenen Abgeordneten Tr. Borhcimcr, Lamperi- Heim-Worms, lag ei» Lorbeerkranz, in dcsien rotweißer Schleis« das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse prangte, mit dem der Gefallen« ausgezeichnet worden ist. Tir Abgeordneten sind vollzählig erschienen. Tic Abgeordneten Weber und Lutz sind mit dem Eisernen Kreuz geschmückt, die Abgeordneten Finger und Nrsiadt tragen seldgran. Bei der vorläufigen Bildung der Zweiten Kammer berust Tr. Best den im Jahre 18:18 geborenen Abg. Schönberger zum Alterspräsidenten. Tiefer beruft zu Schrlst- führern die Abgg. Finger und Damm, die dieses Amt bisher schon bekleidet hatten. Durch Zuruf wurde der bisherige Präsident Kühlcr-Worm» znm 1. Präsidenten wiedcrgewählt. Der Alters­präsident Schönberger drückt den Wunsch aus. dasi er bald das Ende diese» mörderischen Krieges erleben möge. iBcisall.) Präsi­dent Köhler dankt für seine Berufung als Präsident des ÄriegS- landtoges und hofft, dost recht bald die Zeit kommen werde, wo er das Amt in die Bände der Abgeordneten zurllcklegen könne. (Beifall.) Der Abg. ikorcll-Angenroth wurde zum zweiten und der Abg. Dr. Schmitt-Mainz zum dritte» Präsidenten gewählt.

In der Ersten Kammer erfolgte die vorläufige Bildung in gleicher Weise durch den StaatSrat Willbrandt. Anstelle des ver­storbenen ersten Präsidenten, Graf Görtz-Schlitz. hat der Groß- hcrzog de» Fürsten SolmS-Lich berufen, der bisher zweiter Präsi- dent war. Als zweiter Präsident wurde der Fürst Leitungen und als dritter Freiherr von Heyl gewählt, der das Amt bisher schon inne hatte.

Ter Eröfsnung des gesamten Landtags erfolgte um 12/i Uhr Im Saale der 2. Kammer durch den Staatsminister Tr. v. Ewald.

Zu der vorläufigen Bildung der Zweiten Kammer ist noch nachzutragen, dast die Präsidentenwahl, weil sic durch Zuruf vor­genommen wurde, nach der neuen Geschäftsordnung ungültig ist. Daher wurde eine Zettelwahl vorgcnommcn, die das gleiche Reful- tat zeitigte. In zwei Wablnängen wurden die Schristfllhrcr und deren Stellvertreter gewählt. Ans Vorschlag des Abg. Tr. Osann wurden zu Schriftführern Tamm (frcis.) und Raab lSoz.s, als deren Stellvertreter Lutz und Finger gewühlt. In der Ersten Kammer würben zu Sekretären (Schriftführern) ge­wählt Freiherr v. N i c d e f c l uitd Fürst Fsenburg-Bir- st e i n. als deren Stellvertreter Dr. Strecker- Mainz und Land- gerichispräsidcnt Hange»- Mainz.

Um 12V* Uhr kamen die Herren der Ersten Kan,n,er in den Sitzungssaal der Zweiten Kammer und nahmen aus der Rechten Platz, während die Abgeordneten der Zweiten Kammer sich aus der Linken plazierten. Auster de» Ministern waren auch die Staats­räte zahlreich erschienen.

StaatSminister Tr. v. Ewald erössnctc den ÜriegSlandtag mit einer längeren Ansprache, in der er des großen Mutes der hessischen Regimenter gedachte, die brausten geschloffen mit den anderen deutschen Brüdern in den Kamps um unser Dasein ge­treten sind. Er sllhrte die Ausgaben an, die dieser Kriegslandtag zu bewältigen habe, und übermittelte Grüße vom Grostherzog, der die Zuversicht hege, daß die zu beschließenden Maßnahmen deS Landtages die wirtschaftlichen Krüstc des Landes erhallen, und daß das Ziel recht bald erreicht und ei» dauernder sicherer Friede er­kämpft werde. Für den znrückgetretenen Prälaten Flüring wird Prälat Euler und für den verstorbenen Grafe» Görtz-Schlitz wird deffen Sohn als Mitglied der Ersten Kammer vereidig». Fürst Solms-Lich brachte ein Hoch auf den Großherzoa au», bei dem die Sozialdemokraten stehen bleiben, aber nicht einstimmten, und liest sich ermächtigen, dem Grostherzog ein BegrüßungStelegramm zu senden. Hierauf verließen die Mitglieder der Ersten Kammer den Eaal.

Präsident Köhler erösfnetc hieraus die erste ordentliche Sitzung der Zweiten Kammer. In seiner Ansprache betonte er be­sonders die kinmlltiakeit des deutsche» Volkes und brachte ein Hoch aus Heer und Vaterland aus. Er begrüßte die in llnisorm er­schienenen Abgeordneten besonders und gedachte des gefallenen Abgeordneten Tr. Borbeimcr, sowie des am 7. Oktober verstorbe­ne» Grafe» Görtz-Zchliv. deren Andenken die Kammer durck Er­heben von den Sitzen ehrte. Tie bisherigen AnSfchüffe wurden wiederoewählt.

Nächste Sitzung morgen vormittag Ist Uhr

Vartein«, ckiricht::

Ter Fall Liebknecht.

Zur Angelegenheit Liebknecht schreibt e Leipziger Bol Zeitung:

^Jn einem nicht kleinen Teil »: £- Parteipreffc ir Kenoffe Liebknecht zurzeit Spießruten la. icn. Er hat durch Ic Abstimmung in, Rcich-iag einen unerhörten T>rzipli»drnch gangen, so wird erklärt, einen TiSzipünbruch, den st» Partei nicht gefallen lasten kann und darf. Ter Bolkswille Hannover, der bei Bug-elbcwilligungsasfärcn sehr milde: u Tlsziplinbrcchcr zu urteilen pflegt«, ist besonders eifrig. Er noch einen zweiten Tisziplinbruch Liebknechts entdeckt, nam lemc dem ReichStagSpräsidente» eingereichte, von diesem »nt

drückte Erklärung, die die Abstimniung begründete. Ter Volks­wille findet das Verhalten de» Genoffen Liebknechtungeheuer­lich", feine Duldung wäre der Anfang vom Ende der Partei ufw. Das VoikSbialt für Anhalt meinte, man könne Liebknecht» Verhalten nur verstkhen, wenn er anch die Konsequenz und den Mut bezeige, sich au« eiaenem Entfchluß von dieser Fraktion und dieser Partei zu trennen und eine eigene, eine neue Partei zu bilden. E» fehlt auch nicht an Stimmen, die deutlich den A»»- schinß Liebknecht» fordern. Am deutlichsten werden einige GewerkschaftSblätter. In der letzten Rümmer de» Korrcfpoiidenzblaitt» der Generalkommission wird zwar nicht der Ausschluß direkt gefordert, dafür aber wird gesagt: . . Wer in einer solchen Lage deS Landes die zu feiner Ver­teidigung und Aufrechterbaitung seiner Selbsländigkeii geforder­ten Mittel verweigerk, kan» damit nur bekunden, daß es ihm gleichgültig ist. wenn die feindlichen Heere die Verwüstungen de» Kriege» mi, ihrer ganzen Schwere, die der beutige Krieg mit sich bringt, ln bas eigene Land binrintragen . . *

Genoffc Liebknecht kann sich jetzt in der Oessentlichkelt nlcht verteidigen. Es müßte daher unser« Erachten» für die Partei- preffe «in selbstverständliche» Gebot de» Anstande» sein, die Sache so lange nicht zu erörtern, bi» ihm die Möglichkeit ossencr Sprache gegeben ist. Entscheiden kann, da» wiederholen wir, nur der Parteitag. Und che er zuiammentritt, wird noch Gelegenheit zu genügender Autsprach« setn.

Wir find anderer Ansicht, al» unser Leipziger Parieiblatt. Zunächst dürste noch vor dem Parteitag die Reichltag»- f r a k t i o n zu entscheiden haben, ob sie einen Mann noch in ihren Reihen dulden kann, der so wie Liebknecht ln Lebentsragen der Partei entgegen den Bcschlllffen der Fraktion handelt. Wir begreifen aber auch die zarte Sorge nicht, die au» obigen Au», sllhrungen um die Erholtung Liebknechl« für die Partei spricht. In viel, viel weniger wichtigen Fällen von Tisziplinbruch habe» gerade Parteiblätter wie die Leipziger VolkSzeitnng die Beseiti­gung der Sünder au» der Partei gefordert. Wir erinnern hier nur an den Fall Hiibebrand. Warum soll sich übrigen» Lieb­knecht jetzt nicht vertetbiaen können? Er konnte doch trotz seiner ersten Abstimmung im Auslände die ReichStagsfraktion wegen des Beichluffes vom!. August angreifen, die dagegen jedenfalls wehrlos war. Man muß sich schon auf den Standpunkt Rosa Luxemburgs stellen, die nicht Liebknecht, sondern die anderen 110 sozialdemokratischen Rcichsingsabgeordiiclen de» Bruch» der Ti»- zjplin und der Partelgrundsätzr schuldig bält, um noch den schützen­den Schild über den TiSziplinbrecher Liebknechl halten zu können.

Hessen und Nachbargebiete.

und Umgebung.

An unsere Leser. Durch einen plötzlich eingekretmen Wechsel in unserem Trägerpersonal sind gestern verschiedene Abonnenten nicht in den Besitz unseres Blattes gelangt. Tas- selbe konnte den Betresfenden erst I>eute morgen zugestellt werden. Bei nicht pünktlicher Zustellunzi in den nächsten Tagen bitten wir um Nachsicht und sofortige Mitteilung an unsere Geschäftsstelle, damit Abhilfe geschaffen werden kann.

Unsere Beleuchtung. Immer empfindlicher macht sick die mangelnde Zufuhr von Petroleum fühlbar, die-Menge, welche gebraucht wird, kann nur zu einem Bruchteile geliefert werden. Daß rumänisch« Petroleum wird zu enorm hoben Preisen angcboten, wobei es fraglich ist, ob und wie lange dieses noch geliefert werden kann. Diese Verhältnisse zwingen dazu, den Bezug von Gas und elektrischem Strom nach Möglichkeit zu erleichtern und in verschiedenen Städten sind in dieser Beziehung Reformen geschaffen wor­den. Zum Beispiel wurden von den Berliner städftschen Gaswerken die weitgehendsten Erleichterungen für den Be­zug von Gas vorgesehen. Dort iverdcn in Häusern, welche noch keine Gaszuleitungen haben, diese auf städtische Kosten hcrgestellt, sobald ein hinlänglicher Gasverbrauch in Aus­sicht steht. Gasabnebmer, welche eine Sicherheit nicht hinter- lcgen können, erl-alten an Stelle von gewöhnlichen Gas- mefsern Munzgasmesser (sogenannte Automaten) miets- und kostenfrei aufgestellt und das Gas zu einem Preise geliefert, welcher unter Zugrundelegung des gewöhnlichen Gaspreises berechnet wird. Es werden mittels dieser (neuen) Münz- gasmesser für 10 Pfg. 750 Liter GaS und, falls solche Münz- gasmesser zur ausschließlichen Entnahme von Gas für Heiz- zwecke, zum Motorbetrieb oder zur zentralen Warmwafser- versorgung benutzt werden, sogar 875 Liter abgegeben. Wer nicht im Besitz der erforderlichen Beleuchtungskörper und Kochapparate ist, kann solche bei gleichzeitiger kostenfreier Aufstellung eines Münzgasmessers von den Gaswerken ge­liefert erhalten und bezieht für 10 Pfg. 675 Liter Gas: in dem Gaspreise ist der Mietzins für sämtliche vorgehaltenen Einrichtungsgcgenstände einbegriffen. Diese letztere Art von Münzgasmcssern ist in Berlin bereits feit Jahren eingcführt. Auch Gasheizöfen stellen die Gaswerke mictsweise auf. In anderen Orten sind auch für den Bezug von elektrischem Strom Erleichterungen geschaffen worden. In Gießen wird darüber gegenwärtig in den betreffenden städtischen Kom­missionen beraten. Hoffentlich führen die Beratungen dazu, daß es allen Einwohnern ermöglicht wird, ihre Wohnungen diese Leucbtmittcl zuzuführen. Tas liegt auch im Interesse der Entwicklung der städtischen Werke und schließlich würde es auch dazu beitragen, daß die ungeheuren Gewinne der Pctrolcum-Kapitalistcn nicht ins 11 ngemessene steigen.

Tic Maul- und Klauenseuche in Gießen. Einer Be­kanntmachung des Krcisamts zufolge werden in Rücksicht auf die Maul- und Klauenseuche folgende Bezirke gebildet:

1. Sperrbezirk: Ter von der Neustadt, Westanlage von der Neustadt bis zur Bahnhofstraße und von der Babnhos- straße, Westanlage bl.- »r Neustadt begrenzte Stadtteil:

2. Beobacht »na-gebiet: TaS Gebiet der Stadt

Gieße:: mit Rusncsi : > dee Sperrgebiets.

Familien llntcr'iüüung für die Kriegsteilnehmer. Es fei darauf hingewicfen, daß nach einem Erlaß des Reichs- kanzlers im Falle der Bedürftigkeit auch die Familien der- jenigcn Mannschaften Anspruch auf Unterstützung hoben, die im Herbste dieses Jahre ihre Xtenftpffidüt beendet hatten, u&cr nickt entlassen worden sind, ferner die als Kriegsfrei­willige eingetrcten sind. Wir weisen auf die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in der hutigen Nummer bin.

lieber »je Behandlung deutscher Gefangener in Frankreich fanden wir ineicr Tage noch mehrere in einem Parieiblatt abge­druckte Brtere. dir wir im Anschluß an unsere gestrigen Bemerkurn- gen die: wiedergtzben wollen und in denen die Schreiber sich mit Beipileguna ut'w. zufrieden eitiären. In einem Briefe an» Bevge- rac. 28. September heißt «S:Ich bin bei Bitrp de la Franeois verwundet worden, Hab« sechs Tage auf dem Schlachtfelde ohne Nahrung gelegen mid bin in französische Hände gefallen. Ich erhielt

einen Scbuß m den rechten Fvf,. Am 2st. Leptcinber hat eine jung« französische Dam« vom Roten Kreuz dao Geschoß sehr geschickt ent- l«rm. Wir haben e» sein »>;. Gr» Effen ist vorzüglich und reichlich. Auch die Franzosen sindsehrsreundlich mit UNS. De, Ort. ivo wir sind, ist Ivst Kiloincrcr von Tßirdcatir und 800 Site» nwter von der deutschen Grenze entfernt ..." In ttuent arideren Briese, der vor einigen Tagen in der Leipziger BoskSztg. abgednickt wurde, schreibt ein Krieger seiner Fran u a.:Ich bin noch bm-uer gcsuird. iva- ich mich oon Dir huzfa. Ich gebe immer arbeiten, dos >si ai>er kein gaznuegenes. fänder» freiwilliges. Ti« Franzose» findgut miku»» iah geben» >o.rs ln ihren Kräfte» siehr. Tnrch da» Att'eiten vergeht di« Zeit (mw* leichter. Wir ^kommen «ich Löhnung vom Staat, d Znmme.v und für die «rtxil etivaü anher- dem To» Effen if, g>tt und genug. Ich hosse, daß di« Sache nicht: mehr so lange dauert, denn ich denke doch so mazuhmal an die liebe Heinutt. Ich sudle mich fo gang rvn Gott und aller Welt ad,ze- sch6«ffen. In der Hossnnng. daß wir Weihnachten zu Hause ui um- s«rm Heim seierii SVmwtv oerbleibe nb Dein lieber Mam».' Natürlich ivollc» wir damit inchl sagen. Giß unsere t^oia,i,«-nen überall so gut l-ehaindoli werden.

Burgfrieden und ArbeiiSvrehällni». Vom Tabak>»k- dei I« rv« rba n d wird geschrtebvii: Gleich zu TKgitm de» We»- kriegoz sind die Gowerdsichogten dazu iii>evgegatigen, im ,fuiereff« Burgsr.edene keine wirtschaftlui»«» Kample .zu suhrcn und nnogiuhii. alle Fragen da» Arbeiisoerhülriüffea dnrckt Bildmzg von Arboibe gerneiu-ichallen zwischen Aihkiigeberm und Ailwitnelnuer» >>der deren Oraamsatioiien ,-n regeln. Anch die Verwainiiigsstelle Giesen des TadaSarbkiter-rrerbarndes hat zweinml den versinh gemacht, mit dem Vorstand de» liieren«» der Tahakinduftriellen «in« solche !i>eveni- barnng ju drefseiz. wurde at>er jedroinal al>,iervlefeik uitk der Lllott» vieruna. daß di« Tal'aksaf'rthonten chren Ariwidcrn iveit eingcgen- kommrn witrhen. Wie diese» Entgcgeiisoiiniwn me» «nisstehi schein« di« Firma Rinn -V Eloos duräi die neueste Einfübrimg beweisen zu wollen, die jetzt m allen Orten, ivo Frlialen sind, die vier zehntägige Lohnzahlung «iizgesichrt hat Taß diesoo eine Verschlechterung de» Arbein»verhälni,>ffos bedeutet oibl di« Firma salbst zu. ivonn anch nur für die «ffken 1s Tage. Tie Arbeiter bctraäne» diese Neuoniführirng für eine daiierndr Ver schiechtcrung, weich« beionders hart in der gegenwärtigen .Zeit empfunden ivird: einmal dodnrch. n»otl die GefchästSIeuic ihr« Ware» nur iwck, gegen t>ar veraf'solgeiz, und da die Lebend mittel ge. waltig grfiiegrn sind und andersetts di, Enikonunen der FamUieii dadurch gefchmälert sind, weif von den mersten Angelsilrige am Kriege teiinrhmen. Gegen die Aendzrung m der Lolnuahituig habe» die Arbeiter in rwrschirdonen Orden energifch, sogar durä> unierschrioberne Schrntsdückc dagegen protestiert. <A>er zunächisl noch vcvgeblich. Al» Grund sür di« lltägiige Lohnzof-Irnzg gibt die Firma Mangel an geeignetem Personal an. Tein ist entgvgeiizudoitcn» daß es stellenfose Kanfleute genug gilt, daß sogar einige geziviinge» sind, andere Arbeiten zu ierrichtrn.

Dieser Grund koniint für m><- absolut nicht in Betvacht. wir glauben vielmehr, annetzmen zu dsirien. haß öle Firina jetzt den Zelthuitkt für gekonuneit siecht, um dem fäx>n vor 7, Fahren gehegten Plan zur Durchflchrnnill ZU bringen., welcher durch den eiicrglschcn Protest der Arbeiter damals gesäxiicrt ivar. War vielleicht damals auch Mangel an geeiguercn Kvisle» di« Ursache? Di« Tadatorteiirr Ivanen afßo bmnhcht, den B>rvgsv>ede» wübt zu stören, sehen desizatb nicht ein, nachdem dies«» von anderer Sette erfolgt, daß st« die Hände rnhig in den Täzoß legen nitd sich «inlullen laffen mit dem Gedansen: ist KriegSzott", wo inan sich alles bieten laffen muß

Gewiß, di« Arbeiterschaft legt sick» sehr viel Entbehrungen auf. aber st» ivrrd sich auch ,v»«z entschieden gogeu Maßnoirnrcn iveiwenz welche unbevechttg» mid umdegrtindek sind. - An die Tabakarbeiier evgehi die Mahnung, an der Onganisatwn schnuhalten und die Lohn- irnb Arbeitsbedingungen nicht verschlechtern laffen: da» sind ivir den fn den Krlvg gezogenen Kollegen ßizuidigl Laßt «ich nlcht etnsthllch- tern, durch» die Worte. Jl if« Krtegszeil": gerade dcolzalb darf die Lage der Arbeiter nicht nach mehr verschlechtert werde», damit ein- zelne ihr Einfomme» steigcrn-

Unbrauchbare Tarlehnokaffeiischeiiie. lieber da» Verfahren mit Ta rieh» ssa ffenschr i neu, die für den Uml.nif nicht nichr geeignet sind, hat der Bnndesrat, wie schon kurz berichtet, eingehende Bcitim- nmngen getroffen. Eie betreffen beschädigte, unlirauchlnir geioor. den«, nicht mehr umlams-sähiq«, nachgemacht« und versälsäü« Scheine Die Hauptverwaltung der Darlehn.skaffen muß sür belckßidinte oder ichrauchbar gewordene Scheine für Rcchnuna de« Reichs Ersatz leisten, ivrnn da» verletzt« Stiick niehraI»dleSälfte l>rtragt. Auch sonst kann auSrnalnvsweise Ersatz gederstet werden. Tie ReirltS- und Lmideskaffc» nelniien besehädigte Schrine an. geben sie aber nicht wieder au». Von den Obeupofßkaffen, der Generasttaatskaffe. den Regierinigs- und BezirckShanptfaffen sowie den Landes,entraKaffen werden sie sogar nn«getauscht. Glicht mehr nmiauisssähige Scheine iverdcn durch di« Roichzbanf vernichtet.

Pökele an deutsche Kriegegesaugene in Frankreich erleide» dadurch Verzögerungen, daß die französischen Eisenbahnsiaiionc», denen die Beförderung der Pakete obliegt, die Ansschristcn nur schwer oder gar nicht entziffern können, weil sie häufig unleser­lich und mit deutschen Buchstaben geschrieben sind. Es empfiehlt sich daher, baß die Absender mindestens den Rainen der Be stimmungs-Eiscnbal-nftalion. sofern diese bekannt ist, sonst den Bestimmungsort in der richtigen französischen Schreibweise und tn lateini sichen Buchstaben groß und deutlich an- geben. Ist der Aufenthaltsort des Empfängers nicht bekannt, so kann da» Palet auch ohne diese Angabe abgesandt werden: ober auch daun ist möglichst deutliche Schrift und, wenn bekannt, die Eingabe der ^Region" oder de» Landesteil», wo der Empfänger sich befindct sRord-, Süd-Frankreich), sehr zu empsehlen.

Sladithealee. Vom Thcalerbureau wird geschrieben: Auf

vielfache Slnsragen hin sei das Programm der Weih- nachtsfciertagc schon jetzt bekannt gegeben. Es wird ge­geben an,. Dezember, abend»,E o l b e r g", Schauspiel von Heylc (kleine Preise): am 26. Dezember nachmittags ni

weißen RötzI" iBolkspreise), am 20. Dezember abendsA l S ich noch im Flllgclkleid^ sklcine Preise); om 27. Dezember nachmittag»Aschenbrödel" IVolkspreise) und am 27. Dezem­ber abendsW i e e i n ft i m M a i" lgewöhnliche Preise, ermäßigt'. ES werben schon jetzt Vorbestellungen für sämtliche Feiertage im Theaterbureau angenommen.

Das KreiSgesiindheiisoutt in Gießen ist von der Moltic- straßc nach der Gartcnstraßc 10 verlegt worden, Telephonnummce 717. hauptsächlichster Amtdtag ist Dienstags.

Postdienft während der Weihnachis.zeil. An, Sonntag, den 20. Dezember, findet in Gießen eine einmalige Brief- und Geldbestcllung und eine zweimalige Paketbestellung statt. Tie Post schalte r sind für die Annahme von Pakete» von 8 Uhr vormittags bi» 7 Uhr nachmittags, sür die übrigen Gegenstände wie gewöhnlich (von 89 Uhr vormittag» und 121 Uhr nachmittags, geöffnet. Am 1. WeihnachtSfeiertag wird «ine einmalige Paketbeslellung, am 2. Festtage eine Geld­bestellung ausgesührt: Briefbestellung und »chalterdienststundeii wie an Sonntagen. Die Landbestellung fällt am 1. Feier­tage g a n ; a u s. Am 1. WcihnachtStage kann die Verzollung von Paketen auf dem Hauptsteueranil von 1112 Uhr erfolgen.

Tieinberg. Es sei nochmals besonders auf die Freitag abend 0 Uhr im grünen Baum stattsindende Tabakarbeiterver­sammlung aufmerksam gemacht. Es wirb besonders die Tabak- arbeiter und Arbeiterinnen interessieren zu erfahren, welche Ant­wort die Firma Rinn u Claas auf das oon ihnen Unterzeichnete Tchrisfttück gegeben hat. Da die Veriammlung pünktlich beginnt, wird erwartet, daß alle pünktlich erscheinen.

«reis Weßlar.

n. Steigeeung der Höchstpreise. Für ffische Landbutter ist jetzt der Marktpreis auf 1.40 Mark, der Ladenpreis aus 1,45 Mark fest­gesetzt worden. Bei den bisher niedrigeren Höchstpreisen, kam so gut wie gar keine Butter auf den Markt und bei den jetzige« können sich Minderbemittelte keine mehr kaufen. Bäuerliche Kriegs-, sllrsorge.