Hralität zu betrachten. Dieses Zusammentreffen bezweckt insbesondere, den beteiligten Regierungen Gelegenheit zu geben, sich über die Mittel zu beraten, die in Frage kommen können, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die der Kriegszustand für die drei Länder mit sich bringt, zu begrenzen.
Hungerrevolte deutscher Gefangener.
In dem englischen Gefangenenlager Jsle of Man kam cs vor einiger Zeit zu schweren Zusammenstößen zwischen Gefangenen — Tcuische» und Ocsicrreichern — und der Lagerivachc. Die Gefangenen halten sich bereits mehrfach über das ungenügende Essen beschwert, ohne aber damit Erfolg zu haben. Ein aus Grund der Genfer Konvention sreigelassener und jeot in Berlin cingetroffe- ncr österreichischer Arzt, gab einem Mitarbeiter des Berliner Tageblattes folgende Schilderung des Zusammenstoßes:
„Als das Essen immer schlechter wurde und die Beschwerden nichts nutzten, machten die Leute einen H u n g e r st r e i k. Tic gingen am Mittag zwar in den Spciscsaal, liehen sich aber kein Essen geben. Ter Kommandant kam und versprach iviedcr, für besseres Essen sorgen zu wollen, und die Leute gingen ruhig in das Camp zurück. An demselben Tage spielte die Gcsangcncnkapclle, die von einem Kapellmeister v. Wedell geleitet wurde und aus Privatmusikcrn und Musiker» von der „Kronprinzessin Eäcilic" zu- sammcngestellt war, in ostentativer Weise deutsche und österreichische Nationallicdcr. worauf ihr sogleich die Instrumente wcq- gcnommcn wurden. Ter Kapellmeister, dem die Freilassung in nahe Aussicht gestellt war, wurde dadurch gestraft, dass er nun weiter zurückgehalten wurde. Aber am anderen Tage gab es wieder denselben nugcnietzbaren Fraß: das Fleisch war ganz rot und hatte wieder Maden. Ta ging einer von den Gefangenen aus den Geschästssührer des Speisesaals, der mit ironischem Lächeln umherging und dem Ingrimm der Leute zusah, zu und warf ihm seine Schüssel Kartoffeln vor die Füssc. Während nun ein Gefangener unter dem Jubel der anderen an einer Schnur, dw Über einen Riegel gezogen war, eine deutsche Flagge anszog, die a»S einem schwarzen Stück Rocksuttcr, einem Hemdstreisen und einem roten Tuchstreifen znsammcngcknüpst war, warfen zahlreiche andere Gefangene ebenfalls ihre Tassen und Näpfe wütend aus die Erde, so dass ein grosser Tumult entstand. Darauf schob der Geschästssührer die zur Küche sührendc Schiebetür, die de» Saal an der einen Seite abschloss, zurück, und fünszehn Soldaten, die mit dem Gewehr in, Anschlag dahinter standen, feuerten eine Salve in de» Speisesaal hinein, aber über die Kopse der Gefangenen hinweg. Nun warfen die Leute ihre Tassen, Untertassen und Näpfe nach den Soldaten, woraus diese etwa 4V—50 Schüsse auf die Gefangenen abgaben. Es ertönte das Kommando „Hands np!": alles streckte die Hände hoch und stürmte unter grossem Geschrei durch die Türen und durch die Fenster hinaus ins Freie. Tic Posten drausscn, die ausserhalb des Camps zwischen den beiden Gitterzäunen patrouillierte» und das Getümmel hörten, schossen nun von allen vier Seiten auf die aus den, Saal herausflutcudc Menge. Es blieben sosort drei Mann tot liegen, zwei starben im Verlauf einer Viertelstunde und ein weiteres Opfer starb nach zehn Tagen. Ausserdem waren 24 Mann verlebt, darunter solche, denen Glieder amputiert werden mussten. Ter Kommandant eilte nun herbei: es fand auch eine recht oberflächliche Untersuchung statt, über deren Ergebnis nichts bekannt wurde. Die englischen Blätter geben eine ganz entstellte Darstellung der Vorgänge, zumal ihre Behauptung, die Gefangenen hätten entfliehen wollen, vollständig erlogen und schon deswegen sehr töricht ist, weil es aus der Insel gar keine Möglichkeit gab, zu entfliehe». Diese Vorgänge hatten aber nun die Folge, dass ictzt das Essen bedeutend besser wurde, und dass ausserdem der GeschäftS- ladcn getcklossc» wurde, den der Besitzer des Camp betrieb und in dem die Gefangenen zu Wncherpreisen die notwendigsten Gebrauchs- gegenstände zu kaufen genötigt waren."
Die belgische Armee.
Nach einer Meldung der Haniburger Nachrichten ans Brüssel waren von der belgischen Armee in der Zeit vom 4. August bis 1. Dezember 25 000 Mann gefallen, 30 000 verwundet in Frankreich, 22 000 verwundet in England, 35 000 kriegsgefangen ,n Deutschland und 32 000 interniert in Holland. Rechnet man einige tausend Kranke dazu, so dürften von der 200 000 Kämpfende umfassenden belgischen Streitmacht kaum mehr als 40 000 Mann übrig sein.
DoN'iis,tter ^lttchiversttckr eines Deutschen.
lieber den tollkühnen Fluchtversuch eines jungen deutschen Leutnants in einem K o f s« r aus dem Gefangenenlager in T o r ch cst« r berichtet di« Times folgend« Einzelheiten:
Ter Koffer wurde nüt dem übrigen Gepäck der Fremden iib«r- geführt, di« aus dem Koiizcittrotioiisiager Torchester «nllassep wor-
Afra ja.
Eln nördlicher Roman von Theodor Müggc. 139
Marstrand betrachtete einige Minuten lang das edle Schauspiel, dann fragte er Mortuno über das Ziel ihrer Wanderung. Er hatte ein Recht dazu, denn wenn die,e Wüste schon beim Tageslichte nur mit Vorsicht zu durchkreuzen war. io nahmen die Schwierigkeiten in der Finsternis noch weit mehr zu. Gegen den Kilpis hin lag eine jener furchtbaren Sumpf- und Stcinwildnissc, von tiesranüigen Abstürzen durchschnitten und seeartigcn Wasserbecken durchbrochen, wie diese sich häufig am Fuße hoher Bcrgniassen slnöen uni) die Sammelplätze der Quellen und schmelzenden Schneeläger sind. Hier nächtlich zu wundern, wo jeder Fehltritt das Leben kosten konnte, war erschreckend genug für einen Neuling, aber Mortuno hatte guten Trost bei der Hand.
„Das ist freilich kein Land für deine Füße und deine Augen. Herr," sagte er lachend, „doch gedulde dich noch kurze Zeit, so wird es uns an Hilfe nicht fehlen." — Damit schritt er vorwärts und Marstrand folgte ihm, so gut er konnte, in das dämmernde Dunkel, dos nach und nach alle Fernen und Nähen cinhüllte. Eine Stunde mochte dann vorüber sein, als sie in ein tiefes Gesenk Hinabstiegen. Hier wuchs Birken- gcstrllpp und knorriges Buschwerk, das schwer zu durch- dringcn war, bald aber hörte Johann Hunde bellen und dann das eigentümliche Grunzen, das, wie er wußte, Rcnn- tiere hören lassen, wenn sie beisammen sind. Hier also mußte ein Lager sein, hier mußte eine Herde weiden, mußten Menschen und Zelte gesunden werden, doch erkennen ließ sich nichts. Als sie an dem Wasser standen, bat Mortuno seinen Begleiter zu warten, allein kaum waren einige Minuten vergangen, als er schon wiederkehrte und ein gehörntes Tier am Riemen mitbrachte.
„Hier bringe ich dir ein Reitpferd," sagte er. „das beste und stärkste, das weit umher zu haben ist. Steige aus, cs wird dich sicher tragen."
Unser Abenteurer ließ sich nicht nötigen. Es log ein weiches Kissen auf dem Rücken des sonderbaren Renners: ein Glöckchen hing um dessen Hals, das seine leisen Töne durch
den waren. Diese Leute hatten alle das ddmstpfiichtige Alter über- schritten und wurde» unter mititärischer Bedeckung nach Tilibuni geschickt, um von dort mit dem holländisckten Tchisi „2ftltavia" nach Rotterdam übcrgeiührt zu weichen, von wo sic bi« Möglichkeit haben sollten, nach Teutschland zurückzukehren. Bor dein Bahn-hos in Tilbury wurden sie an Bord des Schiffes durch das TranSportschili „Katherine" gebracht. Erst bei der llcbersührnng der Koster trat di« merkwürdige Entdeckung zutage. Nichts an den Kaiser erregte Verdacht: cz war einer jener gewöhnlichen für den Versand von Streichhölzern benutzter Kotier. Er irua die Aufschrift „Noupai- sonouS Sasctn Matches". Er hatte auch di« vorschriftsmäßig« Grösse und wir mit einem billigen Hängeschloss versehe»» Ter Koffer wurde mit dem übrigen Gepäck in den Güterwagen bis nach dem Bahnhof Tilburg versandt und dann aus d«i» Transport heruntergemorsen, wo er ctiva sechs Fuß ttes heruntersiel. Mari sah, wi« der Koffer bei dieser Ilehandlung sich liberschlng und sehr heftig ans den Boden ansstiess, aber kein Lau« verriet, dass in dem Koffer ein lebendes Wesen sei. Auf d»n Transportboot wurde ein« Mcnge anderer Gepäckstück« aus den Kosser gestellt, und das blieb so, bis man die „Batavia" erreichte. Zwei Arbeiter zogen ihn nun aus die „Batavia". Bei dieser Gelegenheit ging der Koffer auseinander. und zum großen Erstaunen der Arbeiter kamen der Kops und ein Arm eines Mannes zum Vorschein. Er wurde rasch her-ans- genommcn und ans der Lage befreit, in der er io viele Stunden zn- gebracht hatte. Er konnte nicht niehr stehen nitd war vollständig erschöpft. Es dauerte einige Zeit, bis er wieder imstande war, zu reden. Ter Kapitän stellte sosort ein« Untersuchung an, und der Flüchtling gab an. Otto K L h n zu heissen. Er habe sich aus der „Potsdam" emgeschisft. um von Amerika aus nach seinem Regiment in Teuttchiand znrückzukchren, wo er Leutnant sei. Das Schiss wurde unterwegs <rngeha-IIeu und nach Soitthamipivn gebracht, von wo er als Gefangener nach Torchester transportiert wurde. Er hatte 15 Stunden fai Koffer zu gebracht. Ter Kapitän nahm den Flüchtling wieder a» Bord des Transporibaotes und übergab ihn der Polizei. Eksse Ilnlersuchung des Koffers stellte fest, dass sich darin zwei mit Wasser g-esülltc Flasche» bcfandcn. ein« Flasch« mit Fleischertrakt irnd etn>a ein Dutzend Bananen. Tie zwei Ecken des Kosfcrs waren mit Schlingen versehen, m» die Arm« darin sesi- ,zuhatte». Ein« dieser Schlingen ivar gerissen, in der anderen hatte der Flüchtling noch seinen Arm, als die Entdeckung erfolgte. Am mristen überraschte ein mit Sancrstoss gefülltes Kautschukkissen, das offenbar dazu dienen sollte, die Luft in dem kleinen Raum des Kossers zu ersetzen.
schweizer Massnahmen ssege»Verlel»mdunqen
Das Presscbtircau des Arineestabes der Schweiz kündigt an, den leichtfertigen Gerüchten über angebliche Greueltaten deutscher Truppen in Zukunft strafrechtlich cntgegenzntrete». Das Presscbnrcau führt zwei Beispiele an, unter diesen das Gerücht, deutsche Schwestern des Roten Kreuzes hätten Verwundeten Gift anstatt Serum eingeimpft. Dieses Gerücht habe sich, wie die anderen, als gänzlich haltlos herausgestellt. Die Mitteilung schließt: Qhne ans der Reserve der Neu
tralität hcrnnszntretcn, kann die Militärbehörde nicht um- hin, angesichts so Ichcreichcr Bciipiclc der Presse und der Bevölkerung klarzulcgen, gegen solche Semationsbcrichte aus der Hut zu sein. Tic geistige Wappnung gegen tendenziös - Bccinslussnng gehöre mit zu den Aufgaben der Neutralität, Die ,,abgehackte» Kinderhände".
Wie die Kölnische Zeitung aus Duisburg meldet, hatte das Kriegsministerium wegen Beleidigung von Angchöri- g e n der deutschen Armee gegen den Schisssbcfrachter Emil V »t, einem Belgier von Geburt, Strafantrag gestellt. Vnt erzählte im Oktober in einer Wirtschaft in Ruhrort, dass seine Frau, eine Holländerin, in einem Krankenhaus zu Gent Kinder gesehen habe, denen deutsche Soldaten die Hände abgehackt hätten. Fn der Verhandlung vor der Strafkammer bestritt die Frau, ihrem Manne etwas Derartiges gesagt zu haben. Ter Angeklagte suchte sich dann dadurch bcransznrcden. dass er daS, was er erzählt habe, in belgischen Blättern gcicscn habe. Tie Strafkammer verurteilte den Belgier, weil er durch die Behauptung von unwahren Tatsachen Angehörige der deutschen Armee beleidigt hatte, zu s c ch s W o ch c n Gefängnis und sprach dem Kriegsministcrium die Befugnis der Vcrösfcntlichnng des Urteils zu.
Vekrolcnmnot in Berlin.
Fn Berlin macht sich gegenwärtig besonders in den von der ärmeren Bevölkerung bewohnten Stadtteilen eine recht fühlbare Petroicnmnot bemerkbar. Vielfach ist das Petroleum überhaupt nicht zu beschaffen. Ter Verein der Berliner Koloniaiwaren- händier, der sich mit diesen Missständen befasste, stellte fest, dass die Petroleumgescllschaftcn bei der Abgabe von Petroleum, bestimmte
die Abcndstillc klingen ließ, und Mortuno gab ihin einen sausten Schlag, indem er ihm zugleich ein paar unbekannte rauh klingende Gurgel- und Kehllaute znrief. DaS Tie: bahnte sich seinen Weg durch die Büsche nach der Höhe, der Hinge Finne sprang voran und Marstrand glaubte, daß dies dasselbe mächtige Renntier sei, auf welchem er einst Afraja »n Balselfwalde gesehen hatte.
So war denn alles zum Empfange vorbereitet worden, und heimlich belustigte es ihn, daß der alte Zauberer ihnc sein eigenes Leibroß entgegen geschickt hatte. Mortuno war darüber sehr schweigsam. Johann konnte überhaupt wenig von ihm erfahren, kaum gab er zu, daß wirklich in der Schlucht eine Herde Afrajas ihr Lager habe.
„Du wirst schon sehen, wo du bist," sagte er, „wenn es Tag wird. „Afraja wird dann bei dir sein und dir viele Renntiere zeigen."
„Tu führst mich also zu seiner Gamme?" fragte Marstrand.
„Afraja wohnt überall," antwortete Mortuno. „Wohin er kommt, hat er, was er braucht und will."
„Diener, Zelte und Reitpferde," lachte sein Begleiter. „Aber sind eure Rennticre so stark, so wundert es mich, daß ihr nicht alle auf den Fjeldern umherjagt."
„Du bist im Irrtum," jagte der Lappe. „Selten findet sich ein Tier, das nicht nach kurzer Zeit mit seinem Reiter sich am Boden wälzte. Das hier ist eine Seltenheit. Es stammt voin weißen Meere, wo eine Insel liegt, Kola genannt, von dort kommen die größten und stärksten. — Du darfst überhaupt nicht glauben," fügte er hinzu, „daß die Rennticre, so sanft und geduldig sie scheinen, sich alle Unbill gefallen lassen, wenn man sie zwingt, Lasten zu schleppen, Schlitten zu ziehen, oder wenn Geräte und Zeltstangen auf ihre Rücke» gebunden werden, sobald cs ihnen jedoch zuviel wirb, geraten sie in Zorn, gehen mit Hörnern und Füßen auf ihren Herrn los. verfolgen ihn und werfen ihn zu Boden." - Er lachte ans und rief dann lebhaft: „Das Renntier ist klüger wie wir, es schafft sich kein Recht, und Gott mag wissen, wo wir unsere Angen hatten, sonst hätten wir längst von ihin lernen können."
„Ist cs weit noch bis zu dem Qrte, wo dein Oheim uns
Geschäfte bevorzugen, bie ihrerseits wieder dem Publikum nur dann Petroleum abgcbcn, wenn gleichzeitig auch andere Waren gekauft werden. Eine weitere Feststellung ging dahin, dass ^ Petrolcumvorräte noch auf Fahre hinaus reichen, dass die Geirll- schaftcn aber absichtlich mit dem Verkauf zurllckhalten. Tie Behörden sollten nun eingrcisen und Ordnung schassen.
Weitere Höchsipreisbeslimmnnqen in Aussicht
Wie Ser Deutsche Kurier aus bester Quelle crsährt, wer den der Entführung der bishcr-gcn Höchstpreise im Reich- gebiet eine ganze Anzahl wcikcrcr für diesen Monat folgen. Dem Bundcsrat liegen dahingchcudc Anträge von Bundes, regirrungeu vor.
Unsaubere Geschäfte.
Für Lebcnsniittelwucherer und sonstige patriotische Ge. schüftcmacher, die am Mark des Volkes saugen, ist jetzt Hoch, Konjunktur. ES melden sich aber auch schon wieder die Orden-ü schachcrcr oder ähnliches Gelichter. In der Tortmunde- Zcitung (Amtsblatt) Nx. 033, Sonntagsausgabc von 13. Dezember, ist folgende» sehr eindeutige Inserat enthalten
PcrsSnlichc SlitSzeichitttiig.
Uneigennützige Wohlsahrts- und Kriegsspendcn an Liam- lichcs Institut können allerhöchste Anerkennung finden. Ernst hafte Spender erhalten kostenlos Auskunft unter.... durt Taube u. Co., Berlin SW. 19.
ES ist wohl z» erwarten, daß die Regierung rücksichtslo gegen die schmutzigen Geschäftemacher cinschreitet. Bezeichnen ist es, daß es noch Blatter gibt, did sich immer wieder zi Helfershclfcrdicnsten bereit finden.
3«>Il ans L'icbcsaaben.
Für die Soldaten in den Lazaretten kommen auch sehr viel Liebesgaben aus dem Ausland«, Es besteht für diese Gaben di scibstvcrständlichc Bestimmung, dass sic zollfrei cingesührt werdr dürfen. Einer Ausnahme unterliegen nur Tabak und Zigarrci Diese Artikel müssen verzollt werden. Nach Baden werden Ziga- rcn und Tabak in erheblichem Masse aus der Schweiz eingeführ und da geschah nun das Unglaubliche, dass die ZvUocrwaltun wenn die verwundeten Soldaten oder die Lazarettverwaitungen st weigerten, den Zoll zu zahlen, die Tabakwaren „voischristsmässi, vernichtete. Das badische Rote Kreuz hat nun Schritte z, Beseitigung dieses Zustandes beim Bundcsrat getan und d badischen Lazarette veranlasst, bis eine Aenderung cintritt, bi Zoll für die Empsänaer zu zahlen, wenn'die Soldaten nicht seit dazu in der Lage sind.
Ter Kampf im Rordwesten.
Beschiestrina von Benrne.
Ter Korrespondent des Daily Chroniclc in Veuri meldet, daß die Tcnlschen eine Anzahl Granaten auf d Stadt abschossen, die jedoch nur wenig Schaden anrichtete Einige Bürger verließen nnvorsichtigerweisc die Stadt, >v durch die Bevölkerung erschreckt wurde. Bald begann c großer Auszug der Einwohner, der aushörtc, als die dcutss - Aktion nachlicß.
Deutsche Erfolge.
Ein Korrespondent der Morning Post nicldet: In d .letzten Wochen ist bei Bcrry-au-Bac fast ununterbrochen i kämpft worden. Ter Truck der Deutschen ist dort sehr best und es für die Franzosen schwierig, die Stellung z» Haiti Tie Verteidigung hat viele Opfer gekostet, aber die Stell» müsse behauptet werden, weil sie eine gute Basis für k Aufmarsch nach Norden sei.
Frankreich und seine Kolonien.
Das Koioniaiministeriiim beabsichtigt, den grössten Teil i in Algerien stehenden Regimenter der Fremdenlegion zu and weiter Verfügung nach Fndochina zu senden. Die entsandten Tri pcn werden durch Kolonialtruppcn ausgcfüllt werden. Die So nialpolitik der Regierung stößt in parlamentarischen Kreise» i lebhafte Opposition. Man erklärt die grossen Rücktransport« n Marokko und Algier für unsinnig und höchst gcfährli Algier sei nicht im mindesten bedroht und in Marokko solle General Lyauten darauf beschränken, die kultivierten Küstcnstr geacn die Aufständischen zn halten. Auch das Schicksal der sr zösischcn Kolonien werde am?)serkanal entschieden, und das Feh von 38 000 Mann, die zu ungewissem Ende in Marokko mit SOI'
erwartet?" fragte Marstrand, der Mortuno nichts andc antworten mochte.
„Tu bist ihm näher wie dein Balsfjord."
„Und Gula wird bei ihm sein?"
Mortuno schwieg.
Sic zogen weiter durch die Nackt. Der Himmel b darüber mit zahllosen Sternen. Das Rennticr Plätsche durch Wasser, das ein weites Becken zu füllen schien, welchem der Schimmer der Gestirne wiedcrspiegelte.
„Und ist dies der Urevand?" fragte Marstrand wie!
„So normen ihn die Männer deines Volkes," antwor Mortuno, „es ist Jubinals heiliger See." — Plötzlich fl inerte ein roter Schein in der Ferne, und das Tier stieg seinem Reiter aus dem Wasser auf den festen Boden, lnuncr höher und steiler sich erhob. Hunde bellten l> aber Marstrand fragte nicht mehr, denn er wußte, daß jetzt in Afrajas Nähe war. Nach einiger Zeit kamen n rcre Männer mit großen, brennenden Holzspähnen ih entgegen und wechselten ein paar Worte mit Mortuno, den Leitzauni des Rcnntiers ergriff und cs zwischen gc> tigen Felsblöcken zu einem spitzen Zelte führte.
Als Marstrand absrieg, leisteten sie ihm Beistand. T tuno führte ihn höflich in die braune Gamme. Der Vc derselben war mit Birkenblättcrn dicht bestreut: ein Fe Platz befand sich in der Mitte, über welchem an einer lo> Kette eine eiserne Toppellompc schwebte. An der ei Seite befand sich ein Sitz von Birkenreiscrn, an der and> ein weickzes Lager von Moos mit Linnentückern bedeckt, ncbcn lag eine Anzahl warmer Decken und Pelze.
„Verweile hier," sagte Mortuno, „Afraja ladet dich Ruhe ein."
„Und wo ist er?" fragte der Junker.
„Wer inag es wissen? Wenn es Zeit ist, wird er bei sein. Bist du müde, so schlafe unbesorgt, hast du oder Durst, so findest du hier, was wir geben können.' deutete dabei aus den Herdstein, wo Brot und Speist" J Flaschen und Krügen standen, und verließ dann däs t , indem er seine Bitte wiederholte, Marstrand nsti^ I duldig seinen Oheim erwarten und dessen Gastfrenndb I sich gefallen lassen. j
(Fortsetzung folgt.)


