Ausgabe 
16.12.1914
 
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Am andern Morgen n»rr ich schon um 6 Uhr auf den Beinen und ging in den Korridor. Tort waren einige Franzosen ver­sammelt vor einer großen Kart« Europas. Fch begab mich zu ihuen und sie gaben nur Ausichlüsi« über die militärische Lage im Westen. Um 7 Uhr war Tagwacht. Tie französischen Sol­daten nahmen mit uns das Frühstück ein. Sie lobte» unsere Gast­freundschaft sehr. Ties« Soldaten war«n, wie sie mir mitteilten, anläßlich des Falles der Festung Maubonge gesangengenoniineu worden. Sie waren der Meinimg, Frankreich werde noch sehr lang« staudhobten können. Gern werden sie an die Front zursick- kchren. Auch sagtet! sic, sie n n t« n es nicht begreifen, daß gerade Frankreich und Teutichland so erbitterte Feinde seien: da di«ie Länder di« stärksten Armeen besähen, tollten sie doch lieber Hand in Hand gehen und dann wäre der Weltfriedc, von deni man immer spreche, ge­sichert! Ist es nicht bezeichnend, das von srcmzüsischen Soldaten zu hören? ..."

Die Behandlung der Fratt'.oscninTeiltschl-nid

Die Humanite vom 27. November gibt eine Unterredung eines ihrer Mitarbeiter mit Zwei jungen Französinnen wieder. Tic beiden jungen Tamcn haben sich nach Ausbruch des Krieges noch längere Zeit in Deutschland aufgehalte» und sind jetzt nach Paris zuruckgekehrt. Sie wohnten in Meiningen, um Deutsch zu lernen, lieber ihre Behandlung durch die deutsche Bevölkerung hatten sie sich ebenso wenig zu bekiage», wie über die Behörden: bei ihren Spaziergängen blieben sie durchaus unbehelligt. Der Mitarbeiter der Humanite fragte, ob denn die Behandlung nach denfranzö­sischen Siegen an der Marne" eine schlechtere geworden sei: dies wurde verneint. Von diesenSiegen" hat man ja auch in Deutsch­land nichts gehört. Tic beiden Französinnen haben auch ein Lazarett in Meiningen besucht, in dem französische Verwundete lagen. Es war ihnen criaubt worben, ihre Landsleute zu be­suchen und ihnen kleine Geschenke mitzubringen. Tic Verwun­deten haben sich sehr anerkennend über ihre Behandlung durch die Pslegerinncn und Acrzte ausgesprachc» und sagten:Man macht keinerlei Unterschied zwischen den sranzösischen und den deutschen Verwundeten." Am Schluß der Unterredung sagte die eine der befragten Damen:Was wollen Sie, man mutz gerecht sein und die Wahrheit bekennen."

70 englische Minen.

Wie die Franks. Ztg. dem Rottcrdamschen Courant ent. nimmt, ist in Holland offiziell gemeldet worden, daß in der Zeit vom 1. August bis zum 5. Dezember 83 Minen an die holländische Küste angespült worden sind. Eine amtliche Untersuchung hot nun ergeben, daß von diesen 83 Minen 70 englischer Herkunft waren, vier französischen Ursprungs, acht holländischen, und bei einer konnte der Ursprung nicht festgestellt werden. In dieser Feststellung liegt die beste Widerlegung der englischen Behauptung, Deutschland habe durch sein Minenlegen in der Nordsee die neutrale Schisfahrt aufs schwerste geschädigt. Dieser Vorwurf fällt danach auf England selbst zurück.

Die englische Arbeiterpartei und der Krieq.

Der Labour Leader, das Organ der englischen sozialisti­schen Arbeiterpartei, bringt nach der Franks. Ztg. neuerdings an erster Stelle folgenden bemerkenswerten Artikel: -

Was immer vom letzte» Krieg gesagt wird oder auch vom nächste», dieser Krieg setzt ist ein heiliger Krieg. Das britische Vorgehen zu Lande mid zur See ist gerecht und dariibcr besteht auch nicht der geringste Zweifel. Feder Engländer muß stolz daraus sein, daß sein Land jetzt am Kriege toblnimmt. Di« Deutschen sind bös­artig blödsinnig, verbrecherisch, brutal und schlecht. Deutschland mutz nicdergeschmeitert werden, sodatz es sich »ieinals niehr erbeben kann. Großbritannien ist durch den Allerhöchsten auser- mählt worden, um ein Volk zu vernichten, das sich in der gleichen Weise rühnite, wie wir cs selbst tun . . ." D i e s i st i e tz t d e r Schrei allerPatrioten", so ist das exaltierte Gestihl. das olle Vernunft beiseite läßt nnd das man Pairtolismus nenn« . Ties ist dos verderbliche Gisi, das augenblicklich das Blut der Nation durchläuft. Feder, der es wagt, ein Wort über di« Haltung Großbritanniens in diese«, Kriege zu sage», ist verurteilt, als prodeutlä, zu gelten, als antipatviotisch und wird verdächtigt, den Mut unserer Soldaten herab zu setze». Fed« Kritik an mifcrer heutigen Tivlomati« oder der Dividenden, di« die Nitstnngsmacher einstecken. indem sie Panik ansstreuen oder der krummen Weg« unserer Werbemethod« oder der ungenügende» Versorgung »irr di« Hniterlassenen unserer Soldaten gilt setzt als prodeutsch. Di« Deniokratie leidet augenblicklich an einer G e i st c s- verwirrung und kennt ihre Freunde nicht, und die Leute, die die beruseneu Männer sind um sich den Arbeitern zu widmen, >ver- den verachtet. Aus der andern Seite werden viele von denjenigen.

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 138

Blickte er dann weiter hinaus auf den Februar hin. wo halb Finnmarken zum Fischfang auf die Lofoden zog. welchen Trost konnte er daraus schöpfen? Es war ihm unmöglich, daß er daran teilnehmen könne, denn was gehörte zu einer Ausrüstung mit Booten nnd Jachten voll Geräte der vcr- schiedcnsten Art und Itzuiptsächlich voll Lebensmittel zum Unterhalt der Mannschaften?! Hätte er Kolonisten in seine Täler und Ufcrstcllen gesetzt, hätte er für seinen Gaard ge­sorgt und den Wald liegen und stehen lassen bis zu Zeiten, wo er ohne Gefährde sich in Spekulationen einlassen durfte, so wäre es anders mit ihm gekommen. Helgestad würde nicht gewagt haben, ihn in so gutem, sicherem Besitz anzugreifen;, hätte er cs jedoch getan, so wäre Hilfe leicht gcweicn. Mehr wie einer der reichen Kauslcutc hätten ihm dann Geld vor- gestreckt: nun aber war er im ganzen Lande verlacht und als ein dänischer Narr verhöhnt, der ebenso kopflos wie sinnlos gewirtschaftct hatte. Er bedachte das alles, sah und erkannte alles, aber es war zu spät!

Es gehörte der äußerste Mut und eine zähe Energie da­zu, um in solcher Lage nicht zu verzweifeln. Der einzige Freund, von welchem Johann wahres Mitgefühl und allen möglichen Beistand erwarten konnte, war Klaus Horncmann. Wo aber befand sich der alte Gottesmann? In welckier Wilo- nis, vielleicht am äußersten Kap oder an der Tana mochte er sein! Und wenn er wirklich an den Lyngenfjord kam, wenn er die Doppelehe in Helgestads Haus einsegnete, konnte er leugnen und lügen, daß er von Afraja Geld genommen, konnte der Priester ihn mit dem allgemeinen Hasse aussöhncn, konnte er ihm Achtung und Ansehen, die Mittel vcrschafscn, um seinen mächtigen Feinden zu widerstehen? Diesen nicht zu weichen, sich nicht berauben und aus dem Lande jagen zu lassen, war noch imnier Marstrands fester Entschluß. Die Ueberzeugung, daß kein Makel seine Ehre belaste und sein Gewissen frei von Vorwurf sei, hielt ihn aufrecht. Er sann hin und her, irgend ein Hilfsmittel zu entdecken, aber in seiner Verlassenheit fand er auch nicht eines, das erfolgreich

die es so außerordentlich energisch verstanden haben, den Arbeitern zum Krieg« zu raten, keine« Augenblick gezögert haben, die Soldaten selbst liegen die Arbeiter zu benutze«. Diese Verirrung der Demo­kratie wird vorübergehen. Es wirb ein trauriges Erwachen zur Wirklichkeit werden und dann wird ein starker Rückschlag komme» gegeic dieses sieglose Schlachten. Die Zeichen dasiir erheben sich schon am Horizont. Wir, die wir den Krieg verurteilen, und di« lvir uns weigern, England von Schuld frei- z u s p r e ch c n , unb die wir glauben, daß die Verletzung der belgischen Neutralität keineswegs der wahre Grund für unsere Teilnahme am Kriege bildet, sind nicht zu ver­gleichen mit den sogenannten Patrioten hinsichtlich der Bewunderung des Heldentums unfern Soldaten. Dieses Heldentum ist eine der schönsten Setten der menschlichen Natur, uich cs bildet das einzig erfreu!,che in der sonst so trüben Tragödie. Also möge man es zu- lasi«n, daß lvir alle sagen, daß der deutsche Terrorismus i n gleicher Weise bei den Engländern gesunden iverden kan«. Man ist hier allzu!eich! dazu veranlagt, den deutschen Kamps als grausam und barbarisch hinzustellen und alles das mit drrartigeu Adjektiven zu beze-chuen, ivas lvir als kühn u.nd mutig bei un­seren eigenen Soldaten finden würden."

Eilte Erinneruno ans dem Kriege 1870/71.

Fm Dail» Telegraph ivar eine inalcrische Erzählung miögeteilt worden über ein«« Angriff der afrikanischen Fäger auf die Deutschen. Natürlich mußten di« Deutschen den stürmischen Angriffen der Afrikaner trotz aller Versuche, ihnen Widerstand zu leisten, weichen und cs wurde ein surchldares Blutbad unter den Deutschen amgerichtet Nun machk das Amsterdamer Handelsblad die amüsant« Entdeckung, daß jene ErzWmig. die natürlich die sranzösischen und auch einen großen Toll der holländischen Blätter durchlaufen hat, ein« fast wörtliche tlc-bcrsevung aus cineni Buch Recits de guerre. L'invasion 1870/71" von Ludwig Halevll war.

Freie Deutsche, gleiche Preußen

Zur Reichstagsrede des Reichskanzlers macht Naumann in der Hilfe folgende Anmerkung:

Den Schluß der Rede des Reichskanzlers machen Ver­sprechungen einer freieren inneren Politik am Schluß des Krieges:Fch verspreche cs Fhncn, daß cs nurmchr Deutsche

geben darf!" Man denkt an das Wort in der preußischen Ver- fastungalle Preußen sind vor dem Gesetze gleich" und hasst, daß cs setzt endlich unter so gewaltigen Opfern zur Wirklichkeit werden soll. Es darf nicht wieder sein wie 1813, wo versprochen, aber nicht gehalten wurde."

Wir fügen hinzu: Zur Erfüllung eines solckien Ver­

sprechens ist kein einzelner Mann stark genug. Dazu bedarf es der gesammelten Kraft der Massen. 1813 fiel in eine Zeit, die noch keine freie Organisation des Volkes, kein Recht der politischen Organisationen, keine Freiheit der Presse kannte. 1014 sind wir um ein Jahrhundert weiter, lind darum glauben wir, daß das Versprechen des Reichskanzlers gehalten werden wird.

Aushcbuust der Mouatsaufschläoe aus.Hafer.

Tic Höchstpreisvcrordnnng für Hafer hatte die Ein­führung monatlicher Aufschläge auf den Höchstpreis deni Vundesrat Vorbehalten. Wie nun die Deutsche Tageszeitung hört, sollen diese monatlichen Zuschläge in Kürze aufgehoben werden. TaS agrarische Blatt empfiehlt deswegen den Hafer- öesitzern, die Vorräte möglichst bald dem Markte zuzufiihren. da sie sonst keinen Ersatz für die Konservierungskosten er- halten. Die Ankündigung der Anfhebnng der Monats­aufschläge kann also verbilligend wirken.

Prafeffor LaPon erhält «och eine Abfuhr.

Der Berliner Phikosophieprofestor Adolf Lasso» hakte an einen holländischen Gelehrten Briese zur Vcrösseutlichung gesandt, durch, die sich di« Holländer aufs tiefste verletzt suhlen mußten. Er hatte u. a. Holland als Anhängsel von Deutschland in Tchlcrsvvck n«d Pantossclu bezeichnet. Mit diesen Briefen Lassons hat sich nnncmchr auch di« Akademie der Wissenschaften. der Laffon angehört, beschäf­tigt. Ter Berliner Korrespondent des Amsterdamer Allgemeinen Handelsblad depeschiert seinem Blatte:

Tie Akademie der Wissen schäften in Berlin hielt Donnerstag im Anschluß an ein« offizielle Sitzung eine Besprechung ab über di« Lassonscheu Briefe. Di« Mitglieder sind einstimmig zu einer scharfe» Verurteilung gekommen und würde es ans das lebhaftest« bedauern, ivenn intellektuelle Verein« Hollands der Meinung wären, daß die Erklärungen Lassous auch mir im eiiiserntesten die Meinung widcrspicgelie», die man in inteücktucllen Kreisen Deutschlands über Holland hat."

schien. Afrajas Geld nützte ihm nichts und doch war dieser alte Mann immer wieder der Schlußpunkt seiner Be- trachtungen, doch führten olle seine Grübeleien auf ihn zurück, und Wenn er schlaflos lag nnd der Wind die Fenster rüttelte, sprang er freudig ans, weil er den Zauberer vermutete, der sich nicht blicken ließ.

Eines Tages jedoch, als er das Balselfthal hinauf ging und bis jenseits der Wasserfälle gegangen war, hörte er plötzlich hinter sich ein Iciies Rufen und durch das Felsge- tcümnicr, in welchem die Bäume wurzelten, sah er Mortuno, gewandt wie ein Hirsch, mit Büchse, Alpenstock nnd Jagd- hemd, seine Mütze mit den Adlcrfedern keck auf das schwarze Haar gedrückt. Mortuno war voller Freude, als er sich näherte, und schon von wciteni rief er:Alles Glück sei mit dir, Herr, doch Glück auch für mich zu deinen Diensten,"

Ich habe dich lange nicht gesehen, Mortuno," sagte Marstrnnd.

Tu siebst mich jetzt," antwortete der Lappe,weil einer mich schickt, der cs.so will."

Afraja!"

Du sagst cs," fuhr Mortuno fort,Er hat dir Wich­tiges zu vertrauen. Darum bittet er dich, zu ihm zu kommen und ihn zu hören. Willst du mir folgen?"

Mnrsttand versprach es sogleich. Mortuno setzte sich auf einen Stein und sagte:So will ich dich hier erwarten

Sage deinen Hauslciitcn, daß du ein paar Tage fortbleibcn willst, und noch eines. Du wirst an deiner Tür zwei Männer finden, die Essig und Pulver von dir kaufen wollen. Gib ihnen, was du hast, es sind Afrajas Diener. In den Tragkörbcn ihrer Tiere bringen sie dir Fleisch znm Geschenk, deine stolzen Gaardleute werden nicht böse darüber sein, einen Rennticrbraten zu verzehren."

Er streckte sich lachend aus, und Marstrand fand wirklich vor seiner Tür zwei Lappen, die sein Pulver begehrten, ein ganzes Fäßcken von fünfundzwanzig Pfund kauften, allerlei andere Käufe an Nadeln, Scheren, Essig. Leinwand und Beilen mochten und endlich, nachdem sie Fleisch und Käse in den Kauf gegeben, alles einpackten und abzogen.

Nach zwei Stunden, als die Sonne zu sinken begann, war der Junker bereit zu seiner Reise. Er empfahl sein

Gctvcrkschaftemitglieder im Kriege.

Nach einer Aufftellung in der letzten Nummer des Zenttal» blattes der christlichen Gewerkschaften standen im Monat Oktober 0 8 17 8 christliche Gewerkschaftler in, Felde. Hiervon entfallen auf die Bergarbeiter 14 300, Ban- nrbeitcr 10 710, Metallarbeiter 10 752, Textilarbeiter 3608, Holzarbeiter 4088, Fabrik-, Verkehrs- und Hilfsarbeiter 2473. Keram- und Steinarbciter 2243, Tabakarbeiter 588, Leder- arbeiter 1010, Schneider 1600, Gemeindcarbeiter und Straßenbahner 1700, Maler 1626, Easthansangcstellten 886, Forst-, Lund- und Wctnbergsarbeitcr 1262, Buchdrucker (Gutcnbcrgbund) 860, Tclegraphenarbeiter 1600, Graphisch« Gewerbe 387, Krankenpfleger 1048, Gärtner 448, Eisen­bahner (Bayern) 2896, Württemberger 620, Elberfeldcr Eisenbahnervecband 2000, Militürarbciter 800. Da eine An­zahl von Zahlstellen an der Statistik nicht beteiligt sind, so dürfte die Zahl der zu den Fahnen einbcrnfencn christlicher, Gewerkschaftler 70 000 betragen.

Von den freien Gewerkschaften waren bis z u m 31. Oktober 661005 Mitglieder eingczogen. Bis heute wird sich die Zahl der Einberufenen bei den Christ­lichen aus rund 75 000, bei den freien Gewerkschaften aus rund 700 000 erhöht haben, Ter Dentfche Mctallarbeiter- verband stellte bis zur scchszehnten Kriegswoche allein 178 982 Krieger, also weit über IM 000 Soldaten mehr, als alle christlichen Gewerkschaften zusammen. In einem ähn­lichen Verhältnis stehen die Kriegsaufwendungen, die beide Gcwerkschaftsrichtungcn, z. B. für die Arbeitslosen und die Familien der Kriegsteilnehmer, machten. Die freien Ge- werkschnften haben dem Lande nicht nur ein gewaltiges Heer an Soldaten gestellt, sie haben auch aus den Kassen de, Zcntralverbände vom Beginn des Krieges an weit übe: 15 Millionen Mark an Unterstützungen ausgezahlt.

Kricgogerichtsinteile i« Laarbriilken.

Vor dem Kriegsgericht der Land,vehr-F>nspckt«»n Saarbrücken

hotte sich der Musketier Nikolaus Flach aus Herrensohr zu ver antivortcn. Die Anklage warf chm vor, während der Bcsatz-an j L.unevillcs aus einem verlassen«« Hanse 50V Matt in svanzosi scheu - Gelbe, sowie «in« Taschenuhr entwertet zu haben. Ter An,geklq>di tvar dm allgemeinen g'estäichicg, wallte aber in gutem Glauben ge bandelt haben. Als die Ei.ncmohncrichoft Lui «rillcS aus dem Hinter - halt einen ObrrftnbSarK und vier Samtölc-/Ädoc.«n erschossen hattz war der Befehl gekommen, die Stadt in Brand zu staien. Als ?> j mit seinen Kameraden ein Haus nach Franktireurs durchsnchte. Hab er die fraglichen Sach:» an sich genommem. da sonst olles vom Feue verwichstet worden wäre. Es sei ist.» unbekannt gewesen, daß er da hielt» hätte abliefern inujsen. Er habe es seiner notleidenden, iln« Niederkunft entgegensehende» Knau zugohen lassen. Das Äriogc erricht nahm keine Pliir.derung. simhcr» nur eine Unierschla-gung a und verurteilte den Soldaten zu sechs Wochen Gefängnis. :

Ferner hatte« sich vor tan Kriegsgericht zwei Soldaten ivage Feig heitvor dem Feinde zu verantworten. Der eine muri von der Antlaqs der Feigheit sreigesprochen, wurde aber ivegen ui ertaubter Entfernung zu einem Fahr und sechs Moi'pten Geiängni vnd Verftbring i« die 2. Klasse des Sotdatenstandes vcrurteill. D Ante«, der im wesentlichen geständig war. Während eures Gesecht, s vor dem Feind: di« Fluch- ergriffen z« habest, erhiett s li n f F a h r l und sechs Monate Zuchthaus und wurde aus dem H«t ausgestvßen.

Die Kriegslage im Lichte der Neutrale»'

Eine s>1,weizerischc Stimme.

Die Neuen Züricher Nachrichten melden über die Krieg^ läge im Osten: In gut befestigten Stellungen werden d Russen sich zwar noch einige Zeit zu halten vermögen, ab, alle S y in p t o m e des kommenden Zusaminer^ bruches sind bereits da. Dann wird es ein Dcbacl werden wie es ein gleiches die Kriegsgeschichte noch nicht g sehen hat. Ans dein Millioncnheer wird ein Millionei ch a o s werden. Mit dem erwähnten Zusammenbruch ge aber die Kriegslage im Osten zu Ende. Tenn die russisch Armee sollte der tragende Balken des Lani t r i e g c s aus dem Kontinent sein. Bricht dieser, so ist d Sache des Dreiverbandes auf dem Lande ven

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Hauswesen der Magd, der er vertrauen durfte, gab vor, c j den Malangcrfjord zu wollen, um zu sehen, ob dort Mc zu haben sei, und fand an der Elf den wartenden Mortun der sogleich gnssprang, als er ihn kommen sah, und ohne ü abzuwartc», an der Fclsenwand aufstieg.

Oben erst, wo das Fjcld begann, stand er still, und ml führte er den dänischen Herrn mehrere Stunden lang östl > durch die stille Wüste. Es war wundersam anzuschauen, & das rote Sonnenlicht und blaue, goldig durchzogene Nel sich um die ungeheure Kuppe des Kilpis legten nnd dcss wetterschivarze Schluchten nnd Wände schön machten. T Wind wehte scharf über das weite, durchbrochene Land, d bald mit Moos reich bewachsen, bald mit nickenden Blmn und Halmen bestickt, bald wieder ein unermeßlicher Sun war, in welchem Marstrand vorsichtig von einem Grasbüst zum andern sprang, um sich trocken zu erhalten. Mortu hatte darin weit größere Gewandtheit und machte di geltend. Er strauchelte niemals, und während sein 3 gleiter sich bald erhitzte und im Geröll und Schutt m> wurde, lief er mit gcmscnarttgcr Sicherheit an den steü Rändern der Bäche nieder, die hier überall sich enge, ti Täler ausgcwühlt hatten, und kletterte mit demselben lcü fähigen Geschick wieder daran ans.

Ter Kilpis rückte dabei den Wanderern näher, alü er tvar noch immer entfernt genug, als die Nacht eim brechen begann. Die unermeßlichen Linien der lapp'!» Alpen lagerten sich übereinander aufsteigend bis an fernen Grenzen des Horizonts nnd hüllten sich in Dust °* Schatten. Da und dort stieg eine riesige Felsenmasse « kein Spitzenerhebung, sondern wie die Natur dieses Latz' ist, ein nrächtiger Gebirgsstock, gewaltig und düster, ' glatten Wänden, oben aber wiederum ein weitgestr*" Fjcld tragend oder einen gigantischen Kegclgipfcl. Z»' deren Seite aber lag der rotfnnkelnde Schild des eine strahlende Feuermasse, in welcksc die Sonnen'" stürzte, ein seltsames, von keinem Auge zu fassende« wirre von Inseln, glanzvollen Wasserstreifen, Gletschern " fernen Eisfeldern, die unentwirrbar in einander schienen.

(Fortsetzung folgt.)

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