Ausgabe 
16.12.1914
 
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Ioren. Tenn auf dem we,tl-chen Kriegsschauplatz- ist sie auch " . ch t « ^»retten. Die Bemühungen der Verbündeten, die dcuftche Front zu durchbrechen, sind umsonst während umgekehrt die Waffengänge bei Ipern Arra» und am Yserkanal ein gewisses Versagen des linken Flügels künden. In dem ganzen Raume sieht man eine Mauer der Deutschen von den Vogesen bis nach Flandern, die mit rnckt zuni Wanken zu bringender Festigkeit dastcbt. während um- gekehrt die franzofiichc und englische Gegenmauer an einigen wichtigen Stellen sich bereits bröckelig zeigt Die Bresche wird kommen, vielleicht eher sckion. als der Zu- saminenbruch der Rusicn eine vollzogene Tatsache ist.

(fine italienische Stimme.

Generalmajor (Haiti äußert sich über die militärische Lage rm (5orriere della S?ra in folgender beachtenswerter Weise:

Tie Entscheidung wird wahrscheinlich n i ch t in F r a n k. reich fallen. Es würde dort im Interesse der Verbündeten liegen, eine kräftige Offensive zu ergreifen, um ihr Gebiet vom Feinde zu räumen. Tocki dazu reichen die Offen sivkräfte der Franzosen und Engländer nicht mehr aus. Wahrscheinlicher ist. daß sie sich nach den Er­gebnissen in Polen richten werden. Gelingt es den Deutschen, im Osten einen entscheidendenSchlag zu führen, so wird die deutsche Armee sofort auch ini Westen mehr Be- wcglichkeit gewinnen. Offensichtlich befindet sich gegenwärtig das russische Heer in einer Krise. Aus zahlreichen kleinen Anzeichen kann man schließen, daß es seit einiger Zeit in seinen Betätigungen nicht mehr so sicher ist wie zu Beginn des Krieges. Wahrscheinlich konnten die Russen ihre durch die Schlacht entstandenen Lücken nicht mehr so ras<h ausfüllen. Daher dürfte auch ihre zahlen­mäßige Ucberlegcnheit gegenüber Deutschland nnd Oestcrreich-Ungorn bedeutend vermindert worden sein. Rußland besitzt wohl noch viele Rekruten. Aber es fehltan Offizieren und Materialnachschüben, während Deutschland seine Lücken immer rasch ausfüllen kann.

Das allgemeine Urteil Gattis geht dahin, daß Deutsch­land sich in einer bedeutend besseren Lage befindet als die Verbündeten.

Die Laqe in Galizien.

Von ihrem Sonderberichterstatter auf dem österreichisch- ungarischen Kriegsschauplatz geht der Vossischen Zeitung nach- stehende Trahtmclduag zu: Tic Erreichung der Linie Reu- Sandec-Gorlice-Biecz in Galizien durch die trotz starken Schnee in Eilmärschen vorgerückten österreichisch-ungarischen Truppen beweist, das? die Rüsten nicht nur die Offensive in Galizien ausgrben mußten, sondern daß auch die österreichisch, ungarischen Truppen bereits in erfolgreicher Gegcnoffebsive begriffen sind. Der bei Reu Sander erreichte Anschluß an die westgalizischc Armee und die dadurch gebildete recht, winklige Front dürste die Lage der Russen noch unangenehmer gestalten. Bei der Verfolgung in den Karpathen zeichnete sich namentlich die Kavallerie aus.

Die Znsnftr nach Serbien.

Konstaniinopel, 15. Dez. Zwischen BoAcnit mii> Bukarest ist setzt eine Ersendahnverbindung lxrgestellt worden, di« de» Serben die Zunihr von Watten und Munrtivn, sowie von Lebeiwmittoln außerordentlich erleichtert. Di« Verbindung geht von Bukarest noch Durn-Sederin. von dort mit dem Danipser noch Trochoiva und so­dann über Risch noch Salon ik.

Englische Berlnstc bei den Aalklandsinseln.

Rotterdam, 15. Dez. Wie dem Courant aus London gemeldet wird, haben die Kriegsschiffe der Verbündeten, die zur Verfolgung des deutschen (Geschwaders aufgcboten wor- den waren, in der Seeschlacht bei den Folklandsinseln ernstere Verluste erlitten, als die englischen Berichte niutmaßen lassen. Eine Bestätigung dieser Annahme findet sich in einer Meldunz des Newhork Herold, wonach mehrere Kriegsschiffe der verbündeten Flotte in neutralen südomerikanischcn Häfen etngcloufcn sind, um notwendige Reparaturen vorziinchmcn.

Klerikale Hochflut in Frankreich.

Rotterdam, 15. Dez. In ganz Frankreich finden Bitt- gottesdienstc für die verbündeten Armeen statt. I» der blotre-Tamc-Kirche amtiert der Kardinal Amictte. Ucberall nahmen die Behörden sowie die früher antiklerikalen Kreise an den Veranstaltungen teil.

tstefaiigenuaftm« Landsturm pflichtiger.

Basel, 15. Dez. S« bi« Baseler Rachrichte» schreiben. hoben bi« Franzosen aus Haas-münsttr und Umgegend 5000 Landsturm- vilichtig« im Aller von 17 bis 45 Fahren noch Asoccio gebracht. Ihre Lage ist noch hier cingetrvnenen Berichten rcchi kläglich. Viele von ihnen sind bereits schwer trank.

Attentat ans den griechische«» Ministerpräsidenten.

Berlin, 15. Dez. Tie Nationalzcitung meldet aus Athen: Gestern wurde gegen den Ministerpräsidenten Veniselos ein Attentat verübt. Er hatte mehrere Mit­glieder der englischen Marincmission in seinem Palais empfangen, um eine Konferenz obzuhaltcn. Plötzlich erfolgten von der Straße her drei Revolverschllsse. Tic Geschosse durch­schlugen die Fensterscheiben und verwundeten zwei englische Offiziere. Ter Attentäter flüchtete, ohne Veniselos getroffen zu haben. Das Attentat hat in der Stadt große Erregung hervorgeruscn.

(fine Znsanrnienknnft der nordischen Könige.

W. B. Siockhvim, 15. Dez. Freitag, ixu 18. T«anber, juiöct in Maimoe eine Zusainmenkmrst der Könige von Schweden, Ror wegen und Dänemark stait.

Ter türkische Hanptqnartiersbericht.

TV. B. Konstantiuopcl, 15. Tez. Aus dem türkischen Großen Hauptquartier wird cmitlich gemeldet: An der Grenz' des Vilajet Wan dauern die Zusammenstöße der russischen Truppen mit unseren Abteilungen zu unseren Gunsten an. Die russische Kavallerie hat an der persischen Grenze bei Sara, unsere Kavallerie angegriffen, deren Gcgcnangris e von Erfolg gekrönt waren. Die Russen wurden zurückge- schlagen und zersprengt.

Hcfieu und Rachbai gebiete.

(«»ick,,« und Umgebung.

Für weniger Menschlichkeit gegenüber den Gefangenen

tritt eine Zuschrift ein, die wir von einem Gießencr Akademiker erhielten. Die Zuschrift beschäftigt sich mit einem von uns in Nr. 285 gebrachten Artikel, in dem wir uns gegen eine Notiz der Kl. Presie ivandten und bezweifelten, daß es n-eitc Volkskrcise gäbe, die eine schlechtere Bclmndlung der Gefangenen wünschten. Jeder vernünftig Denkende würde vielmehr verlangen,daß die Gefangenen, die doch keine Verbrecher sind, eine anständige Behandlung erfahren, selbst wenn die Unseren, die in Feindesland sich befinden, es weniger gut hätten." Wir meinen, daß dieser Standpunkt von allen Gebildeten geteilt werden müßte. Wenn unsere Leute in Feindesland als Gefangene schlecht bebandclt wer­den. so ist das gewiß zu verurteilen und es müßte alles ver­sucht werden, ihnen ihr Los zu erleichtern. Da» Verkehrteste aber und aller Kultur Widersprechende wäre es. wenn wir nun die feindlichen Gefangenen schlechter behandeln ivollten, um Vergeltung z üben. Wo käme man damit hin! Das könnte schließlich dazu führe», daß die kriegführenden Kulturvölker ihre gefangenen Feinde in barbarischer Weise mißhandeln und verstümmeln, wie das in frühere» Zeiten oci halbwilden Völkerschaften üblich war. Rein, wir sind in diesem Falle durchaus mit der Rcichsrcgicrung einver­standen, die sich vor einiger Zeit im gleichen Sinne ausge- sprochen hat, wie wir es in Nr. 285 taten. Wenn der Ver­käster der erwähnten Zuschrift sogt, daß in Frankreich deutsche (befangene schleckst behandelt worden seien, so würden wir das selbstverständlich ebenso verurteilen: zahlreickie Briefe bestätigen aber, daß die Behandlung und Verpflegung gut sei.

Gefallene aus Oberhesien und Rachbargebietcn. Leutnant Rudolf T c l l h c i in aus Gießen, Pionier- Bataillo» Nr. 19. Wchrmann Christian Max seiner, Tachdcckcrmeister in Wetzlar, Landwehr-Infanterie- Regiment Nr. 41. Unteroffizier August Gath aus Wetzlar, Infanterie-Regiment Nr. 81. Leutnant der Reserve Hein­rich S ch ä t t l c r aus Gießen. Res.-Jnf.-Regt. Nr 222.

Tic Ziehung der Gießener Gewerbe-Ausstellungs- Lotterie findet, wie wir bereits vor einiger Zeit mitteilten, nächsten Montag, 2l. Dezember, im Saale des Hotel Schütz von morgens 8 Ubr an statt. Das Ziehungsgeschäft wird von der Polizei beaufsichtigt.

Krupps Geschält blüht, lieber die vor etlichen Tagen ftatt- gcfundcnc Generalversammlung der Akliengesellschasi Friedrich Krupp i» essen wird berichtet: Die Generalversammlung beschloß die Kapitalcrhöhung .um 70 auf 2 50 Millionen Mark (!). Von den neuen Aktien, die sämilich von der Familie «trupp übernummen werden, sollen zunächst 85 Millionen Marl zum 5t. Dezember 1014 einbezahlt werden. Wie i» früheren Fahren beschränkt sich auch ber in der gestrige» Gkiieralversamm- lang bckannlgegebenc Geschäftsbericht nur auf ganz summarische Zahlcnangabci, und Iiiappc Erläuterungen einigen Bilanzposten. Was die einzelnen Unternehmungen zu dem Gewinn des Unter­nehmens beigcstcuert haben, ist, da der Bclriebsliberschuß wieder nur in einem Posten angegeben wirb, nicht ersichtlich. Der Be° triebsäberschuß beträgt für 1915 14 5 4 Millionen Mark gegen 4V Millionen im Poriahre. Die aiigckUndigtc enorme Kapitals- erhöhung, die i» der Praxis nur auf eint Kapitals Verwässe­rung hinausläuft, hat nur den Zweck, damit die zu erwartenden riesigen Gewinne nicht allzusehr auffallen.

y. Wieseck. Die Rechnung der Gemeinde für das Jahr 1013 stellt sich in Einnahme auf 122 227,80 Mark, in Ausgabe auf 102 872,50 Mark, so daß ein Bestand von JO 355,10 Mark verblieb. Für elektrischen Strom hatte die Gemeinde für Straßenbclench- tu»g usw. 2285.70 Mark an die Stadt Gießen zu entrichlc». Be! dem für unsere Gemeinde ziemlich erheblichen Betrage bürste von seiten des städtische» EleitrizitätSwerkS schon etwas besser für Instandhaltung der Straßenlampen gesorgt werden. Einige brennen ttberhauvt nicht mehr, weil jedetifalls die Glühfäden zer­brochen sind, andere leuchien schlecht. ES wäre sicher nicht viel Arbeit, die Lampe» gehörig in Lrdnung zu bringen, ober alle Reklamationen sind bisher erfolglos gewesen.

Streit Frievberst-Viivrnaen

«Sin anonymer Briefschreiber treibt gegenwärtig in T ö d e I oder Melbach sein Wesen, lieber die eigenartige Tätigkeit des saubere» Kumpans wird der Volksstimme geschrieben: Er schreibt an das Bczirkskommando Briese, in denen sich eine oder mehrere Personen beschweren, daß sic noch nicht einbcrufen sind, um an der Verteidigung des Vaterlandes Mitwirken zp können. Diese Briefe versieht er mit Unterschriften derjenige» Personen, die er gern fort haben möchte. Dadurch, daß das Bezirkskommando a» die angeb­liche» Briefschreiber die Schreiben, mit Antwort versehen, zurllck- gchen ließ, erlangten diele von dem gegen sie gerichteten Vorgehen Kenntnis. Ratürüch fahndet man nach dem Schurken. Man wirb wohl nicht fehl gehen, wenn man ihn in den Kreisen derjenigen sticht, die allerorts zu finden sind und die bei jeder Gelegenheit bereit stehen, Hurra zu rufen und in Ueberpatriotismus ,u machen, die aber jetzt, nach Ausbruch des Krieges zum vielfachen Erstaunen merkwürdigerweise unlanglich, überzählig ober unabkömmlich sind. Sie bleiben tapfer zu Haule. betreiben aber die Verteidigung beS Vaterlandes in der Weise, daß sie andere zum Kriegsdienst an- melden!

Streit Wetzlar.

u. Zur Einguarlieruug. Das Landsturm-Ersatz-Bataillon Wetz­lar soll «n 18. ds. Mts. umqucrviicri ,v«rd«n: den Beamten der städtischen Sparkasse. Domplatz 8. wurden dir dazu nötigen Arbeiten tibertragen Wer also irgend welche Auskunst in dieser Angrlcgeii- heit wünscht, wende sich dorthin. Jriwiächcn werden Sinn me,, laut, wonach dos erd'« Verpf!:gni'i4gcld von 1 84 Mark pro Tag und Soldat nicht zur Auszahlnri gelangt. Der aste Satz von 1.51 Mark soll wrHerhin bdttfecn btt.den. Am Montag. d«n 14. Dezember, kvnrmen die Qnarlirrgckder vom 15 September bis 51. Oktober erst :ni Auszahlung, undvor auf der Sladtkassc vormittags von 8 bis 4 Uhr All diese Vorkommnisse und besonders di« Herabsetzung des Ouortiereeibcs für Wachmannschaften in dem Gefangenenlager auf 70 Pfg. pro Tag. haben lehr viel Unwillen erzeugt, so daß bereits von einer Pvo:girvcviarnmlunz gesprechen wird.

In Rouborn brach am Samstag in der Scheuer des Lcmd- wirts Jobs. Hornicl in der Rru-möc Feuer aus. welches in kurzer Zeit die mit Her, und Siroi, vollgerüllic Scheuer vernichtete. Dir Feuerwehr griii kräsiig ein und kanu-'e den Bvand aus seinen Herd beschränken. Wir das Feuer entstanden ist. konnte noch nicht ftyt- gestcllt werden.

Von Rah nnd

Der Gatienmord in Cffenbarf, Am Sonntag fand man im Main die Leiche der Ehefrau des Tagtöhners Funk in Ofiendach. der nach anfänglichem Leugnen einflrftonöe.i hat. daß er seine Frau vor einiger Zeit str den Man, gestoßen hat. weil er ihrer überdrüsst« war. Er hatte ein Liebesverhältnis. nno wn dieses ungenievt sort- ,'etzen zu können, hot er feine Frau bei einem Sp-tz-eryang ins Wasser aesto«en.

Telegramme.

Kranzöftsche Angriffe abgeschlagen.

Im Osten nichts Wesentliche».

»V. ir. Großes Hauptquartier, 15. Dezember vvrinittaAS. lAintlich.» Die Franzosen grissco gkstern an mehreren Stelle» vergeblich an.

Ein Angriff gegen unsere Stellungen südöstlich Vperu brach unter starke» Verlusten für den Gegner zusammen.

Ein scindlicher Vorstoß in der Gegend nordöstlich S u i p p e » wurde rbcoso wie eia feindlicher Angriff nord­östlich Lrnc« (nördlich Verdnnj unter schweren feind- Iichen Vrrlusteu abgcwiescn.

Iu der Gegend von Asllh Apremoat (südlich St. M i h i e I) versuchten die Franzosen in viermaligem Ansturm unsere StcUunge» zu »ehinen. Tie Angriffe scheitrrteu: ebenso mißlang ei» erneuter feindlicher Vorstoß and der Richtung FI i rep (nördlich T o u l).

In den Vogesen sind die Kämpfe noch im Gauge. Bei der Eroberung des Torfe« Steinbach (westlich S r n n h r i m) machte» wir 59» Gefangene.

Aus Ostpreußen nicht« Neues. Die drntschc von Sold an über MIawa in der Richtung Ziezhanow vorgegangeue Kolonne nimmt vor überlegenen Kräfte» ihre alte Stellung wieder ein.

In R u s s i s ch - P o I e » hat sich nichts Wesentliches «rcignet. Tie ungünstige Witterung beeinflußt unser« Maßnahmen. Die Oberste Heeresleitung.

Ein großer Erfolg unserer Verbündete«.

ZI 000 russische «efangene.

Wie», 15. Tez. (TV. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. Dezember. Tie Lsseusive unserer Armeen in Westgalizie » hat hier den Feind z»m Rückzuge gezwungen und auch die russische Front in Süd. polen zum Wanken gebracht. Ilnserr dcu Feind iu Westgalizien von Süden her unermüdlich verfolgenden Truppen gelauglcn gkstern bi« in dir Linie Jaslow Rajbroi. Bei dieser Verfolgung und in drr letzten Schlacht wurden nach den bisherige,, Meldungen 310(10 Russen gr - sangen genommen. Heute liege» Nachrichten über rück­gängige Bewegungen de« Gegner« an der grsamtru Front Rajbrot Niepolomiee W»lbrom N «wo Radomsk' Piotrkow vor.

I« dem karpathischeu Hochgebirge find gegen da« Vor­dringen feindlicher Kräfte iu da« Latorcza-Tal entsprechend« Maßnahmen getrossen.

Der Stellvertreter des Chef« de« Geiirralftab«: v. Höfe», Generalmnjor.

Rückzug ans Serbien.

Belgrad von den Oesterreichern geräumt.

TV. B. Wir«, 15. Dez. Vom südlichen Kriegsschnnplabk' wird unterm heutigen Tage gemeldet: Die durch da« not­wendig gewordene Zurücknehmrn de« eigenen rechten Flügel« geschaffene Operatioaslage ließ es ratsam erscheinrn, auch Belgrad auszugebeu. Tic Stadt wurde kampflos ge­räumt; die Truppen haben durch die übrrftandeuen Stra­pazen und Kämpfe gelitten, find aber vom besten Geiste beseelt.

Die Situation in Polen.

Mailand, 15. Dez. (Spez.-Telegr. der T.-U.) Deck Secolo veröffentlicht einen Bericht seines Korrespondenten! in Warschau, in dein die tragische Situation geschildert wird,! in der Polen sich augenblicklich befindet. Die Stimmung^ der polnischen Bevölkerung war und ist vielleicht auch inimevi noch Oesterreich-Ungarn günstig, weil diese Nationalität die! Sprache der Polen ehre. Der Korrespondent des Secolo« erklärt in seinem Bericht weiter, daß sich die deutschem Soldaten sehr gesittet verl-alten und nur nach den Befehlen ihrer Vorgesetzten handeln. Der deutsche Soldat plündert, nicht, sondern bezahlt die erhaltenen Lebensmittel entweder bar oder in den offiziellen Gutscheinen. Polen befinde sich! jetzt ani Abgründe. 500 Dörfchen, 20 große Dörfer und 8 Städte sind vollkomnien vernichtet. Lodz ist bisher drei­mal von den Russen verlassen worden. Ruhr und Cholera beginnen um sich zu greifen. Die russischen Südpolen miß­trauen der versprochenen Autonomie. Trotz der Ver­sprechungen des Großfürsten Nikolajcwitsch ist eine Bestäti- gung von Petersburg ausgeblieben. Vielmehr hat die russisch» Regierung den polnischen Privatschulen anbefohlen, dew Unterricht in Geschickte und Geographie, säe den die polnische: Sprache erlaubt wor, i n der russischen Sprach « zu erteilen.

Verantwortlicher Redakteur: F Vetters. Gießen.

Verlag von Krumm & Eie., Gießen.

Druck: Verlag Lfsenbachcr Abendblatt, G m b. H .csfenbach a.M.

Bereinskale»»der.

Mittwoch 16. Dezember.

Gleßeii. GesangvereinEintracht". Abends 0 Uhr «rsamrnimrg und VorstandSsitzung.

Tonnrrstag, 1«. Dezember.

Gießen. G e io e rk i cha f t ska rt e l I. Abends 8'Z- Uhr mr «werkschasttchmrs Sitzung. Das Ersthemen aller DeleWereen ! Pflicht.

Sonntag. 20. De,«m ber.

Gießen. Staats- und Ge m «i n de a r b« i t e r v « rbc»r»d. «hmrUags 5 Uhr Bevsammlnng im G ewerkscharbshaus. _,

Für die Weihnachtsfeier der Kinder orga»fier«er KriegsbevE chmer wird ArbeiiÄvser weiter ein: Vom Verband der

Buchdrucker 50 Mk., vom «rnestimverem «liehen 50 Mk. Tmiuna 100 Mark Bereits quittiert sind 274.50 Mk Insgesamt 374.50 Mk. Für die bisherigen Goden dankend, bittet wn weibcve Zwocichnngeri

Aldi» Mann.

Verstorbene. Frau Marie M ö h I Awc. g«b. Siagfrse d,^ in Gießen. 03 Jcchve Ott. Fr«, Johs. Lah Awe., in Klem-Lindm. 71 Fcch« aikt.