Ausgabe 
15.12.1914
 
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Neue Erfolge unserer Verbündeten.

0000 Gefangene.

Wien, 14. Dez. (W. I?.) Amtlich wird verlautbart: 14. Dezember. mittags. Tie Verfvlgung der R u f s c n iu W e st g a l i z i e » wurde f v r t g e s c tz t und gewann aber­mals unter kleineren und größeren Gefechten allenthalben nordwärts Raum. Nun ist auch Tukla »nieder in unserem Besitz. Unsere über die Karpathen vorgerückten Kolonnen machten gestern und vorgestern 9 0 0 0 Gefangene und erbeuteten 10 M a s ch i n e n g e >v c h r c. Tic Lage an unserer Front von Najbrot bis östlich Krakau und in Süd- Polen ist unverändert. Nördlich Lowicz drangen unsere Verbündeten im Angriff »vciter gegen die untere B z u r a vor.

Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö s c r, Generalmajor.

Der serbische Feldzug.

Wien, 14. Dez. (W. B.) Von dem südlichen Kriegs­schauplatz lvird aintlich vcrlautbart: Die von der Trina in südöstlicher Richtung vorgetriebene -Offensive stieß südöstlich von Baljewo ans einen stark überlegenen Gegner und mußte nicht allein aufgcgcbcn werden, sondern ver- anlaßte auch eine lveitcr reichende rückgängige Bewegung unserer seit vielen Wochen hartnäckig und glänzend, aber verlustreich käinpfenden Kräfte. Diesem steht die Gelvinnung Belgrads gegenüber. Die sich hieraus er­gebende Gesaiutlage wird neue operative Entschlüsse und Maßregeln zur Folge haben, welche zu der Verdrängung des Feindes führen müssen.

Russisches Fiasko am Balkan.

Alle Pläne Rußlands zur Erneuerung des Balkanbundes sind, wie die Nutzlose Tlowo aus Pelcrsburg telegraphisch meldet, miß­lungen. Zwischen Serbien, Bulgarien und Griechenland bestehen in n,anck»en Dingen so scharfe Gegensätze, daß eine srcundschaftlichc Bereinigung ausgeschlossen erscheint. Rußland hat auch insolge- desscn seine Verhandlungen abbrechen müssen. In der lctzlcn Zeit glaubte inan in Petersburg, dem störrischen Bulgarien sozusagen die Pistole ans die Brust zu setzen. Mau wollte Serbien, Griechen­land und Rumänien ZU eine»! Bunde vereinigen, der an Bulgarien ein Ultimatum stellen sollte. Fcdoch scheiterte an der Gcbicts- abtrctnngsfragc alles. Man wollte dann Rumänien und Italien sür die Berinittlung gewinnen. Aber auch hierin täuschte sich die russtschc Diplomatie. Fetzt hasst man daß cs dem neuen russischen Gesandten in Belgrad, dem Fürsten Trubctzkoi, gelingen wird, durch seinen unmittelbaren persönlichen Einslnß die Balkanstaatcn dem Dreiverbände gefügig zu mache».

Der Krieg im Orient.

Gegen die Russen.

Konstailtiliopel, 14. Dez. (IV. B.) Nichtamtlich.) Die Gencraldirektion der Posten und Telegraphen kündigt die Errichtung eines Tclegraphenaintes in KLpriköj an. Dar­

aus geht hervor, daß, entgegen den Mitteilungen des russi­schen Hauptquartiers, in denen behauptet wird, daß die Russen bis Erzerum vorgerückt seien, die ganze Gegend um Köpriköj sich im Besitz der Türken befindet.

Gegen die Engländer.

Roin, 14. Dez. Ter Abgeordnete Bevione teilt mit, daß die Angriffe der Senusscn gegen die Engländer bereits bc- gönnen haben. Bei den Senussen befinden sich weiße Ossi- zierc, die weder englisch noch französisch reden. Der Angriff auf Aegypten »verde demnach von zwei Seiten erfolgen, im Osten durch das reguläre türkische Heer, im Westen durch die Senussen. Selbswcrständlich, schreibt Bevione, werde es den Senussen nicht einfallen, sich auch gegen die Italiener zu wenden.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm & Cie., Gießen.

Druck: Verlag Osfenbacher Abendblatt, G. in. l>. H., Osfenbach a. M.

Vercinskalender.

Mittwoch 16. Dezember.

Gießen. GesangvereinEintracht". Jfbensts 9 Uhr Versantmlumg und Vorstantzssitzmig.

Donnerstag, 16. Dezember.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 814 Uhr im Gciverkschastshaus Sitzung. Das Erscheinen aller Delegierten ist Pflicht. __

Quittung!

Für die Weihnachtsfeier der Kinder organisierter Kriegsteil­nehmer und Arbcilsloser gingen weiter ein: Vom Schneid erver- band 10 M, von F. B. 2 Jl, von G. B. 5 Ji, von N. N. erste Rate 3 Jl, von N. N. zweite Rate 5 Jl, von M. Jaskowsky 1 Jl, von £>. Elle 1,50 Jl, von Johs. Becker 2 Jl, von I. W. 3H, von Ernst Leib 1 Jl. Suinnra: 33,50 Jl. Bereits quittiert sind 241, Jl, ins­gesamt 274:50 Jl. Für die Gaben dankend, bittet n,n> weitere Zn- ivendungen A l b i n Man w.

Bekanntmachnnst.

Tic Auszahlung der Unterstützungen an die Faurilic» der zurn Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende Dezember 1014 erfolgt anr:

Mittwoch, den 16. Dezember Donnerstag, den 17. Dezember Freitag, den 18. Dezember Sa m s t a g, 19. Dezember Montag, den 21. Dezember nnd zwar vormittags von 8 1 Uhr im Stadt­haus, Zimmer Nr. 16.

Gießen, den 14. Dezember 1014.

Ter Oberbürgermeister Keller.

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Bekanntmachung.

Die in 1875, 1874, 1873, 1872, 1871, 1876 und vom 1 August bis. 31. Dezember 1869 geborenen, unausgcbildetc» Landsturm- pflichtigen II. Aufgebots werden hiermit auftejvrdert, sich vom 18. bis 26. Dezember >614, iwrmstlags von 8 bis 12 Uhr und nach-' mittags von 2 bis 6 Uhr im Rathaus am Marktplatz unter Vorlage ihrer Milttärpapie-ve (ober «anderer AusweiSpapiere) zur Land sturuirollc zu melde,,.

Wer die Anmeldirng in der vorstehend gesetzten Frist lmcker- läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Momrden bis sinn Jahren bestraft

Gießen, den 12. Dezember 1914.

Der Oberbürgermeister.

___ I. V .: Emmclius. _

§intcrblicbcitcnöcrforpn(t gefallener Krieger.

Aus Grund des Mi,l,Stär- und Beamt«n-Hmt«vhIi»l>en>LriMsetzes vom 17. Mai 1907 haben die Himder,blieben,en der im gegenwärtigen Kriege gesallsn,en^ i>nsolM einer evlittenen 'VerwimduriN öder Kriegs, dienstbeschädbgimig gestorbenen und oerschollenen Heeft^mgelßivtzgeii Anspruch auf Versorgung,

Es wird Krisgswödwen»-. KwiegSwaisew- und Krteg-sskterugelt» gewährt: das skriegSeiterngelld jedoch nur unter der Vormrsstviimz, daß der verstorbene KriessteSImehmer den Lvbonsunteiihalt der Eltern usw. ganz oder überwi«Uend bcstrtttsn hat.

Die Anträge auf diese Vcrsorgu-ng wenden im StadlhamS, Gartenstraße 2 Zimmer 8h*. 13 vormittags entgegmaonoimnon. ivoftlbst auch jede Auskunft erdeift wird.

Gießen, den 12. Dezember 1914.

Der Oberbürgermeister. _ Keller. _

Städtischer 'Arbeitsnachweis Gießen.

Es können eingestellt werden:

a) Bei hiesigen Arbeitgeb e rn:

5 Dreher, 3 Former. 2 Schlosicr, 2 Kupferschmiede, 1 Hcizungs- und 2 Elektromonteure. 2 Schmiede, 1 Buchbinder, 1 Gerber, 2 Bäcker, 1 Küfer, 1 Wagner, 1 Metzger, 1 Schneider, 3 Schuhmacher, 3 Sattler, 1 Friseur, landwirtschaftiiche Arbeiter, Taglöhncr, Dienstmädchen.

t>> bei auswärtigen Arbeitgebern:

6 Elektromonteure, 20 Eiscndrcher. 1 Fcuevschmied, Schlosser. Werkzeugmacher, Klempner und Installateure, landwirtschaftliche Arbeiter nnd Knechte, Erd- und Betonarbeiter, Kaikbrenncr, Stein­brucharbeiter und Taglöbner, 1 jüngerer Kellner, 1 Köchin, Bau-, Rohr- und Rcparaiurschlofler, 29 Blciiöter und 26 ungelernte Fabrikarbeiter sür eine Fabrik bei hohem Lohn und freier Hinreise.

Es suchen Arbeit:

6 Schlosser, 2 Spengler, 2 Buchbinder, 3 Polsterer und Tape­zierer, 8 Schreiner, 1 Glaser. 1 Schuhmacher, 3 Schneider, 4 Mau­rer, 2 Zimmcrleute, 7 Wcißbinder und Lackierer, Kanfleute, Schrei­ber, landwirtschaftliche Arbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Tag­löhncr, Kellner, Hausburschcn, Putz-, Wasch- und Lauffraucn.

Militärische Fachausbrückc gemeinverständlich erläutert von

Ernst Oaumig

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3 n einer Zeit, in der die kriege­rischen Vorgänge und Fragen des Heerwesens lm Vordergründe des öffentlichen Interesses stehen, kann man sich nur dann ein richti« ges Bild von den auf- und nieder« wogenden Zeitereignissen und der wildbewegten Handlung auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen machen, wenn man dieAedeutung der Worte, die in der militärischen Organisation sowie in der Kriegs« Wissenschaft gebräuchlich sind, rich- sig erfaßt hat. Daher sollte jeder diesen wichtigen Neinen Ratgeber besitzen. Auch die Goldalcn im Felde werden ihn sehr begrüßen.

Das Hefl kann als Feldpostbrief portofrei versandt werden.

Oberhessische Volkszeitung, Gießen

zu verkehren, ist Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters. Durch den Besuch desGewerkschaftshauses un­terstützt der Arbeiter sein eig. Heim* la Speisen u. Setränke. Billig. Log»