lichen Berichten haben in Lodz schwere Straßen, kämpfe stattgcfunden. Am Abend ließen die Tcutsclien das Bombardement auf die Stadt für den nädhftcn Morgen an- sage"- doch die Rus,en zogen es vor. dies nickt abzuwarten.
Siegreiche Kämpfe in Galirie,,.
Der Börsenkur,er meldet aus Krakau: Oestlich von
Krakau, bei Wieloczka. haben die Russen eine große Niederlage erlitten. Sic versuchten hier vorzudringen wurden aber mit bedeutenden Verlusten znrückgeworfcn Von einer Belagerung oder Einkreisung Krakaus kann keine Rede sein- «er Skala in Russisch.Polen haben die Russen in zwei nächtlichen Kämpfen etwa 20000 Tote und Ver- wundete verloren. Unsere Truppen haben über 6 000 Gefangene gemacht. Nach Aussagen gefangener Rüsten ,oll die Versorgung der russischen Truppen mit Lebens- mitlein und Proviant sehr mangelhaft sein. Tagelang bc- kommen die Soldaten nichts zu essen. Alle? läßt darauf schließen, daß sich die Russen in Nordgalizien in vollem Rück- zuge befinden. Ter Konipf bei Wieloczka ist besonders blutig verlausen. In die Ortschaft war russiscke Kavallerie ein- gedrungen, die österreichisch-ungarischen Maschinengewehre mähten aber buchstäblich diese nieder. Von der ganzen großen Abteilung kam nicht ein Reiter mit dem Leben davon.
Tie Kämpfe in Flandern.
Ueber die Käinpfc an der User wird aus Vcurne ge- "icldct: Die Verbündeten strengen sich an. einige Stellen des rechten Ufers des Zserkanals, welche die Deutschen inne haben, zu besetzen. Bisher ist e? ihnen aber noch nicht ge- lungcn. Wenn man erst eine Weile hier gewesen ist. dann sieht man erst, daß manches anders ist. als es offiziest dar- gcstcllt wird. Vielfach ist cs dem blinden Zufall, dem Unglück oder der Notwendigkeit znzuschrciben, Ivas von der anderen Seite als reiner Mutwille geschildert wird. Besonders ist dies der Fall von dem in Grund und Boden Schießen eines Ortes oder Gebäudes. Andererseits wird eS häufig nötig, daß die Verbündeten durch die Stellungen der Deutscher, gezwungen sind, das Eigentum der belgischen Bundesgenossen zu bombardieren. Man kann ruhig sagen, daß der Angriff und die Verteidigung eines jeden Quadratmeters Boden an der shfer das Zehnfache und niehr seines eigenen Wertes kostet. In wenigen Tagen erwartet man intensivere Kämpfe.
Der Krieg im Orient.
Syrien «nd Aegypten.
BrifHonio, 14. Dez. Daily Mail meldet aus Kairo: Aus
Syrien angekommene Reisende berichte», daß 18 0W) türkische Soldaten dort cingcrllckt seien und daß der Libanon von 150 000 Mann besetzt gel,alten werde. — In Aegypten sei angeblich alles ruhig. Ein anderes Londoner Telegramm meldet, daß, seit die Türken sich nach Erzerum zurückgezogen hätten, an der kankasischcn Front Ruhe eingetrcten sei.
Die türkische Flotte in Tätigkeit.
tkristiania, 14. Dez. Dem Jntelligcnscdlcrne wird über London gemeldet: Bor Sebastopol hat der türkische Kreuzer „Midlilli" «inen Leuchtturm bombardiert und dabei erheblichen Schaden angerichtet.
Ausstanv im Kaukasus.
Wie der Berliner Lokalanzeiger aus Konstantinopel erfährt, hat im Kaukasus ein großer Mohammedaneraufstand begonnen. Etwa 50000 bewaffnete russische Mohammedaner sind zu den Türken übergetrctcn, um gegen die Russen zu kämpfen.
Zwei Millionen Tabakpakete.
Konstantinopel, 12. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.> Terschuman- l-Hakikat zufolge bereitet das osmanischc Landcsvertcidigungs- tomitee die Sendung von 2 Millionen Paketen Tabal an die östcr- reickisch-ungarischc und die deutsche Armee vor. Aus den Paketen werden die österreichisch-ungarische, deutsch und osmanischc Fahne einander kreuzend dargcstellt sein.
Der Zwischenfall von Hodeida.
Genf, 14. Dez. Nach dem Ncwyork Hcrald soll Italien folgende Forderungen zur Beilegung des Zwischenfalles von Hodeida gestellt haben: Rückkehr des englischen Konsuls nach dem italienischen Konsulat, von wo er fortgeführt wurde und formelle Entschuldigung gegenüber dem italienischen Konsul, sowie eine Gcldentschädigung für den verwundeten Kawassen.
Schicksal eines italienischen Journalisten.
Turin, 14. Dez. Ans Paris wird telegraphiert: Aach einer über Kairo cingetrosscncn Nachricht ist der Korrespondent des Giornalc d'Jtalia. Pietro Bitte, in Beirut arretiert und seine Ausweisung vcrsügt worben. Als Bitte die llnansincrksamkeit seiner Wächter benutzen wollte und einen Fluchtversuch machte, wurde er von seinen Bersolgcrn erschollen.
Rcichstaaönachwahl.
Hamburg, 14. Dez. Eine Bcrtreterversammlung der sozialdemokratischen Partei im dritten Hamburger Wahlbezirk hat für das erledigte Mandat des Rcichsiagsabgeordnetcn Wilhelm Metzger den Parteisekretär Heinrich Stubbe aufgestellt.
Hessen und Nachbar gebiete.
Gießen und Umgebung.
Tie Bildung des hessischen Kriegslandtages.
Ter kommende Landtag (XXXVI.) ist — wie uns ans der Kanzlei der Zweiten Kammer geschrieben wird — durch landesherrlichen Erlaß vom 18. v. Mts. ans Mittwock. dev 16. Dezember, zur Beratung und Beschlußfassung von Be- lagen, die mfolge des Krieges geboten sind, einbcrufen.
Zunächst hot die vorläufige Bildung der Kammern zu erfolgen. Zu diesem Zwecke versammeln sich an> 16. vor- mittags 10 V; Uhr die Mitglieder jeder Kammer für sich in ihrem Sitzungssaal i sobald die Anwesenheit bei der Ersten Kammer von 14 Mitgliedern, bei der Zweiten Kammer von 30 Mitgliedern sestgestellt ist, nehmen die landesberrlickei' Bevollmächtigten — für die Erste Kammer Herr Staatsrai Wilbrand, für die Zweite Kammer die Herren Staatsrat 2r. Best und Ministerialrat Hölzingcr — die vorläufige Bildung vor. Hiernach finden die Wahlen des Vorstandes 'n jeder Kammer statt. Um 12y 2 Uhr vereinigen sich beide Kammern in dem Sitzungssaal der Zweiten Kammer zur feierlichen Eröffnung des Landtags, die diesmal öffentlich ist. ^->ese geschieht durch Herrn Staatsministcr Tr. v. Ewald
Erzellcnz auf Grund de« ihm erteilten Allerhöchsten Auftrags. Hierbei wird der Herr StaatSministcr eine Rede an die <otändeveri'amml»ng halten. Alach der Eröffnung des Landtags verlassen die Mitglieder der Ersten Kammer den Litzungsiaal der Zweiten Kammer, worauf alSdann die erste citzung der Zweiten Kammer stottsinden wird.
Fortfall dcr Gkwerbcaufsichtsberichte.
Die Bundesregierungen erwägen den Plan, die Bcrick'- erstattung der Gcwcrbeaufsicktsbcaniten für das Jahr 1914 aussallen zu lassen bezw. mit den Bcrickten über das Jabr 191,> zu vereinige». Dieser Plan wird damit begründet, daß die Gewcrbcauisicht durch die Mobilmachung mancke Lücken in ihrem gcfchultbn Beamtenperfonalc erfahren bat und die Erhebungen durch die Kriegsverhältnisie vielfach zerstört feien.
Sollte dieser Plan vcrwirklickt werden, so wäre da? nur sehr zu bedauern. Gerade diese sozial bewegte Zeit bedarf cincs genauen Spiegelbildes, das für den sozialen Weiterbau von größtem Werte sein dürfte. In gewissem Umfange möchte das preußische Ministerium des Innern jetzt wenigstens den Einfluß des Krieges auf die wirtschaftlicher Zustände sestgestellt lxiben. Es lat die örtlich^» Verwalt- nngsbebördcn bereits angewiesen. amtliche Feststellungen nach dieser Richlung hin zu treffen. Ter Regierungspräsident von Trier bat bereit? über die dortigen wirtschaftliche» Verhält- nissc berichtet und Vorschläge über die Maßnahmen „nter- brcitct, die für das nächste Jahr von Staatswegen ergriffen werden sollten, um das Wirtschaftsleben in Gang z» halten. In ähnlicker Weife sollen auch die anderen Regierungspräsidenten Vorgehen. Wenn diesen Betrachtungen »nd Vorschlägen der nötige soziale Geist innewobnt, dürsten sie gewiß nicht ohne Nutzen sein.
— Gcwerkschastskartcll Gieße». An dieser Stelle sei ans die am ToncrStag, 17. Dezember, abends 8«/. Uhr. in, Ge- wcrkschaftshaus stattfindende wichtige Kartellsitzung hingewiescn.
Meldung zur Laudsturiurvlle. Auf die amtlickie B>> kanntinachung, durch welche die nnansgcbildeter Landsturmpflichtigen zur Anincldiing aufgcfordert werden, sei an dieser Stelle hingewiesen. Es handelt sick um die in den Jahren 1875 bis zurück zum 1. Anglist 1869 geborenen Mannschaften. In Gießen hat die Meldung beim Standesamt im alten Rathausc zu erfolgen, auf dem Lande bei den Bürgermeistereien. Bei Unterlassung der Anmeldung wird Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu fünf Jahren an- gcdroht.
— Tic Auszahlung dcr Familicnunterstützung für die zuin Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende Dezenibcr 1914 findet statt am: Mittwock, den 16. Dezember — Don- nerstag, den 17. Dezember — Freitag, den 18. Dezember — Samstag, den 19. Dezember und Rlontag, den 21. De- zembcr und zwar vormittags von 8—1 Ubr im Stadthaus, Zimmer Nr. 16.
— Die Karioffel-Vöchsipreise. Das siellvertretcndc Generalkommando des 18. Armeekorps hoi folgende Verfügung, die auch für die Zivilbevölkerung bedeutungsvoll ist, erlalle». „Nachdem mmmchr im Königreich Preußen und im Großherzogtum Hellen für den Groß- und Kleinhandel mit Kartoffeln Höchstpreise sestgesetzt sind, ist beim Kartosscieinkaus von den Truppen. Behörden, Offiziere», Beamten »nd sonstige» Personen des Soldaicn- stanbes strengstens darauf z» halten, daß die festgesetzten Höchstpreise nicht überschritten werden. Ein gleicher gilt auch sür die übrigen Lebensmittel und BerbranchSgegenstände, für die cbensalls Höchstpreise iestgcsctzk sind, vor allem bei Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und »leie. Tollten die Berkäuser höhere Preise fordern oder sich weigern, zu den angcordneien Höchstpreisen zu verlausen, so ist dies sofort den zuständige» Polizeibehörden an- zuzeigen."
— Weihnachtsgeschenke für Kinder. Je näher Weihnachten hcrankomml, desto mehr stillen sich die Schaufenster mit alle» möglichen Geschenkartikeln. Besonders sehnsüchtig schauen die Kinder »ach de» aufgestapelicn Herrlichkeiten, sür sie sind Weihnachten in erster Linie zum Gcschcnkebringen da. Bei sehr vielen wird» freilich diesmal magerer als sonst aussallen, da der Krieg in viele Familien Mangel gebracht hat. Immerhin gibt es wohl keine Eltern, die nicht ihren Kindern eine bescheidene Freude zu be- reiten suchen. — Bei den Spiel,oarcn macht sich natürlich der Krieg bemerkbar. Blei- »nd Holzsoldaten in allen Wasfengatlun- gen, Helme, Gewehre, kleine Ilnisormen, Säbel, Kanonen und Festungen locke» den Junaen, der in seiner Phantasie schon die Truppen ausmarschieren läßt, und mit Hi!sc „richtig" schichenber Kanonen und großer Mörser schon die fürchterlichsten Schlachten schlägt.
Und doch möchten wir an die Eitern die Bitte richten, dieser» Spiel nicht das ganze Terrain zu überlasicn. Nicht nur ans ethischen Gründen. Die Weihnachtszeit ist die Hoffnung unserer Industrie und dcr Geschäftswelt. Große «apitalitn sind in der Spieiwarenindnstric angelegt, die heute dem Kind weit bcsicres bieten kann als bunte Soldaten. Wie bald verlieren diese den Reiz sür den Jungen, wenn die Spieimöglichkeit erschöpft ist. Wie ganz anders vermögen die Phantasie eines Knaben Spiele beschäftige», die anch dem Lerntrieb des Kindes Rechnung Iraoen. Eine Dampsmaichine mit etlichen Maschinchen, womöglich zum AuSciiiandernehmcn. Bausteinkäften, die bekannten eisernen und hölzernen KonftruktionSapparate, aus denen sich wundervolle Tinge, Maschinen, Kranen, Wagen usw. erbauen lasien, bieten dem Knaben eine Fülle von Zerstreuung und Be- lcüruna, die weit länoer anhält, als das Spiel mit phantasielosen Bleisoldaten. Lichtbilderapvarate. Kinematoaraphen. chemische Erperimcnlkästcii u. a. m. sind heute schon gan, billig zu baden und jedem Elternpaar zu empsehlen, das auf die geistige Beschäftigung keiner Kinder Wert legt.
Bergeßt auck, nickt den Bvchbanbe! Er lieg« völlig darnieder und kann eine Beiebuna durch den WeibnachtSmarkt wohl vertrage». Auch hier bitten wir. nicht nur Krieasgeschichtc», die oft liic-arisck wert!»'- sind, zu kaufen. Unsere Märchen- und Bilder- bückcr geben dcr Gedankenwelt des Kindes reiche Belebung. Seit .labren kommen gute BoikSbücher ans den Markt, die aus ihren Inhalt geprüft und für Sinder tauglich befunden würben. Oben- drein sind üe >:icht teuer Kinder, die geistiges Leben zeigen, werden ihren Eltern sür solche Schriften stets dankbar sein.
— Ttabttheaiee. „Die Schmetterlingsschlacht" betitelt sich die am abend aufgelührtr Komödie von Hermann
S,:devtn-rnn. Das Stück wurde in diesen, Jahre von unserer Bühn« bereits f trmc! geneben (am Februar» un6 an dieser Stelle be- 'vroeben ES ipieltr in Berlin, wo di« Steuerrnspefborswitw« Hcrgcnch-rm sich mi: ikrner knappen Pension und ihren drei Töchtern, El'e. Laura und Rosi. durchs Leben schlägt. Die erst 18 Jahr« alte Rosi trägt dadurch zuni Unteichabt der Familie bei, daß fi« Fächer bemalt, wobei sie großes Talent entwickelt. Namentlich weiß sie TckmetterUn« herrlich zu maien und stellt die Gruppen zu großen ..TchmeiterljngSschlochten" zrL am ine n . Dies« ichre Arbeiten finden'
in dem Gesächsie ihr«» Ariusitjgcbers Mnkestnann, der von Walter
a in 0 r k 0 n> s » vorzüglich denpciwllt wirnde, sehr guitn Absatz. Rosio -chwciior Else. verwirwei« Frau Schmidt, lieb, den Reizendei. Wnckelmoimo. Richard Keßler, da sie aber der i»'*ie Mar »mfcl- man» lieb:, verlobt sie fttl> mit diesem. Ma> saßt aber iiegeii sie Berdack«. als er inerckr. Naf, sie nur ilrrrm >rüderen Bertchrer cm -teilkncheen gtfmbt hat Bel de», entstehenden Streit soll Ross die «»uld aus sich nd>mci, und rrNären. h.iß Keßler sie besuch» Ixrtf.
NN sie a«nh. ober sie verrat sich G-nch chrc kii^lia» Wakrheits- liebe Schi,es»,ch schern, e», als ob sich zwischen Mar Wnikeimmiii und Rosi ein inmgerr» iilerchältni, «ntnnckel»« — Gespielt ,«,rde vortrefflich, was auch bnrch Blunieiispenden an dl« Danien Wrngerdt. Sonntag-BIume und Herrn Ludiv „ Grosser Am rseiiirnng ,'ai-d Besonder» -«chuese sich, Frt. Wengrrdr aus. wrlche di« ju«,e Malerin Rosi Irbensnichr verionperre. Rezriffeur Walter D w 0 r. kowski, der ,„gleich dir Spi ei lei niiig I>a„e. ,rußte den geftlhl- Kisen Prositsägrr gan, anage.zeichnior dar.nis,eilen, (vrr Rotteck, der dieselbe Rolle al» Reisender auch früher Ixüte, erzielte d>n»it wieder vollen Erfolg. Ebenso Ludn'ig Grosser als ApoU«cker- Uchrlrng Bogel. Herr Stein Hofer als de,- iivige Winkelman« wurde seiner Ausgat-e ebensall» vollkonmien iierechc Dasselbe rs, von Fri. Frenz ei als Msinder Herzvnihen» und Frl. Scheid als ihre Tocheer Laura z» sagen.
— Bom Staditheater In Bort>r>ei<,ing stehen: „Der
Sch lag bäum", ««» neues rtoldslustspiel von Heinrich L«c, da», a>: den Hofthealer» zu Benin, in» Wiest>aden mit starken, SVHfolli augenoinmon worden ff«: sen«cr Grillparzers „Weh dem. der lügt" und Kleff«s „Zerbrochener K rng". Wet»r ist <-«ne- Einswdieremg von Lesstngs eüiacktigem Trm,eispiel „Phs lotaS" vorgesehen das mit der» zerl>rochen«» Krug ziffannnen an etnen« Aliud gcgeben „«erden soll.
Vkardttra-Kirchhaln.
— Feuer brock am Sonntcig früh in Mardorf bei Kirchbain aus, das in kurzer Zeit das Gehöfte de? Landwirts Preis in Asck>e legte. Auck die den, Anwesen he- »ackharten Gebäude wurden in Mitlridenickxift grzoiieti. Eine ganze Anzahl Ortsseuerwchren txitten ihre Mülle, den Brand cinztidäinincn.
Telegramme.
Tagksbtticht des WroRcit -öniiptquarticrö.
In Ost nnd West nichts Wesentliches. Slbivcffr feindlicher Tatarenmeldnngen.
W. B. Großes Hnuptgngrtier, 14. Dezember vormittag», (Amtlich.) Schwächere sranzösischr Angriffe gegen Teil« unserer Stellungc» zwischen dcr M n n S »nd den B 0 g r s t „ wurden leicht abgewicscn.
Im übrigen ist vorn westliche» Kritgoschanplnhe, sowie aus Ostpreußen und aus Südpolen nichts. Wesentlich«? zu mkldcn. ''
In Nordpolen nehme» unsere Operationen ihren Fortgang.
Zu de» russischen und französischen Nachrichten ist folge», drö zu bcinerken:
Au« Petersburg wurde am 11. Dezember amtlich ge- meldet:
„Südöstlich Krakau setzten luir unsere Operationen fort, eroberten inchrerc deutsche Olkschiitze und Maschinr»- gewehrc und etwa 2000 Gefangene."
Tatsächlich ist nicht ein Man», nicht ei» Geschütz oder Mnschineiigewehr unserer „südöstlich Kraka»" kämpfen- den Truppe» in russische Hände gesalle».
Tie amtliche Pariser Mitteilung vom 12. Dezember be- hauptrt:
„Nordöstlich Vailly wurde eine deutsche Batterie völlisi vernichtet. In DeurnoudS, westlich Bigne»llcS-leS Hntton- chatel wurde» 2 deutsche Batterien zerstört, eine großkalibrige und eine sür Flugzeug bestimmte. In derselben Gegend wurde von Franzosen ein Blockhaus gesprengt und wurden mehrere Gräben zerstört."
Alle diese Meldungen sind erfunden.
Oberste Heeresleitung.
Tas cfroste.Oindcrnis.
Die Times meldet auS Boulogne, daß eines der größteil Hindernisse für den schnellen Aufmarsch der verbündeten Arnieen in dem schlechten Zustand dcr Wege in Belgien »nd Nordfrankreich gelegen sei. Vor einigen Wochen habe ein ganzes Heer französischer Soldaten, die bis zu den Knien im Schlamm standen, versucht, diese Wege wieder herzustellen. aber ohne großen Erfolg. Es sei nun beschlossen worden, die Wege ganz neu anzulcgcn. In England seien deshalb tausende von Schaufeln, Wagen niw. bestellt worden, und inan habe die Absicht, allzu schlanimige Wege mit Oner- balkcn zu belegen, ähnlich wie bei den Eisenbahnen, ktzranzöstsche Ritterlichkeit.
Schnelle Sühne haben die Franzosen jüngst nach einer Greueltat walten lasten, der einer unserer Soldaten zum Opfer gefallen war. Am 4. Dezember dieses Jahres war ein zur Bewachung eines Trahthlndernilles ausgestellter deutscher Paste» mit abgeichnittene» Obren, durch Kopfschuß getötet, ausgesunden worden. Schon am nächsten Tag erschien bei den an jener Stelle liegenden deutsche» Sicherungen ein Offizier des französischen 185. Jnsantcrie-Regi» ments und bat, mit verbundenen Augen zu dem kommandierende» General geführt zu werde». Hier gab der srauzösische Lsslzer die Erklärung ab, daß sein Truppenteil mit dem, der die Greueltat verübte, keine Gemeinschaft habe. Dcr Man» sei wegen des von ihm begangenen Verbrechens am gleichen Tage, dem 5. Dezember, erschossen worden. Das schnelle Walten dcr militärischen Gerechtigkeit und die ritterliche Form, die man auf sranzöfischcr Seile für die Uebermitielung der Genugtuung an die betroffenen Truppen gewählt hat, verdient durchaus die Anerkennung, die man im Kriege auch dem Gegner schuldet, wen» er wllrdig und vor. nehm gehandelt hat.
Llillstand in Rordpolen?
Aus Petersburg wird dcr B. Z. telegraphiert: Di«
Operationen in Nordpolen sind zum vollständigen Stillstand gekommen. Es wird jedoch erwartet, daß die Russen südlich von Krakau und bei Mlawa zum Gegenangriff übergehen werden. Tie Deutschen dürsten vermutlich die Angriffe auf die Linie Eiechanow-Prasnays, fortsetzen, wo ihnen der sumpfige Boden und die verstärkten Stellungen von Nowo- Georgiewsk große Hindernisse in den Weg legen dürften. Die letzten Gefechte in Nordpolen hätten große Verwüstungen angerichtet.


