Ausgabe 
14.12.1914
 
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Hesse» unv Nachbargebiere.

Ziehen und Umgebung.

All die örtliche» Gewerkschaftskartelle und die Zweigvereine der Ceittralverbände!

Berte Genossen!

Einen kleinen Fortschritt auf dem Gebiete der Arbeit»,»k,. fiirsorse brachten die «erhandlungen de- ReVchs lag? und e.n" freien Kommission vom 1. und 2. Dezember. «ach dem vom Reich- tage angenommenen Gesetz über die »rjegskrediie mied et «7^ bis zu 200 Millionen Mark nach näherer Bestiminuno des B»nde«^

LkM , m «?w°hrung"v°n Woch".be,htt,e7 während d«S Krieges sowie zur Unlersluyung von Gemeinden oder Ge me.ndeverbanden auf dem Gebiete der KriegLwohlfahr,»pflege ins- besondere der Erwcrbslosensürsorge und der die aele»,.^. Mindestsätze übersteigenden llnicrstutzung von Familien in de Dienst eingetretencr Mannschaften". ^»m,,,rn ,n oeii

Auch von den Landtagen einzelner Bundesstaaten sind Mittel für den gleichen Zweck zur Verfügung gestellt, io das, die wo

fftShStäf 1 , mU M Ü fc r,d,t Uf lf,tt ungünsiige Fian,Iag< £«*riitSr W SgSf. amMtn ' «blehnungsgrunt

, ""tdkichollen Verhandlungen, welchc mit dem Reichs,

amt de» Innern von Vertretern der Generalkoinmislion gesllhr wurden sind für die ArbeiiSlosensürsorge folgende Richtlinien ir Aussicht genommen:

Von einer für das ganze Reich geltende» «rbeitSlosenfürsorg, wird abgesehen. DenGcmeindcn wird empfohienchiese durchzusiihren .finanzschwache Gemeinden erhalten au» den Kassen der Bunde- staaten und de» Reich» Zuschüsse zur Arbcitsloseniiniersilltzuiig. Be der ».rganiiation der Arbcitslosensürsorgc sollen die Gemeinden dii Gewerkichasten und Gewerkvereinc aller Richtungen zur Miiarbei heranziehen.An verschiedenen Orten hat «S sich bewährt, di ArdeltSIosenilnterstllvungen der Gemeinde an organisierte Arbeite, gleichzeitig mit der Unterstützung der Gewerkschaft, de» Gewerk verein» oder des Verbandes durch diese zur Anszahlung zu bringen jedenfalls aber dürfen Unterstützungen der Gewerkichasten svwi der Gewerk- und Verslchcrungsvcrcinc. die Ersparnisse der »nter stützten Personen barstellen. keinesfalls höher als zur Hälfte ii Rechnung gestellt werden", heißt es in der von der sächsischen Re gierung gegebenen Anweisung an die Gemeinden. Die gleichen Be stiminungen dürften auch allgemein für da» Reich getrossen werden

Soll den Arbeitslosen schnell geholfen werden, so müssen wil diesen Grundsätzen zustimmen und sic in den Gemeinde» zur Durch siihrnng bringen.

Zu lange ist von vielen Gemeinden, besonders in den Bezirken, in welchen die Erportindustric vorherrschend ist, mit der Fürsorge für die Arbeitslosen gezögert worden. Nunmehr liegt kein Grund mehr vor, sic nicht in ausreichendem Maße und in biirchgreifender Weife zu organisieren. Das AeihnachtSsest sicht vor der Tür. Den Arbeitslosen und ihren Familien könnte keine größere DcihnachtS- freude bereitet werden, als durch einen Beschluß der Gcineinde- verwaltunge» die drückende Sorge von ihnen zu nehme», sie mit der Hoffnung zu erfüllen, daß sie, ohne das Gefühl zu haben, cs werde ihnen ein Almosen gewährt, i» den koinmendcn schwere» Binterwochcn vor der herbste» Rot geschützt sind.

Dieser Gedanke allein muß alle Mitglieder der Gewerkichasten zwingen, in den Gemeinden, die bisher ihre soziale Pflicht nicht erfüllt hoben, mit aller Energie diese Pflichterfüllung zu fordern.

Diese Mahnung darf nicht nngchört verhallen. Sic wird, dessen sind wir sicher, bei imseren Gewerkschaftsmitgliedern beachtet und befolgt werden. Aber auch die Gemeindeverwaltungen und jene Kreise, welchc aus diese Einfluß haben, müssen sich bewußt werden, daß die Erhaltung der VolkSgesundheit und Volkskraft abhängig ist von der Fürsorge für die Notleidenden. Nicht nur aus Mitleid mit diesen, sondern mehr noch in der Erkenntnis, daß cs sich um die Erfüllung einer sozialen Pflicht handelt, müssen alle bisherige» Widerstände gegen die Arbeitslosciifürsorgc überwunden werden.

Bon Reich und Staat ist die Verpflichtung anerkannt. Die Gemeinde» dürfen nicht mehr zaubern, sonder» müssen, wo dies nach nicht geschehen, von der theoretischen Anerkennung zur praktischen Durchführung dieser Verpflichtung schreiten.

Mit Gruß

Die GeneraUommisfion der Gewerkschaften Deutschlands.

Der Krieg ist kein Grund zur sofortiger Entlassung «uc> dem Arbeiteverhältnis. Vor dem Marburger Ge. Ivcrbegericht wurde am Freitag die Klage eines Auge- stellten gegen einen dortigen Fabrikanten verhandelt, die von erheblichem Interesse ist. Es wird uns darüber be­richtet: w. Ein Maschinist klagte gegen die Marburger Tapetenfabrik auf 6 Wochen Gehalt. Am Tage der Mobil- machung wurde in der Tapetenfabrik das gesanite Personal entlassen und der Betrieb geschlossen. Angestellte, welci»e in ihren Arbcitsvcrträgen längere Kündigungsfrist hatten, die aber mit ins Feld muhten, wurden ebenfalls entlassen, wäh­rend die übrigen die Kündigungs deS Vertrages erhielten. Der ebenfalls zum Kriegsdienst cingezogene Maschinist klagte wegen kündigungsloser Entlassung und lieh sich durch den Vertrauensmann deS Werkincistcr-Verbandes vertreten. Das Gericht verurteilte dem Fabrikanten zur Zahlung ge- niäh § 133 c, Abs. 4 der G.-O. Danach haben BctriebS- bcamte, Werkmeister u. dcrgl., wenn sie durch anhaltende Krankheit oder durch eine längere Freiheitsstrafe oder Ab­wesenheit an der Verrichtung ihrer Dienste verhindert wer­den, Anspruch auf die vertragsmäßigen Leistungen des Ar­beitgebers für die Tauer von sechs Wochen, wenn die Ver­richtung der Dienste durch unverschuldetes Unglück verhindert worden ist. Das Marburger Gcwcrbcgcrickt bat sich mit diesem Urteil vielen anderen angesck'losscn. welche den Krieg nicht als Grund zu sofortiger Entlassung infolge Be- triebseinstellung anschen. Leider hat von den etwa 150 Ar­beitern twr Fabrik bis jetzt keiner Lohnansprüche an die Fabrik gestellt. Auch viele andere Arbeitgeber haben damals ihre Arbeiter ohne weiteres entlassen, ohne daß der Lohn ge- zahlt wurde. Ta die verhandelte Klage berufungsfähig ist, wird sich das Landgericht noch damit beschäftigen.

Gefallene aus Dbcrhessrn und Nachbargebicten: Dehr- mann tzakob Schmidt aus Garbenhcini. Jnf.-Rcg. Nr. 116. Wehrmann Ludwig Ferber aus Dorlar, Landwebr- Ersatz-Bot. Nr. 4L Heinrich Becht au» Niederbiel. Grenadier-Reg.^Nr. 4.

Die Butterprcise sollen, wie die Frankfurter Kleine

Presse wissen will, in Gießen am billigsten sein, wo sie aus 1,10 bis 1.20 Mk. stünden. Das Blatt täuscht sich damit ganz gewaltig: der angegebene Preis ist zwar der sestgesetzte ® t c i s, niemand denkt aber daran, denselben duräi-

zusühren. Am Samstag verlangte man auf deni Markt' tT° Elf 1,40 Mk., obwohl das Angebot ziemlich reichlich nss. U?or Weihnachten pflegen die Butterpreise in der Regel cavar anzuziehen: die hohen Preise, die jetzt gesordcrt wer- ^n, flnd aber in keiner Werse begründet. Verhältnismäßig

noch höher sind die Preise der Eier gestiegen, für die 13 Pfz. und noch mehr das Stück gefordert werden.

Auszahlung dcr Verpslcgungsgclder für Einquar­tierung. Die uns von unterrichteter Seite mitgctcilr wird, 'ollen die Verpslcgungsgclder für die während des Monats November hier untcrgebrachtcn Landstürmer noch vor Weihnachten zur Auszahlung gelangen. Wer für einen der neu (seit 2-5. November) cingezogöncn Leute Vergütung zu beanspruchen Kat, versäume nicht, dies am heutigen Mou- tag im -tadthausc Seitenbau anzuniclden. Vergleiche öic Bekanntmachung in heutiger Nummer.

Tao Gcsangcueiilagcr auf dem Trieb beginnt sich nach und nach zu füllen. Am Samstag nachmittag traf wieder ein Trupp von etwa 150 Franzosen und Engländer ein. Gegenwärtig befinden sich etwa 2500 Mann im Lager.

Vermögens- und VersSgungsrecht Ser Fra« im Kriege. Vom allgemeinen deutsche» Fraucnvcrein, Ortsgruppe Gießen, wird uns geschrieben: Zn dem vielen Schweren, das der Krieg mit sich

bringt und im Gefolge bat. gehört auch der wirtschaftliche Schaden, den so viele erleiden, und der bei manchem zum völligen Ruin führen kann.^ Z dieser Not möchten wir eine mahnende und bittende Stimme erheben: sind e» doch so sehr viele Frauen, die, plötzlich sich Sorgen und Notständen gegcnüberschcn. deren Möglichkeit ihnen früher nie vor Augen trat, und e» sind besonders die e r w e r b »t ä t i g e n Frauen des R i t t e l st a » d e », die schwer darunter leiden, daß ihnen da» Gesetz nur ungenügen­den wirischastlichen Schutz gewahrt, wenn sie in GütergemeinschasI leben. Der Mann ist im Felde, die Frau seither immer in ge­ordnete» Verhältnissen. sieht plötzlich Ansorberungen aller Art aus sich einstiirme» und kommt i» Zahlungsschivierigkeiten. Nun kann sic ja Forderungen gegenüber beantragen, daß diese ruhen, bi» der Mann auS dem Felde zurück ist. Wie aber, wenn der Mann sein Vermögen und verfügbares Geld in einem Banksach «Lase» nieder, gelegt hat, für dos sie weder Schlüssel noch ein Verfuguiigsrecht hat, da der Mann allein bei dcr Bank zur Erhebung berechtig! ist? Zum mindesten bedarf es langwieriger Schreibereien und Vollmachlserteilungen, bis die Sache erledigt werde» kann. Oder: dcr Mann hat für einen guten Jrcund, der jetzt im Krieg und unerreichbar ist, vor Zeiten einmal Bürgschaft geleistet oder Ge- sälligkciiswechsel unterschrieben feine Sache, die man sich immer vorher sehr überlegen sollte), deren Zahlung nun an ihn, den Bürgen angcsorden wird. Aus ihn findet die Verordnung wegen Ruhen» der Forderung keine Anwendung, wenn er nicht auch im Felde steht. Nun muß er zahlen und wen» sei» Vermögen nicht reich«, muß das Vermögen der Fra» mit hcrangczogen werde», Gütergemcinschast vorausgesetzt. Gütertrennung ist aber für den erwerbstätigen Mittelstand nicht ratsam, weil dem Ehemann da­durch dcr Kredit eingeschränkt wird, ohne den ein ersprießliches Erwerbsleben unmöglich gemacht wird. Und Gütergemeinschaft? Eigentlich ein so idealer Begriff: ein Einstehen für ein­ander mit Hab » » d Gut! Wie traurig, daß in Wirklich­keit gerade hierdurch die vertrauende Ehefrau in so schwere Not geraten kann, wenn Bürgschaften und Wechsel eingclöst werden müsse», von deren Vorhandensein sic keine Ahnung hatte. Wie viele schwere Notstände sind uns gerade in dcr jetzigen Kriegszeit bekannt geworden. Bürgschaften und Wechsel hängen freilich mit dem Kreditacbcn im wirischastlichen Erwerbsleben eng zusammen und lassen sich ivohl nie beseitigen: umsomehr soll aber gegen das Bsirgschastsunwcseii und gegen das Wechsclunwesen Protest erhoben werden, das schon so viele Familie» dem völligen Ruin zugcführt hat. ES ist unleugbar, daß viele solcher Notstände, wenn nicht hcrvorgerufc», doch bcdcutenb verschärft werden, weil die Frau sich in vollkommener Unwissenheit den BermögenSver- hältnissen gegenüber befand, und daß ihr seitens de» Mannes keinerlei gcschästlichc oder vermögenSrechtliche Entschließunacn be­kannt gegeben waren. Hier setzt nun unser Mahnruf ein. Er richtet sich zunächst an die Frauen selbst: Verharrt nicht länger in Gleichgültigkeit und bequemer Lässigkeit diesen Vermögens» fragen gegenüber! Es ist sowohl Pflicht und Recht der Frau, sich Klarheit über Größe und Verpflichtungen des Ehevcrinögcn» zu verschaffen, den Mann zu unterstützen, mit ihm zu beraten und zu besprechen, so wie es Pflicht des Manne» ist, der Frau darüber volle Aufklärung zu geben! Allerdings ist diese Pslicht des Mannes in viele» Fällen nur eine moralische, keine rechtliche, weil ver­säumt worden ist. bei dcr Eheschließung diese Rechte und Pflichten der Ehefrau seftzulcaen. Deshalb, ihr Mütter, gebt nicht zu, daß Eure Töchter eine Ehe schließen, ohne daß durch einen gut über­legten Ehcvcrtrag alles, was das eheliche Gtiterrecht betrifft, ge­ordnet ist! Das Gesetz kann nicht für alle gleich geeignete Fest­setzungen geben: die Verhältnisse beim Besitzer eines großen

Ladens, oder beim Arbeiter, beim Beamten, beim Gewerbetreiben­den oder Fndustricllen sind zu verschiedenartige, al» daß da» Gesetz allen gerecht werde» könnte, deshalb sorgt, daß Eure Töchter in die Ehe treten mit völlig klarem Bewußtsein ihrer RcchtSziiständig- kciten am Vermögen, und das diese den jeweiligen Erfordernissen gemäß, im Ehcverlraa geregelt werden. Dankenswerterweise gebe» ja viele Standesämter den z» ihnen kommenden Braut­paaren eine diesbezügliche gedruckte Aussorderung und Anweisung, lind weiterhin, ihr Frauen, überlaßt nicht an» Bequemlichkeit alle Gcldsoraen dem Mann. Wie in einer wirklich guten Ehe olle» gemeinsam sein soll, so auch diese wichtige Frage der V e r - mögensverwaltung. Kümmert Euch darum, scheut nicht Mühe und Arbeit dabei, dann iverdet ihr immer Klarheit haben, und Sorgen, wie die oben erwähnten, werden Euch erspart bleiben.

Alle Männer, auch die, die nicht über ein Geschäst zu bestimmen habe», sollten cs sich angelegen sei» lassen, ihrer Fra» eine Voll­macht au».,stellen. die sic zur vollständigen Vermögensverwaltung oder wenigstens dazu ermächtigt, bei Einnahme und Ausgabe den Mann selbständig zu vertreten, auch bei einem allensallsigen Bankkonto. Zuletzt richte» wir noch eine herzliche Bitte an die Banken, Finanzämter. Lrtsgcrichte, GrundbuchSbeamic und ähnliche Fnstitute um »nterstützung in dieser Sache. Wenn z. B. diese Fnstitute darauf drängen, baß jede» Guthaben oder der- gleichen auf Mann und Frau gleich,eitia llberschrieben wür- de», alle Rechte und Pflichten von beiden Teilen ausgcübt wer­den sollten, wenn die betreisenben Behörden auf die Ebeverträge, auf Käufe und Verkäufe der Ehcaaiten ihre Aufmerksamkeit in d c m Sinne richteten, daß sie nach »rästen siir ein eheliches Güler- recht einträten. das beiden Ehegatten gerecht wird, so wäre schon viel geholfen.

Wir sind uns zwar bewußt, daß keinerlei rechtliche Mittel dazu zur Verfügung stehen, aber ein freundlicher Rat, eine Er­klärung der Vorteile usw. würde manches Gute wirken.

Verwandte als Feinde. Au» Elsaß-Lothringen wird der Köln. Volks,tg. geschrieben: Tie Fälle, wo sich Freunde und Verwandt- im blutiaen Ringen an der Westfront »ege», übertreten können, sind bierznlande nur allzu zahlreich, denn cs gibt kaum eine alteingesessene Familie, die nicht hüben und drüben Verwandte und Belannte hätte, und zwar oft sehr nahe Angehörige des engeren und weiteren Familienkreises. To klaqtc mir unlängst »och die verwitwete Mutter eines jungen lothringischen Lehrers, der ebenfalls in den Krieg gezogen ist, daß sie nichi nur von der Sorge um ihren einzigen Sohn gequält wird, sondern viel- mehr von dem schrecklichen Gedanken, ihre beiden Brüder könnten sich einmal g e g e n ühe r st e h e n . da der eine als deut­scher Lanbivehrmann, der andere als französischer in den Krieg ge­zogen ist und jeder auf seinem Hosgut Frau und Kinder zurückgc- lassen bat. Daß Veticrn aus beiden Seiten kämvsen, hält man fast für selbstverständlich. Letzthin kam in einer Bahnichutzwachc im Elsaß ein Trupp französischer Gefangener vorbei. Die Bache be­stand zumeist aus lothringischen Landsturmleulen. Ein Lemberger, der bei allem den Humor nicht verliert, rief mit lauter Kehle in die Gefangenen hinein:Pas de freres lorrains?"Keine lothringl- scheu Brüder?)Si" sFawohl), antwortete da einer.je suis lc Öls dA. W de Lemberg" sich bin der Sohn des A. B. aus

Leviberg). Und der Zufall wollte e», daß gerade sei» Vcucr unter dieser Bahnschutzwache war. Zu Balschcid, wo die Schlacht am 20. August so viele Opfer verlangte, stand vor dem Feldlazarett im Schwesternhaus einer unserer Feldgrauen Bache, und drinnen logen viele Verwundete, namcnttich Franzose». Unser Wachtposten gehl auf und ab, und man merkte ihm an, daß er sich gerne mal die Verwundeten angesehen hätte. Nach dcr Ablösung redete er in gutem klsässisch de» Psarrcr. Abg. Dr. Heiimc», der diese» Lazarett musterhaft eingcrichtet hatte, an und fragte ihn. ob er nicht mal schauen dürste, ob uuter den Verwundeie» keine Bekannten wäre». Und wie war er erstaunt, unter de» Verwundete» zwei seiner Kollegen zu sindcn. die kur, vor dcr Mobilmachung mit ihm in ein und derselben Werkstatt zu Pari» gearbeitet hatte»! Würdet man nachforschen, e» ließe» sich au» diesem Krieg wohl manche solcher Fälle sammeln.

Bei Weihnacksissendungen wird wieder!»!« daraus wusniertz i'am gemacht, diese mögbckstt frühzertig au,z>qvl>en. hom« die Pakrrnlassen sich in den letzten Tasten vor dem Fest« nickn allzu srthr znfammendrängen. D.rni, ist es dcr Post sett-stverstündlick» nicht mehr möglich, die Tendimgen recht««,« ut bcitfllen. Die Paket v sind dauerhaft zu verpacken und d cutl id) zu adressiere,,. Tie Pakoiausstdrist muß iaimiiobe Ai«ab-» dcr Pakclkartc ciartHtlon». also auch den Fiankvvevmerck, bei Piketen »in Poflnachnghinc den Bei rag dcr Nackn-ahnie stnmc den ?!»«icn und die Wohnung dcS Abseitdcis, bei Eilgaketen den Vermerk ,d»ni> Erldoten" »str>. Die tttcrsendung »wdrrrer Pake:« mit enier P-kackarte ist für dir Zeit vom l2. bis enijchkcßt.ch 2-l. De.d'nit>er weder nit inneren deuisdn« Verkehr iwch i»n Vorkehr mit dem Ausland aestattet.

Die Kohlenproduktion in Hessen. Dir monailiche Statistik der üohlenproduktion de» Gvostbenwgtunis Hessen ivrist laut Do rrnili Zcituiag flir den Moiiait Novciwber 11114 foßwnde .Zotiien nach: Ans Rolchronnkobien winden gefördert tzs 1W1 Tonne», verkauft nmriwti davon 8602 Tonne». Dar grösste Teil dcr RotLr-lsic ivurde Witter, r>c rar beitet oder war z»rr wcetevon Venatdeitini,, t>est>,nmt. A>u> den veraideiset«,, Rotckohl«,! wurde» neben Sck»velerkvrud«tslen erzeug! 1875 Tonnen BroraiEohlendrckerio und 120 Tonnen Naß-> preßsteme: «iszrrdem wurden m Hessen 7408 Tonnen Steiiikohte»»! btilfii ci o. r linier Berückstchitiiiping der ans Voniiw»»ittl«i iideruviimtenen Besdände iowir des Absatzes und SeldlivcN'vaMt»- verblieben am Mon»id»fchluß .Tssatzsälng 2147 Toi men SMibniuai- kohlen, 8« Tonnen Braunkohlondrlkedls, 8057 Toinie» van»kohlen Naßpreßsteine und 11513 Tonnen Ticinprestkohle», zusammen 11,753 Tanne» Braunkrchlen und tbohlenvrodnkte im Gesanuiver!. von 250 000 Mark.

zMidliheater Am Freieag crbeiid ivurde de», Publikum in Ha sein an n» Töchter" ein Sksick gebvten, da» eener flirte» Ausnahme immer sicher sei» kam,, zumal weim die Mitwirkendeit das Fhve durch gutes Spiel dazu öe-i«nagen, ivie das liier von allen Seite» gostimh. DasVatlsfiück", wie es der ittrrsasssr Adolf L Arrowge, flvl>. 1838 m Hambiing. m dvn 7vrr Fahren Thcaler- direkior in BreSIa» und Berlin - nennt. IM nvck» nichts von seinez- ?lu,ich:»qiskrosr ringebsisst. vlnvohl es l>eveits ei» Aller von 40 Fahien erreicht hat und u!'zzädliflcnn>I an den deutsche» Bühnen anf- gefühvt wirvde. Haseniomi. dar vv» Herr» Go I I nespiel« ivurde. ist Kunst- und Hoondc!o,i 0 iriier, der Man» sciuer Alüeriine Fr-I. Frenz«!, die das Regnosiir tun Hanse siihrt. Fhr Elioherr kümmert sich nicht viel um die Fanii4i:nanflelrgeiit>ei>e»: er trägt sich mit Gedanke» au weile Reisen >r»d findet im Siuüiimi des Fahr­plans sei» Vcrgunflcn. obivohl cr selten ober nie zu einer Rei-f« gekomuie» ist. Fm iveitcvvii Verlauf des SstickcS zeigt sich dlist Mutter Hasemam« bei Erziel,ung cki-rer Tödsier die Zügel z» locker ließ: zu rechter Zeit besinnt sid, aber zxisemaii» darauf, daß er auch ein Wort mi«zureden hat und verhiitet so n«aud»es Scksiimme, bringt es sogar fertig, die Dissrrcirzen zu beseitigen, die sid, in der Ehe seiner Tochter Rosa mit dem Fabrikentten Küuner drohend aiis- getiirmt haben. Letzteren gab Eieineu» v. Roggen hausen mst», stattete ihn mit alle» Eigenschaften des girte» Ehencamis aus: in Frl. Sonntag-Blume Katt« er «i,vc Partnerin, die ihrer Aus flabe vollkomnien gerecht wurde. Vorzüglich wie immer, war Hansi Illartini als Frau des Schlossermeisters Knorr Herr Grosse r- Bra« r». Dieses Elnwaar criveckt durch semen immerwährenden Strcft uni Nichi^rkeiten Heilcrkeit. Ludwig Gr o s se r fand lich vccht Mit in die Rolle de» ungl«ickl«h Lirbvnden. ivährend Frl. Wengerdt <ils die jüngsie ziasemosmS-Toehtcr deren Ncslhäkchen-Ungezogeichciien tvefflick, darstelfte.

Staditheater Gießen. Spielplan. DienSta«. de» 15. Dezember, abends 8 llhr l« Dieiioiafl.Abomiementts-Vorsieüiu«,».

bei geivöhnlichen Preisen sermäßigt):HaseniamiS Töchter", iftide lsi!s Uhr. Fveitag. den 18. Dezonzbcr. abends 8 Uhr <». Freito-g< Al-vnnemcnbs-Vorstcllirng), bei geivöhnlichen Preisen sermoßigtt: Als ich noch im Fliigekkleidr". Ende nach 10^ Uhr Somitag, den 20. Dezrinber, nachniitags Uhr, bei Voikspreise»:Hase- nianns Töchter". Ende 6 Uf,r. Abends 7 Vi Uhr. bei kleinen. Preisen:Als ich noch im FliigoMoide". Ende nad, 10'/- Uhr.

Von Nah und ^ern.

X So ist der Krieg. Eon iiberailö tragischer Vorfall wird ans einem der Reservelozarette in OelS bekamtt. Ein schlesischer. Landwehrmami wurde in schweren Kämpfen verwundet und lag mchrevc Suivden bewuß'sos ob»e Hilfe aus dem Felde. Als er das Bewußtsein wicdrverlangt hatte, bemerkte er in einiger Eist- fernnnfl einen ebenfalls verivundeten Fvan-zosen. dcsseii Ber- wundunfl aber leichterer Natur zu sein schien. Dieser seindliche Streiter schleppte sich kriechend zu dem schwervc-rletztrn SchleficL und deckte dicscn in liebevoller Fitrsovge mit seinem Mantel zu. Er mochte beinorkt habci^ daß der Schlesier starl u-ui-r dem Wmid- fftber zu leite» hatte. Eine inididliche Lerftündipung ivar aber leider unmöglich. Ter schlcsijchc Laudiochrmoim sah min, wie ber Franzos« mit dcr linken Hand nach hinten grifl. »m scheinbar nack» dem Revolver .zu greifen. Fn Fioberwahn und Tode-aiigst raffte sich der Landevehrn.ann noch einmal aus und um sein cigenr». Leben zu retten, strockl« er den Fvatrzasen mit einem Schuß nieder. Er hatte geglaubt, der Frau-ose hätte nur aus Tücke sich ihm ge­nähert, um ihm osetami .zu schaden. Sterbend schon fand der Franzos« den gesuchten Gegenstand das Bild seiner Frau mit zwei Kindern. Er wollte «hm somit nwr verftändlich machen, daß auch er Fanvilientxiter sei.

X Ein Schutzmann als Likbcsgabcnmarder. Tao Erfurter- Krieflogtricht verurteilte den Schutzmann Emil Richard Weitzman» «iS Zculinroda wegen gomeinen Diebstahls zu l Fohr 8 Mono««» tiftfäiiflni», Dogradativn und Versetzung itr die 2. Klasse des SoldoXultondos. Der Aitgeklagt« war kurz »ach Auoöruch deck Krieges der Lazarettverwertrwng m Gera als SanilätSunteroffizie: überwiesen worden. Er ci-gnate sich hier eine Men«« flir die Ver­wundeten lxsttn!mte Wäsche. Deckm und Liebesgaben, wie Wurst. Honeq, cinflemach,!« Kirschen, Zigarren und Zsgatetten an. Dvc: dicke Pakeie gestohlener Waren schickie er nach Zeulenroda. Da man Verdacht flcfchöpst hatte, so wurde ein Paket befchlagiiahmt und dann gegen den Mann de» Schutze- wegen der gemeinen Dieberei Anklage erhoben. _

Telegramme.

ragesberichte öce ßroien SmPtqmrtiers

Tie französische und die russische Lsiensive wieder lebhafter.

Tie Lchlacht in Nordpolen lobt weiter.

W. B. Grones Hauptquartier, 12. Dez., vorm. fAmtlich.t In Flandern griffen gestern die Franzosen in der Rich-