Ausgabe 
12.12.1914
 
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.Durch Zufall gelang cs mir, in die Baracken vor Moskau, in denen dculsche und österreichische verwundete Kriegsgefangene nntergcöracht waren, hineinziikomnicn. Ich teilte allen mit, daß ich beabsichtige, nach Deutschland zu fahren, und gern bereit wäre, ihre Angehörigen zu benachrichtigen. Natürlich war die Freude grob, und jeder beeilte sich, auf einem Blatte seines Notizbuches seine Adresse nieberzuschreibcn Ans diese Weise erhielt ich zirka kW Adressen, die nun viele Familien glücklich gemacht haben. Alle Soldaten war nur leicht verletzt, gingen im Karten spazieren und waren guten Mutes. Wir deutsche» Frauen versorgten sie nach Möglichkeit mit Liebesgaben. Es ist uns anfangs verschiedentlich geglückt, ihnen Wäsche und Lebensmittel zu verschaffen. Auch das amerikanische Konsulat hat sich der Kriegsgefangenen sehr ange­nommen. Einigen mit gefangen genommene» deutschen Aerzten war es gestattet, die Kranken selbst zu behandeln, so dah sie in guten Händen waren.

Nach der Genesung werden alle Kriegsgefangenen in die Dörfer und kleinen Städte am westlichen Ural verschickt, wo sie cs wahr­scheinlich nicht sehr schlecht haben werden, da der russische Bauer im Grunde gutmütig ist. Autzerdem werden sie wahrscheinlich mit den in Rußland ansässig gewesene» Deutschen, die auch alle nach dort verschickt wurden, zusammentreffen. Ta diese zum großen Teil wohlhabende Leute sind und auch die russische Sprache be­herrsche», werden sic de» deutschen Soldaten gewiß in jeder Weise behilflich sein. Das Klima am Ural ist zwar kalt, aber gesund."

Die I. L. P. u,rv der Krieg.

In der Presse wird oft darauf hingcwiesen, welche präch- tige Stellung die mit I. L. P. bczeichnete kleineUnab- hängige Arbeiterpartei" Englands zum Kriege einnimmt. Dabei wird meist übersehen, dah gegenüber 2% Mill. Mit­gliedern der für die konsequente Durchführung des Krieges cintrctendcn Arbeiterpartei die I. L. P. nur 20 000 Mitglie­der zählt. Dabei haben eine Reihe von Sekt. d. I. L. P. sich gegen die Haltung des Vorstandes in der Frage des Krieges gewendet. Zu den Mitgliedern des Vorstandes gehört Ramsay Macdonald, der seit einiger Zeit ebenfalls für die Durchführung des Krieges und für die Re- krutierung eintritt! Sogar der tapfere Keir Hardie, der seinen Kampfgegen die Gchcimdiplomatie" fortfctzt, erklärt jetzt in dem Partciblatt seines Wahlkreises, dah ernie etwas gesagt oder geschrieben habe, um junge Leute vom Ein­tritt ins Heer abzuhaltcn, da er zu wohl wisse, was auf dem Spiele steht."

Mangel an Grubenholz in Gngland.

England ist ebenso wie Deutschland durch seinen hochentwickelten Bergbau vor Kohlennot geschützt. Aber cs fehlt an Grubenholz. Tie Zeitschrift Glückauf stellt fest, daß der deutsche Bergbau nur 6 Prozent seines Bedarfes an Grubenholz aus dem Auslände be­zogen hat: die übrigen Mengen hat der Holzreichtum der deutschen Wälder ohne Schwierigkeiten liefern können, zur Ergänzung ist nur Oesterreich-Ungarn herangezogen worden. Nicht so England. Tie dort selbst gewonnenen Grubenbolzmenacn machen nur einen kleinen Bruchteil aus. Als Bezugsländer dienen Frankreich und Rußland, dann Schweden und Portugal. Schon beim Beginn des Krieges machte sich ein großer Mangel an Grubenholz in England geltend, der, soweit es sich um Verschiffungen aus Siindfrankrcich handelte, seinen Grund in der Einziehung der Verladearbeiter in Baponnc und Bordeaur hatte. Auf Veranlasiung der englischen Behörde» wurde dann dem Mangel zunächst durch Verwendung französischer Soldatcn-Ladearbeiter abgeholfen. Ta jedoch ans mili­tärischen Gründen aus eine weitere Bereitstellung dieser Hilfskräfte kaum zu rechnen ist, will man englische Arbeiter zum Fällen und Verladen des Holzes nach Frankreich senden. Ta die Lieferung der Hölzer aus Schweden im Winter sehr gering ist und Rußland jetzt kaum als Lieferer in Betracht kommt, ist die Frage der Be- schassung für Engjand sehr ernst geworden, besonders da ja die englische Negierung den Krieg in die Länge ziehen will.

Von den sirvafrikanischen Deportierten.

Tie wegen des südafrikanischen Generalstreiks nach Eng­land deportierten Gewerkschaftsführer erhielten kurz nach Beginn des Krieges wider Erwarten die Erlaubnis, nach Südvfrika zurllckzukehren. Die meisten unter ihnen, auch der Holländer Poutsma, hatten versprochen, dort unten energisch den Krieggegen die teutonischen Hunnen" führen zu helfen. Während ihrer Ueberfahrt brach aber der Aufstand in Süd- Afrika aus und das scheint bei der Regierung Bedenken ob der ferneren Vertrauenswürdigkeit ihrer Schützlinge hervor- gerufen zu haben. Jetzt wird nämlich berichtet, daß die Re-

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 135

Ich weiß, gujer Olaf", sagte er dann,welche Wünsche du gehegt hast, und bei Gottes Thron! wenn ich cs nicht selbst wäre, ich gönnte sie dir am liebsten. Ich weih auch, was ich weih", fügte er dann mit einem langen Blick hinzu,aber ich kann es nicht ändern. Tu kennst Helgestad, weiht, was ge­schehen ist. Möglich, dah JIda anders wählen würde, ich mag cs nicht leugnen; die Verhältnisse haben es aber so bestimint, und kein Freund soll uns daruiu verloren gehen."

So kehrte Olaf zurück, und es war ihm lieb, denn seine Sehnsucht zog ihn nach keinen! anderen Ort in der Welt. Be: der Rückreise aber wandte Paul jede mögliche Art von Schmeichelei an, um alles Mißtrauen aus dem ehrlichen Ge­müt vollends herauszubringen.

In einem Punkte stimmten sie beide überein, in dcnl Hasse gegen Marstrand, und hierauf gestützt, baute der Schreiber seinen Plan, Olafs Hilfe für sein nahes Unter­nehmen zu erhalten. Nachdem er ihn gehörig bearbeitet hatte, sagte er ihm, was er sich ausgesonnen.Ich will dir init- teilen", begann er,wie ich den übermütigen Junker in seinen eigenen Schlingen fangen und züchtigen will. Du weiht, wie es die Lappen jetzt machen, kein Mensch ist mehr seines LebenS sicher, wenn er fein Haus verläßt; du selbst hast ihre Frechheit kennen gelernt."

Der Hund Mortuno soll's nicht umsonst getan habenl" rief Olaf, der immer gereizt wurde, wenn man ihn an seine Abenteuer erinnerte.

Ich denke, du sollst ihn haben", fuhr Paul fort,aber 'wehr als daS, du sollst dich auch an seinem Helfershelfer Marstrand rächen, ohne den der elende Bursche nimmermehr dich beleidigt hätte. Marstrand steckt mit Afraja unter einer Decke, und alle Schandtaten, die das alte Scheusal aushcckt, werden von ihm unterstützt. Ich habe ihn sagen hören, dah er sich nicht wundere, wenn die Lappen von Verzweiflung ge- trieben, sich selbst Recht zu verschaffen suchten. Diese Zu­stände mühten ein Ende nehmen, Schutz müsse den Unter- ldrückten werden."

gierung trotz Intervention des Gcwerkschaftsbundes sich weigerte, die Kosten für den Heiintransport derDepor­tierten" und ihrer Familien zu übernehmen. IhrBurg- sricde" war nicht von langer Dauer.

Gugland ohne Farbstoffe.

Lord Moulton bat für sein Lnstcni zur Einrichtung einer staat­lichen englischen Anilinfabrik Einzelheiten gegeben. Er sagt, daß England jährlich für über zwei Millionen Pfund Farbstoffe brauche, um für 200 Millionen Pfund fertige Ware herzuftcllen. Die Eng­länder könnten sicher genau dasselbe wie die Deutschen, und eng­lische Chemiker wären gewiß genau so tüchtig wie die deutschen. Unglücklicherweise sei es aber sehr schiver, von Kapitalisten in Eng­land hierfür Geld zu bekommen. Es müsse deshalb eine große nationale Anstrengung gemacht werden, um eine englische Färbcrei- gesellschaft zu gründen.

Aufschub ver Vollstrcck'iua vou Todesurteilen

gegen Deutsche.

Wie die B. Z. am Mittag erfährt, sind die Bemühungen der Negierung der Vereinigten Staaten durch ihren Botschafter in Paris und durch den italienischen Konsularagenten in Casablanca, der dort auch die amerikanischen Interessen zu vertreten hat, inso­weit von Erfolg gewesen, daß die Vollstreckung der Todesurteile über die deutschen Staatsangehörigen Brandt, Krake und Ficke aus- gesetzt worden ist. Die Angelegenheit wird den Wünschen der deutschen Regierung entsprechend weiter verfolgt.

Ein vkutsch-portugieffscher Zusammenstotz in Siivwestafrika.

Genf, 10. Dez. (Ctr .Frkft.) Lissaboncr Privatmcldungen besagen, daß am 5. Dezember südlich von Angola in der Gegend von Naubida ein heftiger Kampf zwischen deutschen und portugiesischen Truppen stattgefunden habe.

Reichsetat für 1915.

Der Krieg hat jede ordnungsgemähe Erledigung der Etatsarbeiten durch den Reichstag unmöglich gemacht. Der Etat für 1815, der nach der Verfassung bis zum 31. Mär; ferliggcstellt sein soll, kann dem Reichstag erst im März zu­gehen. Eine offiziös bediente Korrespondenz sagt dazu:

Ter nächste Reichshanshaftsedat wird sich im Lrdinarinm in der Hauptsache auf der Grundlage des letzten Etats ausbaucn, um vorläufig die Verfassung^- und etatsvcchtlichrn Notwendig­keiten für die Rcichswirrschast zu erfüllen. Die Einwirkungen des Krieges auf die laufenden Einnahnisn und Ausgaben werden ini kommenden Etat natungemäß mir in geringem Maße in die Erscheinung treten, da der Ciat die normalen Verhältnisse ins Singe fassen muß und die Veränderungen m den Einnahmen und Ausgaben Etzrtsnachträgen Vorbehalten bleiben. Die Vor­legung des Etats zu einem dem Beginn dos neuen Etatsjahres naheliegenden Zeitpunkt wird die Ucbersicht über die rcichSwirt- schaftlichcn Anforderung«» wesentlich erleichtern. Ttc Etats- bcraMngen werden sich hauptsächlich in der freien Konmiifswn ab- spiclen mid in möglichster Kürz» nur allgemeine Fragen berühren- Di« freie Kommission erwcifi sich als eine sehr zweckmäßige Ein­richtung. die gesck-ästl-che Behandlung aller Wünsche und Fragen gründlich und doch knapp zu gestalten und das Plenmn zu ent­lasten sowie gleichzeitig bauernde Kühlung mit der Regierung zu unterhalten, da sie gegebenenfalls zu jeder Zeit zusammentreteii kann."

Diese freie Kommission war diesmal ein Notbehelf, der in Wirklichkeit aber doch die Ausschaltung des Reichs- !ags bedeutet. Gerade deshalb erscheint es sehr bedenklich, etwa auch die Vorberatung des Etats einer vom Reichstag gar nicht eingesetzten freien Kommission zu übertragen. So gründlich, wie in nornialcn Zeiten wird der Etat diesmal allerdings nicht beraten werden können, daß aber das Plenum auf jede Beratung verzichten wird, halten wir denn doch für ausgeschlossen. Will die Regierung Erörterungen vermeiden, die ihr momentan nicht angebracht erscheinen, dann steht ihr ein Ausweg zur Verfügung: sie kann einen auf zwei oder drei Monate sich erstreckenden Notetat vorlcgen. Auf weiter- gehcnde Zugeständnisse aber kann und darf sich der Reichstag nicht einlassen.

.Hunde für die Vertvnttdetensuche.

Ter geschäftsführende Vorsitzende des Deutschen Vereins für Sanitätshunde, Kommerzienrat Stalling, war tele­graphisch in das östliche Hauptquartier zum Vortrag beim

Will er sich etwa an ihre Spitze stellen?" fragte Olaf.

Bah!" antwortete der Schreiber,so unsinnig dumm ist er nicht. Aber erinnere dich, was ich sagte, als ich ihn zu- »rst sah. Prinzessin Gula will er nehmen, nach Kopenhagen mit ihr gehen, dort Himmel und Erde in Bewegung setzen, und ich weiß, lvas man allda mit Geld machen kann. Ich sage dir, laß Afraja sein Schiff mit Silber bepacken, und du sollst sehen, wie die Raubvögel angezogen kommen, um über uns herzusollen."

Olaf sah ihn ungläubig an, Paul Pctersen aber sagt» im ernsten Tone:Afraja besitzt nngebeure Schätze, er be­sitzt sie wirklich. Teils hat er Reichtiimer an gemünztem Geld, was seine Vorväter und er gesammelt haben, teils aber, und das will weit mehr bedeuten, gibt cs Silberminen da oben in der Wüste, die niemand kennt als er allein. Was ich dir sage, weiß ich von Männern, denen man Glauben schenken muß: Afrajas eigene Leute erzählen davon die scli- samstcn Geschichten."

Olaf war Normann genug, um eine plötzliche Gier nach rem Silber zu empfinden, die sich in seinem Gesichte aus­drückte.

Du sichst, mein Junge," rief Paul, ihm aus die Schul­ter klopfend,daß wir den alten Burschen haben müssen, wenn wir ihm seine Geheimnisse abfragen wollen. Dazu rst das beste Mittel, Gula einzusangen: dann kommt er und liefert sich selbst ans Messer. Zugleich zerstören wir alle Pläne des edlen Junkers und werden auch mit ihm fertig. Darum hinauf in die Kilpisjauren, dort sitzt sie. Du muht uns führen, sollst uns das Tal zeigen, wo dich Mortuno fand, und sollst einen Hauptspaß erleben!"

Das Uebcreinkommen zwischen den beiden jungen Männern wurde bald zum Ab'chluh gebracht. Olaf sagte seinen Beistand zu. Tapfer und abenteuerlustig, war es ihm recht, den alten Hexenmeister zu jagen oder Gula zu ent­führen und in Helgestads Gewalt zurllckzuliefern, Paul da­gegen gab ihm zu verstehen, dah Afrajas Schätze redlich ge­teilt werden sollten, und legte ihm zuletzt das tiefste Schwei­gen auf, um vor allem Verrat sicher zu sein.

So kamen sie an den Lyngensjora zurück mitten in die Geschäftigkeit des Gaards, und SSccj - d war wohl damit

Gencralfeldmarschall v. Hindcnburg befohlen worden. Ergebnis dieses Vortrages war, datz der Generalseldmarschall Befehl gab, sämtlichen Sanitätskompagnien in seiner Armee Hunde für die Vcrwundetcnsuche in möglichst groher Zahl z. zuführcn, wobei er das Dringliche der Mahnahme besonders betonte.

Alkostol und Lrcbesstabr».

Wie uns inftgctei.lt wind, hat der Generalstabsarzt der Arni«,

v. fefjietnina, einem Siezte auf dessen Anfrage am 17. November HKtflCtevU,daß das KricgemÄii-slerium vor wenigen Tagen citgc, ordnet hak. alkoholische Getränke anher Notivein, als Liebesgabe künftig nicht mehr anzu nehmen, bereits aiigciiom- mcne nicht den Truppen zuzufühveu- sondern nur für Verwundete und Lazarette zu verwenden, und daß im übrigen die Mäßig, k e i i s b e st r« b u n gen in der Armee auch weiterhin nach.nick- lich zu fördern sind"

Post- und Telestraphri,beamte beim Heere.

Von dem Personal der Rcichspost- und Telegraphcnvcr- waltung wurden bei der Mobilmachung 11200 Beamte und 52 500 Unterbcamte zum Kriegsdienst cingezogen. Anher- dem wurden 1310 Beamte, 1070 Unterbcamte und 103I- Postillone zur Feldpost kommandiert. Beim Etappen-Tclc. graphcndienst haben 520 Beamte und 620 Telegraphen- arbcitcr Verwendung gefunden. Ohne die zum Landsturm Eingezogenen hat demnach die Postvcrwaltung von ihrem Personal nicht weniger als 71 250 Beamte, Unterbcamte imt Arbeiter für den Kriegsdienst abgegeben.

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Z»r Warnung.

Stm f>. Dezember ist ein Postkrastwagcn ftir das 18. A r mcekorps auf der Etappcnftraßc, wahrscheinlich infolge m." Selbstentzündung von Postsendungen (Streichhölzer, Feuerwerks körper oder ähnliches) in Strand geraten. Zwei Drittel der Ladim sind verbrannt. Amtlicher sei ts ist wiederholt vor der Verscnduri- feuergefährlicher Gegenstände durch die Feldpost gewarnt wordei Diese Warnung wird dringend wiederholt. Wer sich darüber hin wegsetzt und leichdcntzündbarc Gegenstände versendet, kann bi« All geincinhcft auf das cinpfindlichstc schädigen und die Wohltaten zn Nichte machen, die Liebe und Opfersimi unferm Soldaten im Feld zugedacht haben.

Ktiegsiro izen.

Tic zum Besuche kranker und verwundeter deutscher Kriege vorgesehene Fahrpreisermäßigung wird nunmehr au, bei Reisen bis zu deutsch-österreichischen Grcnzortc» gewährt, wen die zu Besuchenden in österreichischen oder ungarischen Lazarette liegen. Ferner ist die Fahrpreisermäßigung auch ans Reisen au-. gedehnt worden, die im Falle des SlblcbcnS kranker oder vei wiindcter Krieger zu ihrer Beerdigung von Angehörigen uiitei nommen werde».

Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht eine Verordnung dc Bundcsrats über H v ch st p r e i s e für Kupfer, altes Messing, a! Bronze, Rotguß, Aluminium, Nickel, Slntinioil »nd Zinn. Die Be ordnnna tritt am rt. Dezember in Kraft.

Während des Vortrags des belgischen Slbgcordiicten Lorar in Modena kamen heftige Zusammenstöße zwischen Nativ n a l i st e n und neutralen Sozialisten vor. Der Redni wurde von den Sozialisten fortwährend unterbrochen. Auch na dem Vortrage setzten sich die Unruhen auf der Straße fort.

Stuf Antrag der deutschen Regierung erhob die römisö Staatsanwaltschaft Strafklage gegen das sozialistische Wli blatt Slstno ivegcn Beleidigung des Deutschen Kaiser begangen durch Karikaturen und Texte in bcn KriegSnnmmer snnil Ter deutsche Gesandte erhob bei dem Minister des Slcnßei Dstz, Vorstellungen wegen des Tones der Mehrzahl b co l limbischen Blätter, welche die Politik des Tri Verbundes unterstützen.

F» Barcelona wütet der Typhus furchtbar. Po 1. September bis zum 24. November sind 11430 Fälle, 1440 m

1.

tödlichem Ausgang vorgekommen. Ter Bürgermeister hat Zeitungen gebeten, die Todesanzeigen in kleinerem Format als dc üblichen abzudrucken, da der Slnblick des Slnzcigetcils gerade schauerlich sei.

Wie dem Berl. Lok.-Anz. aus Kopenhagen gemeldet ivii ist der Z a r gestern in Tiflis eingetrosfcn und am Bahnhof vi vielen Deputationen, darunter von Obergeorgien, empfang worden.

lieber russischen K u n st r a u b schreibt der Berlin Lokalanzeiger: Wie die Nowoje Wrcmja meldet, sind aus dc Ossolinski - Museum in Lemberg 1034 Gemälde, 240 Radierungen. 5000 Slutogramme und eine Slnzahl kostbar Porträts und Entwürfe nach Petersburg gebracht worben.

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zufrieden, denn Olafs starke Arme konnten bei der Arb« gebraucht werden, und Pauls Kopf »nd Rechenkunst war für guten Rat in der Schreibstube von vielem Nutzen.

Nun," sagte er, als er mit Niels allein war und einen Bericht über seine Reise gemacht hatte,cs steht, ti Ihr seht, alles- gut in Tronijö, Schwicgerpapa. Mein On hat mir sein halbes Haus abgetreten, und lange kann nicht dauern, so wird er mir das ganze überlassen."

Meinst also bald sein Nachfolger zu werden?" sta, Hclgestad.

^er Schreiber lächelte.Er fühlt es häufig selbst, t er alt wird. Wohne ich erst mit meiner jungen Frau bei it so kann ich alle Geschäfte wieder auf meine Schultern nchm wie ich es sonst schon getan habe. In Trondhjcm aber sow wie in Kopenhagen weih man, dah ich die Verwaltung le und wenn ich recht berichtet bin, wird die neue Organisati zu der ich nach Aufforderung der Regierung einen Plan gesandt habe, mich nicht unberücksichtigt lassen."

Ruh!" sagte Hclgestad,will Amtmann werden, ist > angenehm, das zu denken. Kann es der Hand, die arbei nicht verdenken, wenn sie den Lohn fordert, der ihr zukom: Wirst für deinen Onkel Sorge tragen."

.. 5o viel ich immer vermag," antwortete Paul, übrigen wißt ihr ja, dah mein Oheim genug besitzt, um * lich so viel Toddy, Punsch und Genever zu trinken, > irgend hineingcht."

Hclgestad nickte, lange lachten die beiden Männer, > ihre schlauen Augen begegneten sich.Und nun", fuhr ' tersen fort,können wir morgen oder übermorgen auch uni Jagdpartie nach dem Kilvis beginnen. Ich habe alles w vorbereitet: für Afraja ist gesorgt, er wird uns ins laufen, um das Wie? bekümmert Euch vor der Hand nim> Bin zufrieden, wenn du dich seiner annimmst", 0 r " Hclgestad.Werde schweigen und warten,"

Der Schreiber strich durch sein rotes Haar und fuhr lächelnd fort:Noch ein anderes Geschäft ist zwischen uns zumachen. Die Sitte bringt es einmal so mit sich, daß. w' ein Mann heiratet, er auch nach der Mitgift fragen muh- { Niels Hclgestad dafür gesorgt hat, ist nicht zu bezweifeln,^ fcstgcstellt ist bis jetzt nichts." (Fortsetzung f# -

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