Ausgabe 
12.12.1914
 
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LbtlheWt isolföjfttiiiig

Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargcbictc.

Dt» vbrrkrinlck» valkS.ettun, erschern, ictxn Zierüag Bbtnb ln #uh» Der tüjormtmcmjprr.j belränt wöchentlich 15 «i, u monollxb B ®»o. ftxildjL©rtnocrloba Durch die Poll dezayen vierteliäbrl.I-OMt

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Nr. 289

Gießen. Samstag, den 12. Tczcmlicr 1914

9. Jahrgang

Die Dierzinjähriqcn alsLoldatcn und Induftricardeitcr.

Nom Wrltlrricy.

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itdlunj'

»Mit dem 40. ^n(|r kommt fiir den modernen Onbiiftricarbciter e Masorsccke, der entscheidende Wendepunkt: er wird als zu all i» dem kapitalistischen Apparat auSgcschicdc» und kann nur noch i den A»s>e»schlägcn des Betriebes als fchlcchlbczahlter Hilss- beiter Arbeit finden."

Diese Feststellung machte aus einer der letzten Geiieralver- mmlungen des Vereins für Sozialpolitik Pros. Weber und zwar s Resultat von »mfaiillrcichen Untcriuchungcn über »Anpassung id Auslese der Arbeiter der Grotzinduftrie".

Nun ist der Krieg dazwischen gekommen. Sine AuSeinander- imig mit diesen Niilcriuchnngen, die wohl noch nicht abgcschiosicn d, mutz später erfolgen. Wenn auch Einzelheiten der Tarstcllunq greisbar sind, so ist daö Resultat ossizicll als richtig bestätigt >rdc». Das Rcichsarbeitsblatt brachte kurz vor dem Kriege tistischcs Material, das die Vierzigjahresgrenze der Industrie- beiter im wesentlichen bestätigt.

Ter Gcivcrkichaslsmann in der Praxis tcnnt di« Ursachen, Ee der Industrialisinus. der sich sortschrcitend rationalisiert. Die oduktio» wird durch die Maschincnivirischafi immer setzr ver­tiert. Die Maschine ist ein eiserner Arbeiter, der dcn Mcnschcn- oeiter von seinem Platze stoftt. Immer bringt die Maschiiieii- rtschast auch eine Arbeilsverdrängnng hervor. Das Argument nicht richtig, baft in demselben Umsang die Absatzquelle» steigen, c die Produktivität der Arbeit In die Höhe geht, In Wirklichkeit |)t der Verbrauch des Menschen im Fabrikbctricb relativ zurück. Die moderne Maschtnen»irtschaft zwingt aber zur erhöhten Snutznug der Produktion. Die Anschasfung der neuen Maschinen kostspielig, die Betriebsmittel müsien sich amortisieren, und iver- i voll «uSzrmuven gesucht. Der Maschinenrhythmus zwingt auch

> Industriearbeiter tu eine intensive Tätigkeit hinein.

ES findet eine Auslese der Indnstricarbciler statt in den, nne, daß immer n»r noch die junge», unverbrauchten Arbcits- iftc verwendbar sind. Und so sind wir in der deutschen Industrie.

lts überall zu der Tatsache gekommen, das; einem Arbeiter mit i fahren, der an der Tür einer Fabrik um Arbeit ansrägt, wegen Alters ein abschlägiger Bescheid gegeben wird. DaS wird >e Zorgensragc kür den moderne» Gewerkschaftler. Der Haupt- rftand des Metallarbeiter-Verbandes hat aus eine» Antrag seiner rliner Mitgliedschaft schon Erhebungen über die Vierziaiahrcs- nze im Mciallarbeiterbcrus beschlossen. i'olitschcr erzählt vom erikanischen Industrialismus, das; sich die Arbeiter in diesem tt die grau acwordencn Schläfen mit Schuhwichse schwarz den, das, sie Arsenikprävarate zu sich nehmen, um jung zu cr­imen. uni de» Unternehmer zu beschwindeln. Wird der deutsche vitaliSmus die gleichen Bahnen wandeln?

Ter Krieg hat uns nun auch In dlelcr Beziehung eine lieber- chung gebracht. Nicht nur die jungen Arbeiter haben Maschinen

> Werkzeuge sichen lallen müllen und sind nach C(lc;t und Weste» gezogen worden, sondern auch die Vierzigjährigen liegen heute den Schützengräben und haben alle Strapazen und värtcn des cges zu llberstchen. Wir Inhrcn einen V e r t e i d i g » n a S - ieg, in dem alle Kralle gebraucht werden, und mit der Tal­le ist zu rechne», dasi noch mehr Reserven, und darunter h ältere Männer. inS Feld müsien.

Hier liegt ein Widerspruch, den wir mit als eine Lehre des eges verbuchen tollen: Unter de» vierzigjährigen Männern, die gedienter Landsturm ihre Pflicht tun «nd alle Strapazen des ege» zu trage» haben, befinden sich Industriearbeiter, die zu tfe als zu alt in Fricdcnszcitcn keine Arbeit mehr kommen können. So wird den» auch das eine iozialvolitt'äic lge sein. Vorsorge zu tresjen. Tchuhwällc und Dämme gegen rationalisierte Arbeiisiyitki» der hrutinen Industrie,virtschait zurichten. damit uns die Arbeiter als Schassende nicht zu s-iih dem wirtschastlichen Organismus aiisaeicholtet werden. Wie ein Volk stark bleiben, wenn cs sich in seine» breiten Schichten früh verbraucht?

Ter Heldzn», in Scrbie?».

IRussische Vcrstärkuugcir für die Le bcn Bukarest, 1<>. Dcz. ((itr. Frkst.) Die serbisch« Armee ist |-J hier vorliegenden Nachrichten durch fünf russische gimcntcr verstärkt worden, die am 27. Cf tob'. - Archangelsk abgegangen und am 29. November in idari eingetroffen fein sollen, tiin weiterer Transport |) Antivar: fei unterwegs.

ScrbiidK Methoden.

«ie». " Dez. sW 8. Nichtamtlich.) Di- Pol,:

ilden., schreib,: bereits bekannt, veriol.zi die ierbiichc

In, er seit dein Bo»,,:, ickzuget d,e Mcchod«. rhrr

»cn Ortschaften vor der Rälunung zu plündern und zu » ö r c n. Nunmehr liegen dekai Illen« Adrlüimgen vor, die iS neuerdings übereinstimmend bestätigen. Tv wurden von ren Tnippen bi« Ortschaften Krupani, Zaolaka, Karnenica u, . lewo teils ganz verödet, teils geplündert, zerstört odcr^ al :e- j Tttt tH>t*yefun6eiL Mil evi^vclucn iebenen Crtt ^c-

n«ni wurden von unteren M-litärk.Hörden ProwkvUc a-i'ge- men, d>« bestätigen, daß .das serbische Militär vor dem Brr- n des Ortes Geschälte mrd Wohnung geplündert und bau,er Brand gesteckt habe, ivahrenü unsere Soldaten sich keiner!«, Ichrettungen zuschulden kommen liehen. Tic von dem ie-.hsichen iwr verübten Plünderungen und Brondstiskunar» wurden auch

rTllfObti iiiifa :. _ . » - » , « /.... "D \

?'"igen unserer Qssizierr durch das Jernrohr beo bachtet. Dci Irich von der Trina bis Valjewo war einst

..

» n,.. , u einige a.aqc gan^

» LL dah die serbische Regierung anbefohlen

o« errmlvevölkerung dieser Gvaend in Valiewo .zusammenzu­

treiben. Spüler aber, als sic den Ri,ckzug der serbischen Arniee hinderten, sollen sie von den eigenen Soldaten zuriickgcrricbrn wor­den lern. Nachdem nnser« M,litärl>ehördeii der serbischen Zivit- l-cnölf«rmta die Rückkehr zum heimatlich:» f^crde gestattet hat, strömten diese nun in grobe» Massen zuriick.

Tcr.ttrtcrt im Cricnt.

Türkische Fortschritte im Kaukasns.

Koustantinopel, 10. Tcz. (fV. 1?. Nichtamtlich.) Ani!- uchcr Bericht. Eine ttrenzabtcilung bat im ItaukafuS uaouchard, im Jiorde» von LIty. besetzt. liniere an der lsircnze von Aserbeidschan operierenden Truppen sind bis Lvinay und Tjihari, im Cften des Wilajets Van, vorgerückt, llinssiiche Minen im Lckiwarze» Meer.

London, 10. Dcz. (Gtr. Irkst.j Wie hierher gemeldet wird, kündigt die russische Regierung au, das; sic aus wilitärifchen Cr- wäguugcn lieraus gezwungen sei. im Schwarzen Meere vor der russischen und Inrkisärcn Lüste Minen z» legen. Unter diese» II»- ständen erleidet die neutral« Schissahrt in; Schivarze» Meer gros^ Schwierigkeiten.

Tcr Lchcich der Lenusscu u d die Iiaiicncr.

Äonstantinopel, 10. Dcz. <W. H. Nichtamtlich.) Wie Taswir-i-Eskiar erfährt, soll der bsrofz-Tckeich der Senussen Herolde zu dcn Jtaticiu rn gesandt haben, um formell zu er­klären, das; er, da der Aalis den Heiligen Krieg nur gegen England, R»s;>gnd und Frankreich verkündet hat, fortan nur gegen dre Engländer kämpfen werde und endgitlig daran, vstrzichte, die Italiener in Libhcn zu beunruhigen, solange er nicht selbst angegriffen würde.

Tie LtimmttNsi in 2 lentipten.

Budapest, 10. Dez. stV. 8. Nichtamtlich) Pcsti Hi rlap ver- össeiitischt eine Unterredung seines Lonstantinopcler Uorreipon- dcnteii mit dem Eh) der ix.,«M<» Rifitärmtssion, General Simon von Sanders, welcher a»Ssühric: In Acgnptc» stehen bis setzt nur türkische Vortruppc». Desto ersrenlicher ist es. l>an auch diese schon grohe Ersvlge errangen und die Vorposten bis Tuezkanal vor- drangcn. Doch ist di« Lage in Aegypten nicht Ic,äst D,e Eng­länder käinpscn lücht bloh mit Soldatcn. sonder» auch mit bielü, Bcslechnng und Spionen. Durch drab lose Telegraphie sind sie in steter Verbindung mit der Klart«. Tie lönnen seden Schrill der Türken überwachen. Wie tömxn sedoch m t Recht hossen. das, diese trotz aller binden,,sie mit den Engländer» in Aegypten int,fl wer­de,!. Tic Stimm.rüg ist ihnen nicht günstig Es werden »naild- gesetzt tlemere und gröbere Ansstände gemeldet. Tie türkische ?lrmec hat sich seit den, Baikankricge sehr gedellcrt: insbesondere verwandle man sein« Sorgsall daraüf. das; der Verpslegurps- und JanltSlSdienii tadellos fiwklloniert. Auch mit dem Minister d:s Junen, Talaat Ben hatte der Lorrrspondeü eine Un'.erradiriig Talaar sagte: Wir sind mit allen neutrale» Sdaalen in einem anS- glzeichneten Verhältnis. Ri« Bulgarion verbindet uns onge Ktemidschaft.

(^in ricucr rusfischer t^civaltakt.

.sipnstaiitii.oprl, 10. Tez. i\\ I! Nicktamtlieh.) Von zuverlässiger Seite wird gemeldet, dasi die rl.sstschen Militär­behörden gewaltsam in das türkische Konsulat in llrmia ein- dringen wollten: einige tiirkische Soldaten, die sich entgegen- nellte», wurden niederge'ckzoiien. Der türkiirbe Konsul wurde, nachdem er'unerhörte üirausamkeitcn erlitten hatte, unter Bedeckung », Tisl,s gebracht. Einige veriiiwe OJcfcfxiftö- leute wurden in Anklagezustand versetzt unter der Beschult», gnnp, de» Mürben Munition geliefert zu haben. Acracbsick'ts Licbcöttiüüen in ricchcnland.

Wien, 10. Tez. <Etr. Frist.) Tie Südslawische Kor­respondenz berichtet aus Athen: Tie (Gesandten Englands Frankreichs und Rußlands unternahmen einen gemeinsamen 2d,ritt bei Venifelos. um die griechische Regierung zu einer militärischen Hilfeleistung für Serbien z» veranlassen. ?:-ie ans unterrichteten Kreisen verlautet, gab die griechische Re­gierung eine ausweichende Antwort. Das Blatt Patrie be­merkt hierzu, dag die Anregung z» dic-em Schritte angesichts

Vormarsches der öslerreichi'ch-nngarischen Truppen von

Ruglund ausging: obwohl die öffentliche Meinung Griechen lauds auch weiter der Entente sreunditch gesinnt sei. habe doch eine gewisse Ernüchterung eingesetzt, da die Vorher- ,'agungcn der Entente bisher in keiner Weise eintraren.

Tcr Burenaufstand nicderIcschlagcn?

Erklär««« Botlias.

General Botha erlreb solgend« Erklärung:

.Der Ausstanb ist imn in der Tat beendet. D,e hauptsächlichsten Führer sind tot oder geiangen, und alle:» nur noch rin;e!u« zerstrentc Bmihen bleiben übrig, gegen dt« tjt mi!itari= schrs Austreten nicht meir »bim ist. sondern einfach Po,, «ünofl- rcgcln ergriffen werben lönmn. Tief« schnell« ivoiügeglück^ Be­endigung einer Bewegung, d«e an'ömglich ein« sehr iveitverzweigte Rebell'on zu werde» schien, die durch bi« bctanntesten Afrikaner geleitet wurde, ist vor allen Dingen dem prächtigen Slusmarfch -injerer Faidmacht zu danken, und in zweiter Linie der aufrich­tigen und einträchtigen Umerstützmig. die der Regierung von allen Tellen der Bevölkerung m dieser sirisis zuteil wurde. Ich erstatte

in meinem estzenen Namen und in -ei» merner Kollegen de» Trup. v c dcn giöhlcii Dank für ,hre patrioiisäie» Opfer, nxnillt >i«l,t allein der Aufruhr umerdrückt wurde, sondern wodurch auch ver­schiedene Teile der Bevölterzing in eimr Astlii« gcefnigt wurden, wie dies »jemals zurwr der Fall war. wodurch die grobe» (äefghren, d,c di« lluiou Ixdrohle». zu einem Mittel geworden sind, die Ein­heit zu txriiürkr» liniere Opfer au Blut »ud Geld sind iel»r beträchtlich, aber ich glaube, das; sie nicht ausxrhoib des Verhält» nisics sind zu de» grobe» Erfolge», d,e wir jetzt rrlanflt Hoden ui,d die auä> in Zukunft für tlfrika zu crnxrrten sind.

Wir miissen dafür Sorge tragen, das; eine Wiederltotmig dieser vcrhvecherisck>c» Torlzeir nicht mehr geschehen kann, wir müsien aber z» glcickier Zeit d-irülwr tvachcn, das; nicht ettva ein« Politik der :H,nbf und des Geistes der Uudiildiamkeit getrieben werde. Wir müsien den Geist der Bersöhnllchkeft, der litergedting II,ch der Barmtwrzlgkctt für die Fehler »ist» M sictatcn der Betressen- dni eiiitretcn lallen, denn viele von ihnen Imbeii die W-isseu gego» den Staat erhgl>e». vlme das, sic eigentlich eine i-erhreck>erffche Ab­sicht hatten, sondern nur, iveil ihnen die Einst äst in di« Folgen ihres flufttetens mangelte. Wem, auch «nie gerechte Strafe auftTlcgt werden mühte, io wolle man doä> dedriikeii. dab das Volk von Südafrika eine welle Polttik de» Vergebens und Vevgcsicn« be­folgen ivird

Moritz und Semp ist «s geglückt, sich auf deutsches Gebiet zu llüchltii, von hier aus werden sic. ausgerüstet nur neuen Ltaffe» u»d ttanoue»nd gestützt von iliren dciusäien Bun» desgenosien, versuchen, in das Gebiet der Union einzufallgn. Unsere nächste Pflicht ist ei also, dieser Gefahr entgegenisttsehen mrd un­möglich zu inachcn. dah Deufsäi-Südwcstasrika jemals wieder «n de, Inkunft als ein« sichere Staste gebraucht wcvdcii kam,, vmi ivo aus der Fried« und die Freiheit der Union hgdroh; werden kami. Ich hoff« und vertraue, dah das Volk auch gegenüber dieser Gefahr niil ebenso grohcr Jh-oft handeln wird, wie eo sie gegenüber t«n Ansruhr gezeigt hat."

BclsüttdlunK dculscher Gefanstcnen in Bclgitt«

Einem in deutsche Gefangenschaft geratenen belgischen Soldaten ist ein bemerkenswertes Schriftstück abgenommen worden, dos in deutscher Uebersetzimg wie folgt lautet:

»Gruppe 2, Posten 1, 2, 8.

Dienstvorschrift fiir die Gruppenführer.

Deutsche Gcsanocnc betreffend Unter dem Datum bei 22. August telegraphiert der Minister folgender: Ich höre, bah in gewissen Gegenden deutsche Gesangene mit wahrhaft Über­triebener Riickstcht behandelt iverdcn. In dem Augenblicke, da das dcntschc ihcer. io oft es auf unseren oder unseren Vcr- büiidelcn 2toden vordringt. sich systematisch dcn schmachvollste» Ntcdriakeiieii nicht nur unseren Soldaten gegenüber, nein, auch gegen flinber, Frauen, Greise überläht, wäre es burchaus 2<crrat am Nalioiialbcwusstici», de» Gefangenen welches immer ihr Dienstgrad sei mehr als sie unbedingt zum Leben nötig habe», I» geben. Ich werde unverzögert gegen die Truppenbefehlshader Vorgehen, die sich der Duldung solcher Verirrungen schuldig mache»: wir sind eine zivilisierte Nation: wir schlagen die Ver­wundeten und Gefaiigencii nicht tot, wie es die Tcutichcn tun: diele aber müsien an jedwedem Play btS Landes als Fetnbe be­handelt werden.

Der stellvertretende Ehcf der Sektion A bringt den Wortlaut obigen Zirkulars zur Kenntnis der Gruppenfllhret und sorberl sie ans, ihren Postensuhrer» Befehl z» geben, sich danach zu richte».

Station Mezy. den 25. August 1814.

Fiir den stellvertretenden Ehef:

Der bcigcordneic Ildjutant: gez. Belvcrg."

Praktiick;e Bedeutung bat der Erlas, nicht mehr, denn deutsche .Kriegsgefangene befinden sich nickst mehr in Belgien. Immerhin geht aber aus dem Schriftstück hervor, das, man in belgischen Armcekrejsen in der Tat die deutschen Soldaken ils Barbaren betrachtet hat, und es ist infolgedessen kein Wunder, wenn diese Ansicht auch i» den Kreisen der Zivil­bevölkerung Raum gefunden hat. ES ist allerdings unmög­lich, zu verstehen, wie ein Kulturvolk ernstlich glauben konnte, da^ die Deutschen Verwundete »nd Gefangene töten.

Tie Kriensnot in Nnssi'ch-Polen.

^er Mailänder Tecolo schreibt über die Lage in Polen: In Warschau verkehren ständig Militärzüge, die neue Trup­pen. namentlich Kosaken, an die Front bringen. Tie Weichsel beginnt zu frieren. Unausgesetzt kämen Züge mit Verwun­deten non den Schlachtfeldern an. Viele Fälle^von Tetanus liegen vor: einigen Soldaten sind Hände und Füße erftoren. eine Anzahl ist irrsinnig geworden. Tie 27 vom polnischen Roten Kreuz eingerichteten Svitäler sind überfüllt. Immer noch ist der Andrang von Flüchtlingen nach Warschau außer­ordentlich groß. Ter Krieg, der nun über vier Monate auf volnischem Boden tobt, habe Verwüstungen angerichtet, von denen man sich keinen Begriff machen könne. Tausende von Häusern lägen in Trümmern. Requisitionen und Pliinder- ungen haben das Land in vollständige Armut gebracht; mer Fünftel der industriellen Werke seien lahmgelegt. Die Be- völkerrmg befinde sich im furchtbarsten Elend,

Tic Laac der Krieqsgefanacnen in Rnirland.

lieber die Lage der Kriegsgefangenen in Ruhland schreibt, wie wir in der Norddeutsche» Allgemeinen Zeitung lesen, eine deutsche Dame: