Ausgabe 
10.12.1914
 
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Organ für die Interessen des der Provinz Oberheffen und

werktätigen Volkes der Nachbargcbiete.

Dtt Clictliciniitc t«oHo»cttun« crlcheml ifJxr Slitrtjao Abend tn Sie Ken. Der HbontitmtnUutn» beträgt wöchentlich 15 Psit- monotlxt D «fo. rmidiL Bnnactlein Durch die Voll deiogcn e,er!eliabrI.lt«Mt

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»iebeu. B»dud-«üra> 23 . «<f» riwe,alle. relevd»» 2008.

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Nr. 287 _Gicßcn, Toimcrstllg, Den 10. Dczcmber 1914 9. Jahrgang

Jiwasiim imd RkvolutiM.

ßarlamentarischcs aus Krankt eich

Ans Bordeaux, 2K. November, wird IMS geschrieben:

Tie lange diskutierte Frage, wohin das sranzösischc ParlamenI nbcrusen werde» soll, »ach Bordeaux oder nach Paris, ob die Le­erung vorlänsigoch in Bordeaux bleibe» oder ivicdcr nach Paris lersicdeln soll, scheint gelost zu sei», TaS Parlament wird wahr» ieiiilich Milte Tczciiibcr nach Paris einbcrufcn ivcrden, aber der itz der Negierung bleibt in Bordeaux. Ein Regicrungsbeschliiß :gt zwar nicht vor, aber wciiii in den »ächstcn zwei Wochen eine eseiitlichc Blenderung ans dem Kricgsschanvlab an der A > S n c chi ciniritt, diirstc die Regierung in den, angegebenen Sinne sich Ischließcn.

Damit wllrdc de» Bertrctcr» der einander gcgeniiberstchenden rsichlcn Bordcaur oder Paris - - Rechnung getragen, ohiie ie» desinitivcn Enischlus, in dein einen vdcr dem andercii Sinne sasicn, (hegen eine definitive llcbcrsicdlung der kllcgicrung nach irls wird geltend gemacht, das, deren Anwesenheil die scindlichcn cuppcn zu einer außerorbenilichen Anstrengung vcranlasicn »nie und ein wenn auch nur vorübergehender Erfolg, wie das irrticken östlich von Svisfon gezeigt hat, nicht ansgeschlosscn sei, > würde einen äußerst veinlichcn Eindruck in Frankreich und im lSIandc machen, wenn die Regieruiig auss Rene gezwungen sein trdc, Paris zu vcrlasic». Wen» man andererseits nichts mehr gen die Ctiiberusung des Parlaments nach Paris cinwcndet, so »halb, weil die Gegner der Einberufung nach Paris hosfcn, dass durch die ParlanicntStagung verkürzt würde. Tenn diese Gegner d zugleich die Gegner des Pai lamcntariSmuö überhaupt. Durch crlci Spukgeschichten die Anwesenheit des Parlaments »nd r Regierung ziehe die deutschen Aviatiker an usw. wird man f die Regierung und das Pailamcnl cinwirken, »m einen raschen 'ssionSschlnß zu erzielen. Ta» Hauptargumcnt denn mit der igftmachcrei erzielt man in Frankreich leicht daS Gegenteil scdoch, daß alles zu schweigen hat, wenn die Kanone» reden. >8 Parlament soll also ans zwei oder drei Tage cinbcrnfcn wcr- >, stumm die notwendigen Gesetze annchmen und dann als tiges Anhängsel wieder in alle Windrichtungen zerstreut werden, er ist der Wunsch der Kindesmörder des Gcdaiikciis.

Fm Kriege sind cs nicht allein die Kanonen, die die Schlachten oinncn. Die wirtschaftliche Rüstung des Landes, die Staais anzen, die Aiisrcchtcrhaltnng der industriellen Tätigkeit, sind msoviele wichtige Fakturen ivie die militärische Rüstung, bc- iders wenn der Krieg ein Taucrkricg wird, ivv der Sieger sibt, der c« am längsten aushält. Und die Stimmen werden wer zahlreicher, die in dieser Beziehung die Mas,nahmen der gterung abfällig kritisieren. Fa man tau» ohne Ncbertreibung ten, das; von niemandem die wirtschaftlichen und sinauzicllcn gierungSmabnahmen rückhaltlos gebilligt werden.

Man kann in Wahrheit der Rcigerung keinen Vorwurf machen, nn sic tn ihren Maßnahmen lastend vorgcht und manchmal derrust, was sic beschlossen hat. Eine wirtschaftliche Vorbereitung n Kriege gab eS in Frankreich überhaupt nicht. Selbst die mili- ischc Rüstung wies Lücken aus, die in erster Linie und größter le ansgcsiilli werden mußte». Dazu kommt, daß die Regierung, während des Ausbruchs des Krieges am »luder war, erst kurze it im Amte sah, und die nach de» Zusällcn einer politischen mistcrkombinativn gewählten Minister noch nicht die Zeit »nd ht immer die Fähigkeit gehabt haben, um für eine so schwierige tuation auf der Höhe ihrer Aufgabe zu siebe». Zu allem llebcr- ß ist das Ministerium während des Krieges rekonstituiert tvor- i und wenn man bei der Auswahl der Minister und der Bcr- ung der Ministerportcseuillcs weniger ans die politische Färbung aus die persönliche Fähigkeit Rücksicht nahm, so lallen sich so nplizicrte wirtschaitliche Probleme nicht im Handumdrehen en. Aber was die Regierung in ihren Mißgriffen «ntschulbigt, icht gerade sür ein eingehendes Studium dieser Fragen durch - Parlament, mindestens in den Kommissionen, wo die Fachleute Volksvertretung sitze». Schlicsilich ist das ja, mit der Kontrolle RcgicriingSaktion. die cigcnllichc Ausgabe des Parlaments. 8 Wunderbare an der Sache ist, dasi diese Selbstverständlichkeit einem parlamentarisch regierten Lande gegenwärtig uni- «ten und vor allem b c st r i t t cn ivtrd. Tic Gegner des Paria. ntariSmus »chmcn den Mund recht voll und gebärde» sich als Herren der Situation. Tos wäre freilich «in Argument mehr, ihren imperativen Wünschen nicht zu entsprechen.

Wicvcr eine erledigte Legctide.

Trotzdem wiederholt festgestcllt wurde, ba& die Gerüchte -r Verstümmelung von Soldaten ausgcstockene Augen, gehackte Hände, usw. nichts als haltloses Gerede sind, ichen sie, oft in etwas veränderter Form, immer wieder i- So ist neuerdings bchatlvtet worden, daß in Koveu- len ein elternloses belgisches »find cingetroifen sei. dem r deutschen Soldaten die Hände abgehackt wurden. Trotz er Bemühungen konnte aber das Mädchen nicht ausg»- iden werden. Nun hat sich, wie dem Lokalanzeiger au: penhagcn telegraphiert wird, der dortige belgische Gc- >dte z der Geschichte einem Journalisten gegenüber ge- gert. Er erklärte, er habe von dcni Mädchen mit den ob» Kutten Händen von hundert verschiedenen Seiten gehört wurde nur erzählt, daß cs in Kopenhagen eingctrossen sei. i>r haben Untersuchungen nach ihm angeslcllt. suchten nach gegebenen Adressen, fragten bei der Polizei und in: uppelheim an, haben aber keine Spur von ihm entdecken »neu Gerade heransgesprochcn, betrachte ich die oagri. ichichte als eine Erfindung."

Ji, (»»efangenschaft geratene 'Arbeiter.

Eine Anzahl crzgcbirg,scher Arbeiter, die zu Ausräumunas- und Bescstigiiiigsarbeilen »ach dem Osten ginge», sind von den Russen gefangen gcnomincn worbe», wie mai, vermulct durch de» Bcrrat oder de» Frrium eines Mitgefangenen ostprcnßijchcn Fuhr­mannes, der in der Rächt den Wagen mit Ser Arbcilcrkolonnc de» feindlichen Schützengräben zulcnlie.

Tic russische '^cak isn.

Aus Petersburg wird dem schwedische» Blatte Social» demokratcn gemeldet, daß das reaktionäre Regiment in Ruß­land stets härter weiche. Täglich fänden zahlreiche Verhaft­ungen politisch Verdächtiger statt. Tas größte Aussehen habe die Verhaftung von fünf Tuma-Mitgliedern »nd sechs anderen leitenden Sozialdemokraten erregt. Offiziell ver­suche man diese Verhastungcn mit der angeblichen rcvolu» tionären Verschwörung in Verbindung z» bringen; der wahre Grund sei aber der, daß die sozialdemokratische Tuma-Frak- tion im Begriff gewesen sei. eine» Bericht abzufassen, der an die soziaidcmokratiickie Friedenskonferenz von Kopenhagen abgesandt werden sollte. Tic Verhaftungen hätten übrigens große Demonstrationen hervorgerusen.

Soldaten dürfen nicht betteln!"

Erst jetzt wird ein Befehl des Kiewer Garnisonsloinmandanie» detanni, der ein grelles Licht aus die Disziplin und Moral der russischen Armee, andererseits auch ans den Fammcr der russischen Soldaten wirst. So wird in dem Befehl verfügt, daß täglich von 7 Uhr vormittags bis 12 Uhr nachts Militär-Patrouillen die Stadt durchziehe» müssen. Tie Patrouiücn haben besonders daraus zu achten, daß die Mannschasien richtig unisormiert aus der Slraße hcrumgchcn, daß sic im Besitze eine» für den Tag ausgestellten llrlaubsschcines sind, das, sie nicht betteln, nicht betrunken spazieren gehen, keine Bolksansammlungen vcranlasicn, keine un­nötigen Gespräche sichre» sowie überhaupt die Disziplin »nd vor- geschriebcnc Ordnung halten.

Der Krieg im Orient.

Ttt Scilige Kries,.

Ter uiächlige Tribus der Tuaregs lxit sich nunmehr ebenfalls dem Tscbihod angeschlosscn. Seine Krieger lxibcn Bewegungen auf Tunis begonnen. Ter frühere Abgeordnete im türkischen Parlament, Tjami Bey, welcher Fcsian vertrat, befindet sich bei den Tuaregs. Ebenso eine Reihe ottomani» scher Offiziere, die aus Trivolis gebürtig sind, und mit Sitten und Gewohnheiten dieses einflußreichen Stammes in hohem Maße vertraut sind.

Japanische Spione in Konstantinopel.

Tic Polizei in Sonstantinopcl Hot sieben Fapaner sesigcnom- men. Sic wohnten in verschiedenen dusteren Abftcigeguartiercn des Stablicils Gaiaia. Angeblich sind cs herum ziehende Histidlcr. Sic geben an, khincjc» zu sein. Tic äußeren Merkmale wider sprachen dem jedoch Sie hatten allerdings chinesische, von der chinesischen Botschas, in Paris ausgestellte Päsie. Merkwürdig ist, das, dieseHändler" als einzige fremde Sprache nur das Teutichc beherrschen und jeder von ihnen im Besitz einer geographischen Karte befunden wurde. Tic »ntcrsuchung wird vielleicht näheres Material z» Tage iördern. Es ist schon seit einiger Zeit bekannt, das, unsere Feinde sich bemühen, ein Attentat aus dieGäben" oder Breslau" auszuüben.

Tie Bedrängnis der Franzosen in Marokko.

Wie die Frants. Ztg. von spanischer diplomatischer Seite erfährt, soll Frankreich die Absicht haben, zwei Armeekorps nach Marokko zu entsenden.

(Tic französi'che Sache siebt in Marokko zweifellos er» heblich schlechter, als eS die französischen Meldungen zugeben, aber daß cs der französischen Regierung möglich sei. in dem genannten llmsang Truppcn'endungcn nach Marokko vorzu- »chmen, ist unwahrscheinlich. T. Red.)

Amerikas Neutralität.

Ter Franks. Ztg. wird aus Ncwnork geschrieben: Aus der Lbersläckx betracht«, tömne cs scheinen, als ob man in «iiiluß- reichen K.eisen daran dächte, mit de» Alliierten gemeinsame Lache a machen So sttrcibt Herr Tber-dove Rosseveti in der Rew Aork Times: »Es wird niemals einen ärgeren Bruch der inteiiiatio- nalcn Moralität geben, als Deutschlands Eii'.-all in Belgien." Aut Srmck» der H» 7 ,^r Konvention von 1007 verlangt Herr Roolevcli, daßirgend etwas" durck, die Bereinigten Twaten geschehe. Er sagt allerdings nicht, was. und man könnte ans seinem Ariitel so­gar heranslrien. daß er nur an einen Protest denkt. Eine ganze Reihe von bckairrucii Männern bat ober airch, mehr oder weniger verblümt erklär,, daß. falls di« Alliierten verlieren. Amerika schon in senin» eigen«!! Filteren« ans seiner Reserve heraustretrn und mit de» Wa-icn eingr:is<n miisic Ticse Ansicht Ix» u. a. ;» den letzten Tagen der friKiCTt Botschafter in Paris. Herr Bacon ge­äußert Auch der frühere Präsident der Haroard-Univcr,uär, ElxirleS W. Elliot. will ;a den Wancn greisen, wie auch Lawrence Godkin. der frühere Redattcur der Evennig Post, der Prosesior Hiwe von drr Eolumbia-Univrrsitär und eine ganze Re he »nbrrcr >ablizrsten und Politiker. Eine besondere Gefahr, daß die Ber- 'etnisten Staat«! sich cnnmschc,^ besteht trotzdem nicht, obwohl

EiPland hier zur L>iinniuixtsin»xhe einen gewaltigen Publizitäts- Apparat uirirrkäll Fch >»>»- zwei Gründe, nwlche mich lxchimnaneii. md,-t an eine Gefahr ,;» chanden Znnoäsit die Halsting der Ameri- > >i:cr d.iiiichcn Bln'rs. die bc> cn»,» jo lxn» Zaune gebrochenem Angrifsslrieg gegen Tcutichiamü i» einer den anderen Bevölke­rn iigselcinenttii sehr unliebsatneii Weile von sich hören lassen wür­den, »nd dann auch, iveil die Amerikaner, je iveiler man nach Westen konimt, desto deirvschsrenndlich.-r oder cnglandseindlicher iverdcn. Das Emirelen Fav>in» m den Krieg lxii l>«ionders an der Pacisiekustr gcivalstg miigetwlseii.

Rew?>ort, 8. Tez. Ter Präsident der Bethlehenl Ste.'l Eompdnq, Eharles Sckiwab, ist am Samstag nach Europa ab­gereist, um große Austrägc mit den kriegsührendcn Staaten wegen der Liesernng von Kriegsmaterial abzuschiiehen.

'Ans der Negerrepublik Liberia.

Daß der europänckx Krieg auch für di« Bciovhiicr der ost ge- nannlen Rcgerrepublik Liberia gerade,,>i eine Katastrophe bedeutet, geht aus »eueren slachrichie» von dort hervor. Dies« Republik ist vollsländig ans die Zuiühniug von Rahriuigdmitteln ans Europa oder Amerika angewiesen, rwn der 2trvt»»dung mit diesen L-uidern aber so gut wie abgeschnittcn miolg« des Krieges. Auch di« bis­herig« reiche Aussrihr an Karste, Palinöt lind dergleichen hat auf­gehört. Ta neben den etwa 2 Million«! Etinvohnern auch inahvrre Hniidert euvopailchc »nd amerikaiinchc Bürger dvN tätig find, lxibcn die iilertreier von religiösen Bereiirigimgen bet der ameri- kanisckxn Regievnng nm di« Entsestdu-ng von Schill«, mit Rah- rungsmittelu nack, Liberia ersucht E» heißt, k»as, die im allge meinen nur stir drei Monate veichcudcn Lci>ensmlU«I in dies«» Stoate so gut wir erschöpft seien und daß eint Hunger»,wt uitSMi- brechen droht, wen» nicht bald neue Zufuhr crsolge.

Kriegswolilfahrtspflcäc.

Von den am 2. Dezember bewilligten 5 Milliarden sollen bekanntlich 200 Millionen Mark für soziale Kriegsmaß- nahnien Verwendung finden. Die Beschlüsse des BundesratS liegen noch nicht vor, die Kreuzzeitung kann aber über die Verwendung dieser Mittel folgende Angaben macken:Ans den zur Verfügung stehenden Mitteln sollen u. a. Gemeinden oder Gcmeindeverbände für ihre Aufwendungen aus dem Gebiete der Kricgswohlsahrtspslegc, insbesondere der Er- wcrbsloscnsürsorge und der die gesetzlick-cn Mindestsätze über­steigende» Faniilicnunterstützung für eingczogcne Mann­schaften Beihilfen erhalten. Für die Familicnunterstlltzungen dürste die Regelung dahin gehen, daß von den Zuschlägen über die gesetzlichen Mindestsätze hinaus ein Drittel aus Rcichskostcn übernonnnen wird. Voraussetzung dabei ist aber, daß die finanzielle Lage der kstemeinde eine solche Bei­hilfe notwendig erscheinen läßt. Tic Rückerstattung der ge- schlichen Familienunterslützungen an die (steincinden bleibt einem besonderen Gesetze Vorbehalten, das nach Friedens- schluß vorgclegt werden wird."

Proscssoraler weltpolitischcr Tilettantismus.

Tic deutschen Professoren haben seit Beginn des Krieges im neutralen und feindlichen Auslände schon erkleckliches Un­heil angerichtet. Znm Teil können ihre gute Absichten nicht^ bestritten werden. Co glaubten sic sicher, Tcutjchland viel zu nützen, wenn sic versuchten, doS neutrale Ausland gegenüber den englischen LUgennachrichtcn a » s z u k l ä r e n. Aber was da an Ucbertreibungen geleistet worden ist, das hat nicht nur die guten Absichten völlig verdorben, eshatviclmehrge- ' ch a d c t, als eS je hätte nützen können. Noch schlimmer ist cs und hier kann man den Herren Professoren nicht einmal zugcstchcn. daß sie von guten Absichten geleitet wären wenn sie dem Auslande gegenüber ihre eigenen politischen Pläne entwickeln. Mit vollciu Reckt sind von' der schwedi­schen Presse die Auffassungen des Professors Ostwald, die er vor einem schwedlickien Journalisten zum Ausdruck brachte, scharf zurückgewicscn worden. Und an die Tollheit deZ H ä ck e l s ch e n Weltvertcilungsplans, der natürlich in der französischen und englischen Presse sehr ernsthaft gegen Deutschland ansgespiclt wird, braucksi man nur zu erinnern.

Tas Berliner Tageblatt zitiert jetzt Briefe des Berliner Philosophieprofessors Adolf Lasson, die in dieselbe Kate­gorie der proscssoralcn Ueberhebung gehören. Lasson hat dir Briefe an einen holländischen Gelehrten geschrieben und ihn ermächtigt, beliebigen Gebrauch davon zu machen. Tie Briefe sind dann in der holländischen Zeitschrift Tc Amstcc- danlmcr veröffentlicht worden. Darin befinden sich folgende Stellen:

Sei« 2>!onaten habe ich keinem Ausländer geschrieben. Aus­länder heißt Feind, äuin probetnr contrnrinm. Man kann zum deutschen Staat und Bolk sich »icht neutral verhalten. Ent­weder man hält es für das vollendetste Gebilde, das die Geschichte bisher er,engl Hai, oder man billigt seine Zcr- t r ii m ni c r u n g . ja seine Ausrottung. Wir sind s i t t - l i ch und intellektuell überlegen, ohne allen B er gl eich, ebenso unsercLrganisarioncn, unscrerFnstitutioiien.