Cr teilt mit, die Rede sei mitten im heftigsten Artillerie, seuer gehalten und jeden Moment durch das Platzen eines Schrapnells über den Köpfen der Versammelten unterbrochen worden!
Wer eine Rede unter freiem Himmel hält, muh sein Publikum nahe vor sich und so dicht gedrängt als möglich haben, denn die menschliche Stimme verhallt leicht im Raume. Nun stelle man sich vor, welche Verheerungen ein Schrapnell- feuer in einer eng zusammengeballtcn Blasse von einigen Tausend Personen anrichten muh, die einem Redner lauscht. Ein Offizier, der eine solche Zusammcndrängung im Bereich heftigen Artillerieseucrs anordnete oder auch nur duldete, gehörte vor ein Kriegsgericht. Statt dessen begnügen sich die Offiziere in dem Bericht damit, Vandcrvelde von Zeit zu Zeit, wenn ein Geschoß kommt, zuzurufen: „Bücken Sie sich. Herr Minister".
Tas ist so sinnlos, dah wir alle Ursache haben, anzunehmen, der ganze Bericht sei die Erfindung eines phantasie- begabten Berichterstatters, der Vandcrveldcs Mut bekunden wollte, nicht minder aber den eigenen. Tenn cs gehört offenbar nicht wenig Kaltblütigkeit dazu, mitten zwischen dem Tod und Verderben speienden Artilleriefeuer der Deutschen eine Rede zu stenographieren!
Tie Geschichte wird nicht glaubwürdiger dadurch, dah sie in dem bekannten Sensations- und Lllgenblattc Matin steht.
Die Parteipresso aber ist dringend zu bitten, Mitteilungen über Parteigenossen im Kriege noch kritischer gegcnübcrzustehen, als es schon im Frieden nötig ist.
.Keine weiteren Eitifnftrerleickiternngett.
Halbamtlich wird mitgeteilt, das, der Rclchsverwaltung täalich kn grober Anzahl Anträee zugehen. die eine Erweiterung des Verzeichnisses der durch Weich vom 4 August zollfrei gewordenen Waren begehren. Alle diese Anträge seien aber aus folgenden Gründe» abgelchnt worden und wurden auch in Zukunst abgclehnt werden: Einerseits bestand im allgemeinen keine Gewißheit, datz die Besreiung weiterer Waren vom Zolle der Gesamtheit der Verbraucher zugute gekommen wäre. Vielmehr lag die Gefahr nahe, daß die Maßnahme nur z» einer ungerechtfertigten Bereicherung einzelner Einbringer geführt hätte, indem sie den Zoll ersparten, ohne später den Verkaufspreis entsprechend niedriger zu beniesscn. Aus der anderen Leite mutzte angesichts der derzeitigen Lage damit gerechnet werden, datz die Zollbefreiung für weitere» Warcn- gruppcn die Erstreckung der in anderen Ltaaten bereits in grotzcm Umfange erlassenen Ausfuhrverbote auf diese Waren zur Folge gehabt haben würden. Ungangbar mutzte auch der Weg erscheinen, den geäußerten Wünschen etwa in einzelnen Fällen durch ausnahmsweise Zollsreilassung in dem Verzeichnisse nicht genannter Waren aus Billigkcitsgründcn entgegenzukommcn. Tenn dabei wäre eine ungleichartige Behandlung gleichartiger Fälle und zahlreiche Berufungen unvermeidlich gewesen: abgesehen hiervon aber hätte gerade dieses Vorgehen dazu führen können, ohne Nutze» für die Allgemeinheit einige» wenigen aus Kosten der Rcichskatzc erheb lichc Vorteile zuzuwenden.
Rühmende Worte über die deutsche Lozialreform
sprach der Präsident des Rcichsvcrsicherungsamtes, Tr. Kaufmann, in einer „Deutschen Rede", die er Freitag abend in Berlin hielt. Er schrieb der deutschen Arbeiterfürsorgc einen wesentlichen Anteil an der körperlichen nnd geistigen Kriegsstärke des deutschen Volkes zu und bemerkte u. a., dah nunmehr das Schlagwort von der „Versicherungsscuche" ebenso verstummen müsse, wie die früheren Argumente gegen So- zialversichernng sich als haltlos erwiesen haben. Präsident Tr. Kaufmann teilte auch init, dah die Träger der deutschen Arbcitervcrsichcrnng bereits ll>0 Millionen Mark für soziale Kriegswohlfahrtszwcckc zur Verfügung, die Versicherungsanstalten 150 000 000 Mk. und die Berufsgenossenschaftcn 40 000 000 Mark Kriegsanleihe gezeichnet haben. TaS lang-
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 132
„Nuh!" sprach Helgestad, „hat uns Zeichen genug gegeben, wie er denkt. Wird ein Däne nimmer ein Normann. phantasiert ärger noch wie der Priester über Rechte nnd Gebote."
„Ich kann's »och immer nicht reckt glauben", sagt: Gullik kopfschüttelnd. „Ein Lappe läht sich die Hand ab- schneiden, ehe er einen Spezies aus der Tasche holt, auch wird ein Mann von guteni Blut sich nicht damit einlassen, von ihm zu nehme», möchte es auch zum ärgsten mit ihm kommen."
„Geld ist Geld", sagte der Kaufmann: „riecht dem Silber nicht an, woher es stammt. Hat aber Paul Pctcrscn reckt, muh ein Verrat dahinter stecken, wenn der Höllcnbrand die alten Töpfe aufscharrt und leer niacht. Ist unser aller Sache, dahinter zu konimcn, uns vor Verderben zu bewahren."
Nun traten die Mägde herein mit Kaffee, Geschirr und Gedecken und gleich darauf folgwn Brot und Braten; endlich Marstrand selbst, der Gläser und Flaschen brachte.
„Faßt zu, Ihr Herren", sagte er, ergötzt von dem allge- meinen Staunen. „Viel ist es nicht, was ich bieten kann, ihr seid Besseres getvöhnt. Nehmt vorlicb und gebt niir Frieden."
Hclgestad war ein zu guter Kenner des saftigen Bratens um nicht starte Gelüste danach zu empfinden. Er nahm sein Messer, scknitt ein paar ungeheure Stücke ab und sagte: „Ist eine Seltenheit. Herr Marstrand, solch zart und lieblich Fleisch. Habt über Nacht besondere Mittel gefunden. Eure Kisten und Kammern zu füllen."
„Um solche Gäste tut man, was man kann", lachte der Gaardherr.
„Denke", grinste Niels, „wird nickt sein damit wie mit den Honigkuchen der Offenbarung. Schmecken süß und lecker, kam aber das Bauchgrimmen hinterdrein."
,Hch hoffe, cs wird uns allen aufs beste bekommen, und hier habe ich eine Flasche alten Portwein, der jedwede Be- sorgnis hcruntcrsplllcn wird."
„Greif an!" schrie Helgcstad, „ist Speise und Trank, wo man cs finden mag, überall Gottesgabe. Nehme mein Glas, Herr Marstrand, trinke auf Ihr Wohl in allen guten Dingen."
Tic Unterhaltung nahm nun eine allgemeine Wendung und die reichliche Bewirtung schien eine günstige Stimumng
jährige Zusammenarbeiten von Versicherten und Unternehmern in der Selbswerwaltung der Sozialfürsorge be- zeichncte Tr. Kaufmann als eine der wertvollsten Grundlagen für die jetzige Einheit des deutschen Volkes, die wieder für immer auf die Austragung der Interessengegensätze cin- wirken müsse.
Ein Protest der Kartoffclgros;l,ändler.
In Düsseldorf tagte eine Mitgliederversammlung des Deutschen Kartoffcl-Grotzhändlerverbandes, der sich mit der Festsetzung von Handelspreisen durch die Stadtverwaltungen befaßte. Man faßte eine Entschließung, in der cs heißt, daß durch die Höchstpreise für Spcisckartoffeln die Kartoffelver- sorgnng in keiner Weise gebessert worden sei. Die Landwirte gäben zu den fc st gesetzten Höchstprci- s e n n i ch t s a b ; die Käufer sollten andererseits nicht mehr als die Produzcntcnprcise bezahlen, und dadurch sei der Kar- toffelgroßhandel völlig lahmgelegt. Daher sollten die Stadtverwaltungen erklären, auf eine amtliche Preisfestsetzung zu verzichten!
Bernrteilttttg ei«ies Verräters.
Königsberg i. Pr., 5. Tcz. (W. B. Nichtamtlich.! Degen Kriegs- und Landesverrats wurde der Waldarbeiter Adolf Klein ans Bersgirren s.Kreis Labiau) vom Kriegsgericht zu zehn Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf die gleiche Toner verurteilt. Ter Angeklagte hatte beim Einbruch der Rüsten in Lstpreußen einem russischen Offizier über das Verhalte» eines Försters in jener Gegend den russischen Truppen gegenüber eine Mitteilung gemach», die geeignet war, nicht nur das Leben dieses Försters, sondern auch der Kollegen dieses Beamten zu gefährden. Es wird sogar vermutet. datz seine Mitteilung znm Ersatz des bekannten Nennen- katnpfschen Befehls bctr. die Erschietzung der ostpreutzische» Förster mit beigetragcn hat.
Militärische Erziehung der Jugend.
Das Kriegsministerium hat einen neuen Erlaß zu der Frage der körperlichen Heranbildung der Jugend hinausge- gebcn. Diese militärische Vorbereitung der Jugend soll eine Vorschule für den Dienst im Heere und in der Marine sein Deshalb wird die Trennung nach Konfessionen. Lehranstalten oder ähnliche Rücksichten als nicht vereinbar mit der erforderlichen Kameradschaft bezeichnet. Tie Ilcbnngc» sollen auf die Nachmittags- oder Abendstunden eines bestimmten Wochentages gelegt werden und in Turnhallen stattfinden; größere Marschübungcn dagegen an jedem zweiten Sonntag ini Monat. Wahrend der bevorstehenden Weihnacktsferien werden Führcrkurse veranstaltet, wobei besonders auf die Teilnahme der Lehrer gerechnet wird.
Hochzeit im Lazarett.
Aus Bonn schreibt man der Köln. Zlg.: „Ten heutigen
reanerisch-stürmnchen Sonntag, nackunittcg benutzte ich. uin einen mir bekannten Verivmibeten zu bcfudjeii, der in einem Bonner Reserveiazarett nntergebracht ivar. „Heute haben ivir ein be- sonbevcs Fest." nannte nur di« kreusongende Pilegeschivcster zu, „das inüstcn Ci« sich mitansehen." Ich ging a» ei» kleineres Krankenzimmer heran, m dem ziveGSchivervcrwundeie lag«»». Beiden hakte eine feindliche Granate den rechten Oberschenkel abgerissen, aber glücklich und strahlend lagen Jttil: da, nachdem jetzt dos Schlimmste der schweren Wiindcrkrankung nberstandcn ivar. Ter ei», ei» braver Winzerssohn von der Mosel, feiert« seinen Namenstag, der andre — seine Hochzeit. JuÄpp irrer Pflichterfüllung batte er. ein Skugeani-Hobaist. schwerverleG^ Kameraden aus der Gesechtslime geholt, da zerschmetterte ihm ein feindliches Geschoß de» ganzen Oberschenkel
Schwcr war das Krankenlager gewesen: wie hatte sein Auge gestrahlt, als di« Braut aus d«u fern«» Thüringerlaud herbe i geeilt war und ihn auch jetzt ihrer Treue versichert«, ivv er ini Tienfte seines Vaterlandes ein Krüppel geworden war. Was ivar daz eine Sorge und ein Vorbereiien der Schwestern und Hciseriniieu gewesen, als der Hochzeitstermin festgesiellt ivar! Als dann der Pfarrer kam, ivareu der andre schwerverletzt« Kamerad mit dem abgerissenen
Oberschenkel und ein zweiter, auch schwerverwundeter Krieger hs« Trauzeugen, und tief waren alle von den zu Herzen gehenden Worten des Geistlichen crgrisfen. Am Nachmittag ivar die .Hock», zciisfeier. Tas Zimmerchen bluniengeschvnickt. die Betten der bcib:>, Krieger bekränzt. Tie Schwestern nnd Pflegerinnen, die ander,, Verwundeten und besuchenden Angehörige» umstanden di« Bem» der beiden. Ta tritt der Militärarzt herein und bcgliickwüiischl i„< Ra,»«» der Station di« beiden, widmet ihn«» warm« Worte dcr Anerkennung für ihre Tapferkeit vor dcm Feind und — in, Operationsfa-rl Dann folgt die Ueberrcichung dcr Gcfch:>ike
Acrzle, Schwestern, Pflageviniien, die verwundeten Offizier« und vor allem di« braven Kameraden hatten geivettciscrt, um auch ihrerseits zu zeigen, datz jeder gern sei» Teil dazu beitragen wollte, Freude zu bereiten und Tank zu zeigen den Tapfer«, di« für ihr 'Vaterland geblutet. Strahlend woreu dl« Augen des juitec» Paares, als der Geschenktisch hereingebracht wurde, und ein prachtvolles Kaff«irrvice, ein Kaiserbild, ein Besteck Messer und Lössel, Kaffeedecke nsw. ihnen überreicht wurde. Besondere Freude bereitetes mir, als mir der Arzt erzählte, wie gerade von den verwundeten Kameraden, die zum Teil sicherlich nicht mit Glück-egütcr» gesegnet waren, ein jeder lwaf) Kräften sein Scherstein beigesteuert hatte, um dem jungen Ehepaar ein« Freude zu bereiten. Mir wird der Sonnenschein des Glückes an diesem stürmischen Noveinbersoiintag unvergeßlich bleiben, den ich da aus treuen, dankbaren Augen strahlen sich."
Englische Nervosität.
Die tteberschwemmunq geht zurück.
Tie Stimmung in London wird täglich nervöser. Den Grund zu dieser wachsenden Bcnunruhigung bildet vor allein eine Nachricht, die die englischen Kriegskorrespondentcn ihren Blättern gedrahtet haben und die die abwartendc Haltung der deutschen Heeresleitung erklären soll. Ter ncn- Schrcckrnf lautet: Tie U e b e r s chw e m m u n g in Nord- flandcrn geht zurück! Nach den Berichten dcr Korrespondenten erscheine cs, als ob den deutschen Pionieren in aller Stille eine enorme Tat geglückt sei, nänilich die wenigstens tcillveise W i c d e r h e r st e l l u n g der durch- st o ch c n c n T ä m ni e. Mit dem größten Erstaunen haben die in dcr vordersten Front liegenden englischen Truppen fcststcllen müssen, daß das Sumpsland, das sich schützend zwischen sic nnd die Deutschen gelegt hatte, täglich an Aus dehnnng abnimmt. Stellenweise ist es sogar bereits möglich den Morast trockenen FußeS zu durchschreiten. Tie englischer Fachleute sind sich dcr großen Gefahr wohl bewußt, die hier» liegt. Falls die seit einiger Zeit cingetretene trockene Kältc anhält, so kann nicht daran gezweifelt werden, daß in wenige, Tag» große Teile des heutigen Ueberschwemmungsgcbiet: von dcr Infanterie ohne bedeutende Schwierigkeiten werde, durchquert werden können. In den Erörterungen der Presst wird offen zugegeben, daß ohne die wertvolle Hilfe de; Sumpflandes die Stellungen der Verbündeten ä u ß c r s gefährdet seien.
Neue Feinde des Dreiverbandes.
Äonstantinoprl, 7. Dez. Tic im Gebiet zwischen Batuu und Suchum im Schwarzen Meer lebenden Tscher kesse, und die Georgier beginnen sich g e g e n d i e R n s I e n z» erheben. Auch aus dcr Ukraine liege» hier Nachrichtcc vor, denen zufolge alle Vorbercitnngen der Ukrainer gegc, Rußland getroffen sein sollen.
In Mesopotamien sind Versuche der längs des Tigri vorrückenden Engländer, die dort lebenden Ärabcrstäini» durch Bestechungen und Drohungen znm Anschluß an das eng lische Expeditionskorps zu bewegen, vollkommen ge scheitert.
Rumänische Mobilisier»nra
W i e n, 7. Dez. Tic rumänische Regierung hat sich veran laßt gesehen, die im Auslände weilenden Rumänen, die i einem Militärvcrhältnis stehen, ecnzuberufen.
auf die Gäste zu bewirken. Helgcstad versicherte, daß es ihm Freude machen werde, wenn cs dcm unternehmenden Ansiedler gelingen sollte, sein Werk auszuführen und daß, wenn er selbst Lust nnd Meinung dafür verloren habe, damit noch nicht gesagt sei, daß er an keinen Erfolg glaube. Er versuchte eine Entschuldigung seines Verfahrens damit, daß jedermann nach seinem Etgcntume sehen und, wo er dies für gefährdet halte, zugreifen müsse, um.es zu retten. Wißt aber," fügte er dann hinzu, „daß ich vom ersten Tage an, wo Ihr dies Land betratet. Euch gern zu Diensten war, nnd hoffe es zu erleben, daß Ihr gerechtes Urteil füllen werdet."
Mit unfruchtbarem Streit war dem Gaardherrn nicht gedient, er antwortete daher in versöhnlicher Weise, und wie ein Wort das andere gab, kam zuletzt eine Art Friedcns- schluß heraus, bei dem sich jeder die Artikel beliebig auslegte.
„Ich glaube, Herr Helgcstad", sagte Johann, „datz ick niemals vergessen werde, was ich an aufrichtiger Dankbarkeit Ihnen schuldig bin. Sie haben einige Ursache geiMch mir mir unzufrieden zu sein, denn dcr Gaard ist vernaW»M^t. Es hat mir an Kräften nnd Augen gefehlt, um al^^ln können. Nun aber denke ich mit Gottes Hilfe bal^^^'t meinem Holzgcschäst in Ordnung zn sein, und dann soll, clie der Winter kommt, Haus und Hof in guten Stand gesetzt werden. Meine Besitzung ist groß und hat viele ^Hilfsquellen und meine Mittel reichen aus. diese ergiebig zu nmche'n."/ „Habt einen vermögenden Teilnehmer gefunden", fiel Hclgestad ein. „Denke ja. Jst's nicht jo?" , >
„Möglich, daß Sie recht haben", lachte Marstrand. „Nuh!" rief der Kaufmann, indem er sich zu dem Schreiber wandte, „ist vielleicht ein Geschäft für Euch zu machen, Paul Petersen, mit einem tvackeren Kontrakt?"
„Verschwiegen kan» es nicht bleiben, niit wem Herr Marstrand in Verbindung getreten ist," sagte Paul, „und Aufsehen genug wird cs geben, wenn man im Lande hört was hier vorgegangcn ist. Es wäre daher gewiß Ihr eigener Vorteil, wenn Sie uns eine Mitteilung darüber machen Ivollten, oder ist cs ein Geheimnis, Herr Marstrand, das nicht aufgcdcckt werden darf?"
„Tie Notwendigkeit sehe ich nicht ein", antwortet: dieser, „aber eben so wenig einen Grund, um mitteilend gegen Sie zu sein. Ter Mann, dcr sich in großer Not meiner annahm und mich vor der Schmach rettete, aus meinem Haus geworfen zu werden, wünscht wenigstens für jetzt un- bekannt zu bleiben."
„Es ist doch ein guter Christ?" fragte der Schreiber.
„Ein besserer wie viele, die den Namen tragen, dcr ihne ihren Handlungen nach am wenigsten zukommt," sagte Sülm strcmd, indem er aufstand, denn er fühlte, daß sein Blut hei in seinen Kopf stieg, und draußen vor der Tür erhob sic ein Lärm, nach denc er ausschauen wollte.
Alle folgten ihm nach, denn die Stimme Egedes, de Ouäncrs, ließ sich hören, und jetzt sahen sic den ungcschlacl tcn Burschen, dcr mit seinem kurzbeinigen Hunde am Han umhersuchte und den Kerichtsdicncrn und Arbeitern untc heftigen Flüchen und Verwünschungen etwas erzählte.
Tas erste, was Marstrand vernahm, war Mortunc Name.
„Seht hier," schrie Egcde, „hier hat er gestanden. Se meinen Hund an, wie er der Spur nachläuft, Schritt f> Schritt, und dabei die Zähne zeigt. Mortuno war hier, wahr ich meines Vaters Sohn bin! Ta ist sein ganzer K inagcr in dein weichen Boden zu sehe». Das ist ei» Lappe fuß, und ich kennaden Schuft an seinen dicken Knöcheln."
„Sucksc ihnl^^ang' ihn!" schrien ein paar lachen Stimmen;
„Wenn ich ihn hätte, den Mörder!" antwortete Egel sdic Fäuste ballend, „er sollte nie mehr um eines Mann Haus schleichen. Aber dort ist er hinauf, dort an der Wan wo mein Hund steht und bellt, der Teufel selbst wird il jetzt nicht mehr fangen."
* „Nuh!" sagte Hclgestad, „was soll der Lärm, Eged Sind Lappen hier gewesen?"
„Ja, Herr," rief der Quäner. „Drei Rcnnticrc stand dort an den Büschen, fraßen die Blätter ab, und rund umli ist das Gras niedergetreten."
„Wie lange kann es her sein?" fragte Paul.
„Keine acht Stunden," antwortete Egede, ,.&cnn ^ Gras hat sich nicht erholt, nnd die Spuren sind frisch-" ,
„Waren die Tiere leer oder bepackt?" fuhr dcr Schreib fort. . .. fl
„Bepackt und schwer," rief Egede, „sie könnten die F" sonst nicht so tief eindrllckcn: aber dcr Herr, der sie f“® 1 und der hier über den weichen Grund fünf-, sechsmal a Haus nnd zurück gelaufen ist, war kein anderer, wie der " dämmte Schelm Mortuno."
„Pfui, Egcde. pfui!" lachte Paul, „du wirst dem H" Marstrand doch nicht zutrauen, daß er nächtlichen -ttc von Lappen annimmt.? Möchten sic ihm bringen, was wollten, und wären es fette Renntierschinke» oder (
voll Silber."
(Fortsetzung


