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Drgan für die Fntcrefseu des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebicte.
snt Cbcrticffttit« «•lHieltum trldjnm lefcen Werlrag HbenD ln «tefeen. Der HbonntmenHstttS beträgt wöchentlich 15 Pkg, «onallich v vtg. emlchl, Brrngertabn. Drirch die Bolt bezogen vierieliadrl.ItDMt
«tedakil,n und tkrbcbttton Siehe». Badi,d«ti,e«he 23. Ecke L»wei>aasie »elend,» 2008.
Inleeare lohen die kin.il aelvalt Kolonelzcil« oder deren Raum tb<t» Bei größeren Aniträgen Ral alt Anzeigen wolle mun di» abend« 7 >br für die iolgende Summet m der Ervedition aulgeben
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Nr. 285
Gicßcn, Siciitnn, feil 8. Trzcmltcr 1914
9. ^lNirgang
Tcr Marrismus und dcr Krieg.
Pan 8 o ii r a d H a e n i s ch.
Für den Marxismus gibt es nur zwei uiiverrüitbare Pole: einmal das proletarische Mlaffcnintcrcffc n.id zweitens das Interesse der sozialistischen R eu o r b n u n -z der tu e Ie l l sch a s t. Beides Hängt naliirlich ans» engste mit- clnander zusammen. Darüber Hinaus aber gibi es für den tliarrismii» keine ewigen, unwandelbaren, über Zeit und Raum .rhabeiien .Prinzipien" des palilischen Handelns. Wer anders teiikl. der denkt nicht marxistisch, sondern n t o p i st i s ch, ler orientiert seine Politik nicht Iiislorisch-materialistisch (wie man >or zehn Zähren in unfern Reihe» gern sagtel, sondern ethisch ifthelisch, der ist lein Marxist, sonder» ein Zdcolvge!
Es gilt also einsuch, sich in aller Nüchternheit darüber llar zu verden, welche Haltung erstens das proletarisaie Klasseniiiteresse md zweitens das Zniercste des Sozialismus uns deutschen Lozial- lemvkrateii in der gegebenen Situalivii zur Pflicht machen. Die rrage steht einfach so: Nachdem all unsere Iieifie» Mühen, den »rieben ansrecht zu erhalten, vergeblich gewesen waren, nachdem ich heransgestellt hatte, dast auch alle an den Kriegsausbruch selbst lekiiitpsien Erwartungen hinsällig waren: iva» gebot da das
1 'rolelarische. was gebot d a das sozialistische Znkeresse den deutschen Irbeiter» t
Hin es mit einem Worte zu sagen: es gebot ihnen, alles aus J'ie Sache des Sieges der deutschen Waffen zu setzen!
Skizzieren wir in aller Knappheit die wesentlichsten Gründe Ur diese Aiissassmig!
Ersten«: Alle unsere grosten Borlampser, Lassalle ebenso gie Mair und Engels, Liebknecht nicht iveniger als Bebel, waren «avon überzeugt, dast die nationale >1 n a b h ä u g i g k e i t lues Staates die nnerlästliche Vorbedingung seiner demolralischen imwicklnug sei. Dutzende von Belege» aus ihren Rede», Schriste» md Briese» lasse» sich dafür beibringe»! Bor allem habe» sie von «he> in einer Hegemonie Rustlands über Deutschland nicht nur P n e , sonder» schlechtweg d i e Gefahr, die tödliche Gefahr M die demolratische Eniwitklung unseres Landes gesehen. Wen» »n also heute die ldurch de» Hinzutritl Englands selbstverständ- ('<*) keineswegs verringerte, vielmehr erst enorm g e * letflerte!) russische Gefahr als mehr oder minder belang- o« hinstellt, wen» man von der natioiialeii Unabhängigkeit alS i»n einer wohl wertvollen Sache, aber doch als von einer Zache edel, an der das Proletariat nicht n n m i t t e l b a r interessiert k>, so verleugnet man geradezu alle unsere Borkämpser!
Wer aber die ungebenre Bedeutung dieser nationale» klnab- Migigkeil sllr die Demokratie als Vorbedingung de» proletarischen Uasseiikampfes erkannt hat — nun wohl, der must auch die l o n s e g i, e ii z e ii aus dieser Erkenntnis ziehen! Das heistt: er ars es nicht bei einem platonischen Bekenntnis zu der nationalen ’Inocvfcfjrtbeit Deutschlands bewenden lassen, im übrigen aber ertönen: »Der Krieg geht uns nichts an", sonder» er mnst m i t ollem Herzen bei der Sache Deutschlands sein, er must alles
I 'ui, was diese Sache fördert, und mnst alle» utiterlassen. was sie chädigen kann. Das hat in dieser Zeit der o b e r st e Grund- ,a tz für unsere Parlamentarier, für unsere Presse, für alle in der I Sozialdemokratie Tätigen zu sein.
Nichts falscher als die Annahme, eine lgewist uns allen i » sich unerwünschtes militärische Niederlage Deutschlands werde I wenigstens wohltätige Folgen für die Demokratisierung 1 1« Landes mit sich bringen! Eine Hochflut des Ehau vin i S- >us, eine alle Dämme und Deiche überflutende Revanche etze würde die unmillelbare Folge sein. Und alles soziale, alles emokratische Zntereffe würde rettungslos in ihr ersticken. Man enke an die Geschichte Frankreichs von 1870 bis in die neunziger mhre!
Noch dringender womöglich als die polilüän-n fordern die ozialen Gegeiiwartsiiiteresie» des dciiijche^Proleuaiiats den ->eg der deutsche» Nassen. Man stelle sich den Ruin der ochindnstriellen Provinze» des Westens aus We eine» Seite und berschlesiens aus der ander» Seite vor. falls es unfern Brüdern n Felde nicht gelänge, von diesen Gebieten die Schrecken einer 'tödlichen Invasion seriizuhalien! Wollen unsere liebe» Genossen von der andern Fakultät" wirklich im Ernste behaupten, es sei nicht unsere Sache", alles daran zu setzen, solche Schrecknisse lesen Provinzen zu ersparen? Es sind in erster Linie prole- arische Znteresscn, die da aus dem Spiele siehe»! Und stellen m unsere Freunde denn »ich! vor. was es für die deutschen Ar- eitcr bedeuten würde, wenn im Falle eines unglücklichen Krieges ^vste hochliidustrielle Provinzen mit unentbehrlichen Rohstosien -berjchlesien!> in West und Cit dem deutschen Wirtschastsorganis us entrissen würden? Denken sie nicht daran, was es für 's deutsche Proletariat bedeaten müstte. wenn ans seine Schultern > allem anderen noch viele Dutzende Milliarden von / ' k st « e ii t s ch ä d i g u u g gewälzt werden würden? Wenn '»i Reiche ungünstige Handelsverträge ausgezwuiigen "den könnten? Wenn Deutschlands Austenhandel und seine mniahrt so geschwächt werden würden, dast sie viele Zahrzednte rauchten, „m sich wieder zu erholen? Nein: so wenig wir diesen rieg gewollt haben, so sehr sind wir im wirtschaitlichen Znier K der deutschen Arbeiterklasse daran interessiert, dast er, nachdem einmal da ist. zu Deutschlands Gunsten entschieden ro. Die deutsche Arbeiterklasse hat schlechterdings e i n fi °' n * ' ” t c r c [ f e daran, dast der Vernichtungskrieg. den 'v,° cri der englische Kapitalismus gegen die deutsche rirfit• ri '-» unö . *. en deutschen Handel führt, elend in sich zusammen - ,, v n diesem Sinne müssen wir sagen: unsere Sache ist «j ' , 15 dort am Merkanal, in den Schützengräben vor Reims ui Polens Schlachtfeldern gerungen wird! lariL' , N'oitcr: wie die politischen und wirtschaftlichen Gegen ebip^ n -I e ^ cn dos deutschen Proletariats den Sieg Deutschlands kriich erheischen, so erheischen ihn die Zukunftsinter-
Bmlmrts im Osten!
essen de« internationalen Sozialismus. Wir handeln — allen Mistverstälidnisfen zum Trotz — in erster Linie auch im Znlerejse unserer Arbeiisbriider in alle» Ländern, wenn wir alles daransetzeii. dast das Land siegreich and dem Kriege hervorgeht, in dem ans dem europäischen Kontinent der Kapitalis. tun» am weiteste» entwickelt ist nnd in dem zugleich auch di: stärtlle» Arbeiterorganisationen sich enlsallel haben, Arbciler- organlsalionen, in denen der sozialistische f'iebantc lebendiger ist und tiefer wurzelt als in den Arbeiterorganisationen irgendeines anderen Landes. Die Zukunft des deutsche» Kapitalismus und damit die Zukunft der deutschen Arbeiterbewegung gefährden: das heistt, auch die Z 11 k u n f t des in ter nationalen 3 0 ■ ziaIi > in 11S gefährden!
Diese wenigen Andeutungen mögen sür heute genügen. Es ergibt sich ans ihnen, dast wir gerade aus in a r r i ft i (di e n G e ü a i> > e >1 g ä 11 g e » heraus, mit derselben H i 11 gäbe, mit der wir früher für den Frieden kämpften, heute für den deutschen Sieg t ä m p s e n müssen. Da« verlangt das Znlcressc der deutschen Arbeiter, das verlangt das Znier- esse des i n t e r n a t i 0 n a I e 11 S 0 z t a l i s in >, S!
Ter deutsche. Trumpf.
London, 5. Dez. (W 11. Mchtzuntlich l Der Flolienkorreipon dint der ?.iloriiing Post bespricht einen itn Eortchill Magazin: rer- össentlichte» Artikel des Grostoüinirais Senmotir, in dem es heistt: Solange die deutsch>e Flotte eristiert, bildet sie den Trumps sür Deutschland, wenn die F r i e d e n s r>e r h a 11 d I u n g e 11 aus der Tagesordiiniig stehen — Ter Korrespondent der Morning Post bemerkt: Dast Deutschland eine solche Blasse sür die Verlzand- Inngeii besitzen sollte, ist in höchstem Maste u 11 e r w ü 11 s ch t. Alle Mittel iniihrcti gegen diese Möglichkeit angewandt werden Aber linker den obwaltendem ilmständeii ist es klar, dast die Wahl bei Denk ich! and liegt. Die britische Flotte kann dch deutsche Flotte nicht zwingen, herauszukoiiniieri, aber sie kann ne zwinge», drinnen -,n bleibe», wenn ein solcher Kurs erwünscht eiichieue. Eiilftiveilei: kann die Strategie aus keiner Seile ein cni'cheidendes Eieign,s herbteführcn. Die gegeuwäNige Loge kann nnbesr,uunle Zei 1 sori dauerii. bis neue Methode» citzteckl und in die Praxis um,ieievt » erde» Gegenwärtig vcichaltcn sich beide Seren desenstv. Es sind vux"treffliefjc Gründe, weshalb die britische Flaue desenstv bleibt: aber daraus folgt nickst, dast die Desensive richtig war. Zn der Bergangerheil war sie niemals richtig.
TUfliiis im ruisticken Lrekadettcitkiirpö.
Petersburg. !i. De: lEtr. Frist > Zm Leekabetteiikorps wütet
der Titphns. Die Hülste der vor der Beförderung Stehenden ist krank oder gestorben.
Lcrbicn in Nöten.
L^ailand, 6 .Toz. (r5tr. Frtjt.) Ein Korrespondent des Corriere della Lerer hot von einer hoäsgestellten dentselwn Persönlichkeit gehört, deiß der Feldzug Bnsgariens sicher sei und uniiiittelbeir bevorstehe. Die Stiliimung in 2 erb i en sei noch imenchiitterk, wie eins der neuen Lffen- sive hervorgehe. Ans bester Onelle will der liorrespondent erfahren haben, dah Serbien sich an Griechenland um militärische Hilse gewandt habe, unter Hinweis auf die Ge- fahr des Vormarsches der Lesterreicher aus Salonik. Athen habe aber verschleppend geantwortet und durste kaum dein Ansuchen entspreckien. Man glavbl, das; der serbisch-griechische Vertrag einen Angriff Bulgarirns oder der Türkei, aber nicht Leslxrreichs betrisst. Griechenland würde nach dieser Information trotz aller sraiizösiiäi-englisclicn Beniühiingen nur daa>E>iigreisen, wenn die Bulgarien in Mazedonien ein- mUcjägT
Tie .Hartung Vnkgariens.
rH^^Uinpto», sür daS Bestehen eines Einvernrhinens zwilchen Bulgarien und der Türle, wird weiier gemeldet, dast sür die Türkei bestimmtes Material eiligst im bulgariichen Halen Dcdeagotsch aus- geladen und nach Konstantinopel weitergtschicki wird. Frankreich und England seien tariiber sehr bekümmert und suchten durch ihre Schisse diese Kriegskuiiterbaiide zu verhindern. Zn Risch sei man über^ngr. hast die Ilnkerdrechuiig der Berbinduna mit Salonik sür die Möglichkeit eines weiteren Widerstande« des serbisehen Heeres verhängnisvoll fei, ja ein eigentliches serbisches Heer solle gar nicht mehr bestehen. Die fmuprstadi solle demnächst nach Ueskiib verlegt werden. — Da weder Serbien noch Griechenland den Bulgaren Konzesstcnen machen wollen, so erichcüie der bulgarische Einmarsch in Mazedonien in »ebereiiistimmnng mit dem österreichischen Bormarich bevorzn,'leben. Selbst wenn Serbien und Grieehcnland jetzt »och eiitaegenkämeii. iväre es wohrschriniich zu spät. Z11 Athen wolle die Regierung dem dulgariichen Eingreifen leine grohe Bedeutung beilegen, aber leine Folge» seien riessg. Serbien müsse, von zwei Seiten angogristen, vollständig unterliegen Griechenland mid Rumänien töiine» nicht mehr gegen den deutschen Block ein- greisen, während dieser freie Bersügunq über die Bahnlinie Belgrad-Tosia-K onstannnopel gewinne. Manche glaubten jedoch, dast die sranzösiieh-englisehe Floilc im Aegäiseben und die russische im Scknvarzen Meer durch Demonstrasionen vor Tedeagaisch und Warna die Haltung Bulgariens beemflusseii könnten,
Tas veutfche Unterseeboot im Kanal.
Einem Moitänder Blatt wird aus Bordeaur berichtet:
„Fn einem Communiguö des französischen Marin-e- mmisters über Schisssoperalionen wird bervorgehoben, das, oieIagd ani das deutsche Unterseeboot ,,l' 2t" in Kanal erfolglos blieb. Es brachte am 23. Novem
ber den enflliieben Dampfer „Malachite" zu,» Sinken, dessen Mannsebast sich aber nach Le Havre retten konnte. Zwei Torpedoitotlillen wurden zur Persolgiing des Unterseebootes ansiieschickt, d>i.> sie am L'>. entdeckten, und das aus einen seiner Verfolger drei Torpedos schleuderte. Am 2ki, November erschien ,.l' 2l" beim Kap Antifer, nördlich von Le Havrc, wo es den englischen Dampfer „Prinio" zu -,11 Sinken brachte, dessen Mannschaft sich aus Schisserbarkeu retten konnte. Am 29. November erschien ,,l' 21" wieder in der Nähe vom Kap Antiser, schleuderte wieder ein Torpedo aus ein Torpedoboot tittb verschwand in der Richtung nach Norden."
Tie irische blefastr.
Loiidon, tz. D>: <W. B.) Nichtamtlich 1 DäU» Telegraph
meidet aus Dublin: Die Polizei lneictzle unter Milikärbegleitinig
die Dinckrrei der Zeinuig Znfh Wörter, koniiszierde die vorl»a»de- 1 eu Er: nplare und mviuierke die Druckmaschinen ob. Dx ,Zri< lung Tinnsesti stellt« vorläufig ihr Eilätz-iiien ein.
Belgische Llerdüchtigung.
Ilm die Not in Belgien z» steuern, werde» bekanntlich mit Hilfe neutraler Länder Lebensmittel aus England und Amerika nach Belgien gebracht, die dort auch unter Aussicht neutraler Kreise zur Verteilung gelange». Der belgisch,' Minister des Innern bat juin einem Vertreter der Jude- pendeinz« Belge erzählt, die deutsche Venvaltung in Brüssel erhebe eine Abgabe von 10 Franken ans jeden Sack Mehl, das zur Linderung der Not der belgischen Bevölkerung ei»- geführt werde. Demgegenüber wird von deutseher amtlicher Seite ausdrücklich erklärt, dast keinerlei Abgaben von der deutschen Regierung ans diese Ware» erhoben werden. Tie Behauptung des belgischen Ministers stellt sich daher als eine haltlose Verdächtigung heraus.
Der Biirenntiksfand.
London. N Dez 0. Nichtamtlich > Dos Reukersch,'
Bureou meldel aus Pretoria vom :i Dezember: Ein Burcnkoi» niondo linker Piemiaor und Zapie Foule wurde tu Toilskvool, sechzig elVcilsii nordöstlich der Prcmierinine. gesangen genamineii,
Eine Zurückiveisuiig iNufslands.
Bukarest, li. Dez. Tie rumänische Regierung lehnte das Verlangen des russischen Gesandten wegen Z n r ü ck h a l t n ii g von 1 4 Waggons mit Maschinen t e i l e 11 sür die T ü r k e i ab, iveil es sich um Material für die Bagdad bahn handele, das nicht als Kriegstonter- bande betrachtet werde.
Fia»',ösischc Lpionagt.
Berlin, tz. Dez. (W. B. dlichtamtlich > Um ihre Spionage zu erleichieru, verjuckxn es jetzt di« Franzosen mit einem neu«» Kiiisf. Ans vorliegenden Schriststttcken ,ielst hervor, dah denksche Gesongeiw dnrck, die Franzosen verankoht wurden, sich ihre Militär- pppiere nochschicke,1 zu lassen. Der Grund ist durchsichtig gcirug Tieles wertvolle ?luswelsmaterial kommt ggriücht in di« Hand des rechtiiiäsiigeii Eigentümers, iciider» wird Spionen ansgelieiert. di« damit ausgerüstek, tlnem lichtsehene» Gewerbe frier im De Nische» Reiche nachgehen können. Eine Abwendung des Schodens ist mir dadurch möglich, dass überall in D-euilchland firof-c Borücht gebraucht und solcher Aussordeinng zur Uebersendung von Miii-tär- papteren unter keinen Umstäude^Folge aegelx» wird. Auch gebietet eo die Pslietst, sofort den BBiörden Mcldimg zu erslakten, wenn von irgendeiner Seite verbällsiige Ansuchen dieser Art an einzelne Persönliehteiteii ergehen.
Ucber Bundcrveides ^eldprcdigten
schreibt Genosse Kantsky dem Vorwärts:
Berichte über Reden Vanderveldes an belgische Soldaten haben in letzter Zeit mehrmals die Parteipresse beschäftigt, und Veranlassung zu scharseu Kritiken gegeben. Der Vorwärts hat sich schon zweimal mit ihnen beschäftigt, zun: zweitenmal am 3. Dezember im Arrschlusi an einen Artikel der Wiener Arbeiterzeitung,
Danach soll Vondervelde gesagt haben: „Aus Indien. Südafrika, Kanada, aus allen Ländern kommen die freien Männer, Euch Herz und Brust anzubieten".
Ter linsiun, die Inder als freie Männer hinzustellen, die sich zur Verteidigung der Freiheit Europas anbieten, wird natürlich mit blutigem Hohn zurückgewiesen. Aber man sollte meinen, gerade, weil der Unsinn so offenbar zutage liegt, gäbe er vor allem Veranlassung, zu fragen, ob denn ein so rluger Mann, wie Vondervelde, ihn auch wirklich aus- gesprochen hat.
Wir boben hier keine outhentiiehe Aeutzernng vor uns. sondern den flüchtigen Bericht eines Reporters über ein? Versammlungsrede. Wer wird je einen derartigen Bericht sür ein Tokunient halten, das ausreicht, den Redner zu ver- urteilen! Unsere Bedenken wachsen, je genauer wir den Bericht betrachten.


