Ausgabe 
7.12.1914
 
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teer. Er ist österreichisch-ungarischer Konsul, aber deutscher Staatsbürger. Es scheint doch die Möglichkeit zu bestehen, dag auch Brandt nur in coutniuuciuin verurteilt worden ist. UcbrigcnS meldet ein Berliner Mittagsblatt, daß in Casablanca noch zwei weitere Tcutsche, der Großkaufmann Ficke und der Landwirt Krake, zum Tode verurteilt wor­den sind.

Lichtstrahlen in dunkler Zeit.

Urteile «der die deutsche Arbeiterpresse.

A»S Magdeburg erhält unser dortiges Bruderblatt, die Volks­stimme, diesen Brief:

Darf ich Sie wohl bitte», inliegende Notiz in die Volks- stimine aufziinehmen? sin dieser Zeit der Ungerechtigkeit und der Gehässigkeit gegen andere Völker, mitten in der Welt von Ueber- treibnngen, welche die Zeitungen bringen lum nichts Schlimmeres zu sagens, tut cs einem wohl, auch einmal etwas Schönes und Versöhnliches zu hören, Wenn ich Tie recht beurteile, so ist das auch in Ihrem Sinn. Ich meine, cs ist Pflicht eines jeden gerecht und gut empfindenden Menschen, soweit es in seiner Macht steht, vorläufig wenigstens ans eine innere Versöhn­ung hinzuarbeiten,"

Gern folgen wir dem ausgesprochenen Wunsch und bringen die böigelegten Zeilen als Dokument menschlicher Gesinnung auch im Feindesland hier zum Abdruck:

Die Eltern eines Anfang August in Frankreich auf einem kühne» Patrouillcnritt gefallenen, aus Magdeburg gebürtigen Offiziers hatten den Wunsch, das Grab ihres Sohnes später wie­derzuerkennen und wandten sjch an den Pfarrer des Ortes

I........mit der Bitte um Aufstellung eines Holzkreuzes mit

Inschrift,

Die Antwort des französischen Pfarrers, die vor kurzem ein- tras, lautet folgendermaßen:

I........ den 80. Oktober 1814.

Sehr geehrter Herr!

Ich verstehe den tiefen Schmerz, den Sie über den Tod Ihres geliebten Sohnes empfinden, und ich nehme innig teil an Ihrer Trauer, in der Hoffnung, dadurch Ihrem Leid und dem Ihrer Frau Gemahlin etwas von seiner Bitterkeit zu nehmen. Es ist ganz richtig: Ihr Sohn siel am ..ten August um 11 Uhr vor­mittags, während zwei seiner Kameraden von unfern Soldaten gefangen genommen wurden. ,. ten August wurde er aus unserm Friedhof unter militärischen Ehrenbezeugungen beerdigt. Mehrere höhere Offiziere und sogar höchste Offiziere von den 1. Dragonern gaben ihm das lebte Geleit,

Da mau ein Gebetbuch bei ihm gesunden hatte, nahm ich an, daß er katholisch war. Ich habe seine sterbliche Hülle zum Fried­hof begleitet und die Gebete der Kirche über seinen. Grabe ge­sprochen.

Ich werbe gern Ihren Wunsch erfüllen und ein Holzkreuz mit der angegebenen Jnschrist auf das Grab setzen lasten. Wenn der unglückselige Krieg, den wir alle beklagen, und unter dem wir alle leiden, beendet ist, wird es Ihnen dann leicht sein, Ihren Sohn in sei» Vaterland zurückzuholcn, um so mehr, als er in einem Sarge beerdigt worden ist.

Empfangen Sie, sehr geehrter Herr, mit dem nochmalige» Ausdruck meiner herzliche» Teilnahme die Versicherung meiner Hochachtung,

PS. Aus Ihre Anfrage füge ich hinzu, daß Sie uns nichts schuldig sind, weder für den Sarg, der von der Heeresverwaltung geliefert worden ist, noch mir für das einfache Kreuz, das ich aufftellcu lasten werde.

Soweit der schöne Brief des französischen Pfarrers, Tic geistig hochstehende deutsche Familie, die ihren Sohn verloren hat und doch wie der französische Pfarrer ihren Sinn für inter­nationale Menschlichkeit bewahrte, fügt nun aber ihrer Mitteilung ein Urteil über die H a I t u n g u n s e r c r deutschen Parteiprcsse im Kriege hinzu, das ebenfalls wert ist, fest- gehalten zu werden. Es lautet:

Ich möchte die Gelegenheit nicht unbenutzt vorlibergehen lasten, ohne Ihnen zu sage», wie lieb mir Ihre Zeitung geworden ist, und wie sic mir täglich lieber wird, Sic hat mir über manche schwere Stunde hinweggeholsen. Aber auch anderen geht es ähn­lich, Ich habe noch nie von einer Zeitung mit einer so allge­meinen, ungeteilten Achtung und Anerkennung sprechen hären, in welcher Klasse der Bevölke­rung es auch sei, Ich denke, cS wird Sic freuen, das, was Sie ohnehin gewiß schon wistcn, bestätigt zu hören, und Freude, wenn cs amb noch so wenig ist, kann man im Leben immer ge­brauchen ganz besonders aber in einer so schwe­ren, dunkeln Zeit,"

»

In der Londoner Westminster Gazette vom 17, November aber setzt sich eine Engländerin, Frau Marion Chadwick, speziell für eine Würdigung der Haltung der deutschen Sozialdemokratie ein, Tie schreibt:

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 131

Ein Messer her!" niurmelte Niels, an der Schnur zerrend.

Marstrand schnitt den Knoten durch, der Beutel tat sich auf, die hellen Silbertalcr lagen da, so blank geputzt, als kämen sie aus der Münze.

Helgestad griff nüt der Hand hinein und ließ sie wieder fallen.Ist richtig", sagte er,ist Silber, muß os glauben."

In Beutel von seinem Renntierfell", fügte Petcrsen, die Säcke betrachtend, hinzu.Die beste Lappcnarbeit, die man sehen kann. Prinzessin Gula kann nicht zierlicher nähen."

Habt's, woher Jhr's habt", sagte der Kaufmann,ist meine Sache nicht, danach zu fragen. Zählt auf und nehmt die Scheine hin."

Die Arbeit wurde getan und alles richtig befunden, Helgcstad strich Tausend nach Tausend ein, niemand sagte ein Wort mehr. Es war, als mache sich jeder seine Gedanken und diese Gedanken kamen sich in der Gewißheit entgegen, die Pe­tcrsen boshaft angcdcntet hatte,

Tie mürrischen, kalten Gesichter der Umstehenden richte­ten sich dann und wann mit verdoppeltem Mißtrauen auf den jungen Gaardherrn, und als dieser mit Zählen fertig war die Schuldscheine in Stücke riß und sich dem gutherzigen Gc- richtsvogt näherte, nahm dieser seine dargebotcne Hand nicht an, tat vielmehr, als sähe er sie nicht.

Ich will Ihnen meinen Dank für Ihren Beistand aus- drücken," sagte Marstrand,und zu aller Zeit Ihr Zeugnis anrufen, daß ich die Schuld getilgt habe."

Es ist meine Pflicht, Herr Marstrand", antwortete der Beamte,nach dem Rechte zu sehen. Die Sache ist abgetan; Niels Hclgestad hat erklärt, keine Forderung weiter an Sit zu haben, so kann ich nach Tromsö zurückkchren."

Doch nicht eher, bis Sie an meinem Tisch saßen", fiel Marstrand ein.Mein Haushalt ist freilich dürftig bestellt, künftig werde ich besser dafür sorgen müssen."

Die Männer waren hungrig und müde, die Aussicht auf

Infolge ber strengen Zensur in beiden Länder» ist dem englischen Volke die Haltung der deutschen Sozialdemokratie seit dem Kriegsausbruch nicht klar geworden. Mögen sic auch einen Fehler ('?) darin begangen haben, daß sie ihre Aufmerksamkeit zu ausschließlich ans die russische Gefahr konzentrierten und des­halb den Krieg billigten, so muß doch billigcrweise gesagt weiden, daß ihre Führer von Anfang an unermüdlich dahin gewirkt haben, de» Geist der Aggressivität und der Rache, den der Krieg int Gefolge hat, zu bekämpfen. Der Vorwärts hat durchweg unter große» Schivicrigkeitcn die von der Prcstc verbreiteten falschen Nachrichten über vom Feinde begangene Grcueltaten »ach gründlichen Nachforschungen bloßgestellt. Sozialdemokratische Führer haben Belgien besucht und Berichte von ihren Beobach­tungen geliefert, die durch die Einfachheit und Mäßi­gung ihrer Sprache einen nnauslöschlichcn Eindruck auf den Leser machen mästen. Bor einigen Wochen veröffentlichten sic einen Ausruf an die Jugend des Landes, der von so erhabener Menschlichkeit durchdrungen ist, daß er in jeder Kirche verkündet werden könnte, Sic rufen die Heranwachsende Generation aus, sich der S c I b st g l o r i f i - zieruirg und der Herabsetzung ihrer Feinde zu ent­halten, die gemeinsame Brüderschaft der jetzt gegen­einander Kämpfende» im Gedächtnis zu behalten und in Wort und Tat gerecht und ritterlich zu sein, Sic bringen Frcundschastsakte der Kombattanten gegeneinander ans Licht und bekämpfen mutig icdc Gewalttat gegen die Unschuldigen und Hilflosen, Diese Haitung haben sie trotz (?) der Zensur einge­nommen (in dieser Richtung hat uns die deutsche Zensur keinerlei Schwierigkeiten gemacht! Red,), und nach den Beobachtungen, die ich während meines zweimonatclangeu unfreiwilligen Auf­enthalts in Deutschland gesammelt habe, ist das Ergebnis, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen in großem Maße von dem leiden­schaftlichen Haste frei sind, der den Blick der mittleren und oberen Klaffen verdunkelt. Es gibt uns die beste Hoff» u n g für die Zukunft, zu wissen, daß die tatsächliche Mehrheit der Nation diesen Geist pflegt. . . ."

Eiiqli ch-amerikanische Zerwürfnisse.

Amsterdam, 4. Dez. (Ctr. Frkft.) Der Korrespondent der Morning Post meldet aus Washington: Ter Korre­

spondent der Newyork Sun schreibt anläßlich des P r o t e st e s, den die Regierung der Vereinigten Staaten bei der englischen Regierung in der K o n t e r b a n d e f r a g e eingereicht hat, daß cs stets klarer hervortrete, daß die eng­lische Regierung fest entschlossen sei, an ihrer Auf­fassung festzuhalten, selbst auf die Gefahr eines Konfliktes mit den Vereinigten Staaten hin, und daß sic ferner fest ent- schlossen sei, die absolute Kontrolle über die Meere bis zum Acußcrsten durchzuführcn, um Deutschland zu benachteiligen. Die englische Regierung habe die Absicht, auf den Protest der Vereinigten Staaten zu antworten, daß England genau die­selbe Haltung einnehme, wie die Vereinigten Staaten dies mehrmals getan hätten, als sie selbst in einen Krieg verwickelt waren. Der Gedankenaustausch zwischen den beiden Re­gierungen sei jedoch bis jetzt in freundlichstem Tone gehalten worden und weise nicht die geringste Schärfe auf. Jedoch beide Regierungen zeigen den festen Willen, ihre nationalen Rechte zu schützen.

@inc;eitstemäf;e Taufe".

Aus BrcÄau wird ber Framkf. Zdg, geschrieben: Tie Gem-eiilde- vcrtretunq von Zabrze beschloß eiussimmia die Umtaufe beS Orts­namens in Hi »den bürg. Sie erbat dclegraphifch die Zustim­mung des Feldmarschalls: Die 78 880 Seelen zählende Lrifchafi wolle unter dem neuen Namen fortan die Aufgaben einer Pflcgc- stättc deutschen Lebens in der Ostmark wci>tcr erfüllen und den Namen eines Mannes dancrnid lebendig erhalten, der i» fchiverer Zeit im ganzen Vaterland«, besonders im deutschen Osten, Ver­trauen und Zuversicht hochhi-elt.

Wir Hallen diese Taufe nicht für zeitgemäß, sondern für «inen Vandalismus gegen den uralten polnischen Namen des zu 80 Prozent heute noch polnischen Ortes Zabrze imd insofern auch für ganz unzeitgemäß, als diese Tauf« die Gefühle unserer polnischen Mitbürger und Mitkämpfer schwer verletzen müßte.

Vom Burgfriede»» in Breslau.

In der Wohnung des Gauleiters des Landarbeiterver- baudes in Schlesien, Genossen Grötzncr, erschienen am Mitt­woch drei Kriminalbeamte und nahmen eine gründliche Haus­suchung vor. Wie aus der vorgezeigten Verfügung hcrvor- gcht, soll sich Grötzner der Urkundenfälschung schuldig ge­macht haben dadurch, daß er Anträge und Beschwer-

ein Frühstück war daher nicht zu verachten. Der Lovmann schwieg und Marstrand ging hinaus, um zu sehen, was sich auftreiben ließ. War gestern schon nichts im Hause gewesen, so durfte er heute noch viel weniger etwas Eßbares erwarten, und doch wäre eS Schande gewesen, hätte er keine Einladung zum Bleiben gemacht. Er besaß jetzt viel Geld in seinem Kasten, Er hatte sechzehn Säcke gezählt, aber mit Freuden würde er einen davon für eine gefüllte Vorratskammer ge­geben haben. Sorgenvoll schob er den Riegel zurück, um die leeren Bretter zu betrachten; aber wenn er Afraja je ohne Rückhalt dankbar war, so mußte er cs jetzt sein. Da lag eine große, fette Rennticrkcule, sorgfältig gebraten und in kühles Geblätter gepackt; da lagen mehrere der kleinen, wohl­schmeckenden Hasen, die im Winter weihen Pelz bekommen, da lagen Birkhühner, ein ganzer Bund, und drei große Brote auf der anderen Seite.

Der Zauberer hatte seine wohltätige Fürsorge bis hier­her erstreckt und eilig rief Marstrand die Mägde herbei, über­lieferte ihnen die Keule und die Hasen, um sie rasch in den Ofen zu schieben und zu braten, Kaffee zu bereiten, Milch hcrbcizuschaffcn und den Tisch zu decken.

Und während er alle diese Vorbereitungen traf, Geräte suchte und geflissentlich so lange wie möglich sich von seinen Gästen entfernt hielt, deren Gesellschaft er nicht zu suchen hatte, ordneten diese ihre geheimen Untersuchungen über den scltsanicn Vorgang und suchten ihn zu erklären.

Die beiden Begleiter des Lovmanns pflegten sich vor dem Hause im Sonnenschein, die anderen drei aber blieben um den Tisch in der Stuga sitzen und hatten mancherlei zu sprechen.

Tie Kosten der Gcrichtserpcdition von Tromsö waren nicht unbedeutend; Hclgestad hatte sie zu bezahlen.

Plag darum sein," sagte er,weigere niich nicht, hätte cs aber nimmcnnehr geglaubt."

Ihr seid zu schnell gewesen," antwortete Gnllik mit einem leisen Lächeln.

Der Kaufmann warf ihm einen mürrischen Seitenblick zu.Vorschnell ist nie mein Fehler gewesen," murmelte er.

den von Kricgerfrauen wegen Familienunter'tüß. nng mit deren 9k a m c n unterschrieb. Wegen dieser Hilfstätigkeit ark ungewandten Schrcibcrinnen hat also Grötzner anscheinend ein Strafverfahren zu gewärtigen.

Er kan» selieu.

Eine uii-beschvcibliche Fveu-de iviberstlhr in Dortmund caf dem Bahnhof einem veiavu»beten Soldaten, Bei eine.» Gefetzt an der belgischen Küste hatte er einen Kopfschuß crhzllen, der die Nafcnwurz-cl durchgeschlagen und beide Augen äußerlich beschädigt halte, Mau hatte de» Verletzten vom Schlachifctd mit ein«» Ver­band um die obere Kopshälf!« bald i» die Heimat gesandt. Da er beim Verbaodivcchsel bisher imencr chloroformiert worden war, hatte er ge-glaiebt, er fei blind. Eine unbeschreiblich: Freude ci> faßt: den Verwundeten, als er beim Wechsel des Verbandes dies- mal bej klarem Bewußtsein sehen konnte. Auf Speise und Trank verzichtete er; er wollte immer nur in die u n tc r g c h e n de Herb st sonne sehe n. Sämtlich» An-wcfondcn waren derart c,. griffen, daß ihnen die Träne» in den Augen standen.

Ter Kampf im Westen.

Deutscher Angriff.

Ter Daily News wird aus Nordfrankrcich gemeldet: Mittwoch morgen vor Tagesanbruch versuchte eine bcdcu- tendc deutsche Trnvpcniiiacht, die 9>ser auf Flößen zu durch­queren. Tic Flotte von Flößen wurden von Motorbooten gezogen und man erwartete den Anbruch des Tages, um den Angriff zir beginnen. TaS Artillcricfcncr der Verbündeten wußte jedoch die Versuche zu vereiteln, die bis zum Mittag fortgesetzt wurden. Tie Deutschen besaßen eine Art Kanone von leichtem Kaliber, deren Schüsse ttzä Meilen tragen.

Von der Schlacht in Pole».

Ter Daily Chronicle schreibt: Tie Schlacht zwischen Warthe und Weichsel dauert an. Ihr Ausfall ist von entscheidender Bedeutung für den Weltkrieg. Die Deutschen sind sich darüber klar und machen ungeheuere Anstrengungen, um den Sieg zu erkämpfen. Lodz hat durch Fliegcrboinben sehr gelitten.

Nnisischc Frechheit.

Konsianiinopel, 5. Dez. Tic russische Regierung hatte von de, bulgarischen verlangt, daß sie 38 in Tcbcagatfch angckommem Kanone n vvn der Firma Schncidcr-Erenzot, sowie 280 Mo schinengewchre durch Bulgarien passieren laste. Du bulgarische Regierung Hai dies Verlangen trotz verschiedene: D r o h » n g e n seitens Rußlands unter Berufung aus seine Neu tralität abgclehnt,

Ein Schlachtschiff vermisst.

Ter Marinefachinann des Eorriere dclla Sera führt aus seit langer Zeit wisse die australische Regierung nichts inehi von ihrem SchlachtkreuzerAustrien" und cs werde be­fürchtet, daß das Schiss ans hoher See einer Explosior zum Qpfer gefallen sei. Könnte das Verschwinden nich eine andere Ursache haben?

Der Feldzug gegen Aegypten.

Konsianiinapcl, 5. Dez. Nach Meldungen türkischer Blatte soll der englische General Wingaic Pascha, der noch vor Ausbrui des Krieges seinen Urlaub in England unterbrochen hatte »n auf einem Kriegsschiff nach Aegypten zurückgckchri war, mit 500 Mann eine Expedition gegen den Sudan unternehmen. Weite, 14 808 Mann sollen ihm folgen, Tie arabische Zeitung El Raic Am berichtet, daß die Engländer die kostbaren Sammlungen di ägyptischen Museen nach Malta bringen, 18 ägyptische Nlemo seien als Parteigänger Deutschlands gehängt worden. Die i Täbris erscheinende Zeitung Raat berichtet, daß einer der größte Stammesführer der Beluischistanc, Haidar Khan, zum Emir vo Afghanistan gekommen sei und ihm erklärt habe, er sei bereit, nt 50 080 Mann die Afghanen gegen die Engländer z unterstützen. Nach einer Meldung des gleichen Blattes ar Kalkutta haben die dortigen Mohammedaner bei einer Zi fammenkunft im Haufe des Hindus Tischik, eines Führers di nationalindischcn Bewegung, beschlosien, eine Vereinigung all- von England unterdrückten Bewohner Indiens herbeiznsllhrcn,

Griechenland rührt sich.

Konsianiinopel, 5. Dez. Tanin hört, daß die gan griechische Flotte Mitte Dezember große Flotte manövcr abhalten werde, um die gemeinsame Vcrwcndui großer und kleiner Schiffe z» üben. Taswir-i-Eski

Habe mein Recht im Auge gehabt allezeit, sah hier kein H> bei dem Treiben, wollte behalten, was inein ist, weiter nichts

Und l)abt cs behalten," sagte der Lovmann. ,

Aber aus welcher Quelle ist der Segen geflossen?" fräs Paul Petcrsen.Gestern war nichts hier, keine Hund, Taler im ganzen Hause, ich weiß es gewiß, und jetzt sich in dem Kasten dort eine hübsche Zahl gefüllter Säcke. 2 hat er sic her? Wer ist der Narr, der sie ihm borgte? A mischt sich in Niels Hclgestads Angelegenheiten? Ein 9fi mann, ein Nachbar tat es nicht. Ein Mann mit praktisch Sinn würde sich hüten, einem dänischen Abenteurer so v Geld in die Hand zu stecken, um es bei seinen unsinnif Entwürfen zu vergeuden. In der Nähe ist auch niema dem man cs zntranen könnte. Ich weiß nur einen, der kann und der cs ans Hohn und Feindschaft täte; der ausheckt, >vo es zu haben ist, der aber wahrlich nichts umso gibt, es sei denn, daß er gute Dienste davon erwartet."

Gnllik nickte dazu, fragte aber doch vor sich hin, wen damit meine.

Ei!" sagte der Schreiber,Ihr wißt cs so gut wie Wer kann es anders sein als Afraja. Dieser dänische Jun und der Priester Hornemann sind schon lange in heimlich Bündnis mit dem alten Hexenmeister, der verbrannt wer, müßte zum abschreckenden Beispiel. Es ist allerlei Sch>» und Verrat dabei, glaubt es sicher. Der Priester niacht Jahren Berichte an die Regierung zugunsten der Lapr Jeden kleinen Vorfall schlägt er an die große Glocke; Säi briefe und Drohbriefe gegen Vögte, Sorenskriver und L männer kommen von Kopenhagen und Trondhjem, erst wenigen Tagen ist wieder ein Schreiben vom General M" angclangt, voll allerlei wüstem Lärm über Härte, Unrecht i Gewalt und mit Vcrnicrk, daß der alte Haudegen selbst ke men oder einen Kommissarius schicken werde, der Qrdni stiften solle."

Der Lovmann sah gleichgültig dabei ans.Der V mag reden, was er will," sagte er,aber der Priester >ff Lärmmacher, und wenn es wahr wäre, daß dieser Däne he lich Bündnis mit den Luppen hätte, uns zu verhetzen, w" inan ihn fortschaffen." (Fortsetzung f#