Ausgabe 
7.12.1914
 
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Organ für die Interessen der Provinz Oberhessen

des werktätigen Volkes und der Nachbargebiete.

Di- Cbeelieifild,« ß>lf»ieltuBi erichkinl leben Werktag Abend tn «itl.e tv Der Abonnement»»!«,» beträgt wöchentlich 15 Pig, monatlich so Pta einlchl. Bnnueiiobn. Durch die Bost bepoaen vierteljäbrl.>-80Mk

Sied-kli», und »rvedttiou Siesten, B-dnst-sstrastc 23, ttttr Telexdon 2008.

3nlemic losten di« 6 mal geipalt, Stoloneüieile ober deren Raum >5 Vst». Bei größeren Äusrrägen Ra. alt Anzeigen wolle man bl« abtnM7Vfae für die folgen»« Summ« m brr Expedition auigedr».

Nr. 284 Gicßcn, Moiitlisi, neu 7. Dczcmlicr 1!»

>4 9. Ialjrstling

ftapi! - i)ie Mnuiiji k bullten Nerbilnileteu!

Ter Marxismus und der Kriciz.

Gcnosic Koiirad Harnisch schreibt unscrcm Hamburger

Parieidlatt:

,1» gewisse» Parteikreise» gehl die Austastung um, die Haltung der lozialdcmokraistchcn Reichslagssraktio» zur Frage der Kriegs- kredite und die TicUuug. die fast die gesamte sozialdcmokraiijchc presse Teuijchlands zu den Probleme» des Welllricges cinnimml, widerspreche durchaus den alte» marxistischen 18 r u : i> ( ri 0 f n der Partei, bedeute eine Abkehr insbesondere von jener Taktik, die man gemeinhin dieradikale" Parieitaktik nannte. Tie Partei, so heißt cd, sei durch die Stürme des Welt­krieges ganz und gar in das Fahrwasser des Revisionismus hin- eiugcirieben worden. Sic habe den Boden des Klastenlampscs verlasen und habe die Ideen der Fitternalioiiale vcrraic». Tie Hau.lschuld an allem, was seit de» erste» Augnsttagkii bei uns geschebc» und nicht geschehe» ist, wird den parlamclilarijchen und jouriialistische» Führern der Partei, ihrer kharalierschwächc und mangelnden Einsicht aus» Konto gcsevl Statt den Massen den richtigen Weg zu weisen, hatten diese Führer sich selbst niilsort- reitzen lassen vom Sturm der culscsscllc» Bolkslcidenschastrn: sie hätten vergessen, das,dieser Krieg »ich! unser Krieg" ist kurz: ihre ganze Stellung zu de» Problemcu dcS Weltkrieges hätte seelisch und intellckluell ganz anders orientiert sein müsse», als cs in der Tat geschehen ist

Run ist cs natürlich ein lehr mißliches Ting, über alle diese Dinge setzt unter dem Kriegszustand östentlich zu reden und eine gründliche Aussprache muh den» auch späteren Zeiten vorbe- >alie» bleibe». Fe dem Berlretcr der Traditionsausfastuug wäre 'S wirklich sehr viel lieber gewesen, nian hätte d5c ganze De» >at«c überhaupt bis »ach dem Kriege vertagt. Aber gerade iie Genosteu von der Opposition habe» eS anders gewollt. Sic habe» teils vcrstecki. teils osfen die Haltung der Partei ange- grissen. Deshalb miisteu nun wohl oder übel auch d i c reden, die ost genug erst liach schweren inneren Kämpfen schließlich '»zu gekommen sind, die heule von der Partei cingeschlagcnc Politik irckl> altloS zu billigen.

Was aber hat cs mit den eben angedcuteien Vorwiirseu aus ich? WaS ist Wahres an der Behauptung, daß die Partei ihre ganze Bcrgangenheit, alle ihre Grundsätze Über Bord geworscn habe, als sie sich der Politik cutschloh, die sie seil dem 4. August nncgehallcn Hai?

BorouSgcschilkt sei eine Bemerkung: Zn der g r u n d s L tz -

icheu Beurteilung des Krieges sind wir Sozialisten uns bis um letzte» Mann natürlich auch heule »och einig. Einig sind ivir nit alle» sühlcudcn Menschen in dem Schauder vor den tauscnd- achcn Greuel» des Krieges, einig sind wir darin, das, wenn cs n der M a ch t des Proletariats gestände» hätte, bei: Krieg zu vcr- iindcrn, teiu Mittel hätte unversucht bleiben dürscn, dies Ziel u erreichen, Aber dies alles steht ja heute garnicht mehr z» Te- atte. Heute handelt es sich nicht darum, bcn Krieg ethisch zu oertcn, eS handelt sich nicht darum, einen möglichen Krieg zu erhindern. sondern einzig und allein darum, mit einer gegebenen, inserciu Willen und unserem Wunsche» entzogenen historischen -ttuatio» uns abzusinben, zu einem auSgebrochcnen Krieg om Standpunkt der proletarisch-sozialistischen Zntcrcsscn a»L -tellung zu nehmen. Was ist nun von diesem Standpunkt aus zu cm Krieg zu sagen?

I Unzweifelhaft richtig ist zunächst, dah der Krieg vielen unter nS radikalen Sozialdemokraten mehr als nur eine grohe Ucbcr- aschunq gebracht ha«. Tic meisten von uns hatten die Widcr- andsfähigkeit, die d,e bürgerliche Gesellschaft im allgemcinen und as kapitälistischc Tcutschland» im besondere» den ungeheuren Er- chüttcrungcn eines Weltkrieges entgegenzusetze» haben wurde, >eit unterschätzt. Biele von uns glaubte», der ganze ökono- >!schc ?.>iechanismns der bürgerlichen Gesellschaft würde bei dein fehlen des Regulators der Börse, bei dem säst gänzliche» Stocken o» Einfuhr und Ausfuhr, bei der völligen Uiiterbinduiig des -erkchrSwesenS, bei der riesenhaften Einschränkuiig dcS Konsums lw. sofort in die größlc Unvidnung geraten, die Versorgung des -olkes mit LebciiSmittclii wurde unüberwindliche» Schwierigkeiten egegiicn. die Arbeitslosigkeit würde uiegelanntc Dimensionen nnehmcn. Eine ungeheure Zuspitzung der Klassengegensätze >erdc die Folge sein, und so werde der Weltkrieg den Anfang vom nde der bürgerlichen Gesellschaft, die Götterdämmerung des tpitalistischen Staates bedeuten.

Das ist die Auslastung, wie ne mehr als einer der ganz inks stehenden Marristeii i» unser» Reihen öfsenllich vertretet, at, und der Schreiber dieser Zeile» leugnet kc,»cn Augenbliik, auch er so ähnlich gedacht und geurteilt hat.

Erfordert nun aber, »ach vier Monaten Weltkrieg, nicht die -flicht der Ehrlichkeit, ganz ojscn aus,»spreche», das, wir nS in allen diesen Annabmc» getäuscht haben? Hieße es ,cht. eine höchst verderbliche B o g e I st r a u st p o I i t i I trctbc». enn wir nicht eingcstcbkn wolltet,, dast wir uns über die Wider- andskrast der biirgcrlichc» Gesellschaft gegenüber den Sricac- stchütterungcii Illusionen hiugegcbc» haben, die durch die

I rfahr,ingcn dieser letzten Monate aufs gründlichste Lügen ge rast worden stnd? To furchtbar die ökonomischen KricgSsolgen ich sind, so gewaltige Milliardenwcrtc auch verloren und vcr- ichtet wurde», so schwer Millionen von Bolksgcnosten wirtickast- ch unter den Wirkungen des Krieges leide», so groß ?lrbeits- mgkeit und Rot. und so unbedingt erforderlich weitere Hilfs- tionc» allergrößten MaßstabeS und sich bin der letzte, der eotze und trübe Tinge rosenrot färbe» möchte!): der ökonomische nb, wirtschaftliche Zusammenbruch, den mir erwarteten, ist a u c- ebIiebeu! lind mit ihm zugleich ist in alle» beteiligikr, »ndern auSacblicbcu die ungeheuere revolutionäre Zusoivung der lastengcgcnsähc. Hat nicht vielmehr in alle» kriegstihrendcn taaten lund in fast allen neutrale» Ländern obendrein!) das roletariai ganz anders aus den Krieg reagiert, als das etwa r Ecnoste Panuckock liä, erinnere an seine ?lrtikcl in der Reuen uud viele andere mit ihm angenommen Hanen? Wenn diese Tatsachen konstatieren, so find wir doch an ihnen

nicht schuld, Oder ist etwa auch das Thermometer an dem heißen und kalten Wetter schuld, das es uns anzeigt? Es ist, soviel ich weiß, niemals marxistischer Grundsatz gewesen, nach Art gcwistcr unbelehrbarer Liberaler den Kops in den Sand zu stecken!A u S s p r e ch e n das, was ist", und nach dieser Erkcniitiiis dann handeln: das Hai uns nicht nur Lastallc zun, obersten Leitstern prolktorilch-sozialistischci Politik gesetzt, das haben auch alle nnserc großen Borkämpfcr stets praktisch b c - tätigt, AIS Man und Engels nach 1850 erkannten, daß alle ihre Hofsuungeii. der Revolulio» von 1848 werde in sehr kurzer Zeit in Tcutschlaud cuie neue, siegreiche Revolution solgcn, fie be­trogen hatieii, zogen sie konseguent die aus dieser Erkcnntiii» sich ergebenden praktischen Tchlnßsolgcrnngen. Als die Tinge um 1870 herum sich ganz anders gestalleten, als er eS erwartet hatte, änderte Wilhelm Liebknecht von Grund ans seine Stellung dem Reichstage gegenüber, (Man kan» darüber näheres in seinen spätere» Borwortcn zu der Schriftlieber die politische Stellung der Sozialdemokratie" Nachlese»,) Ae n der» sich die prak tischen BoranSsevungen, so mutz sich auch die Politik ändern. TaS allein ist im Sinne des Marxis­mus gedacht. lSchluß folgt.)

Tic Ncutc tum Tsingtau.

Tokio, 0. Dez. lRichiouttl ch.) Das Rsuterjche Bureau be­richtet : Tos Hauptquartier meldet, daß bei der Einnah in : von Tsingtau 2500 Weu>d) rc, 100 Maschinengewehre, 1200 Psd Stcrl-mg, 15 000 Tonnen Steinkohlen und 40 Antomobtle erbeutet nmrdcn. A I le S chi f s c seien v c rn i chtct. Tie Borräte hätten ausgereicht, um 5000 Alonni drei Monade lang zu ernähren.

Japan, f)tlf flfflcii gute Bezal,tu»lg!

Paris, 4. Tez. (Etr. Frkft.) Wie Pichon so tritt jetzt guch Gustave Hcrvä für eine bewaffnete Intervention Japans auf dem europäischen Kriegsschauplatz rin. Er hält die Entsendung einer japanischen Armee für dringend geboten, da ein« genügende Anzahl englischer Truppen nicht vor dem Frübiahr erwartet werden könnte. Wo Lebens- Interessen auf dem Spiele stünden, habe man der Meinung der amerikanischen Freunde, die man durch eine derartige Maßnahme zu verletzen glaubt, keine so große Bedeutung s-eizumcsscn. Tie Intervention Japans, durch die die Er­lösung Belgiens um mehrere Monate beschleunigt werden könnte, sei absolut notwendig, selbst wenn England und Frankreich sic mit hartem Geld« oder Kolonialentschädigungen bezahlen müßten.

Wie bereits kürzlich gemeldet, sollen bekanntlich die Forderungen Japans für die Entsendung cine- Armee ganz bedeutend sein. Ein Gerücht, dem man aller­dings nicht viel Glauben beimaß, sprach kürzlich von der Ab­tretung des französischen Jndochina. Lurch den Schrei nach Japan, den jetzt Hcrvä in seinem Blatte ausstößt, gewinnt dies Gerücht allerdings viel an Wahrscheinlichkeit, ttcbe» die der TentstNcn in Znpan

macht ein dort ansässiger Fnqeiikenr der TieinenS-Schiickert.Werkc rech« bemerkenswerte Angaben Ten danich-en KriegSgesangenen geht es erträglich, i» den Kasernen sind eiserne Beitltellen mit Ltrotnacken; Fl euch mw wird geliefert, und die deutsche» Man-n- schastr» kochen selbst, ES ist den Angehörigen der deiin'chcn Kolon-' in Zapau gtsta-ttci worden, Bücher. Eßwaren, Getränke nsw, nach flur.nnc, dem Geiangenenlagcr. zu schicken. Mit Erlaubn-rs des Ministeriums- dürfen die Gefangenen auch besucht wenden, Tcr Jn- genrcur schreibt weiter:

Auch die Teutick-cn in Zopa» sind von Aiisavz an sehr gut be- liaiidrlt ivordeu: >m besonderen haben wir eine» iveitaehenden

Schutz bekommen. Mir selbst widniet man ganz besondere «usmerk-, samkcit, da Tokio an und stir sich initürlich etwas g:jährlicher ist als andere Plätze, soferrn überhairpt von einer (lesabr die Rede sein kann, und man imuierhin sulche» mag. daß vielleicht irgend ein Fanatiker etwas mnernehme» konirte, Fch Hab« seit August snr nikin Haus riixn starken poIr^etl;«f)en Schutz »,'d werde selbst «ls Schritt uird Tritt, ganz besonders auch aus Reisen nach -Yokohama sowohl als auch naä> Osaka von Tetcltrven bewacht, Fch bin all- inählnh zu der Ueberzeugung qekomineii. daß es sich dabei taisächirch nur >.m einen Lchuu handcli! Einigen ondcvon Herren in yoko- barna ergeh, es ähnlich Fm Volke selbst schinr mir von einer ani-- dcurschn oder stark krieasiusngeil Stimmung kaum gesprochn ,ver- de» ,u köune»: deshalb har auch in Wirklichkeit eine Echfolm für uns nie bestanden, Fnfolge der stark cn-.stellten Zcitunasnachrichten ist aber cher von Zeit zu Zeit niuver mal w-.eter die Besüvchturg auf- gerauch. daß die Deutschen eventuell ousgewiescn werden konnten. Ach halte das bis aus weiteres für unwahrscheinlich "

Tie TarvaiieUcn forzieren!

Tic Tribuiia meldet, daß es die Absicht der Engländer sei, die Dardanellen zu sorzieren. Zu diesem Zwecke liegen 40 englisch« und französische Kriegs schisse vor der Tarda »ellen-Mündung zum Angriss bereit.

Das kann blutige Äöpfc geben!

von dem Kampf um d e Rechte der kleinen Nationen.

Einem auf Umwegen cingctroffenen Bericht aus Finn- land entnehmen wir einige Einzelheiten, die als Beispiel für dieguten Absichten" der Zarenregierung wertvoll sind. Tie beiden Redakteure des sozialdemokratischen Parteiorgans in

Tabastchn» wurden kürzlich zu 9000 Fr. Geldstrafe ver­urteilt. Gleich daraus fand mit Hilfe eines großen Gen- Sarn»erieaufgebotes eine Haussuchung bei ibnen statt, bei der einige Bücher beschlagnahnit und beide verhaftet wurden, Ma» hält sic heute nach im Untersuchungsgefängnis, weil sie stantsgefährlich" sein sollen.

Aus Aiiordniilig der oberste» Postbebörde sind alle Abonnenients aus ausländische Zeitungen »nd Zeitschriftcn anfgehobe». N!e»e Avonncinents dürfen nicht aiigcnouiinen werden. Für Helsingssors, die sinnisckie Hauptstadt, wie in vielen anderen Bezirken wurde durch die Militärbehörden strikte verboten, cinhcimische Zeitungen ins Ausland z» senden.. ..

Finnland ist völlig russische Provinz geworden. Tas wenige, was noch vor dem .Kriege an eigenen Freiheiten be­stand, ist verschwunden. Tie oppositionelle Press< ist nnter- drülkt, ihre Redakteure und viele sinnische Politiker und Be­amte sind cingckerkert. llud trotzdeui zwingt inan zahlreiche finnische Polksgenossrn, für den Zaren und seine rufsische Kultur sich zu opfern. Auch die früher verbürgte Militär- sreihcit hat ihnen nichts geholfen.

Tie rumänirchen -lrbeiter und der Krieg.

Schon seit langem wendcl sich die rumänilchc Parici gegen die Umtriebe russischer Agenten, die durchsiiianzielle »»terstütziina" der rninänischcn Presie die össentlichc Meinung zu guuste» Ruß­lands zu beeiiislusien suchc». Mau möchte die Regicruna »cr- anlasie», gegen Oesterreich vorzngehc», um die von Rninäiicn be­wohnte» blcbietc in Siebenbürgen zuruckzuerober». Tic« hat die rnmänische lozialdcmokraiischc Partei neranlaßt, gegen die rnlsi- schen Umtriebe auch durch folgenden Ausrns zu prolcsticren, der am I4./27, Rovemder in dem Periciorga» Liicla erlasic» wurde: An alle Partei- »nd gewertschastliche» Organisatione».

Mit ihrer Hartherzigkeit, die das surchtbarc Elend der dlrbcitcrmaffen immer »och vergrößern Hilst, setzen die »aiioiia- listischc» Demagoge», Bcrrälcr der Temolralie und a>» reaktio­när erkannt, imnicr »och ihre srcvclhasle KricgSagitation fori. Ten Verkündern des Masiciimordcs Hai die Warnung nicht ge­nügt. die ihnen die Arbeitcischast und die Biirgersämst von Bukarest und de» andere» Städte» am vergangene» Sonntage durch die Rasicnvcrsammluiigen und durch die Straßendemo»- strationen gegeben haben, lonötrn sie werde» »och weitere Ber- lammlungen organisieren, um die Regieruiig zu zwinge».

Fhr Wille darf aber nicht i» Ersiillung gehen. Fhr habt die Pslicht, diese» Lenten zu zeige», daß sic kein Recht haben, weder im Flamen des rumänischen Volke» im Lande z»u sprechen »och viel weniger im Ramc» des rumäuischc» Volke» von Trane- silvanicn und Bukowina,

Die volilische, ökonomische nnd intellektuell« Befreiung der Mnlsen unter den Rnniänc» allenthalben wird nicht dar Werk der Presie der rcallionärcn Biizantincr sei», der Edellcute und Herren, sondern sic wird durch die Organisation und de» Kamps der Arbeiicrmasicii kommen.

Gerade um diese« Werk vollenden zu heilen, brauchen sie de» Frieden. Verlanget daher laut und deutlich dtc Aiisrechterhaltung de» Friede n » und der R c »> tralitä », die unser Volk in Stadt und Land so notwendig brauchen.

Wir sordern Euch dcsbalb ans. den Kamps gegen den Krieg durch Versammlungen und durch die j^crbrcitung unseres Blatte» und unserer Broschürcn wcitcrznsühren. Und vergesset nicht, daß ein» der wirksam st en Mittel in dem Kampfe gegen den Krieg die politische und gewerkschaftliche Organisation ist. Gewinnt daher so viele Mitglieder wie möglich für die Sektionen der Partei, in die alle sozialistischen Arbeiter der Gewerkschaften und alle Bür­ger. die mit dem Programm der sozialdemokratischen Partei übereinftimmen, hinelngchöre».

Gründet gewerkschaftliche Organisationen aller Berufe und versuchet, die bestehenden z» stärken.

Tie Statnteii der Partei (8 10) schreiben vor, daß Arbeiter, die nicht auch Mitglieder ihrer 2)erussorganisationen sind oder, wenn eine solche nicht besteht, der eenüschten Organisation nicht Mitglieder der Parici werden können.

Tie politischen ?lltionen müssen sofort von den Partei- scktioncn in die Wege geleitet wcrdeii. Unter den jetzigen Um­ständen muß bei der Aktion gearn de» Krieg die Fniiiativc von den Scltionsvorltänden in Uebercinstimmung mit dcn lokalen Kommissionen oder mit den Vorständen der gewerkschaftlichen Organisationen crgrissen werden,

Allo auf zum Kamps« gegen den Krieg und gegen bi« Kriegshetzer, für den Frieden und für die Rcittralitäi!

Das Exekutivkomitee lder Partei) und die Generaltommissioa der Eewerkschasieu,

Tic Vcrurtciluna der Tcutschen in (sasablanca.

Zu der Lcrurteilung dentickcr Staatsongshöriger in Eafablanca eriährtz die Weierzcitang, daß der zum Tode ver- 'irteilte Zell idculisck ist mit einem in Bremen weilenden Herrn Tell. Tell befindet sich also nicht in der Gewalt der Franzosen, sondern ist in contumaciam verurteilt worden. Sein Sozius Brandt, der ebenfalls zum Tode verurteilt w>irde. ist ein durchaus ruhiger, von allen politischen Treibereien sich jernhaltender Mann, der bei den Arabern und Engländern und selbst bei den Franzosen wohl gelitten