Ausgabe 
27.11.1914
 
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aber schwächlich durchgcsührter sranzösischer Angriff unter grüße» Verlusten für den Gegner zurückgeschlngen. Bei A Hremo.nl machten wir Fortschritte.

In Lstpreußcn ist die Lage nicht verändert. In de» Kämpfen der Truppen des Generals v. Mackensen bei Lodz und Lowicz habe» die russische 1. und 2. und Teile der 5. Armee schwere Verluste erlitte». Außer vielen Toten und Verwundeten haben die Nüssen nicht weniger als etwa 40 000 unverwundctr Gcsangcnc verloren: 70 Geschütze, 160 Munitioiiswagcn, ISO Maschinengewehre sind von uns er­beutet worden. 40 Geschütze sind unbrauchbar gemacht wor­den. Auch in diesen Kämpfen haben sich Teile unserer jungen Truppen trotz großen Opscrn aus das glänzendste bewährt. Wenn cs nngcüchtet der deutschen Erfolge noch nicht gelungen ist, die Entscheidung zu erkämpfen, so liegt das an dem Ein­greifen weiterer, starker Äräste des Feindes von Osten und

wcitdi

Süden l)t\. Ihre Angriffe sind gestern überall abgewicsen

worden. Ter endgültige Ausgang des Kampfes steht aber noch an,. Oberste Heeresleitung.

französische Besorfftiiste.

, Parte, 25. Zwo. (WB. Nichtamtlich.) Die Zcntmigeu, die seit buchen erklärt lmttc», die Schlacht mi der Aisn« habe mit einem Siege der iranzösischen Armee geendet, der Rückzug der Deutschen in Nordfranlreich steh: bevor und die Deutschen seien zu geschwächt, um die Osfenstve wieder aufnehme,i zu können, sangen (ivie wir schon initteitten) an, die OcsfenÄichkeit daraus vorziibereiten, daß die Wicderaujiichinc der deutschen Offensive in großem Umfange bc- rorstcbe. General Bonnal erklärt int Mat in: Wir müssen Foffre iwch einigt' Wochen Irrist lassen. Mit Hilfe englischer Verstärkun­gen und der Alters!lasse lült und mit genügender Munition (!) ir-crdeu wir vorwärtsntarschieren iiimtm Bis dahin genügt es, die Stcllmigen zu behaupten. Oberstleutnant R o u s s c t schreibt in der Libcrtö: Die Schlacht au der Aisne sck>cint keine ernstlichen Folgen ltaben zit tonnen, Es sei denn, daß bünstige Nack,richten andere Schlüsse znIaffeU und nicht vorläufig mir bedeuten, daß die Deutschen Nachlassen, einen entscheidenden Schlag an den Paris Mi' nächst liegende,, Teile» der Front ansführr» zu wollen. Der Figaro schreibt: Es ist wring ivahrscheinlich, daß die Deutschen sich »>it der Defensive begnüge,, iverden. Man muß vielmehr glauben, daß sie eine ernstlich starke Offensive nurskiercir und vorbcreiteu wollen. Möglicherwcts« seht die Offensive bald an den von ihnen gewählten Stellen ein. die wir nicht keimen. Wir können aber versichert sein, daß die Offensive die französische Heeresleitung nicht unvorbereitet treffen wird.

Der östeirerchisch-tmgarische Tagesbericht

Wie», 26. Nov. (XV. I!. Nichtamtlich.) Amtlich wird tzerlautoart: 26. November, mittags. Tie Schlacht i» Nussisch-Polcn hat »n einem großen Teile der Front den Eharakter eines stehenden Kampfes angenommen. In West­galizien wehren liniere Truppen die über den unteren Tunajec vorgedrungenen russischen Kräfte ab. Auch die Kämpfe in den Karpathen dauern fort.

Ter Stellvertreter des Ehcfs des Gcncralstabrs: v. Hofer, Generalmajor.

Die Kämpfe in den Karpathen.

Vertreibung der Rüsten.

Bnoapcjt, 26. Nov. (IV. 1!. Nichtamtlich.) Az Esi bringt einen Bericht seines Spezialbcrickterstatters über die Kämpfe im Komitat Zemplin. Tnnach hoben die Ein- wohner die durch den Anmarsch der Russen gefährdeten Ge­astete in voller Ruhe verlassen. Unsere Truppen, von Ar­tillerie unterstützt, begannen aus vortrefflichen Stellungen sticraus den Angriff gegen die Russen am 24. Noveinber. Ein heftiger Katnpf fand in dem nur einige hundert Meter

breiten Tale des Laborcz-FIasses 'statt: 'die Missen verlören viele Tote und Verwundete und mußten schließlich den Rück­zug antrete», der noch andaucrt.

Eine andere österreichisch-ungarische Abteilung iibcr- rumpeltc einen von den Russen besetzten Grcnzort durch das Feuer ihrer Geschütze und Maschinengewehre, die im Walde vortrefflich ausgestellt waren und zugleich mit der Infanterie das Feuer cröffneten. Nach kurzem Widerstand ergriffen die Russen die Flucht nach der Grenze unter Hinterlassung sehr vieler Toter und Gefangener.

Am 25. November konnten der Eisenbahn- und Postvcr- kehr bis Kockocez wiedcrherstellt werden, Tie Nachricht, daß die Russen das Schloß des Grafen Andrassy zerstört haben, ist falsch. Ein Versuch der Russen, durch den Uzocker Paß einzudringcn, wurde abgeschlagen, In dem Komitat Ung befindet sich kein Russe.

Nene Niederlagen der Serben.

1500 Gefangene.

Wien, 26, Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Vom südlichen Kriegs­schauplatz wird amtlich unter dem 26. November gemeldet: In den Kämpfe» an der Kolubara ist seit gestern ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Das Zentrum der feindliche» Front wurde in einer starken Stellung bei Lazarevatsch von den durch ihren Elan rühmlichst bekailntcn Regimentern Nr. 11, 7? und 102 erstürmt. Hierbei wurden 8 Ossiziere und 1 2 0 0 Mann g c - fange» gcnominen und drei Geschütze, vier Miinitionswagen lind drei Maschinrngewchre erbeutet. Auch südlich des Ortes Viin gelang es, die östlich des glci<l,»amigen Fluffes gtlegeiien Höhen zu »chmcii uiid 3 0 0 Gefangene zu machen. Die non Valjews südwärts vorgerückten Kolonne» stehe» vor Kosjcric!.

Der Untergang derGmden".

Der Bericht des Kapitäns v. Müller.

Berlin, ^26. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Pan dem Kon, Mandanten S. M. SchiffEmden", Fregattenkapitän v. Müller, n I

nachstehender telegraphischer Bericht über das Gefecht S. M. Schis En,den" mit ient englische,, KreuzerSsdney" bei den Kotosinsch

ciiigetrosfe». Der ciigtischc KreuzerSidueu" näherte sich bei Kokosiusein mit hoher Fahrt, als dort gerade eine von S. M. Schtl Eiirüen'' ausgefchifstc Laiidnngsabteilung das Kabel zcrsiöiir Das Gefecht zwischen den beiden Kreuzern begann sosort. llnfc: Schießen ivar zuerst gut: aber binnen kurzem begann das Feuci der schwerere» englischen Geschütze, wodurch schwere Verluste i> unseren Geschützbedienungen timrate,t. Die Munition ging Ende, und die Geschütze inußtc» das Feuer einstellen. Trotzdem bi, Ruderanlage durch das sciuölichc Feuer beschädigt war, wurde de, I Versuch gciuacht, aus Torpedoschußweile au dieSidney" heranzu i kommc». Dieser Versuch mißglückie, da die Schornsteine zerstör I waren und infolgedessen die Geschwindigkeit derEmden" ftar herabgesetzt ivar. Das Schiff wurde deshtilb in voller Fahrt a, der Nord-<Luo-)Seite der Kokosinscln ans ein Riff geseyt, F zwischen war cs der Landuiigsabtcilurg gelungen, auf einen Schoouer von der Fusel zu entkommen. Der ciigtischc Kreuzerahn die Vcrsolgiiiig auf, kehrte aber am Nachmittag wieder zurückns feuerte auf das Wrack S. M. SchissEmden". Um weiteres im < nutzes Blutvcrgicßeu zu vermeiden, kapitulierte ich mit dem Rei der Bcsatzuug. Die Verluste T, M. SchiffEmden" betragen 6 Offiziere, 4 Tcckossizierc, 26 Unterofsiziere und 93 Manu ge fallen: 1 Unteroffizier, 7 Mann schwer verwundet.

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Der Krieg im Orient.

Das Borrücken der Türken.

Nom, 26. Nov. (Ctr. Jrkft.) Nachrichten aus Kairo besagen, die Engländer sperrten die Karawanenstraße auL der Cyrenaika nach Aegypten mit Schanzgräben. Tie tür­kische Armee unter Jzzet Pascha, 66 000 Mann und 10 000 Beduinen mit 5000 Kamelen rücken auf der Bahnstrecke, nach Mekka auf Maan vor, 80 Kilometer von der Grenze. Tie Sentlssen bauten eine Feldbahn nach der Oase el Nakl, 100 Kiloinetcr vom Kanal. Die Engländer verfügen übcc 50 000 Mann außer den Garnisons- und Sicherheitstruppcn.

Am Suez-Kanal.

Eine Korrespondenz des Secolo aus Port Said schildert die Zustände am Suez-Kanal. Nur nach scharfer Kontrolle, die sich auch ans eine Lcibesnntersuchung erstreckt, tann man das Hafcn- gcbict betreten: gelegentlich wird sogar das Acrmelsutter untersucht. Tic Hafenschifsc dürsei, nur in einem kleineii Umkreis verkehren. Das Agenturgebände des Oesterreichischcn Lloyd ist durch ein Militärkvniniaiido besetzt. Zwischen Fsmailia und Port Said wimmeln die Ufer von indische», australische» und ciiglischen Soldaten. Maxwell besucht häufig die Verteidigungsarbciteii. Der Verkehr im Kanal ist sehr zurückgegangeii. Handelsschiffe, nament­lich holländische, werde» bei der Einfahrt von einem Torpedoboot augchaltc», scharf untersucht und daun mit entern englische» Kom­mando au Bord durch den Kanal geleitet. Wen» ein verdächtiges Schiss passiert ist, wird der Kanal aus eine» halben oder ganzen Tag gesperrt »nd eine Untersuchung angestcllt, ob keine Minen fallen gelosten wurden.

Aus Port Said wird gemeldet, daß den Belästiguugc» der eng­lischen Kontrolle im Kanal besonders holländische Schisse ausgesetzt sind. Die eiuer holländischen Gesellschaft gehörende Baggern,aschine wurde wcggeschafst, weil die Engländer fürchten, daß sic versenkt werde, um den Kanal zu sperre». Die Einkünfte der Tuczgesell- schast blieben seit dem Krieg um etwa vier Millionen Mark hinter der entsprechenden Zeit des Vorjahres zurück.

Bereinskalender.

Samstag, 28, November.

Seuchetheim. A r b ci re r-B i l d uirg s-V c r e i >r. Abcns> pmitt 9 tlhr Mrtglicbervcrsammlrmg bei Wirt Friedrich BGkmain, M o n t a g, 30. N o v « m t> t r.

Gießen. Wahlvercin. AbenbS 9 Uhr Vcrsanrmlimp j Tc>gcsovd-i,n.,g: Die Laribürgswahle».

Gießen. Solzo r bcite rverband. Abends 6 Uhr Ber t samwlirny im Geivnrkschastshause. Bortrag des Koll. Weidner I Frankfurt überVolkswirtschaft und Krieg". Alle Äollegen wollet s sich r» dieser Versanunlang einsinden.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm & Eie., Gießen, ,

Druck: Verlag Olrenbacher Abendblatt, G. >». b, H., Ofsenbach a M ,

Verstorbene. Th, Heinrich Lehn Hardt, Werkmeister «[f. 0

Giesen, 68 Jahre alt.

Direktion: Henna»» Ltcinaoetler streitag, dru S7. November abends « Uhr

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Der Strom.

Schauspiel in 3 Auszügen von Max Halbe.

Ende Ilv/, Uhr. Gew, Pr, ermaß. Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen auf 2. und 3. Parkett nur halbe Preise,

Samstag, 28. November 1014 nachm. Sl, Ufte Schüler-Vorstellung

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