Ausgabe 
20.11.1914
 
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Jürfönrfjc" einher. Von Zeit zu Zeit hieß es, Evif; wir Mb rrgei:»- ohin mi Land gebracht werden sollten. Und wenn an Bord Must? macht würbe, hieß es stets, daß dies ein Abschiedskonzen sei und itz wir am folgenden Tage m, Land gebracht würden. Toch eS trrd« der 22. Oktober, bis dieKrefeld" in den spanischen *wn aitta Cruz de Teneriffa aus den Kanarischen Onfelti anher'. Wir eilen 439 Mann an tfVorö.

Die Kämpfe im Westen.

Aus Sluiswird dem Telegraaf gemeldet: Am Tienstag ,urde andauernd Kanonendonner aus der Richtung Aspern crnommen. Viele Züge mit Verwundeten führen über ortreck und Oudenarde »ach Brüssel. Bedeutendc Erfolge ir eine der Parteien können nicht gemeldet werde». Es ist n Wogen und Schwanken der Kampflinie, inige Explosionen, die gleichfalls in Slnis gehört wurden, ögen durch Bombenwürfe englischer Flieger verursacht i°l8n*<j orden sein, die, wie gemeldet wird, eine Fabrik in Zecbrüggc -rnichtet haben sollen.

Zwischen Gent und Brügge sieht man hier und dort auern aus dem Felde arbeiten. Tic Fabriken liege» fast icroll still. In Tcndermonde sind noch nicht 100 Einwohner, er größte Teil der Stadt liegt in Trümmern. Dagegen id in Aalst viele Wohnungen wiedcrhcrgcstellt worden. I» elen Orten werden Bäume gefällt, die als Brennmaterial 'braucht werde», da Steinkohlen fehlen. I» anderen Orten s^inid, ibcn die Einwohner sich zu dem gleichen Zwecke Bretter aus n Laufgräben geholt. Tic üeutschenBchördcn geben sich große fübe, de» normalen Zustand wieder hcrzustelle». Tic chulen werden wieder eröffnet und das geschäftliche Leben ird wieder in Gang gebracht.

Ter Kriegsberichterstatter der Daily Mail telegraphiert is Dünkirchen: Ei» heftiger Kamps um Äser hat gönnen. Obwohl die V c r l u st e der Verbündeten außer- rdentlich groß sind, vermögen die vereinigten Fran­sen und Engländer die Stellungen gegen die v e r - vcifelten Angriffe der Dcu tschcn zu halten, ie Engländer haben einen Vorstoß auf MessincS »ntcr- ammen, sind jedoch auf großen Wider stand gestoßen.

Die Kämpfe im Osten.

Ter Lira bei Kulno.

Wien, 18. Nov. Zur Besprechung brr Kriegslage bemerkt das rembenbtall: Ter glänzende deutsche Lieg bei Üutno weise sich als eine überaus schwere, ja entscheidende Niederlage r dort angesehten vouplgriippe des russischen rechten Flügels. >aer nicht bläh die groben personellen und materiellen Verluste lten in die Wagichale, es zeige fich auch, dab durch die Niederlage r rullffchen Warschau-Armee nicht nur die Lage bei den russischen redliche» Flügclarmee», sondern vielmehr die Gesainlfiiuaiion is dem ganzen UriegSschauplag beeinflußt wird.

Der Krieg im Orient.

W. B. Konstantinovrl, 19. Nov. (Nicl^amtlich.) Ter utige Bericht des Hauptquartiers besagt: Aus den Kriegs- laupläbcn werden die Kämpfe fortgesetzt. Unsere Truppe» i der ägyptischen Grenze besetzten Kalatulnahl (?), das 120 ilometcr jenseits der Grenze liegt, und hißten dort die rkische Fahne. Unsere Truppen, die durch Laistan nach ußland eindrangcn, schlugen mit Gottes Hilfe die Russen ich heftigem Kampfe und fügten dem Feinde große Ber­ste zu. Unsere Truppen machten 100 Gefangene und er­nteten zwei Gcbirgsgeschütze.

Ter Burenausstand.

Kapstadt, 19. Nov. Tie Regierung behauptet, daß dem ührer des Burenaufstandes, General Beyers, durch Rc- erungstruppen eine schwere Niederlage zugesllgt orden sei. Doch wird Näheres hierüber nicht angegeben, uch von anderer Seite liegen Nachrichten hierüber nicht vor.

Englands Kinanzkorflen.

Im englische» Untcrhause erstattete der Schatzsekrelär Llonb eorge einen »insasteiiden Bericht über die englischen Fjiianzen. r sagte, er müsse einen Betrag von 535 Millionen Pfund *700 Millionen Mark für die Zeit bis zum 31 März 1015 zur ersügiing haben. Hiervon leien 339 515 000 Pfund KriegSaus- rben. Cr schlug vor. die Cinkoiiiniensteuer uni lt>0 Prozent z» bähen, was 12Va Millionen Pfund einbringen würde. Ferner coiitragie er eine Erhöhung der Biersteuer, was 950 000 Pfund tgeben wurde. Teilweise solle auberdeni der Tilguiigssonds für >e Ctaatsschulde» aufgehoben werden, was etwa 75 000 Psund rgebe» würde, Schließlich sollte eine Erirasteuer von drei Penee »s Tee erhoben werden, was 950 000 Pfund einbringen würde.

* bliebe» dann noch 321 325 000 Pfund übrig, die aus anderen, Nge beschosst werden mübien. Es beständen, so sagte der Tchatz- :krelär. starke und überwältigende Gründe, die dafür sprachen, >»en Betrag zu beschösse», der die Negierung i» den Stand l'etjt, tn Krieg über den 15. März 1915 hinaus führe» zu können. Tie wage deshalb vor. eine 3 prozentige Änleihe von 350 Stiillionen '>">» zu einem »turs von 95 rückzahlbar al par, ,> Fahre 1923 »itunehme». Mit diesem Betrage lönnle die Negierung bis zu,» ui, auslomme». Lloud George sügte hinzu, die Negierung habe ereits ein Ungebot aus feste Uebernahme von 100 Millionen Pfund on der Anleihe erhalte». Tie Anleihe sei eine ausgezeichnete apitalanlage, da der britische Kredit noch der beste in der Well >. Tie gesamten Anträge des Tchahsekretärs wurden vom Unter- ntfe bewilligt.

Obwohl die Presse im allgemeine» die Nede Lloyd Georges bl und die Bereitwilligkeit des Landes ausspricht, die Tteuern I tragen, wird doch eine gewisse Kritik geübt Taily Telegraph agt, dah nicht alle Klaste» gleichmäßig belastet iverde». Eine erdoppelung der Einkommensteuer treffe stets am schwer- '». Taili, khroniele sagt: Eine derartige schwere Be- t st u » g ist unter den gegenwärtigen Berhältuisten und in einein »dustrielande gefährlich, wie das Tchlachten der Hennen mit 'ldenen Eiern. Tie Verdoppelung der Einkommensteuer inüsis n Unternehmungsgeist schädige».

Entwaffnung dcs deutschen.Hilfskreu;crs Berlin".

lieber das Einlaufen des deutschen Hilfskreuzers --erlin" in den Hafen von Tronthcim (Norwegen) wird be­ichtet: TieBerlin" hatte einen Maschinenschaden erlitten war daher bei Tagesgraucn in den bjesiacn Fjord ein- oläiifen. ohne bemerkt zu werden. Erst als das Schiff in Haien einlief, wurden die Behörden daraus anstnerksam.! a ü,rontheim aber Kriegshafen ist, wäre nach der Haager onvention dem Schiffe nicht erlaubt gewesen, in den Hasen nzulaufen. Tie Behörden trafen sofort Maßregeln für die drustung des Schisses. Tie Mannschaft des Schiffes wurde ^ükd interniert, während die Offiziere die Erlaubnis er-} c ^ en , in Hotels Wohn,mg zu nehmen. Sie verpflichteten

sich durch Ehrenwort, stch nicht ohne besondere Erlaub­nis zu entfernen. TieBerlin" batte eine Besatzung von -l*0 Mann an Bord. Neben derBerlin" liegt im Hafen der bei Beginn des Krieges scstgehaltene deutsche Dampfer Brandenburg", der eine große Koblenladung an Bord hat. «hitta kauft österreichifchc Dampfer.

London, 13. Nov ,5V. 8. Nichtamtlich.! Exchange Tele­graph meldet aus Peking: Ire chinesische Negierung beabsichiigi. die in Shanghai liegenden Dampfer des Oesterreichischen Lloyd zu erwerben, um sie unter chinesischer Flagge im Verkehr mit den Vereinigten Stagte,, zu verwenden.

LtaaUiche Ui,tetf 1 »t;ttna der Gemeind,».

-Stuttgart, 18. Nov. (WH. Nichtamtlich.) Heute fand hier eure Besprechung der Regierung mit Vertretern jmnt- lichcr Fraktionen des Landtags und der Gewerkschaften über die Lage der Gemeinden statt. Tic Vorstände der Frakiioncit übergaben dabei der Regierung folgende von ibitett einstimmig aiigeiiomniciie Erklärung: Tie Vorstände sämtlicher Fraktio­nen der Zweiten Kammer und die Vertreter der württem- bergischcn Gewerkschaften sämtlicker Richtungen sind der Aus- fassung. daß denjenigen Gemeinden, die durch den Krieg in eine besonders schwierige Lage geraten sind und die eine Kriegsarbeitslosensürsorge eingeführt haben oder noch ein- führe» wollen, staatliche Unterstützutigen gewährt werden sollen. Ter Ministerpräsident Tr. von Weizsäcker lehnte die Einführung einer allgemeinen Arbeitslojcn-Fürsorge ab, er­klärte dagegen die Bereitwilligkeit der Regierung, bei der Lin­derung der Not dort mitzuhelsen, wo besondere Verhältnisse vorliegen. Zum Schluß gab er der Hoffnung Ausdruck, daß unser Heer als Sieger ans dem mörderischen Ringen hcrvor- gehen werde, wodurch dann am raschesten eine allseitige Kräf­tigung unseres lvirtschastlichen Lebens hcrbcigeführt würde.

Tie ^riedens^chnsttllit der 2crbe».

TU. Wien, 19. Nov. Sofioter Blätter melden aus Nisch, bah unter den Serben große Bestürzung herrsche und dce Wunsch nach Einstellung der Frindsriigkritrn immrr stärkrr wrrdr. Tir srrbilche Armer so» bei Valjevo in zwrj Trile zersprengt sein.

Hcsscu nnd Naclfbargebiete.

Gietzen und Umgebung.

Verzeichnis der Pnketdepots.

Es sind zu senden:

nach dem Pakeldepot

Berlin......

Königsberg i. Pr..

Stetten.....

Btandenbg. (Havel) Piagdedurg . . .

Elogau .....

Breslau.....

Düsseldorf ....

Koblenz.....

Hamburg .... Hannover ....

Kassel......

Dresden.....

Stuttgart .... Karlsruhe .... Stiaßburg i. E.. .

Metz......

Danzig.....

Frankfurt a. M. (Darmstadt)A

Leipzig.....

Elbing.....

Mannheim ....

Berlin......

Stettin.....

Magdeburg . - .

Glogau.....

Kastei......

Dresden . )

Stuttgart . . . i Königsberg i. Pr. . Brandenburg a. H. . Düsteldoft ....

Breslau.....

Koblenz.....

Hannover .... Karlsruhe i. B . . Stratzburg i. E. . .

Metz......

Danzig.....

Frankfurt a. SJi. . .

Leipzig.....

Elbing .....

Mannheim ....

Elogau.....

Stuttgart ....

München.....

Wiirzdurg .... Nürnberg ....

München.....

Nürnberg ....

Breslau.....

Hamburg ....

Koblenz

Breslau

Für Angehörige derjenigen Truppenteile, die dem Berbande der nachstehend. Korps angehören

Eardekorps

Eardereservekorps Reservekorps.

II.

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IV.

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(k Sachs.)

XIII.

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(Müm.)

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XVII.

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XXI.

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XXXIX.

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(k.Sächs.)

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Marinetruppen in Belgien und belgische Be latzungs truppen Eisenbahn-Formationen und -Kolonnen den westlichen Knegsichauplatz Eisenbahn-Formationen und -Kolonnen den östlichen Kriegsschauplatz

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Hiodsposten.

Ter Krieg bat Hunderttausende von Familienvätern und »gheii Verwandte» aut die Schlachtselder geruse». Kein Wunder, baß in Millionen Herzen sich Bange» und Trübsal um das Leben dieser Angehörigen bemerkbar machen. Zwar wird in den Fami­lien, die einen oder gar mehrere ihrer Lieben im Kampfe wisten, mit der Möglichkeit gerechnet, daß die seindlichen Kugeln den Vater, den Bruder hinwegrafsen könnten, jedoch der Schmerz kehrt erst dann mit seiner ganzen Tragik ein, wenn der Verlust eines Ange­hörigen zur Gewißheit geworden ist.

W.rd schon der mit Sicherheit zu erwartende Tod bei einem längere Zeit aus dem Krankenlager liegenden Anverwandten erst dann richtig empfunden, wenn er wirklich eingeireten ist, jo erst recht, wenn in der gegenwärtigen Zeit Hiobsbotschaften Kunde über das Sterben gelunder Männer aus den Tchlachtseidern in die Familien tragen.

Aus mannigfachen Beispielen der letzien Zeit geht indesten hervor, daß solche Tranerbotschasten mir dann mit Sicherheit ent-

gegengenominen iverden dürsen. ivenn sie auitlich bestätigt werden. Oft genügt eine Namensverivechseluiig oder eine irrtümliche Mit­teilung eines Bekannten, um die Familie eines .Kriegsteilnehmers >» größte Trauer zu verseve». Nicht selten werde» Schwerver- wuudete, die im Feldlazarett uutergebracht worden sind, von be- kaniiten Kameraden für tot geglaubt und in wohltneiiiender Absicht den nahen Anverwandten als tot gemeldet. Erst später stellt sich Hera»», daß der Anaehöriae noch lebt. Daß es immer wieder solche Fälle gibt, beweist folgende Slelbtittg des Vorwärts:

Vor evoa drei Wochen war der Frau eines bei einem märki­schen Negimenle stehenden Landwehrmannes von einem Bekannte» mitgeietlt worden, daß ihr Sbann in einem (üefecht gesatte» sei. Ta von SV., dem Ehemann, einem Tischler, schon seit längerer Zelt keine Siachricht eingetrossen war, mußte die arme Frau der Trauer- botiihajt. die ihr von einem Freunde ihre» Manne», der in der­selben Kompagnie wie der Tischler stand, Glauben schenken. Bor einigen Tagen war nun der Geburtstag de» jüngsten Kinds» der Familie, als plötzlich der Oleldbriefträger erschien und der Frau eine Postanweisunq über 30 SVark aushändigle. Zu ihrer unaus­sprechlichen Freude erkannte die Frau aus der Nückseiie de» Ab­schnitte» die Handschrift ihre» SVannes. und ein Blick überzeugte sie, baß das Geld, die lange ausgesparie Löhnung ihres Mannes, erst vor acht Tagen von ihm selbst ausgegeben worden sei Ter Tischler ichrieb, daß er in einem heftigen Gesechi einen Brust- und einen Beinschuß bekommen habe und daß er in ein belgisches Laza­rett übergesührt worden sei, wo er gegenwärtig liege. Eine An­frage der Frau bei der amtlichen Auskunststelle ergab die Richtig­keit des Schriftstückes.

Senn auch die Zahl solcher Jrrtümer eine nicht allzu große sein dürste, so müßte aber doch der hier geschilderte Fall zur War- iiuiig dienen, derartigen Hiobsposten aus dem Felde nicht eher Glauben zu schenken, dis die amtliche Bestätigung vorliegt.

Unsere Beleuchtung. Ta jetzt die Zusuhr von innen- konischem Petroleum fehlt wird das bei uns massenhaft ver­brauchte Leuchtmittel immer knapper, tw» bei den langen Winterabenden besonder- empfindlich ist. Besonder- für die gering Bemittelten, die auf da» Petrol angewiesen sind: in den besseren Wobnnngen ist ja meistens Gas- oder elek­trische Beletichtung eingerichtet. Es ist erwiesen, daß man mit Gas und Elektrizität billiger beleuchte» kann, als mit Petroleum. Es müssen von ben städtiscklen Gas- »nd Elek­trizitätswerken nur entsprechende Einrichtungen geschaffen werden und zwar Einrichtungen, die mehr vom sozialen Geiste getragen sind. Tiefer soziale Geist fehlt heute meistens bei städtischen Werken, deshalb bleibt auch die elektrische Be- eucktiing im allgemeinen ein Vorrecht der Besitzenden. Dem geringen Mann sind die K o st c n der Installation zu hoch, auch die Zählcrmiete ist zu teuer. Hier könnte von den Werken geholscn werden, wenn sie die kostenlose In­stallation cinführen würden. Man wenbc nicht ein. daß wir damit Unmögliches verlangen: in verschiedenen Orten ge­schieht dies bereits von Gas- und Elektrizitätswerken und cS sind Erfahrungen gesammelt worden, die entschieden für diese Art Ausgestaltung spricht. In einigen Städten, wo das ge­schehen ist, war ein stürmischer liebergang zimi elektrischen Lichte die Folge und der Konsum des elettrischen Strome-.- stieg über Erwarten. Tics wirkt natürlich atich aiif die finanziellen Ergebnisse der Werke günstig ein. In Straß- bürg haben z. B. etwa 60 Prozent der Kleinwohnungen elek­trisches Licht, in Mailand 60 000 Arbeiterwohnnngen. In Stettin strömten die neuen Abnehmer in Massen herzu. ~ Auch die teueren Elektrizttätszähkrr lassen sich, vermeiden, wie das Beispiel von Berlin-Schöneberg zeigt, wo für Klein­wohnungen kostenlos gelieferte Strombegrenzer eingeführt sind.

In dieser Richtung sollte von seiten der Stadt vorge- gangen werden und zwar jetzt sogleich, es liegt kein Grund vor, zu warten, bis der Krieg vorbei ist. Wir haben in Gießen ein lcistungssähiges Elektrizitätswerk, dessen Pro- duktion nackt bedeutend gesteigert werden kann. Dazu b* Möglichkeit zu geben, muß die StadtveNrtaltung für ihre Ausgabe onsehen und sie würde damit im Interesse der Stadt, wie auch in dem der Einwohnerschaft handeln.

Rüben der Polkvsürsorge. Tcr 16 Jahre alte Schnei­der E. V. in Gera (Neuß) versicherte sich am 1. August 1911 nach Tarif II bei einer Halbmonalsprämic von .">0 Pfg. für eine spätestens nackt l" Jahren fällige Versicherungssumme von 130 Mk. Am 4. Oktober kam er beim Einsteigcn in di.' Straßenbahn zu Fall und zog sich dabei scharfe Hautschürs- ungcn zu. Es trat Blutvergiftung ein, welckte am 9. Okkobe- den Tod durch Herzlähmung herbeiführte. Tie Volkssür- sorgc erkannte den Tod als durch Unfall crsolgt an und zahlte den Hinterbliebenen den bedingmigsgeinäß fälligen Betrag von 120 Mk. aus. An Prämien hatte der Verun­glückte 2 Mk. bezahlt.

- Gesallene des Gießener Regiments: Vizescldwebel Paul K i r s ch n e r , Forstwort ans Strebendorf. Haupt- manu Georg Coulmann aus Gießen. Freiwilliger Wilhelm Hertlein, Lehrer aus Gießen. Unterossizier Fritz Stefson, sind. für. aus Gießen. Wehrmann Kar! Größer II. aus Stcinbach. Reservist Karl Gerhard aus Stcinbach. Freiwilliger Leopold K a tz aus Waben- born-Tteinberg. Ofsiz.-Stellv. Heinrich O hly, Lehrer aus Ober Bessingen.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten, (tsefr. Philipp Becker aus Reiskirchen, Inf.-Reg. Nr. 115.

Wegen die Lohnbrückerei. Vom komniaiidierenden General des I. Armeekorps. Frhr. v. d. Tann, ist folgender, »in ,Interest- der Arbeiter zu begrüßender Erlaß an die KreiSregierungen gerichtet worden:

Teni Generalkonimanda ist bekannt geworben, daß eine Neihe von Arbeitaebern seit Beginn der Mobilmachung »iigerechtsertigter- weäsc die bisherigen Gehälter gekürzt Hai und ihren Ar- beiter«, insbesondere den Heimarbeiterinnen, außerordentlich niedrige Löhne zablt.

Diesem gemeingefährlichen Geschäftsgebaren muß ein Ziel ge­setzt werden.

Ans Grund des Art 4 Ziffer 2 des Gesetzes über den Kriegs- zustand vom 5. November 1912 befehle ich hiermit, daß die Arbeit­geber die Webältei ihrer Angestellten und die Löhne ihrer Arbeiter unverzüglich so regeln, daß diesen ein ihren Leistungen entsprechender Verdienst verbleibt, läegen Zuwiberbgndelnde werde ich unnachstchtlich mit aller Schärfe Vorgehen.

Als Zwaiigsmaßregeln gegen die schuldigen Arbeit­geber habe ich in Aussicht genommen:

öffentliche Bekanntgabe der Slawen und Firmen,

I-> dauernde Enlziehuag von Miliiäelieferungen, c) Sperrung des Eilenbohn-Güierverkehrs für die Geschäfte, dl Schließung der dos Gemeinwohl gefährdenden Geschäfts- betriebe.