Ausgabe 
18.11.1914
 
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werdeiftick» Volks,ein,», erscheint leden Werktag übend in

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Dletten. Babndosstratte 23. (frfr L-wengassf.

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telrtb.n 2008.

Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcssen und der Nachdargcdicte.

Inierare kolken die ü mal aelpair. ttolonelzeüe oder deren iKaum 15 Pta. Bei gröszeren Lutträyen Ra. 'all. Anzeigen wolle man bis abends 7 Mtzr mr die »olgendc Nummer in der Expedition autgeden

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Gicßcn, Mittwoch, Den 18 . Nodcmlicr 1^14

9 . Jahrgang

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: Friedensmöglichkeiten.

* B o r d c II r wird uns vom 7. November geschrieben: c Versuch der liollänbischen Genoste». die Vertreter der »ionale auf »cukralEM Boden zur C nt l e i t » » n einer ensakk > o » 'ii cerfammelii, ist von der sranzösischen abgelehiit worden, ein Standpunkt, de» die Pertrete, lijcheii Arbeiierparie, jedensall» teilen werden. Der cinge- Grimd, daß da« belgische Erekntivkoniitee des internaiio giireans durch nichis diese, wenn auch nur provisorische Ihebnng verdient Iiabe, ist mir formaler ^Jfttur. v fn Wirk würde die Iran.ösische Partei ,',»r Zeit tede ^riedensver- fl adlestiicii, 3nm Frikben wie zum St riefle gehören zwei, erscheint gcgtnwärtig jede Friebensaktiou aiiSstchislo», r wollen versuchen, kurz zu erörtern, warum in Frau! genwärlig keinerlei Stimmung siir einen Frieden vor' ist und unter welchen llnisianden eine Friedensaktio» A»s- l Eisolg staden kann,

lächst iflnorleren die Aranzoseii eine wesentliche Tatsache! anlreich in den Strien Hinei «gezogen wurde infolnc seine:' sseS mit Rustlaiid 2ic iflnorieren - was wir jeibst vi»> zem nicht wußten das, die sran,ösische Diplomatie von ebenso entschlosien »in Rnstland flinfl, wie die deutsche mit 'ich und San sie von Mitte Fuli ab ans die englische Regie- i Sinne eines Slriegsbiindnistes eingewirkt stai. Darüber ch manches zu iaaen lein, Fedensglls besindet sich nicht nur nzöstsche Poll im Irrtum über die Porbediiifliiiiflen des . sonder» es sind auch unsere sranzüsischen Eienosten, allen unser nnverflestlicher Fcinrss, irre geführt worden, r werden sie erst durch das sranzösische Gelbbnch. dessen en wohl acht zufällig von Woche zu Woche verzögert wird, rt werden können. Alle Persnche von dritter Leite, sie iren, werden sich vorläufig an ihr unbesiegbares Msttrauen Feder, der nicht»bedingt siir Frankreich Partei ergreist, alsAgent des deutichen Staisers" verdächtigt zu werden, ibst wenn unsere Genossen geuan iviistten, wie Frankreich sirien hi nein gezogen worden ist, wäre jede Frieden S- itmg aussichtslos, solange Frankreich von de» deutschen » nicht geräumt, oder die sranzöstsche Armee vernichtet ist, wird Frankreich einen Friede» nur dann zu schließe» be- >. wenn es materiell jo erschöllst ist, dast die Weiterführung teges zur baren llninöglichkeit wird. Daran ist vorlansig t deuten

: Unversohnlichkeit gegenüber der deiüschen Okkupation teiiianden überraschen der sich des Slrieges von 1878 er­trotz der Pernichtung der Armee wurde der Strien fort» Eine» der Lebenselemenie des Stoininiineauistande» nach vergäbe von Paris war der Kriedensschlust, der als eine Ar. tndsverrat gerade von den revointionäreu Elementen an­wurde Diesen Standpunkt ivird jeder Lozialdeniokrat an Wir sind di grosten Perlenmdeten und die Opser des tUmu*. Man könnte sagen seine M ä r I » r e r. Denn er ungetrübte Stlastenkamps nur aus dem Boden des natio- Ttaatengeoiidets möglich ist, deckten sich unsere Mlaiicnintcr* dem Aationalbewnsttsein, Wir werden zu Märtnrern rtriotisinne-, weil wir das Recht und die Notwendigkeit der aien seibstbestimmnug auch der andern Bölier verteidigen, äeraten wir mit Sen Schichten »i itonslikt, die naturgeinäs, t.nalen Herrschajisbegriste aus das »ationaie Wctuct iiber- Frantreich ist der Nationaiftoi', historisch stark entwickelt, i ki unerträglicher, wie die Ansländeroerischait.

' ftlilen uns die Elemente, um eine kritische Analnie de' ''.f 1 n versuchen. Wir wollen nur iesthalten, wie er aus '" » gewirkt hat und wirkt. Niemand in Frankreich , eb.l verhestit sich die Größe der vtesastr, die Ruhla« d .'»tichland bildet, lieber eine Niederlage Rnhiands wart V* *-» u n 11 I* 1 * * gewesen, ivenn Deutschland von vorn- t>chranlreich gegenüber aus eine Verteidigung seiner ttreitzen b:sgn,,f, ,,d f Pnic ggz, Macht aus Rußland g>- natte, «Jine Desenstve »inst, soll sie ersoigreich lei», ossenstv werde,, nnfc Cf tu fl T( rt |jp nicht ausgeschlossen geblieben, "eutsaie Berteidignngsscellung bis zur Maas und tm Jiofel vorgeschoben worden wäre. Die Tatsach--,

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Hauptmacht der deutschen Tr»wen über Belgien und vrg nach Frankreich vorürang, um durch einen .schnellen chtigen Schlag die Eonzentrierung der sranzöstsche» Armee nüerziiivrenge» und dann deren Truutpier nacheinanbee ,'iben, ivährend au der russtschen (grenze nur eine verhält lll kleine Trupveninacht konzentriert ivnrde, hat in Frank­lieberze,igung verankert, das; es sich für Deutschland nicht e Berteidig :> g der Zivilisation gegen die Xosatensterrschatl. sondern um die Zerstörung und loch» n g der w e st l ä n d i s ch e n liullur handelt wahren, übertriebenen oder salsclwn Details über die llriegssührunq. die jedensalls alle für wahr gehalten haben diese lleberzeugiing »och verstärlt. lind was von abern n g Sp l ü» e » in der deutschen Presse in die tff,e Preste übergeht, ist nicht dazu angetan, »m diese lieber s ;n erschüttern. Wir sehen sllr die nächste Znknnst »ich. ,^'ggste Aussicht, dah Frankreich siir eine ,>riede»s- ,",>»i>giich sei» könnte. Muh der Sirien also bis zur Per- r *««er Partei oder bis zur völlige» (trschöpsung beider " geiuhrt werden?

li e v o l l e r . v e r n ii n s t i g e r Friede, der des- \ ,, a u er n 6 e r Friede wäre, ist nur unter der Bedingung »eantreich, und mit ihm (sngland, überzeugt werden, ilihlaud teinrn (rroberungskrieg führt, dah es zum »riegt I >"teeich nur durch beste» Bündnis mit Ruhiand gezwungen ''' Oit das jetzt noch möglich? Xaum, Unmöglich Aber dazu ist viel Takt nnd Taktik unerlählich, Es ist itnmöglich, dah die deutsche Regierung in nnzweifel-

haster Weise erklärt oder iviederhvlt, dah sie ivestlich leinerlei Er- oberungspläne hat, jedoch bereit ist, aus nationaler Basis eine Grenzregulierung vereinbaren. Es ist nicht u » in ö g - l k ch, dah die deutsche Heeresleitung nach einem sichtbaren Ersolg sich sreiwillig ans die Verteidigung der Maas-Moselstelluug be­schränkt, Es ist nicht unmöglich, dah die dadurch frei ge wordene» deutschen Truvveii gegen die russischen Massen verwendet werden. Das sind Eventuaiitäten, die nicht niimöglich sind, deren Möglichkeit sich jedoch unserer Stonipetenz entzieht. F h r e Reaii- sierung allein könnte in einigen Wochen deii verrammelten Friedensweg ivieder sreimachen eS sei den», da» deutsche Heer vermöge, das sranzöstsche auszureiben. Das halten wir jedoch vor iänsig siir ausgeschlossen, Frankreich allein ohne Eng­land wird von heute bis Februar in der Eage sein, a n h e r den. Rejerve » .'liKit'iK) Mann frischer Truppen ins Feld zu führen, Lolche Maste» kann nia» schlagen, aber nicht ver­nichten.

Vom Lüffenseldfug.

Ans eine,» indirekten Wege erfährt die Franls. Zig. aus den Pereinigten Staate,, von Amerika: Zn letzter .feit sind von der Presse der Alliierten Nachrichten verbreitet worden über angebliche Ausschreitungen und (Siransamkeilen deutscher Truppe» gegen die jüdische Bevölkerung i., Rnsstsch-Poleii, Die Absicht dieser lügen­haften Berichte ist leicht erkennbar. Sie versoigen natürlich den Zweck, die össentlickie Meinung neuiraler Länder zu verglsten und besonders die deutschsrelndliche Haltung der Zudeti in den Ber- einigleii Staaten z beeinslusten. Diesen Machenschaste» ist der deutsche Botschaste, ttras Bernftorss in einem Schreiben au den Herausgeber der jüdischen Tageszeitung Der Tag mit aller Schärfe eutgegeiigetreten. Diese Siundgebnng »,id eine von einigen Tagen verössentlichte Erklärung des BotjchasterS, dah Deutschland der türkischen Regieruna den Schlitz der in der Türkei lebende» Fuden warm einvsohlen hat, hat in der össentlichen Meinung den besten Eindiiic? nnd in jüdischen Streifen lebhafte Befriedigung hervor- gertisen und hat die in Amerika lebenden Fuden in ihrer deutsch­freundlichen Haltung wesentlich bestärkt. Man ersieht daraus wie­der, dah die deutsche Regierung weniger durch Persprechungen als durch Talen ihre gute» Absichtc» beweist, wo es sich um allgemeine Fragen der Eierechtigkeit und Humanität handelt.

Tcr Nciitralitätsbriich Belgiens.

Berlin, lf». Nov. (litr. Frksk.) Zn den sctvn vorhandene:: Beweisen dasitr, dciß Belgien selbst seine Neutralität brechend, schon vor de», Beginn des Krieges zu einer Siooverakion mit Frankreich und England bereit war, liefert die Norddeutsche Allgeincine Zeitung solgende neue: Ein bei Kriegsausbruch in Frankreich tätig gewesener deutscher (flasnieister hat unter eidesstattlicher Versicherung zu Protokoll gegeben:

Ich war seit l. tzuli 1G13 von einer deutschen Firma als Betriebsleiter des ihr gehörigen (Ssvswerks in Lnnaing bei Valenciennes (Frankreich) angestellt. Vorher war ich zwei Jahre lang in derselben Stellung in Tinant bei Namnr, von wo meine Fra» gebürtig ist. Bis l, August d. I. war in Lnnaing und auf meineui etwas vom Lrt abgelegenen Gas­werk alles ruhig. Ich ersuhr erst durch meinen Kassierer, dast, mobil gemacht werde. Ich ging dann sofort zum Bürger­meister und fragte ihn, welche Maßregeln er zur Sicherung ineilier Person und des Gaswerks zu treffen beabsichtige. Es wurde eine Sitzung des (,-eiiieinderats auf Uh. abends einberufen, an der u. a. auch ein Eonieiller du Tövartement du illorö namens Lerdavain sich beteiligte. Dort wurde mir ein Gcmeindomitglied zur Seite gegeben: das lsiaswerk selbst werde von Soldaten bewacht werden. Ter Eonseiller du Töpartcment sagte, es seien in Maubeuge etwa lävOistf Mann und in Givet ebensoviel, die bereit seien, durch Belgien nach Tentschland einzusallen. Jct> kann be- sliiamt versichern, daß diese Aussage mit den genannten Worten schon am 1. August gefallen ist. Ich habe mir sofort am anderen Tage die beiden Punkte Maiibenge und Givet mit Blaustift in meine Eitenbahnkarte eingezeichnet. Ter Eonseiller fügte noch bei, er brauchte- sich vor mir nicht zu ge­nieren. Er glaubte nämlich, ich könne doch nicht mehr weg- kommen."

(^itsflai'ds Lotffe um Anvie».

Aus Amsterdam wird der Franks, Zig. geschrieben: Während die ssidasritanische Frage eine ernste Sorge sitr England bilden muh, kann die Sorge ttm Fndie» und die indischen Truppen nicht geringer sein, Ter Zufall wollte, dah ich heuie mit einem früheren englisch-indischen Ciiwcr zusammensah, während drauhen die ersten dichten Schneeslocken hiernieöergingen. Der Herr schaute durch das Fenster und änherte sich besorgt:Diesen vasten Schnee Hallen unsere Eikinrkas und Sikhs in Nordsrankreich und Belgien nicht aus. Sie find glänzend abgehärtet gegen trockene Ställe, aber nicht gegen die kalte Feuchtigkeit und mich sollte es nicht krstaunen, wenn 40 Prozent von ihnen, wie wir das ja bereits früher er­fahren haben, von Lungenentzündungen und Magenkrankheiten gepackt werden, zumal sie stck nicht an die europäische Nahrung ge­wöhnen können. Dieses Weiler ist ein böser Feind für und," Er sprach mit Beivundernnq von der englischen Organiialion in Fndien, die mit 00 bis 70 000 Rann Weihen und 100 000 Man» Eingeborenentruppen die Hunderte von Millionen Fuder ,us'.i»i- menhalie. Aber auch hier muh die Unsicherheit bezüglich der

Asghanen grohe Sorge Hervorrusen, meinte dieser Herr,Es ist sicher," jagte er,dah es den Engländern bisher gelungen ist, die Fuder »der die wahre Lage hinwegzutäusche», woranS sich die zahl- reichen Synipathiekiiiidnebnngen indischer Fürsten u»d indischer und selbst mohammedanischer Sireise erkläre» lassen. Aber w.rd man es verhindern könne», dah inuselmanische Emistäre über Stleinasieii, Persien und Asghanistan ihren Weg nach Fndien finden? Die Asghaneii sind üuherst laviere Leute. Sie sind SIrieger vom Scbei.el bis zur Sohle Und änherst blutdllrsti«. Solllen sie wirtlich in Fndien einfalle», so bleibt es unsere Hojs nung, dah sie derart hausen, dah das indische Volk einen Abscheu vor ihnen bekvmmi, Stellt sich aber ein kluger und energischer Be- sehlshaber an ihre Sviue. der Mord »nd Plünderung zu verhiiten weih, io muh mau befürchten, dah die eingeborene» »lohanimedaus- schen Truppen mit den »iohammedaiiischeu Asghaue» geuiei»schast- liche Sache nmchen, nnd dah auch die stets zur Widersetzlichkeit ge­neigte» Hindus in Bengale» i» Ansrnhr komme». Die Fuder sehe» eben nickst ein, dah, wenn es gelingen will de, die englische Oberhoheit abzuschiitteln, unter der das Land grohe Fortschritte gc.nnchi Hai und die Lage der Fuder selbst auherordeistlich ver> besteri ivvrde» ist, wiederum ei» Riickschleig konimen würde, der für das indische Polt leibst am saialsten wäre.

Man kann sich nicht verschleiern, dah die Lage ernst ist siir England und dah die Zutunst FndienS als die beörohlichsie Auge- legenheit sür England in bicfein Augenblick z» erachte» ist, Stomnit cs ivirtlich zur Gärung in Fndien, so ist es sraglich, ob die jehigeu Männer der Regierung in England, die de» Strien gemacht habe», am Ruder bleiben können und ob die striegsbereitschas« dann noch an hält,"

PfNt«;;aL macht migern mit!

Aus Privqtbrlcfen aus Portugal ist z>( entnelimeu: In: Volke ficrrfcfit unr geringe Begeistening über die beabstcbti, 7 t'

Triippenenksendung »acl, Jrankreicts. In 0er Provinz sind viele junge Lenke über die Grenze geflohen. -Offiziere er- klären sich offen gegen eine Mobilmachung, Sie sagen, so­lange die jungen Engländer zu Hause noch Tennis spielen, hätten die Portugiesen keine Veranlassung, als Stononen- sntker für die Engländer in den Krieg zu ziehen.

Der .ttrica wird noch lange dauern!"

In einer Ansprache an die Schüler höherer Lehranstalten in Dl ii n ch e » führte der bayerische Stönig aus:

Der St r i e g w i r d noch lange öauttu. Aber wir werde» nicht ruhen noch rasten, bis der Feind aus dein Felde ge­schlagen ist und wir eine» Frieden haben, der nnd ans lange Zeit vor Ueberjall stchert, Fhr bereitet Euch vor anj de» Strien. Vergeht aber darüber Eure bürgerlichen Pflichten und Eure Studien nicht, denn unsere Erfolge waren nur dadurch möglich, dah >v,r i» der Schule eine Bildung erreicht habe», ivie sie in keinem Lande der Welt möglich ist,"

Llttcki ei» .»kriegoscindlicher" Sozialist.

Mailand, 10, Nov Heut« erschien hier ziu» criien Male ein

r.'mi, unabhängiges 3ci:flIi(fcnW<rtt unter dem Titel: Popolo

.flmi-.i Seiler ist dcr bisherige, entlasieue EhefrebaNenr des offi» zi.nen Parleiblatles Ava»'.!, Rristvlttti, Das Blatt ist mit sranzö- sischein Stap.al in vorläusiger Höh: von einer halben Rillioii ge- g'.iiiidei worden. Der Havpkpnnl! seines Piogramms gchi dahin, aegen Deutsch:-:::-) d:e wüsteste Feindschast zu prebigen^unb >iir die Teilnahme ,Italien» am europäischen SJvicge a» der Seile Fran-trcichs und der übrigen VerMi.nbeteii einzntreien,

Ticsrefnzösischcn(s'»c>vcr?sl1-erstciirriidderKricg

Einem bekannten Gewerkschaftler schrieb der Genosse Merrheim für den Vorstand des französischen Gewcrlichasts- blindes in einem Anfang Oktober aufgegebcnen Briese u. a, des folgende:Leider können wir Ihnen unser ossizicllcs

Blatt nicht mehr sende». Tic Mobilisation von Millionen französischer Arbeiter bat uns die Mehrzahl aller Gewerk- - schaftlcr entzogen. Tahcr haben alle Organiiationcit die Bei- tragszahliingoii nnd die Erhebung von Beiträgen einstellen müssen. Sie sehen ihre Ausgabe jetzt nur darin, dcr Arbe'iter- klasse behilflich zu sein, diese schreckliche Zeit »ach Möglichkeit zu überstehen. Ter Vorstand des Gewerkschäslsbundcs hak zu- sainmcn mit dcr Partei ein gemeinsames Komitee eingesetzt, um etwaigen reaktionären Anschlägen sofort entgegentretgit zu können. Allerorts haben die Gewerkschaften, sei cs ge­meinsam mit der Gemeinde oder aber mit den Unterkoinitees des Nationalen Vcrtcidigungskomitees, Volksküchen einge­richtet, in den sür 20 Eentinics pro Person Mahlzeiten ver­teilt werden und Zwar mittags Suppe, Fleisch, tbemüse, Brot und abends Gemüse und Brot. Natürlich warten sie alle mit Sehnsucht auf fielt Augenblick, ihre gewerkschaftliche Tätigkeit wieder aufnehmcn zu können. Es fei noch erwähnt, daß der Staat den Familien dcr Eingezogenen eine Entschädigung von 1 Fr, 251 Mt, vro Tag nnd siir sedcs Kind 50 Centimes zahlt- Tesgleichcn allen bedürftigen Arbeitslosen.

Sie sagen in Ihrem Briefe, daß die deutschen Arbeiter nur mit großem Bedauern gegen Frankreich niarschicrcii, daß sic durch den Zarismus sich vedrobt fühle» und glauben, daß dessen Sieg eine furchtbare Wirkung auf ganz Europa