und besonders auf die Arbeiterbewegung haben müsse. Gc- slattcn Sie uns, zu bemerken, daß zum Bedauern jetzt keine Zeit ist, denn dies könnte die furchtbaren Schrecken, welche wir durchlebe», nicht mildern. Es ist jetzt auch nicht an der Zeit, die Schuldfragcn festzustellcn. Für uns besteht die brutale Tatsache, daß jeden Tag Tausende von belgischen, deutschen, englische», österreichischen, sranzösischen Arbeitern durch Mordmaschinen nicdergeniackt, verwundet oder getötet werden auf den Blutfeldern Europas. Und das sie inmitten ihrer so schweren Leiden, ihrer Angst- und Schmerzensrufe, ihrer wilden Klagen, ihrer Agonie, ohne von den Hunderttausenden Krüppeln zu sprechen, von den Invaliden, die wir erst nach dem Kriege Wiedersehen werden, schuldlos sind. Alle ihre Leiden sind auch unsere Leiden. Tie unheilbaren Leiden und die Trauer ihrer Verwandten, ihrer Frauen und Verlobten, sind auch die unseren, weil sic zu unserer Klasse, zur Arbeiterklasse gehören. Weil unser Ideal dahin geht, sic alle vereint zu sehen, zwar nicht durch den Krieg, sondern durch die Erkenntnis und die internationale Organisation des ganzen Proletariats. Niemand von ihnen darf in unseren Augen als ein Gegner oder Feind erscheinen. Tie Freiheiten der Arbeiter sind gleich in einem Lande wie in dem andern, das heißt, sic sind hier wie dort mehr oder weniger unbekannt. Taher sehen wir auch nicht, was die deutschen Arbeiter, ganz gleich ob Sieger oder Besiegte, gewinnen sollten, loenn in Strömen von Blut und auf Bergen von Leichen der deutsche Imperialismus sich befestigen lvürdc. Andererseits aber fühlen wir gar zu gut, was sie und mit ihnen die Freiheit Europas, verlieren könnten. Zum Schluß sei noch wiederholt, daß der Gcwerkschastsbund und die französische sozialistische Partei in diesem Falle, wie bei allen vorhergehenden Kriegen, wo unsere Aktion von großer Bedeutung für den Frieden gewesen ist, ihre ganze Pflicht
getan haben, um den Krieg zu verhindern......"
Zweierlei Haltung.
Paris, 16. Nov. Fn der sozialistischen Humanste erhebt der Abgeordnete Longuet Widerspruch gegen die Roheiten der Pariser Press«. Unter der Ueberschrist „Zweierlei Haltung" weist er daraus hin, daß die englisch« Presse sich verpflichtet suhlte, deni Mut des Kapitäns der „<5 m d c n" Anerkennung zu zollen. Tie Pariser Presse habe jedoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur Beleidigungen und S ch i m p s w o r t c gefunden. Ter Matin insbesondere habe ihn wie einen Seeräuber behandelt. Derartige Groblpeiten verstießen gegen die srauzöslschc Tradition, ivelchc die Anerkennung des Muts auch beit» Gegner verschreibe. Es sei «in Glück, daß die sranzösischen Soldaten im Felde mehr Menschlichkeit an den Tag legten, als gewisse Pariser Zeitungen. sFranks. Ztg.j
Die franjösijcheil Konjcmratioilsler »er.
AuL Bordeaux, 7. November, wird uns geschrieben: Die Humauits und die GUerre Sociale berichteten vor einigen Tagen über die traurige Situation der in den Konzentrationslagern internierten Deutschen und Ocstcrrcichcr. An zuständiger Regierungsstelle ist »ns darüber folgendes erklärt worden: Tie Angaben sind übertrieben oder falsch. Zu Beginn waren Unzulänglichkeiten llnvermeidlich. Seitdem ist nach Möglichkeit Abhilfe geschaffen. Tie Lager werden alle 8 Tage von Inspektoren besucht, die dem Minisieriun: des Inner» darüber Bericht erstatten. Alle Maßnahmen zum Schutze gegen die strenge Jahreszeit sind getroffen. Stur die »itlitärpslichtigcn Männer, soweit sic nicht in ehelicher Gemeinschaft leben, sind getrennt interniert. Betten für die Internierten zu beschaffen ist gegenwärtig nicht möglich, da außer für 120 000 belgische, auch für die Flüchtlinge aus den okkupierten Provinzen geiorgt werden muß. für die es gleichfalls an Betten fehlt. Es ist uns schließlich zngcstchert worden, daß die Mitglieder des deutschen ioz. Lescklubs in ein gemeinsames Lager untcrgcbracht werden sollen und daß ihnen gewisse Erleichterungen — Zeitungen, Bücher — gewährt werden. Gegen etwaige Mißgriffe werde stets energisch eingegrissen werden.
Aerleaeiiftciten in Tunis.
Neapel, 16. Nov. (1°. U.) Ter aus Tunis hier cingetrossen« Dampfer „Pieuwut" berschtet, datz die Franzose» zahlreiche Eingeborene aus heben, um sie ans de» europäischen Kriegsschauplatz zu bringe». A» ihrer Stelle sollen die weihen Truppen in Tunis verstärkt werden, uni einen etwaigen panislamtttschen Aufstand, dessen Ausbruch mau befürchtet, uiederzuhatten. I» Tunis erhofft inan i» diesem Falle italienische Hisse.
Ntttträmsche Netttreililäl.
Bukarest, 16. Nov. (Ctr. Frist.) Eine Versammlung der hervorragendsten Mitglieder der konservative» Partei aus dem ganzen Lande sprach ihre vollständige Zustimmung zur Politik des ParteichefS Marghiloman und zu seiner Haltung angesichts der jetzigen Umstände aus. Marghiloman ist uäm- lich Gegenstand heftiger Angriffe der kriegerischen Elemente, well er weder das Eingreifen der Gasse in Fragen der äußeren Politik noch ein kopfloses Draufgehen ermutigen will, sondern staatsmännisch für eine ruhige Politik eintritt. die die großen Interessen Rumäniens sicherstellt und am besten in der beschlossene» Neutralität vorläufig zuni Ausdruck kommt.
In Norwegen interniert.
Ter engsischc Lastdampser „Weimar", aut der Reise von Archangelsk nach Leith, ist Samstag nacht aus Bocraaholmc» aus- Cctnmit. An Bord sind u. a. 28 englisch« Marineossiziere und Soldaten, die einen Eisbrecher von Kanada nach Archangelsk geführt hatten und sehr zurück sollten. Sonntag brachte der Trondhjcmdampser „Arsar" die an Bord Bcsiudlichcu nach Dront- hcim. wo die militärische Behörde nach dem internationalen Gesetz die Lssiziere unh Soldaten intenilercu wird.
Tic Bereinigte«» Staaten und Japan.
Ter römische Korrespondent des Eorricre dclla Sera will aus bester Quelle erfahren haben, daß aus englische Veranlassung zwischen den Vereinigten Staaten und Japan ein U e b c r c i n k o m ni e n besteht, wonach alle das Gleichgewicht im Stillen Ozean betreffenden Fragen gemeinschaftlich gelöst werden sollen. Es sei daher zu hoffen, datz jetzt kein Konflikt entsteht, wenn die japanische Flotte das deutsche Geschwader in den nordameri- kanischen Gewässern verfolgt.
Die Stimmuna in Amerika.
Entgegen allen anders lautenden Nachrichten muh doch gesagt werden, dah die össcntlichc Meinung in den Bereinigten Staaten, soweit sic durch die Prelle ausgedritckt wird, kaum weniger antideutsch ist wie zu Beginn des Krieges. TaS zeigt sich B. daran, dah man allgemein damit einverstanden ist, dah durch die englische Seehcrrschaft den deutschen und österreichischen Reservisten die Heimkehr unmöglich gemacht worden ist, dah sich aber kaum jemand dagegen wendet, dah fortwährend Munition und Waffen in grohc» Mengen für die Alliierten sabriziert und verschifft werden. >
Fnwicweit direkt englisches Geld in der antideutschen Agitation steckt, zeigt sich wieder an einem krasien Beispiel, das setzt bekannt wird. So haben ehcinaiige Studenten der berühmten Harvirb- Univcrsitäi, die in Washington ansässig sind, gemeldet, dah Senat und Rektorat ihrer Hochschule vor die Wahl gestellt wurde», entweder ans ein Legat von 16 Millionen Dollar zu verzichten, oder den dcntschcn Austauschprosessor Hugo Mllnstcrbcrg sofort zu entlassen. Dieses Legat ist der Hochschule noch nicht endgültig vcr- inacht, war ihr jedoch in Aussicht gestellt von dem Eigentümer eine'' großen Londoner Nachrichtenageiitnr, dem Major Wiener. Natürlich hat er in diesem kritischen Augenblicke noch schnell seinen Einfluh benutzt, um den verhaßten Deutschen, der zur Aufklärung de-S amerikanische» Publikums sehr viel getan hat, zu beseitige», che er sei» Geld endgültig gab. Ter Zweck wurde auch erreicht, denn Professor Münsterberg hat inzwischc» seinen Rücktritt erklärt.
Ter englische Abgeordnete Barnes, der Vorsitzende des diesjährige» Gewerkschaftskongresses, der zurzeit in den Bereinigten Staaten ivcilt, schreibt in die Heimat, dah allgemein, besonders auch bei den Arbeitern und Getverkschastsstthrern, deren Muttersprache meist englisch ist. die Stimmung gegen Deutschland sei. F» einer Funktionärversammlung habe man ihm aus die Frage, aus wessen Seite sic stehen, gesagt, es sei ihnen ganz gleich, wer die Deutschen vcrpriigcle. die Hauptsache sei, dah dieselbe» verhauen wurden.
Minister bei den Gewerkschaften.
Um ein Bild ihrer Tätigkeit auf de»! Gebiete der Kriegsfürsorge zu geben, hatte die Berliner Gewerkschaftskommission die beteiligten Reichsämter und Ministerien für vergangenen Sanistag zu'einer Besichtigung gewerkschaftlicher und ge- nosscnschaftlicher Einrichtungen aufgefordert. Erschienen waren etwa 30 Herren, unter ihnen der Handclsminister und der Minister des Innern, die Staatssekretäre des Rcichs- justizamts und des Reichsschatzamts, der Oberbürgcrmeiste! von Berlin, die Präsidenten des Reichstags und des Herren- Hauses sowie eine Anzahl Mitglieder verschiedener Parteien des Reichstags. Besichtigt wurden der Arbeitsnachweis und die Zahlstelle der Arbeitslosenunterstützung im Mctall- arbeiterhanS in der Linienstraße, die große Bäckerei der Konsumgenossenschaft in Lichtcnberg, das GewcrkschaftshanS
am Eugclufer und das Holzarbciterhaus am Köllr Park.
Keine Japaner bei den Nnssen.
Tee Nattonalzdg. in Berlin verbreitete lllr-ljch di: Ra baß bet den Kämpfe!! t» der Gegend von E u d t k» I) tt t „ TtallupLuen G « sang c nc gemacht worbe» seien, die japa^ ll n i f o r m c n trugen. Es ioll sich um Artilleristen band« ans russischer Seile die Geschütze bedienen. Au maftftcfcuk, m Berlin wird nun den Münchener Neuesten Nachrichten mt- is! davon nicht das geringste bekannt. Damit saUcn au<f, Gcriich!« in nichts zusammen, die in den letzten Tagen in de wänigen Presse mit der deutlichen Absicht verbreitet wurden, „japanischen Schrecken" zu verbreiten.
Hccreslieserungcn.
Berlin, 16. Nov. (Ctr. Bln.) Zur Beseitigung von ständen, die sich während des Krieges bei Hceresticscri hcrauSgebildct haben, sind bereits Maßnahmen in der sührung begriffen, vqn denen zu erwarten ist, daß ein« greifende Acndcrung in Kürze erzielt wird. Anregung? Vorschläge von privater Seite, die sich hierauf beziehe» die Heeresverwaltung künftighin nicht mehr ini ein besonders beantworten.
Berkel,r nach «traßburst.
Wie für Metz sind jetzt auch für Strahburg erschwerend! bcdingunge» eingclreicn. Re ich-deutsche bedürfen zur Rei Strahburg eines Passes oder Passierscheines der zuständig bördc ihres Wohnortes. In ciaic.ru mehr als dveitägigcn Au ist schriftliche Erlaubnis der Militvrpolizemneisters crsm Für den erweiterten Besehlsberesä) SIrahburgs gilt dassel folgenden Ortschaften: Appenweier. Avoisheim, Bischheim, ik
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heim, Mölsheim, Mmidolsheim, Mutzig, ÄoShttm, Sicph, ^ dir Sulzbad .Vendonherm, Wangen, Wangenau, Wasselrrheim, ? ' heiin, Windschlag. — Fahrkarten nach Strahburg sind Rciseiide auLzugeben. ivelche die vorgeschriebenen Ausweis« Mnhttttiist zur Besonnenheit.
Der Landrat des Kreises Braunsbcrg kommt folgende Bekanntmachung: „In den letzten Tagen ftni krufPf reiche Flüchtlinge aus dem südlichen Ermland im Kreil % getroffen, die scheinbar' aus übertriebener Nervosität Heimat verlassen lmben. Ta erfahrungsgemäß bu:. übertriebenen Erzählungen solcher Flüchtlinge falsä rüchtc verbreitet iverden, die zur allgemeinen Panik ■ ersuche ich die Kreiseingesessenen, solchen Erzählungen Glauben zu schenken, mir vielmehr die Verbreiter der Gerüchte zwecks Bestrafung zur Anzeige zu bringen.
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grundlos seinen Wohnsitz verläßt, hat die ihm dadur I»M
standeueu Schäden selbst zu tragen und auf Kriegsen gung nicht zu rechnen."
Auch die Nordd. Allg. Jtg. hat bereits vor einigen l zur Ruhe gemahnt, das gleiche Bestreben zeigen die a Zivilbebördcii. Tarüber wird dem Berl. Tagebl. aus M berg telegraphiert:
„Die infolge der letzten Kämpfe wieder cinsetzende ! bewcgung ans den ostprcuhische» Grenzbezirkcn gab den I zu einer Ermahnung des Landeshauptmannes an die B< I iveiter ivestlicher Bezirke, sich nicht mitrcihen zn lassen I den Bewohnern der Grenzbczirke wird angesichts der der Witterung zum Bleibe» geraten, zumal keine ernste bestehe. Es seien Maßnahmen getrosten, um diesenig, ssllchlcn wollen, nach dem Westen zu bringen, und das ! versorgen. Unsinnige Gerüchte über Bcrgungsziige in gleichen ivurden durch eine beruhigende Erklärung wi dah cs sich uni kiscnbahntechnischc Maßnahmen handele" Ter Oberpräsident der Provinz Posen, v. Eisen Rothe, hat erklärt: „Tie Gefahr eines russischen kwl liegt nach menschlichem Ermessen nicht vor. Ich lchi diese Mitteilung dazu beitragen wird, ängstliche Gemü beruhigen und die Bewohner der Provinz von grün und übereiltem Verlassen ihres Besitzes abzuhalten."
Sckinapsverbot in Ostpreußen.
Der stellvertretende Kommandierende General des 1. korps hat in einigen ländlichen Kreisen den B er kau Schnaps an Militär- und Zivilpersonen » Fm Anschluß daran haben einige Landräte verordnet:
Das Schnapevcrbot umfaht alle Spirit! auch Rum und Arrak. Grog von Rotwein kann in k Menge» verabfolgt werden. Alle Zivilpersonen, betrunken aus der Straße zeigen, iverden fcstg> in c » und setzen sich Haststrasen ans. Schankstätten, die v°
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Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 115
„Denkt wie Ihr wollt von mir," sagte Helgestad, „wird mein Fuß darum nicht wanke», der Hut nicht von meinein Kopfe falle», aber seht Euch vor und hütet Euch vor übler Nachrede. — Jlda", fuhr er mit scharfem Nachdruck fort, „ist eine Jungfrau, die anders von Gott geschafscn ist und in anderer Zucht und Ehre wandelt, wie eine halb heidnisch verkrüppelte Dirne. In wenigen Tagen wird sic nach TromiL ziehen in ihres Mannes Haus und hier in OerenäeSgaard wird Hanna bci Björnarnc wohnen. Wird eine frohe doppelte Hochzeit sein, Herr Marstrand, hoffe, sollt tanzen darauf und nun seht Euch und sagt mir, was Ihr wollt und womit ich Euch Helsen und dienen kann."
Marstrand folgte dieser Einladung. Helgestads Andeutungen hatte er wohl verstanden, er konnte sich denken, waS Paul von ihm berichtet hatte und jetzt mochte er weder leugnen, noch die Wahrheit jagen. Er erzählte ausführlich, wie es am Balsfjord stand, rühmte seinen Fleiß und den Ei- folg, konnte aber nicht verschweigen, daß sein Geld auf die tllcige gehe und daß seine Vorräte einer mächtigen Verstärkung bedürften.
Hclgestad hörte ohne Einwand oder Vorwurf zu. Es schien ihm sogar Freude zu machen, als er hörte, daß die Sägemühle im Bau lei, der schwierige Weg beinahe fertig stehe und zu einer gewaltigen Holzrutiche alle Vorbereitungen getroffen würden, mittelst welcher die größten Stämine von der Höhe der schroffen Felsrändcr bis an den Strom geleitet werden sollten.
„Nuh!" ries er endlich, „kann mir's denken, wie sic die Mäuler aufspcrrcn und in die Fäuste schlage». Habe allerlei davon vernommen, will aber das Wunder selbst sehen und an den Balsfjord kommen, sobald ich in den nächsten Tagen
mit meinen Arbeiten hier fertig bin. — Kalkuliere, ist keine leichte Sache: habe Euch aber imnier für einen Kopf gehalten, der auch ein schweres Ting in Ordnung zu bringen weiß." — Mit einem gcnugtucndcn Grinsen reichte er ihm die Hand, die er schüttelte und fuhr dann bedächtig fort: „Müssen es überlegen und wollen cs tun, weil» wir am Bals- sjord sind. Kommt jetzt und laßt uns einen frohen Abend halten, damit Ihr morgen gestärkt über das hohe Fjeld konimt, wo die Lappen schon ihre fetten Tiere sondern, Felle und Hörner sanimeln und Komager und Decken machen, um auf deni Markte an der Lyngenkirche mit gefüllten Säcken herunter zu kommen. — Werdet doch auch den Markt b-> ziehcn?" fragte er dann.
„Ich glaube nicht", sagte Marstrand.
„Glaubt cS nicht?" rief Hclgestad. „Ist der Lyngen- herbstmarkt der größte von allen. Bringt blankes Geld ein und im Tausch viele Häute, Federn, Hörner, samt Renntier- fleisch'für den Winter, Bärcnschinken und andere Leckerbissen. Ist kein Kaufmann weit und breit, der davon fort bleiben möchte."
„Aber Ihr wißt meine Geschäfte", erwiderte der junge Gaardherr verlegen, „und überdies sind meine Waren, da ich ganz allein bin, wenig noch geordnet."
„Ltiih!" sagte Helgestad kopfschüttelnd, „muß seltsam damit ausschcn, ist Ordnung mehr wert wie Brot. Dürft den Markt nicht versäumen, kann in vier Wochen noch manches gcsckx'hen. Fragt den Priester", fuhr er zuin Fenster hinausblickend fort, „er wird Euch dasselbe sagen, oder den dick- haarigen Ouäner dort, der mit ihm konimt, er wird unr keinen Preis eher nach Loppcn wollen, ehe er nicht auf deni Lyngenmarkt seinen letzte» Pfennig vertan hat. — Kommen dahin die Männer und Weiber bis von den Außeninseln und lassen da, was sic das ganze Jahr g-'spart haben."
So fuhr er fort uiit Marstrand zu plaudern, und wenn dieser ans seine Niederlassung, und waS er eigentlich bezweckte.
zucückkoinmcil wollte, lenkte er das Gespräch imnier 1 auf andere Tinge, indein er kurzweg wiederholte, daß < kommen, selbst sehen und Helsen iverde. Das Beste, t luiigc Ansiedler erfuhr, war eine genaue Schildern diesmaligen Fifchniarktes in Bergen und die Gcwißhi er sehr woyl getan habe, nicht sofort zu verkausev Preis war bis über vier Spezies hinaufgegangen, uv drein hatte in seinen Büchern eine hübsche Summe au strands Konto abgeschriebe».
„Ist ein glückliches Jahr!" rief Helgestad, „habt probt, und möchte eine Handvoll Silbertaler daran setz es glücklich endet. Sperrte Uvc Fandrcni seine runden weit auf, als ich ihm den höchsten Preis für Euch a! — Will meine Freundschaft nicht etwa damit rühme Marstrand," fuhr er fort, als er den abweisenden l Gesichte seines Gastes beobachtet hatte, „sage cs Euc ist auch inein Vorteil, daß Eure Rechnung, sür die id schast geleistet habe, herunter kommt, so weit es angeht Handel und Wandel: gilt keine Freundschaft dabei, m> nehmen, was er bekomnicn kann, wär's auch vom und Vater." — Er lachte vergnügt und rieb sich sei' mit vieler Heftigkeit, als Zeichen, daß er durch das, sagte und dachte, sehr erfreut war. Tonn bedauerte I er den dicke» Burschen nicht an den Lyngcnsjord hast 1 können, endlich aber grinste er kopfschüttelnd, indem einerlei Seitenblicken auf Marstrand diesem einige Bemerkungen über seinen Verwandten in Bergen ff !
Damit und mit seinem vertraulichen Zunicke! Augcnzwickeii, in welchem ei» solches Gemisch von Li! rauher Wahrheit, Schelmerei und spitzbübischer Bcob lag, daß Marstrand niemals sickser war, was er dava» glauben sollte, ivarf er seine Bücher in den Kasten den Gast aus, mit ihm ein frisikses Glas zn mischen ! lForlsetzung folgt.)
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