Ausgabe 
17.11.1914
 
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«tue cintycimafjcn normale Bahn hincinkommt.

Es»t sich aber »ich, verheimlichen, daß bclgischcrseitS einige Kräfte in Bewegung lind, um systematisch die Bevölkerung anszu- heyc» und den glühende,i Hast auszustachcln.

Zwist vcr Mt ^ichwärmcr.

Rom, 15. Nov. (Citr. Frkft.) Zwischen de» Stationoliftcn und den Reformsozialisten, die seither in der Agitation für den Bruch der Neutralität zusamnieugingen, ist ein Zwist ausgcbrochen, weil Bissolati, der Führer der Rcforinfozia- listen, in einem Artikel im Messaggero den irredentistischen Anspruch auf die dalmatische Küste und die nationalistischen Wünsche, Italien solle sich auf Dodekanes dauernd festsetzen, ablehnte. Die Kriegsagitation, die in letzter Zeit merklich . abgeflaut war, hat durch den Artikel Bissolatis nun auch in der theoretischen Auseinandersetzung einen Ritz erhalten.

Tic Krietiskostcu Nrrfzl n,ds.

Nach russischen Zeitungen werden die Kriegslasten Rutz- lands auf zirka 500 Millionen Rubel monatlich berechnet. Autzerdem ist mit einem Verluste von 80 Millionen Rubel inonotlich infolge der Sistierung des Branntweinverkmiss und von 70 Millionen infolge der verminderten Stcuerkrast der Bevölkerung zu rechnen. Es müssen also insgesamt 650 Millionen Rubel rnonatlich aufgebracht werden. Zu Beginn des Krieges verfügte die Staatskasse über eine halbe Mil­liarde Rubel in bar, außerdem konnten Papiergeld und kurz­fristige Kassenscheine für zusammen 1600 Millionen Rubel verausgabt werden. Von einer inneren Anleihe erwartet man höchstens etwa eine Milliarde. Im Falle eines Sieges hofir man, auch im Auslände 500 Millionen aufbringen zu können. Alles in allem soll, wenn alle Quellen in Anspruch genommen sind, soviel Geld zur Verfügung stehen, um die Kriegskostcn noch für 4 Monate weiter zu bestreiten.

Der Arbeiteriurnerbund und der Bitrpfreidc

Die Befreiung von alten Vorurteilen scheint dem A» bcitcrturnerbund nicht in gleichem Matze zugute zu kommen als den Gewerkschaften, ihn hat man von der Politisch-Er- klärung noch nicht losgesprochen. In die letzte Mitgliederver­sammlung derFreien Turnerschaft" in Breslau drang wieder Polizei ein. aber diesmal folgte nicht das sonst übliche Strafmandat, sondern folgendeRechlsbelehrung":

Der Königliche Polizeipräsident.

Breslau, den 3. November 1814.

Durch höchstrichterliche Entscheidungen ist scsdgcstellt. dag der Arbcitcr-Turnerbnntz und dir ihm angeschlosienen Arbeiter-Turn­vereine politisch« Vereine im Sinne der 88 8, 17 Rcichs- vereiuSgesebes sind .und dah demgenüitz Leute unter 18 Jahren nicht Mitglieder dieser Vereine sein iriirfen.

Wolle» di« genannten Vereine in Zukunft vo,i der Besoigiuig dieser gesetzlichen Vorschriften befreit sein, so liegt es in ihrer Hand, durch künstigc Abstandnahme von jeder Einwirkung aus politische Angelegenheiten und Beschränkung aus den eMntlichen Dcveinsziveck die turnerische Ausbildung der Mitglieder zu be­wirken, dag die bisher vorhanöciie» Voraussetzungen für jene hüchstrichterlichcn Entscheidungen nicht inehr vorliegen.

Bei dtt gegenwärtigen Sach- und Rechtslage ist cs de»,zu­folge gesetzlich ausgeschloffc», das; Jugendliche Mitglieder der Ver­eine werden oder Jugendabteiluugcn bilden, die mit jenen Ver­einen in ovganischcm Zusammenhänge stehen. Ta cs tber im all­gemein auerkwmUen dringenden Interesse unseres Volkes und Staates liegt, daß die körperliche Ausbildung der Jugend aller Bcvölkermiqstrcise ln jeder Beziehung gepslegt und gefördert wird, so wird daraus Bedacht zu nehmen sein, den Zusainmcn- schluß derjenigen Jugendlichen, welche durch 8 17 R -B-G. verhin­dert sind, sich den Arbeiter-Tiiri,vereinen als Mitglieder auzn- schlicßen, znm Zwecke der turnerischen Ausbildung aus andere Weise zu crniögliche». Ties könnte i» der Weis« geschehen, das; diese Jugendliche» besondere Turncrgruppcn außerhalb des Ver­eins bilden, die in keinem organischen Zusammenhänge mit den zurzeit als politische Vereine geltenden Arbeiter-Tnrnvereine,i stehen, und daß ihre (gründen, Leiter und Vorturner Gewähr dafür leisten, daß bei ihren körperlick^n Hebungen jede politische Tätigkeit und Beeinflussung unterbleibt, gez.: Oppen,

Ter Polizeipräsident Hot also selbst darüber »achgedacht. wie er aus dem Dilemma des Verbots der Jugendriegen in Arbeiter-Turnvereinen und der notwendigen För­derung der körperlichen Ausbildung der Arbeiterjugend herauskommen kann. Er hat eine Brücke geschlagen, die aller­dings sehr schwankend ist und wie wir fürchten nicht lange halten wird.

A s v a j a.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 114

Nuh!" brummte Helgestad,wollen's bedenken", und indem er seinen Kops seitwärts wandte, entdeckte er den Junker zwischen der Tür.Kommt herein, Herr, kommt herein!" ries er,stört uns nicht; bin bereit, meinen Faiv'n mit Euch zu spinnen. Schlage die Bücher zusammen, Paul, und suche dein Schätzchen. Wird dich Jlda schon lange er­warten. Ist eine eigene Sache um verliebte Leute, Herr Marstrand, sehen alles dopvelt. Ist eine sonderbare Welt, die Welt der Verliebten, wird der Psifsigste zuweilen dumm darin und siirchtet sich der Klügste vor seinem eigenen Schatten."

Geschieht es nicht oft so", antwortete Johann lächelnd daß, ohne verliebt zu sein, die Klügsten sich verrechnen?"

Hclgestad schlug mit der Faust auf das Handelsbuch, daß der Staub herausflog.Ist falsch, was Ihr sagt", rief er aus.Wer ordentlich rechnet, kann sich nicht verrechnen. W->> cs tut, hat kein Recht daraus. kl»g zu heihen. Ist mit der Liebe allein ein seltsam Ding. Sie verwirrt das festeste Ge­hirn, schüttet flüssiges Feuer hinein, das den ganzen Kasten ausbrennt."

Paul war während dieser Zeit hinausgegangen und Helgestad sah ihm mit einem spitzbübischen Augenzwinkern nach, indem er seinen Finger Über die Nase zog.Witzt Jbr. was Eifersucht hcitzt, Herr Marstrand?" fragte er, sich zu ihm beugend.

Nein", sagte der junge Mann,ich kenne diese Leiden- schaft nicht, die meines» Erachtens nichts ist, als ein selbst­süchtiger Neid."

Nuh!" ries Helgestad,ist wiederum ein richtiges Wort aus Eurcin Munde. So ein eifersüchtiger Bursch wittert überall einen Neider und sagt ihm Schliinnies nach. Wann wollt Ihr an den Balssjord zurück?"

Tie ^-nichtigen in Ostpreutzc».

Königsberg i. Pr., 15. Nov. (Ctr. Frkft.) Eine Bekannt­machung des Landeshauptmanns als Flüchtlings-Kommissar betont, dah, infolge der Gefechte, die in den letzten Tagen an der Grenze erfolgten, die Bewohner einiger Grenzbezirke sich zur Flucht veranlaht gesehen haben. Es sei dafür gesorgt, datz die Flüchtlinge, soweit sie Ostpreußen verlassen wollen, mit der Eisenbahn »ach Westpreutzen, Pommern oder der Mark gelangen. Fiir die Verwertung dc-s den Flüchtlingen ge­hörenden Viehes und der Pferde sorge die Landwirtschafts- kammer. Ter Landeshauptmann erinnert an die bei der Flucht im August vorgekommencn schweren Mihstände. Krankheiten und Todesfälle, die sich in der jetzigen kalten Jahreszeiten noch häufen würden und mahnt daher zur Be- sonnenheit gegenüber unsinnigen Gerüchten.

Kriegsiiotiie«.

Tie deutsche Gewerkschaft der Banhilssarbciter in Chicago gab 5000 Dollar für eine Sammlung für die deutsche Krlegsfürsorge. für die in Kreise» der deutschsprcchenden Bevölkerung in den Vereinigten Staaten eifrig gcsamniclt wird.

Die deutsche B u ch d r u ck e r o r g a n i i atf i o n in den Vereinigten Staaten stimmt zurzeit über einen Antrag ab, einen größeren Betrag den Brudcrarqanisationcn in Europa zur Unterstützung der vom Kriege betroffenen Berussgenosicii z» überweisen.

Wie Haoas meldet, beläuft sich die Zahl der unter Sequester stehenden deutschen und ö st c r r e i ch i s ch e u Häuser allein im Seinedepartement auf nicht weniger als 20 000 Kaufleute und 100 000 Private. Tie deutsche Regierung soll deshalb zur Beschlagnahme der beweglichen und unbeweglichen Güter schreiten, welche den im Elsaß wohnenden Franzosen gehören.

In den Vereinigten Staaten hat sich eine amerikanische I l o t t c u l i g a gebildet, welche die letzige patriotische Hoch­konjunktur für eine Agitation zur Vergrößerung der Kriegsmarine ausniiben ivill. Tie Liga weist besonders ans die sogenannte asiatische Gefahr hin.

Die englische Rekrutier» ngskampagne wird be­sonders von de» allmächtige» Eisenbahngesellschaften gesürdcrt, die vielfach ihre Angestellten vor die Alternative stellten, in die Armee cinzutretcn oder entlassen zu werden. Nach den Berichten von 24 Gesellschaften waren bis Mitte Oktober 54 270 Eisenbahnerfrci- willig" zu den Jahnen geeilt.

Das englische sozialistische Blatt Clarion preist in, Inseraten­teile Kriegsabzeichcn in Form von Medaillons an mit der ge­schmackvollen Inschrift:Zur Hölle mit dem Kaiser!"

Tie deutsche Sprachgruppc der Sozialistischen Partei der Ber­einigten Staaten erließ einen Ausruf zur Unterstützung der notleidenden Sozialisten in den kriegsiihrenden Ländern. Tie gesammelten Gelder sollen durch die Genosse» G r e u I i ch - Zürich und T r o e lstra- Amsterdam zur Ver­teilung gelangen.

Die französische Zensur wird immer schärfer. Eine Delegation des Pariser Prcffcvereins begab sich daher zum Minister des Innern, um Erleichterungen sür die Presse zu er­wirken. Ter Minister erklärte, daß die Regierung sich Mühe geben werde, die Erfordernisie der Landesverteidigung mit den Rechten der Freiheit der Presse in Einklang zu bringe».

Wie in Ungarn so soll jetzt auch in Oe st erreich eine ei n- malige Kriegs st euer in Form eines Zuschlages zur Ein­kommensteuer erhoben werden. Dieselbe würde erst bei Einkommen von 4000 Kronen beginnen, und !4 Prozent bi» 2 Prozent bei Ein­kommen von über 20 000 Kronen betragen.

Aus Riga wirb gemeldet, datz in Nutz I and schon 17 Jahr­gänge ausgeboten wurden, darunter Leute bis zu 50 Jahre». In Lstsibiricn sind bisher 5 Landsturmjahrgängc aufgcbotcn worden.

Belästigungen deutscher M i l i t ä r s l i c g e r. In einzelnen Landesteilen sind einzelne Militärflieger wiederholt durch Schüsse und Steinwürsc gesährdet morden. In einem Erlaß des preußischen Ministers des Innern wird vor solchen Aus­schreitungen gewarnt und aus die Strafbarkeit einer derartigen unbesonnenen Handlungsweise hingewicscn.

bin Stimmungsbild von der Kampffront an der Aisne.

Es geht uns solgcndc etwas rosige Schilderung zu:

Seit dem 11. September stehen an der Aisne und von Verdun bis Lille die deutschen und sianzösisch-cnglischcn Heere einander gegenüber in einer Frontausdchnung von über 100 Kilometer. In zähem Ringen, in offensivem Anprall und in hinhaltender Ver­teidigung wird hier gekämpst von Masse» und Kräften, wie die Welt in gleicher Größe und Gewaltigkeit sic noch nicht gesehen. Alle Mittel moderner Wasscnwirkung und Technik finden Anwen­dung, schwere uni schwerste Artillerie spricht dröhnend ihr gewich­tiges Wort, »nd eine Waffengattung kommt ganz besonders zur Geltung und Wichtigkeit: das find die vielseitig ansgebildetcn

Ich denke morgen, wenn ich kann."

f ~elge|tab unterbrach ihn.Seid Zeuge gewesen, tvas cs Rechnen hcitzt," fuhr er fort.Hat mehr wie einer gesagt, ist kein Paar, wie es sein soll, Hanna Fandrem »nd Björnarne, »nd seht da, wie sie nun einig beisammen stehen! wie er dein Mädchen nachläust »nd ihr die Spindel trägt. Gesteht mir zu, Herr Marstrand, habt cs selbst nicht geglaubt, habt den Kops darüber geschüttelt."

Ich möchte es noch tu»," murmelte dieser por sich hin. Nuh!" ries Helgestad,kenne die Weiber besser wie Ihr. War da i» Bergen ein junger Herr, weih nichts von ihin und will nichls wissen, wäre aber ein Helles Unglück ge­wesen, wenn Fandrem mir das Mädchen nicht mitgegcbcn hätte. Schande kommt über ein Haus wie eine Wolke am Mittag, aber sie geht vorüber, wenn man den rechten Wind rujt. Ist alles vorübergegangen, Kummer und Traurigkeit; springt Hanna lachend am Lyngcnsjord umher und in Bergen weiß niemand davon, wo dieser Gcldichnabcl hingckommcn ist, der sich aui Fandrems Dach setzte." Er lachte, indem er Marstrand mit Blicken voll Hohn ansah, als wollte er bis in ieinc Seele schauen.

Herr Helgcstad", sagte der junge Mann düster, indem er sein Auge zu dem falschen Gesicht aufhob.rufen Sie die Rache der Toten nicht aus ibrcin Grabe, datz sic die Gewissen der Lebendigen wach schreit."

Ist cs Euer Gewissen, Herr, das sich rührt?" fragte der Kaufmann,oder was meint Ihr daniit? Bin der Mann, der zu seinen Taten steht. Seht mich an mit Blicken wie Messer, ist aber kein Fleisch hier, worin sie schneiden könnten. Hoho, Herr Marstrand. bin daraus gefaßt, von Euch zu hören, waä mir nicht geiällt. obwohl ich meinen sollte, hättet Ursach, mit mir zufrieden zu sein."

Es kam Marstrand vor, als suchte sein bisheriger Gön­ner einen Streit anzusangen, auf den er aus vielerlei Grün­den nicht eingehen mochte. Er beztvang feinen Unmut und sein finsteres Gesicht und sagte mit überlegener Ruhe:Es

Pioniere. Flugzeuge beider Parteien durchziehen die ?>. Innert und bekämpft wieder von abwehrcnden Geschüye,,. Trahtlcitnng sind die einzelnen Teile der Riesenfront und i ichicdenen Koininandobchördcn mit einander verbunden, j sanieric hat ihre Stellungen und Schützengräben derart ;t 0 zweckmäßig ausgcbaut, daß einst ein Plcwna nicht großarii gelegt gewesen sein konnte. Hin und her wogt dauernd der hier obivehrend, dort säh znpackcnd, bald vorsichtig vorsühl«, kühn vorstotzenb.

I» innigem Zusammenwirken von Infanterie und Ai in stetem Wechsel zwischen Angrisf und Verteidigung, stet» Wacht und stets bereit zum Vorstoß, so löst auch das Bra burger Armeekorps nun schon seit Wochen seine sch Ausgabe.

Aber über allem, über Gefahren und Strapazen, üb und Entbehrung webt »nd lebt märkischer Sinn sür Eemi! und köstlicher Humor. Die Schützengräben und Deckung nicht nur sachgemäß, sondern säst tunstvoll angelegt. Mit räume» sür die Mannschasic». mit kleine» Kochräumen , gnenien, durch Stroh und Decken säst behaglich cingerichtci obachtungsständen Durch cingcstecktc Bäume und Zweige Schichten von Prcßstroh und allerhand Grünem werden > schützstellungen der Einsicht der Flieger von oben herab e> Nirgends schien witzige Jnschristc».Zum lustigen Hi wolmcr" steht an einer Deckung,hier wohnt der Urmensch" andren. Sauber aufgcschichtet stehen cngüschc und fra' Blindgänger an den Eingängen, ein drohendes mement noch setzt in ihrer Ilnschädlichtcit. An einer Erddcckung Zettel augchestct mit der Speiseniolge, die mit der Am schließt: Grünes Kompott wird zu jeder Mahlzeit von de jändcr» geliescrt, womit die große» grüne» Lyddit-Gcsch meint sind. Ties hat sich alles in die wärmende Erde ciuge zum Teil sind auch in geschickter Weise die hier infolge bei steiiigcwinnung zahlreich vorhandenen Höhle» mitbenutz Stellungen der Protzen und Feldküchen, soweit sie »ich Schuppen oder wenigstens eine Mauer zum Schutze gesunde! gleichen Jndianerdörsern aus Coopcrs Leberstrumpf. T> schichtete» Prcßstroh. durch Bäume und Bohlen sind richtig Niederlassungen entstanden, die Mannschaften hausen in E Brettcrhiittcn. Wie in tiefem Frieden werden hier Pscrdc und beschlagen, cs wird gekocht und gebraten und in diese, entwickeln sich Talente, von denen man nichts geahnt, j Jnsanterie sorgen die Feldküchen, die einen nicht zu unter

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den Faktor bei der zu erhossenden glücklichen Beendig»», Iliüegs

Feldzuges bilden. Ohne sie und ihre täglich mehrmalige

haste Füllung wären die großen Märsche durch Belgien nnii ,;. (r [ u 6

frankrcich nicht zu leisten gewesen. Zn wechselnden Zeile stets sehnlich erwartet und freudig begrüßt, erreichen sie d der Kampflinic und geben ihren mit Kennermiene gepriis halt aus.

Die vorn in der Fcucrfront haben mittlerivcilc ivicdc neues erspäht, ansgeheckt oder ausgekundschastct. Pat haben sich bis dicht a» de» Feind, sogar durch diesen hin schlichen, bringen Nachrichten und melden ivichtige Wahrneh, Kecker Wagemut und Lust am Abenteuer lasse» unsere Jungcns die Gefahr außer acht setzen. Eine Patrouille h> bemerkt am Drahthindernis vor der englischen Stellung eii Schnur beseitigt. An dieser zogen nächtlicherweile nnseri ivodurch ein unheimliches Geraschel entstand. Wenn dann der Ruhe ansgescheuchtcii Engländer ivie toll ins Dunkel sangen unsere die Wacht am Rhein und wollte» sich halbto. Aus den, Garten eines vom Gegner besetzten Schlößchen, Landwehrlcntc kürzlich nachts 8 Hammel und brachten Triumph glücklich nach Hause. Nach Antwerpens Fall w> Nachricht hiervon in reinem Englisch dem seinblichcn C grabe» hinübcrgerufen. In ebenso reinem Deutsch kam Jawoll, Kuchen!" So ist überall Leben und Bcwcgiin scheinbarer Ruh«, und neue Pläne und Unternehmungen rastlos erwogen und Erkundungen ausgcsührt.

Das Stimmungsbild wäre aber nicht crschüpscnd ge wenn die Feldpost, die vielgeschmähtc, nicht hinreichende nnng sändc. Nicht nur täglich, nein stündlich weilen die G unserer so innig an heimatlicher Scholle hängenden Brande daheim bei ihren Lieben. Sehnsüchtig wird jedes Leben von Hause erwartet, jede Zeile liebevoll studiert, jede Zeit verschlungen. Wie groß ist daher die Freude, wenn er heißt:Die Post ist da. Korporalschasts-, Beritt- obere führcr zum Postempsang antrcten!" Was kommt da th Postkarten und Briese großen und kleinen Formats orth» »nd unorthographtscb geschrieben, Paket und Paketche». M Augen zieht der Landwchrmann sich aus dem laute» Trubel um in verschwiegener Ecke die Grüße seiner Frau, die uni I Schriftzüge seiner Kinder zu lesen. Keinen Pfennig B#t j .Kriegslöhnung hat er sür sich verbraucht, sondern alles de"! daheim durch Feldpost gesandt. Was aber schicken sic 0 wieder alles dafür! Zigarren und Strümpfe, Tabak uni wärmer und noch allerlei anderes schönes und nützliches. Haupt die Liebesgaben! Großartig und rührend sind unser, daheim in ihrem treuen Gedenken an uns, die wir vor dem stehen. Es ist gar nicht zu beschreiben, was an Gaben d, alles ankonimt von Privaten und Vereinen, von Dienststcl aus össentlichcn Sammlungen. Warme Unterkleidung und Halstücher und Schals. Tabak zum Rauchen, Kauen und

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fällt mir nicht ein, mit Ihnen zu rechten. Sie t>obcn Guten so viel erzeigt, datz ich es niemals mit Bösci gelten könnte, selbst wenn ich es vermöchte. Wenn Fandrem sröhlich auf den Hochzeitstag wartet, so ist t

Sache."

Ei ja," bruininte Hclgestad,Ihr habt nichts

getan."

Nein", erwiderte der Junker stolz,und niemal: ich etloas dazu tun, denn ein gutes Werk wird nickst führt mit einer blutigen Hand."

Hclgestad streckte feine gelben, harten Finger o> zrinstc ihn an, ohne ein Wort zu sagen.

Seht Euch vor, Herr", fuhr Johann mit ged ätimine fort.Glaubt Ihr. ein Mädchen wie diese? so leichten Sinnes sein? Ihr prahlt mit Eurem Gl kann an einem Tage zerbrochen werden. Ihr pocht a kluge Rechenkunst, sic kann zu schänden werden, wen» am wenigsten denkt. Ich sehe einen Schatten neben einen schwarzen Schatten, und wird Euer Herz nicht i der Hand, die darauf liegt, könnt Ihr immer ruhig wenn die Nacht schwarz ist und der Wind beult?"

Hclgestad hatte einen halbscheucn Blick zur Seite fen, dann aber stand er von seinem Platz auk und n> seiner gewohnten, vfifsigcn Sicherheit.

Laßt cs gut sein," sprach er,kümmere sich jed das. was ihn angeht. Ich habe ein langes Leben gele> Marstrand, und denke noch ein gutes Stück darin halten. Niemand kann sagen, datz Niels Helgcstad getan hätte, was ihn gereut. Wünsche Euch das von -eite, Herr, und willP glai'bc». Seid hierher gekon mein Haus als ein blinder Mann, wünsche, datz Eurc den richtigen Weg finden. Sorgt nicht um mich, str Euch selbst. Ist meine Sackze nicht, zu warnen »vd sinnig in den Wind zu schlagen, mutz jedermann z»scl sein Dach dicht wird."

sForlsetznng folgt.)

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