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störten, immer noch dem deutschen Feuer ausgesctzten Aruicn- liSres vor. Ein Sonderbcricht fügt hinzu, überall, wo es jci Armentiörcs und Apern die Engländer zu ver- Nichten gilt, zeigen die Teutschen eine wahre E r b i t t e r - ung. - In Marseille werden Tetachements japanischer (?> Artillerie erwartet.
Ter Telcgraaf nieldet über die gewaltigen An- strengungen der Teutschen bei Tixmuidcn: Zwischen
angemarck und Tirmuidcn liegt ein großer Wald, durchschnitten von einer Anzahl von Moraststreckcn. Südlich ?)pern mußten die Teutschen durch schlüpiriges. aufgcweichtcs Lehm- gelönde. durch Hohlwege und Hügelland. Don einem Z u - rückweichen der Teutschen dort, wie Gerüchte behaupten, könne keine Rede sein. Immer neue Truppen- nassen gingen nach ?)pern.
tlniiühe Schicker, i.
Rotterdam, 1s. Nov. Ter Kansnenbonner von der Teescitc ist ollstänbig verstummt. Di« Verbündeten haben cingciehen. daß sic nll ihrer Flott« zwilchen Oltenbc und der holländischen Grenz« keine rnste Aktion gegen die Deutschen unternehmen können.
Zlknverc Besch,ädiaunq englischer Krieqsschiffe
Gens. 1s. Nov. Tie deutschen Geschütze an der belgischen titstk haben nach Pariser Meldungen aus den englischen Schissen riiheren Schaden angerichtet, alz die englische Admiralität zuyab. «an glaubt, daß die Kreuzer „Falcon". .Brilliant" und „Slinaldo" n brauchbar gemacht worden sind.
<*in Anschlag ans Die Petroleum-Tanks in
Bonlogne.
Stockholm, 1s. Nov. Ans die großen Pctroleumtanks ün Vasen on Boulogn« ivuvdc am Montag abend. ,vi« üixr London bekannt ürd, ein Anschlag versucht. Die sranzösischen SKHörden lassen nicht i« geringste Einzelheit über das kühne Unternehmen bekannt wcr- cn. Man weiß mir, daß der sran-osischc Wachtpoftcn. der di« An- reifer festnehmen wollte, tot ausgesunden wurde.
(*iii cnqlischcr Notschrei.
WB. London, 13. Nov. (Nichtamtlich.) In einem Leit- rtikel zur Ncde ASquiths bei der Eröffnung des Parlaments ooizub« hrcibt die Times: Tie gegenwärtigen Rekrutiernngsmetho- en sind hoffnungslos und unwirksam. Wenn wir n der Aufgabe der Vernichtung der deutschen Militärmacht ollen Anteil nehmen wollen, müssen wir viel mehr Menschen ushebcn als bisher. Wir inüsscn unsere ganze verfügbare rast zur Anwendung bringen, um den Feind aus Frankreich nd Belgien zu vertreiben und den Krieg auf deutsches Ge- iet zu tragen. Tie Deutschen kämpfen mit Verzweiflung, hre letzte Hoffnung auf Erfolg ist, den linken Flügel der icrbündcten zu durchbrechen. Sic sind in Flandern noch icht endgültig unterlegen. Gestern haben sie sogar einen cwissen Erfolg errungen, denn sie sind in Dixmuiden ein- edrungen. Sie behaupten die Vorteile, die sie auf anderen lunkten errungen habe». Wenn diese Erfolge auch nicht ichr als das unvermeidliche Hin und Her auf der Schlacht- nie sind, das man tagtäglich beobachten kann, so ist doch der ruck noch immer furchtbar. Was wir brauchen, sind stänner. Wir brauchen sie sofort, wenn der Sieg unser in soll.
Atalien entlasst die Reservisten.
Mailand, 1s. Nov. Nach der Turincr Stampa hat der alicnische Kriegsministcr die Beurlaubung der Reservisten eS Jahrganges 1891 auf den 25. November angeordnel. 'iefe Entlassung soll wegen 'des völligen Mangels an Win- rquartieren »nd angesichts der vorzeitigen auf Anfang <an»ar bevorstehenden Einberufung der Rekruten des Jahr- anges 1895 erteilt worden sein.
Bon Tstna^au.
Amsterdam, Is. Nov. Tie Nichtkombattanicn von Tsiuytau Wien noch Meldungen aus Peking von dem Kommandeur der opanischen Besaßung wohlivollcnd behandelt. Tie ossiziclle lieber, mb« an Japan ist Mittwoch dieser Wach« erfolgt.
Die Ncntralen wehren sich.
W. T. B. Stockholm, 1s. Nov. (Nichtamtlich.) Alis Ein- adung der schwedischen Regierung haben seit längerer Zeit m ^ »wischen den Vertretern gewisser nclitcalcr Staaten in Stocken, t I Helm Beratungen stattgesunden zu einem gemeinsamen Vor- bon J, 16ehen und zur Bekämpfung vcrsckücdener Maßregeln, die den neutralen Handel und die neutrale Seefahrt berühren. Bei «jtefen Beratungen ist eine Einigkeit dahin erzielt worden, ivegen gewisser Anordnungen, die in bedenklicher Weise den neutralen Handel zu stören drohen, bei den betreffenden -taten Schritte zu unternehmen. Tie ichwediiche. dänische und norwegische Regierungen haben de» Vertretern der i-> zrage kommenden Staaten gleichlautende Protestnoten iberreicht.
Tie „Karlsruhe" an der Arbeit.
. Mailand, 1s. Nov. Ter Eorrierc della Sera gibt die Erzählung eines Kapitäns Jonker vom holländischen .ampscr „Maria" wieder, der aus dem Wege vvn Portland ach Belfast an der brasilianischen Küste von dem deutschen ireuzer „Karlsruhe" angehalten wurde. Tic ganze Be ibung wurde auf das Handelsschiff „Krefeld" gebracht, wo ^ k f rfitci die Mannschaften von s anderen von der „Karls »he in den Grund gebohrten Handclsdampfcr befanden.
t^nlisch, Spio»ens igv.
Amsterdam, ls Rov. Tie englische Spionenriecherei beginn, m letzt auch aus di« Kolonien e.uSzudehnen. In Siiiflftonm aul Ja, 2J® xmrde d«r ans Tcutiiblaiid stammend« Nessels, der in Eng- m» naturalisiert ist. unter der Anilaq« des Hochverrats veeltziftet. ein« beiden deusschcn Angestellten, die unter der gleichen Am'chul- gung verhaltet wurden, mußten umfangreich« L^e weise erbringen, cs sic wieder lreigelasscn wurde».
Ter Slufsiand in Südafrika.
Londou, 1s. Nov. Illach einer amtliche» PHttcjlung soll otha Tcwcts Kommando 2s Meilen östlich von Winborg "llcgrissen haben. Tic Buren verloren 250 Gefangene.
Cfin amerifanikchcr Kreuzer vermisit.
«on der holländijchen Grenze. 1s .Nov. Ter B-rich!-rstatt«i
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-chicksalS des Kreuzers „Nord-Carolina" herrsch«, der ^ d. M. in Slcirut befand und von dem seither di« amerika-
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te Admiralität nichts mehr gehört hat. bis am Tienstag nachmit- ? 7^ Gerücht umging, wonack) das Schiff aus eine von he» Türk«,, I« « ™ gestoßen und gcsimkcu sei. Ta jedoch die SUuniralitat ■ne Bestätigung dieser Ziachricht zu erhalten vermocht«, ist der
Unt«rsuchung «^on'7 * on *"" i "°'* ^'den. eine
-•iii >>oher See in Br.niV gerate».
" ^ op Ter korri«r« della Sera meldet aus
exnthrL bi 2.'0'0üa" mit 500 Rann Aokaris aus
1.tuthrca und 300 Passagi«r«n an Bord ist IVO Lcemriien vou Catania eimernt aus hoher Z« j n Brand »eratcii und hat funken- tkicstr<whl^1i um Hilf« stcbcicn. Später« T«l«gramn>c dlirdcn un- versranolich.
Rcichstanswczhl im Osten.
Wie der Vorwärts mitteilt, wird ein Wahlkampf bei der Reichstagsersatzwabl im Wahlkreise Zcarnikau-Filehne nicht zu vermeiden sein. Tie Konservativen, die den Vorsitzenden des Bundes der Landwirte als Kandidaten aufgestellt hätten hätten sich wohl zwecks eines Burgfriedens mit den übrigen Parteien verständigt, nickt aber mit den Sozialdemokraten. Tiefe würden daher wohl zur Aufstellung eines eigenen Kandidaten schreiten.
Pnrteinntl,richten.
^ Eine Geschichte des deutlch-sranzöfischen Krieges.
, Ter Büchenj,ch der diesjährigen Weihnachten wird keine irrledcnstafcl sein Xer Weltkrieg wird seinen Einfluß geltend machen. Unzählige Kriegswerke, große und kleine, werden die vluti,'-harte Gegenwart bezeuge». TaS Werk, das die deutsche Arbeiterschaft, soweit sic ein Wcihnachtsbuch solcherart sucht, bcsrie- digen wird, steuert der Verlag der Buchhandlung Vorwärts in Berlin bei. In dem Genossen H u g o S ch u l z hat die deutsche Sozialdemokratie den bcruseneii Historiker der Kriege. Tie großen lliesernngSwerke .Blut und Eisei," und „Tie Welt in Waffen", die e-chnlz im Vorwärts-Verlag erscheinen ließ, haben weile Verbreitung und eriisthaste Beachtung gesunden. Tie sind eine Art Weltgeschichte aus der KriegSperspetlive. Ihr Ziel ist der Beweis, daß der auf Grund der Entwicklung der Technik ssch vollziehende Militarismus zum Tystem der Miliz flihren wird. Fiir diese Eniwick- lung aber war der Krieg von 1870,71 von nicht geringer Bedeutung, und deshalb ist dieser Krieg augenblicklich eine Sache größter Aktualität. Es ist wichtig, seinen Verlaus vo» dem Gesichtspunkte aus zu kennen, den Hugo Schulz einnimmt, und so ist der Plan des Vorwärts-Verlages zu begrüße», die Tarstelluug des siebziger Krieges als Einzeldruck aus dein genannten große» Werke herauszugeben. Unter dem Titel: „Ter deutsch-französische
Krieg 1870,71" erscheint das Buch 320 Seiten stark mit 210 Bildern in dem große» Format der „Kultuibilder". In Gcschcnk- cinband kostet cs 3 Mk. Es wäre zu wünschen, daß das Buch zahlreiche Käufer in Arbcilerkreiscn findet. Es stellt in bestem Sinne ein Gegengewicht gegen die schlechte Kriegslileratur dar, die sich jetzt wie Sand am Meere im Volk abzulagern droht. TaS Werk erscheint in einigen Tagen und ist durch alle Volksbuchhandlungen zu beziehen.
Preßprozeß.
Wegen Bclcidiguna des Geschäftsführers des Vereins der Industrielle» des Regierungsbezirks Köln war der verantwortliche Redakteur unseres Kölner Partciblatles vom Tchöffcngericht zu 250 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Beide Teile hatten Berufung eingelegt. Jetzt wurde vor der Strafkammer auf Vorschlag des Vorsitzende» im Hinblick aus die Kriegslage eine Vereinbarung erzielt, nach der beide Teile die Berufung zurückziehc».
Ein sozialdemokratischer Sauptmann.
Genoste Tr. Otto Bauer- Wien, Redakteur der wissenschast- lichcn Monatsschrift der österreichischen Sozialdemokratie Ter Kampf, der bekannte Mitarbeiter der Neuen Zeit, der auch auf dem Internationalen Kongreß in Wien über die Teuerung referieren sollte, rückte bei Beginn des Krieges als Reservclcutnant eines böhmischen Jnfantericregimentr ein. Er hat eine große Zahl von Gefechten mitgemacht und hat bereits die Eharac eines Haupt- mannS erhalten. Bei den großen ^sfiziersveriusten seine? Regiments hat Bauer bereits wiederholt wichtige Führerstellungen im Kampfe auszusüllen gehabt.
Ter Ehrenpreis!
Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei hatte bekanntlich die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik zu Leipzig beschickt. Jn einer großen Toppelkojc waren wertvolle Schätze unseres Parlciarchivs, außerdem ältere und neuere Partessitcratur, Akzidenzarbcitcn aus vielen Partcidruckcrcicn. sowie die gesamte Parteiprefle ausgestellt. Eine erhebliche Anzahl von Tiapositivcii zeigte Parteidruckereigebäude und Truckereiräumc. Aus Plakaten und Tafeln war i» übersichtlicher Weise die vielseitige Tätigkeit der Partei graphisch und ziffernmäßig dargcstcllt. Tas künstlerische Arrangement der Ausstellung erregte allgemeine Slusmerkiamkcnt.
Tas Direktorium der „Bngra" hat setzt dem Parteivorstand initgctcilt, daß das Preisgericht der Slusstellung der Sozialdemokratischen Partei den Ehrenpreis zuerkannt hat.
Ter Krieg im Lichtbild.
Ter Zenlralbildungsausschuß lBerlin SW. «8>, Lindenstr. 3> gibt eine Slnzahl Lichtbilderreiheu heraus, die in unmittelbarer oder mittelbarer Beziehung zum gegenwärtigen Kriege stehen. „Ein Besuch der Kriegsschauplätze in Ostpreußen" betitelt sich eine Serie von 85 Bildern, die von Robert Schmidt bearbeitet und zusammengestellt worden ist. „Bilder zun, Kriege" zeigt eine zweite vo» Heinrich Schulz zu- iammengestellie Reihe, die 120 Bilder aus den verschiedenen Kapiteln des Krieges enthält. Gen. Tr. PoenSgrn-Sllbertv bat eine Reihe von 113 Bildern über die ^Kun st sch ätze Belgiens und Nordsraukreichs" zusammengestellt. Durch die B a I k a n st a a t e n führt eine Lichtbilberreihe, die vom Genossen L e g i e n bearbeitet wird. Tie beiden erste» Serie» könneii schon jetzt bezonen werden: der Leihpreis für die Lst-
vrcußen-Scric beträgt für jede Vorführung s Mark, der Lcihpreis für die Serie „Bilder zum Kriege" 5 Mark, die anderen beiden Serien werben in zwei Wochen fertig.
Jn einer Vorbemerkung zu den Serien schreibt der Herausgeber: „Tiefe Lichtbilder sollen gemäß den Ausgabe» der Bil-
dungsaiiSschüsse in erster Linie Kenntnisse verbreiten und der Belehrung der Zuhörer dienen, llm de» örtlichen Bildungsausschüssen. Geweikickaftskartellen und Parteivereinen die Veranstaltung eines Lichtbildervortraqes so leicht und so billig wie möglich zu macken, aibt der Zentralbildungsauslchuß, abweichend von seine» sonstigen Gepflogenheiten, zu jeder Serie einen fertig ausgearbeiteten und zum Börse sen eingerichteten Teirt heraus. Ein Redner braucht also nicht bemüht zu werden. Es genügt ein Genosse, der den Tert mit Ueberlegung und Betonung klar »nd deutlich vorzuleien versteht."
Ran darf wohl erwarten, daß überall dort, wo Bilbungs- ausschüssen, politischen und gewerkschaftlichen Vereinen oder sonstigen Korporationen Lickibildercpparaie zur Verfügung stehen, die Anregung der Zentralbildungsausschüsie benutzt wird, um die Arbeiter und Arbeiterinnen letzt während des Krieges gelegentlich zu einer belehrende» Veranstaltung zusammenzuberusen.
Zn den bayerischen Gemeindewahlen.
Jn V a m b e r a hat die sozialdemokratische Partei entgegen den Beschlüssen der sozialdemokratischen Landes- und Eauorgani- salion ein Wahlabkomme n mit den bürgerlichen Parteien zur Semrindewahl geschlossen. Tieies Abkommen bindet die Parteien, in keinen Wahlkampf einzulrelen, keine Versammlung abzuhalten, keine Flugblätter zu verbreiten, dafür soll ein gemeinsamer Wahlausruf herausaegeben werden. Tie Parteien selbst treten allerdings mit eigenen Listen in die Wahl ei». Mit diesem Wahlabkommen hat sieh nun der sozialdemokratische Gauvorsland für Nordbayern in einer Sitzung am 10. November beschäftigt. Er konstatiert: „Das Vorgehen der Bamberger
Parteigenossen widerspricht dem Wortlaut und dem Sinuc hex Parteibeschlüsse, die in Bamberg getroffene Vereinbarung schränkt die Bewegungsfreiheit der Sozialdemokraten bei der Gcmcindc- wahl in durchaus undcmokratischer Weise ein. Dieser Vorgang ist daher umsomehr zu dcdaucrn, als er übereifrige» Dienern der silcgicrnng zum allerdings aussichtslosen Vorwand gedient hat, andere Organisationen unserer Partei zu ähnlichen, die Disziplin störenden und den kommunalen Interessen ziiwiderlauscndcm Vorgehen zu veranlassen."
Stadtoerordnetenwahlen.
Am 11. November fanden in Breslau die Stadtverorditctcn- wahlen für die 3. Wählcrabteilung ohne Wahlkampf statt. Auf Grund eines Abkommens, das jeder Partei de» bisherigen Besitz garantiert, wurde,, 1 Sozialdemokraten, 2 Liberale, 1 Konservative und 3 Zentrumslciuc gewählt. Tie gewählten Sozialdeinoliaten sind die bisherigen Siadiverordnetcii Brosig, Ncukirch und Wittke, sowie der Vorsitzende des GcwcrkschastskartcUs. Genosse Seibold. Tein Breslauer Lladlvcrordnelenkollegium gehören im ganzen 1V Sozialdemokraten an.
Bei de» Ltadlvcrordnelciiwablen ln Landeshut i. Schl, ist zum ersten Mol« ei» Sozialdemokral. der Arbcitcrsckretär Gustav Proll, aus 6 Jahre gewähll worden. Ein Burgfriede war nicht proklamiert worden.
Hcfien «nd Nnchbargebiete.
»Ufjrn und Ningtbnng.
Schrecke« «nd Greuel.
Tie Furchtbarkeit des modernen Kriege» liegt »icht sowohl in den verbrecherischen Ausschreitungen kulturloser Völker oder grausamer Individuen als in den durch Zahl und Technik bedingten »nd gebotenen normalen Erscheinungen. Jn sriihcrc» Zeiten mag da», was die KricgSsllhruna notiveiidig erforderte, an O.ual über- trosfen worden sein, durch die Schensäligkcit, die menschliche Grausamkeit hinzusügtc. Heute ist c» umgekehrt.
Es bleibt eine greuliche Untat, wenn wilde Franc» auf ein- ziehciibe Soldaten kochendes Wasser gießen. Ader wie viel entsetzlicher ist der Wirkung nach, daß der Kricgszweck erfordert, durch die Explosion einer einzigen Granate gleich fünfzig oder hundert Mensche» die Haut vom Leibe zu fressen. Ta» ist unerbittliche Notwendigkeit, weil wir »ns wehren müssen, aber e» ist furchtbar
Es ist verruchte Heimtücke, wenn i» Quartier nächtlich schlafende Soldaten von ihre» Wlrte» überfallen und grausam verstümmelt werden. Aber welch Entsetze» kündet ein miiilärisch nicht nur zulässiger, sondern sogar nur von der Anspannung edel- slen »nd opseroolisten Heldenmuts ermöglichter llebersall, wie er iiingst in der Frankfurter Zeitung geschildert wurde: „Mit 25
Freiwilligen — 21 Oeslerreichern und 1 Bayern — schleicht unser Mann nachts ein Uhr in weit auSgeschwärmter Schützenlinie dem Feind entgegen. Ter hatte drei Vorposten ausgesteNl, die lautlos überrumpelt und erdrosselt werde». Tann ging» auf die feindliche Truppe, die — es waren 86 Mann — au» tiefem Schlaf aufgefchreckt, niedergemacht wird".
Tie Plünderungen, die die Russen im Oste» veriibien, sind schändlich und habe» unendliche» Leid über Unschuldige gebracht. Aber die ostprenhilchen Flüchtlinge erzählen selbst, daß sie alles Ungemach schließlich vergeflen würden, nur eine grauenschivere Erinnerung würde sie nicht verlassen: Tie nächtliche», weithin
vernehmbaren Todesschreie der Tausenden von Russen, die, im Dunkeln umherirrend, in den masurische» Siimpsen versanken, iveil sie durch die Genialität eine» militärischen Führers hinein- getrieden werben mußlen, um noch schlimmere Verioiistuiigen unseres Volkes und Landes zu verhüten.
Tie unerläßlichen Schrecken des heutigen Krieges sind in ihrer elementaren Zerstörungskraft unendlich grausiger als alle», was selbst die schlimmste menschliche Entartung an sinnlosen Greueln hinzutun könnte. Dennoch erregt sich die öffentliche Meinung weit mehr an den Greueln als an den Schrecken. Man schweigt in phantastischer Uebertreibung und leichtgläubiger Erfindung, von den Ausschweisungen der Einzelnen, von ausgestochene,, Augen, abgeschniltenen Fingern, vergewaltigten Frauen. Und die Presse der verschiedenen Länder wetteifert in der Ausdeutung solcher Uebertreibungen, Verallgemeinerungen, Phantasien. So sehr es auch dem natürlichen Empsinben entspricht, auch die kleinste, durch den Zweck der KriegSsührung nicht erforderte Ausschreitung schlimmer zu beurteile», als die Handlungen, die durch die Gebote des Krieges selbst zum Harle», aber unvermeidbaren Zwang werden, so sollte man nie vergessen, wie wenig in der Wirkung alle jene AilSnahmeerscheinunae» bedeuten im Verhältnis zur Norm des heutigen Krieges. Das Gesicht ist weit schrecklicher als die Fratze. Und man sollte nicht die normalen Schrecken des Krieges noch vergößern durch jene Greuel-Propaganda des Hasses, die gefährlichere Wirkungen erzeugt, als die tatsächlichen ober erdichteten Handlungen selbst, die dem Hasse die Stoffe bleten.
Der Krieg ist das Furchtbarste, das Grauenhafteste, ivas Menschen treffen kann. Dock er ist da und um unserer Selbsterhal- tung und um unserer deutschen und UNI der sozialistischen Kulllir willen müssen wir ihn mutig und unverzagt durchhallen bis zuni Siege. Aber vergrößert seine Furchtbarkeit nicht »och mehr, indem ihr den Haß predigt und schürt. Seid Deutsche, indem ihr Menschen bleibt! Wahrhaft edle Valerlandsliebe braucht nicht de» Vülkerhaß zum Glutenlfacher — am allerwenigsten im gerechten Kriege.
Fürsorge für erblindete Hcercöangehörige. Zu den br-
üauernswertestcn Opfern des Krieges gehören nnzweifelhafl diejenigen, die infolge Verwundung ihr Augenlicht völlig verloren haben. Tiefen Aermsten ihr schwerstes Los zu erleichtern und die Zukunft möglichst erträglich z» gestalten, dürfte als vornchmstc Pflicht zu erachten sein. Inwieweit Ltaat und Kommune hier später eingreifcn werden, mu» einstweilen Vorbehalten werden. Dringendstes Erfordernis ist zunächst eine sorgfältige Pflege und fachgemäße ärztliche Behandlung der Angcnverletztcn. Hierfür hat die Heeresverwaltung in den Rcservelazarctten »nd zugehörigen Der- cinslazarctten unter Heranziehung bewährter Augenärzte in auskömmlicher Weise Sorge getragen. Ihre Fürsorge er- streckt sich aber noch weiter. Jn der Erwägung, daß es den Erblindeten schon während der Lazarettbehandlung vor an- d-eren Verwundeten gerade an geistiger Anregung mangelt und daß zur Ablenkung von körperlichen und seelischen Leiden nichts zweckdienlicher ist als Tätigkeit, hat die Heeresverwaltung es sich angelegen sein lassen, ihnen eine solche zugänglich zu machen, die sie zugleich befähigen wird, den künftigen schweren Kamps ums Tascin auszunchmen. Jn einem Dresdener Reservelazarett sollen erblindete Heeres- angchörige von einem vor Jahren erblindeten Leutnant a. T. Gaeblcr unentgeltlichen Unterricht im Lesen und Schreiben der Blindenschrift erhalten. Ein gleicher Unterricht ist von einer erblindeten Dame aus Godesberg am Rhein für er- blindcte Soldaten zugeiagt worden.
Wcihnachlspakete für unsere Liriegrr. Vom 15. bis ein- schließlich 21. November werden wieder Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht von 250 bis 500 Gramm zugelassen werden. Auch Wcihnachtspakete werden zugelassen. Die Wcihnachlspakete werden bei der Einlieferung an die Postanstalten als solche kenntlich sein müssen. Dies wird sich dadurch erreichen lassen, daß die Pakete auf allen Seiten mit


