Ausgabe 
12.11.1914
 
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t# wir- mit erwidert, die ganze Lache ist ja eine WohltätigkeitS- Veranstaltung, Mit dieser Begründung hat inan schon früher /Wertvolles und Edles hinter den. Minderwertigen in Schatten ge­stellt, Wir sagen: Fn Zeiten, da alleinstehende Mädchen nnd arme Arbeiter alles, was sie besitzen, dem Vaterland zum Opfer bringen, sollen sich die Begüterten in unserem Volke schämen, dann nur wohltätig z» sein, wenn ihnen ein Amüsement hier trifft mil­der französische Ausdruck das Rechte geboten wird," Diese energischen Worte habe» zweifellos ihre Berechtigung: sie können natürlich auf Frauen der arbeitenden Bevölkerung keine An­wendung finden,

Psund-Patete bei der Feldpost, Für die Zeit von, 13, b i S c i n s ch l i c si l i ch 21. November sind Feldpostbriefe nach den Kriegsschauplätze» im Gewichte über 250 Gramm bis 500 Gramm von neuem zugelasien. Die Gebühr betrügt 20 Pfg, Die Vor­schriften über die Verpackung sind während der ersten Zu­lassungszeit leider vielsach nicht gehörig beachtet worben, Fn- folgcdessen sind zahlreiche Bäckchen mit Wareninhalr schon bei den Postsammelstellcn beschädigt und mit teilweise verdorbenem Inhalt angekommcn, lim der Wiederkehr solcher Erscheinungen vorzubcugen, wird nochmals dringend empfohlen, zur Ver­packung >iur sehr starke Pappkartons, festes Pack­papier oder d a u e r h a s te Leinwand zu verwenden. Für die Wahl des VerpackiingsstosfeS ist die Natur des Inhalts maß- gcbend, zerbrechliche Gegenstände sind ausschließlich in starken Kartons nach vorheriger Umhüllung mit Papier oder Leinwand zu verpacken. Die Päckchen, auch die mit Klammerverschlnß ver­sehenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindfaden se st u m - s ch n L r t werden, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in mehrfacher Kreuzung, Die Aufschriften sind aus die Sendungen nicdcrzuschreibcn oder unbedingt haltbar aus ihnen zu befestige» nnd müssen deutlich und richtig sein. Zur Ver­sendung sind auch Lebens- und G e n u tz m i t t e l znläsfig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind leicht verderbliche Waren, wie frisches Obst, Butter, Fett, frische Wurst: ferner feneraefährlichc Gegen­stände, wie Patronen, Streichhölzer und Taichenseuerzeuge _mit Benzinfüllnnn, Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zugelasien, wenn die Flüssigkeit in einem starken, sicher vcrschlosicncn Behälter enthalten und dieser in einen dnrchlochtcn Holzblock oder in eine stille aus starker Papve fest vcrvackt ist, sowie sämtliche Zwischen­räume mit Baumwolle, Sägespänen oder einem schwammigen Stoffe so angcsUllt sind, daß beim Schadhaftwcrden des Behälters die Flüssigkeit ausgesaunt wird. Sendungen, die den vorstehenden Bcdingtlngcu nicht entsprechen, werden von den Postanstalten un­weigerlich zurllckgcwiescn,

Eine Verlustliste der Maschinengewehr-Kompagnie des Regi­ments 116 wird vom Bezirkskonmimcho imdgcteilt, die der Führer der Kompagnie, Oberleutnant Müller, einpefandt hat und die das Geseiht hei Le Ouesn-on vom 31 Oktober und 1, November betrifft: Hauptmami Pain, Großen, tot, Vizefoldw, Haukel, Großen- Lindrn, tot, Vizefoldw, Amend, Gießen, lverw,, lsssz. Nick laus, Gießen, schwer», Uff, Rau, Gießen, übwerv, Uff*. Schneider, Ernstdorf, schivero, llsfz 6. Res, Rübsaim. Mainz, schwer», Ilffz, Stark. Günniafeld. lverw, Ilffz Kvaas. Schwert» lverw.

Ge fr. Fjfchtr, Gießen. lverw, Wc.fr. Schombcr, Beuren, schveriv, EKsr, d. Res, twtmami, Meßbach, lverw, Gesr. Bänmler .Mainz, lverw, Rei Mener, RtzbertshMiieii, ichvcriv,

Res. Aberl«, Frankfurt a, M lverw, Ers.-Rcs ©rtmim, Ofscnbach a. M lverw, Erk.-Res. Ditschler. Qfienbach a, M schveriv. Ers.-Rcs, Regu. Bieber, tot, Res, Ernhanfer, Al-ten- Buseck .kchvenv. Res. Launivach TI.. Nciskirchcn, lverw. Rei, Diebe, Darniitadt, lverw, Musk, Koch, Queckborn, tot, Mtlöik. Hollstcin, Ofsstein, schrerw,

Voni Stadtthealer, Fn der Vorstellung von VtldenbruchS , Raben sbunerin" am nächsten Sonntag nachmittag wirken mit die Damen Stettner, Sonntag-Blum, Frenzel, Spönke und FUnglma nnd die Herren StetnHofer. Schubert, DwokowSti, Grosser, Rotteck, Groß-Braun usw ^kochmols sei darauf aufmerksam gemacht, daß am kommenden Sonnlag Abend wegen des Knote-Konzorts keine Vorstellung stattsinidet,

Vortrog, Wir machen nochn-als auf den Vortrag deS Geh, Fustizrat Proi, Dr, Leist:Von, Recht der Zukunft", der bcntc Abend SV, II h r in der neuen Aula der Universität stattf endet, auimeiksani. Der Ertrag ist zuni Bosten von Hinterbliebenen im Felde gefallener Gießener bestimmt,

Sirtii ^ri«dberft-Viivi«aen

Friedbera Die eist vor kurrinn vom hicsigen KreiSamt fest­en setzten Höchstpieiie für Kartotfcln sind setzt schon wieder cr- böht morden. Es kostet letzt dor Doppclztntner statt 5, Mk. 0.50 Mark beim Verkauf dnvck, den Produzenten am Ort und Stelle, Bei freier Lieferung außerhalb des Wohnorts durch den Produzenten kostet der Doppel unkner 7 Akk,, durch den Händler 7,50 Mark, Fm Klcinverkaui ltchäiftens 10 Piiimdi dari das Kilogramm beim Pro­duzenten 'höchstens tz Pfg. und l>eim Händler 0 Pfg, betragen,

Bolinuiisall Fn Friedberg fuhr in der Nacht vom Mon­tag zum Dienstag ein Postpäckereizua ans einen jm Gleis« stehenden Leerzug, dessen Maschine und drei Waocn stark beschädigt wurden. Die Wagen entgleisten, Ter Lokvmativiiihvcr evlikt einen Ncrvcn- ckivk und mußte abgclvst werden. Angeblich ist dgs Einfahrtsigmal für den Postzng gegeben worden, wäbvend der Leerzug noch im Gleise stand. Nach anderer Meinung bat der Führer das Halte­signal überfahren.

Bon Nass und »V-m«.

100 Fahre alt geworden! Fn Heppenheim starb der Älteste Einwohner Abraham S u n d h e i in e r im Alter von über 100 Fahren, Er hatte cs bis zum Ururgroßvater gebracht,

X Ein Tchrcckcnsurteil gemildert. Das E r i II r t c r Kriegs- gerichtsnrteil, durch das im vorigen Fahre sieben Reservisten und Landwehrinänner wegen Widersetzlichkeit gegen einen Gendarmerie- wachtmeister am Tage der Kontvollversaininlung schwere Strafen erhielten, ist im Gnadenwege jetzt znm Teil aufgehoben worden, ^bekanntlich batte jener Prozeß eine Milderung des 8 110 des Mili- tärstrafgesetzbuches zur Folge, Vier der Verurteilten, die noch ie 7 Monate zu verbüßen hatten, sind begnadigt worden und haben sich nach Sondersbausen begeben, um sich beim dortigen Bezirkskoni- inäudo zu melden,

Telegramme.

!l>l>esbttilht Des kW« ömiptmintticrö.

<tzute Kunde vom Kanal nnd ans Frankreich. Dirmniden gestürmt (3000 (Hesangene.)

ZVli, Großes Hauptquartier, II. November, vormittags. (Amtlich.) Am A s e r a b s ch n i t t machten wir gestern gute Fortschritte. D i x i» u d e n >v » r b e g e st ü r m t. Mehr als 5 0» Gefangene »nd 0 Maschinengewehre siele» in unsere Hände. Weiter südlich drangen unsere Trup­pen über den Kanal vor.

Westlich von La» ge mark brachen junge Regimenter unter dem GesängeDeutschland, Deutschland über alles" gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie. Etwa 20 00 Mann französische Linien-Jnsan terie wurde gefangen und 0 Maschinengewehre erbeutet.

Südlich Äprrn vertrieben wir den Gegner ans St. (Slot,

um das mehrere Tage erbittert gekämpft worden ist. Etwa 10 0 0 Gefangene und 0 Maschinengewehre gingen dort in unseren Besitz über. Trotz mehrfacher heftiger Gegen angrisfe der Engländer blieben die beherrschenden Höhen nördlich von Armentidres in unseren Händen.

Südwestlich Lille kamen unsere Angriffe vorwärks. Große Verluste erlitten die Franzosen bei dem Versuch, die beherrschenden Höhen nördlich Vieiiiie-Ie-Chütean am Westrand der Argonnen zurückznerobern.

Auch im A r g o n n e r w a l d , sowie nordöstlich und südlich von Verdun wurde» französische Vorstöße überall urückgewürsen.

Vom östlichen Kriegsschauplätze liegen keine Nachrichten von Bedeutung vor.

Oberste Heeresleilnttg.

Ter seittdliche Bericht.

Genf, 1l. Nov. Die gestern morgen nördlich des Lys- Flusses von den Deutschen errungenen Vorteile wurden tags­über nicht blos energisch behauptet, sondern gegen abend er­heblich verstärkt, Ter französische Generalstab zieht es vor. dieses Ergebnis in seiner heutigen Note zu verschweigen. Die Note lautet: Die überaus heftigen Kämpfe dauern fort. Die zwischen Wern und Armentieres aufgebosenen englischen Truppen erlitten bei Messines und weiter südwärts beson­ders starke Verluste. Das französische Hauptquartier läßt auch heute, weil es den bedeutenden deutschen Fortschritten in der Argonnen-Pegend keine eigenen entgegenstellen kann, diesen Teil des'Kampfberichtes unerwähnt.

DieCmden" vernichtet!

DieKönigsberg" schwer gefährdet!

WB. Berlin, 11. November, nachmittags, tAmtlich s Nach amt­licher Bekanntmachung der rnglischtn Admiralität wurde S, M, SchissE m d e n" am 9, November früh bei den Kokosinseln im Fndischen Ozran, während eine Landungsabteiliing zur Zerstörung der englischen Funken- und Kabelstation ausgeschisst war, von deni Australischen KreuzerSidney" angcgrifseii. Nach hartnäckigem verlustreichem Gefechte ist S, M, SchissEmden" durch die über­legene Artillerie des Gegners in Brand geschossen und von der eigenen Besatzung ans Strand gesetzt worden.

Die englische Admiralität gibt ferner bekannt, daß S, M SchissKönigsberg" im Rufidschi-Fluß sDeutsch-Ost-Asrika> 16 Meilrn oberhalb der Mündung von dem englische» Kreuzer Ehatham" durch Versenken eines Kohlendampsers blockiert wurde, di» Teil der Besatzung soll sich in einem befestigten Lager an Land verschlagen haben. Eine Beschießung desEhatham" scheint ohne Wirkung gewesen zu sei».

Der stell», Chef des Admiealstabs v, B c h n k e.

Der englische Bericht überEmden" nnd Königsberg".

Die englische Adinirolität berichtet folgendes:

Nachdem der Aufcnthaltsplatz des Kreuzers Königsberg"

durch den Angriff des Schiffes auf denPegasus" am 19, cptenibcr bekannt geworden war, wurde durch die Admira­lität, eine Anzahl schneller Kreuzer in den ostafrikanischen Gewässern znsammcngebracht. Diese Kriegsschiffe vollführ- tcn darauf zusammen eine sorgfältige Untersuchnngsfahrt, Am 30. Oktober wurde der KreuzerKönigsberg" durch da­englische SchiffChatam" entdeckt. Die Deutschen bargen sich von der Mündung des Nusidschiflusscs gegenüber der Insel Mafia (Dcutsch-Lstasrika). Wegen des größeren Tief- ganges konnte dieChatam" den KreuzerKönigsberg" nicht erreichen, der wahrscheinlich auf dem Gr u n d f e st - sitzt, so oft Ebbe ist. Die Bemannung des KreuzersKö­nigsberg" ist a n Land gesetzt worden nnd hat längs der Flußufcr Laufgräben angelegt. Beide User und der Kreuzer Königsberg" wurden durch das englische SchiffChatam" beschossen, aber wegen der dichten Palmenwäldcr war es nicht möglich, zu beobachten, ob und welchen Schaden das Schiff, erlitten hat. Während der Operationen wurden verschiedene Maßregeln getroffen, um dieKönigsberg" durch die Versenkung von Kohlcnschisfcn in dem einzig be fahrbaren Kanal einznschlicßen. Da das Schiff jetzt einge

schlossen ist, kann cs keinen Schaden mehr stiften. Die

schnellfahrendcn Schisse, die nach dein Schiffe gesucht haben, sind also jetzt für andere Dienste frcigeworden.

Eine andere kombinierte Operation wurde in großcin Maßstab durch schncllfahrcnde Kreuzer gegen die

. . "Emden"

vprgeuouimen. Seit längerer Zeit war man mit dem Suchen nach dem Schisse beschäftigt und die englischen Kreuzer wur. I den in ihren Bemühungen durch französische, r u s s i. schc und japanische Schiffe unterstützt. Auch di:^ a ii st r a l i s ch e n SchiffeMelbourne" undSidncy" nah, s me» an diesen Operationen teil. Gestern »rorgen wurde di> Meldung empfangen, daß dieEmden" bei Keeting auf der Cokosinfetn angekommcn sei und eine beivaffncte Truppen j abtcilung an Land gesetzt habe, uni die Station für drahtlos: Telegraphie zu vernichten und das Telegraphenkabel durchzu! schneiden. Hierbei wurde das Schiff entdeckt und zum Kamp mit derSiduey" gezwungen. Ein heftiger Kampf entstand | wobei an Bord derSidncy" drei Mann getötet und Ii Mann verwundet wurden. DieEmden" wurde an die Küst1 getrieben lind fing Feuer. Die Verluste, die dieEmden' an Menschenleben erlitten hat, sollen noch den Berichtenseh schwer sein. So weit es möglich war, wurde den Heber! lebenden jede Hilfe geboten. Mit Ansnahme des dcutschci! Geschwaders, das sich noch an der chilenischen Küste befindeil ist jetzt der gesamte Stille und Indische Ozean von feind | lichen Kriegsschiffen gesäubert.

Der Eindruck iu London.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm & Cie,, Gießen.

Druck: Verlag Osfenbachcr Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. ?

Fichtett-Deckreiser-Verkimf.

Um den ständig wiederkchreirdsn Fragen nach Fichden-Deckrcii I nach Möglichkeit ciAqvMiizukcmmen, hat sich die ia-irb- und foe I wirtschaftliche Deputation im Ernverstüninnis mit der Obersörsterl entjchlossen, n>och Dcckreiser in gcrinycrer Qualität t Alt reifer > an I arbeiten zu taffen und, an Liebhaber abzngebon. Amnetdniin> I hierzu müssen bei Mridung der Nichtberiicksichtigima bis späteste! I zum 15, November 1811 ans Zimmer Nr, 15 der Biivgermeister I erfolgen. Der Preis dieser Deckreiser ist auf 20 Pfg, für die Weif ßcstizesetzt und bei der Bestellung zu bezahlen,

Gießen, den 11, November 1811,

Der Oberbiirgkrmkister:

F, V: Grünwald,

Verstorbene, Heinvich Geisel, Postschaffner, Billevtshaujc, Kr. Alsfeld, Franz M o h r in Wetzlar, 37 Fahre alt, I

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London, 11. Nov, (ßtr. Frkft.s Tie Nachricht von der Verl nichtnng des KreuzersEmden" verbreitete sich qeqen Mittag vo l Lloyds und der Baltic Erchanqe und wurde zwei Stunden späte I offiziell bestätigt. Sofort erhob sich großer Fubcl der Erlcichtcrun über das Verschwinden des gefährlichen Schisses, Geschäftig Hände schrieben die Nachricht mit Kreide an die Häuscrmaueri \ Der Fnbel verbreitete sich durch die ganze Eitn, was wohl beqrei- lich ist, weil infolqc derEmdcn"-Streiche keine Schiffe mehr I den fernen Osten und Fndicn zu heuern waren und der Baumwok I nnd Getreide- »nd Znckcrhandel siillstanden. Trotz des erlittene t Schadens erkennt die Eitn mit großer Bewunderung die Taten de 1 Emden" und ihres Führers von Müller an, dessen genaue Kenn nis der Bai von Bengalen auf seine dortigen langjährigen Fährte f als Offizier der Hanfolinie zurückgcführt wird.

Die Dailn News schreibt:Der einzige Schmerz des britische! Volkes über die Nachricht ist, daß ein Teil der Besatzung de! Emden" u m g c k o in m c n ist, Ter Führer derEmden", ei I mutiger Gentleman, reich an Erfindungsgcist un voller Höflichkeit, hat die Gefangenen aut b c bandelt nnd seine Rolle bewundernswert gespielt. Wir fioffci I daß er unter den Geretteten ist. DieEmden" wird gleich d< 1 Alabama" ewig in der Geschichte der Marine leben.

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