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— Gincr unverbürgten Nachricht zufolge mangelt es den Verbündeten überall an Munition.
Aus London wird dem Morgenbladet telegraphiert: Nach hier eingetroffenen Meldungen strömen grohe Mengen frischer Verstärkungen von neuen Truppen aus Deutschland nach Belgien. Die Angriffe zwischen Upern und Arms dauern an. Apern steht in Flammen.
AuS Rotterdam. II. Nov.. wird telegraphiert: Seit Zonntag wütet im Osten von ?)pcrn, sowie zwischen Arrae- ,,nd Lille die Schlacht in verstärktem Matze. Die deutschen Truppen haben in allen Kämpfen bei ?spcrn Erfolge errungen. Tie Stadt Apern wird von der deutschen Artillerie beherrscht. Allgemein ist man hier der Ansicht, daß im Laut, dieser Woche eine für die Deutschen günstige Entscheidung in den Kämpfen an der Nordsee fallen wird.
Die ungarische .«rieasanleihe.
Budapest, It. Nov. Die von der ungarischen Negierung ausge- tegte Kriegsanleihe zu V Prozent, rückzahlbar in 5 Fahre», ha, den denkbar grüble» Erfolg. Bei densenigen Banken, bei ,vc!che» die Zeichnung erfolge» kann, herrfcht »roher Andrang. Es ist anzu- nehmen, dah der Zeichnungstermin abgekürzt wird, da der aufgelegte Betrag <500 Millionen Kronen) in Kürze erreicht fein wird.
Bulgarische Förderrinne» an Lcrlncn.
Konstantinopel, 11. Nov. Wie der Lsmaiiische Lloyd berichtet, habe die bulgarische Regierung ihren Gesandten in Risch angewiesen, der serbischen Regierung folgende Forderungen zu unterbreiten:
1) Serbien entläßt sofort aus seiner Armee die auS Maccdonicn stammenden bulgarischen Soldaten-, 2) die serbische Regierung bestraft sofort jene Serben, die den nach Strumitza entsandten bulgarischen Abgeordneten Ercgoriew ermordeten: 3) die serbische Regierung trifft geordnete Mahnahmen, um das Treiben der serbischen Be- Hörden in Macedonien unmöglich zu machen: 4) die bereits gewählte serbisch-bulgarische Kommission beginnt in dem Gebiete Gewghcli und Jstip sofort ihre Tätigkeit.
Die Türken in Aegypten.
Konstantinopel, 11. 'Nov. Tasvir-i-Eskiar meldet: Tie türkisclw» Truppen, vereinigt mit den Beduinen, dringen siegreich auf ägyptischem Boden vor. Tie Beduinen liaben mehrere wichtige Positionen im Sturm genommen. Infolge der fortgesetzten Angriffe war der Feind gezwungen, die Stadt Nach! zu räumen, die dann von den türkischen Trup- pcn besetzt wurde.
Die Lage in 2le"yp1en.
Der Eorrlerc Hella Tora halt die Lage in Aeguptei, und der angrenzenden italienischen Eyvenaiea für ernst. Bon den untiiefle-- rischeu Fellachs habe England wenig zu sllrckiten. um so mehr aber von den Senussen und den Beduine», die durch die Agitation von Konstont>inopel und die Unterstützung mit Geld und Bassen durch die Intellektuellen Aeguptens eine» nicht unbedeutenden Rückhalt haben. Zn der zetzt beginnenden Regenzeit fehlt es den Beduinen nicht au Baffer und auch die Feldarvcilen sind beeidet. Welche Früchte die seinerzeit von Enver Pascha eiiigesührtc Organisation der Beduine» gezeitigt habe, zeigten die neuesten Au- grille derlelben mit Kanonen, Fnsanterie und Kavallerie auf befestigte italienische Ttellunge» Die Geidunterstützungen slicsten so reichlich, dah der Scheich der Senuisi den Sold seiner Truppen habe erhöhen können Tie Agitation ist besonders groh im westlichen 9fftal. aber auch jenseits des Nils seien die Beduinen bereit zun: Aufstand.
Türkische Maßnahmen.
W.T. U. Konstantinopel, 11. Nov. Aus Bagdad wird berichtet, das; sich zahlreiche muselmännische Inder und Afghanen als Kriegsfreiwillige melden. Mesopotamien besitze Gctreidcvorräte für 5 Jahre. In 2 inyrna haben die Behörden drei englische Tamvfcr und drei englische und drei französische Schlepper, sowie andere fremde Schiffe beschlagnah nit und die Besatzungen für kriegSgefangcn erklärt.
Ans Aeglit'te« Nttägewiesen.
An Bord des italienischen Dampfers „Nmbria" kamen in Akopel zahlreiche aus Aegnvten ausgeivielene Deuiicke und Oeiier- " i^I darunter auch Frau und Kind des von de» Engländer» :» lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilte» deutschen Polizel- ottizier» Mors. Unter den Angekommenen sind ferner ein Bruder se> ägyptischen Khediven. Prinz Mohammed Ali sowie die Prinzen 7*i i Mn * 1 Gallon, die gleichsalls von den Engländern a»e gewcelen worden sind. Prinz Hassan sagt, das, die Türke» auoge- iia»,et ausgerüstet und bewaffnet seien und mit ibrem C’eere »n- »nm die Büste durchguere» und in Aegnpten einsallen können.
^i„c klnKc Mas;nalimc Dcstcrrcichs.
s rrhitl* 'rT'.'^iiitfi der österreichisch-ungarischen Heeresleitung, die Kriegsgefangenen bulgarischer Nationalität frei zu laffen i-i-n», r ^uiaarien ,u sende», hat n, Bulgarien grosze Freude und gudel hervorgeruse». Tie Bevölkerung deutet diesen hack'-
1, .Enlschl„s, alo einen persönlichen Billensakt des Kaiiers iwoxonig» „ranz Foles und einen Beweis fiir feine wohlwollende Eieffnnung sur das bulgarische Volk.
dclqrad von den Serbe»» oeräinnt.
„ Budapest, 11. Nov. (T. T. PZ Pcsti Hirlap meldet aus Semlin. dah die lerbiiehen Militärbehörden in Belgrad die Räumung der Stadt durch die Zivilbevölkerung angcordnet haben.
Hilferuf -nis den Schwarzen Bergen.
-Lvsia, 11. Nov. Eine Sondcrmission des Prinzen Mirko ul nach Bordcaur obgegangcn. um von der französischen Reiterung militärische und sinanziclle Unterstützung Monte- kegros zu erbitten.
Tie Tent'che» in Llmerik.r.
Einem Brief aus Newgork entnimmt die Bosffsche Zeitung Bcr sind hier alle lMillionen von Dentich-Amerckauerni cu dem 1. August Reichsdeutsche geworden. Es gibt lei» Lpser, D» ">cht zu bringe» bereit wären. Wir spreche» sogar deutsch. Flü* ^"ck ist vou dem rauhen Kriegswind von der tCber-
^etzkfcb-Amerikaners weggespült, es bleibt nur noch der ’inil .*•_ ^eit Fahren der Eutsremdung zum erste» Male ein , Deutschland in Amerika. Es wird arahe Folge» haben. ^ I-kk ^.ir den Namen Hermann Ribder ein. er ist Besitzer der ' "Yorker Ttaatszeitung und politischer Führer.
Parteittnckirichtcn.
der Stuttgarter Tagwacht Nr. 258 vom 5. No- '«mber 1914 „and folgende Erklärung:
Au die Parteigenoffen und Leser der Schw. Tagwacht!
--Sir geben hiermit bekannt, daß die Redaktion der Schw. -ragwacht vom heutigen Tage an durch den Eintritt des Eenoffen
Reichstagsabgeordneter Wilheli» Keil erweitert wurde, dem bi» auf weiteres die Leitung des Blattes übertragen worben ist.
-- rt * ^ November 1914.
-rer Landesvorstand der Sozialdcmolraten Württei»l>ergS.
. Z. A.: F. Fischer.
Fn kinei» Schreiben, das sie a» die Parteipreffe in Deutschland richten, verwahren sich -je drei übrigen Redakteure E r i s p i e » , H o r n I e und W a I ch e r gegen diese Aeiiderung und behaupten. M "e nur mit ihrer Zustimmung oder nach orbnungsmätziger Lviuiig ihres AnsteUungsverhältniffes hätte vorgenomme» werden tonnen, da CScnofTc Keil ein AnssichtSrechl über ihre Beiträge für da» Blatt ausube. Lie betrachtete» sich als suspendiert, wahrend der Landesvorstand sie als verpftichtel zur Mitarbeit ansehe.
^ Ei» Rundschreiben -es LaiideSvorstandeS der wiirttembergischcn Sozialdemokratie vom gleiche» Tage teilt mit, das, er, nachden, die Preiztonimission der Tagwacht versucht babe. seinen eilige» An- irag zu vertchleppe». noch <j 24 de» Landesstanits mit dem LandeS- ausichutz die Angelegenheit habe ordnen mliffen. Tiefer habe seine Zustimmung erteilt und die Erweiterung der Redaktion gut- geheisien. Sie babe ersolge» müsien. damit da» Organ der Partei nicht da» Werkzeug der Fdee» und Absichten einzelner werde, sondern im Zinne und «eist der Kesamipartei, insbesondere im Sinne der Erklärung der Rcichstagssraktion vom 4. August geleitet würbe.
ES ist eine Tatsache, datz die »suspendierten" Redakteure wiederholt und absichtlich gegen diese selbsiversiändlichc Pflicht handelten: das Borgehen des Landesvorstandcs erscheint uns daher durchaus berechtigt.
Hesfeu und Nachbargebiete.
«ichcn und Umgebung.
Wieder die sittliche Eulrüstuny,
Nicht» demoralisiert so lehr wie die Moral. Fast die ge samte deutsche Presse watet jetzt bis znm Hatic in Moral. Alleinige Fnhabcr der Moral sind wir uiid aiiensaii^ noch die Einivohner neutraler Staaten, so lange sie nämlich — neutral sind. Was drautze» das Schwert und das Opfer des Lebens ausbaut und reinigt, droht innen die Feder und das Rundwerk wieder zu verderben. Niemals hat der Durchschnitt der dculichen Presse solchen Tceiitaiid erreicht wie in dieser groszeu Zeit.
sillmählich aber beginnt sich die Einsicht zu rege», das, gegen diese Bcrpcstnng des deutschcii Weifte* sich zu erheben auch eine Pflicht der VateriandSverteidigung sei. Fm März wendet sich Arthur B o n u s in einsichtigen Belrachtungeu gegen die moralische Sentimentalität. Einige Sätze seien wie- dergegcben:
Unsere Zeitungen ider März meint damit die bürgerliche» Blätter) sind von oben bis unten gefüllt mit Entrüstung über die schon jahrelangen heimlichen Abreden unserer Feinde, über die Bülkcrrechtsvcrietziiiigen der Engländer und Franzosen, über die Schandtaten der FranktirerS. Wir wollen versuchen, uns klar zu werde» über den Wert dieser Entrüstuug.
Die Diplomatie ist der Krieg im Frieden, und der Kriegszustand steht ausicrhalh der bürgerliche» Moral. Fm Krund ist da» eine Selbstverständlichkeit, da die Staaten, um deren Berkehr ?S sich in der Tiplvmatie handelt, ja — »och — nicht Bürger einer höhere» Einheit sind. Die staatsinänniiche Kunst ist ihrem Wesen nach lioch immer niachiavellistisch, weiiiigieich — natürlich — mit denicnigen Einschränkungen, die den völkerrechtlichen Fortschritten in der Kriegführung selbst entsprechen. Will man diese staalS- männische Sonderniorai bekämpfen, so luust man den jetzige» Zustand der abendländischen Staatenverhäitnisie zu einander be- fäntpfen. Man must etwa -- mit einige» der Edelsten in den aermnnischen Böikern von Earlyle bis Björnfon und neuere — für eine germanische Bereinigung wirken, der dann das übrige AbenSIand sich angiieder» würde . . .
Man mag diese Gedanken so laut und so feurig, als man will, vertreten und verkündigen — aber solange sie nicht durchdrungen sind „iid in festen Einrichtungen Gestalt gewonnen haben, iolanac bleibt die Politik der Krieg, und ei» Staat, der in dem Maste, wir unsere Zeitungen es von Deutschiand-Ocsterreicki behaupten, weister »nschuldSenacl ist, wäre einer Truppe zu vergleichen, die in einen Hinterhalt fällt und die man bedauert, ohne doch ihre Ehrlichkeit und ihr rührendes Bcrtraucn zu loben.
lind dann die Franktireurs. Die Mastregeln gegen sic sind die denkbar schrecklichsten. Man veraegenwärtige sich, dast um einiger Schuldigen willen ganze Ortschaften vernichtet werden müsse» mit Man» und Maus. Denn zu einer wirklichen Ilntcrinchnng ist ja in den fcltcnftcn Fällen keine Möglichkeit und Zeit. Das ist so und ist notwendig, und damit begniiae man sich. Das moralische Gezeter über die Leute, die im Augenblick, dast ihr Baterlond über- rannt wird, sich seelisch nicht mehr in der Lage befinden, die Mittel zu wählen, mit denen sie das Vaterland verteidige» wollen, ist kleingeistige Tentimentalität.
Das Lamentieren mit dem „Komplott", mit dem illoyalen Sckmv der Mörder, de» hinterlistigen Spionen, den Bölkerrechts- verlednnnen, den Franktireurs, das zieht die Auimerksamkeit auf salsisie Fährte und fährt zur Heuckteiei.
ES handelt sich hier »m ei» Nebel, baS unserer Kultur schon lange im Fleisch sitzt, »nd das endlich ioszuwerden, uns der Krieg, der Gewaiierzleher zur Ehrlichkeit. Helsen möge.
Zumeist »ämiicki sind diese kleinlichen Entrüstungen, in weiche unsere Diirchschnittszeitungen die graste und würdige Entrüstung zerstreuen, als Anstacheinna des Fnror und als Befestigunaen des auten Gewissens gedacht. Und darin nun ruht ihre innerliche Un- ianberkeit.
Die Rechnung ist verzweifelt einsach: sie seift eine bö!e Eiler- stesie in »nierer Kultur an. eine Stelle, an der sich edle Gedanken »nd Geiiible zersetzen, die Mord und Gehässigkeit und Berleum- dnng anseinanberfanit.
Man must den Feind vernichten. Das steht aus natürlichen Gründen so iest. dast niemand e» bezweifelt. Aber man soll ia eigentlich keinen Feind haben. Bekämpfen bars man nur die Schlechten. Ans der Sicherheit, die man in sich fühl«, dast man den Feind bekämpfen must entnimmt man. dast man also auch ein Reckt dazu haben must Da man ein Reckt nur in bcn, Falle zu haben glaubt, dast der Geaner ein Halunke ist. so ist er allo offenbar ei» Halunke: wo bekäme man lonst bas Recht her, ihn zu bc- kämvsen! Aus unseren Fall anacwendet. nennt man bas: „dem Bolkc das gute Gewissen für seinen Kampf starken."
— Liebesgabe der hessischen Regierung an die Agrarier.
Kaum tvaren die Höcssstvrcise für Kartoffeln festgesetzt, um der Preistreiberei der Landwirte Einhalt zu gebieten, da fetzte auch schon die Wühlarbeit der Agrarier ein. Trotz der nngedrohten Strafen haben sic ibre Bestände unter Vcrfchliis'. gehalten »nd nichts verkauft. Tic Behörden waren zu matt, um dem Treiben cntgcgcnzutretcn. und die Landwirtschasts- kammcr ersucht öffentlich das Publikuni, Geduld zu haben und nicht auf Lieferung zu drängen, da angeblich die Landwirte mit der Ernte noch nicht fertig seien. Tiefe Zeit haben die Agrarier jedoch dazu benutzt, die Regierung für eine Erhöhung der an sich schon reckt hohen Höchstpreise für Kartoffeln zu gewinnen. Nun sind denn auch die alten Höckft- vreife prompt aufzcr Kraft geletzt worden und neue, höhere an ihre Stelle getreten. Die Bevölkerung ist nicht erbaut von der raschen Erfüllung agrarischer Wünsche. Umsoweniger, als für die Erhöhung kein stichhaltiger Grund angeführt
werden kann. Tie grosze Masse der konsumierenden Bevölkerung leidet bittere Not, leidet unter der Preistreiberei des ttsrofzhandels, leidet unter Arbeits- und Verdienstlosigkeit, leidet unter der nicht zu vertiicidendcu mangelhafte» Zufuhr aus dem Auslände und soll dtizu noch ertragen, das; die in- lolge guter Ernte reichlich vorlxmdeneu einheimischen land- wirtschaftlichen Produkte nur zu Wucherpreisen erhältlich sind! Vom sächsischen Ministerium wurde dieser Tage ein.' Kundgebung in der Presse gegen die Preistreibereien der Landwirte erlassen, in der cs hicsz. dah die Landwirte alle? andere denn opferwillig seien, man werde irre an ihrem Patriotismus! In Hessen mutz man sehen, datz die Regierung ihren Machteinflutz gegen die ärmere Bevölkerung, und zugunsten agrarischer Prositsucht in die Wagsltxrlc wirst. Die einseitige Interessenvertretung, die Hcssistlze Landwirt- sltxiftskammer. Kat sich mit den neuen Höchstpreisen der Regierung restlos einverstanden erklärt, so wird in der behördlichen Bekanntmachung ausdrücklich hervorgchoben. ttciit Wunder! Wer solche Preise gesichert erhält, der braucht sich nicht zu beklage».
— Gksallene des öitficitcr Regiments. Wehrmann Jakob Brück aus Wetzlar. — Gefr. Willi. Heiurich H e p p - n e r aus Nicdcr-Florstadt. — Einj.-Freitv. Gesr. Ernst Bötticher, sind. med. ans Gietzen. — llnterossizier Theodor Ludtv. Philipp aus Steinberg. — Res. Karl Andreas Baiser aus Oppenrod. — Musketier Wilhelm K o nft a » z aus Grotzen-Buseck. — Eins. Unterossiz. Karl Mörschel, siitd. phil. »nd Freiwilliger Ofto Mörschel, cand. theol., beide aus Garbentcich.
— WcfnUciie aus Oberhtsse» »nd Nachbargtbitlen. Wehr- mann Ludwig D o k t c r aus Naunheim, Reservc-Jnf.-Regt. Kt- 83. - MuSktier Robert Fischer ans Biskirchen, Inf.» Regt. Nr. 168.
— Bernichtuny von Nahrungsmittel» au» Prasitgirr. Unser Partcidlatt in Rostock berichtet: Aus der nahe Rostock gelegenen Feldmart Klein-Schwast sind am 9. August (MMI Ouadratriilen Korn gemäht worden, welche» noch heute in Hocke» ans den, Acker steht. Natürlich ist es inzwcscheic verdorben. Rebe. Mäuse »sw. haben sich daran gütlich getan — hätte e» da nicht lieber Menschen zugute kommen iolle», armen Klein-Schwaher Familien, die den Ernährer im Kriege haben'? Der Besitzer ist der wohlhabende Müllermeister Hugo Lüth in Korlegut bei Laagc. Er hätte da» Korn zu mehreren Malen oerkausen können, aber der gebotene Preis war ihm nicht hoch genug. Nun verdarb e» aus dem Felde. . . . Wäre es hier nicht am Platze geivese», das Korn etnsalh zu konfiszteren?
Liebe und Krieg. El» tragisches Fdyli trug sich iu einem Lazarett in Dar,nstabt zu. Darüber berichtet die Heldin de» Fdnils au ihre Mutter: „Liebe Mutter! An, Montag ging ich in da»
Eleonore,iheim, das als Lazarett eingerichtet ist »nd besuchte einen Lagerarbeiter von uns. der einige Halsstiche hat. Fch sand ihn ganz wohl, habe ihm Trauben mitgebracht und konnte mich mit ihm über eine Stunde unterhalten, ohne dast es ihm schadete. Fch ging nm VA llhr weg. musste an verschiedene» Betten Vorbeigehen. Aus einmal richtete sich ein Berwundeler auf und ries: „Erna, Erna!" Fch gehe weiter, da ich glaubte, er meinte die Schwester. Fch war schon brauste» beim Tore, da kommt mir die Schwester nachgesprungen und bittet, ich soll »ochmai reinlommen, der Ber- wundete behaupte, ich sei seine Braut, und wenn ich nicht käme, müsse er sterben, er sei ein Lehramtsasscssor aus Fena. Nu» ging ich an sein Bett, fragte ihn, was ihm sei und wollte ihm leine» Frrtum begreiflich machen. Meinst T», er glaubte da»? Da bat mich der ?lrzt, ich solle ihm doch den Glauben lassen, er lebe doch nicht mehr lange. Was da tun? Fch ging nun alle Mittag von 2— 'A4 Uhr hin, setzte mich an sein Bett, machte Umschläge »nd sprach mit ihm. Fch hatte auch die Adresse seiner Braut tu seiner Brieftasche, die mir die Schwester gab, weil ich an seine Mutter schreiben wollte, gesunden uud habe seiner Braut ein Teiegramn, geschickt. Da» war am Donnerstag. Am Freitag gehe ich zur Titre hinein, da kommt die Schwester und lagt mir, er (ei In der Nacht nm t Uhr gestorben. Nein, ?Au»er, wir mir da« nahe ging, ich konnte mir nicht Helsen, ich muhte weinen."
Ein Volzarbeiter-Frauenblatt. Der Borstand des Holzarbeiter- verbände» macht bekannt: „Mit der nächsten Nummer der Holz
arbeiter-Zeitung getaugt die erste Nummer des von uns herausge- gcbenen Holzarbeiter-Frauenblatt zur dlusgabe. Alle verheirateten ?Ritglieder erhallen das Frauenblatt für ihre Frauen geliefert. Fn erster Linie loll das neue Blatt dazu bestimmt sein, mit den Frauen unserer im Felde stehenden Mitglieder die Verbindung auch weiterhin ausrecht zu erhallen. Fhne» wird deshalb das Frauen- blatl von den Ortsverwaltungen in geeigneter Weise zugestcllt werden. Zum anderen richtet sich der Fnhait des Frauenbialtes auch an die Frauen aller übrigen, besonders der nrbeilsloien Mitglieder, um die Aufgaben und Leistungen des Verbandes in der jetzigen Krtegszeit mit ihnen zu besprechen und das Interesse der Frauen am Verband wachzuhallen und z» stärken. Da» Holzarbeiter- Frauenbiatt soll ein neues Agitationsmittel für de» Verband sein, dazu berufen, jede Schwächung des Verbandes i» der jetzigen schwierigen Zeit zu verhindern und nach Möglichkeit ihm neue Anhänger. auch unter den Arbeiterinnen, zu gewinnen. ES loll aus diesem Grunde auch das Blatt unserer weiblichen Mitglieder sein, denen es neben der Holzarbeiter-Zeitung regeimästig geliefert wird. Das Frauenblatt wird monatlich erscheinen und jeweils mit der eisten Nummer der Holzarbeiter-Zeitung i» jedem Monat zur Ausgabe gelangen. Das Blatt wirb den Mitgliedern unenlgeltiich geliefert.
Schränkt den Krastwagenoerkehr ei»! Es ist dringend notwendig. den Verbrauch der Bereisungen der Kraftwagen nach Möglichkeit einzuichränken. Kraftwagen sind deshalb im Privatverkehr nur in den dringendsten Fällen z» benutzen.
Gewissen „wohltätigen" Damen wirb in dem von^ Pfarrer Bechtolsheimer in Giesten herausgegebenen ,,-onntags- gi»h" gehörig der Text gelesen. Es heiht da ». a.: „Viele Frauen aber, beionders in den deutschen Städte», haben den Ernst der Zeit noch nicht begriffen. Fn einer beutiche» Groststadt habe» sich einige von ihnen da» Vergnügen gemackt. mit den Automobile», die Liebesgaben befördern, »nch dem Kriegsschauplatz zu fahren, ohne dast sie dort das geringste zu tun hatten. Tas^ist ja auch so interessant, in der ?iutotracht, mit wehendem Schleier sich in da» Feindesland zu begeben und dort auf die Huldigungen zu warte», die die kämpfenden Männer dem zarten Geschlecht entgegenbringen. Anders aber denkt der kommandierende General, der in dieser Stadt seinen Titz hat. Ganz ungaiant, aber kurz und streng hat er de» Damen das Mitsahren verboten. Ter wackere deutsche General hat recht: denn das Schlachlfei» ist wahrlich kein Ort, an dem zudringliche, herzlose Neugier etwas zu suchen hat. In einer deutschen Stadt hat -in sogenannter „sozialer Frauenkiub" zum Besten der Kriegsfürsorge ein Konzert veranstaltet. In der Zeilung waren die Namen der miiwirkenden Damen genannt. Fräulein Eli- A. hat gesungen, Frau Käthe B. hat rezitiert, Frau Grete 6. hat deklamier, und Fräulein Frmgard D. säst nm Klavier. Vergessen war in dem Berichte nicht, dah das Haus völlig ausver» kauft war und dast das Konzert wiederholt werden muhte. Ais Zweck dieser Veranstaltung war die Sriegsfürsorge genannt, aber es ist ersichtlich, da« der eigentliche Zweck der war, die Namen der künstlerisch veranlagten Damen in die Zeitung zu bringen. Xie Eitelkeit, diese Modekrankheit, ist der treibende Grund. Man will eine Rolle spielen, man will bewundert sein,... Aber mit Verlaub.


