Ausgabe 
11.11.1914
 
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Brand um 1 ) 5l)!üvb. Liebt liier mit ein Vaitb litt Frieden, öaS vom Krieg unberührt! Ach, ich wollt, ihm war' beschicken, was mein Heimatland gespürt! Beutegierige Barbaren? Rohes Volk von Trug und Haß? Frankreichs Untergang seit Jahren piaiicnb ohne Unterlast? Hier nun wohnt es: btcsc Ltübte, diese Dörfer, dieses Feld? Rein, mit rohen Händen hatte eS sie nicht bebaut, bestellt, Ltille, «vleiK und Gottvcrtrauen, Hcimalliebe atmet sie. Diese standschast, anznschanen schön wie meine Normandie,

Als wir, die gefang'ncn Feinde, drunten zogen durch die Ltabt still und ernst stand die Gemeinde, manches Auge Tränen hati' sür n n S. Rohe Sieger hätten Wut und Hohn und bittern Spott: doch fic achten auch in Ketten uns als Bruder noch vor Goit, Wer ist's, der den Brand entfachte, der dies stolze Volt nmloht, wer ist's, der uns glauben machte, dasi cs frevelnd uns bedroht? Frankreich! Deine Söhne sterben, deine Marken sind zerstört nicht durch Feindes Schuld, Verderben schuf der Freund, der dich betört, falscher Freund, er raubt für immer, was dir Ruhm und Glanz verlieh, und es stürzt mit dir in Trümmer meine arme Normandie!

Vom Stadthcater, Am nächsten Sonntag nachmittag abends fällt wegen des Knotekonzcrts das Theater aus wird bei kleinen Preisen WildonbrnchsRab« n ste i n e r i n" gegeben. Sicher wird das kraftvoll« Werk, das seit 1SKI7 nicht mehr ausgefnhrt wor­den ist, starkes Interesse erregen, zumal ihm unter Regie von Direktor Sterirgactter eine sehr sorgfältig« Neueinstudierung zuteil wird,

Erössnete Strecke, Am 10, November wird die 18 Kilometer lange Nculxnistrccke Niederaulo-Tchiitz sür den Gesaantvcrkehr er- össnet, Di« Strecke schliesit in Niederanla an die Bahn Treysa- Hersfeld, m Schlitz au die Bahn Salzschlirf-Schlitz an,

Lollar, Gefallener Parteigenosse, Am Sonntag kam di« Nachricht, dasi unser Parteisreund Heinrich Bades, der in den Buderusiverkan beschäftigt war, ani 25. Oktober auf dem Schlachtselde gefallen ist, Gr stammt« ans der Kasseler Gegend und gehört» schon seit Jahren der Partei- und Gctvcrkschaftsbcwegnng au, Frau und drei Kinder betrauern den Verlust ihres Ernährers, Ehre seinem Andenken!

ralMricht des (Weil iinuptquortiers.

Kleine Fortschritte in West und Ost. Nirgends Entscheidung.

W. Ji. Großes Hauptquartier, 10. Nov., vorm. sAmt- Iich.) Unsere Angriffe bei ?) p c r u schritten auch gestern langsam vorwärts. Ucbcr 500 Franzosen, Farbige und (Eng­länder wurden gefangen genommen und mehrere Maschinen­gewehre erbeutet. Auch weiter südlich arbeiteten sich unsere Truppe» vor. Heftige Gcgcnangrisfe der Engländer wurden zurückgrwirscn.

Im ArgonnenWalde inachten wir gute Fortschritte. Feindliche Vorstöße wurden leicht abgcwicscn.

In R u sfisch- Polen bei Konin zersprengte unsere Kavallerie ein russisches Bataillon, nahm 500 Mann gefangen und erbeutete 8 Maschinengelvehre.

Ter französische Bericht.

Gens, 10. Nov. Die heutige stkote des Generalissimus Josfrc erwähnt die unangenehme Ueberraschung, daß die Deutschen die sesiigen stkebcltage zur ungestörten Befestigung ihrer Stützpunkte im Umkreise von Zspern geschickt aus- nutzen. Diesem Umstande verdantten cs die Deutschen, daß das jetzige französische Bestreben, von Dixmuiden und voni Lys-Flusse ans in der Richtung Ronlers-Langheniarque einen Stützpunkt zu sck>asjen, erfolglos blieb und die Fron- zosen zwischen Lys-Fluß und Bpern mehrere Schlappen er- litten.

Amsterdam, 10. Nov, Reuter verbreitet eine Meldung der Daily Mail, daß sich die Alliierten genötigt sahen, Ramscapelle vor der Ucbermacht der deutschen Marinc- truppen zu räunicn. Die Heeresleitung der Verbündeten lmt die dort fechtenden Truppen, 5000 Inder, zur Unter­stützung gesandt.

Wieder ei« bayerischer Armeebtfehl.

Münckicn, 10, Nov, Der Führer der 8, Armee, Generaloberst Kronprinz Rupprecht von Bayern, l-at einen Armeebcsehl erlaßen, in dem es heisst:Soldat:»! Die Augen der ganzen Welt sind aus Euch gerichtet. Es gilt jetzt, in dem Kampf mit unserem ver- t^sitesten Feind nicht .zu erlahmen, seinen Hochmut endgültig zu brechen. Schon wird er mürbe, schon liaben sich zahlreiche seiitd- lichc Offiziere und Mannschasken sreiwiilig ergeben, aber der grösile entscheidende Schlag steht noch bevor, Ihr niüsit also aub- lmlten bis ans Ende, Der Feind mnsi herunter, Ihr miisii a»s- lteilen, ihn nicht aus den Zähnen lasse»! Wir müssen siegen, wir wollen siege» und wir werden siegen!"

Die Kämpfe in der Bukowina.

bitte schwere russische Niederlage.

Budapest, 10. Nov. Kür. Frkst.) Verschiedene Um- stände ließen unsere Heeresleitung darauf schließe», daß die Russen in der Bukowina einen neuerlichen Angriff in erster Reihe auf Ezer » owitz planten. Um dieses Vor­haben zu vereiteln, wurde» umsasscnde Vorkehrungen ge­troffen, die zu einem glänzenden Erfolge führten. Unsere Truppen überschritten einige Kilometer nördlich von Czerno- Witz den Pruth und überfielen die Russen in der Flanke. Völlig überrascht von dein Angriff leisteten die Russen nur kurzen Widerstand und traten den Rückzug auf die dem Anschein nach einzige freie Linie an. Sie gerieten jedoch in den Schußbereich unserer Geschütze, die geradezu s u r cki t b a r e V c r h e c r u n g c n in den Reihen der Russen anrichteten. DaS Schlachtfeld bedeckten förmliche Berge von russischen Leichen. Mehrere hundert Russen wurden gefangen.

In Ostgalizicn ist cs gestern zwisckfcn Rznow und Jablo- now zu einem Juso m m e n st o ß mit einer russischen Ab­teilung gekommen, Tic Russen Ivurden in die Flucht gejagt.

Neue Niederlage der Serben.

Wien, 10, Nov, (W. B. Nichtamtlich.) Von dem süd- lichen Kriegsschauplatz wird gemeldet: Tie erbitterten Kämpfe an den Bergsüßcn der Linie SabacLjesnica wurden auch gestern bis in die Stacht fortgesetzt und hierbei einzelne feind­liche stark verschanzte Stellungen erstürmt. Südlich der Ecr Planina drangen unsere siegreichen Truppen weiter auf dem am Tage zuvor erreichten Raume östlich vo» Losnic Krupanj-Liubevija vor. Auch hier kam cs z» hartnäckigen Kämpfen mit den Nachhuten des. Gegners, die sämtlich in

kurzer Zell geworfen wurden, linier den zahlreichen Ge­fangenen befindet sich auch Oberst Radokovic, unter den er­beuteten Geschützen eine moderne schwere Kanone.

Bernichlttttg ririer moiitetteprinische» Truppe.

Budapest, 10, Nov, lElr, Frist,s Nach einer Meldung ans Sarajewo verbuchten dieser Tape 750 Atomen eg rin er bei dem Dorfe Lisac nach Dalmatien «i-nzudrcchen. Tic Tinppc geriet zwischen cm Toppelseuer von Geschützen und MaichiueiMivchven nnb wurde bis auf den letzten Mau» aufgcricben.

Nusiland, Bulgarien, Rumänien.

Durchmarsch russischer Truppe»?

Die Not der Verbündeten.

K o n st a u t i n o p c l, 10. Nov. sEtr. Frkst.) Während England und Frankreich fortgesetzt in A t h c n tätig sind, nin Griechenland zur Entsendung eines Expeditionskorps von 40 000 Mann nach Aegypten zu bewegen, wofür England die Abtretung der Insel Znpcrn und des Dodekanes zu- sichert, stellte Rußland in Bukarest und Sofia nunmehr das Verlangen, den Durchmarsch russischer Trup­pen zu g e statt eu. Beide Kabinette wurden ernstlich wegen Teil nahmen in Kriege Schulter an Schulter mit Rußland gegen die Türkei sondiert. Die Antwort der beiden Kabinette st e h t noch a u s. Was Bulgarien anlangt, so darf man der abso­luten Ablehnung der russischen Wünsche sicher sein. Trotz der Rußland nicht abgeneigten Stimmung Rumä­niens bewegt sich das Kabinett Bratianu, das das Heft in Händen hat, in den Anschauungen des Heimgegangenen Königs, der i» einer solche» Abciiteurcrpolitik den Untergang des Königreichs erblickte.

Wie der Nieuwe Rottcrdamsche Courant meldet, hat in R ii miinic n ein ans Sofia cingcgangener Bericht, Ruß- land wolle für den Fall, daß Bulgarien mit Serbien ein Bündnis gegen Oesterreich-Ungarn und die Türkei schließe^ Bulgarien einen Teil Mazedoniens und außer­dem auch den im Frieden von Bukarest an Rumänien abge­tretenen Teil der Dobrndscha verschaffen, Aufsehen und große Erregung verursacht. Die Politiker, die für Deutschland und die Tonaumonarchic eintreten, stützen sich auf diese Nachricht, um nachzuwciicn, daß Rumänien von russischer Seite nichts zu erwarten habe, daß im Gegenteil Rußland Bulgarien selbst ans Kosten Rumäniens bereichern wolle.

Nüsse» n«d Rttmätte«.

Budapest, 10, Nov, (W. p, Nichtamtlich.) Der Pistcr Lloyd veröffentlicht eine» Ezeriwwitzer Brios des rumänischen Landtags- abgcovdiieten E h i sa n o v i c l, in dem dieser die Ansschreitmtgen der Russen, die insbesondere gegen di« Rumänen verübt wurden, a» der Hand beglaubigter Angabe» schildert, Tie rmuänische Spvache in Amt und Kirche, di« aus Grund der in Oesterreich geltende» Gesetze gleichberechtigt mit der deutschen Staatssprache ist, wurde von den Russen für abgeschafst erklärt mid die Priester wurden gezwungen, in glagolitischer Sprache den Gottesdienst zu halten.

Bercinskalender.

Mittwoch, 11, November,

Glesien, GesangvereinE i» t r a ch t", Abends lug Uh I Gcsaiigsliude, Männer sowie Frauen- und Mätchench.r, Sonntag, 1 5, ?! v v c in b c r,

Glesien, G c »i c i » de - und 2 taa t sa r b c i t c r v c r b an; l Nachmittags 4 Uhr Versammlung im Gewcrkschast-haufk,

Gestorbene.

Adolf Bcrgheiincr, Rcallehrcr i. P, in Alsfeld, Mari Weil in Grosien-Lindcn, 22 Fahre alt. Karl genfer in Sroj darf, 25 Jahre alt.

Donnerstag frisch cintreffcnd r

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Verantwortlicher Redakteur: F, Vetter«, Giesicn,

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Druck: Verlag Osfenbackicr Abendblatt, G, m. b, HO!fcnbach a, M,

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Somitag, bcu 15 . November 1914 , abends 8 Uhr

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am Doniierstaa, den 12 . November 1914 abciivs 8 '/» Uhr pünktlich

Geh. Inftiirat Profs^or Dr. Leiit: Dom Lleisil der Znbnnft.

Zum Besten von Hinterbliebenen der im Felde gefallenen Giessener.

Eintrittskarte« tinc zu 30 Pfg., zehn »w Mk. 2.50

sind in den Bildihandliingen von Ficcs, SclterSwcg, Koch, Selterswcg, Eegler, Sildanlgge, Schneider, Ncueiibäiic, sowie Ernst Baiser, Alausburg und abends an der Kasse zu haben.

Direktion: Hermann Stcinaocttcr Freltaa, ven 13. Rovbr. 1911 abends K Illir:

2, Fccitags-Abonn.-Vorstellung

Lustspiel in 5 ?lnfzügcii von G. E, Lessing. Ende acacn 10 Illir. Gewöhnt. Preise sermäßigt) Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen ans 2. und 3. Parlet nur halbe Preise,