„STCoununttJ)", 8c r, wie cs I>cifet, dem ersten Schisse zu Hilfe cilic, wurde fcfir schwer -«schädigt und sank ebenfalls, vermutlich sofort, „Glasgow" wurde ziemlich stark verletzt und ist vermutlich cbcn- salls gesunken; jedenfalls liegt noch keine beglaubigte Nachricht vor. daß eines der genannten drei Schisse in einen Hasen cingclaus:n ist, lieber den gleichfalls in den Depeschen genannten „Ltranto" iveist man noch nichts, auch nichts über das Verbleiben des englisch«! Schisses „CanopuS". Tas deutsche Geschwader hatte sich zweifellos freu Vorteil der stärkeren Geschütze und der Wettcrlag? zu nutze gemacht, den sich der englische Admiral entgehen lieh. Auch die Bedienung der Geschütze deutscherseits muß auherordentlich gut gewesen sein, während die Wirkung der englischen Lkanvnen eine nur ganz geringe ivar, Deutscherseits wurden nur höchstens sechs Verwundete gezählt. Es heißt übrigens, daß der Kreuzer „Nürn- bcrg" bei dem Gefecht nicht amveseiid war.
Ein japanisches Geschwader nach der chilenischen Küste unterwegs.
London, 8. Nov. (Ctr. Bln.) Tas. vor Tsingtau frei- gewordene japanische Geschwader soll zunächst die an der chilenischen Küste siegreich gewesenen deutschen Schisse aus- suchen.
Die türkische»» Bankbestnave worden i«» England beschlagnahmt.
Tie «nglischc Regierung hat di« Schließung der Londoner Filiale der Kaiserlich Lttomanischen Bank und der Türkischen Nationalba», k augevrdnct und ihre Bestände mit Beschlag bei,egt, Ti« beiden Institute bleiben geschlossen, bis die Regierung ihre weitere Fort- fiihrring nnter staatlicher Aussicht angeordnct hat.
Die Türkei will Gegenmaßnahmen ergveisen. Einer Wiener Depesche der Köln. Zig, zufolge verlautet in den dortigen Bank- kiciscn, die Türkei werde in allernächster Zeit di« den Engländern, Franzosen, Belgiern und Russen gehörenden zahlreichen Gerechtsame zum Betriebe von Banken, Bahnen, Bergwerken und Elektrizitäts- betrieben einziehen, Ties« Maßnahmen iverden sich auch aus die Beteiligung des scindlieliett Kapitals an der Tette Publique und der Lttomanbank erstrecke».
Lüdeknins Mission im Sluslande
Der Stockholmer Socialdcmokraten vom 3. Nov. schreibt nach Wiedergabe der Erklärung des italienischen Parteivor- siandes znm Besuch Südekums:
Es ist überflüssig, schwedischen Lesern gegenüber hcrvor- zuhebcn, daß der deutsche Besuch in Italien in einer vollauf legitimen Absicht erfolgte. Er bezweckte nicht, die selbstständige Meinung der dortigen Sozialisten zu kränken, sondern die Motive für die Haltung der deutschen Partei beim Ausbruch der Krise klarzulegen. Wir für unseren Teil haben wiederholt betonen müssen, daß die ganze Idee von der Befreiung des deutschen Volkes von Militarismus und Junkerherrschaft durch siegende sranzösisch-cnglisch- russische Waffen in ihrem Ausgangspunkte falsch ist. Die Befreiung von außen kann wahrscheinlich nicht einmal bei Rußland stattfindcn. Bei dem so ungeheuer zusammcnge- schweißten Deutschland muß etwas anderes ganz undenkbar erscheinen, als daß cs nicht die eigene Sache des deutschen Volkes wird, die Rechnung mit seinen herrschenden feudalen und großkapitali st i scheu Ele- menten zu erledigen.
Dies hindert jedoch nicht, daß die Kritik, tvonach die deutsche Sozialdemokratie ini Verhältnis zu ihrer Stärke einen weit geringeren politischen Einfluß hat als sic haben müßte, tief die bisherige deutsche Taktik trifft. Das ist die gleiche Bemerkung, die schon in Amsterdam von Jaures gemacht wurde und die auch nicht durch allerlei Redewendungen widerlegt wurde. Aber, obgleich scheinbar eine Aufforderung zu einer mehr „radikalen" Haltung, wendet sich diese Erinnerung gerade gegen jene Sorte von „Radikalismus", die ans purer Prinzipicntrcue sich systematisch außerhalb der Entscheidungen der bürgerlichen Gesellschaft halten wollte. Wenn man i m m c r und systematisch nein sagt, so wird dieses Nein zuletzt kraft- los gerade dort, wo es mit der größten Kraft hätte ringe- setzt werden müssen. Aber man kann mit ziemlicher Gewißheit zu hoffen wagen, daß die Lehre, wie das Schicksal Deutschlands und der Welt in Wirklichkeit vollständig von einem kleinen Kreise von Menschen entschieden werden konnte, ohne daß der Reichstag einen wirklichen Einfluß
darauf gehabt hat, an unseren deutsch-en Parteigenossen nicht spurlos vorüber gehen wird.
Port>»§al bleibt nicht neutral.
Ehagas, der portugiesische Gesandte in Bordeaux, erkläric dem Korrespondenten der Stampa, die Hilfe, die Portugal England gewähre, sei vollständig und bedingungslos. Ohne Einzelheiten an- zngcven, kündigte EhagaS an, daß die englisch-portugiesische Wasscn- brüdcrschast ans der napolconischen Zeit sich jetzt erneuern werde. F» wenigen Tagen würden die Kammern zusammentrcten und sie würden zweifellos die Vorschläge der Regierung billigen, nachdem alle Parteiführer bereits ihr Einverständnis ausgesprochen hätten,
I»« Honolulu interniert.
Washington, 9, Nov, (W. B. Nichtamtlich.) Meldung des Rcuterschen Bureaus: Ta bas in Honolulu eingelauscnc
deutsche Kanonenboot „Geier" den Hafen nach der von der anicrikanischcn Behörde festgesetzten Zeit nicht verlieb, wurde cs interniert: ebenso der Dampfer „Lochson" (?) vom Norddeutschen Lloyd, der für ein Transportschiff gehalten wurde.
Es handelt sich um den 1609 Tonnen großen alten, zu den Kanonenbooten übergcsührten Auslandskrenzer „Geier", der ini Jahre 1891 vom Stapel gelaufen ist und zuletzt in der Siidsee Verwendung fand.
Protest Sluierikas gegen England.
Wie der Nicuwc Rottcrdnmschc Eourant meldet, wird der Times auS Washington telegraphiert: Die Vereinigten Staaten haben in freundschaftlicher Weise gegen einige bezüglich des Transvorts von Kontrcbande durch die englische Negierung getroffenen Maßregeln p r o t e st i c r t. Der Protest betrifft allein die Rechtsfrage der Beschlagnahme von Kupfer- und Oclladungen nach neutralen Ländern, solange nicht der Beweis geliefert ist, daß etwa Deutschland oder Oesterreich das Endbcstimmungsland sei, Tos amerikanische Ministerium des Acußeren vertritt den Standpunkt, daß die englische Regierung ihre Befugnisse überschreite, wenn sie Artikel, die unter bestimmten Umständen als Kontrcbande betrachtet werden könnten, mit Beschlag belegt, weil sestgestellt sei, daß neutrale Länder, wohin diese Artikel vec- ichifft werden, mehr als das normale Onantuin abnehmen, und dann lediglich die Vermutung besteht, daß der Uebcr- schuß nach Deutschland abgeführt werde. Derartige Handelsartikel können, so nicinen die Vereinigten Staaten, allein dann beschlagnahmt werden, wenn nach einer Durchsuchung der Schiffe der Beweis geliefert worden ist, daß sie nach feindlichen Ländern gehen. Das Recht, die Schiffe zu untersuchen, wird nickt bestritten. Alles, was nach der Auffassung der Vereinigten Staaten geschehen kann, ist die Durchsuchung der Schiffe, die dann aus Mangel an Beweisen sofort frcige- lasscn werden müssen. Ter aincrikanische Exporteur kann nach der amerikanischen Aufsassnng nicht für den Endbestimmungsort verantwortlich gemacht werden, an den die Güter etwa weiter verfrachtet werden, nachdem sie den neutralen Adressat erreicht haben. England habe die Aufgabe, selbst dafür zu sorgen, daß diese Frachten ihre Reise nicht nach an- deren feindlichen Ländern fortsetzen, und England solle dann mit den neutralen Staaten die nötigen Abmachungen treffen.
Leichtfertige Ankläger.
Ter Genfer Schriftsteller Albert Malsch hatte in einem an den Kanzler der Universität Leipzig gerichteten Schreiben bc? hanptct, im Hospital von St. Julien bei Genf befänden sich von deutschen Soldaten scheußlich v e r st ll in in e l t e Flüchtlinge aus Rouvrcs (Französisch-Lothringcn) in Pflege, Die deutsche Gesandtschaft in der Schweiz hat daraufhin, wie die Franks, Ztg, berichtet, an Ort und Stelle Erhebungen vergnlaßt. Nach der von der Spitalleitung erhaltenen Auskunft hat sich als einziger verwundeter Flüchtling im Spital von St, Julien das Mädchen Alice Pctitjcan ausgehaltcn, Tas Kind hatte eine von einem Streifschuß herrührende Wunde an der Nase, und konnte schon nach wenigen Tagen völlig geheilt aus dem Spital entlassen werden. Nach Aussagen der anderen Flüchtlinge soll der Großvater des Mädchens bei einem Gefecht bei Rouvrcs das Leben verloren haben, dageacn seien alle übrigen Angaben i» dem Briese über ausgestochenc Augen und abgcschnittcne Hände reine E r - f i n d i, n g, Tic Geschichte reiht sich würdig der kürzlich im Avanii gnsgedccklen Schancrmär von einem Kinde an, dem von deutschen Soldaten beide Arme abgeschnitten sein sollten, dessen Starben aber schon mehrere Jahre alt waren, Herr Malsch hat zwar nachträglich in der Gazette de Lausanne seinen Irrtum zugeaeben und damit ein Maß von Anstand bewiesen, das viele seinesgleichen nicht besitzen: aber hätte er nicht noch anständiger gehandelt.
Iveiin er sich zuerst erkundigt hätte? Tann wäre cs ihm geblieben, als leichtfertiger Verbreiter »ngehcnerlichcr falsa schiildigungen dazustchcn.
Verschärfte Matznahmcn gegen die Ausle
Das Oberkommando in den Marken (Berlin strengere Maßnahmen gegen die Angehörigen der mit st land ini Kriege befindlichen Staaten (Männer, Fraui Kinder über 15 Jahren) angeordnet. Danach ist besoh
I, Stcie Mitsühriing eines PolizeianSweises,
II. Täglich zweimalige persönliche Meldung auf der Poliz: ll, Verbot, den Polizeibezirt ihres Wohnsitzes sgrmidsätzl
unter Polizeibezirk die Bezirke der selbständigen Polizei tungen zu verstehen) ohne Genehmigung der Polizei zu v iBekanntgabc der Grenze» des Polizcibczirks durch die i 1, Verpflichtung, von 8 Uhr abends bis 7 Uhr vormittags eigenen Wohnung zu bleiben.
Diese Bestimmungen treten mit dein 10, Nove» Kraft. Ihre Durchführung soll durch eingehende Ke der Polizei sowohl in den Wohnungen, als auch c Straße und in Wirtschaften erfolgen, Zuwiderhai werden sofort verhaftet und in militärische Sichcrhe abgeführt.
Die grosirn Geschütze.
Bon den Dimensionen der im gegenwärtigen Kriege bete» großen Geschütze erhält man ein anschauliches Bill folgende sachmännische Schilderung in der R. Züricher Ztg,
Tie Verwendung schwerer Geschütze spielt im gcgenr Kriege eine große Rolle, Außerordentliches Aufsehen crrc 12-Zcntimetcr-Geschütze der deutschen Armee, lieber die sioncn dieses Geschützes ist man nicht unterrichtet und die k> den Angaben verweisen eher ans eine große Kanone, statt a Mörser, Tie Firma Krupp osscricrt in ihrem Katalog 1' nonen großen Kalibers mit solgendeu Angaben: Kalib,
Zentimeter, Seelcnrohrlänge: 20 329 Millimeter, ganze Rol 21375 Millimeter, Gewicht des Rohres: 191190 Kg., gewicht: 929 Kg„ Geschütz lad ung 339 Kg,, Mündnilgsgcschw bcS Geschosses 900 Tckundcnmeter, Das Geschoß soll in d der Mündung einen Panzer von 1366 Millimeter durch Nach den spärlichen Mitteilungen in den Fachschristen erve« die größte Schußweite zu 17 Kilometer, Am Ende verblc eine Energie, die genügt, um einen Panzer von 150 Milln durchschlagen. Für den Etsenbahntvansport erfordert d< allein acht Achse», Mörse» sind SKslfeuergeschütze, Wenn : verhältnismäßig große Rohrlänge und einen hohen mittler dr»F ei »s etzen. so erhält man für einen 12-Zeutlmeter folgende Daten: Kaliber 12 Zentimeter, Seelenrohrlänge k Gcichoßgewicht 800 Kg,, Miindnngsgeschwinüigkeit 010 S metcr, Robrgewicht 30 000 Kg„ größte Schußweite 11,5 K sprechend.' Flughöhe 1100 Meter, Tie Energie am Ende d> bahu genügt für Panzer von 110 Millimeter Ticke.
Höchstpreise für Kartoffeln.
Ter Franks. Ztg, wird aus Berlin tclcgraphicrl
Ter Berliner Magistrat hat an das R c i ch s a » I >) n c r n eine Eingabe gerichtet, in der um Eins von Höch st preisen für Keirtoffeln bring sucht wird unter Hinweis auf die Tatsache, daß das Ke mehl inzwischen so teuer geworden ist, daß die von Zusatz zum Backmehl erhoffte Preisminderung ganz t worden ist. Der Magistrat verlangt Höchstsätze für di. Handelspreise von frischen und getrockneten Kartoffe Kartoffelmehl und Kartoffelwalzmehl. Wir können i seits dazu benicrken, daß die Regierung die Einfül von Höchstpreisen für Kartoffeln b e a t i g t und daß diese Höchstpreise auch in ö g l i ch st n i gehalten werden sollen. Die Besprechungen von Vc der Zentralbehörden mit Sachverständigen aus den der Landwirtschaft, des Handels und der Konsument die Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffeln sind beendet. Dem B u » d e s r a t wird demnächst V o r l a ge über Festsetzung von solchen Höchstpreis gehe n. Danach sollen die Preise so beinessen wcrd sic der Bevölkcrnng das neben dem Brot wichtigß rungsmittel zu erschwinglichen Preisen zur Verfüguni und doch dem Landwirt keinen Anreiz bieten, die Ka in übermäßigen! Umfange zu verfüttern.
Von beteiligter Seite wird mehrfach der Versuch i die hohen gegenwärtigen Kartosfclprcise darauf z führen, daß ein lvcscntlicher Teil der Ernte zu Trc löffeln verarbeitet würde. Diese Begründung entbehi
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 109
Wären diese Hunde groß nnd stark, wie spanische Bluthunde, Wingcborg und Helgestad und leider viele andere mit ihnen, würden sie auch zu indischen Hetzjagden benutzt haben, doch sie taten dieselben Dienste. Sie fanden die Lappen- gamme in dem verborgensten Spalt, jede Spur eines Lappen- süßes witterten sie, und hinter ihnen war Wingcborg mit seinen Gefährten, die nicdcrschlngcn, was sie fanden. Mehr als ein Unglücklicher ist auf diese Weise umgekommen, und erst als die Greuel, welche hier geichahen, nach Kopenhagen gelangten nnd die strengsten Befehle erfolgten, die Lappen fernerhin nicht anzutasten, hörte nach und nach die offene Ge- Walt auf. Bon Untersuchung war freilich keine Rede; Helge- stad schickte den Quäner nach Loppen, wo er seit zehn Jahren haust und seinem Herrn außerordentliche Vorteile erwirb:. Am Lyngcnfjord aber haben die Lappen keine Weiden mehr: sie kommen nur noch zu dem großen Herbstmarkte, der um die alte Kirche von Lyngen abgchalten wird, und kaufen von Hclgestad. weil dies der mächtigste Kaufmann ist, und seine Waren die besten nnd billigsten sind. Doch unvergessen leben die Grausamkeiten fort, und wenn es zuweilen geschieht. daß Wingcborg mit einein Lappen zusammentrifst, wird dieser sich davon machen, so schnell er kann.
Nun denken Sie", fuhr der Priester fort, „daß dieser Mann jetzt plötzlich hierher kommt und zwei seiner Hunde mit sich bringt, von denen die Lappen fest glauben, daß der Teufel selbst sie ihrem grimmigen Feinde gegeben hat. Denken Sie sich, daß dieser Mann mit seinen höllischen Kameraden die Fjeldcr durchsucht, gerade wie damals, als er jeden Lappen halb oder ganz totschlug, den er erreichen konnte, und fragen Sie sich, ob cs nicht von niildcm Sinne zeugt, daß Mortunos Kugel nur den Hund, nicht den gottlosen Herrn niedcrstrcckte So kurz die Zeit ist, seit dieser hier verweilt, bin ich doch überzeugt, daß die Lappen weit ins Land hinein es wissen:
dcün merkwürdig genug ist es, wie rasch sic Neuigkeiten erfahren, die sic angehen."
„Wie ist das möglich?" fragte Marstrand erstaunt.
„Es ist nur erklärbar, daß Afraja eine gewisse Gemeinschaft unter sie gebracht hat, und dieser merkwürdige Mann einen Einfluß bei seinen Landsleuten erlangte, der an Unterwürfigkeit grenzt."
„Weiß er ihnen so viel Liebe und Ergebenheit beizubringen?"
„Nein", sagte der Priester, „aber um so mehr Furcht und Scheu. Wenn viele abergläubische Normänner den schlauen, reichen Hirten für einen Zauberer halten, so ist unter seinem eigenen Volke keiner, der ihm nicht übernatürliches Wissen nnd Umgang mit Geistern zugestcht. Ich habe nun aus meiner letzten Reise benicrkt, daß Afraja diesen Wahn nnd sein Ansehen zu vermehren versteht. Er mackt Besuche bei allen Familien, nnd da er obcncin der Reichste ist, so vermehrt dies die allgemeine Achtung."
„Also auch diese Söhne der sessclloicn Wildnis haben Ehrfurcht vor dem Gcldc!" rief Marstrand lächelnd.
„Alles vereint sich," erwiderte Klaus, „Besitz, Geld uno Klugheit. Afraja hat eine Anzahl junger Männer bei seinen Herden, die man seine Hoflentc und Leibgarden nennen könnte. Ta seine acht- oder zehntausend Tiere ans verschiedenen entfernten Weideplätzen zerstreut sind, so schickt er häufig Boten aus, die Nachricht bringen und holen. Seine Schwesterkinder »nd Vettern hängen von ihm ab, manche andere Familienhäuptcr hat er durch Unterstützung sich verpflichtet, und schwerlich dürfte es viele dieser Nomaden geben, die nicht in eine gewisse Abhängigkeit von ihm geraten wären."
Marstrand hörte längere Zeit zu, was der Priester erzählte, ber alle diese Verhältnisse genau kannte. Er dochtc daran, wie Afraja, wenn er dessen Hilfe annehmen müßte, ihm selbst eine Abhängigkeit aufnötigte, nnd die Worte des listigen Lappen fielen ihni ein, daß er seine Bedingungen zur Zeit hören sollte. — „Das sieht beinahe aus wie ein System,
um sich zum Oberhaupt zu machen", sagte er endlich, danken anssprcchend, der sich ihm ansdrängtc.
„So meine ich cs auch," versetzte Klans. „Vor weltlichen Macht kann freilich nicht die Rede sein, ai geistige Oberhcrrlichkcit hat Afraja wirklich schon getragen, nnd die ist ihm wohl zu gönnen, denn was ist gut und gerecht."
„Er hat Ihnen also seine Pläne mitgeteilt?"
„Wir haben öfter darüber gesprochen. Er arbei Untergange eines Volkes entgegen, damit nicht gesche Paul Pctcrsen einst sagte, damit cs nicht ansstcrbe. Mittel finden, eine gemeinsamere Verbindung und zwischen den getrennten Stänimen und Faniilien zu um allen eine gemeinsame Sprache zu geben, währ wohl ein Dutzend io abweichender Dialekte gesprochen oaß der eine dem andern schwer verständlich ist. Er er die jungen Leute, dänisch zu lernen und treibt sic an nützlichen Dingen, zu gleicher Zeit aber hält er sie ve Gewohnheiten und Lastern ab. namentlich vom Fluck Volkes, vom Branntwein, dieseni entsetzlichen Gif welchem die europäischen Entdecker und Eroberer Völker entnervt, unterjocht und ermordet haben."
„Aber er hat cs trotz aller Mühe noch nicht weit ge rief Marstrand ans, der an den elenden Zustand der dachte.
„Oh! mein Sohn," erwiderte der Greis, „wi richtet sich ein einziger gesunkener Mensch ans, um schwerer ist es, ein Volk z» bessern und zu erheben, hat doch manchen schon bekehrt: es ist eine merklviirdi in ihm, eine geistige Kraft, vor der man Achtung Hab Wunder vermag er nicht zu tun, aber dennoch kan Mann ein Wundertäter sein. Und was ihm nicht wurde, das können die vollbringen, die nach ihm Guia ist mild und verständig, und Mortuna — nein Sie nicht so verächtlich — Mortnno hat ctivas _ ve Geiste seines Oheims nnd dabei ein jlingeS, mutige: (Fortsetzung folgt.)


