Ausgabe 
11.11.1914
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

LberbeMtck,» v»lkS«ett»n, erscheint leben SScrUag Abend ln Der HbonnnnfnUprei* beträgt wöchentlich 15 Bffl, monatlich j. ctnidiL Brnigertobn Durch die Bol! bezogen vierteljäbrl.I^ÜML

Redaktion UN» tkrpebtlt»»

Elelien. Babnbottieabe 22. tf tft Löwenaaste. IcIcBbou 2008.

Interate losten die 6mal getpalt. Kolonclzeüe oder deren Raum 15 Psg. Bei arösteren Austrägen Rualt Anzeigen wolle man bl» abends 7 >be tür die totgenbe Nummer in der tirvcdition ausgcdr»

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rei Monate Wirtschaftsleben im Kriegszustände.

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cr erste Monat des Weltkrieges stand in alle» westcuro- n Ländern, selbst in den neutralen, im Zeichen der Panik, lürsen wurden gcschlvstcn. der Kredit versagte, in allen 7it allster Deutschland wurde das Moratorium cingeführt. llein hätte genügt, um das kapitalistische Wttriebe im höchsten zu stören. Die kapitalistische Produktion ist eben in ihrer aärtigen Phaic aus die Kreditwirtschaft eingestellt und die »indung der Gcldzirkulation in den Hauptkanälcn must zu- rkcn ans die Warcnzirkulativn. Leidst sehr gut sundierle, ipilalkräftige Produktionsbetriebe stellten ihre Tätigkeit ein, ie zwar Kapital, aber keine vcrsügbarcn Gelder halten. noch viel einschneidender wirkte, da» kein Geschäftsmann wie sich die Dinge gestalten würden. Lowcit nicht Ltcse- > von Gegenständen des Kriegsbedarfs in Frage kamen, war Absatz in Frage gestellt. Tic Panik beherrschte das Wirt- lebcn ganz allgemein. In den kriegsührcndc» Ländern ' sich zn der Kreditstocknng und der Iliistchcrheit auch die iindung der Warcntransportc: die tiisenbahncn waren wäh- cr Mobilisierung siir den privaten Verkehr säst vollkonimcn chaltct.

icse beiden Momente, die Panik und die Verkehrsstockung, i l» den folgenden Woche» bis zu einem gewissen Grade iiber- n. Die Gcschästslcutc kamen zur Besinnung, sie sahen ei», ich während des Krieges die Aussichten ans Prosit nicht aus- n werden müssen: dasVertrauen" stellte sich wieder ein, ing an. den Möglichlcitcn nachzuspiircn, die Eiscubahn- ortc sandcn nach ein paar Wochen, wenn auch mit empfind- Ltürungen, wieder statt. Man richtete sich sozusagen darauf ich unter dem Kriegszustände zu wirtschaften. Dabei stellte »in folgendes heraus: eine Anzahl Produktionsbetriebe

idustric erfuhr einen gewaltigen Anslost zu intensivster Tarig- cnn in allen Branchen, die irgend mit der Lieferung von material in Berührung stehen, wurde alsbald fieberhaft ge- Ter moderne Krieg bedingt aber ganz gcivalligcn Be­lach Erzeugnisse» der Industrie verschiedenster Art. Die ndustric produziert nncrn,üblich Vernichtungswerkzeuge tze. Gewehre, Gcschosie, Lanzen und Label, darüber hinaus auch Automobile und lonstiac Fahrzeuge. Flugzeuge uiiü ' Tinge. Gar manche Fabrik, die srlihcr nichts mit dieser ktion zu tun hatte, ist heute darauf eingestellt worden. Auch crttlindustric, die Lederindustrie, die LebcnSmittclinduftric von der Heeresleitung Aufträge über Aufträge erhalten und inchcn Betrieben tvird Tag und Nacht gearbeitet. Da greift eins ins andere, denn alle diese Betriebe brauchen wiederum nittelnd Maschinen, die schleunigst hergestelll iverdcn miikscn. '>e!e angespannte Tätigkeit auf einem Gebiete des wirtjchast- >edens erzeugt dannStimmung": man wird sehr gc-

lS>ust,g. Ei Blick in die Znscratcnplantagcn der bürgerlichen er zeigt, in welchem Maste diese Kriegsindustrie alles andere »He-% ,i"H.*- I® werden Lieferungen gesucht und auSgebolcn, Kredit leichei" 1 peluait siirbombensichere Geschäfte", cs werden Artikel kfr.fl«*, , ,ri, ' en . die nach Versicherung der Inserierenden für die Lol- entbehrlich sind. Natürlich inmmclt sich ans Mc'cni 01W' w II n, C ft l . m<ln<flcr Fndustricriltcr und Projcttcnmachcr Abc» den das wirtschaftliche Getriebe aus solche Wciie cr- ' ,, »' .,"^0, da» tatsächlich die wirtschaftliche Tätigkeit bc- i, n » Ta« Leihkapital, das die Geldlculc in iibcrgroster , Berkehr entzogen Hallen, wagt sich wieder hervor ttzmer. die einzig aus Kreditmangel ihre» Betrieb cinge- er eingefchränkt batten, bekommen die Hände frei Auch r-arenverbranch der Wohlhabende», die in der Zeit der Paust ais waren sie am Verhungern, hebt sich, die Arbeiter er 11 als Warcnkänfcr. soweit sic Verdienst gcsi-udcn

also ichlicstlich eine merkliche Belebung des ' a"I'Äen Lebens zustande.

der in den letzten Wochen macht sich, wie zu crivarien war. t »» r 1,4,01 empfindlich bemerkbar: der Mangel an °J 'J n , 4 nd einzelnen andere» Waren, auf deren Zufuhr h s'"'""ndc man angewiesen war. Die Ledcrindn- n i*** 4n toben Häuten, die T c r t i l i n d n st r i c a>- volle, ,lute. Hanf und Flachs: die schwedischen und spanische» rze blciocii ans. ebenfo Kupfer und Zinn: die gewaltigen » an tierischen »nd pslanzlichen Fcttcn. die Deutschland cin- must und die in zahlreichen Industrie» unentbehrlich sind, > rar: Petroleum kommt nicht herein, was nicht nur den eaucn Kummer bereitet, sondern auch einer Anzahl von Bc- >. die aus den Bezug von rohem Petroleum angewiesen sind, rtgkeitcn inacht: in der Tabakbranchc rechnet man mit den: einzelner Lorten, die nicht in genügenden Menge» vor- varcii. Auch manche Fabrikate, die man geivohnheitsinästia -'m Auslande holte, schien, und das macht sich besonders r, soweit es Gegenstände sind, die nicht dcni Luruskonfum 'onoern Hilfsmittel der eigenen Produktiv» sind. Manch: Produkte lasten sich zuni Teil ersetzen, ES bietet sich der '/sio^äube der Techniker ein weites Feld bei den Versuchen, Vk 11 Rohstoff durch einheimischen zu ersetzen, aber zwcstc!- >r» mancher Produktionszweig durch den Mangel an Sioh- ' ., 4 bmgelegt. Diele Kalamitäten iverdcn immer gröstcr. Mi». ..V - er dauert. Das must aber naturgemäst ai^ch auf

«ji-»" z, ^"Smarkt einwirken, wenn der Mangel an Rohstossen zur ^.^uug der Betriebe zwingt.

"kzug aus die Versorgung der Bevölkerung mit Llahrnng-l - ' ».^Eiöer vieles versäumt worden. Wenn cs richtig ist, outschland kein absoluter Mangel an Lebensmitteln droht, r von vornherein eine fpstematische Durchsührung solcher itzincn geboten, die eine möglichst raiioncllc Verwendung , > Vermehr,»,a der vorhandenen Stoffe ermöglichte, wozu M -ocgelationsvcriode in, Angust »nd Lcptcmber immerhin >"gc khanecn bot. Andererseits handelte es >>ch darum.

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*1 Ausnutzung der Notlage durch die privaten Eigentümer der

LebcnSmittclvorrätc einen Riegel vorzuschicbc». Hier vermistt man jedoch ein planvolles »nd energisches Vorgehen. Die iecfi- scyung von Höchstpreisen für Getreide ist viel zu spät erfolgt, wäh­rend vorher Proviantämter und Ttadtvcrwaltung durch Käufe, die nicht immer unter voller Lachkcnnlnio erfolgten, die Preise in die Höhe geschraubt haben und so hat man dann Höchstpreise fest gesetzt, die ganz allgemein als zu hoch cmpsunden werden. Taft man auch dann noch zögerte, die Kartofsclprcisc für das ganze Reich zn normieren, dürfte sich schiver räche». Der Transport vo» Kartosscl» im Winter ist eine mistlichc Lache, weil diese ifrncht sehr leicht dnrch Frost vollständig verdorben wird. Gerade deshalb war cs geboten, endgültige Bestimmungen zu treffe», die eine Ver­teilung des Produktes auf die einzelnen Gebiete »ach sich gezogen hätten. Die Maßnahmen, die von lokalen Behörden getrossen locrdcn, könucn dem llcbel nicht abbelscn, so gut sic gemeint sind: ja, sic tünncn sehr leicht die Lage verschlimmern.

Die Llimmung. wie sie sich in der Prcstc widcrspicgclt. zeigt groste Erbitterung in weiten Kreisen gegen die landwirtschaftlichen Produzenten, die rücksichtslos die Notlage der Volk-masten ans- beuten. Aber auch auf industricUeni Gebiete tritt der scharfe Gegensatz zwischen llnternchmern und Arbeitern hervor. Fn zahl­reichen Fällen haben besonders die Militärbehörde» mit erfrischen­der Deutlichkeit sich über die Raffgier jener Unternehmer geäustcrt. die ganz austervrdcntlichc Profite bei den Licscrungen für das Heer cinheimsen, sich aber nicht scheuen, Hungerlöhne zu zahlen. Für die arbeitenden Masten bedeutet do.S eine steigende Notlage: Arbeitslosigkeit und, soweit Arbeit vorhanden, niedrige Löhne bei einer ganz ansterordentlichen Vcrteuernng der Lebenshaltung. Leider ist ans eine Wendung Ser Dinge während der KriegSdaner nicht zil rechnen.

Der ^all vo,i Tsingtau.

Berlin. !>. Rov. (IV. B. NichlaintlichZ Die Rordd-deutsch: Allgsmoine Zcitung schreibt zu dem Falle von Tsinzltau: Bis zur Stunde sind wir auf die ti'aviwn Berichte aus feindlicher Quelle angewiesen, die uns den Fall ron Tsingtau künden. Einzelnsten über di« letzlcn Kämpfe und ihren Ausgang sind hier nach nicht be­kannt. Soviel liehen aber alle Berichte schon bisher erkennen, dast der S e ld c n ka in p s, den die Bcsatzieng unserer ostastatischen Licdelunig aMccht. die höäZten Erivartungen erfüllte, mit denen das deutsche Volk die Ereig!'sic auf dem fernen Anstenposiiu be­gleitete. Die Ve'.-teidieni:» Tsingtaus gegen ciruc uniibvrschbare llebcrmackst. die zwei Monate dnrchhtelt. wird alle Zeit zu dm gloireichsten kriegerischen Taten geltöveu. Wir denken mit tiefer Dankbarkeit an die Helden, die dort für das Vaterland ge­fallen sind .sowie auch derer, dir bis zun, äiistcrstcn sich mit Leib nird Leben für Deutschlands Ri:h<m und Ehre ctagefetzt haben. Fn dankbarem Gedächtnis wird Ivi uns auch die opserfrend-g« Vcr- Icidiguig derKaiserin Elisabelh" sortlcben, di« aui Llcfchl des chrwlivdtgcn Herrsch.rs ans dem Throne der Habsburger un-!«rc Lache zu ihrer Lach: NKbchte, und deren Besatzung naä> der Ver­senkung des Kreuzers mit uuser.n Ltrcitkräslen Schulter an Schulter kämpfte und ein neues ruhnivollcs Blatt in di« Eseschickfte der Bi:ndecg:nosicnsä.lst DentschlaerdS und Lesterrcich-Ungarns einfügtc, die ihre llnerschütterlichkcit uun auch «u der crustesleiz Probe glänzend bewährt ha: Der Komps iu, fernen Qsle» ist aus-

gatämpft. aber mit feinem Abfchlust wird er in feiner Wirkung in der ZuIuu ft nicht erloschen feig. Deutschland wird nie per. geffeir. wer der Anstifter und AuSsiihrcr des heimtiickifchen IlcberfalleS ivar. dem sein: Söhne im sernen Land zur» Qpser fit Ich. der die Frücht« laugjähriger dmlscher Kulturarbeit ver­nichtet. so schrieb:» wir vor einigen Woche:,. Dies: Worte werden fort bestehen.

Der Krieg im Orient.

2ie>s Vcr Türke».

Lonstanliiiopel, 8. Nov., 0 Uhr abend. (W. B. Nichtamt­lich.) Zweiter amtlicher Bericht aus dem Großen Haupt- quartier. Jn den, Kampfe, der seit zirwi Tagen an der kau- kasischeii Grenze andai:erte. ist die russische Arniee vollkon,- mcn geschlagen worden. Unsere Arniee hält die russischen Ltelliingen beseht. Einzelheiten werden später bekannt ge­geben werden.

Ein weiterer Bericht LeS (tzroszcn Hauptquartiers über den türkischen Lieg an der kaukasischen Grenze besagt: Wäli- rend unsere Kavallerie über Kagysinon gegen den ^eind vor­rückte, griff das Gros unserer Armee das russische Zentrum an, das stark war. Nach hcstigstem, zweitägigen! Kampfe wurde der Feind geschlagen. Unser Heer besetzte die vom Feinde verlassenen Stellungen.

Kagysman. ein unbedeutender Lrt von 3200 (fin- wohnern, liegt im russischen Militärgebiet Kars am Oberlauf des Arares: von hier ans führen Straßen ins Tal des Kars Tsck>ai auf die stratcgi'chc russische Bahn von der Festung Kars nach Sarikaniyich und ostwärts ins Tal des Arva Tsckxii in die Nähe von Etschmiadsin und Eriwan, lieber die nach der Niederlage des russischen Zentrums besetzten Stell­ungen gibt der türkische Bericht noch keine Aufklärung.

Tie russische FUotte.

Konstantiuopcl, 0. Nov. (SB. B. Nichtamtlich.) Nach de: anitlichen Nachricht machte die türkische Flotte, nachdem sie einen Teil der russischen Flotte bei Koslu und Songuldak be­schossen hatte. Jagd aus die russischen Schisse. Es gelang bie- >'cn jedoch, unter dem Schutze des- Nebels zu cntkominen.

Veschiesittnq Poti's.

Der russtschc Gencralstob der kaukasischen Armee nielbct: Am 7 November morgens kam ci» scinblickicr Kreuzer vom Tnp der Mibilli" in Poti an und erössnetc das Feuer gegen dt« Stadt. Hasen, Lcnckitturi», Bahnhof und Eis«»bahn. Er löste 120 bis 150 Schutz. Als der Kreuzer sich dann der Mol« näherte und gegen russische Truppen N,aichine»geivchrseuer zu geben vcrstichtc, er­widerten diese mit Artillerie und Gewehrs«ner. Nach den ersten Kanonenschüssen entfernte sich der Kreuzer in der Richtung Snkhui». Sechs russtschc Soldaten verletzt: Beschädigmtqen von Stadt »nd Hasen nnl>edeutend: Einwohner kein« Verluste.

Weitere Kämpfe.

Athen, 0. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agence dÄthdnes: Zwei englische Torpedobootszerstörer habe» die Telegraphenstationcn Sarmussakil und Ajusmand beschossen. Tie Türken räumten Moskhonissa. Ein kleiner griccküschcr Tanipser unter englischer Flagge wurde von den Türken bei Ilivali in Grund gebohrt. Die Griechen in Smyrna flohen, nachdem dort eine Panik anigebrochen war, nach Burla. Ein englischer Torpcdobootszcrstörer begab sich nach Slivali. um den englisckzcn Konsul an Bord zu nehmen. Tie türkischen Behörden lehnten cS ab, ihn frcizu- geben.

^»Klands Regimekit in Slesiypten.

Wir», 0. Nov. (W. B. Nichtamilich.) Die Südslawische Korre'pondenz meldet, daß England gleichzeitig mit der Almcrion die Vertretung des Schcich-ül-Jslam und den SckücdSgerichtShof ansgc hoben habe, eine Maßregel, die uu ganze» Islam eine große Erregung hervorgcrufcn habe. Tic .Hetzarbeit dcr S»1c»1e.

In de» letzten Tagen mehren sich die Nachrichten von Gc- scchtcn in Tripolis und der Cyrenaita zwischen Aus- ständischen und italienische» Truppen. Ausfallend ist, dast gerade jetzt, wa die Frage der Beunruhigung der Egrcnaika durch die türkische Intervention eine groste Rolle spielt, solche Ercignistc, stark vergrößert durch die italienische Presse gehen. Man wird nicht fchlgehcn, wenn man ein Manöver der Entente sicht, und vielleicht wäre cs auch interessant, nach den Urhebern der räuberischen »cbcrsällc aus italienische Karawanen und Kolonnen zu forschen.

Aus der C tz r e n a i k a wird gemeldet, dast eine mit Artillerie versehene B e d u i n c n - A b t e t I u n g unter Ausnutzung des Ncbcls eine Nedoutc bei L o n t a angegriffen habe. Ftalicnischc Artillerie habe den Feind zum allmählichen Rückzug gezwungen. Die Italiener hätten einen Qffizicr, drei Wcistc »nd drei Ein­geborene verloren und zehn Verwundete.

England braucht neue Soldaten.

TaS englische Kriegsamt hat beschlossen, das Körpermaß für Rekruten von 5 Fuß -1 Zoll auf 5 Fuß 3 Zoll herabzu setzen, da die Rckruticrungszisfern der letzten zloei Woche» nick't befriedigt haben.

Tie englischen Zeitungen beschäftigen sich ernstlich mit

der E i n f ü h r u n g d e r a l l g e m c i n c n W e h r p f l i ch t,

da Kitchcncrs Aufruf, durch den eine Million neuer Soldaten aus die Beine gebracht werden sollten, keinen genügenden Er­folg gebracht hat. Am Mittwoch wurden erst rund 4000 regi­striert, London allein stellte fast ein Viertel der Totalzisfer. Tatsächlich lieferte die Metropole bisher ein Sechstel sämt­licher neuer Soldaten, die sich seit dem Ilusbruch des Krieges meldeten.

Die Seeschlacht bei Eoroncl.

Trci oder fünf cnsilische Schiffe verloren?

Berlin. !». Nov (W B. Nichtamtlich.) lieber den Verlaus des Seegefechtes an der chslentsäz:» Küste kann aus Grund der jetzt vorliegenden Nachrichten folgende Darstellung, d:c dem tatlächlicheit Hergang ctiva entsprechen dürsc, gegeben werden: Unsere Säsisse, welch: ans Qstasien nach der chilenischen Küst: zusainmenge.zcgeit werden, trasen dort das englisch: Geschwader. Beide Gl-schwader- Ehefs hatten ossenbar den Wunsch, es zu einer Lchlacht kommen zu lassen. Die englischen Schisse suhren in Kiellinie hintereinander a» der chilenischen Küste cr- lang, während die demfche» Tchin'c hintereinander die Fahrt ans dem hvhm Mcerc nahmen. Tic Sit* micrnrg des dem scheu GeschivaderL bestand aus: sechzehn 2t Zenti- weter tiieschätzen (Länge 40), zwölf 15 Zurtimeter-Gcschütz«» (Änge 40). zweinn-ddreitzig 10v Zentimatet-Eeschützen.^ Tie des ci^iiichrn aus: zwei 2-!,4 Zc:inmeter-ltzeschiiv«n. (Länge 47), dreissig 45 Zciiäimeier-ttzeschützen (Länge 45), zn-ej 15,2 Zentiineler-Ge- stkmtzen (Länr: 50» nud sünszehn 10.2 Zentimeter-Geschützen lLäng.: 50). Die Breitseite» waren besetzt teiitscherseits mit zwölf 21 Ztntimeter-Geschiitzen, sechs 15 Zent-imÄer-Gcschütze» und cif 10'.- Zentimeter-Geschützen, englischerieitS mit zwei 20,4 Zeniimetcr- Geschötzen. nemizehn 15 Zentimcter-Gcichützen und fünf 10 Zenti­meter Geschützen. Beide (Seschwatet fuhren zunächst rebeneinai:der her, mit den Spitzen stck> nähened. bis auf eine Entfernung von etwa 0000 Meter van einander. Das Wetter ivar sehr stür-nlstl). Die deutsäzen Lchissr hatten d:c Sonne am der Rückseite. Rni- wehr crössi-ete das deutsch« Geschwader das Feuer aus den schweren Geschützen, das ans eine größere En-tsernung wirksam war, während d:c englischen Schisse erst etwa bei einer Entfernung von 4.rvo Meter zur Wirkung kamen. Tie englischen Schisse erlitten binnen kurzem so schivcre Beschädigungen, daßGood Hope" schon icnt.