Ausgabe 
6.11.1914
 
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S(W Mlr? (Vrcfrvafc." ßcgt» 6iefc Buschen ist immer cm« emzisindlschc Strafe am ^Ma (K. Scmi fit (reuten bnitkri bd-c Notlage iftrer Mitnicnsthen aus, mn sich cm awgcnehnreS Dasein zu vcr- schassen. Bedauerlich ist, hast Misere Gesetze nicht die Unterlagen l»tcte», um allen Dari chn-säyvi»Mcrn das öaaimrcrf 511 legen. De» meisten derartigenGeschäften" ist es bloß um die Gebühren zu tun, die der Geldsachen de bezahlen mutz, das ist ihr Einkommen. Datz darait die Tranen und Flüche der Geprellten hängen, ficht diese Marodeure nicht an. Ihre Mitschuldigen sind die bürgerlichen Zeitungen aller Richtungen, die deren Inserate ausnehmen. Die sozialdemokratische Presse lehnt sie grundsätzlich ab.

Telegramme.

TUsbttilhi des Krcheii SaiiiilWriim.

Vorwärts im Westen!

Im Osten nichts Neues!

W. B. Grustcs Hauptquartier, 4. Nov., vorm. (Amtlich.) Gestern unternahmen die Belgier einen heftigen Ausfall über N i e u p 0 r t Zwischen Meer und Ueberschwemmungs- gebiet. Sic wurden mühelos abgewicsen.

Bei Ipern und südwestlich Lille, sowie südlich Barry au Berc, in den Argonnen und in den V 0 - gesen schritten unsere Angriffe vorwärts.

Auf dem östlichen Kriegsschauplätze hat sich nichts Wesent­liches ereignet.

Der polnisch-galizische Feldzug.

Wien, 8. Nov. (W. B.) Amtlich wird bekanntgegeben: Auch gestern verliefen die Operationen auf dem nördlichen Kriegsschauplatz plangemäß und ungestört vom Feinde. Südlich von der Wieloka-Mündung warfen unsere Truppen den Gegner, der sich auf dem westlichen San-Ufer festgesetzt hatte, aus allen Stellungen, machten über tausend Gefangene und erbeuteten Maschinengewehre. Ebenso vermochte auch der Feind im Stryj-Tal unseren Angriffen nicht standzu­halten: hier wurden fünfhundert Russen gefangen genom­

men, eine Maschinengewehrabteilung und sonstiges Kriegs­material erbeutet.

Der Stellvertreter des Chef des Gcneralstabs: v. H ö f c r, Generalmajor.

Budapest, 5. Nov. (Etr. Bln.) In der Bukowina wer­den die Russen von unseren Truppen in der Richtung über Kilence und Smyatyn verfolgt. Nördlich von Czernowitz wurden die Russen bei Kuxurnik zersprengt: sie verloren

dreihundert Tote, neunhundert Verwundete und über zwel- hundcrl Gefangene.

Erfolge gegen die Serben.

Budapest, 5. Nov. (Ctr. Bln.) Der Vonnarsch unserer Truppen von dem besetzten Schabatz aus dauert südöstlich und nordöstlich erfolgreich fort. Einzelheiten über die Einnahme von Schabatz besagen, das; die Stadt in hartem Kampfe von neuen, erstürmt werden mutzte. In den Straßen der Stadt lagen unzählige Tote, in den Schützengräben auch Leichen von Frauen und Kindern, die bei der Herstellung der Schützengräben mitgearbeitet hatten.

Budapest, 5. Rov. ( 6 tr. Bln.s Ein gefangener serbischer Rc- scrvehanptmann, Direktor einer bekannten serbischen Fabrik, der auch jetzt noch an den, serbischen Grötzciiwahn scsthält, sagte einem Mitarbeiter der in Esscgg erscheinende» Drau, datz im serbischen Volke und auch beim serbische» Militär nur mehr der Wunsch nach Frieden herrsche, doch müsse cs ein ehrenvoller Frieden sein.Das uns übersandte kl l t i n, a t u m konnte Serbien nicht annehmc»: lieber känipft es bis ans Ende! Serbien wäre ohne Rücksicht auf die Entente-Mächte bereit, mit der Donau-Monarchie Frieden 5 » schließen. Rußland hat Ser­bien v 0 l l st ä n d i g in, Stiche gelassen: es hat min­destens 50 000 Mann Soldaten versprochen, hat aber kau», zwanzig Techniker geschickt, die Minen in der Save und Drina legten. Serbien hat bisher keine militärische Hilfe von Rußland erhalte», weshalb das serbische Volk über das Vorgehen seines Protektors sehr enttäuscht ist."

Englischer Jammer.

London, 5. Rov. (SB. B Nichtamtlich.) Die Daily Mail schreibt: Die bittere Tatsache besteht, das; alle Lan d streit - k r ä s t e der Verbündeten weitaus unzulänglich sind, um die Deutschen aus Belgien herauszutreiben und Lstendc wieder zu nehmen, sic aus der A i s n c - L i » i c heraus- zuwcrfen, wo sie immer noch 60 Meilen von Paris stehen, sowie ihren R ii ck z u g v 0 n p 0 l » i s ch c in Boden z» er­zwingen. Der Geschützdonner des deutschen Geschwaders wird au der englische» Küste gehört. Das Erscheinen der Türkei im Felde als Verbündeter Deutschlands enthält neue Gefahren für das Britenrcich. Größere Anstrengungen sind nötig: selbst

ÜitchenerS Million könnte sich als unzureichend erweisen. Das Blatt beklagt sodann die Zensur, die verhindere, datz das Britenvotk die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen erkenne. Das Prinzip des freiwilligen Dienstes sei unter diesen Um­ständen unhaltbar. Die Regierung müsie das Volk die Wahr­heit über den Krieg wiflcn lassen oder die allgemeine W e h e- p s l i ch t werde bald unvermeidlich sein.

Ter Bnrenaufstand in Südafrika.

Berlin, 5. Nov. (ffi. B. Nichtamtlich.) Ein Vertreter der Eon tincntal Times hatte Gelegenheit, mit General Pcarson, dem Gcneralquartiermcistcr der Bure n während ihres Kampfes gegen England, über die Lage in Südafrika zu sprechen. General Pearson sagte ». a.:Fch kann zwischen den Zeilen der englischen Berichte lesen und ich weiß, datz die Dinge zehnmal schlech­ter für die Engländer stehen, als öffentlich bekannt wird. Feder Burghcr wird den Burcnkommandantcn, den de Wet, Beyers und allen meinen anderen tapferen Kameraden, folgen. Ganz Südafrika wird die verhaßte englische Herrschaft abwcrfcn. Eine provisorische Regier­ung ist schon eingesetzt. Es ist bezeichnend für die Lage, daß ihr Sitz nicht irgend ein unbcdeutcnbcr Platz ist, sondern H c i l - bronn, das an der Bahn gelegen ist und von Bloemsontcin wie von Johannesburg leicht erreicht werden kann. Das ist ein Be­weis dafür, daß die Aufständischen nicht die geringste Be­fürchtung für den Erfolg ihrer Sache hegen."

Der Kampf um Tsingtau.

Der Vorschlag des Generals Kamino und des Admirals Kalo an den Gouverneur von Kiautschou wegen der Ab­reise aller Nichtkombattanten aus der Pachtung lautete:

Im gegenwärtigen Augenblick, da Ihr so heldenhaft die Festung verteidigt, haben die Unterzeichneten die Ehre, Euch Mitteilung von dem edlen Willen des Mikado zu machen, der das durch imscrc Belagcrungsopcrationcn bedrohte Leben der nichtkämpfendcn Einwohner der kriegführenden und nicht­kriegführenden Nationen gesichert sehen will. Wenn Ihr geneigt wäret, mit dem kaiserlichen Willen übereinzustimmen, würden wir die weiteren Bedingungen übermitteln."

Der Gouverneur fragte darauf drahtlos uni die Be­dingungen an. Sie wurden ihm durch einen Parlamentär übermittelt. Alle Zivilbcwohner konnten sich an einem Punkte der Grenze einfinden, von wo aus sie mit verbundenen Augen nach der nächsten Station der Schantungbahn geführt wurden.

Die Jagd auf dieEmden".

Das Berl. Tagcbl. meldet aus Rom: Ter in Neapel ein getroffcnc DampferRoma" begegnete bei Aden einem eng l i s ch e n Geschwader, das auf dieEmden" Jagd machen soll. DieEmden" habe eben wieder zwei Dampfer versenkt, nachdem sie ihnen Lebensmittel und Kohlen entnommen hatte.

KreuzerKarlsruhe".

Genf, 5. Nov. (Priv.-Tel. Etr. Frkft.) Französische Blätter melden aus Newyork, daß der KreuzerKarlsruhe" das SchiffLiner van Dyk" gekapert habe, das mit- Fleisch und Kaffcefracht von Buenos Aires nach Newyork fuhr.

Der Krieg im Orient.

Konstaiitinopel, 8. Nov. (ZV. B.) Amtlicher Bericht aus dem Großen Hauptquartier: Tic Russen begannen ihre Stellungen nahe der Grenze zu bescstigen, wurden jedoch aus de» Gebieten von Karaklissa und I s k h a 11 vollständig zurückgcworfen. Tic Stimmung und Ausbildung unserer Truppen ist ausgezeichnet.

Nach späteren Meldungen nahmen an der Be. s ch i e ß u n g des Tardanelleneingangs die eug, lischeu KriegsschiffeInflexible",Jadefatigablc",Glou ccstcr" undDcsencc", ferner einer der französischen Panzer schisseRepiibliqiic" oderBonvct" sowie zwei sranzösnche Kreuzer und acht Torpcdovbotc teil. Sie gaben 2 40 Schüsse nlt; cs gelang ihnen jedoch nicht, irgend einen be- dcutciidcren Schaden zu verursachen. Unsere Forts gadru dann nur zehn Schüsse ab, von denen einer ein englisches Panzerschiff traf, woraus eine Explosion entstand.

In Aiwaly in Kleinasicn wurde ein englischer Dampfer zum Sinken gebracht, nachdem die Besatzung und die Ladung gelandet war. Tic Bemannung des russischen DampfersKorolewa Olga", die hier verhaftet wurde, ist zu Kriegsgefangenen gemacht worden.

»

Berlin, 8. Nov. CVS'. B. Amtlich.) In auswärtigen

Blättern findet sich die Meldung, daß die Beduinen bei ihrem Vorgehen gegen Aegypten von deutschen Ossi- zieren geführt worden seien. Wir können fcststellen, daß diese Meldung erfunden ist.

England erklärt den Kriegszustand.

Eine Sonderausgabe der London Gazette enthält die förmliche Erklärung, daß der Kriegszustand mit der Türkei besteht. , ,

Türkische Bereitschaft.

Mailand, 5. Nov. (Etzr. Frkft.) Nach einer Londoner Meldung

sinh 7» 000 Mann türkischer Truppen zwei Stunden von Smyrna znsammengezvgen und die Befestigungen, dft 7 Krlmnettr von der Küste entfernt liege >y verstärkt worden.

Das Verhältnis der Türkei zu Italien.

Rom, 8. Nov. (Priv.-Tel. Ctr. Frist.) Der türkische Botschafter Naby Bey hatte gestern mit Salandra eine längere Unterredung über die italienischen Interessen in der neuen Orientkrise. Die BesvrechungeN, die eine völlige Klärung des Verhältnisses zwischen Italien und der Türkei bezwecken, werden jetzt, nach der Bildung des neuen Ministeriums, einen raschen und, wie anzunehmon ist, günstigen Slbschluß finden.

Tic Afghane» aus dein Marsch?

Tic Südslawische Korrespondeilz meldet aus KoiiftaiirinvprI: Die die über Persien hier eingetvossene bedeutendste afghanisch: Zoftirng Sirad'sch»a>l--Ahbar>i berichtet, hat der Emir von Afghanistan ein» Arme« von 170 000 Mann nrit 105 Geschützen unter Führung seines Sohnes, des Emirs vahtSilv-Shau. an die englische Grenz: voriwarschiervit lassen. Di: von Hrrcch nach Knschk führende Eisen­bahn sei zerstört worden, um den «nAischen Aufmarsch zu hindern. Eilte Anzahl von Kriegern indischer Grenzstämme Hab« sich dem Heere Bahadu.r-KhanS angcschlossen. An der Grenze herrsche volle Revolution gegen England. Tie englischen Beamten seien gefangen genommen und einige von ihnen getötet worden.

Neue englische Gewaltakte.

Kristiania, 5. Nov. lCtr. Bin.) Nach Mitteilung an den nor­wegischen Minister des Acußcrn hat die britische Regierung be schlossen, den Elydc-Fjord auf einer Linie von Eap Eanlnre nack Eorsewall Point für alle Fischereifahrzeuge ohne Rücksicht »ui ihre Rationalität zu schließen. Eine weitere Prcsicmcldnng besagt, datz alle» Fischdampfern das Vcrlaffcn der englische» Häsen durch die englische Admiralität verboten worden sei.

Konfiskationttt.

Kristiania, 5. Nov. <Ctr. Frkft.) Der norwegische Amerita- dampfcr BergenSfjord, der nach Kirkwall cingebracht und wieder sreigegcbcn wurde, ist gestern in Bergen eingetrofsen: sechs vou

New-Pork kommende Deutsche und ein Deutscher namens Hcicder wurden verhaftet. Für 60 000 Kronen Gummi wurde von der Ladung konfisziert. Ter norwegische Parlaincntspräsideni Mowinkcl, der als Pasiagier aus dem Schiffe war, bczcichnci das Auftreten der englischen Behörde, die die Konfiszierung vornahm, als unrechtmäßig. Daß dem Kapitän in Kirkwall erlaubt wurde, mit seinem Reeder in Verbindung zu treten und datz man dann ohne sein Wissen das Telegramm znrückbehielt. bezeichnet der Parlamentspräsident als eine einzig dastehende Rücksichtslosigkeit.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm & Eie., Gießen.

Truck: Verlag Offenbacher Abendblatt. K. m. b. H., Osfenbach a. M.

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