Ausgabe 
6.11.1914
 
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Abweisung des englischen Angriffes auf Akaba ist dieser Plan ver­eitelt worben.

Aniiektion Aegyptens.

gicn, 5. Non. Die Neue Freie Presse meldet aus Kon- stantmap4' Dem Tanin zufolge haben die Engländer Aegvdfe" annektiert. Sie haben den Onkel des Ähediven, den Prinzen Russein Kiamil Pascha, zum Generalgouverneur ernannt und seinen Sohn, den Prinzen Äemal Eddin Pascha, . nm Oberkommandanten.

Türkenausweisung.

Petersburg, 5. Nov. Ter Deutschen Tageszeitung zu- folge hat der Polizeipräsident einen Ausweisungsbefehl für sämtliche Türken erlassen, die Rußland bis zmn Ablauf einer Joche zu verlassen haben.

Amerikanischer Protest gegen England.

London, 5. Nou. Tic Morning Post meldet aus Washington: Tas Staatsdepartement hat die revidierte iloatrebandeuliste der britischen Regierung erhalten. Tie Liste wird nach Ansicht führender Zeitungen ernste Fra- zen zwischen der amerikanischen und englischen Regierung auswersen und, wie man erwartet, die Vereinigten Staaten ;u einem Protest veranlassen.

Englische Lceräuberpolitik.

Ottawa, 5. Nov. (Spezialtelegramin der Telegraphen- tlnion.) Die kanadische Regierung hat eine Verordnung er- assen, die den Erport von Nickelerz nach Europa, ausge­nommen nach Großbritannien, verbietet. Nack) den Ver­mieten Staaten ist er unter der Bedingung erlaubt, daß die xrze nicht zu Fabrikationszwccken in Deutschland und 2e st erreich verwendet werden. Ferner verbot die kana- nschc Regierung den Export von Nahrungsmitteln ind Vieh nach den europäischen Staaten, mit Ausnahme >on England und seinen Verbündeten.

Militärische Maßnahmen in China.

Eine Meldung aus Peking berichtet: Ter Landesverteidi- ingsrat in Peking Hot eine Reihe militärischer Maßnahmen verfügt, so die Formierung von 36 Divisionen. Aus dem Inneren Chinas werden Truppenteile an die Grenzgebiete legen Rußland transportiert.

Kaiserin Elisabeth" verloren?

W. B. London, 4. Nov. Reulermeldung. Eine amtliche Mel­dung auk Tokio besagt: Man glaubt, daß der österreichische Kreuzer .Kaiserin Elisabeth" auf der Reede von Tsingtau von der Be­satzung selbst in die Lust gesprengt worden ist.

Riesenbrand in Antwerpen.

Der Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus Antiverpen: Tie Benzin- und Naphtatgger der amerikanischen Atlasgesellschast, die in der Nähe der übrigen Petroleumlager liegen, stehen seit leftern früh in Flammen. Wegen des Brandes der Patroleum- ianks haben etwa 15 000 Einwohner die Stadt verlaßen au? Furcht vor Strafmaßnahmen gegen die Stadt.

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Partei-Nachrichten.

Der Sleichstagöabgeordnete süe Trient,

der als Italien stäxtr Sozialdemokrat ins Wiener Parlament und in den Tiroler Landtag gewählte Dr. Bottisti. ist nach Zeitungß- weidungen in Italien, agitiert dort für einen Krieg gegen Oester­reich und soll auch sahneuflüchtig sein. Di« Innsbrucker Volks- zeitung teilt mit, daß dies letztere im richtig ist, da B. nie Soldat war und zurzeit seiner Abreise der ungediente Landsturm 2. Auf­gebots noch nicht einberuien war. Tic ihm nachgefagten Schulden bcttesseii das Trienter Arbeiterblalt Fl Popolo. Die schwere Be­schuldigung. daft er in Ftalien gegen Oesterreich agitiere, wird jetzt untersucht, lieber das Ergebnis wird di« Volkszeitung Mitteilung machen.

Die schweizerischen Naiionalraiswahleii

brachten sür di« zumeist unbekämpsten bisherigen ioziaidcmokrati- fchen Vertreter für di« jetzigen Verhältnisse ein gut Teil der Wähler liimmic i»t Militärdienst recht zufriedenstellende atnnuienzahle». Fu, Kanton Neuchatel vnnen wir uns unsere »nbeftrstteney zwei Mandate erst im zweiten Walilgana lysten. aber wir aus technischen Gründen. Tas erhoffte neue Mandat im nautou Baselland ist nicht erreichbar gewesen, während im itanton Thurgau ein weiteres Mandat im zweiten Stichwahi- nang winkt. Fm bürgerliche» Lager sind keine Veränderungen Vi -erzeichnen. Einzig sind drei Nattonalräte freisinniger Conieur, , wr den Gottl-ardverirag gestimmt haben, der seit der Nru- Belgiens verbreiteten Wut gegen alle deutsch- reundinhen Politiker zum Opfer gefallen »ud Iniben ihre Mandat« *a!.' öer Urschweiz wurde i>m Kanton U r i als Folg« 'ttnmizkatastrvplie der bisherige katholisch-konservative !6er- einen Freisinnsmann ersetzt. Eine Zählung der io.zigl- [,n l>».' "iwtratischk,, Simtmtii ist angesichts der vielen Kompromisziisien

, grbcit: unmöglich.

' .p: Schauermärchen.

lC ~ ^uergeschichtcn von den deutschen Soldaten, denen in

et lU s - * die Augen ausgesiochrn worden sind, tauchen

rf U«b J unmer at ,j «ürziich ging dein Vorwärts folgender Brief zu: ibn b'^ » '^ dieser Tage mit großem Fnteresie im Vorwärts di«

'Hank " * f>ch die verschiedentlichen diachrichten über deutsche

di« Augen ausgestochen seien, bei Fhren Nach- loriwili^en bisher sämtlich als unbegründet erwiesen hätten.

. E unlängst von einem hiesigen Herrn nun die ganz

bestimmte Angabe gemacht worden, das, im .heilige,igeist-hoipital in ,trank,urt a. R. ,j deutscher Verwundeter läge, dem die nugen ausgeiwchen und dafür ein paar Ilnisormknöpfe in die nugeiibohlen eingepreßt seien' Und auf gelegentlich« Frage einer das voipital befuäieirden hohen Frau ich glaube, ber Kaiserin icivlt ob sie etwas besonders Liebes schicken könne, habe er nur eiuen Revolver verlangt, um sich zu erschienen. Dieser nvaun ,oll im gleichen Krairkeniaal gelegen haben, wie ber Bruder m^nes Gewährsmannes: ein im Oberarm verwundeter Bi.ze- leldwebei Reet.

vvielleicht könnten Sie durch Ihre Verbindungen auch diesem nall einmal ngchgehen.

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. "fus Ihre Anfrage vom 26. d. M. erwidern wir. bah in -ll'erem Hospital kein dentt'cher Vetwundeter liegt noch lag. dem i,-fa ausgestochen und dafür Uniformknöpse in die Augen-

lohlen emgepreßt wurden.'

Der Krieg und die bremische Arbeiterbewegung.

den .der Stadt und dem Landgebiet Bremen sind bis jetzt zu firimiiT 1 * 11 sterufen worden 3544 Genosien, von denen 2338 ver- sind und 4740 Kinder unter 15 Fahren haben. An ku sl?siären sind 104 einderusen und zwar 10 Tistriktsführer. 32 ' ''»iOOrer und 54 Bezirtskasflrer. Auch 8 Gemeindevertreler Labddiltrikten stehen im Felde. Di« Zahl der männlichen i>r*,w w sr des Sozialdemokratischen Vereins in Bremen ist non -> Nang August bis Anfang November von 12 608 aus 8056 herab-

ftefunfeii. Bringt man die Zahl der zum Heeresdienst Eingezogenen "'^"^chntmg. so hat sich die Zahl der männlichen Mitglieder weiter ^ . 11111 1000 verringert: in der Hauptsache deshalb, weil viele hundert, von Arbststofen von Bremen abrersien. um anderswo 5J, 1 lu nich en Amh di« Zahl der weiblichen Rrtglieder hat um

281 abgenommen.

Di« Zahl der zum Militärdienst eingezogenen Mitglieder der snien Gewerknkxiiten in der Stadt Bremen betrug Ende August » ''-.^-°?EWember »581. Der Mitgliederbestand war Ende August 2a <83 Ende September 24 070. Arbeitslose waren Emde August 3<<0 Ende September 2106 zu verzeichnen. Seit Kriegs- v^Oinn b-s^Mitte Oktober haben hier die freien Geweikichasten die eryevnMe -sukmn« von 100 000 cn Urhctt^loffmmtnitü&uufl

finrr 5lrbfit^lokniintrrfrä6ut>q durch die Srobt Bremen oder den Skaat wollen die ausschloimrciienden ^nst<n«en. -enot und Bürgerschaft, jedoch noch wie vor rnchts wiff«».

Hesse« und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Brot aus Karloffcl- und Roggcnmehl.

Uns wird geschrieben:

In der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung, dem Blatte des Reichskanzlers, finden wir im Anschluß an die Mitterlung über die Festsetzung von Höchstpreisen für Brotgetreide folgende Stelle:

Endlich soll dos Roggenmehl gedehnt werden durch Zusatz von K a r t o s fe lpr o d u kt en zum Roggenbrot. Mit solchem Kartofselzusatz zum Brot sind seit Monaten Versuche angestellt worden. Auf Grund dieser Erfahrungen haben Physiologen, Chemiker, Bäcker und Konsumenten einstimmig sich dahin geäußert, daß Schwarzbrot init einem Zusatz bis 80 Proz. Kartoffelmehl etwa die gleiche Nährkraft wie Roggenbrot hat und durchaus bekömmlich ist. Den Bäckereien wird nun gesetzlich erlaubt, bis zu dieser Höhe Kartofielmehl dem Roggenbrot zuzusctzen, wenn es dem Publikum solches Brot mitK" kenntlich macht. Setzen sie mehr zu, so muß der Prozentsatz auf den Broten an­gegeben werden. Um eine gleichmäßige Behandlung aller Brotverbraucher zu erreichen, ist ähnlich wie beim Weizen­mehlbrot vorgeschreibeu, daß mindestens fünf Gewichtsteile Kartoffelmehl in jedem Roggenbrot enthalten sein müssen."

Trotz dieser Versuche haben wir die größten Bedenken, ob der Zusatz von Kartoffelmehl sich als praktisch erweisen wird. Ein wohlschmeckendes Brot wird nur dann erreicht, wenn aufgeschlossenes Kartoffelwalzmehl im Höchstzusotz von 5 vom Hundert bcigegcben wird. Anderes Kartoffelmehl läßt sich nicht gut verwenden. Kartoffclwalz- niehl steht aber in normalen Zeiten um 56 Mark über dem Preis von Roggenmehl. Eine Verbilligung des Brotes durch wohlschmeckenden Zusatz von Kartoffelmehl ist also ausgeschlossen. Wohl aber ist durch die Erlaubnis, Kartoffel­mehl hinzuzusetzcn, Fälschungen und Betrügereien der Bäckereien Tür und Tor geöffnet. Man denke nur daran, daß Kartoffelmehl sehr viel mehr als Roggenmehl Wasser zieht und dadurch künstlich das Gewicht des Brotes erhöht. Ta Brot nach Gewicht gehandelt wird, wird sofort die Gefahr akut, daß diejenigen Arbeiterfamilien, welche sich noch nicht den Konsumvereinen angeschlossen haben, für ihr Geld weniger bekommen, als sie nach dem Stande der Preise ver­langen dürfen. Jedenfalls hat die Regierung durch diesen Schritt der Lebensmittelpolizei eine unabsehbare Fülle von Ausgaben gestellt. Wenn die staatliche Aufsicht versagen sollte und Betrügereien in großem Umfange Vorkommen, wird die Regierung dies zu verantworten haben.

Nicht schwätzen! Mitteilungen über politische, mili­tärische oder maritime Dinge unterliegen seit Beginn des Krieges einer ungcschwächt strengen Zensur, ganz gleich, auf welchem Wege sie verbreitet werden: dürfen doch nach wie vor keine verschlossenen Briese nach dem Auslande, auch nicht nach dem verbündeten Oesterreich-Ungarn, befördert werden, auch nicht nach den an die Kriegsschauplätze grenzenden Bezirke Deutschlands. Was jedoch unsere Tapferen aus dem Felde schreiben, auf Karten oder in Feldpostbriefen, das untersteht keiner Kontrolle. Aber manches, was sie da vollen Herzen? und unter starken Eindrücken mitieilen, ist geschrieben unter der Voraussetzung, daß die Empfänger eS, soweit es mili­tärische Tinge betrisst, aus eigener patriotischer Einsicht heraus für sich behalten oder doch nur zuverlässigen Freunden Mitteilen; unterliegen ja auch selbstverständlich alle Feldpost- briefe, die irgendwie veröffentlicht werden, einer strengen Zensur. Eine solche kann nicht geübt werden für das. was von Mund zu Munde erzählt wird. Da muß eine Selbst­zensur wirken und sie wirkt nicht immer. Der Drang zur Mitteilung in dieser Zeit ist groß und wer etwas Inter­essantes erfahren hat, will es gern wcitergcben. Es ist aber doch viel mehr Vorsicht geboten, als jetzt geübt wird. Denn darüber darf man sich nicht täuschen: Es leben bei uns nicht nur viele Ausländer, sondern ganz sicher auch nach amt- licher Auffassung zahlreiche Spione und Agenten. So ist es begreiflich, wenn die Warnung vor unvorsichtigen und leichtsinnigen Mitteilungen und Gcspräcken von Zeit zu Zeit wiederholt wird, weil sie nicht überall Beachtung findet.

Tie Leistung der Familienunterstüdung. Ter preußische Minister des Innern hat die ihm Nachgeordneten Behörden darauf hingewiesen, daß die Familienunterstützung auch dann weiter zu leisten ist, wenn der Kriegsteilnehmer als krank oder verwundet zeitweilig in die Heimat beurlaubt ist. Handelt es sich um Kriegsteilnehmer, die nicht wieder feld- diensffähig geworden sind, so unterliegt es keinem Bedenken, die Familienunterstützungen im Falle des Bedürfnisses so lange tveiter zahlen zu lasten, bis die betreffenden Kriegs- teilnehmer in den Genuß einer Militärrente treten, das heißt bis zu dem Zeitpunkte, zu welchem sie den ersten Betrag der Militärrente tatsächlich abheben. In gleicher Weise sollen auch den Hinterbliebenen der im Kriege Gebliebenen oder infolge einer Verwundung oder Kriegsdicnstbeschädigung Verstorbenen die Kriegsfamilienunterstützung weiter gewährt werden, bis die Bewilligungen auf Grund des Vlilitärhinter- bliebenengesetzes tatsächlich zur Hebung gelangen. Bei einer

verspäteten Zahlung der Militärbezüge soll von einer Rück­forderung der Familienunterstützungen abgesehen werden.

Tie kameradschaftliche Treue, die bei den deutschen Ar­beiterorganisationen immer eine gute Stätte hatte, bewährt sich auch bei dem jetzigen Kriege wieder aufs Neue. Günstige Gelegenheit dazu bietet die im Einverständnis mit de» Zeit- tralinstanzeii der deutschen Gewerkschaften und Geuossen- schaften von der Volksfllrsorgc eingerichtete Kriegsver- s i ch e r u n g s k a s s e in Hamburg. Bei dieser Kasse können auf den Namen einzelner KriegSteilnebnier Anteil­scheine im Werte von 5 Mark erworben werden. Nach Schluß des Krieges wird die gesamte eingegangene Sumnie restlos aufgetcilt zugunsten der Angehörigen derjenigen Versicher­ten, welche während des Krieges starben. Es ist sür die Familien im Kriege fallender Arbeiter sicher eine ganz be- sonders wünschenswerte Hilfe, wenn ihnen nach dem Kriege eine größere Summe zugeführt werden kann. Um dies für den schlimmsten Fall sicher zu stellen, hat der Vorstand der sozialdemokratisckieii Partei Deutschlands für 5 ins Feld ge­zogene Parteisekretäre selbst je 5 Anteilscheine erworben. Einer Anregung des Parteivorstandes an die Parteipresje folgend, hat der Verlag des Haniburger Echo sür seine An­gestellten je t Anteilscheine gekauft. Die sozialdemokratischen Wahlvereinc Lüchotv und Ottensen baden ihre ausmarschier- ten Genossen versichert, ebenso der Arbeitcr-Turnverein Hol­zen. Tie Verwaltungsstelle Köln des deutschen Metallarbeiter- Verbandes hat 200, die Zahlstelle Jena des dcutsckzcn Ban- arbeitcrverbandcS 116 Anteilscheine für ihre Kollegen im Felde erworben. Ihre Angestellten haben versichert die Kon­sumvereine Bremen (für 32 Angestellte je 4 Anteilscheine) und Magdeburg (für 60 Angestellte je 2 Anteile). Der Kon­sumverein Ludwigshafen ist weiter gegangen und hat für seine sämtlickien Mitglieder im Felde (800) Anteilscheine ge­kauft. Die BaugeuossensckioffenFalterau" in Degerloch bei Stuttgart und der Bau- und Sparverein Wülsel und llm< gegend baden ihre eingezogcnen Mitglieder ebenfalls ver­sichert. Tie kolossalen Verluste, die aus den Kämpfen der letzten Woche wieder gemeldet wurden, zeigen sich auch an der betrübenden Länge der zahlreickzen Totenlisten in den Gc- werksckzafts- und Tagesblättern. Sic lassen die vielfach ein­getretenen Sorgen erkennen, die den Angehörigen aus dem Verluste ihrer Ernährer erwachsen. Diese Sorgen Ivenig- stcns zu erleichtern, was die V o l k s f ü r s o r g c - K r i e g s- versicherungskassc erniöglicht, sollte nicht nur den Angehörigen überlassen werden. Freunde, Kollegen, Ge­nossen, die im Frieden lohnende Arbeit behalten haben, können ihren Kameraden im Felde eine Beruhigung bereiten» wenn sie durch Erwerbung von Anteilscheinen ihnen zeigen, daß die kameradschaftliche Treue auch in diesen ernsten Zeiten hinter ihnen steht.

An die Beleuchtung von Fluren und Treppen bei eingetretener Dunkelheit seien die Hauswirte erinnert. Ter Vermieter ist zur Einräumung eines vertragsmäßigen Gebrauchs verpflichtet. Hier­zu gehört seine Verpslichtting, die Wohnung ungestört und unge­hindert benutzen zu lassen. Zum ungehinderten Gebrauch der Mietsräume gehört aber auch die Beleuchtung von Hausfluren und Treppen. Auch dritten Personen gegenüber, also denen, die den Mieter während der üblichen Verkehrszeit besuchen, besteht solche Verpflichtung. Mit Rücksicht darauf, daß der Hauseigentümer In Ausnützung seines Eigentums Mitbewohner ausnimntt und da­durch einen Verkehr im Hause herstellt, hat er auch Dritten gegen­über die Pflicht, dafür zu sorgen, daß diese bei dem von ihm her­gestellten Verkehr keinen Schaden leiden. Bei event. Schadenersatz­klagen ist zu beachten, daß »ach einer Entscheidung des Reichsge­richts in Strafsachen sBb. 14, S. 363s der Vermieter sich durch Bestellung eines geeigneten Vertreter» von der Haftung be­fielen kann.

Beffere Verpackung der Feldpostsendlingen. Es wird vielfach darllber geklagt, daß in Feldpostbriefen lPäckchen) an Angehörige des Heeres bei der Ankunst ein Teil des Inhalts fehlt oder auch, daß der Inhalt manchmal nicht stimmt. Demgegenüber wird daraus hingewiesen, daß es sich hierbei keineswegs immer um eine Beraubung der Sendungen handelt. Die Mehrzahl ber Fälle ist vielmehr auf die nicht immer ausreichende Verpackung, auch in­folge der Benutzung von unzulänglichen Klammerverschltiffen, zu- rückzusühren. Tie Sendungen gingen infolgedesien uiiterwegs ent­zwei und die Gegenstände sielen dabei heraus. Bei dem nach Lessnen der Feldpostbeutet im Felde von den Post- oder Militär- personen im Fnteresie der Empfänger vielfach unternommenen Versuch, solche Sendungen richtig wieder zusammenzubekommen, können natürlich leicht auch Verwechslungen von Teilen des Fn- halts unterlaufen. Zumeist lasten sich die herausgefallenen Stücke überhaupt nicht wieder unterbringen, sodaß sie nach Vorschrift für unanbringliche Gegenstände behandelt werben mllsien, während fte dem Empfänger fehlen. Daß im Betriebe der heimischen Post­anstalten neuerdings hier und da auch Diebstähle ober Beraub- ungen von Feldpostwarenbriefen vorgekommen sind, ist der Feld» postverwaltung bekannt. Es kann dies auch nicht ausfällig er­scheinen, da die Neichsposwerwaltung bei der Mobilmachung mit einem Schlage 70 000 Kopse eingeschiUten und bewährten Personals verloren hat, das zu den Fahnen gegangen ist, und dafür unerprobte beschäftigungslose Zivilpersonen als Ersatz eingestellt werden mußten. Vorkommnisse dieser Art lassen sich auch durch die besten Kontrollmaßnahmen nicht verhindern. Tie Postbehörde übergibt einen jeden solchen Fall dem Gericht zur Aburteilung. Wenn bei der Besprechung derartiger Angelegenheiten in einem Berliner Lokalblatt sogar die Beraubung sestvernagelter, verschnürter uns versiegelter Kisten aus das Konto der Feldpost gefetzt wird, so er­gibt sich das Unrichtige eines solchen Vorgehens am besten daraus, daß die Feldpost Postpakete vorläufig nicht befördert.

Tie Hygiene der warmen Totdatenunterkieidung. Von den Uitterziehjacken hält Geh.-Rat Vogel w Jena für die zweckmäßigsten die Filrtunterzsehsacken. weil sie die Hautansdünstung fördern, dabet wegen der in ihren Maschen sich verfangenden angeschlossenen Luft warm halten. Werden Unterziehsackcn aus anderen Stoffen ge­wünscht, so wähl« man Trikotstone. di« weit genug sind und auch nach Einlaufen den Körper nicht beengen. Am wenigsten hygienisch sind Unterziehjacken aus Borchendstoif, weil sie durch ihr festes We- lpebc und durch ihre stockige Fnnenseite di« Hautausdünstung auger- ordentlich hindern. Auch Wolljacken und Wollhemden aus reiner Wolle sind wenig empfehlenswert. Man ziehe die mit ?Zaumwolle gemischten Wollunterzeug« vor. Besser als gewebte sind gestrickte Wolluitterzeuge sie bleiben für die KörperguSdunswng durchlässig. Auch bei den Uitterhoim sind di« Filetstosf« aus Gefnndhritsrücksi-titen vorzuziehen. Aber di« Retter würden Unterhosen aus solchem Slosf -chnell abnutzen, auch nicht genug Schutz gegen Satteidruck hoben. Zudem vertragen die Bein« ein« derbere Unterkleidung besser als der Körperstamm. wenn di« Unterhosen nur nicht zu enge sind, wett durch letzteres Venenstanung und Ärarnpsaderbstdung gesördert wird. Biel mehr als zmn Baschlik und Schal rät Tr. Vogel zu einer feldgrauen Kapuze aus ivassevdichtem eventuell imprägnierten Loben stoff.

Gerechte Strafe eines Darlehnsschwindlers. Aus Frankinrt a. M. wird gemeldet:Die Straskannmer verurteilte den 36 Fahre alten Agenten Chrn'tian Bender aus Sindlingen, der Darlehens- stuher mn die Gebühren prellte, zu 18 Monaten Zuchthaus nnd