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Organ für die Interessen der Provinz Obcrheffcn
des werktätigen Volkes und der Nachdargebicte.
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CBIftien. Bobnbosliralie 23, (fdt Löwenaalie. relevdon 2008.
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.Tnlrratr tollen die 6 mal gespalt. Kolonelzcilc oder deren Raum IL Pt». Bei »röfteren Aufträgen Rabatt, Anzeigen wolle man di» atxnM 7 Bir für die folgende Rümmer >n der Expedition aufgeben
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anzösische Anklagen gegen die deutsche So;ialdemo!atie.
er Pariser TcmpS, der schon zu FriedciiSzciten die inter- alc Sozialdemokratie in der gehässigsten Weise bckämpsie, uitlicht jetzt säst täglich Artikel, in denen er die deutschen denivkralcn wegen ihrer Haltung im Weltkrieg auss schürsste ft. Ter Tcmps, der eö gaiiz scll>stverständlich jindet, wenn anzöstscheii Sozialisten zur Verteidigung ihres Vaterlandes letzten Blutstropsen hcrgeben, legt es in seiner Rümmer '5. Oktober als schwersten Verrat a» den intcriiativnalcn sätzen aus, daß die deutsche sozialdemokratische RcichtztagS- n der Regierung die Mittel zur Kriegführung bewilligte, i seiner Rümmer vom 28. Oktober verdächtigte er die Tätig- uzelncr deutscher Sozialdemokraten in Belgien, als ob diese cn im Auftrag der deutsche« Regierung die Bevölkerung zur ,e an ihrem Lande verleiten und die Annerion vorbcreitcn n.
csoudcrs großen Lärm macht der Tcmps über einen Artikel orwärts, in dem einem cbrcnvollc» Frieden zwischen Dculsch- md Frankreich das Wort geredet wirb. Dieser Artikel itm; icr Zeit geschrieben, da nach den erste» groben deutschen i die inililärischc Zerschmetterung Frankreichs unmittelbar ,»liehen schien, Ter TempS sicht aber in diesem Artikel nur Versuch, für Deutschland im SaBc einer Niederlage günstige aungc» zu erzielen, und verstcigt sich in seiner Polemik zu den doch recht unzcitgemäbeii llncrbittlichkeiteii:
»Es ist eine Naivität zu glauben, dasi die deutschen Sozial- okraten jemals wieder das Vertrauen der Sozialisten der crcn Rationcii gewinnen und das, sie mit Aussicht aus Erfolg den Massen Frankreichs, Belgiens, Englands und gar Ruft- iS eine Bewegung der öffentlichen Meinung inszenieren itcn, die cs dem kaiserlichen Deutschland gestatten würde, in ,r oder weniger anständiger Weise aus dem Abenteuer hcr- zukommen, in das es sich mit voller llebcrlegung verstrickt
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Jet Setup? will also von einem ehrenhaften Frieden nichts >, er will den Kampf gegen Deutschland bis zum äufter- sllhren Und da tut er, als wunderte er sich darüber, daft cutlchcn Sozialdemokraten nicht zur Erleichterung so licbcnS- iger Absichten die Kricgskrcdite abgclchnt und den Gencra!- inszeniert habe». Ginge cs nach ihm, so mutzten sie den Zoscn in Frankfurt und den Rusien in Berlin Triumpspsortcn
t, dann erst wäre er mit ihrer „internationalen Gesinnung" eben.
Wenn der Temps die Dinge so darstcllt, als ob einzig und > die deutsche Regierung an dem AuSbruch des Weltkrieges >d trage. Io wird er ja in Frankreich bei der dort allgemein ichenden Aussasiung keinen Widerspruch finden. Aber er hat unrichtige Ansfasiung von internationalen Pflichten, wenn er >t, die deutschen Sozialdemokraten hätten unter solchen llm- >e» die Ausgabe, das Spiel der Gegner zu erleichtern. Selbst '" Voraussetzungen des Tcmps richtig wären, hätten die . Üaldemokratcii nicht anders handeln können, als sic Var" Denn wenn ein Krieg von solcher Tragweite ""schick, der Dültcr einmal angesangcn hat, kommt es barauk an, wer ihn angesangcn hat als darauf, wie er * c V> n s, , einc sozialdemokratische Partei der Welt würde in ^"i. ""Be sagen können: Da meine Regierung unrecht hat,
, dagegen, daft meine VolkSgeuosicu erschlagen
.mein Land verwüstet, seine staatliche Tclbständigkcil >" ch >el wird!
. Sich j„ diesen, Weltringc» doch nicht um den Kampf
»Hessen einen ossenbar Schwächeren, lind wen» auch ti i! ? k lllcmo "B mit einer Niederlage rechnen wollte, io ""deren drauftcn mit einer Niederlage Deutschlands Diese Niederlage gebart auch jetzt noch nach *r m den Bereich der Möglichkeiten, und sic wäre
* But möglich, sondern sogar sehr w a h r s ch e i n- gencien. wenn der Moment der Gefahr nicht auch in Deutsch- ^ ‘ 1 e 'tiÄ' x * * gesunden hätte,
i?*" 5it Bussen vor deren Schiittci, die deutsche etiaupiftab« nach der berühmten französischen Proklamation vor zwei Monaten Sittern sollte, heute vielleicht wirklich vor >, uiio der <cmps könnte Iritiinphicren, Das; aber von der icn,ofra,i ‘ die Begünstigung eines solchen Unter- onp nicht erwarte, werden darf, werden die Sozialisten oller , c ” '“!l 6cr wohl bald begreifen, soscrnc sic es nicht schon ..»km *-H "°be„. Sagte doch auch der belgische Svzialdemo- uno Minister Gcnosie Bandervcldc, man dürsc von den deut- sozialdcmokralen nicht verlangen, daft sic ihr Vater-
f-iö s " ' en überantworteten,
r Okutfche To.zialdemokratic hat volles Verständnis dasnr.
sozialdemokratischen Parteien der andere» zivilisierten iiin.? ^ anders handeln können, als sic selbst handelt. Auch >bä»<!> • ^"skkland verteidigen und sür die Erhaltung seiner i • - Bis aufS Acufterftc kämpfen. Darum mutz auch
>n ^Bllichc Verleumdung des Tcmps zurückge- iei; *" Baft die dcuttche Sozialdemokratie für die n u, « " S B > e n s arbeite. Wenn deutsche Sozialdemo-
u, en ,^nl>ien mit den Arbeitcrorganisationci, Fühlung gc- oeni.o >.»n s« dem schwer heimgcsuchtcn Lande wieder
crc'a,, s?'"sck>aftliche Ordnung hcrbeizuführcn. so haben sie Fj'-S "ithl »m Belgien zu germanisieren, soiidcrn um die abr " Proletarier vor dem Vcrhungcrn zu önb.» Dazu kann der TempS unter den gegenwärtigen i " siichtz betragen, er hat freilich als kapitalistisches Blatt >t Eriebenszeitcn für solche Aufgaben wenig Verständnis
Bieter furchtbare Krieg zu Ende sein wird, dann wird i n e ! Tcr Ben» je wisien, wie notwendig sic de» i » t e r ovalen Sozialismus braucht. Die Völker wer
Der Krieg.
den dann den sozialistischen Parteien die Kraft verleihen, die ihnen diesmal noch gefehlt hat, um den Hercinbruch einer Katastrophe zu verhindern. Dazu gehört auch eine starke deutsche Sozialdemokratie, Tic deutsche Sozialdemokratie hätte sich aber die Verachtung des eigenen Volles und der ganzen Fntcrnationale verdient, wenn sic sich so verhalten hätte, das; der Temps sic hätte loben können!
Italien wird Aegypten nicht fchüyen!
Nvi», 4. Nov, (C£tr. Frkft.) Tic Zeitungen aller Richtungen und aus allen Teilen deS Landes cinschlictzlich der Ciortere della 2crn stellen heute jedes Abkonimcn mit England wegen Aegyptens in Abrede und zeigen sich vollkommen beruhigt wegen der Möglichkeiten im nahen Lrient,
Der Gcneralstabshauptmann Eabiati wendet sich in der Per- scvcranza ans das s ch ä r f st c gegen de» Plan, italienische Truppen zur Verteidigung Aegyptens herzugebeu, Ftalicn könne der Lage, die nach der Schlictzung des Suczkanals in Erythräa und »ach dem Ausbruch der Jslambcwcnung i» der Eyrenaika entsteht, ruhig cutgcaensehen. Eabiati fährt dann wörtlich fort: Wenn England seine Fnteresien in Aegypten verteidigen will, so soll es das mit seinen Truppen tu», die cs ja in jeder Rasse und Farbe hat, Tic italienischen Soldaten dienen nur für uns,
Tsingtau — Tayiti — byile.
Santiago de Chile, 4. Nov >W, B Nichtamtlich s Die beiden deutschen Kreuzer „Scharnhorst" »nd „Gneisenau" und der kleine Kreuzer „Nürnberg" sind hier eingetrossen. Nachdem der deutsche Gesandte und der deutsche Konsul an Bord gewesen waren, »ahmen die Schisse Vorräte ein.
Die Taten des K euzers „Karlsruhe".
Amsterdam, 4 . Nov, ((5tr. Frkst.) Aus London wird telegraphiert: Das von dem Kreuzer „Karlsruhe" in Grund gebohrte große Dampfschiff „Van Dy ck" war nicht, wie irrtümlich in den Blättern gemeldet wurde, ein belgischer, sondern ein englischer Dampfer. Er ist 1911 gebaut, hat 19 399 Tons, machte 16 Knoten und war mit drahtloser Telegraphie ausgerüstet. Der Wert des Schisses wird au> 239 999 Pfund Sterling geschätzt. Tic Ladung bestand aus Korn und Fleisch aus Argentinien, bestimmt für - die Vereinigten Staaten, »nd batte einen Wert von 100 000 Pfund Sterling. Die beiden von dem Kreuzer „Karlsruhe" vernichteten k l ei n e n Dampfer hatten einen ^samt- wert von 81 099 Pfund Sterling, •
Bou der „l^nidcu"
Londoii, 1. Nov. (W. H. Nichtamtlich.) Tie Morning Post nioldct, daß nach Privatnachrichten aus Liverpool vom l. November die Behauptung unrichtig ist, daß di^ „Emden" unter japanischer Flagge in den Hafen von Penang cingcsahren sei, Sic habe vielmehr den Ileberfall mit dem U n t c r n c h m u n g s g e i st und der Schneid ausgesührt. die sic bei den früheren Taten bewiesen hat.
Wie der Tcutirlre Kurier erfährt, hat der Kaiser dem Kommandanten des kleinen Kreuzers „Emden, Kapitän* lcutnnnt v o n M ü l l e r . das Eiserne Kreuz l, »nd 2 . Klais,' sowie den Lsfizicrcn und Ingenieuren, den Unteroffizieren und 50 Mann der Besatzung das Eiserne Kreuz 2, Klasse verliehen.
Stiltm.
Stockholm, 4, Roo, sblr, Frkst.) Aus der Nordsee wütet ein starker Ost sturm feit drei Tcocn mit unverminderter Heiligkeit. Etwa 30 schwedische Dampfer sind überfällig. Englische Floiiciicinhcitcii sind zum Abspcrrungsdicnsi in die Nordsee und den Westallanlik am-gclausen. Sie haben schwer unter dem Orkan z„ leiden,
Dic feindlichet, ^-lre^er.
Amsterdam, 4, Nov, sCtr, Fftsl.) AuS Sluis meldet der Amsterdamer Telegraai: Gestern millao zwischen 4 und ö Uhr
warf ei» sranzvsischcr Flieger zwei Bomben in das Hasenquartier, 50 Meier von der Eisenbahnstation und dem Peiroleumiciervoir entsernt. nieder, Dic Bomben verursachten groftc» Schaden, Zwei Deutsche wurden getötet, eine Frau und ein Kind leicht verletzt, Auch ein englischer Aeroplai, besuchte zu gleicher Zeit die Sladt, Er tan, von der Küste, Die deutschen Grenzwache» schosse» nicht auf das Flugzeug, weil sic cs in der grotzen Höhe für ein deutsches hielten. Der Flieger rekognoszierte d,c deulichcu militärischen Stellungen, worauf eS ihm gelang, in der Richtung von Dirmuiden und Nieuport unbehelligt zu verschwinden,
Tie I„dc,t in russischer Behandlung.
Das rumänische sozialdemokratische Parteiorgan Lucia gibt die folgenden kurzen Stimmungsbilder, die als Kulturdokumentc von großen Fntercsie sind.
Wie russiichc Zeitungen miiieilen, lieft der General Rcnnen- Icmpr an den Rabbiner von Minsk eine Depesche senden, wodurch er ihn zum Heldenmut einiger jüdischer Soldaten aus dieser Stadt beglückwünschte. Kurz vor dem Kriegsausbruch hat derselbe General Rcnncnkamps den Offizieren in Wilna verboten, aus der Strafte Fuden zu begrllften.
Rach wiederholten Ansuchen der Fuden, als Freiwillige ohne Vergütung im russischen Roten Kreuze beschäftigt zu werden, ist ihnen erlaubt worden, eine besondere jüdische Sektion zu bilden,
und zwar unter solgenden Bedingungen: Die jüdische Sektion dars keiitcrlci Unterstütztiitg vom Staat erhalten und soll als Abzeichen statt des roten Kreuzes einen „Magen-David" lein jüdisches Zeichen> tragen. Groß ist die Gnade des Zaren!
Die jüdischen Abgeordnetcii in der russtsche» Duma erhalten täglich Hunderte von Depeschen auS verschiedenen Gegenden Ruft- lande-, durch die sie gebeten werden, darauf hinzuwirken, daft die Kinder derjeiitge», die am Kriege letluehmeii, zu den Slaatsschulen zugelassen werden.
Alle Gesuche sind jedoch bisher ohne Erfolg geblieben.
Aus Krakau kommt die folgende Nachricht:
Dieser Tage kamen Hunderte voti Fuden au» der Stadl Kolbuszova lGaitzienI und erzählten mit Graue», wie die Kosaken in ihrer Stadt einen Pogrom veransiailet haben.
Es war au einem Sabbaliage, als die Fuden mit ihren Familien in der Synagoge waren, wo sie überrascht und zu Hunderten totgcschlagcn wurden. Das war aus galizischem Boden, ein Kommentar zuni Ausrnj des Zaren „An meine liebet, Fuden",,,.
Am 13. Oktober kam von Wien aus die Nachricht, daft dic Rusien sich von Lemberg zurückzuziehcn angesangcn hätten. Aus den, Wege nach Strojoniv haben dic Kosaken viele Frauen und Mädchen in ihr Lager initgcschlcppt, um sic in surchtbarsier Weise zu schänden,
Fu Strojouttz haben sie von der Synagoge aus 27 Fuden wcg- gcschlcppk, während dort der Gotlesdieust vcrrichtel wurde und haben sic zu Fuft 75 Kilometer mcggcsiihrt, lieber daS Schicksal dieser Uitglsicklichen weift man bis jetzt noch nichts.
Das Acht-Uhr-Abendblatt in Wien meldet: Aus
Warschau hier cingetrosscne Reisende wissen von großen Pogroms zu berichten, dic in den letzten Tagen in Lemberg slattgefunden baden sollen. Danach wurden 50 angesehene jüdische Bürger von russischen Soldaten ermordet und viele andere schwer verwundet, Ter polnische radikale Rcichsrats- abgeordnete Breiter wurde, als er einziisärrciten versuchte, verhaftet »nd soll nach Omsk in Sibirien verschickt worden sein.
Die russische Gefahr.
„Wir müssen uns davor hüten, in unserem berechtigten Zorn gegen England die uns von Osten drohende Gefahr zu unterschätzen." Mit diesen Worten weist jetzt selbst die all- dcnljchc Post diejenigen zurück, die dem Krieg — unter gleich- zeiliger Vorbereitung einer deutsch-russischbn Verständigung — eine einseitige Spitze gegen England gcbcln lvollcn. Und zur Bekräftigung ihrer Aufsassung beruft sic sich auf einen Aufsatz, den Tr, Richard Bahr, ein Balle, in der neuesten Nummer des Türmer veröffentlicht hat. In diesem Aufsatz heißt cs:
„Wir dürscu nicht wieder die alte, aus der allgemeinen west» <uropäisä/en Unkenntnis russischen Wesens cruxnlsienr Vor- stcllung auffommen lasten, als wäre Rußland i m Grunde kein gar so schlechter Partner, als kömiben wir je wieder mit dem Reiche des weiften Zaren in einer gewisse» Eintracht nebeneinander herlcben.
An diese» falschen VorslrUungen hat seit den Tagen Friedrich Will>clms IH. unsere ganze europäisch,- Politik gelitten. Was nMangs eine in vorwiegend palriaräyilischeu Zeitläusien wohl- verständliche Familie n traditio» geivesen war. ward nachgerade zum Dogtna, und so fest saß diese Lehr« von den angeblich inangelnden Retbintgsslächen in den Gemütern der Deutschen, daß noch im letzten Herbst, deriveil dic lllusscn unablässig hetzten un.d schürten und ihre Heere an unseren Grenzen aufmarschieren ltcftcn, sich zu Bcrlm ein« Gesellschast bilden torart*, di« zur besseren Erkenntnis des geschätzten Nachbars einlud ... Da raten die einen: wir sollten all« Knast sür England veriparcu und bei Rußland hübsch in der Verteidigung bleiben, Tie andern erzählen, was richtig un>d doch zugleich wieder grundfalsch ist. daß wir, bei Licht besehen, gegen das „unverwundbare" Reich des weiften Zaren nur irenig cmszurichten vermöchten. Tic Trrtten aber mahnen schlvachmütig, uns ja nicht zu übernehmen und beizeiten uns au den Gedanken zu gewöhnen, daft in den künftigen Fricdeiisvertrrg das bestehende pvlilisckie Gleichgewicht — rnrt dieses — aus dem Lande wieder hcrgcstellt werde.
Die an sich durchairck wchlmeinettdcn Männer, die so sprechen und schreiben, ahnen vermutlich gar nicht, datz sie aus che All die Geschäfte dee ruisischen Diplomatie besorgen. Noch im Schlachten- läem an den Fcsicln arbeiten, die Ruftland über Europa und die Welt gelegt hatte, und dic es. wofern wir ihm nicht wehrten, jofort abermals schließen würde.
Das war ja allezeit das Kernstück der russischen Rüstung, die vornehmste Wasse, mit der die PeierSburger Tiplomati« ihre Siege crsocht und mit deren Hisse Ruftland sman findet keinen trcsscndeicn Ausdruck) sich zu einer Weltstcllung cmporschwindelte, zu der cs in keinem Belang — weder sittlich noch inateriell — berufen war: die weiträumig« Unvcrwundbarkcit des Landes und seine angeblich unerschöpslichen Rcichlllmer und Schätze, Nun haben wir dic russische Soldateska <n,t deutschem Boden gese^n und Taunenberg erlebt, und nun soll wenigstens dieser Spuk nicht wieder in deutschen Hirnen Verwirrung schassen. Solche Mahnungen sind umso berechtigter, als die Redereien von einer beabsichtigten Verständigung mit Rußland durch Wicderanbahnung der alten höfischen Beziehungen kein Ende nehmen wollen. Eine Disfcrenzierung der Gegner Deutschlands zugunsten Rußlands wäre aber heule umso un- begreiflicher, da ja Rußland die einzige feindliche Macht ist, die beim gegenwärtigen Stande des Krieges deutsches und österreichisches Gebiet ernstlich bedroht.


