Ausgabe 
5.11.1914
 
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Personeir imti rn vier SJaimtc ei,igeleist besitzt Lesen und clcktri­scher Sicht. Zu je 1V dieser Holzhäuser gehört dann wieder ein Wirtschaftsgebäude mit Siia>c, angebaulcr Kaittine und Borrats- ^chuuen Die ganze Anlage wird auch ein gut eingerichtetes Wasch­end Badehaus erhalten. Zlian kann nur wünschen, dos; die Fertig­stellung dieses Barackenlagers nicht mehr lange aus sich warten läßt.

Sieht man sich die Gesängen«» näher an, so ist der Eindruck l(Ut misreundlichcr. Wohl ist manches Gesicht wenig gepflegt und pon unregelmäßigem Bartwuchs überwuchert Das ist eben der gric$. Aber die meisten Augen blicken doch hell und ohne Haß. Hier und da wohl ein bische» Scham, so als Sehenswürdigkeit be­trachtet zu werden. Und - wer wollte daran zweifeln ein« nagende Traurigkeit, so fern der Heimat zu fein und seiner Freiheit beraubt .... Aber viait scheint doch zu fühlen, daß die Behand­lung ineiischlich ist, und scheint das zu würdigen. Und gern« plau­dert der eine oder der airdcre auch mit den deutschen Dolmetsrhern und Offizieren, die durch das Lager gehen, oder mii einen. Fremden, der die Erlaubnis erhält, das Lager zu bcsinhen.

Ran möchte mir wünschen, daß die Behandlung der Gesängen«» überall bei mis wie «m Ausland« entgegenkommend und menschcnivürdig ist, wie es unserer Kultur geziemt. Das könnte dein Kriege weirigstcns einen seiner Stockte! uehnien und viel Glend und Sorge aus der Weit schassen.

Provin^alverbandes schleswig-holsteinischer Bürgervereln« ha! sich nun auch rn den sozialdemokratischen Bezirksvorstand für Schleswig, volftein gewandt, damit ein lolchcs Abkommen für alle Stadl« der irovln, getiwsf« 7 , werde. Der sozialdemokratische Bezirksvorstand lat ikdoch erklareii müssen, daß dem Zustandekonunen eines solrhei, allgcmernen Ueberrin/onimens Beschlüsse früherer Bezirksparteitag,.' entgege »stehen, Wenn jodock, in «meinen Orten solche Bereiu- tmrun^m gewofien werden, würde er diesen nicht entgegenftehen, sie vielmehr ,ordern,

Gin neues Bottshaus

prachtvoll« neu« BolkShaus in Bern (Tchivriz)

^sbren Sonntag durch eine bescheidene Feier ciiigriveiht. ^.cr izheotersaal, der mit Bühne, Kinomaiograph »sw, ganz modern eiligerichiet ist, kan» bis aus 1100 Sitzplätze ocrgrößcrl werden, iL»s Haus enthält ferner neben dem üblichcn Restaurant auch ein alkoholfreies Restaurant, ein Ttollsbad, eme Tchuhsiliol« der Ge- n°sien;chg,t. Lesesaal und Bibliothek, Hotel mid v»ele Bmreaus und kleineve Bcr;amml ungc- ich u me

Hesieu und Nachbargebiete.

Giessen und Umgebung.

Die Nationalitäten in den Bereinigten Staaten.

Angesichts der vo» den kriegführenden Mächte» täglich nt machien Anstrengungen, die Sympathien der össentlichen Meinung in den Bereinigten Staaten zu gewinnen, dürfte es interessieren, daß 1011 nicht weniger wie 11,7 Prozent aller Einwohner in den Bereinigte» Staaten im Auslände geboren waren, Ihre Zahl bc lief sich auf über 13/ 2 Million, davon kamen 1 220 000 aus England. Schottland und Wales, 1352 000 aus Irland, 2 500 000 miss Deutschland, 1 270 000 aus der skandinavischen Ländern, 120 000 aus Holland, 150 000 aus Belgien, 117 000 aus Frankreich, 121000 aus der Schweiz, 57 000 aus Portugal, 22 000 aus Spanien, l 313 000 ans Italien, 1 600 00« aus Rußland, 130 000 aus Finn­land, 1 175 000 aus Oesterreich, 195 000 aus Ungarn usw.

Die Telephonverbittdung Italiens mit Frankreich unterbrochen.

Mailand, 1. Nov. Die italienischen Zeitungen bringen keine telephonischen Nachrichten aus Paris mehr. Die Unter­brechung der telephonischen Verbindung ist nicht durch Witterungseinflüsse verursacht. Der Corriere della Sera erinnert daran, daß dieselbe zwischen Frankreich und Italien niemals unterbrochen war, ausgenommen während 'einiger Tage gleich nach Kriegsausbruch und zwei Tage während der Kämpfe an der Marne.

Ein bnlaarisch-rumänisches Abkommen?

Rom, 1. Nov, Corriere d'Jtalia meldet aus Sofia, daß dort wie in Bukarest ei» Abkommen zwischen Bulgarien und Rumänien in die Wege geleitet sei. Wenn cs bisher Mißverständnisse zwischen Bulgarien und Rumänien gegeben habe, so trage Rußland daran die Schuld, das den Apfel der Zwietracht zwischen die beiden Länder geworfen habe und Rumänien ans die salschc Bahn der Tobrutscha gelenkt habe. Rach dem Corriere d'Ftalia werde dieses Abkommen eine wesentlich fricdenscrhaltende Wirkung haben.

Oesterreichische Minen gegen russische Truppen-Transporte.

T. U. Sofia, 4. Nov. In Widdin wurde von der Donau eine furchtbare Minenexplosion gehört. Es heißt, daß öster­reichische Minen gelegt waren, um für Serbien bestimmte russische Transporte zu verhindern.

Ein Manifest des Zaren.

T. ü. Haag, 4. Nov. Nach riuer Petersburger Depesche hat der Zar ein Manifest erlaffen, i» den, es heißt:

Tie Türkei ist vou Deutschland und Oesterreich zum unfruchi- baren Kamps gegen Rußlgnd ausgeheßt worden, Rußland wird Ergebnis ruhig und gottvcrirauend abmarten. Das Austrcie» der Türkei wird die Katastrophe des türlischc» Reiches beschleunigen. Rußland dagegen wird die historischen Probleme des Schwarzen Meeres, das Erbteil der Borväter, zur Lösung bringen.

Die ägyptische Gefahr.

Berlin, 4. Nov. (Priv.-Tel. Ctr. BI».) Tic Gärung in Aegypten greift immer weiter um sich. In Kairo und Alexandrien ist cs zu neuen Zusammenstößen zwischen Arabern und dem Militär gekommen. Die englischen Touristen derlaffrn in sieberhaster Eile Aegypten. Tic aus Alexandrien «dsahrenden Postschifsc werden von den hcimrcisendcn Eng­ländern geradezu gestürmt. Tic englischen Behörden in Kairo und Assuan haben auch den Vergnügnngsrriscnden, dir I'ch trotz drs Krieges immer noch in großer Zahl dort n»s- dietlr», dringend zur Heimkehr geraten. Auch die schwer Lungenleidenden aus den Spitälern sind aus die Schisse ge­bracht worden. Vor Port Said kreuzt eine englischfranzösi- Flotte.

Ein persisches Ultimatum.

r T -U. Leipzig, 4. Nov. (Ctr. Frist.) Tci» Leipziger "7bl°t. wird ans Kopenhagen mitgetcilt: Nach einer

Meldung der Bcrlinske Tidende ans Petersburg hat der verinche Gesandte der russischen Regierung dir Forderung iui wsorijgx Abberufung der russischen Truppen aus den Verpichen Gebieten überreicht.

Bcschies;««^ kleinasiatischer Häsc-i.

T, U. Sofia, 4. Nov. (Ctr. Frist.) Eine auS Kon- stautinopel vorliegende Privatmeldung besagt: Zwei englische Kreuzer bombardierten Jaffa. Türkische Artillerie erwiderte das Feuer, woraus sich die Kreuzer zurückzogcn. Man er­wartet eine Beilbießung von Smyrna und Mythilcne.

Ter Dnrenau'stand.

, ~ B - London, 3. Nov, Die Morning Polt meldet aus Kap-

! . .- t,c K-sahrenzoae ist im nördliche» Teil des Oranjcfrei-

wo j.c Wc> im Felde steht. Er zwang talsächlich Eng. anocr üa;. sich seinem Kommando anznschließen. Da die Eisen- oayncn bekaniil gaben, daß sie die Gülerbesördcrnng nach dem Rand nur auf tzicsahr des Zlbsendcrs ausfülirtcn. beschloß das Schatzamt »tolge von Borstellungc» der Handelskammer in Fohannrsburg,

Dolmen ßegcn 6a3 6cr Gefahr durch die Aufständischen

^^Olbädigen. Hierdurch wurden die normalen Fahrten wieder

Tic Moskauer Deutschen iu Gefahr.

d, 4, Nov, lPriv -Tcl, Ctr. Bin,) Die russischen Bc-

oyungen gegen die Deutschen in Moskau nehmen zu.

Pcirteinnchrichtkn.

Tie Liadivcrordnetcawahlen in Schleswig-Holstein.

Siid» in diesem Monat in Schleswig-Holstein stattfindenden >! 7 °"swrdnetenwahl«n fit in Kiel und 'Altona zwischen den urgerlichkn Parteien u-nd der Sozioldemskratie ein Uebereinkom- ^SssSeniossen worden, nach dem die Wahlen ohne Partei lamp s aus "wo des alten Besitzstandes vorznnehmen sind. Ter Borstand des

Sollen dir Gefangenen Lohndrücker spiele»? Um-

luirb geschrieben: Ist es wahr, daß die in Gießen zu erwar­tenden Gesangenen als Lohndrücker im Tiefbaugcwerbe Ber- wendung finden sollen? Borläufig halten wir es für un­möglich und doch erzählen Unternehmer allen Ernstes, daß 100 Gefangene pro Stunde zu einem Preise von 10 Mk. zu haben seien. Das kann man namentlich am Bau der Um- gehungsbahn hören. Wir halten, wie gesagt, die Angaben dieser Herren nicht als der Wahrheit entsprechend, wollen aber doch Gelegenheit nehmen, schon jetzt dagegen zu p r o t e - st i e r c n. Ganz besonders wollen wir noch darauf Hinweisen daß erst vor wenigen Wockien in Frankfurt eine Konferenz tagte, an der Vertreter aller größeren Städte, der Kreise imd Provinzen, der Oberpost- und Eisenbahndirektionen, der Landesversicherungsanswlten, der Armeebekleidungsämter der Landwirtschaft und des Gewerbes, der Jndirstriellen und Arbeiterverbände tcilnahmcn. In dieser Konferenz fand eine Resolution Anncchme, die folgenden Wortlaut hatte:

Um der Stockung des wirtschaftlichen Lebens durch Arbeitslosigkeit entgegen zu treten, muß die aus Arbeitsbeschaffung gerichtete Tätigkeit aller Behörden, aller Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch bessere Organisation des öffentlichen Arbeitsnachweises erleichtert und vorbereitet werden. Hierbei darf, soweit irgend möglich, weder die Ar- bcitslosigkcit zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen benutzt werden, noch usw."

Unseres Erachtens würde es aber nicht nur die Arbeits­losigkeit ganz enorm in die Höhe treiben, wenn Kricgsge- sangene zum Bahnbau sollten Verwendung finden, sondern bei Angebot eines Lohnes von 10 Pfg. pro Stunde für die Gefangenen dürfte auch der in jener Resolution verurteilten Herabsetzung der Arbeitsbedingungen der Weg geebnet wer­ben. Wir wollen nicht hoffen, daß das Gerede der Unter nehmer auf Wahrheit beruht, aber es zeigt immerhin, mit welchenarbeiterfreundlichen" Gedanken sich jene Herren während der Zeit des sogenanntenBurgfriedens" tragen. Vielleicht ist bei ihnen der Wunsch der Vater des Gedankens. Für die Arbeiter wird cs aber heißen: Aufgepaßt, damit

diese Unternehmer der Staatsbanten nicht auf anderen Wegen ihren Zielen näher kommen. Wenn alle Bauarbeiter treu zu ihren Gewerkschaften halten, dann dürfte die Herab­setzung der Löhne den Herren nicht allzulcicht werden. Also: Aufgepaßt!

Gefallene des Gießener Regiments. Reservist Ludwig Krausmüller aus Romrod. Reservist August Jungk aus Angenrod. Reservist Heinrich Greb aus Heidelbach, Kr. Alsfeld. Reservist Ferdinand Schmidt aus Schwa­benrod. Reservist Otto Kreutzer aus Gleiberg. Reservist Karl Schreiner, Reservist Joh. Leid n er. Reservist Karl H o f m a n n, letztere drei aus Altenbuseck. Wehrmann Konrad Dörr aus Kcssclbach. Hauptmann Karl P o l y aus Gießen.

Fkldpostseudungen richtig adressieren! Von vielen eiten wird noch immer Klage geführt, daß Briefe und be­sonders Pakete ihre Adressaten im Felde nickst erreichten. Viele befinden sich seit Monaten draußen, ohne daß sie von ihren Angehörigen etwas .gehört hätten, obwohl sie diesen öfters geschrieben haben. Es ist ja richtig, daß die Feldpost in der ersten Zeit versagt hat. In sehr vielen Fällen dürfte aber unrichtige und undeutliche Adressierung die Ursache der Verzögerung sein. So wird jetzt postaintlich veröftentlicht: Nach wie vor sind zahlreiche I e l d p o st s e n d u n g c n un­richtig und undeutlich adressiert sowie mangelhaft verpackt. Ihre Menge bis Ende September täglich gegen 50 000 ist seitdem nur unmerftich zurückgegangen. Der Postbctrieb wird dadurch dauernd aufs schwerste beeinträchtigt. Nicht minder leiden darunter die Interessen des Publikums'und unserer Krieger. Wenn noch jetzt Klagen laut werden, daß Fcldposchriefe Heeresangehörige dauernd nicht erreichen, ist dies in der Regel nur darauf zurückzuführen, daß die ange­wandten Feldadressen unrichtig waren. Hierin Wandel zu schaffen, ist vor allem Sache der Heercsange- hörigen s e l b st. Tic Militärverwaltung hat deshalb schon wiederholt die Truppen durch ihre Vorgesetzten auf die Notwendigkeit Hinweisen lassen, n»r richtige Feldadressen nach Haute mitzuteilen. Tie Postbchörde unterstützt ihrer­seits das Publikum gern insoweit, als in Fällen, wo die an­gewandte Feldadrcsse augenscheinlich unrichtig war, die Feldadresse postseitig auf Wunsch nachgcprüst wird. Der- artige Anträge sind an die nächste Posfiammelstelle oder Oberpoitdircktion zu richten.

Im Geianpenenlaper aus dein Tri«>b sind jetzt, wie wir hören, über 300 Gcsirngene mitergebracht, worunter sich etwa 60 Engländer dcsinden. Allen GefEyenen werden di« Saar« knrtz ge­schoren, was zivar nicht allen amt'nchm sein mag. aber im Inter­esse der Sauberkeit und iirsvlgedesien auch der Gestnikchrit liegt. Ebenso ist für Badegelegenheit gesargt Allerdings muß der Ge- sundhcitspslegc die größt« Auimerksainkeit geichenkl werde», dem,, fallsach Gefangene in größerer Anzahl hierher kominei^ können leicht Kronjheiten ausbrechen, die unter Umständen auch Misere cimhcimische Bevölkerung getährden.

Im Ttadtthcater wurde an, Dienstag LessingsM l >r n a von Barnhelm" als zweite Boritrllung der tnesjährigen Spiel­zeit bei ziemlich aut besetztrni Hanse gegeben. Irren wir nicht.

stand «» rn, vorigen Jahre beveitS ans dem Spielplan uich ist auch in imserem Blatte besprmhen ivvrden. Es ist eures der ältesten Lustspiele der deutschen Bühnc etnva 150 Fahre alt. aber auch eins der besten, Gottfried Ephraim Lchsing ist fin Fahre 1729 in Kaue»; in Sochioi als Sah» eines Pastors geboren und starb 1791 als herzoglicher BiblioichelMr in Wolsenbüitcl nack) einem sehr bewegirn Leben, Ruhelos war er bald hfittrr den Killiffcn tälrg. bald als Akitcnigsicltrciber: im ficdenjährigen Kriege war er'

Sekretär drs Genrrals von Tauenzien und d>rs mag seine glücklichste Zeit gewesen sein, während ihn, seine letzten Lebensjahre im Dienst.' des braunschwcigi.jchen Hrrzvqs. der seine Landcskinder verschacherte, krine Befriedigung gewährirn, Biclleicht erhtelk er in seinen »rieossichren die Anrq,ung zu den, Lustspiel, in ,»eiche», ein rcrabschiededer Offizier von el,vcnui'criesten, Charakter die Hauptrolle spielt. Der Preußenkönig Friedrich ivar ein Despot von äußerster Strenge und Willkür Bcsiogten Städten legte er riesige Krtrgeckontributionen aus, Ofsizterc wurden oft l>ei gering­fügigen Anläffen aus dem Dtensde gchagt. Ein solcher Offizier fit in Lessing» Lnslspicl d:r Masor vo» Telllieini, der nach den, Fickeden abgedankt imd dam» ne>ch in «in« pe»nlick>c tlntcrsiichnng izezogcn wovdcn war. Er hatte von einigen chürinqisiheii Aeiniern tun Kontribution mit äußerster Strenge cinz»tr«il>e,> uich, da sie nicht zahlen konnte»,, in »eiiirr Gutlzcrzchkett die Smniiie ans eigener Tasche gegen einen Wechsel vorgcstvcckt Bei Abschluß dos Friedens ivolll« er de» Wechsel iniker die Slhulbc» der Stände einttiigen lasten, aber man erklärte das Papier für ein Gesck>cnk oder gar als «ine Bestechung, Später irellie sich dann die Unschitld Trllhei.us heraus, und Friedrich forderte ihn auf, wieder in den Dienst zu treteu. Fm aUgeinriiiail ivar Friedrich >1, nicht so gütig, wir Lejsing ihn uns hier fchildcrl. Grsuehc um WiedereinstclluiP eni- lastener Lffizsi-ve bcanttvortetc er mtt der Redensart,seine Arniec sc! kcfii Bordell", und Gesuche um Eiitscketdigung von Kriegsschädeu mit den Worten:Nächstens wolle man auch noch den Tchrdc» von der Sfittflitt her erstatttt >>abcn". Wie gejagt, ist das Lnsfipiel Lcsstngs entschieden lxsscr, als die Fabrikat.- der modtrnen S<hn>au>k- und Livstspirldichtcr. die mit 2'erwcchkeliuige» und Frrttiiner» »sw. arl>efien. Bei Lasslnp enttvickcltc sich die Handlung aus dem Bode» der Zeitereignistc van selbst Und gerade die Manniafaltigkeit der Charaktere macht das Stisik aivgeuedm. Da ist Fust, der gvvb- ehrlicktic und treue Diever. drffen Anhänglchkriit an Telll>eiin ab- swßen würde, wäre sie nicht zugleich säst väterlche Freu»,dich»st zu seinem Herrn, Ta ist die kiugc und vorlaute .Kunnnerfungter Franziska, der Wachttnefi'ter Paul Werner, der, nacktdcm der Krieg beendet, von neue» Eivberinigen mit dem Prfii.zen Heraklins scknvärmt. der grristen« Wirt, ein Ileberall »nb Nirgendwo und Polizoikreadur. und schließlich der sranzöstickte Lnmp Riccaut de la Marliniere Letzteren gab Herr Rotteck in vorzüglicher Weis«, mit einer SprachiZtwandlluiit, die derjenigen eines entgeborcnen Fvai,zoi>:n nicht das mindest« nachgab, Frl. Stcttncr stattete ihreMinma". die sich Mich« gibt, ihre,, Tell. heim zu erobern, mit ausgesuchter Liebenswürdigkeit aus: »nd sie- wic ihre sihiiippfiche und vertraut« Zosc Franziska Fräulein Wenge ritt verstanden die Sympalhien des Publikums sch zuzuwenden, Ten Trllhcim gab Herr v. Roggen hausen und zeichnete einen Lfstzier von Ehrenliastigkeit und Besckttidenheit. wie sie dmmris iedonfalls nicht allzu häusig geweion sein mögen. De» katzenfrenndlch.n und habsückchtgew Wirt stellt« R, G ol l in überaus gciitnigencr Weese dar: die Rolle des seinem Major Tcllhcinn so niihciiiglichen Wachttnersicr wurde von Herr» Schubert meister- hast dirrchgcführt, und das gleiche ist von dem Diener Fust des Herrn Grosser-Brau» zu sagen, Do» Pltblikum zollte der Aiisfiihrung lebliasten Bestall,

Bom Tiadiiheaicr wird gpchriobcn: Erirculichcriveise ivcrden noch wettere Abonnrnients angemeldct und es sei darum daraus htn° gewiescn, d-. auch nackt später efittretende Abon,ueitten keinen Tshaben erletde», da sie fiir etwa erledigt« Borstelluirgen Gittcheine erhalte» Di« morgige erst« Freitvig-2lorstcllung bringt neben einer Wiederholung von SchillersWalleiisleins Lager" die erste Aus- führung von Biörwstjernc Björnsons SchauspielZivstchni den Schlachten", In dem iviichtigen Werke wirken in den Hauptrollen mit die Herren Stcinhoser, v Rvggcnhaiisen m,i> Dworkowskj sowie Frl Sätttner, Wir sich der tinnpatbstcheii Haltung des verstorbenen nordischen Nieister« gcgc» dentsehes Wese» erinnert und in diesen Tagen sieht, wie der Sohn des Dichters als Fournalstt tasträftig für die Gerechtigkeit der beustche» Sache tätig ist, wird diesen Aus­länder gewiß gern auf unserer Bühne begrüßen,

Neuer Fahrplan, Bom Montag ab ist de, neue Eiseubahu- Fahrplan eingesührt, »ach welchem die meisten Züge wie im vori­ge» Winter verkehren, und zwar:

Gienen ab 2" I 4^ I 5" I 6*" I 8"° 110°" 11-2» 1 1 2 I V*\ Tr-\ 7| 8| »" Srentiurt an 4" | 6" I 7" | 0" 19" 112» | 1" 14" 16"> 7" 18 ; 10» 110" Giekie» ab 5"' I 6'"! 8"ft 8» \ IO" 1 1 lC ,a I 1* I 3'-1 5" I 8« 110 11"

51 o ff c I an | 111« 110» 112 | 3] 3 | 6 i 8 111 [ 12" 15"

* Nur bis Marburg: Ankunsi 6,25 und 7.34.

2!on Gießen nach Alsfeld-Fulda: vorm, 5,37, 8.12; nachm.

2.20, 6.40, 9.21.

Bon Gießen »ach Gelnhausen: vorm, 5,42, 8.18; nachm, 2.16, 5.04, 6.33 (nur bis Hungen), 8,47 (nur bis Nidda),

Bo» Gießen nach Reßlar-Eoblenz: vorm, 4,58, 8.12 lEilzug), 10,12; nachm, 12,10, 1,15 (nur bis Wcilburg), 5,04, 5,57 (O-Zgi, 0,14 (nur bis Wcilburg), 8,26,

Bon Gießen nach Weßlar-Köln: vorn,, 5,29 (bis Betzdorf), 6,46, 8.17 <O-Zug>, 10.21; nachm, 12.45, 1.15 (bis Tillcnburg), 3.29,

6.14, 7.36 lbiö Tillcnbura). 8.38, 10.20 (beide bis Betzdorf).

Bon Gießen nach Lollar-Grünbcrg: vorm. 5.44, 9.17; nachm.

2.15, 6.30,

Weßlar-Lollar. Ab Lollar: vorm, 4,43, 6,3«, 11.46;

nachm, 2.33, 6.17. Ab Wetzlar: vorm. 4.47, 6.40; nachm. 1.17, 5.18, 7.15.

Bom 9. November ab verkehre» auch wieder die Nachmittags- Ei 1 z ü g c zwischen Frankfurt »nd Gießen. Ankunst von Fra»k- furt 3,12, Abfahrt von Gießen 3.59.

Durchstechereien eines städtischen Beainien, Bor der Darm- städter Strojkaiiimer wurde am Montag und Dienstag gegen den 42jährigen srüheren Friedhossverivaster in Offenboch. Otto Sleitz, verhandelt, Mitangeklogt waren der 36jährige ver­heiratete Kanfmaini Fnlins Georg Holzemer, der 54jährige ver- hciratctr Sttinmctzmeistcr Wikhctm Koch, der 37jährige verheiratete Kausnigiin Franz Kroner, jetzt Landwehvimmn. der 46sährige ver­heiratete Kaufmann Hch- Fvseph Müller, Tie beiden lebten Fälle werden abgetrennt, da Kroner und Zeugen im Falle Müller im Felde stchcn, Steitz ist beschuldigt, die Stadt Ofiendach um 1040 Rlark geschädigt zu haben durch die Borspiegrluiig, Gegenstände sllr ihn seien zu dieitstlichcn Zweckr» geliescrt worden. Er stellte bei Licierungen an drc Fitedhofsvevivaltung fingierte Posten ein mid ließ in zahlrctthen Fällen solche Rrchnnngcn durch (tzeschäftsleitte an. fertigen. Bon Adam Botz bezog er eine Schrcibmaicktin«, die der Lieferant der Eiienhandlung von Hrch. Müller in Rechnung stellte. 2Vit Müller hatte Stoib ocrcinbart. daß Müller dafür eine Rechnung für gclicserte Waren wie Spaten. Schaufeln und Giißkanncn für die Friedhofsvcrivaltttng ousstelle, To licgt noch eine Anzahl von Fällen vor, in denen cs sick> um Beleuchtungskörper, elektrische Eisenbahn für seinen Sohn, Hundetuchen usw, lMidelt, Weiter ist Steitz beschuldigt. L o hn sch w i n de l- i e » .zugunsten peiwer Schwägerin begangen zu hadeu, tndcm er für sie 22% Stunden für Reinigung täglich misschricb, während es sich nur um täglich Vt Stunde drehte. Dadurch hat die Stadt einen Schaden von etwa 540 Mark erlitten. Ferner ivcrden ihm Amitsunderfchikigungcn zur Last gelegt, Steitz war im allgemefiicn gchiäntng. Er erhielt zwei Fahre drei Monat« Gefängnis, der Mitangeklagte Holzamer 50 Rank Geldstrafe; Koch wurlse sreigcsprochen: Steitz. der das Urteil sofort ancrtennt, wurde ein Fahr der erlittenen Uirterfuchmigshast angerechnet.

Bortrag. Wir machen nochmals auf den Bortrag des Pro- frsior Tr. Krüger:Deutsche vaterländische Dichtung, der heute (Donnerstag) abend 8Vi Uhr in der neuen Aula jtattfmdet, aus merksam. Der Ertrag stt zum. Bosten von Hinterbliebenen im