a-.Sfl.'idi «in« Untersuch,mg a gestellt wirb. Die Bevölkerung ist darüber enrpört .
tStempel.) Ter Bürgermeister gez. Huret."
Deutsche Krankenkasse in Belgien.
Einer Düsseldorfer Firma sind die umfangreichen Wiederhcr- slcllungsarbcite» an den Festungswerken von Namur übertragen worden. Für die Arbeiten werden ausschlietzlich deutsche Arbeiter verwendet, die naturgemätz der Krankenversicherungspsiicht unterliegen. Infolgedessen hat die Düsseldorfer Ortskrankcnkasse in Namur eine Zweigstelle errichtet.
Ge^ei» eilte Slnncktion russischer Laudesteile
hat sich in Königsberg Professor Dr. Bczzenberger von her Albertns-Universität in einer Versammlung ausgesprochen. Nach dem Bericht der Hartungschen Zeitung har der Kenner der Provinz Ostpreußen und seiner Nachbar- ländcr ausgcsuhrt: „Gemeinsam haben wir mit unseren östlichen und südlichen Nachbarn die Abneigung gegen Rußland, d. h. gegen das russische Regime. Wenn aber den Polen, den Littauern und auch den deutschen Balten die Gewißheit der Beseitigung ihrer antirussischen Beschwerden gegeben würde, so würden sie sich sofort zu Rußland bekennen. Selb st das baltische Deutschtum mit seinem oft überdeutschcn Empfinden und den großartigen Anstrengungen, die es seiner Kultur gebracht hat, liebt uns nicht. Es begegnet uns mit Ucberhebnng ob der Enge unserer Verhältnisse, mit Abneigung gegen unsere vermeintliche Pedanterie, gegen unseren militärischen Drill. Unsere straffe Zuckn würde ihren Mißmut erregen; die Zahl der Verdrossenen in unseren Grenzen würde sich unleidlich vermehren und es würde Jahrzehnte dauern, ehe sie freudige Mitbürger de-s deutschen Staates würden. Liegt aber in dem, was unseren Grenznachbarn genicinsam ist, nichts, was ihre A n - nektion empfehlen könnte, so tun dies noch weniger die Züge, in denen sie auseinandergehen. Gegenwärtig haben unsere parlamentarischen Parteien den guten Willen, ein friedliches Einvernehmen zu erhalten. Aber es entspricht nicht einer vernünftigen Staatsraison, durch un- verhältnismäßige und plötzliche Verstärkung einzelner Fraktionen das erprobte Verhältnis der parlamentarischen Kräfte zu stören. Man darf nicht vergessen, welche Bedeutung daS Pole n tu ni, welche gewaltige Macht die ka to lisch c Kirche in ihnen liat, und daß die ganzen großen Landstriche politisch korrumpiert und vom Nihilismus dursetzt sind. Wir würddn dann ferner im Reichstage der Zukunft neben den Französlingen, Polen Litauern, noch Letten, Esten, Weißrussen und Schweden z» Volksvertretern haben. Eine Annektion wäre also von Nebel. Dagegen müßten diese Staaten in ein Verhältnis zu uns treten, welche die Macht Rußlands dauernd schwächt, uns militärisch nützt und schützt und zugleich un- serm Erwerbsleben einen großen Aufschwung in Aussicht stellt. Wir würden in den Bahnen unseres größten Staatsmannes wandeln, wenn wir aus den Grenzlanden Ostpreußens Puffer st aaten machten."
Der Reichskanzler und die Nrbeitslosensiirsorjze.
Die Vorsitzenden der Gesellschaft für Soziale Reform, Staatsminister Dr. Berlepsch und Professor Tr. Francke, haben eine Eingabe an den Reichskanzler gerichtet, in der um Förderung der Arbeitslosensürsorge durch das Reich gebeten wird. Der Reichskanzler hat darauf geantwortet:
„Euer Exzellenz geneigtes Schreiben, bas Sie gemeinschaftlich mit Herrn Prvf. Francke an mich gerichtet haben, ist in mein« Hände gelangt. Ich bin ebenso wie Sie davon durchdrungen, daß alles geschehen must, um diejenigen unserer Volksgenossen, die der Krieg erwerbslos gemacht hat, vor Not zu schützen. In erster Linie werden, wie Sie zirtresfcnd hervorheben, die Gemeinden dafür zu sorgen haben, daß diese Unterstützung in ausreichendc-m Mab« und unter Formen gewährt wird, die den, Umstande Rechnung tragen, daß es sich nicht um ein« Armemmterstützung ini landläufigen Sinne handelt. Dabei rechne ch daraus, daß die Bundesstaaten bestrebt sein werden, den Gemeinden, soweit die Geldbeschaffung Schwierigkeiten mackst, mit ihrem Kredit beizu- !vringen, zumal sich meines Erachtens das Reich noch beende tau Kriege der Prüfung ncht wird entziehen können, inwieweit cs fick, etwa seinerseits an der Unterstützung bcitragsschwachcr Gemeinden beteiligen mutz.
Fn ausgezeichneter Hochachtung Euer Exzellenz sehr ergebener _ Bethniann -Hollwog."
tt,«patriotische Agrarier.
Sehr sonderbare Erfahrungen macht der Landrat des sreikonservativen Kreises Ocls in dieser ernsten Kriegszeit mit einer Anzahl waschechter Agrarier. Mehr als alle Worte sagen könnten, spricht wohl der nachstehende öffentliche Aufruf:
„Oeis, den 22. Oktober 1914. Ich bringe hierdurch zur össentlichcn Kenntnis, batz sich nach Anzeige des Gccmiiidevorstehers der Bauerngutsbesitzer Rudolf Aßmann, einer der w o h l h a b e n d st c n Leute in S a k r a u, geweigert hat. die ihm mit Fug und Recht zugeteilte Einquartierung auszunehmen, und daß ich erst genötigt gewesen bin, mit Zwangs maßregeln gegen ihn vorzugchcn.
Ter Königliche Landrat Graf Kospoth."
Dieser Herr bildet aber nicht etwa eine Ausnahme, nein, der Landrat muß noch deutlicher werden, um den ganzen Patriotismus seiner Agrarier an den Pranger zu stellen. Er sagt in einer zweiten Bekanntmachung:
„Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß nach Meldung des Pionierbataillons 6 der B a u c r n g u t s b e - s i y e r Langncr in Grotz-Weigelsdorf sich bei der Aufnahme der Einquartierung höchst widerwillig und u n patriotisch gezeigt hat. Das ist eine Schmach und Schande für die ganze Ortschaft Grotz-Weigelsdorf, deren Einwohner mit Langner in gebührender Weise ab rech neu mögen. Der Lanbrat."
Für einen schlesischen Landrat ist dieser Ton gegen die Agrarier gewiß das Menschenmögliche. Uns ist in der Zeit des Burgfriedens verwehrt, Bemerkungen an das Verhalten der schlesischen Landwirte zu knüpfen, aber man wird sich die Erlasse doch für die Zukunft merken müssen.
Gegen de» Schnaps.
Ter Kronprinz hat in einem Telcgraniin Rum und Arak für seine Truppen verlangt. Dieses Telegramm wurde schleunigst vervielfältigt und dient nun den Verkäufern von Schnaps als Rcklanio. Das Publikum wird aufgefordert, dem Wunsche des Kronprinzen Rechnung zu tragen. Diesem Treiben tritt nunmehr General v. Roehl, der Kommandierende in Altona, mit folgendem Erlaß entgegen:
„Von verschiedenen Geschäftsstellen ans wird durch Aufforderungen und Rekkame ein Mißbrauch mit einem Wunsche Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen getrieben, den Truppen Rum lind Arrak zu schicken. Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit haben hiermit nur gemeint, daß solche Sendungen erwünscht seien, um als Medikament gegen Erkältungen, Dysenterie usw. zu dienen. Eine marktschreierische Aufforderung zur Sammlung solcher, noch dazu unvcrhältnismätzig billig hcrgestclltcr Alkoholgetränkc ist daher gänzlich überflüssig."
Die Pfadfinver dürfen nicht ins Fels.
Das Kricgslninistcrium teilt mit, daß Weisungen an die Armee ergangen sind, wonach die Verwendung von Pfadfindern und sonstigen nicht im Heeresdienst stehenden Jugendlichen bei den kämpfenden Truppen unzulässig ist. Insbesondere ist eine Begleitung von Truppen ins Operationsgebiet oder in Feindesland, Hilfeleistung bei Ver- pflcgungs-, Mnnitions- und Verwundeten-Transportea außerhalb des Heimatsgebietes, Heranschaffung von Lebensmitteln und Munition an die in Schützengräben liegenden Truppen und Verrichtung von Kundschafterdiensten, nicht zu gestatten. — Dieser Verfügung kann man nur zustimmen, diese jungen Burschen gehören in die Schule, nicht aber ans den Kriegsschauplatz.
Maßnahme» ge,lenNttgcbörigefeittdlichcr Staate».
Wie der Ostseczeitung von zuverlässiger Seite nntgeteill wird, haben die i» Stettin ansässigen Ausländer im Alter vom 17. bis zum 50. Lebensjahre, mit deren Staaten wir uns im Kriege befinden, sich jeden Tag zweimal auf der Polizei zu melden. Tic an der Küste lebenden Ausländer müssen ihren Wohnort spätestens bis zum 3. November geräumt haben, andernfalls sic sich der Verhaftung anssetzen. Es ist ihnen gestattet, sich einen neuen Aufenthaltsort zu nehmen, der wenigstens 80 Kilometer von der Küste entfernt sein mutz.
40 000 deutsche Lehrer im Felde.
Von den deutschen Volksschullchrern stehen rund 40 000, das ist ein starkes Fünftel der gesamten deutschen Lehrerschaft, im Felde.
Ein Besnch im Döberitzer Gefangenenlager.
Dt« Zeiten such erfreulicherweise vorüber, in denen die Kriegsgefangenen hinge schlackst et oder zur ewigen Sklaverei verdammt wurden. Tie Gesetze des Völkerrechts juchen di« Gesänge-
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 104
„Und wenn du sie ansehen sollst, verdrehst du deine eigenen hübschen Augen," rief Paul lachend, „als hättest du Rhabarber eingenommen. Aber ich sage dir, mein Junge, es gehl nicht anders. Du bist ein kreuzbraver, ehrlicher Michel, von dem der Allerdümmste glaubt, er könne ihn bis auf den Grtind durchschauen: laß die pfiffigen Leute einmal sehen, daß du auch pfiffig sein kannst. Höre, Björnarne," fuhr er ernsthafter fort, „wenn du ein Tölpel sein willst, so sei es nicinetwcgen, wenn du aber meinen Beistand ferner ver- langst, so handle wie ein Mann, der seinen Plan zu verfolgen ivciß."
„Was soll ich denn tun?" fiagte Björnarne, den Kopf senkend.
„Du sollst es machen wie der Fuchs," lachte Paul Petersen, „als er mit den Hühnern zusaiumcn Messe hörte. Er las init ihnen aus einem Buche und schlug so andächtig sein Kreuz, daß sie den frommen Pilger voller Vertrauen in ihr? Nester führten und ihn baten, mit ihnen zu Mittag zu speisen, was er so gut tat, daß nichts von ihnen übrig blieb als die Federn. Sieh um dich. Björnarne, denke an deinen Vater. Weiß ein Mensch, was der im Sinne hat. wenn er einem die Haild schüttelt und so ehrlich aussieht, als könne er kein Wasser trüben? Oder sieh mich an, wenn es dir besser gefällt. Glaube mir, mein guter Junge, die Menschen wollen betrogen sein, das ist ein Gottesgesetz. Der eine betrügt den andern und wer nicht betrogen sein will, muß zu den Betrügern gehören. Was du willst, ist kühn und gewagt. T» mußt schlau und verschlagen sein, mußt mit jedem Wind segeln. Bringst du das nicht zustande, so laß alles liegen und fallen und ergib dich in den Willen des Schicksals und deines Vaters. Ser ein guter Sohn, laß dich von Hanna Fandrcm küssen und dir die Nachtmütze über die Ohren ziehen."
„Ich weiß nicht, was du willst," murmelte der junge Mann. „Ich kann nicht lügen und nicht heucheln."
„Das ist leicht gesagt," erwiderte Paul. „Weißt du, wes- halb der alte Klaus gekommen ist? Weißt du, was er will? — Er kommt gerade von Gula her und hat seine ganze Ledertasche voll Grütze und Seufzer, nur keine für dich."
Björnarncs Gesicht war dunkclrot geworden. Seine heißen Augen glänzten den Schreiber an.
„Nicht einen zärtlichen Seufzer für dich!" wiederholte Paul, ein Gelächter aufschlagend, „aber zehntausend für den treulosen Junker dort."
Björnarne ballte wütend die Faust. „Woher weißt du das?" fragte er.
„Ich habe gestern abend etwas von ihrem Gespräch ge- hört, als sie sich allein glaubten. Heut wird Klaus dich ins Gebet nehmen und dir die Würmer aus der Nase ziehen. Die kleine schwarzäugige Here hat ihm erzählt, daß sie deiner tollen Leidenschaft wegen geflohen sei. Jetzt sitzt sie, wo Afraja sie cingcspcrrt, windet Kränze und weint nach dem lieben Johann, der sic von Mortuno, dem garsfigen Tiere, befieien soll."
„Wo ist sic? Wo hält er sie gefangen?" rief Björnarne heftig aufgeregt.
„Ich weiß es nicht, aber ich werde es erfahren, verlaß dich darauf," war Pauls Antwort.
„Der Priester soll es mir bekennen," fiel Björnarne ein.
„Du bist ein Narr," sagte Paul. „Sprich kein Wort darüber, laß dir nichts merken, wenn nicht alles für immer vorbei sein soll. Du mußt dein Gesicht bezwingen, mußt lachen können, wenn er von ibr spricht, mußt ihm sagen, es sei eine Torheit, ein augenblickliches Vergessen gewesen und daß die alberne Lappendirne sich nicht einbildcn solle, du dächtest mit einem Gedanken noch an sie."
„O! Das kann ich nimmermehrl" rief Björnarne, seine Hände an die Stirne drückend.
„Nicht?" sagte Paul, „das tut mir leid, denn ich will dir
n«n durch zahlreiche Bestänmunzcn vvr unwürdiger Behau zu sichern und ziehen mit Recht einen scharfen Strich za ihnen und den Ttrpitzesantzeueii. Ob die Praxis immer überall den Anforderungen der völkerrechtlichen Bestimmung«, d:n Geboten der Meirfchlichkeit gz.niügt, ist freilich ein« c Fratze. Bon den deutsckzen Behörden darf man aber ivohl e tcn. daß ste im allgemeinen all« «mzukässtgen und imaiMbr Härten in der Behandlung der KrieKsgesa!itz«>icn vermeiden
Vor den Toren Berlins wurden in Tvberitz Einricht getroffen, um ein« gröbere Anzahl Gefantzeiier aufzu nehmen. 4000 sinh bislang dort uniergobracht. Meist Engländer, R> suldaien lmd Matrosen. Erst in den letzten Tatze» lmtr&en einig« Hundert Franzosen und Belgier, ,,-rchdcm sic aus den retten entlassen waren, m Tvbcritz ausgenommen. Lauter meine" und niedere El>arg«n: denn Ossizicre lvcrdcn abgetz in Festuntzen und cs jenen Städten ciiiquartiert, mit Bursche Bedienung und dem Recht eigener BcrxiieMing.
Das Döberitzer Gefangenenlager bildet vorläufig nach Zeltstadt. Wohlverwahrt hinter cinem Trahtzaun, den Mirmnläminer mit cmsgcpslcvnz!-«,,, Baivnelt bcivachcn, lc einige Dutzend der weißen und g:lb«ii Zelte. Jedes kann 2i 350 Gesantzeneu Unterkunft gewähren. An Licht and Luft m cs nicht: an Luft mag manchem der Gelangen«» in dielen i tagen vielleicht sogar schon zu vi«l durch die Zeit« weisen, cs in ihnen natürlich keine warnicii Federbetten gibt. Sack Holzwolle gefüllt, auf deii Boden neben«! „an der gelegt, dazu wollen« Decken, bilden sür jeden das Nachtlager. Z wische, Ruhestätten ein paar primitive Bänke und Tische, an den stai!g>en trocknende Kleiduntzditückc. ein paar durstig« Petr« lampe» — das ist das Mobiliar eines derartig«» Zeltes.
Tic Bewohner sind möglichst noch Nationen und Tri gattilugen geschieden. bei d«i> Engländern auch die Söldner vo Freiwilligen. Jedem Zelt ist «n Korpora! aus der Mitte de fangen«,, selbst vovgesetzt, der fiir die „Disziplin" zu sorg« und jedeii Tag bestimmt. >v:r zur Arbeit kommandicrt iverd« Es ist nur ungefähr ein Tritte! der Gefangenen» das tägl Dvboritz ans Werk iimtz, sei «s, um die nötigen Dienste im selbst zu versehen, sei es, um im der Umgegend beschäftigt zu den — wie versichert wird» auisschlseßlich mit Arbeite», bei den einheimischen A>beiter» keine Konkurrenz bereitet wird, bei regelrechter Entlohnung überhaupt nicht au>sgcfiihrt n würde». Arbeitskraft ist im Uclwrslutz vorhanden! Man es handgrelslich, wenn man sicht» roii» schwere Wagen oft nick Pferden, sondern von vierzig» siiuszig buntu m formi«rte» K gcfang,oiien gezogen werdcn. — Ti« nicht zur Arbeit Kon diciten können sich im Lager ausrithen. lind ilicht wenige tz sich tatsächlich auch tagsüber auf ihren Säcken: ander« b:ss« ihren Sachen, di« freilich oft arrch skhr zerrissen und zerft sind: ein paar spielen Karten. Sehreibgelegenhcit nnd Büche da. zseilungen freilich steht man nicht. Die Mehrzahl t« fangeiicn aber zieht es vor. iveitigsten s bei erträgt «Hein L draußen hernmzustchen und sich» mit allerlei Plaudern und S di« Zeit zu ver treiben.
Ein buntes Gemisch! Gelbe, blau«, griiu« Uniform«! zwischen di« roten Hosen der französischen Infanterie. die r Knie und di« kurzen Röckchcn der Hochländer. auch ein Paar s Hosen der Zuavcn» Alt und Jung unterhält sich: der Bore fühlt sich scheinbar «ins mit dem Untergebeiveit. Auch die vc denen Nationen scheinen sich zu vertragen. Mailch einer kann schon erzählen von nmuchem blutigen Abentcucr. daß er hint hat. Zwischen den Zelten ein« Wasscrrinn«: sie hat st«ts 2 Die Döberitzer die fangen«» halten sehr auf Reinlichkeit, bei kalien, Weiter sicht man di« Engländer mit entblößtem körper das gelscsert« Stiick Seife ansnutzen. Und dort in Zcllciutzang sogar ein gai»z allerliebstes Idyll: Auf dem hocken zwei „Alliierte", und der eine scheert dem anderen m «bei, cingetrofsenrn kostbaren Haarschneidsmaichlne den über, Schopf vo,» Kopf«. Er hat den ganzen Tag Besuch. . . .
Auch die „Kaiitin«" hat guten Zuspruch. Manche der Ge neri haben etwas bield mitgcbracht, andere welckxs von dahet schickt bekonrmen. Hier grbt'S nun Zigarren. Kuchen, Friich olles, nur keine geistigen Getränke. Scharenweise steht ma G-sang«neu vor der alten Bretterbude, ein Stück Küche
Munde.
Natürlich ist auch eine Küche da — mit anschließende^ gefüllten Vorratskammern» Kartosfeifchälräunien usw. Ei, scher Küchenchef konmiandierk, ein paar Dutzend Engländer bei das übrige: Di« Verpilsgung uinters.cheiidet sich nicht von deutscher Soldaten. Jeden Dtorgen ein halbes Komniißbrat. Kaffee. Asittags ein Raps voll bssnitls« mit Fleisch Abends i etivas Warmes, Supp«, Kaffe«. Tkcce oder Kakao. Ti« Gefar nüiffen sich ihr Esse» selbst holen. Und der Kommandant hat i echt preußische Drill sowvit gebracht, daß 3000 .Hungrige Näpfe in der Zeit von 15 Minuten gefüllt erhalten.
Endlich di« notwriidtgc Ergänzung di«,es ailtzcnehimein H dos die Speis« und den Trank spendet. Viel läßt sich freisiö von nicht beruhten: Etn qnevgelegter Baumstamm, und bc ist — Grube....
Jedoch in, ncucn Lager, dem „Winterlager", dos kam fortab ler werden. Alles ivird dort festere, bessere ( ailnehmcn. In hölzernen, dauerhasten Baracken wird hier eit «nthati geschaffen werden, in dem 10 — 15 000 Gefangene auch und Kälte gut übcrstehen könne». Jede Baracke — fü< etn
sagen, was die Folge sein wird. Die Folge wird sein Klaus Horncmann cs sür seine Pflicht hielt, deinem alles mitzuteilen, was er weiß und was dann kommen Dein Vater wird dich behandeln wie einen Verrückten wird dich allenfalls eher erdrosseln, ehe er dir verzeih: frage dich selbst, ob du widerstehen kannst, wenn sein waltige Hand auf dir liegt."
Björnarne biß grimmig die Zähne zusammen, bei dem aber hatte der boshafte Schreiber vollkommen recht, der Name des Vaters übte eine schreckende Wirkung an Sohn aus.
„Willst du jetzt meinen Rat hören?" fragte Pvul, dem er ihn ein Weilchen mit kaum unterdrücktem Spo .rächtet hatte.
„Sprich denn!" murmelte Björnarne.
Und willst auch befolgen, was ich dir dri
empfehle?" fuhr Paul fort; „denn nur wenn du dies kannst du auf Erfolg hoffen."
„Ich will es tun, so viel ich kann."
„Ein Mensch kann alles, was er will!" ries der Schr „und glaube mir, hast du erst den Anfang gemacht, so n die Fortschritte auch nicht ausbleiben. — Was heißt 1 sich verstellen oder heucheln, wovor Tunimköpfc so g, edlen Abscheu hegen? Es heißt nichts anderes, als l> klug und vorsichtig sein, die Umstände benutzen und « handeln. Und glaubst du etwa, daß die Tugendhafte, nicht tun? Der alte weißhaarige Priester weiß gena, Gula verborgen ist, ebenso so gut weiß es unser Man, Ehre nnd Gewissen, der Junker. Frage sie, wo das Mc steckt, sie werdcn mit den ehrlichsten Gesichtern von der versichern, daß sie nichts davon wissen. Der däniscki« läufer hat mehr als einmal ohne Zweifel den alten Tc kerl Afraja gesprochen, mir hat er ins Gesicht hinein ge daß er ihn nie gesehen habe, ich merkte es aber denn», der Stelle. Sieh, Björnarne, das ist die Sache."
(Fortsetzung folgt.)


