Ausgabe 
3.11.1914
 
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.Hyänen des Krieges.

Die Strafiburfl'er Blätter melden, wurde ein dortiger Holz- vändler verhaftet, der der Militärverwaltung etwa für 8000 Mk -Solz geliefert, Lafiir aber SS 000 Mk. verlangt und erhalten hatte xer bestochene Bauleiter, der den Betrug mit seiner Unterschrift deckte, wurde gleichfalls scstgenommen.

Französischer Pessimismus.

Die Lage im Westen.

Aus Genf meldet der Sonderberichterstatter der Teut- schcn Tageszeitung: Der amtliche französische Bericht gab in Paris Anlaß zu großem Pessimismus, weil er ein Eingeständnis mehrerer Niederlagen der Verbündeten ent- hielt. Tas belgische Communiquü gibt ebenfalls das sieg- reiche Vordringen der Deutschen zu. Im Berliner Lokal- rnzeiger werden diese französischen Zugeständnisse ihrer Ver- uste bestätigt. Ter Verlust der zwei wichtigsten Stützpunkte )er Verbündeten südlich Hollbckc und Zandvoorde hebt ihren ,»geblichen Fortschritt im Osten von Apcrn auf. In der llichtung Passchendael, um einen südlich von Nieuport ge- egenen Ort, wurde am letzten Oktober der Kampf fortgesetzt. Oie Deutschen behaupteten die Bischote heldenmütig gegen inen heftigen Bajonettangriff. Ramscapelle war mehrmals n deutschen, und französischem Besitz. Sehr empfindlich be- ühren in Paris und in Bordeaux die großen deutschen Äaffentaten der Einnahme von Vailly und die Zurück- oerfung der Franzosen über die Aisne.

Ter Untergang des KreuzersHermes".

Rotterdam, 2. Nov. Von englischer Seite stellt man den Intergang des alten geschützten KreuzersHermes" als un- edcutend hin. Tie Bedeutung des Vorfalles besteht aber arin, daß die englischen Kriegsschiffe sogar in dem von ihnen ehcrrschtcn Kanal nicht mehr vor den Angriffen der deutschen lntcrseebootc sicher sind. TerHemmer" war in der Nordsee ls Mutterschiff für Luftfahrzeuge tätig. Man glaubt nicht, England nach dem Vorfall seine neueren Schiffe im kanal verwenden wird.

Weshalb das Schlachtschiff nach Hause fuhr. Kristiania, 2. Nov. A»S London wird unter den, 1. No- ember gemeldet: DasSchlachtfchiffVcncrabie", das 14 Tage mg die Belgier gegen den Feind unterstützte, ist gestern, be- leitet von einer starken Flottille, nach England zurückgekehrt. )er Grund dieses ausfälligen Rückzugs des Schiffes, das eim Bombardement auf die deutschen Linien zwischen Ostende nd dem Kanal teilgenoinmen hat, wird nicht angegeben, man ermutet in Norwegen, daß es von einer deutschen Granate der einem Unterseeboot kampfunfähig gemacht worden ist. Bombenwürfe.

London, 2. Nov. Daili, Mail meldet: Zwei deutsche Flugzeug« nrrfen über Bethmic Bomben ab. Eine Bombe siel auf den Markt i eine Grupp« grauen und tötete und verwundet« viele Personen, luch tn Dünkirchen fielen Bomben tu zwei belebte Straften, in «n«n sämtliche Fensterscheiben zersplitterten. Sieben französische iluwcuoe verfolgten die deutsche Taube ohne Erfolg.

Die Türke»» gegen den Dreiverband. Kräftige Angriffe.

Ter Mailänder Secolo meldet, in Palästina seien unter Kkki-Pascha Truppen gegen Aegypten zusammengezogen. In Lamsun stehen 200 000 türkische Truppen mit der Front zegen den Kaukasus. Das 13. Armeekorps unter Kiamil kascha geht durch Persien gegen Indien.

Au« London wird der Berlinske Tidende mitgrteilt: n der A Vier lief Samstag früh die Meldung ein von einer neuen ! Seeschlacht zwischen der Schwarzen Meer-Flotte und den türkischen Kriegsschiffen vor Odessa. Tas Ergebnis ist »och

unbekannt.

K »n ftan t in o p e l, 2. Nov. Tie Zeitung Tasfir-i- di bn-t» ^'Eiar meldet, daß eine große Anzahl Mohammedaner »ntcr luiij uni «tührnug des Schecks Uel Mchincd die englischen Häsen der i,ri! dt» Perberei besetzt habe und alle englischen Beamten gefangen s, die" genommen habe. Diese wnrden in das Innere des Landes ( Ptw'd ' f1t6rai ^ t -

3«r Vorgeschichte der «euer» Kriegspyase.

WB stoastaniinopel. 2. Nov. sNichtaintttch.) Ein anitliches mommmnau« besagt: Aus den Aussagen gefangener rnisisäier

»nb aus der Anivesenheit eines Minenlegers bei der ruiniq«,, , T [ottc geht hervor, daft sie die Absicht hatte, den Eingang k* 110® durch Minen zu sperren, um die türkische Flotte, rrlj! Minensperre in zivei Teile getrennt, vollständig zu ver- c "U der Annahme. Las; sie hierdurch einem Ucberiallc auS- ,*I2 , roiiti * und in der VorauSsetzinig. das, die Russen die .v,»!;. . ,tu °l»uc vorhcrgcgauigcne Kriegserklärung crössnet d«e türkische Flotte di« Verfolgung der russischen, ne. bombordierte Sewastopol, zerstörte in dem Oasen , O'uurvssissk 50 Petrolenmbehältcr und 14 Mititärlrausvort»

t Sl 1 ttielreideinactzi ;in< und die Station für drahtlose

Kreuzer wurde in den Grund gebohrt, ein an- goti .7.",,!"'* Kreuzer schwer beschädigt, der gleichfalls gesunken e Schiss der russischen freiwilligen Flotte ist ge­lt i-' r :y x""" und Sewastopol sind 5 Pctrolcumbchälter dtirch äS° ** rnssitchc Feuer vernichtet worden.

! Mit. Protest dcr Türkei gegen englische Ueberhcbnng

xiebr - Nach einem in Athen uingehcnden Gerücht hat die Türkei

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,, 300 Beduinen auf ägyptisches Gebiet geworfen. Ter Sul- jtro n 7. J ln öat an sämtliche Mächte eine Note gerichtet, worin er da- . ist l"'ä egen protestiert, daß die englische Okkupationsarmee ihm in »wl- C ?^ Cn * n der Ausübung seiner Souvcränitätsrechtr ,.J°> ° z "'d°re. Aus Grund dieses Protestes wird dcr Khedivc Eng- . st n»t,z>nd auffordcrn, die englische Regierungstätigkcit in Aegyp- -'nzustellen.

Falsche Gerüchte. ^

^ re,.?."''".' I Ä0B < ett - »In.) In Berlin Gerüchte Dtr-

gd '.»4 I.'. tz"d Nachrichten im Umlauf, nach denen knsüschc Truppe» S®** .* i« oon Pose» erschienen sind. Tie A>ell am Montag

'ieiz,., I"st."udig«r Stelle autorisiert z» erklären, daft an dieser -ewung u xn wahres Wort ist.

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Epidemien in Lerbfen.

aft d,. ? dondon. 2. Nov. (Nichtamtlich.) Tic Times melden, r der « k Regierung sofort approbierte Ballcrioiogen und Jnötig« epidemischer Krankheiten erfahrene Aerztc

fie rnsstschen F-inonzen.

... . ?' Petersburg. 2. Rov. (Nichtamtlich.) Ein kaiserlicher 'ini»»?"2 Ausgabe einer funsprozentigcn Anleihe von 500 tonen Rubel an, die in 50 Jahren amortisiert werden soll.

Hessen »mt> Nnchbargebiete.

ließen und Umgebung.

m. Tie Gießener Gewerkschaften und der Krieg. Ter

Vorstand des GcwcrkschastskarteUs bat durch eine Rundfrage bei den Gewerkschaften ermittelt, daß am 30. September die Jahl der nock) vorhandenen Mitglieder 1304 betrug. Zum Militär waren bis zum 15. September 568 Mitglie­der eingerückt. Am Stand dcr Mitgliedcrzahl voni Schluß des 2. Quartals am 30. Juni gemessen, sind 29 Prozent der Mitglieder ins Feld. Leider ist in diesen Zahlen dcr Ver­band der Handels- und Transportarbeiter nicht enthalten, denn bei dessen Vorstand war cs absolut nicht möglich, die Ziffern zu bekommen. Wenn man bei Betrachtung dieser Zahlen noch berücksichtigt, daß zirka 450 weibliche Mitglieder in der Gefamtmitgliederzahl enthalten sind, dann wird nicht zuviel behauptet, wenn gesagt wird: 35 Prozent der Gewerk­schaftsmitglieder sind ins Feld gezogen. Von den ermittelten 568 Mitgliedern sind 333 verheiratet und hoben zusaimnen 725 Kinder. (Für die Metallarbeiter waren keine Ziffern über die Zahl der Verheirateten und deren Kinder zu er­halten.) An die Familien dcr verheirateten Eingcrückten wurden bis zum 17. Oktober von den Gewerkschaften 3283,57 Mk. an Unter st ützungcn gezahlt. Davon zahlten die Bauarbeiter 1895 Mk., Bäcker 20 Mk., Brauer 247 Mk., Buchdrucker 70 Mk.. Fabrikarbeiter 40,40 Mk.. Gemeindearbciter 114 Mk.. Glaser 26 Mk., Holzarbeiter 387 Mark, Wcißbindcr 58,50 Mk.. Schneider 400 Mk., Tabak- arbciter 25,67 Mk. Neben diesen 3283,67 P!k. für Familien- untcrstühung waren aber auch noch die Arbeitslosen zu unterstützen. Nach dcr 3iundfrage waren von den Mitglic- dcrn arbeitslos: Am 31. Juli, also bei Beginn des Krieges: 19 Mitgliederi am 313. August: 371 Mitglieder: am 30. Sep. tcmbcr war die Zahl auf 83 gesunken und am 17. Oktober waren noch 56 Arbeitslose vorhanden. Von den letzteren wohnten in der Stadt Gießen 18 Mitglieder. Außerdem arbeiteten am 17. Oktober noch 107 Mitglieder mit verkürzter Arbeitszeit, teilweise nur mit halber Normalarbeitszeit. Daß im August und Anfang September ziemliche Mittel an die Arbeitslosen auszugebcn waren, geht schon daraus her­vor, daß am 31. August viele der 371 Mitglieder unter- stlltzungsbercchtigt waren. Die Summen, die die einzelnen Gewerkschaften seit Kriegsbcginn für Arbeitslosenunter­stützung ausgcben mußten, seien nachstel-end genannt: Bäcker 42 Mk., Bauarbeiter 2475,90 Mk., Buchbinder 48 Mk., Buch­drucker 1616,75 Mk., Fabrikarbeiter 40,40 Mk., Gemeinde- arbeiter 114 Mk., Holzarbeiter 215,34 Mk., Metallarbeiter 520,60 Mk.. Weibbinder 824,65 Mk.. Schneider zirka 400 Mark, Tabakarbeiier 888,45 Mk., Tapezierer 20 Mk. Ins­gesamt also an Arbeitslose 6968,69 Mk. Seit Kriegsbeginn wurden also an Arbeitslosen- und Familicnunterstütznng in Gießen 10 252,26 Mk. bezahlt. Tabci hat in letzter Zeit die Zahl der Arbeitslosen wieder zugenonimen und wird nach der Beendigung der Barackenbauten mit der größten Wahr­scheinlichkeit erneut in die Höhe sckmellen. An anderen Orten haben die Kommunen für die Arbeitslosen gesorgt. Hier überläßt man dies einzig und allein den Gewerkschaften. Mancher Arbeiter wird cs während des Krieges bedauern, daß er sich seiner Gewerkschaft nicht rechtzeitig angeschlossen hatte und demzilfolgc jetzt vollkomen schutzlos dasteht.

Gefallene des Gießener Regiments. Reservist K. Adolf Herz auS Alsfeld. Reservist August Korell aus Strebendorf, Kr. Alsfeld. Gefr. Adolf SB e cf e I aus Elpenrod, Kr. Alsfeld'. Reservist Heinrich Schmidt. Wagenführer, aus Gießen. Unterofsiz. d. L. Friedrich Walter aus Obbornhofen. Reservist Heinrich Schmidt aus Wieseck. Landwehrmann Heinrich Spengler aus Echzell.

Gefallene aus Oberhessen und Rachbargebieten.

Musketier Heinrich Hedderich aus Grebenau, Jnf.-Regt. Nr. 168. Freiwilliger Ernst Gricb aus Griedel, Jnf.- Regt. Nr. 168.

Stadtverordnetcnwahlen ohne Wahlkamps. In Frankfurt sollen nächstens die Stadtverordnctenwahlen vorgcnommcn werden. Die Parteien haben sich dahin ge- einigt, daß den Fraktionen die bisher innegelyobten Sitze belassen werden, ein Wahlkampf also nicht stattfinden soll. Nur das Zentrum soll noch einen zweiten Sitz erhalten. Es scheiden aus: 11 Sozialdemokraten, 11 Polkspartciler und 4 Stationalliberale.

Auskunft über Vermißte und Gesangcne. Wir hoben schon einmal darauf hingcwiesen, daß die internationale Ge­sellschaft vomRoten Kreuz" ein Bureau für Kriegsgefangene errichtet hat. Zweck des Bureaus ist cs, den Angehörigen der in den Verlustlisten alSvermißt" angegebenen Soldaten die Möglichkeit zn geben, sich nach diesen zu erkundigen. Es ist dies aber nur möglich, wenn der Auskunftsucher die ge­naue Adresse, d. h. Skamen, Ticnstgrad, Truppenteil. Tag und Ort, wo der Betreffende zuletzt gesehen, verwundet oder gefangen wurde, angeben kann. Außerdem die genaue deutliche Adresse des Auskunftsuchenden. Tie Adresse des Burealis ist: Erinittelungs-Bureau für Kriegsgefangene vom Roten Kreuz" in Genf (Schweiz). Einfache Briefe nach der Schweiz kosten 20 Psg. Ist die Adresse des Gesangenen bekannt, so wird natürlich diese benutzt. Diese Briefe gehen portofrei, sie nillssen die Aust'chriftKriegsgefangenen- Sendung" tragen. Tie Adresse immer in lateinischer Sckirist und recht deutlich selbstverständlich mit Tinte schreiben.

Zu dem Fonds für Liebesgaben sind bei dem Lberbürger. meistcr weiter einaegangen von: Postdirektor i. P. Ritsert 2. Ra>c 30, Mk., Kaminfeger Wilh. Zivesch 10, Mk., Kanzleigchilfc Georg Wolf 5,- Mk.. X. X. 100 Mk.. E. M. 2 Mk. I. F. 10 Mk..

10 Mk 122 Mk., Kaufmann Martin Strauß 20, Mk , Lehrer Georg Kling 22.50 Mk., Irl. Auguste Olörtz 2. Rate 30, Mark. Hermann Stern 12, Mk., Landgerichtsrat Schudt 30, Mark, Aus der bei der Stabtkasie ausgestellten Sammelbüchse bei Auszahlung der Quartiergelder 173,25 Mk., Tcsglciche» bei ber Bürgermeisterei 127,03 Mk.. Geh. Kirchenrat T. Tchlosier 10, Mk., 6. E Jughandt 15, Mk.. Ttadtgeometcr Wiftncr 3. Rate 20, Mark, Ungenannt 50, Mk.. UniversitätS-Sckretär Erle 10, Mk., Finanzrat Tr. Ofsenbächer 3. Rate 20. Mk., Professor Tr. Trapp 20,- Mk., Professor Tr. Sirt 21, Mk., Hofmctzger Adolf Möhl 100, Mk. Gießener Lehrerverein S. Rate 200,- Mk. Gießener

Lehrerinnenverein 3. Rate 145, Mk. P. H. 9 Mk., I. I. S. 3 Mk., » 0 9 Mk.. V. H. <1 Mk. (Einquartierung»«-!») - 27, Mk., Oberlehrer Tr. H. Mol, 50 Mk.. Bäckermeister Wilhelm Lange 10, Mk., einer LkatgcseUschasi 23,20 Mk., Stadtsekretär Allen, darf 2. Rate 15, Mk. zusammen 1317,08 Mk.

Mit herzlichen, Tank siir diese Gabe» wird um weitere Zu» wendungcn gebeten.

Ter 4. -Klasse-Wage», der Wagen des prvl«tarss<l>cn Volkes, spickt im Krieg« «in« große Rolle. Ta» a« einer Arl>«it über di« Organisation dcr Lazarettziige ersichtlich, die Stabsarzt a. T. Tr. Christian, Berlin, in der Tentschen medizinische» Woche,ischrist verössemliä». Ti« Krankeuwagen jedes Lazarett,«ot» bestellen nämlich aus 4.-Klasse>Wag«n. Für di« sttenvendiuig int Lazarett- ,mw stich sie besonders (»erg«rich!et worden: An der Außensstt«! ttägt er ein Seksiid mit dem roden Kranz nich der Bezeichnung: I,.

Rr. X nich Kr. W. Nr. I24. Alle Querwände, Blick« uich> Säu(«n sind aus dem Inneren heran-geinmtmen. An den l>«ide>t Längsn>äiideii sind di« Gestell« angebracht, die zur Aufnahme iW 12 Tragen in zwei Etagen bestimmt sind, ivährciid der Mi>lclg>cng znm Turchgang frei bleibt, Ti« Gestelle bestehe» aus 0laSrol>r.i Sie sind am Boden und an den Wände» des Wagens derart be­festigt, daft sie fick, nicht verschiebe» könne». Am Fußende und au! dcr dem Lagen,nern zitgekrhrlen Seite werden Bretter ausgestellt, an die drchl'arc Tisä>ä-en migeschraubt werde» können. Tas iwt- ivenbigc Geschirr und zwei Klappsttihlc mit Fußgestell finden in der! Zeit ihrer Nichtbcnüvung mtter den Betten Platz. In einer Wagen­ecke finde» zwei Eckschränke übereinander für die eiiifachcren Lcrza-l rettbediirsnissc und das Eigeneuni eines S<>nitätS- U »teruiiiziers] oder Krankenwärters Aufstellung. Davor steht ei» Wassersas, für 20 Liker Wasser, an der Stirniv>md hängt et» ?irett für Eft- und Trinkgeschirr, dliißerden, gehört zu dem Mobiliar ein Tisch, der i» zwei Reihen Fächern Trinkgefchirre »nd in einem Zivischenboden vier Waschschüsssin enthalt. In einer Wagenecke bcfcudet sich ein Verschlag, der als Abort dient nnd durch ein« kastenartige 'Ver­bindung mit dem nächsten Oherlichtfensler liiftbar ist. Ter 4.-Klasse - Ragen sieht also zur Krieg«zeit als Krankcinvagen g>rnz cmderSi aus, als wir ihn ans der FriedenSzeit kennen.

Tie schmerzlose Geburt, di« von de» Frauen schon lauge herbei» gesehnt, von den Aerzken aber bisher für mmiöglich gehalten ivnrües scheint jetzt doch möglich zu sein. Das ergibt sich ans einem Vor­träge von Dr. Ribentont-Dessaignes i» der Pariser SIfaMmt« da inödicine, dcr ei» paar Tage vor Kriegsausbruch geltzilien wurde und in der Münchener medizintschen Wochenschrift jetzt ivicder- gegeben wird. ES lxindelt sich ksienbei um eine Morphiuniart, die an der vorderen äuftcren Oberschenkelhant zurzeit, iva di« Er. iveitcnnig d«S Muttermundes etiva süuszigpsenniggroft (st, eingc- spritzt wird. Dies« ststethode soll sich bei 112 Franeit bereits be­währt lcabcn. Jrgcnbwclche schädliche Folgen soll diese Bchanh- llingsweise nicht mit sich bringen.

Das Tlabttheater öffnete am Sonntag seine Psortci,' wieder. Vollbesetzt war da» HauS zwar nicht, doch konnte der Be­such als znfricdcnstellciid bezeichnet werben. Bekanntlich ivurden erst innerhalb der zuständigen Kommissionen Erivägiingci, dariiber angcstellt, ob man angcsichis der jetzigen Zeit iibcrhaupt das Theater öffnen tollte: ans einer glcihe von Gründen entschloft manj sich dazu und das war jedenfalls kein Fehler. Den kriegerischeni Zcitverhältnisse» wurde bei Auswahl der Stücke Rechnung ge-^ trage» und man hatte SchillersW a l l e n st e i n S Lager" »nd Das eiserne Kreuz" von Ernst Wichert siir die Erüfsiiungo- vorstellung gewählt. Eingcleitet wurde diese durch einen voiü Direktor Steingoettcr versafttc» »nd von Frl. Maria Schild ge-' sprochcncn Prolog, an de» sich ei» lebendes BildHuldlgung vor Germania" anjchloft. In dem dichterische Kunst zeigenden Prolog wird auf de» Völkcrkricg hingcwicscn, dcr natürlich! un» von unseren tückischen, barbarischen und verlogenen Feinden aufgezwungen ivurdc. Diese Eigenschaften babe» die Feinde be­kanntlich immer, diese selber sind aber ae»a» gegenteiliger Mein­ung. Bei dem lebenden Bilde wurdeDeutschland über alles" ae- sungcn. Wir halten derartige Knndgcbniigcn im Theater nicht für angebracht: die Darstell,>»a konntc auch eine» besonderen Ein-^ druck nicht erivccken. Hierauf folgte ..Walleiistein« Lager", da? Vorspiel zu Schillers Wallcnstcin-Trilogic. Das Stück führt uns in die Zeit des 30,ährigen Krieges »nd zeigt »ns das Lagcrlcben! der damaligen Soldateska, die vielleicht aber nicht so sauber aus- gesehen haben mag, wie die aus der Bühne. Das Turcheinaiider, die Zechereind Sircilcrei dcr Soldaten, Lagerdirnc» usiv. leben»»; voll dcirzustclle» ist nicht leicht und erfordert eine umsichtige Regie,! die in Händen Direktor Stcingoetters lag, der auftcrdcm die Rolle eines Holkschcn Jägers spielte. Den Kapuziner, der den, nur an Fressen und Sausen denkenden Soldatcnvolke den Text lesen! will, gab Herr G o l l und gefiel damit sehr: ferner sind zu nennen: die Herren Schubert, Dworkowki, Stein-! h o f f e r, Ludwig Grosser als Rekrut. Tic Dame» Frl. I li » g-j l i n g und Frl. A c » g e r d t gaben crstcre die Marketenderin, letztere die Aufwärteri». Im ganzen »ins, die Darstellung als! durchaus gelungen bezeichnet werben. Auch der Inhalt des Ein­aktersDas eiserne Kreuz" handelt von Krieg und Kricgsgcschrci. Ein adeliger Gnlsbcsiyer und ehemaliger Rittmeister feiert feöent 18. Oktober mit seinem Verwalter die Schlacht bei Leipzig, in der ihn letzlerer hcraushaute und vom Tode errettete. Deshalb pflegt er mit ihm treue Lamcradschafl beide sind völlig gleich aber nur am 18. Oktober. Als aber dcr Neffe des Verwalters Raueiithaler iim die Ha,id dcr Nichte des Rittmeisters anhält, wird er wegen dcr Ttandesunterlchiede abgeiviesc», sehr zum Schmerze dcr Nichie SMagda (Frl. Schild), die ihn innig liebt. Tie Heirat kommt aber doch z» stände, als der Abgcwicscnc als Landwchr- ofsizier aus Frankreich das Stück spielt am 18. Oktober 1870 mit dem eisernen Kreuze auf dcr Brust hcimkchrt. Nu» muft ihn der abelsstolze Alle als gleichbercchtigt" anerkennen. Trotz dcr überpatriolische» Tendenz des Stückes werden inanchc treffende Worte gcsaat über die Art, wie das eiserne Kreuz erworben wird. Sämtliche Rollen lagen in gnten Hände»: die beide» allen Herren wurde» von Herren P. Schubert und H. DworkoioSki mit dcr nöliaen Würde gegeben: der neue Eiserne Kreuz-Inhaber und Nesse des Verwalters vo» Grosser- Braun und Herr S t e i n h o f e r gab den Enkel des Rittmeisters. Die Taincn Frl. Schild nnd A. F r e n z e l wurden ihrer Aufgabe vollkommen gerecht.

Vom Stadtiheatcr. In her heutigen erste,l 2>ho»n«mc»tsvor- steüuing dieMinna von Barnhelm", Lessings ewig jugenhsrisches Solh»tenstiick brcm«t, sind in Hmivtroileii beschosligl die Damen Stcttncr «Mi»i,a1, Wengerdt (Franziska). Freuzel Dam« in Trainer), sowi« die Herren von R og a « » h a » s« i> (Tcllhcim), Goll iWirt), Schubert (Werner). Rotteck (Silicon« de la Marli,ilere) mnd G ross«r-B rau (Just). Es,sei besonders erwähnt, daß die Einzelpreis« bei AbonnementSvvrstclluiiig«» di« log.gewöhnlichen Preis«" für dies« Spielz«,t rrmäftigt worden, sind. Da di« vorgestrig« Aufiiihrnng lehr starken Aicklang gesunden hat, ko wirb dieselbe, a,(so PrologLallensteinS Lager" m,hEisernes Kreuz" am nächsten Sonntag nachmittag bei Bolkspreisen wiederholt werden.

Oesi'cniliche Bücherhalle. Im Oktober wurden 1914 Bände an »geliehen Davon kommen ans: Erzählende Litcralur 994, Zeit- schritten 272, Jug-ndlchristcik 172, Literaturgeschichte 11. Gedichte nnd Dramen 43, Länder- Mid Völikerknnde 37. Knlturgeschicht« 15. Geschichte und Biographien 131. Kunstgeschichte 4. Naturivissenschasi nn-d Technologie 71. Heer- und Sorivesen 22, Gesitndheitslehre 8, Religion und Phttosophie 2«. Ttaatswisseiifchaft 11, Svrachwissen- schasr 6, Fremdsprachliches »1 Bände. Nack, ausivirris können 43 Pän«öe.

KreiS Nlsfelv-Lauterbäck'.

'X Alsfeld. W!« vom KrvISamtt bekam,tgegsbe» ivirb. sind Ver­handlungen über Maß nahmen zur Beschlagnahm« über­flüssiger Kartosselvorrät« im Gange. T« Anlem .ge diesen, Vorgehen bittet di« Zuriickhaltung dcr Kartosfeln durch die Vcrckänscr, so daß er den .Konsu-ncirten unmiöglch ist. ibrcn hinter- bedarf zir angentesse,«» Pveisen zu beschaffen. Das KreiSamt ivarnt