Ausgabe 
2.11.1914
 
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Widerrechtlichen Vernichtung von Urkunden, nämlich jener schrift­lichen Angebote, beschuldigte. Das Gericht hat angenommen, daß er diese Anzeige wider besseres Wissen und zwar ans Rache er­hoben hat, da er wußte, dag Sch. die Briefe mit Zustimmung des Gemeinderates, dessen Eigentum sie waren, in den Ofen geworfen hat. Die Revision des Angctlagten, der Verkennung des Ge­setzes und die Ablehnung von Beweisantrügen riigte, wurde vom Reichsgerichte als »»begründet verworfen.

Telegramme.

LlMsbmiht des ßropöiiiijjtiuutttiei's.

Die Schlacht am Kanal schreitet fort. 1800 Engländer «nd Franzosen gefangen.

W. B. Kroges Hauptquartier, 1. November vorm. (Amtlich.) In Belgien wurden die Operationen durch Ueberschwemmungen erschwert, die am Pser-Ppreskanal durch Zerstörung von Schleusen bei Nieupoort herbei- gesührt worden sind. Bei Ppres sind unsere Truppen weiter vorgedrungen. Es wurden mindestens 300 Ge­fangene gemacht und einige Geschütze der Engländer erbeutet. Auch die westlich Lille kämpsenden Truppen sind vorwärts gekommen. Die Zahl der bei Vailly gemachten Gefangenen erhöhte sich auf etwa 1500.

In der Gegend von Verdun und Toul fanden nur kleine Kämpfe statt.

Im Nordosten standen unsere Truppen auch gestern in unentschiedenem Kampfe mit den Nüssen.

Feindliche Ansichten.

Nach der Metmmg der Pariser Militärkritiker ist es nicht mehr da? einzige Ziel der Deutschen, di« Häfen am Kanal zu besetzen, sondern vielmehr auch die So n, n «- Al >i n d u n g zu gewinnen, um eine Linie herzustellen, die unendlich lange haftbar sei. Der deutsche Rückzug durch Belgien, den die Franzosen wiederholt angekiindigt hätten, sei danach keineswegs nahe, vielmehr sei die Lösung noch unabsehbar.

Der Korrespondent der Tailn Mail berichtet, da» die Kämpf« nördlich von Lille mit verzweifelter Erbitterung zwischen Eng­ländern und Bayern ausgesochlen würden. Meliere Tage hätten die Engländer gegen eine bedeutende Nebermacht gestanden und unter dem bayerischen Arttlleriefeuer, das in den Schützen­gräben Verheerungen anrichtcte, gelitten. Sie hätten andauernd die Stellungen wechselweise gesttirmt und wieder verlassen: auch zwischen Le Basse« und B e t h u u e kam es zu erbitterten Kämpfen. Die großen deustchen Geschütze, di« die Entferimugen gen« abgeschabt, hätten furchtbare Verheerungen aiigerichtet.

Wieder ein englischer Kreuzer vernichtet.

W. B. London, 1. November. Von hiesiger amtlicher Stelle wird unterm 31. Okt. gemeldet: Ein deutsches Torpedoboot brachte heute im eng­lischen Kanal den alten Kreuzer Hermes, der von Dünkirchen zurückkam, durch einen Torpodoschuh zum Sinken. Beinahe alle Offiziere und Mann­schaft wurden gerettet.

Wie dem W. B. von deutscher amtlicher Stelle mitgeteilt wird, liegt eine Bestätigung der Nach­richt deutscherseits noch nicht vor. (Hermes stammt aus dem Jahre 1898, hatte 5700 Tonnen, legte 20 Seemeilen zurück und hatte 480 Mann Be­satzung.)

Oesterreichische Tagesberichte.

W. B. Wien, 31. Oktbr. Amtlich wird verlautbart: '31. Oktober mittags: Nächst der galizisch-bukowinischen Grenze, nördlich Kuty, wurde gestern eine russische Ko­lonne aller Waffen geschlagen. In Mittelgalizien be­haupten unsere Truppen die gewonnenen Stellungen nordöstlich Turka bei Stary Sambor, östlich PrzemysI und ani un cren San. Mehrere feindliche Angriffe im Raume vo >. Risiko wurden abgewiesen. Dort sowohl wie euch oei Skole und Stary Sambor wurden hunderte von Rügen gefangen. Die Operationen in Russisch-Polen verliefen auch gestern ohne Kampf.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v. Höfer, Generalmajor.

Weitere Operationen unserer Verbündeten.

Wien, 1. Nov. (IV. 1i.) Amtlich wird verlautbart! 1 . November mittags: In Russisch-Polen entwickeln sich neue Kämpfe. Angrisfe auf unsere Stellungen wurden zurllckge- schlagen und ein feindliches Detachement zersprengt.

Die mehrtägige erbitterte Schlacht im Raume nord- östlich Turka und südlich Stary Sambor führte gestern zu eineni vollständigen Sieg unserer Waffen. Der hier vor- gebrochene Feind, zwei Infanteriedivisionen und eine Schützenbrigadc, wurde aus allen seinen Stellungen ge- ivorfen.

Czernowitz wird von unseren Truppen behauptet. Das namentlich gegen die Residenz des griechisch-orientali- schcn Erzbischofs gerichtete Artilleriefciier der Russen blieb ohne nennenswerte Wirkung.

Wie», 1. Nov. (IV. Ii.) Amtlich ivird verlautbart: 31. Oktober. Die Erfolge unserer Truppen, die bei ihren! seinerzeitigen Einbruch in die Macva dort auf starke, mit Drahthindernissen geschützte Befestigungen stießen und in diese erst vor zwei Tagen nach langen schwierigen Kämpfen bei Navnje Bresche schlagen konnten, erfuhren heute eine ocmerkenswerte Fortsetzung. Trotz verzweifelter Gegenwehr der Serben und ungeachtet der schwierigen Passierbarkcit der teilweise sumpfigen Macva drangen heute unsere sämtlichen über die Save und die Trina vorgegangcncn Truppen in breiter Front weiter vor und nahmen dort die Orte Crnabara, Banovopoljc, Radenkovic, Glusci, Tabanovic.

P o t i o r e k, Feldzeugnicistcr.

Die Gärung im Kaukasus.

Wien, 31. Oktbr. (Ctr. Frkst.) Die Korrespondenz Rundschau verbreitet folgende Konstantinopeler Infor­mation: Die Lage im Kaukasus habe eine ernste Zu­

spitzung erfahren. Es bestehe eine lebhafte Gärung unter den Mohamedanern gegen Rußland. In Tiflis komme es fortwährend zu Zusammenstößen der Bevölkerung mit dem Militär. Ein verheerender Brand habe die schönsten Gebäude der Stadt eingeäschcrt. Die Behörden behaupten, er sei von Revolutionären gelegt worden. Man habe auch den Plan eines Attentats gegen den Statthalter aufgc- deckt, dessen Rücktritt bevorstehe. Die russische Presse beurteile die Lage als sehr ernst. In Odessa soll eine geheime Verhandlung gegen 70 Revolutionäre, Leute von der Schwarze-Meer-Fiotte, eröffnet worden sein.

Rücktritt des italienischen Ministeriums.

Mailand, 31. Oktbr. Der Eorricre della Sera meldet: Sa- landra ichlägt dem heutigen Ministerrat den Rücktritt des gesamte» Kabinets vor, weil zwei der wichtigsten Porteieuilles verwaist sein. Voraussichtlich wird der König Salandra mit der Bildung eines neuen Kabinets betrauen, das dann eine breitere parlamentarische Basis haben dürfte.

Rom, 31. Oktbr. Agenzia Stesani meldet: Der Schatzmeister Rubini gab heute den Entschluß kund, von seinem Amte zurückzu- treten. Infolgedessen entschied sich das ganze Kabinct dahin, gleich­falls aus dem Amte zu scheiden. Ministerpräsident Salandra teilte dem König diesen Entschluß mit. Der König behielt sich seine Entscheidung vor.

Die Türkeuflotte im Schwarzen Meere.

Mailand, 31. Oktober. (Ctr. Frkst.) Einer Meldung des Secolo aus Petersburg zufolge soll ein türkischer Kreuzer zwei russische Kauffahrteischiffe bei Kertsch in der Meerenge zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer versenkt haben.

Rach rumänischen Berichten sollen die Türken außer dem Staftonär Donetz auch andere Schiffe mit vielen Opfern versenkt haben. Ein türkischer Kreuzer beschoß Odessa eine Stunde lang unter dem Schutz des Nebels und fuhr unbehelligt davon.

- Abreise aus Kottstatttiiiopel.

Konstantinopel, 31. Oktober. Der französische und der englische Botschafter verließen ebenfalls heute (über Dedeagatsch) Konstantinopel.

Städtischer Arbeitsnachweis Giessen.

Es können eingestellt werden:

a) Bei hiesigen Arbeitgebern:

1 Bauschlosser. 1 Schmied, 2 Installateure für das Gaswerk,

1 Müller, 1 Schuhmacher, landwirtschaftliche Arbeiter, 2 Dienst­mädchen, welche gut kochen können, 1 Lehrmädchen.

Lehrlinge: 1 Gärtnerlehrling.

b) b « i auswärtigen Arbeitgebern:

Elsendreher, 1 Müller, 1 Metzger, 1 Schuhmacher, landwirt­schaftliche Arbeiter »nd Knechte, Drainagcarbciter, Erdarbeiter, Maurer, Zimnicrlcute, Betonarbeitcr, Taglöhner.

Lehrlinge: 1 Schuhmacherlehrling.

Es suchen Arbeit:

1 Schmied, 8 Schlosicr, 1 Spengler, 2 Buchbinder, 3 Polsterer und Tapezierer, 5 Schreiner, 1 Glaser, 2 Schuhmacher, 3 Schneider, 8 Weißbinder und Lackierer, 1 Stukkateur, 4 Kausleute, Schreiber, landwirtschaftliche Arbeiter und Knechte, Taglöhncr, Kellner, Haus­burschen, Putz-, Wasch- und Lauffrauen,

Lehrlinge: 1 Schlosierlehrling, 1 Glascrlehrling.

Städtischer Wohuungsnachweis Gießen.

Es find zu vermieten:

1 Wohnung von 7 Zimmern cvent. mit Mansarde, 1 Wohnung von 5 Zimmern und 1 Mansardenzimmer, 1 Wohnung von 5 Zim­mern, 2 Wohnungen von 4 Zimmern, 1 Wohnung von 4 5 Zim­mern, 3 Wohnungen von 3 Zimmern, 4 Wohnungen von 2 Zim­mern, 1 Wohnung von 1 2 Zimmern, 1 Lager- oder Fabrikraum, 8 möblierte Zimmer, davon 2 nebencinanderliegcnbc.

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Montag, den 9. November werden nachfolgende städtifch-

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3 Grundstücke auf der HchlÄch hinter der Pulver,- h 1 Acker am Wismarer Weg cm der Lahn.

Gießen, den 31, Oktober 11)14.

Der Oberbürgermeister:

I. B.: ßriiniticid.

Bekanntmachung.

Tie Zinsen der Friedrich Hcycr von Rosenscldschen Stiftung

mit 87,28 Mk. sind am 21, Dezember 1914 an solche evangelische, ivürdige Stadtarmcn zu verteilen, die selbst und deren Eltern und Großeltern in Gießen geboren sind und das Bürgerrecht besitzen ober besaßen.

Meldungen nimmt das Städtische Armenamt, Asterweg 9, bi?

10. November 1914 entgegen.

Gießen, den 29. Oktober 1914.

Der Oberbürgermeister.

(Armcnverwaltung.) gez. Keller.

Wochcnmarktpreise in Gießen

am 31. Oktober 1914

Butter per Pfd. 1.10-1.20 Mk. Milch Liter 22 Pfg.

Hühnereier Stück 1011 Pfg

Gänseeier Stück Psg.

Käir Stück 68 Pfg,

Kasematte 2 Stück 58 Pfg.

Tauben per Paar 0.881.20 Mk. Hübner per Stück 1.201.80 Mk. Hähne per Stück 1.502.50 Pik. Gänse per Pfund 0.700.75 Pfg. Ochsensteifch per Pfd. 0.80-0.92MÜ Kalbfleisch per Pfd. 7075 Psg. Kuh-u.Rindfl. per Pfd. 8084 Pfg.

Schweinefleisch per Pid. 7090 Psg Hammelfleisch per Pfd. 7096 Pfg Kartoffeln p. Malter 5.508,50 Mk Kartoffeln 2 Pfd. 7 Psg

Zwiebeln per Pfund 1012 Pfg Blumenkohl per Stck. 1530 Pfg Kohlrabi Stck, 5-10 Psg

Weißkraut p. Haupt 812 Pfg

Rotkraut p, Haupt 1525 Psg

Wrüng v. Haupt 1020 Psg

Aepfcl per Pfund 820 Pfg

Birnen Pfund 815 Pfg

Nüsse 100 Stück 4045 Psg

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Gießen.

Verlag von Krumm & Cie., Gießen.

Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m.b.H., Offenbach a. M

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