$cFt zum greife von 10 Pfennig«». Bestellungen nehmen alle Parleibuchhandlnngen, Aeitungserpeditivnen und Kolporteure entgegen.
Die Kriegssürsorge der Gemeinden. Die Städte und Gemeinden im ganzen Reiche sind bemüht, die furchtbaren Schäden des Krieges zu mildern, die Lasten erträglich zu machen. Vieles ist geschehen, doch auch vieles ist noch unterlaflcn und kann und muh »och geschehen. Besonders die sozialdeniokrattschcn Stadtverordneten »nd Gemeindcvertrcter werden dafür sorgen müßen, daß die Hilfe der Gemeinden bis zum Acußcrsten ivachgerusen wird. In diesem Bestreben werden die Stadtverordneten und Gemeinde- Vertreter durch die Wochenschrift „Kommunale Praxis" unterstützt. Dem Gebote der Zeit folgend, hat die „Kommunale Praxis" den gröftten Teil des ihr z»r Verfügung stehenden Raumes in den Dienst der Kriegssürsorge der Gemeinden gestellt. Die „Kommunale Praxis" berichtet ausführlich über die so verschieden gestalteten Mahnahmen der Gemeinden und gibt somit den Lesern einen lieberblick über die Reichhaltigkeit der Hilfsmöglichkeiten. Die Lektüre der „Kommunalen Praxis" ist daher nicht nur allen Gemcindcvcrtrctern und Htadtvcrordnctcn dringend anznratcn, sie wird auch den Gemeinden selbst, den Gewcrkschaftsvorständcn sowie alle» sozialen Korporationen, die sich der Kriegssürsorge widmen, nützliche und wesentliche Dienste leisten. Die Zeit zum Beginn eines Abonnements ist jetzt besonders geeignet, da mit dem 1. Oktober ein neues Abonnement begonnen hat. Die „Kommunale Praxis" ist zuni Preise von 3 Mk. pro Quartal durch alle Buchhandlungen, Postanstalte» »nd Zeitungsspcdttioncn zu beziehen. Probcnummcrn liefert der Verlag Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b.
H. , Berlin TW. 68, ans Verlangen kostenlos.
— Gefallene aus Qberhesicn und Nachbargcbictcn. Reservist Karl Frey aus Wicseck, Feldart.-Rogt. Nr. 16. — Mueck. Willi Theiß aus Stamgonrvd, Jns.-Mgt. lsir. 117. — Gefreiter Ctto Stamm aus Waldgirmes, Inf.-Regt. 9ft. 118.
— Stadtverordnetenversammlung. In der Sitzung am Ton- ncrstag machte der Qbcrbüvgcvmeistcr zu dem ersten Punkte der Tagesordnung Mitteilung von einem Schreiben der Familie des verstorbenen Stadtv. H c l ni, in dem fiir die von der Stadtvcrtretnng bewiesen« Teilnahme gedankt wird. — Ferner sind von den Kom- manbeurrn des aktiven und Reserve-Regiments 116, sowie von mehreren Konipagnlcführern Dankschreiben für die Liebesgaben eingelanfon. — Auf Beschluß der Stadtverordneten wurde das Ministerium ersuchst, die staatlichen Arbeiten in Glehen fortzuführen, um damit der Arbeitslosigkeit entgogMzuwtrken. Das Ministerium hat darauf erwidert, dasi alle in Angriff gcuommesien staatlichen Arbeiten weitevgeführt und andere vorbereitet würden, welche im gangen den Betrag von 968 300 Mk. ausmachten. Es könne also kein Mangel an Arbeit vorhanden sein. — Mit dem Tod« des Stadtv. Helm ist die Zahl der Stadtverordneten unter zwei Drittel des gesetzlichen Bestandes gesunken, nämlich aus 23. Es müffe also nach Vorschrift des Art. 45 der Städtcordnung eine Ncuivahl erfolgen. Ta aber gcgemvärtig eine Neuwahl nicht angängig erscheint, weil ein« grosse Anzahl Wähler sich im Felde befinden, beantragt der Rechtsausi'chuß, «tue Eingabe an den Landtag zu richten und diesen zu ersuchen, ein Nodgesctz zu schaffen, in welchem bestimmt wird, daß di« Artikel 44, 45 und 104 der Städtc- ordnnng zu .Kriegszeiten außer Kraft gefetzt werden,
B a u g e s u ch c. Hubert Hein z h.rt zwei Bangefnchc für die Edcrstraßc und Stcinstraße eiugereicht. Dies« beantragt di« Bau- kommtssion zurückzufdellen, weit zunächst die Baufluchtlinie neu festgestcllt werden muß. — Ein Gesuch von H. La unspach um Dispens wird befürwortet. Es handelt sich um die Breite des Weges zwischen zwei Neubauten in der Liebigstraße. — Di« Firma
I. B. Noll, Wiescnstrahe, hat dort ein Hintergebäude errichtet. Ti« ihr zur Errichtung des Vordergebäudes gestellte Frist ist am 1. Oktober abgelaufen. Sie ersucht uin Verlängerung d«r Frist, welchem Gesuä!« stattgegeben wird.
Für die hier begrabenen Kriegsteilnehmer soll ein Ehrenfriedhos ans dem Friedhofe am Rodberg errichtet werden. Zu diesem Zwecke soll efn Platz durch ein« immergrüne Hecke abgeteilt und entsprechend hergcrichtet werden. Die Kosten betragen 2000 Mk.. welcher Betrag bewilligt wird. Bestimm nugen über die Aufstellung von Grabdenkmälern auf diesem Platz sollen später gegeben werden. — Für Herrtchtung weiterer Einfassung s g r ä b « r, die nötig geworden sind, werden 400 Mark bewilligt.
Die Schlachtgebühren für Kälber beantragt die Metzgerinming neu zu regeln, weil durch die Bundesratsverord- nung. wonach Kälber unter 75 Kilo nicht geschlachtet werden dürfen, das Angebot verringert und somit den Preis der Kälber gesteigert habe. Um Tiere von dieser Schwere zu erhalten, misst« man sic ans anderen Gegenden beziehen, da di« Vogelsberger Art zu leicht fei. Nun kosten diese auch noch 8,50 Mk. Schlachtgebühr, wodurch der Ficischprcis natürlich noch mehr verteuert werde. Darin liege «ine Härte und es wird ersucht, di« Schl achtgeb ühren für Kälber aus den früher gültigen Satz festsnsetzen. Vom Schlachihofdirektor wird vorgeichlagcn, für Kälber nicht älter als 6 Wochen und nicht schwerer als 150 Kilo 2,50 Mk. Schlachtgebiihr festzusetzen. Beig G r ü n e w a l d , Stadtv. P l an k und Simon halten di« Birn- dcsratsverordnnna für die hiesigen Verhältnisse nicht entsprechend: mazi sollte deren Aushebung herbei,zuführen suchen. — Der Oberbürgermeister macht darauf ausmerksani, daß die Verordnung Ausnahmen gestatte, wo die Verhältnisse solche nötig machen.
Verschiedenes. Von, Bürgermeister von Straßburg und dem Präsidenten des elfäfsifchen Landtags ist eine Eingabe cingclaiifcn, in der um Unterstützung der durch den Krieg geschädigten elsässischoii Orte gebeten wird. Es heißt in dem Schreiben n. a. daß der »nisang der Verwüstungen, die im Elsaß durch die dori stattgesiindenen Kämpfe, sowie di« imnierivährenden Trnvpendnrch- gänge gar nicht bekannt seien. Es fei nicht weniger schlimm. wie in Ostpreußen. Dem Antrag des Finanzausschnstes, 1500 Mk. sür die Notleidenden im Elsaß zu bewilligen. wird zugestimmt. — Bezüglich der Unterstützung der einberufenen städtischen Bediensteten »nd Arbeiter teilt der Oberbürgermeister mich daß er diese gleich nach Beginn des Krieges bei der Ortskraiikenkaß« weiter versichert habe, damit die Familien ärztliche Behandlung „sw. erhalten könn«n. Tie Stadtkaste werde dadurch mit 100 Mk. belastet. Die Versammlung stimmt dem zu. — Wegen einer Polizei-Verordnung, das Betreten des Ge- sangcnenlagers auf dem Trieb bctrcssend. muß die Versammlung gehört werden. Tic hat gegen diese nichts einznwenden. Pros. T o in in c r reg! dabei an, daß es angebracht sei. rechtzeitig für Arbeit für die Gefangenen zu sorgen, weil bei Beschäftigungslosigkeit vieler Leute allerhand Mißstände, auch Krankheiten entstehen können. Ter Oberbürgermeister erklärt, daß sich die Ban- deputation mit der Frage bcichästigeii werde. Hierbei miistc auch erwogen werden, daß den heiniffchen Arbeitern keine iingulässige Konkurrenz gemacht werde. Es dürste nicht sehr leicht fein, passende Arbeit herbei,zuschassen.
— Im Gcsangciirnlagcr auf dem Trieb bcsinden sich setzt etiva 100 Gefangenen, Darunter befinden sich onä, einige Turkos und Indier. Tie Leute werden mit Arbeiten im Lager zur Fertigstellung des-selbcii beschäftigt. — Es s«i daraus ansmcrksau, geniacht, daß cs dem Publikum verboten ist. sich der Umzäunung zu nähern. ES dars von de» vorbei führen den Straßen nicht abgcwichcn werden. So stelsts nämlich in der Polizeivcrordnnng.
— Auto-Unfall. In der Nähe von Haufen verunglückt« in der fsiacht zum Donnerstag das deni Holzhävdler Kloß in Wetzlar gehörige Auto, das von dem Ehmrfseur Süß aus Butzbach gesteuert ivurde. Dieser wurde erheblich verletzt in das Krankenhaus nach 2Leisel gebracht. Die anderen Insasten, di« «ine Vergiiügungstour »nternommcii hatten, kamen unverletzt davon.
— Der Umrechnungskurs bei ausländischen Postanweisungen
ist, wie von der Post mitgeteilt wird, wie folgt festgesetzt: nach
Frankenländern einschließlich Rumänien 100 Franken sLeil gleich 89 Mk., nach Niederland 100 fl. gleich 186 Mk., nach den skandiuavftchen Ländern 100 Kronen gleich 119 Mk, noch den Vereinigten Staaten 100 Dollar gleich 454 Mk.
— Vom Stadttheatcr. Von neuen Mitgliedern wird in der Eröffmitigsvorstellung Frl. Martha Schild als Sprecherin des Prologs und als „Magda" in dem Wicherl'schcn Lebensbild „Das eiserne Kreuz" auftrctcii: der neue erste Held, Herr v. Bog geilst aus« n vom Sladttheater Frankfurt a. Oder, wird sich zunächst als erster Kürafsler in „Walleiisteins Lager" vorstellen und dann am Dienstag als größer« Rolle den „Tellhcim" ln „Minna von Barnhclm" geben. — Die Vorstellung beginnt wie sriihcr des Sonntags um %8 Uhr.
Krieüsmatziinhirien -es Landtags.
Die Vorstände beider Kammern der Landstände und die beiden Finanzausschüsse verhandelten Donnerstag gemeinsam mit der Regierung über die landständischen Geschäfte während des Krieges. Wie die Regierung mitteiltc, beabsichtigt sie die Einberufung eines außerordentlichen Landtags, zur Erledigung aller dringenden staatlichen Maßnahnien in Kriegsfürsorge usw. Nach dem neuen Wahlgesetz behalten ja auch die Aögeordnetenmandate ihre Gültigkeit, die in diesem Sommer eigentlich abgelaufen sind, solange Neuwahlen eben nicht statt- gcfunden haben. Die Neuwahlen selbst hatte die Regierung nunmehr für die zweite Hälfte des nächsten Jahres vorgesehen. Aus der Mitte der Abgeordneten aber wurde die Anregung laut, ob cs nicht möglich sei, diese Ergänzungswahlen zur Zweiten Kammer dennoch demnächst vorzunehmen, wenn die Parteien eine Vereinbarung treffen, die einen Wahlkampf vollkommen aufhcbt, also durch gegenseitige Garantierung des gegenwärtigen Besitzstandes. Natürlich erklärte sich die Regierung bereit, für diesen Fall auf eine weitere Hinausschiebung des Wahltcrmins zu verzichten. Hinsichtlich des nächstjährigen Budgets ging die Meinung dahin, kein neues Budget vorzulegen, sondern das laufende Budget als Notbudget für 1916 zu verlängern. Etwaige Fehlbeträge sollen auf Anleihekredit genommen werden. Naturgemäß werden eine Reihe von Einzeletats zum Teil nicht unbeträchtliche Ausfälle in den Einnahmen anfwejsen. Auf der anderen Seite werden die Ausgaben durch die Notstandsmaßnahmen stark beeinflußt werden. Die Regierung will nicht nur die regulären Unterhaltungsarbciten für das nächste Jahr, sondern auch bereits diejenigen für das übernächste Jahr erforderlichenfalls in den demnächstigcn Kriegsmonaten vornehmen lassen: für sonstige Beschaffung von Arbeitsgelegenheit soll der bekannte Antrag aller Fraktionen der Zweiten Kammer und die von der Regierung schon gemachten Vorschläge als Grundlage dienen. Ferner erklärte sich die Regierung auf eine diesbezügliche Interpellation aus Abgcordnetcnkreiscn bereit, den Gemeinden finanzielle Beihilfen in Notfällen zu leisten. Die bereits bewilligten Ausgaben ans Staatskrcdit in den vorigen Budgets sollen, da in dieser Zeit die Aufnahme einer Anleihe doch nicht möglich ist, durch andere finanzielle Maßnahmen einstweigige Deckung finden.
Porteinachrichten.
Die Ausgaben der Gemeinden während des Krieges.
Am 25. Oktober tagte in der Stadthalle zu Elberfeld eine Konferenz der sozialdemokratischen Gemeinbcvertreter des Agita- tionsbczirks Niedcrrhcin, die sich mit den kommunalen KrieqS- maßnahmcn befaßte. Anwesend waren 97 Teilnehmer. Im Aufträge des Generalkommandos des 7. Armeekorps nahm ein Oberleutnant an den Verhandlungen teil. Das einleitende Referat hielt Reichstagsabgcorbncter Gen. Haber- land-Barmcn, der die vom Agttationskomitcc vorgelegten Leitsätze begründete, in welchen gesagt wird, daß die bisher gezahlte Kriegs- und ArbeitSlosen-Unterstützimg vielfach unzureichend ist. Jede Karenzzeit (längerer Aufenthalt in der Gemeinde oder längere Dauer der Arbeitslosigkeit), von der die Unterstützung abhängig gemacht werde, sei ungerechtfertigt. Gcwcrkschafts- und andere kleinere Unterstützungen bürsten nicht angercchnet werden. Zu der bisher ungenügenden Kriegs- »nd Arbeitslosen-Unter- ftütznng seien Wohniingszuschüßc zu gewähren. Bester aber, als jede Unterstützung sei, fiir die Arbeitslosen die Beschaffung pastender Arbeitsgelegenheit. Deshalb haben die Gemeinden fift Notstanbsarbeiten zn sorgen, unter Einhaltung anständiger Lohn- und Arbeitsbedingungen. Zur Einschränkung der Preistreibereien ans dem Lebcnsmittclmarktc sollen die Gemeinden auf die Festsetzung von Höchstpreisen für Produzenten, Groß- und Kleinhändler dringen. Die Gemeinden haben aber auch die nötigen Lebens- und Bedarfsmitlcl selbst zu beschaffen und znm Selbstkostenpreise an die Bevölkerung abzugeben, ferner gemeinnützige Speiscanstalten zu errichten und die Speisung der Schulkinder weitgehendst zu fördern. Wo cs angängig ist, sollen die Gemeinden auch die Lebensmfttelproduktion aus Gemeindeland pflegen. Schließlich wird verlangt, baß die gemeindliche Krankenpflege, Wöchnerinnen- und Sänglingssttrsorge, Kindergärten und Kinderhorte, sowie das gesamte Unterrichts- und Bildungswcsen so viel wie möglich ausgebaut werden. Auch sollen die organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen mehr wie bisher als Helfer und zu den leitenden und beratenden Stellen zugezogen werden. — Bei der Besprechung des Referats und der Leitsätze zeigte es sich, daß auf dem Gebiete der kommunalen Kriegsmaßnahmen noch große Snstemlostgkeit herrscht. Nur wenige Gemeinden leisten relativ Genügendes. — Die Leitsätze wurden einstimmig angenommen.
Steigende Abonnentcnzahlen während des Krieges.
Ein« ungemein erfreuliche Entwicklung hat die Bolksstimme in Ehemnitz seit Kriegs beginn zu verzeichnen. In allen sieben Wahlkreisen ihres Verbreitiingsbezirks ist die Zahl der Abonnenten gestiegen und zwar wie folgt: tm 10. Wahlkreis um rund 100, im 15 Kreis um rund 300. im 16. Kreis um rund 1600, im 17. Kreis um 600, im 10. Kreis um 1200, im 20. Kreis um 200 und im 21. Kreis um Über 500. Di« Gesamtauflage beträgt nach dem Stande vom 12. Oktober ds Js 64 800. Das ist der höchste Abounciften- ftand, den unser Chemnitzer Parteiorgan bisher erreicht hat. Besonders bemerkenswert ist, daß die drei crzgebirgischei, Wahlkreise (1!)., 20. und 21. Kreis) eine so lebhafte Steigerung der Abonncntcn- zahlcn zn verzeichnen haben, trotzdeni die Wirtschaftslage gerade im Erzgebirge seit Kriegsbeginn ein« sehr schlechte ist.
Tic Landesorganisation der sozialdemokratischen Partei Hamburgs.
Der Vorstand der Hamburger Parteiorganisation veröffentlicht eine Statistik, nach der bis zum 30. September 11 528 Mitglieder, das sind 24.7 Prozent der Gesamtmitgliedcr. znm Kriegsdienst cin- gezogen worden find. Von diesen sind 6824 verheiratet: sic haben 11 163 Kinder. Die Gesamimidgliederzahl betrug am 30. September 1911: 56 124: am 4. Juli d. I. waren 59 036 Mitglieder vorhanden. Tic Statistik ist nicht ganz vollständig. An dem Verlust von 2869 Mitgliedern sind die mänulichen Mitglieder mit 2646 und die werblichen Mitglieder mit 223 beteiligt.
Ungarischer Burgfrieden.
" or einiger Zeit, noch im Frieden, war der ungarische Parteigenosse Karl MozeS wegen eines Artikels in der Budapest«! Ncpszava iVolkSstimme) angekiagt. Die Geschworenen, lauter Besitzende. sprachen ihn von der Beschuldigung, die Besitzlosen gegen die Besitzenden aufgereizt zu haben, frei. Jetzt ober, wo Mozes im Felde steht, hat die Kgl. Kurie, das oberste Gericht, den Freispruch aufgehoben und Mozes zu sechs Monaten
Staatsgcfängnis, das Blatt zu 1000 Kronen Geldstrasc oe I urteilt. Tie Ncpszava hat übrigens in der vorigen Woche I Prozeße zu bestehen gehabt, einen vor der Kgl. Kurie, drei vor de Geschworenen. Vor längerer Zeit, auch noch im Frieden, n>, I einem ihrer Mitarbeiter ein« Geldstrafe von 500 Kronen aufcrlc I worden. Tic Staatsanwaltschaft gestattet« ihm, die Strafe in M natsraten von 50 Kronen zu l>ezahlen. Als der Mann jetzt eii rücken mußte, stellt« er die Bitte, ihm die Zahlungen zu stunde I Ties würdevoll der Staatsanwaltschaft und dein Iustizmfiifib I a b g e l c h n t und der letztere fügte hinzu, daß bei Richtzahlm > Freiheitsstraf« eiutreten werde!
Arbeiterbeweguttg.
Die Politischerklärung des Verbandes der Fabrikarbeitcr
aufgehoben.
Am 16. Januar ds Js. ging dem Vorstände des Verbandes d Fabrikarbeiter eine Verfügung des Polizeipräsidenten v> Hannover zu, in der die Einreichung der Satzungen und ein Verzeichnisses der Vorstandsmitglieder gefordert wurde. Gleü zeitig wurde daraui aufmerksam gemacht, daß Personen unter Jahren dem Verbände nicht als Mitglieder angehören, auch seinen Versammlungen nicht anweicnd sein dürften. Als Gru wurde angcsührt, der Verband mnsie „als ein politischer Veri im Sinne des Rcichsvereinsgesetzes vom 19. April 1908 an, sehen werden". Die Einreichung sollte innerhalb 14 Tagen erfolg bei Nichteinrcichimg wurde eine Geldstrafe von 100 Mk. angcdro Ter Vorstand des Verbandes erhob gegen diese Vcrfügu Einspruch: eine Entscheidung darüber war noch nicht gefallen, c der Krieg ausbrach. Nunmehr hat der Einspruch dadurch sei Erledigung gefunden, daß der Polizeipräsident seine Verfügu zurückgenoninicn Hai. Am 22. Oktober ging dem Vorstande Verbandes folgende Nachricht zn:
„In Verfolg des Erlaßes des Herrn ÜNinisters des Inne vom 11. v. M. nehme ich meine Verfügung vom 16. Jan» 1914, betreffend Einreichung der Satzungen und des Verzei nißes der Vorstandsmitglieder des Fabrikarbeitcrvcrbani hiermit zurück. von Bcckcrath/
Hoffentlich haben die Bestrebungen, die Olcwerkschastcii un die Bestimmungen zu bringen, die für politische Vereine gelt damit nicht nur für die Tauer des Krieges, sondern ftir imn aufgehört.
Höchstpreise für Speisekartoffeln.
Auf Grund des 8 1 des Gesetzes, bctrefsend Höchstpreise v 4. August 1914 und 8 1 der Bekanntmachung des Großherzogliö Ministeriums des Innern, betreffend die Ausführung dieses < setzes vom 7. August 1014 werden unter Auihcbuiig der frühe Festsetzungen die Höchstpreise für Speisekartostcln einschließ freier Lieferung in den Aufbcwahriiiigoraum des in der St Gießen wohnenden Käufers mit sofortiger Wirksamkeit sür Stadt Gießen wie folgt festgesetzt:
1) für beste ausgclcsciie Spcisckartoffelii, der Doppelzentner 6,5t
2) für geringere Ware, der Doppelzentner 5,5t
3) für beste Speisekartosseln im Klemverkauf das Klg. 0,07
Diese Festsetzungen haben nur die Bedeutung einer Obergrc sür die Preise.
Es ist selbstverständlich, daß geringere Preise insbesond dann gefordert werden, wenn die Beschaffenheit der Ware o sonstige Vcrhältniße cs angcmeßen erscheinen laßen.
Die Verkäufer, unter denen alle Personen zu vcrste sind, welche mit Kartoffeln, sei cs im Mnrktverkehr, in Läden o sonstwie handeln, haben die vorstehend festgesetzten Preise mit ‘ gäbe der Menge, auf die sich die Preise beziehen, durch einen s! ä baren Anschlag an den Verkaufsstellen zur Kenntnis bringen. Sie haben diesen Anschlag mit dem polizeilich Stempel versehen zu lassen und täglich während der Verkai zeit auszuhängen. Ter Verkäufer hat ferner eine Wage geeichten Gewichten bei der Verkaufsstelle aufziistellen und i Benutzung zum Nachwiegen der gekauften Ware zu gestatten.
Auf die hierunter abgedrnckten 88 2 und 4 des Gesetzes, b Höchstpreise, vom 4. August 1914, wird besonders hingewiei Außerdem kann zur Verhinderung von Zinvidcrhandlnngeii fl« die Vorschriften des genannten 8 4 die Schließung der 1 kaufsstellen derjenigen Verkäufer erfolgen, welche die Innehaln der Höchstpreise verweigern.
Gießen, den 29. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeister.
Keller.
8 2. Weigert sich trotz 2luffordcriing der zuständigen Behl ein Besitzer der im 8 1 genannten Gegenstände, sie zu den ! l gesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, so kann die zuständige Beb sie übernehmen und auf Rechnung und Kosten des Besitzers zn festgesetzten Höchstpreisen verkauscn, soweit sie nicht sür dej eignen Bedarf nötig sind.
8 4. Wer die nach 8 1 festgesetzten Höchstpreise überschr, I oder den nach 8 3 erlaßencn Aiisführungsbestinimungcn zuini ( handelt oder Vorräte an derartigen Gegenständen verheimlicht ' der Ansfordernng der zuständigen Behörde nach 8 2 nicht r I kommt, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Älkark ober im vcrmögcnsfalle mit Elcsängnis bis zu sechs Monaten bestraft >
Stroh- «nd .Serüieferuttg.
Die Lieferung von 100 Zeniiicr Sirenstroh (Roggcnft Maschiiiciidrusch) und 80 Zentner süßes Wicsenhcu I. Güte fiii Schlachthofverwaltung ist zur alsbaldigen Anlieferung zu netge | Angebote hierauf werden bis spätestens 10. November Ttadthaus — Zimmer Nr. 15 — cntgegengcnommen.
Gießen, den 26. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeister.
Keller.
Bekanntmachung.
Diejenigen Einwohner, die ihre Vergütungen sür di« im tembcr oerpslegicn Mannschasicn der stzarderegimcnter noch^ erhoben haben, werden ausgcfordcrt, dies in den nächsten T ! zu tun. Zahlstelle wie seither im Stabthanse, Gartenstrai | Seitenbau.
Gießen, den 29. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeister.
- Keller.
s (jftl ft 11
3
piss-"
Itlind
Bekanntmachung.
Die Zinsen der Friedrich Seycr von Roscnscldsche» Sii
mit 67,20 Mk. sind am 21. Dezember 1914 an solche evaiige würdige Stadtarmen zu verteilen, die selbst und deren Eltern! Großeltern in Gießen geboren sind und das Bürgerrecht bc | oder besaßen.
Meldungen nimmt das Siädiischc Armenamt, Astcrweg 10. November 1914 entgegen.
Gießen, den 29. Oktober 1914.
Der Obrrbürgermrister. sArmenverwaltung.) gez. Keller.
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Marktplatz II.
Uhrmacher mid Goldarbeiter.
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Reichhiliigel Lager in Gold- und Silber»»«'« Lilicrant de» Konsum -Bc Gießen u Umg. und de» t bahn- Konsumverein». — Man verlange Radattmar«
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