Ausgabe 
31.10.1914
 
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Beilage zur OberheMchen Volkszeitung Nr. 253

OieKen, Samstag den 31. Oktober 1914.

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In fltmelbi ® »erste» J cn Truy ^ f|(tans(i 'J« n 9et; Sübnitifa *»ttttb«i ll'ch'Ritb bereits 10 »bei, auch brr iöeseb i>is wobei "bestätigt, -rängest« >» den Bn '>»<> mit t den tzn> rn Rnm»

Londonee j itionäre SPnte Tie Rebellei lütten (oft alle i nnb die ti

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tzcfieu «ttd -lachbargebiete,

«jetzt» und Umgebung.

Erfüllung der Parteipsiichten.

Von jedem, der sich als Angehöriger der deutschen So- ürmükratic betrachtet wissen will, mutz man verlangen, er nach seinen besten Kräften die Pflichten erfüllt, die als Parteigenosse erwachsen. Im Kriege ebenso wie ine den. Erste Pflicht ist selbstverständlich für Wettervcr- tung unserer Grundsätze nnd unserer Anschauungen orgen. Immer inehr und immer neue Volksgenossen ,en mit dcen vertraut gemacht werde», was wir wollen, er mehr müssen unsere Forderungen begreifen und per- n lernen. Um dies zu erreichen, ist vor allem die weiteste >reitung der Parteizeitung notwendig und jeder ins Gehörige mutz das Seine dazu beitragen und in n Bekanntenkreisen Leser für die Oberhessische Volks­ing zu gewinnen suchen. Ter Krieg hat in die Reihen rer Leser große Lücken gerissen; mehr als der vierte Teil organisierten Arbeiter und Parteigenossen ist zu den fen cinberuscn, diese Lücken müssen wieder ausgefüllt en! Und das ist sehr wohl möglich, wenn jeder seine sit tut. Jetzt heißt es zwar:es gibt keine Parteien " allein nach dem Kriege wirds wieder anders lauten! oird zukünftig sein, wie es bisher war: nur die sozial- ikratische Presse vertritt die Interessen der Arbeiter! >alb müssen wir für Erhaltung und Stärkung unserer inisationen und unserer Presse sorgen! Haltet Euch tsranksurter und anderen Klatsch- und Scnsationsblätter Halse sie haben noch nie einen Satz für Eure Sache, r Interessen, Euer Wohlergehen geschrieben.

Jederzeit hat aber die Oberhessische Volkszcitung die ressen des arbeitenden und minderbemittelten Volkes eten. Deshalb niuß es heilige Pflicht der Arbeiter sein, Blatt zu unterstützen und für dessen Wcitervcrbreitnna >rgcn. Selbstverständlich bringt die Oberhessiscke Volks- ng die Nachrichten von den neuesten Ereignissen zu lcr Zeit, wie die übrigen Blätter.

Erfüllt also Eure Partcipflicht!

aus Kiülon s i0a(Ieriw6tfil mit bro. 1 I MS von

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Glück.

ist c8 nicht Vermessenheit, jetzt, wo die Welt in Flammen des es brennt, von stillem Glück, von befriedigendem Menschen zu sprechen? Wieviel Unglück bringt solch ein Krieg nicht ich, an dem die halbe Welt beteiligt ist. Mutz das nicht ei» fühlende Herz zwingen zum E r » st, mutz das nicht selbst bei eiligten Völkern die Herzen bewegen? Wenn so viele Men Mitmenschen in Not und Tod, im tiefsten Unglück sind, kann ich nur ein fühlender Mensch wahrhaft glücklich sein? Nein, ich sein im Alltagssinne kann wahrhaftig niemand, dem ein »des Herz in der Brust schlägt.

'lber ist es etwas anderes zur normalen Zeit? Ist da die chheit etwa frei von Unglück und Elend? Ach, wie viele, wie blich viele lechzen da nach etwas Lebenssonne, nach Freiheit. , Schönheit, ja nach einem Leben, in dem sie satt sind und t zu hungern brauchen! Wahrhaftig, glücklich im Alltags- in oberflächlicher Zufriedenheit kan» ein Mensch mit war- Friedenszeit nicht sein.

er g l ü ck l i ch sein, glücklich in höhe- Wer das leitende Gesetz der Natur in seiner Vollendung erkannt hat, wer weitz, Latz ein jeder seinen (leitnlttöij :en Lebenstrieb in seinem ganzen Umfange in den Dienst des

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K» zu stellen hat zur weiteren Hinaufführung dieses Ganzen nmer höherer, vollendeterer Art, der kennt auch dieses höhere, 'e Glück. Wer nichts als das Leben des Alltags kennt, nichts das kurze augenblickliche Dasein, nichts als ein Streben nach sönlichen Erfolgen in diesem kurzen Jetzt, der kau» eS mitsiihlen. dieses höhere, tiefinnere Glück. Ja, dieser Durch tismenich wird sich vielleicht noch gar recht glücklich »nd zu en suhlen

*»«" en i uhlen, auch wenn Sunderttausende cm , a s Liebe

hck der und -chweftern in Not sind. befriedigt und

1 1. Menschen in sich trägt, der kann nur inner >w 0 der

lich werden, wenn er jenem HSchften Sttti'chiei.on > ,

,r entsprechend lebt, wenn er sein Ich nttlidien Menschen C des Ganzen. Und dieses, -.nes wahrha

1 würdige Glück, das kann man auch haben, heute

»grob ist wie zur Kriegszeit. Trotz Not und Io 1 lich in dieser edleren Art. wer dem Ganzen das n' <i ^ ineiter Aufklärung verbreitet, Liebe n , 0 die

ialdemokr-t seine *|U* tllt : . »'so recht der

Welt vom Unglück überschwemmt, Kigtsicha ^arum

blich hohe sittliche Gehalt unserer Anschauung.^ ^ l 1 , wir auch gerade jetzt, um glücklich m edlere ->

u bleiben, nicht nachlasien i>» gewohnten Wirken ^^e» iiser Ziel. Unser Ideal ist es, das allem U"o den »atur.,

>en Halt im Leben zu geben vermag.

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Neue Höchstpreise für Kariosseln für die it(ul n. Der Oberbürgermeister lzat nunmehr einen nenei. tprcis für Kartvsscln sestgcscht und zwar: 1- für beste lesene Sprcisekartoffeln 6,30 Mk., für geringere Ware

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vik. der Doppelzentner: ferner für beste ^pcisekartofi leinverkauf 7 Pfg. für das Kilogramm.

> haben die Bedeutiing einer Obergrcnze t"r

Es heißt in der Bekanntmachung unter ano - Verkäufer, unter denen alle Personen zu ven ch - - mit Kartoffeln, sei es im Marktvcrkchr ,n Laden ^ oic handeln, haben die vorstehend festgesetzten b . >ur ± be der Menge, auf die sich die Preise beziehe , ,

\ sichtbaren Anschlag an den Ver - -

i^l en zur Kcnntiiis zu bringen. Tie haben dr ' .

> mit dem polizeilichen Stempel versehen zu lasse,

ls während der Verkaufszeit auszuhangcn : r

r bat ferner eine Wage mit geeichten Gewichten c ^ lussstelle auszustellen und ihre Benutzung zum > n der gekauften Waren zu gestatten, rricgshilsend Kleingärten. In der gegcnwartigcr: wo alle Hilfsquellen der inneren Produktron benoi' -

ltig ausgenutzt werden müssen, verdient auch da 'wesen besondere Beachtung. Wir besitzen '» ixun-,-

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kleiner Pachtgärten von je etwa 300 Quadratmeter Größe, bne sogenannten Lauben-, Sebreber- oder auch Arbeitergärtcu- kolonien. Vor kurzem ist nun der Deutsche Verein für Wob- nungsrcform in Frankfurt ani Main an die zuständigen Ministerien der einzelnen Bundesstaaten, an eine größere Zahl von Gemeinden und andere Stellen mit der Anregung hcrangctrcten, die schleunige Ausdehnung und Neuanleguug solcher Klcingartenkolonien in jeder Weise zu fördern, »nd diese Anregung ist bereits mebrseich auf fruchtbaren Boden gefallen. Wenn auch ein wesentlicher Ertrag solcher jetzt neu zur Anlegung koimnenden Gärten erst vom Frühjahr an zu erwarten ist, so wird er doch auch dann noch sehr willkommen und von großem Nutzen sein, da ja niemand weiß, wie lange der Krieg noch dauert und da wir sehr möglicher Weise auch uach dem Friedensschlüsse zunächst noch stark darauf ange­wiesen sein werden, alle solche Hilfsquellen sorgfältig nutzbar zu machen. Der wirtschaftliche Nutzen aber, den ein solcher Kleingarten zu gewähren vermag, ist sehr bedeutend, er ist doch bei richtiger Behandlung imstande, den gesamten Ge- müsebedarf einer kleineren Familie zu liefern. Außerdem kommen die Milderung der Arbeitsloscnnot nnd die großen dauernden Vorteile, die die Ausdehnung des Kleingarten- lvcsens für unsere ganze Stadtanlagc, für die Jugendpflege nnd andere wichtige Aufgaben hat, in Betvaclst. Es ist daher dringend zu wünschen, daß man sich allerorten alsbald der schleunigen Ausdehnung des Kleingartenwcsens widinet.

Acrgsten Terrorismus auch während der Kriegszeit übt die Leipziger Fleischcrinnung. Diese Innung nötigt auch jetzt die Gesellen, die sie durch ihren Arbeitsnachweis vermittelt, untersehristlich zu erklären, nicht dcnr Zentral- vcrbande der Fleischer bcizutrcten. Dem Flcischerverbande wurde ain 22. Oktober eine Arbeitskarte übermittelt, mit der jeder stcllungsuchende Geselle zum Meister gesandt wird. Diese Arbeitskarte enthält folgenden Aufdruck:

Be, ?lnnatz,ne des nmstetzend näher dezeichneten ArbeitS- verhältnifles erklärt der Geselle ausdrücklich, datz er nicht Mit- alied des Zentralverbandes der Fleischer und Berussgenossen Deutschland ist, wie er sich auch weiterhin verpflichtet, diesem Verbände nicht beizutreten. Lallte die vorgenannte Erklärung nicht auf Wahrheit beruhen oder sollte der Geselle entgegen der vorstehenden Verpflichtung diesem Verbände noch beitrelen, so ist der Meister ohne weiteres oerpslichtet, den Gesellen ohne Ein­haltung einer Kündigungssrist und ohne jede Entschädigung so­fort zu entlasten."

Ohne Arbeitskarte wird kein Geselle eingestellt. Man sollte es kaum für möglich halten, daß die Flcischcrincistcr in Leipzig auch jetzt noch die Unverfrorenheit besitzen, diesen ärgsten Terrorismus gegen die Mitglieder der gewerkschaft­lichen Organisation auszuiiben, wo, wie die gewerkschaftlickse Statistik bewiesen hat, über die Hälfte der Mitglieder dieses Verbandes draußen auf den Schlachtfeldern für die Sicher­heit des Vaterlandes kämpfen.

Tie Staatsbetriebe haben ihre Gegnerschaft gegen die freien Gewerkschaften aufgehoben und öffnen ihnen ihre Be­triebe. Die Regierung erkennt die segensreiche soziale Ar­beit der Gewerkschaften an »nd hat gemeinsam mit ihnen einige soziale Aufgaben zu lösen versucht. Ter Kaiser erklärt, keine Parteien mehr zu kennen, aber die Leipziger Flcischer- meister treiben ihren Terrorismus unbeirrt weiter und üben den stärksten Gewissenszwang auf die Gesellen aus: sie

bleiben nur gute Freunde der gelben Gesellen. Was sagt übrigens das Generalkommando dazu? Die Fleischermeister in Leipzig stören den nationalen Frieden in gröblichster Art. Wenn moralische Verpflichtungen auf diese Terroristen keinen Einfluß haben, so niuß cs bald zu ernsthaften Differenzen zwischen ibnen und den Gesellen kommen.

Vom stiNen Heldenmut. Ein Kenoste schreibt der Wiener Ar- beiterztg.: Es mar qestern aifwnfi nach dem Vortrag in unserem W-rhlverein. Der Obmann machte uns in knappen, ernsten Worten darauf aufmerksam, wie ii,otwendia es sei, aerade jetzt treu zum Verein ,» stehe». Da erhebt sich ein junaes Mädchen, ein« Eiebzehn- jälirige wohl, meldet sich arm Wort und sagt, indes sich ihre Wangen jäh röten:Solange mein Bräutigam im Felde ist. will ich also alle Beiträge gern zahlen. Ich weist, dost es ihm so recht wäre. Ich will auch gern sonst etwas für di« Organiiation arbeiten. Kommt er zurück, dann zahlt e r wieder alles," Nach einer Weil« bemerkt str noch stockend, aber fest:Käme er nicht, so zahl' ich immer weiter!"

Ein klaffischer Feldpostbrief, Aus dem Banrisck>eit Walde wird berichtet: Ein nn Felde stehender Sohn sendete an seine Mutter folgende» Brief:Liebe Mutter! Die Dach' is net so einfach, Bier gibt es auch keines! Mit Grust Euer Sohn W." Das ist wirklich wahr , . . Die Sach' js net so einfach!

Die üble Rolle. Ein Frankfurter Leser teilt der Frankfurter Zeitung folgende Beobachtung ans dem Kinderleben Sachsen- Hausens mit: Stuf einem kleinen Plätzchen sind fünf kleine Links- maincr im Alter von acht bis zehn Jahren beim Kriegsspiel mit dem Verteilen der Rollen beschästigt.

Ich bin der Deutsche", erklärte im Bewnstilein seiner Neber- legenheit stolz der Gröstie, und, zum Nächstältesten, der schon an seiner Seite steht, gewandt:Tn bist der Oesterreichcr."

Du bist der Franzos und du bist der Rust."

Zwei resignierte lange Gesichter.

lind dn bist der Engländer,"

Des leiht mer grad uff! Do werd nir draus! Ich hob oer- gange Wach erscht, wo wer Räuwer und Schanbarm gespielt hawwe, den Raubmörder gemacht,"

Di« Grotzhsrzogliche Hosbibliothek hat sich als Landesbibliothek seit Beginn des Krieges bemüht, sämtliche daraus bezüglichen Druck­sachen, soweit sic im Groscherzogtum verlegt oder hergeftcllt werde, 1 , '» sammeln, um damit ein wertvolles Material, das sonst voraus­sichtlich fast spurlos vcrschwinheu wird, für alle Zukunft zu er­halten, Es handelt sich dabei nicht nur um Gelegenheitsliteoattir jeder Art, dichterische und künstlerische Erzeugniffe wi« Gedichte, Bilderbogen, Karikaturen, ferner Predigten, Mauerairschläge. Karten und Pläne, Da diese Lstmiihungeii leider nicht überall das wün­schenswerte Entgegenkommen gesunden haben, wendet sich di« Direk­tion der Bibliothek auf diesem Woge an oll« hessischen Verleger und Drucker mit der Bitte .ihr derartige Drucksachen in einem, womöglich aber in zwei Eremplarcn zuieriden zu wollen,

Ter neue Fahrplan, Die Kgl, Eisenbahndirektion Frankfurt teilt uns mit. dast am 2. November ds, Js. «in neuer Fahrplan zur Einsühruug gelangt, aus Grund besten die gröhere Anzahl der srühcr im Arieden gefahrenen Personen- und Schnellzüge wieder

eingelegt wird Der Fahrplan liegt nt den StgtioirsbureauS zur Einstchrnahine offen. Der ^1 m t I i ch e" T a sch« » fa h r p I a n" wird Ende dieser Wcehe neu ersti>einen und im Buchhmchei und an den Schottern der Editionen zum Preise von Piennigen für drs Stück zum Verkauf gelangen Er iimfasst die Strecken des Tioek- tiavobezirks Frankfurt (Main) «rnsthl jetzt ich der Kleinbahnen, die Anschlustürecken dis Köln, Kastei, Würzburg, Eberbach, Heidelberg, Mannheim, Worms, Müvsier a .St. und enthält die Franksurt be­rührenden F eriwerb i nd u ngen,

Dem eigenen Bruder das Soldaiengrab geschaujelt. Der aus Stadecken stammende junge Lehrer Ada», Böller ist, wie der Kl. Preffk ans iKxhtolieim genieldet wird, ans franzäsistttem Boden den Heldentod iürs Vaterland geswrl>en Einer der ersten, der den jungen sterbenden Helden aus dem Schlachtfelde vorfand, war sehr Bruder, Dieser jäxniielie auch dem eigenen Bruder aus franzö­sischem Boden das Grab nnd schmückte es nnt anderen mit einem Holzkrenzlein und frischen Blumen.

Schulkinder, sammelt Kastanie» und Eichel» süro Rote Kreuz! Die Rote Krouz-Koroespondenz schreibt: In dieser eisernen Zeit wird viel getan fm- das Wohl der Arineen nnd der Verwundete». Alles ist hilfreich tätig, selbst die Sänrlkinder, Hier und dir liest man. dast di« Schitlmädchen Wolle gesammelt haben nnd mm eifrig stricken. Da werdcl, es unsere Ksiaben mit Freude hören, dast biW Note Kreuz die Knaben besonders auifordert, Kastanien und Eicheln zu sammeln und den Saamielsttllen fürs Rote Kreuz recht reichlich einzuichickeii, damit sich ihre maschinelle Veoarbeitung zur Stärke- gewinuung und al-s Kassee- und Kakaoersatz lohnt. Zu l>eachleii ist, dast die Kastanien leicht faulen nnd dalicr nicht in Läcken stehen bleiben dürjen, sondern vorher abgetrocknek werden, mindestens aber während der Tag« des Sammeln- frei hingeschütttt werde» müsten. Freilich wird mancher Bau,» und mancher Garieninlial'er di« Sammelwut der Knaben zu spüren baten, darum, obwohl ge­sammelt wird, schont Bäume und Gärten!

Wie schreibt man an Krieqsgesangene im Auslande? lleler den Postterkelw mit deutschen Kriegogeiangenen im Audlaad hat das Reichspostamt di« folge-nden Vorichvisteii znsammeiigestelli:

I, Zu ge lassen sind t. offene B r i c f s e n d » n g e n

ohne Nachiialnnc und zwar offene gewöhnliche Briese, Postkarten, Drucksachen .Wareuprolen und EKsck-ästspapiere: 2, Briese und Kästchen mit Wertangabe ohne Nachnahme: ll, Post­

pakete bis 5 Kilogramm ohne Nachnahni« (»ach Frankreich Wcrl- angabc nickst zulässig): 4 Postanweisungen (nur nach Gross, britonnien und Frankreich),

II, Di« Sendungen sind gebührenfrei, Sie müffeii mit dem VevmeokKriegsgesa ngrne n se nd» ng" l>er- schen sein.

III, ?ldrefs« : Möglichst genau: Vor und Zuname, Dienst­grad de-z Gefangenen. Unter-bringuugdlager, Lazarett usw,, Bestlm- nmngsort. Es empsiehlt sick», Postsendnugeii erst dann an Kriegs­gefangene abzusenden, wen»! sie ihre Adresse mntgetettt haben. 11 f jeder Sendung must der Absender angegeben sein.

IV, Wenn die Adrestc eine» Kriegsgefangenen ntibcrineif n ich t zu ermitteln ist, kam, die Milwirknng einer der »ochbezei>ch- neten A u s k u 11 s t s st« l l o 11 in Anspruch genommen werden r l, Zentval-Nackstveise-Bnreau des Kriegsministernmis Berlin NW., 7, Dorotheenstraße 48; 2. Agence de renseiKnements pour prisonniers de sperre Genf, rue de lAth^nee 3; 3. La croix rouge francaise Commission des prisonniers de guerre Bordeaux, 56 Quai des Chartrons, (Auskunft über Kriegsgefangene in Frank­reich); 4. The Prisoners of War Information Bureau London, 49 Wellington Street, Strand (Auskunft übet Kriegsgefangene in Großbritannien); 5. das Dänische Rote Kreuz in Kopenhagen (Auskunft über Kriegsgefangene in Rußland); 6, ltornmander Prisoners of war Gibraltar (Auskunft über Kriegsgefangene in Gibraltar). Sendungen an diese Auskunfisstellen wüsten offen sein und, wenn sie portofrei befördert werden sollen, den Ber- inerkiKricgsgcfangenen-Sendung" tragen.

V, Besondere Bestimmungen: a) für Pakete gelten

di« im Paketpostta-rif für das Ausland enihattcuen Versendnngs- oorschriflen in ihrem vollen Umfange (Auslands-Paketkarie, Zoll- Jnhaltöevklärmtgen usw,): b) für Postanweisungen ist das für den AuSlgndsverdehr bestim^ni« Formular zu veriveuden. ?lnf der Vorderseite müste» sic folgende Adrestc tragen: 1, Für Frank­reich: Oberposttontroll« Stern (Schweiz): 2. für Großbritan­nien: Königlich Niederländisches Postamt s' Gravcnliagc. Die

Adresse des Empfängers der (Geldsendung ist auf der lllnckseite des Posian ivei su ngSa bschmittö genau an zugebe». An der Stelle des Formulars, die sonst für die Freimarken z» dienen bat, ift die Be- mcokmigKriegsgafangenensenduiig, Tarsrei" mcznbringen. Die Postanweisungen nach Frankreich sind in der Frankemvährmig, die- jeni-gen nach Goostbritannien in der holländischeir Guldenwähnttig auisgustrllen. In der Sckstveiz wird bei der Umschreibung der Posi- aitweisungon nach Frankreich das Verhältnis von 1il2 : IW Franks zugrunde gelegt, 3, Bririe mit Werlangolbe dürfen wüster ichrift- lichen Mitteilungen nur Wertpapiere enthalten,

Lprachsührcr für unsere Krieger in Frankreich und Belgien, Der Krieg Hai zahllose dmksck)« Arbeiter plötzlich gezipuilgen, sich erneu Tdmb ircmdiorachiger Wort« und Wendungen anzneignen. An den Arbeiter stellt diese Aufgabe Ansprüche, die nicht eben Hein sind, denn di« Volksscknilc liest ihm auf diesem Felde »ich! die aller­geringste Vorübung zuteil werden. Eben deshalb wird er von vielen kleinen Sprachführern, die jetzt aus de,i Markt kommen, nicht di« recht« Hilfe erfahren können, Blostc Wortt'amnilunge» genügen nur dem, der die Regeln einer fremden Sprache schon kennt, 2tzer sie nicht kennt, der braucht einem Sprachführer, der sie ihm in kurzer, veichändlichcr Fonn vorzutrogen weist. Ta» ivill das S p r a ch b ü ch l e i 11 für Felbi 0 ldate n", das der Verlag der Buchhandlung Vorwärts soeben unter dem TitelDeutsch-Franzö­sisch" herauSgebrachk hat, Genoste Davidsohn, der den Führer ver­saßt hat, wird den vielen einen groszcn Dienst leisten, die über den bloßen Wortbesiv hinaus zu einem freieren Schalten mit ihrem Ge- dächtnisfchatz geiangen wollen. Er teilt die Sprochregeln im Grundriß einfach und überstd>tlich mit und gibt dann in tief* zehn Gruvpen eine Fülle von Worten »nd Sätzen, die stch der Lebensweise des Krieges auf sranzöstschem Bodm «:» schließen und immer rn Schnreibart und Anssproche beanem vor dingen gebracht sind Der Spoachsührer kostet nur I ö P s g.: er wird von den Angehörigen der Krieger eifrig niS Feld gesandt werden.

Gute Lektüre auch während des Krieges, Es ist durchaus ver­ständlich, datz in den echten Wochen des gewaltigen Ringens, besten Zeugen wir jetzt sind, große Masten des Volkes ihr Interesse nur den Ereignisten auf den Kriegsschauplätzen widmeten, Zeitungen und Zeitschriften aller Art, sofern nur Beuchte über KrttgSerelg- niste in ihnen zu vermuten waren, wurden geradezu txrschtungcn. Mehr und mehr macht sich jcdocki erstenlicheriveise wieder das Be­dürfnis geltend, die wenigen srcie» Stunben der Lektüre guter liitterhaltungslitcoatur zu widmen, lind welche Zeitschrrft wäre wohl besser dafiir geeignet, als die von unserem Bcrlttier Parlei- verjag« herausgegebene Zeichchrift: In freien Tttuidcn, Zwei gute Romane gelangen gegcnwärttg in dicher Zeitsthrift zum Abdruck, und zwar Tie Hosen des Herrn von Bredow von WNibald Alexis nnd Semper der Jüngling, ein Bildungsroman von Otto Ernst. Beide Romane sind durchaus dazu angetan, die Leser einige Zeit von dem Gedenken an di« schicksalsschwereri Ereignisse dos Krieges abzulenkrn und ihnen d>rmit ÜKireiunq von dom aus ihuen lastenden Druck zu gewähren, Auster den Romanen erscheinen n-.tt, kurze poulär-wiffenschastliche ?lbhandlmigen, Ratschläge für Heus und Küche und noch mancherlei andere wertvoll« Mitteilungen. Wie stets sind die Hefte reichlich illustriert. Jede Woche erscheiitt em