Ausgabe 
31.10.1914
 
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Berlin. 30. Lkk. Ter Berl. Sokalonz. meldet: Nach ennem Tele­gramm, daß das hiesige Exporthaus Arnhold, Karberg u ko von seinem Vertreter -ms Hongkong erhalten hat, müssen unsere Lands­leute nmerhalb acht Tagen die Fistel verlassen. Von diesem Befehl Mert>kn zahlreiche Firmen betroffen.

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Tlisesbericht Des ßrojp Hauptquartiers.

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Kleine Fortschritte am Kanal und im Argonnemvalde.

Sonst alles unverändert.

W. B. Großes Hauptquartier, 30. Oktober vormittags. (Amtlich.) Unser Angriff südlich N i e u p o o r t und östlich Ypres wurde erfolgreich fortgesetzt. 8 Maschinengewehre wurden erbeutet und 200 Engländer zu Gesangcncn gemacht.

Im A r g o » n e n w a l d e nahmen unsere Truppen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte. Nordwestlich B c r d n n griffen die Franzosen ohne Erfolg an.

Im übrigen ist auf dem w c st l i ch e n und ebenso aus den ö st l i ch e n Kriegsschauplätzen die Lage un­verändert.

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Aus Nordfrankrekch.

London, 30. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ein Telegramm der Central News aus Nordfrankreich zollt der Kampf- t ü ch t i g k e i t der Deutschen hohe Anerkennung. Trotz der grossen Bcrluste, die die Deutschen in der letzten Woche erlitten hätten, hätten sie doch noch gewaltige Streit­kräfte zur Verfügung und kämpften mit der größten Todesverachtung. Tie englischen Soldaten sagten Wenn wir einen Deutschen nicdcrschießen, ist es, als ob acht andere an seine Stelle sprängen." Die Truppen der V e r- b u n d e t e n nützten die vielen Vorteile, die ihnen die Eigen­tümlichkeiten des Terrains gewährten, auf das äußerste aus. Verschiedene Hindernisse, wie Seen und Bäche machten da» Dorrückcn der Deutschen schwierig, aber über viele Flüsse hätten die Deutschen Holzbrücken gebaut.

Die Kämpfe im Südofieit.

Wien, 30. Okt. (W. B.) Amtlich wird vcrlautbart: 30. Oktober mittags. In Russisch-Polen wurde auch gestern nicht gekämpft. Am unteren San wurden stärkere, südlich Nisko über den Fluß gegangene feindliche Truppen nach hestigen Gefechten z u r ü ck g e w o r f e tt. Bei 'Stört) Sambor sprengte unser Geschühfeuer ein russisches Mu­nitionsdepot in die Luft. Alle feindlichen Angriffe auf die Höhen westlich dieses Ortes wurden abgeschla­gen. Im Raume nordöstlich von Turka gewannen unsere angreifenden Truppen mehrere wichtigen Höhenstellungen, die der Feind fluchtartig räumen mußte. Unser Landsturm machte in diesen Kämpfen viele Gefangene.

Die Gesamtzahl der in der Monarchie internierten Kriegsgefangenen betrug am 23. ds. 049 Offiziere und 73179 Mann, nicht eingerechnet die auf beiden Kriegsschau­plätzen sehr zahlreichen noch nicht abgeschobencn Gefangenen aus den Kämpfen der letzten Wochen.

Ter stellvertretende Chef des- Generalstabs: v. H ö f c r, Generalmajor.

Tie Kämpfe im nordwestlichen Serbien.

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Budapest, 30. Okt. (Etr. Frkft.) Tic Kämpfe im sogc- r.annten Macsa-Gebict, die von der Trina »nd Save um­schlossene Gegend im Nordwesten Serbiens dauern sort. Unsere Truppen dringen mit größter Energie gegen die ver­zweifelten Widerstand leistenden Serben vor, welche zumeist in betonierten Schützengräben liegen. Nach einer blutigen Schlacht bei Ravnje verschanzten sich die Serben an einer völlig betonierten Landstraße, die von unseren Truppen im Bajonettangriff genommen wurde. In einem Graben bc- sandcn sich über 600 Tote. Es wurden viel Munition und (bewehre erbeutet. Im weiteren Laufe der Kämpfe drangen unsere Truppen bis Racsa und Glogowatsch vor.

Der ruffisch-türkische Krieg.

Vor der Kriegserklärunst.

Der russische Botschafter verlässt Koostatttiliopcl.

Nach einem Telegramm der Franks. Ztg. aus Konstant!, uopcl sieht die formelle Kriegserklärung Rußlands an die Türkei unmittelbar bevor.

,, komische Eonsulta wird informiert, daß der russische

Botschafter in Konstantinopel den Besetz! erhalten hat, abzu rcifen. Ter Schutz per russischen Untertanen wurde der nali-iischen Botschaft anvertraut.

Autzcrordentlichcr Ministerrat.

-Konstantinopel, 30. Okt. (IV. B. Nichtamtlich.) Das Wiener Korr-Bur. meldet: Gestern am späten Nachmittag trat auf der Pforte unter den, Vorsitz des Großwesiers ein außerordentlicher Ministerrat zusammen.

Die russische Hcraussordertt»st.

Tietürkische Regierung teilt amtlich mit: Während ein Uciner Teil der otiomanischen Flotte am 28. Oktober im schwarzen Meer Uebungen vornahm, erösfnete die russische «Uotie, nachdem sie längere Zeit diesen Uebungen folgte und V c ä» störe» suchte, am Tonnerstag die Feindseligkeiten, in- tm _]' e Vic ottomanischcn Schisse angrisf.

-tzm Verlaufe des sich nunmehr entspiniicndrn .Kanipscs dl Munserer Flotte durch die Gnade des Allmächtigen cn MincndampserPrut", der 5000 Tonnen verdrängte und mgciahr 700 Minen trug, zu versenken, einem der russischen Torpedoboote schwere Beschädigungen bcizubringen und

einen Kohlendampser zu kapern.

Ein vom türkischen TorpedobootHairet Millic" abge- 1101 ^"kpcdo hat den russischen TorpcdojägcrKubanez", 'er 1100 Tonen verdrängte, versenkt und ein anderes vom

TorpedobootMouaveuet Millir" abgeschossenes Torpedo hat einem anderen russischen Küstenwachschiss sehr schweren Schaden zugcsügt. Drei russische Offiziere und 72 Matrose» wurden von den Unseren gerettet und da sic zur Bemannung der versenkten »nd zerstörten Schiffe gehörten, gefangen ge­nommen.

^!-ie Kaiserliche Flotte hat durch die Gnade Gottes keiner- lci schaden erlitten und der Kamps geht günstig für »nserr Flotte weiter.

~' c Kaiserliche Regierung wird ohne Zweifel mit äußer iteiii 'Nachdruck gegen diese feindselige HnMtzlung Einspruch erhebe», die von der russische» Flotte gegen einen gering sugigen Teil unserer Flotte unternommen worden ist.

Zur Vorgeschichte des russisch-türkischer»

Krieges.

Tie Gross,iufl der Feindseligkeiten.

lieber die Vorgeschichte des neuen Krieges wird der Franks. Zeitung aus Berlin geschrieben: Fm Schwarze» Meer sind die

.Uanonc» iosgegangen. Türkische .Kriegsschiffe haben am Eingang des Bosporus russische Torpedoboote vernichtet und türkische Kreuzer haben die russische Hasenstadt Fcodosta zur »ebcrgabe ans gefordert. Tas Lehtere wird von Petersburg au» ossiziell ge- mcidet, und da sonst der russische Telegraph cs nicht eilig hat, für Rutzland unangenehme kriegerische Ereignisse der Welt mit- zutcilen, so wird dieses Telegramm der Petersburger Agentur wohl einen besonderen Zweck haben. Es ist leicht zu durchschauen und auch die hiesigen Blätter nehmen das an, daß durch diese nackte Meldung eines Angriffe» türkischer Kriegsschiffe auf russische Hafenstädte im Schwarzen Reer der A u s ch e i n erweckt werden soll, als habe die Türkei ohne jede bcjondcre Veranlaffung die Feindseligkeiten eröffnet, die mau als den Ausbruch des Krieges mit Rußland ohne Kriegserklärung ausehen kann. Wie die Mächte des Dreiverbandes, die längst cntschlosieu ivaren, Teutschland niederzukämpsen, sich bemüht haben und weiter be- mlihe», Teutschland als de» Fricdcnsbrcchcr hinzuftcllcu, so soll offenbar jetzt die Türkei in dem Lichte erscheinen, als habe sic ohne Anlaß die Feindseligkeiten mit Rußland begounen. So haben sich aber die Tinge sicher nicht abgespielt. Aus dem Athener Telegramni der römischen Tribuna vom Ri. Oktober erfährt mau, daß die i» türkischen, Besitz Ubergcgangcneu früher deutschen Schisse Göbcn" undBreslau", die mit der türkischen Flotte ins Schwarze Meer fahren wollten, schleunigst nach den, Bosporus zurückgekehrt sind, weil der russische und der englische Botschafter der Pforte er­klärt haben, daß sie den Verkauf dieser Schiffe an die Türkei nicht anerkennen und daß die russische Schwarze Meer-Flotte hie Schiffe bei ihrer Ausfahrt angreisen werde. Zu diesem Zwecke war auch die russische Flotte »ach den, Bosporus hin auSgelausen. Mit anderen Worten: Rusien und Engländer haben der türkische» Flotte das unbestreitbare Recht des Auslaufens ins Schwarze Meer verbieten wollen und haben es tatsächlich mit Gewalt zu hindern gesucht. Tenn darauf ist cs zuriickzu- siihren, daß zwei russische Torpedoboote von türkischen Schiffe» vor dem Bosporus vernichtet worden sind. So habe» also die Feiub- scligkcitrn begonnen. Ter Türkei ist die Geduld gerissen, nachdem der Dreiverband schon längst unzweideutig die Tarda- neilen bedroht hat »nd nun auch sich angemaßt hat, den Bosporus für türkische Kriegsschiffe zu sperren. Was sich dann weiter im Schwarzen Meere abgespielt hat, die Beschießung von Feobosia und wahrscheinlich noch anderes, worüber man nur Ge­rüchte kennt und was sich »och weiter abspielen wird, das ist lediglich die Folge der Politik der Triple-Entente, die die Türkei wie einen abhängigen Vasallenstaat einzuschnllren und zu ver­gewaltigen unternommen hat.

Rach diesen Vorgängen muß man annehmcn, daß sich Rußland und die Türkei in, Kriegszustände gegeneinander befinden und daß logischerwcisc die Verbündeten Rußlands i» diesen Krieg e i n g r e i f c n werden. Nach allem, was man über die Stimmung in K o n sta n t i n o p e l in letzter Zeit gehört hat, wird diese Entwicklung den Wünschen der große» Mehrheit der Türke» entsprechen, die die Gelegenheit gekommen glaube» und sich auch auf sic vorbereitet haben, einen Kampf auszunehmen gegen die Mächte der Triple-Entente, die sich seit langem als die Erben und Totengräber des türkischen Reiches gebärden. Ta eröffnen sich weite Perspektiven und der große curAäische Krieg, der seit Anfang August tobt, wächst sich aus zum Weltkriege, in den die ganze orientalische Frage, die ägyptische Frage und die südafrikanische Frage hineinspiclcn. Ein weites Gebiet für Konjekturalpolitik und für die Betätigung eines hosf- nungsfrcndigen Optimismus. Daß die Türkei auch auf einen Landkrieg sich in den letzten Monaten vorbereitet hat, ist be­kannt. Wer keine Enttäuschung erleben will, wird zunächst die militärische Entwicklung der Tinge ab warten, abwarten, wie stark der Entschluß und die Kraft der Türkei, des ciiizigcn noch ganz unabhängigen Staates des Islams, zu einem Frciheits- kampfe ist.

Schwedische Prcststirnnlei» zur Laqe.

Stockholm, 30. Ott. (Etr. Frkft.) Tie gefamte schwedische Presse würdigt den Eintritt der Türkei in den Weltkrieg als eine Tatsache, die unübersehbare Möglichkeiten in sich birgt. Stockholms Tagblad schreibt: Ter Aufruf

Envcr Paschas zur Befreiung Aegyptens, die Truppcnbe- :vczungen in Anatolien und die p e r s i s ch e Erhebung stehen mit dem Seekrieg im Schwarzen Meer in innerem Zusam­menhang. Die Eröffnung der Feindseligkeiten gegen Ruß- land ist das Signal von Konstantinopel an alle mohammedanischen Länder, daß der Sultan die grüne Fahne des Propheten zumheiligen Kampf" entfaltet.

Auch das Entflammen des zweiten Burenkriegs unter der Führung des bewährten de Wct findet hier die größte Beachtung. A'tonbladet schreibt: Während Englana vor einer Jnvasioii bangt, wurden unversehens die Kolonien zu den verwundbar st cn Punkten. In Transvaal, wo­hin England seinerzeit seine ganze Armee werfen mußte, flackert der Krieg auf. Aegypten und der Seeweg über Suez nach Indien sind bedroht. Tics entlastet die Deut­schen im europäischen Krieg insofern, als England nunmehr alle verfügbaren Truppen und die aus Kanadu und Indien erwarteten Verstärkungen nach den bedrohten Zentren des eigenen Kolonialreiches senden muß.

Englische Beklemmungen.

London, 30. Okt. (W. I!. Nichtamtlich.) Tie Morning Post schreibt über die Kriegslage: Deutschland ist

einig »nd entschlossen, auszu harren. Es wirst alle seine Hilfsquellen, die gewaltig und wohlorgani­siert sind, in den Kampf. Seine Truppen sind diszipliniert, gut ausgebildet und gut bewaffnet. Ihre Tapferkeit ist wunderbar. Gegen eine Nation, die augenscheinlich bereit ist, einen hohen Preis für den Sieg zu zahlen, für die Herrschaft in Land, Meer und Luft, werden die Verbündeten schwer für den Erfolg zahlen müssen. Wenn.

Tcut'chland die Linien der Verbündeten zwischen der Schtvciz und dem Meere nicht durchbrechen und die russischen Heere

nicht erschöpfen kann, unterliegt es. Für die Verbün­deten sind Geduld und Ausdauer die Losung, für E n g l a n d unermüdliche Anstrengung, um die Vermehrung seiner Streitkräfte vorzubereiten. Aber die Regierung kann die Männer nicht in schnellerem Tempo aufrufen, als sie organisiert, ausgebildct und ausgerüstet werden können. Wir sind augenblicklich kau >» in der Lage, die Anregung in dem am Montag veröffentlichten vortresflickjen Brief eines Franzosen anzunebnic,,. Tie Zeit mag kommen, wo ein allgemeiner Aufruf zu den Waffen n o t w c n - ding wäre, aber auch eine solche Maßregel muß v o r b e - reitet werden, wozu bisher keine Zeit war. obwohl wir darauf vertrauen, daß sie erwogen und geplant wird. Tie augenblickliche Aufgabe ist die Ausrüstung »nd Ausbildung einer großen Zahl von Mänern, die jetzt organisiert und ge- drillt werden.

Crnfllische Kriegskreditc.

London, 30 .Okt. (W. I!. Nichtamtlich.) Die Mor- uingpost erführt, daß bei dem Zusammentritt des Parlaments am 11. November die Regierung wieder hundert N, i I» 1'oncn Pfund Sterling für den Krieg fordern wird.

Die Sltigst vor Zeppeliuc» in Londott.

London, 30. Okt. (Etr. Frkft.) AuS Furcht vor Z e p p c l t n e n ivurdcu in den Museen und Galerien die Ge­mälde und sonstigen Kunstwerke, sowie die ivcrlvvlleii Samin- lungen cingcpackt und in Kettcrräunien untcrgebracht. Tic Straßen sind nachts jetzt jo dunkel, daß auch der Verkehr der Fußgänger schwieriq und qcjährltch ist.

Aust' um Allste, Zahn um Zahn?

Solle» wir negrn England, desie» Pöbel Exzesse gegen Tentjche begeht und desie» Regierung die gesangene» üeutjchen Zivilpersonen nieiischenuiimürdig behandelt, eine rücksichtslose Politik der Wieder­vergeltung iibenr Es wäre traurig, ivenii wir dazu herabsänken. Aber schon fordern diese Grausamkeit einige chauvinistische Blätter, und schon raunen sich die Stamintischphilister ivohlgrsällig lächelnd die selbstverständlich erfundene Geschichte von den vier­hundert im Lager gefangenen Engländern zu, die plötzlich nicht mehr am Leben gewesen seien. Wir stimme» völlig überein mit unser», Hamburger Parteiblatt, wenn es z» der gesordcrteu brutalen Politik der atttestamentarischen Wiedervergelt»,,g schreibt:

Wir bedauern, sage» zu müssen, daß einzelne Preßorgane unter lebhaster Taritellung der englischen Roheiten »nd Nichts- inürdigkeiten anssordern, gleiches mit gleichem zu vergelten und die in Teutschland weilenden Engländer so zu behandeln, wie unsre Laudslenle in England behandelt werden. Dieses Verlangen wird begründet damit, daß der Engländer allein die S p r a ch e der Vergeltung verstehe und achte. Es wird vorgeschlagen, die Engländer zusaniinenzutreiben und bei schmaler Kost in Hürden gefangen zu halten, nach dein Beispiel, das aus der andern Seite der Nordsee gegeben worden ist. Zweisellos wird diese kräftige Sprache den Beifall aller Bierbankpolitiker finden. Aber unsrer Würde entspricht sie nicht! Und darnni wird sie nicht in die Tat umgesetzt werden.

Deutschlands Krieger haben nahezu 3lU> 000 Gesungene ge macht. Durch die Kunst der Leitung und durch den Mut und die Tapferkeit der Soldaten wurden sranzösische, englische, russische, belgische Truppenteile zur Uebergabe gezivungen. Die älteren Fahrgänge des Landsturms sind mit der Ausgabe betraut, diese Völkerschau" aus deutschem Boden in Ordnung zu halten, und das tun sie. Sie bewachen Kriegsgesangene. Ta darf Deutschland wohl aus den Luxus verzichten, englisehe Sandlnngsgehilsen, Händler und Makler in t'agern zu internieren, nm, wie es von London ans geschieht, mit SU 000 Kriegsgefangenen zu prunke». Ganz selbst­verständlich muß darauf geachtet werden, daß die in Teutschland besindlichen Angehörigen feindlicher Nationen keinen Schaden a n r i ch t e n. Dafür haben, soweit wir sehen, die militärischen Behörde» wirksam gesorgt, und es dürste ziemlich unmöglich sein, daß irgendwelche Gefahr durch die Anwesenheit von Engländern entstünde. Das weift man auch in de» Kreisen derer, die setzt Ver­geltungsmaßregel» sorder», und darum ahmt man auch nicht das blöde englische Spionagegeschrei nach, sondern sagt, daß man die Engländer nur durch Repressalien zur Vernunst bringe» könne.

Es mag schon sein, daß das Fnselvolk, das einen Krieg leieht nimmt, weil er die herrschenden Klasien nicht triff» und das Schicksal der Kriegstaglöhner nicht in Betracht kommt, durch die Leiden von respektablen Burgern", die ähnlich behandelt würden wie die Deut­schen in England, belehrt werden könnte, was ein Krieg bedeutet. Aber kaum läßt sich an »eh men, daß Repressalien zu einer Milderung des Loses unsrer Landsleute f ü h r c n w « r d e n. Fm Gegenteil würde das Geschrei über 6crm-n, atrocities" mit verstärkter Kraft anheben und dit Pogrome würde» noch grausamer werden. Aber alles dies außer Betracht geiaflen: Dürfen wir Siege, dir unsre Truppen erfechten, beeinträchtige» durch eine Niederlage, die wir moralisch erleiden müßten, wenn wir uns verleiten ließen, eine Fremdenhetze zu betreiben?

Unbestreitbares Ergebnis der bisherigen Kämpfe ist es, daß di, deutsche Organisation, das deutsche Pflichtge­fühl, die deutsche Technik den allerersten Rang behaupten. Lassen wir auch die deutsche Kultur, die von den Aestheten Londoner und Pariser Prägung so bitter verhöhnte, zu Ehren kommen und dem Sammelgeblök über beschädigte Kirchtürme die Tatsache entgegenhalten, daß, während in England harmlose Fremde mißhandelt und als Zuchthäusler behandelt wurden, die teutonischen Barbaren" es verschmähen, Vergeltung zu

üben an Wehrlosen. ____________

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Gießen.

Verlag von Krumm & Cie., Gießen.

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