Ausgabe 
30.10.1914
 
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((ebenen Erklärungen widerspricht. Man glaubt, daß die Griechen den jetzigen Augenblick, in dem sich die Mächte um Albanien nicht kümmern können, benutzen, um sich dauernd, im Nord-Epirus niederzulassen, um beim allgemeinen Frie, densschlutz das Recht des Besitzes geltend zu machen. Wie das Giornale d'Jtalia aus Turnzzo meldet, haben di" Griechen nunmehr ganz Epirus besetzt und die griechische Flagge weht in Argyrocastro. Tas Anncxionsdekret werde täglich erwartet.

Die Türkei als Befreier der Mohamedaner.

Das Petersburger Blatt Rjetsch erfährt aus Konstanti­nopel. Enver Pascha habe dortigen Journalisten erklärt, daß der Terrorismus der Engländer in Aegppten die Türkei ver­anlasse, den ägyptischen Vorgängen aufmerksam zu folgen und als Beschützerin der Mohamedaner in der Türkei gezwungen sei, den ägyptischen Wirren ein Ende zn wachen und Aegypten wieder unter die Herrschaft dcS Khalifen zu bringen. Wenn der Dreiverband von der Be­freiung einiger Nationalitäten spricht, müsse er auch die Be­freiung Aegyptens vom englischen Joche zulassen.

Engländer gegen die Teutschenvcrfolgung.

Ti« in England seil Bcgiam des Krieges erfolgte Inter- uierung Tausender von Deutschen in Konzentrations­lagern und insbesondere die in letzter Zeit eingctrcteu« gewaltsame Verfolgung von Deutschen haben die in Frankfurt wohn­haft n Engländer veranlaßt, an Lord Roberts folgende Erklärung zu senden:

An Seine Erzellenz Lord Roberts!

Da es uns bekannt tst, das. Eure Lordschast bereits an die Llltidoner Zeitungen einen Aufruf gerichtet haben zur Mäßigung und Ausscheidung aller Gehässigkeit, soweit dies in der gegen­wärtigen Zeit des Kampfes möglich ist, erlauben sich die uutcr- zcichneten, zurzeit in Deutschland zuriickgehaltenen und dort lebenden Engländer folgende Erklärutig an Eure Exzellenz zu richten.

Es ist uns zurzeit der Aufenthalt i Frankfurt a. M. angewiesen, und mau erlaubt uns nicht. Deutschland zu verlassen. Man gestattet uns die freie Wahl unserer Wohnungen und mir dürfen uns frei und unbclästigt innerhalb d:s Stadt­bezirkes beivegen. Einige von uns in besonderen Fällen sichen allerdings unter Polizeiaufsicht und müssen sich ein- öder zweimal in der Woche bei der Polizeibehörde vorstelleu: wir werden aber olle höflich und freundlich behandelt von alleu, mit denen wir in Berührung kommen, sowohl von den Bchördcn als von der Bevölkerung.

Mit einem Gefühl großen Bedauerns haben wtr in den Zeitungsberichten von Ausschreitungen gelesen, die in London und anderen Städten des britischen Königreichs gegen deutsche Untertanen vorgickomiucn sei» sollen. Wir erachten es deshalb als Misere Pflicht. d!e obigen Tatsachen tn der bestimm­testen Weise zur Kenntnis unserer Landsleute zu bringen. Hier­durch wünschen wir nicht imr irgendwelchen umlaufenden Ge­rüchten zu widersprechen, daß wir und unsere Landsleute unter irgend etwas Aehnlichom hier leiden, sondern unseren Loirds- leuieu in England eine richtige Würdigung der Behandlung zu ernlöglichcu, dir wir hier erhalten.

Bevor wir dies« Erklärung abschließen, möchte» wir die dringende Bitte an unsere Landsleute rtchden, die obigen Tat­sachen zu berücksichtigen und den deutschen, im britischen Reich zurückgebaltenen Untertanen dieselbe sreundlichc Behandlung zu­teil werde» zu lassen, die wir hier erhalten, di« einzige Behand­lung, die in Einklang steht mit den Traditionen unserer Ration."

Unter den viele» Unterschriften befinden sich diejenigen der Herren Sir William H. Li n d l e n , F. A s h b n. Arthur E l i s f e, Eruest C. C o l e , Fred Cor, R. H. Eur tis, E. G i 11 o n , Thomas Good i n g , F. M. Mackenzie und G. M. Ma ckneß.

Indische Sorgenkinder.

Die Rechte der vielen Millionen Fndier unter der Herrschaft der angeblich die Freiheit der kleinen Rationen beschirmenden Engländer bestehen darin, daß sie aus die Verwaltung ihres eigenen Landes keinerlei Einfluß habe». Sie werden in der schändlichste» Weise ansgcbcntet und obendrein als Kononenfutter verwendet, sei cs gegen ihre eigenen StammeKgenosscn, die ihre frühere Frei­heit zuriickwünschcn. oder, wie jetzt, gegen andere Feinde des britischen Imperialismus.

Ihre Freiheiten als britische Untertanen sind sogar so be­schränkt, daß sie i den übrigen Teile» des britischen Reiches nicht zugelassen werden. Australien gestaltet ihre Einwanderung nicht. Ans Tüd-Asrika werden sie durch Ausnahmegesetze hinaus- schikanicrt und auch Kanada hat neuerdings ein Verbot gegen ihre weitere Zulassung angenommen.

Trotzdem haben einige hundert Indier schon im Sommer die Reise nach Kanada gewagt, um den Eintritt ins Land mit Gewalt zu erzwinge». Es ist auch zu argen Zusammenstößen mit Polizei- »nd Militärgcwalk in Kanada gekommen und schließlich wurde»

A f r a j a.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 99

An diesen Gesprächen, welche noch lange fortgesetzt wur­den, nahm Björnarne wenig Anteil, nur zuweilen mischte er sich ein, wenn er dazu aufgefordert wurde, aber alles, was er sagte, war kurz und klang jo, als koste es ihn Anstrengung. Marstrand sah er kaum an, und für die freundlichen Auf­merksamkeiten Hannas zeigte er sich gleichgültig und tat zu- weilen, als höre er ihre Fragen nicht, wenn er sich in seinen Stuhl zurücklehnte und lieber die Augen zumachte. Es hatte sich also nichts geändert, oder, wie Marstrand meinte, cs ivar sogar noch schlimmer geworden. Mit geheimer Be­trübnis sah er seinen jungen Freund an, der sonst so fröhlich lachen und in so glücklicher Sorglosigkeit seine Tage verleben konnte. Seine Züge waren spitzer geworden, seine Augen lagen tief, und ihr Blick hatte etwas Unstetes und Ruheloses, er konnte sic nicht lange auf einen Gegenstand festhaltcn.

Diese Bemerkungen, welche Marstrand schon am Abend gemacht hatte, konnte er am nächsten Morgen fortschen. Keine teilnehmende Frage kam über seine Lippen, er wich dem Gaardhcrrn vom Balsfjord aus nnd verschwand in den Pack­häusern, wo er umherkramte, indem er es Paul Petersen überließ, auszuforichen, was den unbequemen Besuch denn eigentlich an den Lyngcnfjord gebracht habe.

Marstrand war zurückhaltend, allein der Schreiber war zu klug, um nicht bald aus den Antworten, die er hervor- locktc, sich ein Bild von der Lage der Dinge zu machen. Er wußte zudem viel mehr wie Marstrand selbst und sah mit heimlichem Vergnügen, wie weit Helgestads Pläne vorgerückt waren; weiter, wie er cs gehofft hatte.

Es war keine Ordnung und Einteilung in der neuen Niederlassung, die Vorräte waren verschleudert, das Geld vertan, Marstrand war gekommen, um Hilfe zu begehren, und der Dunlmkopf Olaf hatte ihn hergeschickt, während er selbst

diebraunen Engländer" zwangsweise nach Indien zurllck- Iransportiert. Bei der Landung in der Nähe von Kalkutta kam es wiederum zu Zusammenstößen mit der Polizei, wobei über Bl Personen getötet wurden, lieber die Hälfte der an der Odyssee beteiligten Indier ist Krankheiten, die unterwegs ansbrachcn, so­wie de» Kugeln der Polizei zum Opfer gefallen.

Und für solcheenglische Freiheiten" solle» ihre Brüder jetzt auch europäische» Boden mit ihrem Blute dünge». An diese hat man auf ihrer Reise nach Europa Bilder deutscher und öster­reichischer Soldaten verteilt, damit sie ihreFeinde" wenigstens auf dem Bilde kennen lernen. Wie englische Blätter stolz erzählen, haben sie sich besonders für das Bild des Kaisers interessiert, den sic ja dochfangen" sollen. Vielleicht aber kommt cs auch anders.

Ausbreitung des Bureuaufstaudes.

Amsterdam, 28. Okt. sEtr. Frkst.s Der Tcicgraaf berichtet aus London: Die letzten Mcidinige» aus Südafrika lauten sehr u » g ü n st i g. Es scheint, daß auch Genera! de Wci gegen Bot ha Partei genommen hat, während man sich über die Haltung vieler anderer cinflußrcichen Mitglieder der Hertzog-Pariei in London sehr beunruhigt. Gcrüchicn zusolge sollen hohe e»g- lischc Beamten durch aufständische Buren gcsangc» genommen sei».

Zichi man die außergewöhnlich strenge englische Zensur in Bcirach!, so kann man sich aus diesen wenigen Mitteilungen, die der englische Zensor durchgehen ließ, eine» Begriff von der wahren Lage in Südafrika mache». Bis jetzt haben die eng­lischen Telegramme nur von Siege» Uber Maritz und bevorstehender Beendigung des Aufstandes sprechen dürfe»; auch die zuletzt hier in Amsterdam aus England eingelroisenrn englischen Blätter vom Dienstag verössentlichten die üblichen für England sehr günstigen Rachrschtcn über den Aufstand, ti! Millionen Ncservcsoldatc» in Deutschland und Oesterreich.

Tie Kölnische Zeitung hat eine Aufstellung über die m Deutschland und Oesterreich vorhandenen Truppcn-R"- serven gebracht und insgesamt 4% Millionen Mann hcrauS- gcrcchnct:

l. Freiwillige: In Deutschland 2 Millionen, in Oester- rcich-llngarn 1% Million; 2. Rekruten Jahrgang 1911: Tcntschland und Oesterreich 1 Million, zusammen für Deutsch­land nnd Oesterreich-Ungarn 4% Millionen Mann. Dazu wird dem Blatte berichtigend geschrieben:Diese Ausstellung (st durchaus unvollständig; sie läßt außer acht, daß in Deutsch­land sowohl wie in Oesterreich-Ungarn der ungediente Land­sturm überhaupt noch nicht oder nur in ganz verschwinden­dem Maße zu den Waffen cingezogen ist. Wenn auch in den Freiwilligen sich eine große Anzahl von Männern des ungedienten Landsturms befindet, so ist doch zu berück­sichtigen, daß nach zuverlässigen Schätzungen die Zahl der ungedienten Landsturmmänner im Alter von 20 bis 15 Jah­ren in Deutschland ans mindestens sieben Millionen Mann zu beziffern ist. Der weitaus größte Teil dieser Männer ist bei der Ausmusterung demLandsturm mit Waffe" über- schriebcn worden, sodaß er also ohne weiteres als dienstsäh'g anzusehen ist. Ter kleinere Teil, der alsLandsturm ohne Waffe" ansgemustert worden ist, kann zur Etappensicherung und sonstigen militärischen Dienstleistungen herbcigezogen werden. Für Oesterreich-Ungarn wird die Ziffer der noch nicht eingezogenen Landsturmpflichtigen auf 5 Millionen Mann geschätzt. Für beide Länder zusammen ergibt dies ein? Ziffer von 12 Millionen Mann ausbildnngsfähigcr Soldaten. Zieht man hiervon einen Teil der Ziffer der noch nicht einge­stelltenFreiwilligen", die zu dem Landsturm gehören, mit etwa 2 Millionen Mann für Deutschland und Oesterreich zu­sammen ab, so ergibt sich zu der Ziffer von 4)4 Millionen Mann, welche die Kölnische Zeitung nennt, noch eine weitere Trnppcnreserve für Deutschland nnd Oestcrreich-Ungarn von 10 Millionen Mann, d. h. es stehen von der dienstfähigen männlichen Bevölkerung im Alter von 2015 Jahren ein­schließlich der Kriegsfreiwilligen noch 14% Millionen Mann in Deutschland und Oesterreich-Ungarn nicht unter Waffen. Diese Zahl erhöht sich noch weiter um schätzungsweise 3% Millionen Mann, falls die Höchstaltersgrcnzc von 45 ans 50 Jahre hinauf und die Mindcstaltcrsgrcnzc von 20 ans 18 Jahre herabgesetzt wird. Alles in allem ist mithin die Truppenreserve Deutschlands und Oesterreich-Ungarns an kricgsfähigcr Mannschaft ans 18 Millionen zu schätzen."

Italienische Schisse gekapert.

Mailand, 28. Okt. (Etr. Frkft.) Tic Stampa meldet: Englische Kriegsschiffe hielten das dem Lloyd Sabaudo gc-

feine herkulischen Kräfte anstrcngte, um einiges Geschick in di? Verwirrung zu bringen. Mit vieler Teilnahme hörte Paul zu, erteilte guten Rat, stellte Zweifel auf, und weil er ganz richtig schloß, daß Marstrand gerade das Entgegengesetzte von dem glauben würde, was er ihm empfahl, unterstützte er leb­haft die Ansichten, welche Olaf ausgesprochen hatte.

Ich kann es mir denken," sagte er,daß der ehrliche Junge mit Entsetzen Ihre Arbeiten und Ihre Ausgaben be­trachtet hat, und wahr ist es, Herr Marstrand, daß wenige Leute im Lande sind, die das ganze Unternehmen nicht für abenteuerlich halten."

Eine Meinung, der Sie jetzt beizupflichten scheinen," siel Johann geringschätzig ein.

Sie haben recht," erwiderte Paul.Ich dachte früher vielleicht anders, jetzt sehe ich praktischer und schärfer."

Ich danke Ihnen für alle Belehrung."

Ei! werter Herr!" versetzte der Schreiber spottend,ich gebe cs gern und meine, Rat nnd Erfahrung kann ein jeder brauchen, selbst wenn er außerordentlich viel davon ge­sammelt hat."

Der Unmut des jungen Ansiedlers würde ihn zu einer noch heftigeren Antwort verleitet haben, wäre nicht eben jetzt die erwartete Schlupp auf dem Fjord sichtbar geworden. Tas Hans nnd die umliegenden Hütten gerieten in Be­wegung; Weiber und Kinder schrien den Ankömmlingen ent­gegen, denn auf dem Verdeck standen die sechs Männer, welch-? die Besatzung bildeten, »nd als das Tan geworfen wurde, entstand eine der üblichen Bcwillkonimnngsszencn. Jeder hatte für seine Familie etwas mitgcbracht. Federsträuße und Vogelbälge, auch ganze Fässer gesalzenes Vogelsleisch, das iricht besonders einladend roch nnd wahrscheinlich noch schlechter schmeckte. Auch Marstrand näherte sich dem Aus- schiffungsplatze. Seine Freundinnen wurden von Paul und Aiörnarne begleitet, er empfand verdüstert, wie sehr sich alles mit einemmal geändert hatte, und gern wäre er jetzt an den Balsfjord zurückgekehrt. Gleichgültig sah er der Landung

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hörige SchiffRegina d'Jtalia", das von Amerika nach Genua unterwegs war, an nnd schleppten es wegen angeü. uchen Konterbandevcrdachts nach Gibraltar.

Illach einer weiteren Meidling schleppten die Engländer auch den DampferTuca di Genova" von Veloce weg?» Konterbandevcrdachts nach Gibraltar.

Arisgestochene Augen.

Jeder Krieg bringt furchtbare Greuel, er schasst aber auch un­zählige Greuel g e s ch i ch t e n, die von der aufgeregten Phantasie sofort als bare Münze genommen werde», obwohl sic sehr oft nicht weniger als wahr sind. Wenn wir in französischen Zeitungen lesen, daß deutsche Soldaten Kinder verstümmeln, um die franzij. ichc Rasse auszurolte», daß deuliche Offiziere auf dem Schlachisciii Verwundeten die Ohren abschncidcn, daß einer englischen Kranken­schwester die Brüste abgcschnittcn worden sind idle llrhcbcrin diese- Gerüchts ist übrigens kürzlich in London gerichtlich bestraft ivor- dcni, so wissen wir gleich, was wir von solche» Produkten einer kranken Einbildungskrast zu halten haben. Aus der anderen Seil, ist aber auch bei uns die Neigung verbreitet, allen Nachrichtei, über Greuellatcn, die von den Gegnern begangen wurden sei!, sollen, kritiklos Glauben zu schenken. Eine sehr große Nolle ir diese» Greuelgcschichten spielt die Erzählung von den verwundeten oder toten deutschen Soldaten, denen von Belgier» oder Franzose, die Augen aiisgestochcn worden sein sollen.

Die Möglichkeit, daß von vereinzelten Bestien so unsäglich, -chanötaten wirklich verübt worden sein könnten, ist natiirl'd I nicht von der Sand zu weisen. Man mutz aber stutzig werde» I ivcii» vom Augenaiisstecheii als von einer Massenerschcinung di I Rede ist. Tatsächlich haben sich auch schon viele Berichte darübe | als unwahr herausgestellt, »amcntlich ist in Krankenhäusern, ii I j,

denen einem Gerücht nach zahlreiche geblendete Soldaten liege, I 7

sollten, durch Rachsragc scstgcstellt worden, daß dort kein einzige I ^ Fall dieser Art bekannt sei. I 2ijM

Wie kommt cs aber, daß trotzdci» mehrfach Leiche» mit leere, | gjriKi Augenhöhlen aufgefunden wurden? Ta bringt uns vielleicht d, Erzählung eines Krankenträgers auf die rechte Spur, den wi während einer kurzen Beurlaubung zu sprechen Gelegenheit hatte»

Der Mann war so ziemlich über alle Schlachtfclöer Belgiens in, Rordfrankrcichs gekommen. Das Gerücht, daß die Feinde 6c deutschen Soldaten manchmal die Auge» ausstechen, war auch ihr bekannt, er hat aber nie einen Verwundeten oder Toten gesunde, der in solcher Weise verstümmelt gewesen wäre. Desto häufige fipl ihm auf, daß Pferden, die massenhaft tot her,imlagen, d>

Augen fehlten und daß die Augenhöhlen förmlich zerstochen »» ansgcbohrt zu fein schienen. Auf de» Gedanken, unschuldige Pferde» die Auge» §iiszustechcn, konnte aber nicht einmal ein Wahr sinniger gekommen sein! Lange blieb unserem Gewährsmann di merkwürdige Erscheinung vollkammen rätselhaft, bis er auf di gcwckitigcn Schaaren von Krähen und sonstigen Aas vögeln aufmerksam wurde, die die Leichen der gefallenen Tie, krächzend umschwärmten.

Vielleicht ist damit die Lösung des grauenhasten Rätsels fli funöe». Es ist klar, daß die Krähen bei menschlichen Leichen il; scheußliches Zcrstörungswerk an denjenigen Körperteilen beginne, die von Kleider» nicht bedeckt sind, also vor alle», am Kops, »» hier biete» die Augenhöhlen ihren Schnabclhichen den geringste Widerstand. Diese Erklärung trägt freilich nicht dazu bei, dg Bild des Schiachtseides zu verschönern, sic gibt uns aber wenigsten den Trost, nicht an die Bestialität unserer Feinde glauben z niüssen, die dach, alles in allem, Menschen sind wie wir.

Der alte Homer singt i» seiner Iliade vom verderbliche» Zo> des Achilles, der sovielc kreisliche Heldenseele» in die linterwe hinabstieß, ihre Leiber aber Hunden und Vögeln zum Schwan hinwarf. Doch wie kärglich war das Mahl, daß de» Krähen Raben einst an Ilions Mauern bereitet wurde! Heute erlebe» f bessere Zeiten!

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Nittersrtchmtgsstelle für Kriegs- Verletzungen.

Berlin, 28. Okt. (Amtlich.) Zur Feststellung der vo unseren Feinden begangenen Kriegsrechtsvcrletzungen ist ii Kriegsministerium eine besondere Untersuchungsstelle gerichtet worden. Es wird gebeten, dieser alle Fälle - auch nur solche mitzuteilcn. in denen Augenzeugen benannt werden können, daß sich feindliche Militär- Zivilpersonen unseren Truppen gegenüber einer Perle des Kricgsrcchts schludig gemocht haben. Die Adresse Iai Kriegsministerium (Militär-Untcrsuchungsstelle für Bn lctznngen des Kricgsrcchts), Berlin W. 66, Leipzigcrstr, 5.

Tabak für die Truppen.

Berlin, 27. Okt. Dem Kriegsministerium gehe» fortgesetzt i großer Zahl Gesuche zu. in denen um die Genehmigung zur Ist sorgung der im Felde stehenden Truppen mit Tabaksabrikate» du, unmittelbare Zuslihrung gebeten wird. Da mililärifche Rncksielite einer solchen Versorgung cntgegcnstehen, müssen alle derarliq, Gesuche wie bisher auch weiterhin abgelehnt werden. Die B,

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zu, und erst nach einer Weile bemerkte er, daß ein große aber kurzbeiniger Mann, der zu seinem kräftigen Untcrtci sehr schmale Schultern, ungeheuer lange Arnec rend ein dünnen Leib bekommen hatte, bei dem Schreiber stand, d dies seltsame Geschöpf zn Jlda führte. Ter große Kerl tr> einen schwarzen Glanzhut auf dem Kopf, unter welchem sc wirres, schmntziggelbes Haar herunter fiel, nnd dieser Ko war viel dicker und vierkantiger, als es zu dem schmal Körper nötig gewesen wäre. Sein rotes, von Pockennarb zerrtsscnes Gesicht hatte eine Stninpfnase, einen Mund n wulsftgcn Lippen und zivei Reihen langer, weißer Zäl> welche er wie ein Asse zeigte. Häßlich war er genug, al am häßlichsten waren seine Augen, die völlig verkehrt stank und mit großer Gcschlneidigkcit von einer Ecke in die and suhren, so daß niemand wissen konnte, wohin er eigentlich s Hier, Jlda, ist Wingeborg; mein Freund Egede, tcuci Hanna," lief Paul lachend.Ein ausgezeichneter Mo durch die verschiedensten Eigenschaften seines Kopfes » Herzens, wie seiner Arme und Beine! Seht diese Bc an, dürr, behend, unermüdlich, wie die Läufe einer Bc ziege, die auf dem schärfsten Grat lustig umhcrspringt, ' sei er so breit wie der Lyngcnfjord; betrachtet diese Ass die in einen Brunnen reichen könnten nnd so anziehend st daß sie die Alkcnketten ans den tiefsten Löchern holen. P nun schaut diesen unvergleichlichen Kopf an, den ein Tip mat auf seinen Schultern tragen sollte, um vollkommen 1 crgründlich zu sein. Damit harmoniert der wunderbar locgliche Schwanenhals, und was sein Herz betrfift, so könr wir zwar nichts davon sehen, allein der einzige Umstand, d er die tieffte Abneigung gegen das unwürdige Geschlecht 1 Lappen hegt, mit keinem Fischlappen oder Bölappen W< ine schast hält, niemals erlaubt, daß einer der elenden Re»"t> Hirten nach Loppcn übersetzt, um seine Herden dort zn wc^ oder gar eine Hütte zu erbauen, um ein Kolonist zu wcro beweist, daß er hohe Gefühle »nd viel« Empfindungen sich trägt." (Fortsetzung folgt-

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