Ausgabe 
30.10.1914
 
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Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete.

! vberdeifts», Volks,ettin», erschein» Icdrn Werltao Abend in ifeen. Der LbonnementSprel» bcträo» wöchentlich 15 ißfo, monailidi | efa. etnichl.Ivrrngerladn. Durch die Post bezogen dierteliäbrl.ILvMb

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gtoen jjpju I Der geschäftSsührcnde Vorstand der sozialistische» Partei in de»

' inigtcn Staaten hat an die Sozialisten Europas einen von veröffentlichten Aufruf erlassen, in dem er sie aussordert, mit Kräften für die baldige Wiederherstellung des Friedens tätig 'in. Der Aufruf erinnert an die Resolution der- Stuttgarter nationalen Kongreffcs von 1907, die cs den Sozialisten zur ht macht, fllr die rasche Beendigung eines anSgebrochencn »es einzutreten. Ter Vorstand der sozialistische» Partei in Bereinigten Staaten schlägt vor, in Europa oder in Amerika außerordentliche sozialistische Fricdcnstagung abzuhaltcn und die europäischen Genossen nach Washington ein, indem er-zu- i seine Bereitwilligkeit auSspricht, die Kosten für je fünf Dcle- : jeder nationalen Sektion zu Übernehmen.

Mit dieser amerikanischen Anregung berührt sich ein Vorschlag 'abour Leader, des offiziellen Organs der englischen Arbcitcr- !, eine internationale Konferenz abzuhalten, die den sozial- kratischcn Parteien Frankreichs, Deutschlands, Englands, Rnß- >, Oesterreichs und Belgiens Gelegenheit geben soll, sich auf gemeinsame Friedenspolitik zu einigen. fS wird Sache der nationalen Sektionen sein, diese Vorschläge hre Durchführbarkeit zu prüfen. Sicher besteht überall in den tendcn Massen Europas der Wunsch, daß die internationalen Hungen zwischen den einzelnen sozialistischen Parteien so rgsch möglich wieder ausgenonimcn werden. Eine andere,. bitter Frage ist cs, ob eine internationale Zusammenkunft wirk-, mstandc wäre. Erhebliches zur raschen Beendigung des Äfclt» 's bcizutragen.

»eutc, drei Monate nach dem Ausbruch des Krieges, stehen »egner in zwei gewaltigen Lagern einander gegenüber und versichern, de» Kamps bis zum Acnßerstcn durchführen zu n. Hüben wie drüben ist das Wort Frieden noch streng ver- dcnn man fürchtet, daß jede Acußerung der Friedensfehnsucht »er anderen Seite als Zeichen der Sch w ä ch c aufgcfaßt in und die Angriffslust des Feindes aufs Acne anfparnen c. Keine Seite denkt daran, zuzugestchcn, daß sich die Wage ren Ungunstcn zu verschieben beginne. Inzwischen verrichtet nilitarische Apparat hüben und drüben wie ein ausgezogenes »crk sein furchtbares Werk, und auch wenn sich die Völker nicht ischastlich selbst in seinen Dienst gestellt hätten, so würde sei» derftehlicher Mechanismus auch die Widerstrebenden mit sich eißcn. Unter solchen Uuiständen läßt sich leider schwer vor- l>. daß eine Beendigung der militärischen Operationen möq- c>n könnte, bevor die große Entscheidung gcsallcn ist. wenn sich der Krieg ohne Entscheidung endlos ziehcn sollte, könnte die Frieden 8 s c h n sucht all- ich überall so stark werden, daß es zu einem Frieden käme, keine Lieger und keine Besiegten kennt.

Kann also unter den heutigen Umstünden nicht gehosst werden, dme gemeinsame Kundgebung der Sozialisten aller Länder dem kl Einhalt gebieten würde, so ist damit doch durchaus nicht t<V 4 ® ö den Sozialisten an gemeinsamen Zielen und n n Kinnen wir heute auch nicht dem lobe» der

Iicitcn Elemente durch ei» Machtwort Einhalt gebieten, so ist e>m unser aller Pslicht, wachsam abzuwartcn, bis der Augcn- gc kommen sei» wird, in dem sich der Sozialismus nicht als . »rotestierendc Gruppe, sondern als wirkliche Macht i» der tauche,, Politik 101*5 geltend mache» können.

«f> ,1a[en sich die Sozialisten der neutralen Länder aus

fct l»st Ausgabe vorzuberciten. lieber kurz oder lang kann der

daß die neutralen Staaten, die unter den, Krieg Oiamich kann, weniger lcidcu als die kriegsührendcn Mächte, »c ? ttmittlungsaklion cintrctc», um das Ende dcs i»^ zu beschleunige». Eine solche Aktion anzuregcn und aus ,>nl>al^ bestimmend einzuwirkcn, ivird vielleicht die schöne h 9fr ^bKaljften i de» ncntralc» Ländern sein. Sic würde» ,, n m,t den Sozialisten der lricgsührendey Staaten in dem bereinigen, dem Frieden eine solche Gestalt zu verleihen, l : dauernden Bestand verheißt.

- a ,ei-ozialistcn der kriegsührendcn Stgatcn erfüllen icbt ihre '"der Verteidigung ihres Vaterlandes. Zudem sic zeigen, e sich in wert tätiger Vaterlandsliebc von keiner Partei iibcr- > »a»cn, sichern sic sich zugleich in ihre», Paierlande die Zn- K». klingt parador. ist deshalb aber doch nicht weniger : Gerade weil in den Heeren Deutschlands, Englands und reiche- zahlreiche über,engte Sozialisten stehen, die dort gcgc»i- ee '»ee Pflicht tun. gerade darin» ist die Hossnung berechtigt.

Redaktion und Lrvcdltlo»

Dieken. Badubokitrake 23. Ecke Löwcneasie. Televdon 2008.

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Nr. 252

Gicßcn, Freitag, Dcu 30. Oktober 1914

9. Jahrgang

kt FrickliMbeit der Jnfcroüfioniile.

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eie leiben Sozialisten nach dem Kriege imstande sein werden, ander ein Verhältnis zwischen den Völkern herbeizuflihren, re Wiederholung des furchtbaren Ringens ausschließt.

-e Pflichten, die die Sozialisten in den kriegsührende» Staaten >» internationale Sozialisten zu ersllllc» habe», finb weniger er als negativer Natur. Sic bedingen nicht sowohl ein '» «ke «in Unterlasten. Die Sozialisten dürfe» einander . muten, daß sie an dem Lande, dem sic angchörcu, irgend begehen könnten, der feine Sache schädigt Sie miistcn t thucn hüben und drüben nichts anderes übrig HIcibt. eigene» Volk in icncr Weise zu diene», die unter de» 'belgische,, Nniständcn die einzig mögliche ist. Sic miiffcn ,, .bade, mit allen Vcrstandcskräftcn freihaltcn von Aus- die , 4 ,"?'"'rtischcr Lcidenschasi und blinden Frcmücnhasscs. !'bderzegi,g von der sittlichen Verworfenheit fremder ^'aaismänncr hat uns in diesen schrecklichen Kampf ' . sondern die Liebe zum eigenen Volk, dem wir die

if . eine * Niederlage ersparen wolle». Darin finden wir ""e unsere Legitimation als Verteidiger unseres , 4 darüber werben wir gegeneinander nach dem Kriege >nc Vorwiirse zu erhebe» haben.

Der Krieg.

Höchstpreise für Weizen, Roggen nnd Gerste.

Kein Höchstpreis für Knrtoffeln!

Der Bunbesrai hat i» seiner gestrigen Sitzung die Entscheidung in der Frage der Höchstpreise gctrosfcn und hat zunächst einen Höchstpreis für Roggen scstgesevi. Dieser 8 ! oggcnhöchstprei s gibt die Grundlage ab für die Höchstpreise von Weizen und für die Höchstpreise für G c r st e, und zwar dahingehend, daß der Weizen wesentlich teurer, die Gerste aber mit Rücksicht daraus, daß man eine Vcrfütterung von Roggen verhindern will, wesentlich billiger ist. Auch für Kleie ist ein Einheitspreis fcstgclcgt wor­den. Dagegen hat der BundcSrak unter den gegenwärtigen Um- standen von einer Festsetzung des Höchstpreises für Kartoffeln Abstand genommen, da zurzeit eine genaue ilcbersieht über die Kartoffelernte noch nicht zu gewinnen sei. Tenn in diesem Fahre habe sich die Kartosselcrute verspätet und es sei auch noch nicht zu übersehen, wieviel im Osten von der Kartosscleriite hat eingcbratht werden können. Wohl aber ist bestimmt worden, daß dem Roggen­brot ein bestimmter Zusatz von Kartoffeln gegeben werden m u ß. Der Bundesrat hat weiter, auch davon Abstand genommen, für das M c h l einen Höchstpreis festzulegc» und dadurch wird die Möglichkeit gcgcbcu, daß, wenn bei der Festsetzung der Höchstpreise bei den andere» Produkte» irgendwie Frrtümcr unterlaufen sein sollten, mit Hilfe des Mehls eine Korrektur vorgcnommcn werden kann. Tie Höchstpreise beziehen sich nur aus inländische Produkte, bei ausländische,, Produkten bleibt die freie Preisbildung nach wie vor bestehen. Tic Bestimmungen über die Höchstpreise solle» ani 4. November dieses Jahres i» Kraft treten. Tie Bestimmungen über den Zusatz von Kartoffeln bei Roggenbrot werden aber erst am 1. Dezember dieses FahrcS in Kraft gesetzt Iverde».

Bevor der Bundesrat seine gestrigen Entscheidungen gctrosfcn hat, sind die Sachverständigen aus allen beteiligten Kreise» gehört worden. Die Vertreter des Handels, der Müllerei, der Landwirt­schaft aus allen Teilen des Reiches, aber auch der Konsumenten, darunter die Vertreter der freien nnd christlichen Gewerkschaften, der sozialdemolratitcheii Konsumvereine, des Sehulze-Tclitzschen Konsumverein-Verbandes und der Bcamtcnkonsumvcrcinc, sowie der Bäcker haben ihre Wünsche an der zuständigen Stelle Vorbringen können. Sehr nützlich waren auch die Erfahrungen, die man bei der Zentralstelle sür Hceresbcdarf gesammelt hatte. Es sind auch Versuche mit Kartossclzusatz bei Roggenbrot gemacht ivordcn und in Berlin werden täglich bereits 20 000 bis 30000 Stück Roggen­brote mit diesem Zusatz gebacken. Vom gesnndhcitüchen nnd Er- nährungsstandpuiiktc aus hat kein Einwand gegen diesen Zusatz von Kartoffel» erhoben werden können, und aus Konsumenkenkreisen sind bezüglich des Geschmackes bei der Berliner Bäckerei-Innung sehr viele Zustimmungen cingelaufen,

Tic wichtigste Bestimmung in der neue» Verordnung ist der 8 1. Darin wird der Preis sür die Tonne inländischen Roggens sür die Hanptortc sestgelcgt und nach diesen Hauptorten haben sich die umliegenden Neben orte in der Hauptsache zu richte», ES könne» von der Landeszenkralbehörde für die Ncbenorkc aller­dings noch besondere Beftinimungcn bezüglich der Höchstpreise er- lasien werden. Aber voraussichtlich ivird sich die Preisgestaltung in de» Ncbcnortcn nach densenigcn der Hanptortc ganz von selbst vollziehen.

Nach dem § 1 der Verordnung darf der Press für die Tonne inländische» Roggens IM Großhandel der Begriff Großhandel ist übrigens im Gesetz genau testgclcgt und auch die Produzenten werden mit unter den Begriss der Großhandclstrcibcndcn ein« bezogen nicht übersteigen, in Aachen 237 Mk.. Berlin 22», Braunschwcig 227, Barmen 231, Breslau 212, Brombcrg 200, Cassel 231. Cöln 230, Danzig 212. Dortmund 235, Dresden 225, Duis­burg 230, Emden 232, Ersurt 220, F r a n k s n r I a. M. 235, Klei- ivitz 218, Hamburg 228. Hannover 228, Kiel 220, Königsberg 20», Leipzig 225. Magdeburg 221, Mannheim 230, München 237, Pose» 210, Rostock 218. Saarbrücken 237, Schwerin 210, Stettin 210, Straßburg 237, Stuttgart 237, Zwickau 227. Diese Preise gelten bis zum 3 1, Dezcnibcr 1011nvcrändcrt und von da ab erhöhen sie sich bei Gctrcibc um 1,50 Mk. an, 1. und 15. jeden Monats sür die Tonne. Der Höchstpreis für die Tonne inländischen Weizens ist 10,50 M k. höher als der Höchstpreis sür die Tonne Roggen. Der Höchstpreis sür die Tonne inländischer Gerste, deren HI.-Gewicht nicht mehr als 08 Kg. beträgt, ist in den preußischen Provinzen Schleswig-Holstein. Hannorcr und West- salcn sowie in Oldenburg, Braunschweig, Wasdeck, den beiden Lippe, Lübeck. Bremen und Hamburg IN Mk., im rechtsrheinischen Bayern 13 Mk., ionft 15 Mk. niedriger als der Höchstpreis für die Tonne Roggen. Für Kleie ist der Einheitspreis von 13 Mk. vorgesehen. Die Höchstpreise gelten für Licfernnq ohne Sock und sür Barzahlung ivird der Kaufpreis aestnndet. Es dürfen bis ,u 2 Prozent Jahres­zinsen über den Reichsbankdiskont zugcschlaaen werden. Die Höchst- vreksc bei Getreide, aber nicht bei Kleie, schließen die Kosten der Verladung und des Transportes bis vor deni Bahnhvs, bei Wasier- transport bis zur Anlegestelle des Schisses oder Kahnes des Ab­nehmers i» sich. Bei Kleie gelten d!c Höchstpreise ebenfalls un­verändert bis zum 31. Dezember 1011 und von da tritt jeden ersten und jeden 15. des Monats ein Zuschlag von 5 Psg. für den Doppcl- zciftncr ein. Die Erhöhungen, die »ach dem 31. Dezember cin- tretcn, sind cbcntalls vorgesehen, damit nicht jetzt das ganze Ge­treide ans den Markt strömt, sondern in den ProduktionsstStten etwas sestgehaltcn bleibt Dadurch wird die Verteilung auch er­leichtert, In der Verordnung ist weiter vorgesehen, daß das Ver­füttern von Brotgetreide (mit bestimmten Ausnahmen, die die Landeszcntralbchördcn cintrctcn lasicn können) verboten ist.

Zu den Bundcsratsbcstimmuugcn über die Höchstpreise ist hinzuzufügcn: Beträgt das Gewicht eines Hektoliters Roggen mehr als 70 Kilogramm und bas Gewicht eines Hektoliters Weizen mehr

als 75 Kilogramm, so steigt bei beiden Gctreideartcn der Höchst­preis für jedes volle Kitogramm um 1,50 Mark.

Tie nunmehr endlich erfolgte Preisfestsetzung kommt viel z» spät, um eine gergdczn unerträgliche Teuerung zu verhindern. Tie festgesetzten Preise zeigen eine Höhe, die man vor ein paar Monaten sür ungeheuerlich, sür ganz tut- denkvar gehalten hätte. Ter Bundesrat hat mit seinem ut,- ikfitc.fliehen Zandern eine furchtbar schwere Verantwortung auf sich genommen. Mit voUcm Recht sagt die Franks. Ztg. zu dem bedauerlichen und äußerst gcsährliäicn Verhalten des Bundesrats:

Trei Monate hat die Regierung ungenutzt verstreichen lassen, drei Monate herben wir mit unseren Lebensmittelvor- raten daraus losgcwirischaftet. als ob wir mitten im Frieden lebten, nun wird es natürlich viel schwieriger, als es sofor: bei KriegSbeginn gewesen wäre, die notwendige Anpassung an die veränderte Bedarfsdeckung und die notwendige Tpat- samkcit in der Bedarssbesriedigung zu erreichen. Immerhin, es wird auch jetzt noch gelingen, und aus etwas mehr oder weniger Unbequemlichkeit kommt es in dieser Zeit wahr­haftig nicht an. Biel schlimmer aber ist daS zweite: Drei Mo­nate bat die Regierung von der scharfen Waffe der Höchst­preise, die der Reichstag ihr am 4. August vertrauensvoll in die Hand gegeben hatte, keinen Gebrauch gemacht, drei Mo­nate hat sie die Preise in einer wilden Unordnung sich ent- wickeln lassen nun ist die Folge, daß wir zu vernünftigen nnd gerechten Preisen überhaupt nicht niehr kommen konnten, -Tsnir das muß gegenüber den wortreichen Tarsetinngen des Regiernngsblatkcs, die wir unten wicdergeben, offen und rücksichtslos ausgesprochen werden: die jetzt festgelcgten

Höchstpreise sind nicht billig nnd nicht gerecht, sie erreichen ein Niveau, das man vor acht Wochen noch nicht laut zu nennen gewagt hätte. Ter Preis von LLlkMark für Roggen, von 260,-50 Mark für Weizen ist höher als der Panikpreis nach Kriegsausbruch, höher als der schon stark getrieben Preis von Ende September: und lvenn gesagt wird, daß diese jetzt nornwlen Preise niedriger seien, als die letzten verstiege­nen Notierungen, so ist das lediglich ein Vorwurf für die Negierung, die solche Preisüberschreitungen nicht verhindert hat, obwohl sie cs konnte. Ter Durch­schnittspreis hat in den letzten Jahren betragen:

1000

1007

1908

1009

1010

1911

1912

1913

101

103

186

170

152

108

186

101

180

200

211

231

211

201

217

109

Roggen Weizen

Und damit vergleiche man die jetzigen Höchstpreise von 220 und 260,50! Im September bat der Frankfurter Magi­strat einen zehnprozentigen Zuschlag ans die Preise vor Kriegsausbrmh für billig angesehen, das hätte Höchstpreise von 100 bis 200 Mark für Roggen, von 210 bis 220 Mark sür Weizen gegeben. Was darüber ist, bedeutet, bei eine»'. Jahreskonsum von 16 Millionen Tonnen, eine Mchrlast von utehreren hundert Millionen Mark, zu zahlen von der konsumierenden Masse des Volkes an den anderen Teil, die Produzenten und die Aufkäufer. Das ist das Trübe: Niemand wird in dieser Zeit sich sträuben, Lasten zu tragen, die notwendig sind und die dem Reiche zugute kommen. Aber diese Steuer kommt dem Reiche nicht zu­gute, tind sie wäre nicht nötig gewesen, wenn die Regie­rung nach dem Kriegsansbrnch nicht drei Monate für ihre Beschlüsse gebraucht hätte.

Internierung der Tcutschen und Oesterreicher in Llegyptcn.

London, 28. Okt. (W. 15. Nichtamtlich.) Die Zei­tungen melden: Tie ägyptischen Behörden haben beschlossen, alle Deutschen itnd Oesterreicher dienstpflichtigen Alters zu internieren. Tie Bewegungsfreiheit der übrigen soll noch mehr beschränkt werden.

Serbien und Bulgarien.

Die scrbijche Regieruirg l»at den mxrzebonisthen Behörden die skrengstcu Maßnahmen gegen die bulgar,jck>eii EmigraM-cn owbe- sohlen, was die bereits im Schwinden begristen« bulgarische Er­legung gegen Serbien von neuem entflammt. I» politischen Kreisen Bulgariens v-rlaudet, daß die Geduld Bulgariens -ruf ein« allzu- hartc Prode gesttllt wird. Tie oppoiitionelle» Blätter äußern jetzt di« Zuversicht, daß di« serbcnßreun-dlicheii Mäck;t« die Beiigradcr Ro gieruug zur Erleichterung des mazedonischen Regimes bciveg-en. Andernfalls muß!« die bulgarische Regierung sich der mitzl^rndeltei, mazedo nt scheu Bulgaren an-trehmen.

Ztuliens Misttranen gegen Griechenland.

Tie offizielle griechische Mitteilung über die provisorische Besetzung von Nord-Epirus zur Herstellung der Ruhe itiu' des Schutzes der Muselmanen wird in Nom mit großem Miß­trauen betrachtet, zumal sie allen bisher von Veniselos abge-