Ausgabe 
29.10.1914
 
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Nr. 251 Gießen, Tonncrstffl;, den 29. Oktober 1!

9. Jahrgang

Kartoffel-Wucher.

AuS den verschiedenstc» Gebieten Deutschlands, überall unter antritt der naturgemäß an, meisten betrosfcnc» größere» ,te und Induslricbczirkc, Hausen sich die Nachrichten iibct plötz- bedcutende, zum Teil tianz wucherische Preissteigerungen siir wsfcl». Stettin, Kiel. Bremen, Hamburg mögen als Beispiele die Küstenstriche genannt sein, Für Mitteldeutschland liegen imittcilungc» aus der Dresdener Gegend und dem sächsischen lland, aus Koburg, Gotha, Erfurt »nd Meiningen, ferner ans e, Braunschweig, Hannover und Kassel vor. In Nürnberg be- u Magistrat und Händler über die Wege, auf denen den maß- > Forderungen der Lieferanten cntgcgenzutretcn sei. Im Westen in Solingen, in Hagen, in der Psalz die gleiche Frage auf der isordnung. In Berlin, dem hervorragendsten Orte des Ab- s und Verbrauches, schlug die Presse frühzeitig Lärm und die crkschaftskoinmisston verlangte sofort Maßnahmen zur Abwehr drohenden Notstandes. Die in Berlin zur lleberwachung der nsmittclprcisc eingesetzte städtische Kommission will in gleicher tung bei den zuständigen Behörden, vor allem bei dem Obcr- nando in den Marlen vorstellig werden. Es liegt also reichlich i» vor. Über Produktion und Bedarf dieses, gerade i» Deutsch- ungemein wichtigen BolksnahrungsmittclS die grundlegenden :rn zusamnzciizustellcn, uni daraus einen Rückschluß aus das stliche oder Normale der heutigen Marktvorgänge ziehen zu en.

Verwirrend scheint zunächst gewirkt zu haben, daß die neuesten i t e schätznngcn hinter den vorangcgangenen hochgesteigerten artungen etwas zurückblieben. Dies bedeutet jedoch keineswegs Zurückbleiben hinter den durchschnittlichen Ergebnissen lebten Jahre. Ter gewiß unverdächtige, agrarische Deutsche iwirtschastSrat kommt vielmehr in seiner jüngsten, am 17. Qkto- verössentlichtcn Berechnung aus eine deutsche Erntczisfcr von Millionen Tonnen wohlgcnierkt:unter Berücksichtigung, daß Teil der Kartosfclerntc in Ostpreußen und Obcrelsaft infolge kriegerischen Ereignisse nicht geborgen werden kann." Trotz r Einschränkiinn stellt der in Aussicht genommene Ertrag immer um 2 Millionen Tonnen über dem Durchschnitt für das ge- te Deutschland während der letzten zehn Jahre 1004 bis i013, sich aus 44,8 Millionen Tonnen beließ 1904 hatten wir tat- ich nur einen Ertrag von 36,3 Millionen Tonnen, 1966 von nicht 44 Millionen, 1916 von wenig über 43, im Mißerntcjahr > sogar nur von knapp 34,4 Millionen Tonnen. Die 47 Millio- dcr letzten, obwohl etwas obgeschwächlcn Schätzung halten sich immer aus recht ansehnlicher Höhe.

dluch große Bcdarssvcrschicbungcn, die eine wesentliche Preis- gerung nach sich ziehen müßten, hat der Krieg, bisher wenig- in keiner Weise gebracht Nach Professor Wohltmann-Hallc. sich wiederum aus das übereinstimmende Urteil der Tachver- ^"MnUtcratur beruft, verteilte sich der deutsche zehnjährige rchichnüisoerbrauch von 45 Millionen Tonnen in solgcndcn Tcil- '"'in SS- **' e Einzelnen VerwendungSgcbictc:

1> Rill. To. zur menschlichen Ernährung

» für industrielle Zwecke (Spiritus, Stärke usw.)

' -- zur Vcrsttttcrung

» zur Wiederaussaat

Verlust durch Fäulnis und Schwund (16 %)

6,6

u 4,5

45.6 Rill. To.

j~.*5 2*ieg hat bisher nun eine gewisse Menge von Kartoffeln, 'I"hEr der Branntwciiicrzeugung diciitcn, sür andere Vcr- um^nveac frciqcicfel, also insofern sür den Nahrungskonjun: nnnltig gewirkt. Denn der Biindcsratsbcschluß vom 15. Okto> "krschärst werden könnte, setzt sür alle Brenne- Jahresproduktion von über 56 Hektoliter Alkohol ^uraiimnitlsbrand aus 66 Hunderlteilc des allgemeinen Durch- iiMirmiätj fiir die Gesamtheit der bayerischen, württcm- nlchcn und badische» Brennereien ans '/,» des für 1911 12 zn- tctcitcn Kontingenten fest. Außerdem sollen für 1914 15 beim u : Jjr.yroKnt der hcrgcstclltcn Erzeugung unter die Vcr- » ,5* .*.? "lio für gewerbliche Zwecke, vor allein wohl Antriebskraft für Motoren, an Stelle des rasch knapp und teuer oroencn Benzins, vcrsügbar gemacht werden. Für die Brannt- itrinker mag das peinlich sein, für den Kartosfclmarkt kann es ich nur eine gewisse Prciserlcichtcrung bringen.

-Lie rapidm sich greisendcn Preistreibereien sind daher nur Abnormitäten zu behandeln, die auf der rücksichtslosen Aus- ung vorübergehender Vcrsorgiingsstvrungcn und unbegründe- zum n.c,I absichtlich erzeugter Panikstimmungen der Konsu- tcn- und Klcinkaukcrmasscn beruhen. Vom September ab, in --'"'-'cdoch im Oktober, sind weite Bevölkcrnngskreisc daran ovnt sich mit einem Male gleichzeitig sür einen länger daucrn- ^Edars cinzudccken. Diesmal verstärkte sich die außerordenl- .iachfragc noch durch die zwar wohlgemeinten und innerlich bErcchtigten. aber geschäftlich wenig geschickt disponicrcn- emuhnngcn zahlreicher Geineindeverwaltnngen: beträchtliche äum Weiterverkauf oder zur freien Abgabe an Bedürftige l ha»"' ®*flcn(eite stockte die Zufuhr mehr als sonst

jii'JJ "iE Aberntung unter dem verhältnismäßigen Mangel an l .i"^EitSkräften länger als gewöhnlich hinauszog und t 3ufuhr zu den Absatzmärkten eher noch mehr als

i & ie seltener gewordenen Zugtiere sind für die

Feldarbeiten nicht zu cntbchrcn und die wcitcr- ft" 0 ! funktionieren vollends nicht in alter Rcgcl- ;T. l * r wucherische Machenschaften aller Art ist dies, wie . * Q Bt, eine gefundene Gelegenheit. Die Vorratbcsitzer , , der tatsächlichen augenblicklichen Knappheit mehr vcr-

a nur wollen, und die kopflosen Käufer steigern

i» »nd damit von neuem die Knappheit, weil sic bei

-"he schnellenden Preisen erst recht nach sofortiger Bedarfs- .'"Eben. Händler und Landwirte wiederum entschließen ",' ü "eiuger zu Lieferungen, je bessere Preise sic später sür vanSelLarMcl oder ihr Erzeugnis erhoffen dürfen. Nach GiUirStegendei- Produktrons- und Bedarfsverhälturssen mag

diese ganze EntwicklnngSrichtnng noch so unnatürlich erscheinen: die verkehrte Welt wird dennoch längere Zeit zur Wirklichkeit.

Selbstverständlich können alle bce.'iligte» Verbraucher und Käufer gar nicht genug ermahnt ivcrdc», nicht durch eigene Schuld und sinnlose Ungeduld das llcbel zu verschlimmern. Schnelles Handeln und Eingreifen der Behörden muß jedoch vor allem die raschere und gründlichere Wendung z»ni Bessere» bringen. Im Anschluß an die Berliner Gcwcrkschastskvmmissivn haben deshalb alle bisher zu Worte gekoinmcnc» wirtschaftlichen Arbeiterorgani­sationen die sofortige Fcstsetzung von Höchstpreisen gcsordcrt, nn> die Käufer zu beruhigen und die Vvrratsbcsitzer von weitere» Zurückhaltungen abzuschrccken. Da der BunbeSrat auf Grund seiner Verordnung vom 25. August die AuskunstSpflicht über Vorräte an Gegenständen des täglichen Bedarfs, insbesondere an Nahru-iaS- »nd Fiittcrmittcln aller Art soivie an rohe» Natnrerzcngnissc», Heiz- und Lcnchtstofseii" eingesührt hat, so muß cs ein leichtes sein, die willkürliche Warcnentziehung zu kontrolliere» und gegebenen­falls de» Auskunftkzwang durch eine Vcrkaussvflicht zu ergänzen. Sollte die geplante stärkere Verwendung von Karlossel mehl für die Brotbäckerci Wirklichkeit werden, so bietet sich noch ein Anlaß mehr, die dadurch erstrebte Ernährungssicherung nicht wieder durch die unerschwinglichen Preise der neuen Beimischung ganz hinfällig machen zu lassen.

Da die Kartoffelernte, selbst »ach den jüngsten herabgesetzten Schätzungen und nach Abzug des ostprcußischcn und oberclsässischcn Ausfalles, immer noch als eine normale Durchschnittsernte anzn- schen wäre, so dürsten die behördlichen Prcisnormcn natürlich die letztjährigcn Durchschnitte nicht wesentlich überschreiten.

Ein russisches Torpedoboot gesunken.

Petersburg, 27. Okt. (Etr. Frkft.) Hier wird eine Ver­lustliste veröffentlicht, nach der die ganze Besatzung eines Tor- pedobootes vermißt wird. Unter den Vermißten befinden sich sechs Offiziere. Das Boot sei sicher gesunken. Tie Er- zählungen von drei geretteten Verwundeten lassen auf Ver­nichtung durch eine Mine schließen.

Der Zar vor der Front.

Wien, 27. Okt. Aus Petersburg wird hierher gemeldet, daß der Zar von seiner Reise nach der Front früher als es ursprüng­lich beabsichtigt war, zu rückge kehrt ist. Es liegen Anhalts- punkte dafür vor. daß die Besuchsreise nicht ganz in der W c i s e a u S ge fa l le n ist, ivic uian cs in der Umgebung des Zaren erivartet hatte. Die Reife war von Sicherheitsmaßnahmen begleitet, die über das Maß der sonst schau üblichen Maßnahmen zun, Schutze der kaiserliche,, Person hinansgingen. Aus den Be­richten der offiziellen Berichterstatter, die sich im Gefolge des Zaren bejauiden, war zu erkennen, daß der Zar aus sci-ner Reise zu der Armee kaum in direkte Berührung mit den Soldaten gekommen ist. ES wurden nur gewisse Regimenter besucht, deren Stimmung vor­her durch in lluiforni gesteckte Geheimpolizisten, di: di« ständige Be­gleitung des Zaren bilden. sickymgestelll worden war. Vor diese» Regimentern hielt der Zar verschiedene Ansprachen und ließ an die Soldaten tausende von Heiligenbildern verteile». Tie Rückkehr des Zaren erfolgte in aller Stille.

Abreise der Juden aus Warschau.

Ern Warschauer Brief desSecolo" meldet, die jüdische Bevölkerung sei größtenteils aus Furcht vor einem Pogrom geflohen. Tie Juden leien der Spionage für die Deutschen beschuldigt worben. Sie sandten eine Deputation zum Militängouverneur und Polizetdirektor und erhielten die Zusichcruiig energischen Schutzes. Si« zogen es aber trotzdem vor, in großen Scharen abzureisen.

Erfolge nuferer Verbündeten.

Wien, 27. Okt. (XV. 14- Nichtamtlich.) Amtlich wird sscmcldct: Tie auf R o m a nj a > P lan i na geschla g e- neu serbisch-montencgrinischen Kräfte w»r- dcn nach viertägiger, unausgesetzter Verfolgung bei Visegraö und Goradze über die Trina zu rückgedrängt. Unsere Truppen erbeuteten hierbei in einer Schule bei Hanst Jenrca vick Infanterie- und Artillcric-Munition und eroberten in Nachhutkämpfen auf der Linie DclikoBrodVracevica Ma- fchinengewebre und Gcbirgsgcschützc. Ostbosnien ist hiermit bis an die Trina vom Gegner gesäubert. An demselben Tage, an dem die Serben und Montenegriner über die Trina znrückgedrängt wurden, errangen auch unsere in Scr- vien stehenden Truppen einen namhaften Erfolg. Zwei feindliche Stellungen wurden bei Ravnja in Macva im Sturm genommen ; hierbei wurden vier Maschinen­gewehre, 600 Gewehre und Bonibcn erbeutet, sowie viele Gefangene gemacht. P o t i o r e k, Fcldzeugmeistcr.

Beifort.

Gens, 27. Okt. (Gtr. Frkft.) Ein Mitarbeiter des west- schweizerischen Demokrat hatte die Erlaubnis erhalten, sich die Be- fcstigunaen von Bclfort selbst anzusehen. Er bestätigt, daß in den letzte» Wochen fieberliast an den Verstärkungen gearbeitet worden sei. Da Lüttich und Na,nur die hervorragende Wirkung der deni- fchen Betagerungsgeschütze dargctan hätten, habe man sich in Belsort nicht darauf beschränkt, in den Forts die deutschen Angrisfe abzu- wartcn, sondern man werde vielmehr eine langvorbercitetc kräftige aktive Defensive dnrchführen. Belsort sei namentlich stark durch die Vcrtcidignngsmcrkc, die im ganzen Bezirk angelegt worden seien, »fjt diesen Arbeiten sei bereits im August begonnen wor­den. In Belsort sind die schwersten französischen Geschütze auf­gestellt. Alle Orte im Festungsbereich sind zu kleinen Festungen

ausgcbaut worden. Ticse Gräben »nd Verschanzuiigen aller Art sind errichtet worden. Namentlich gegen Oste» sei das Land von vielen Kanälen durchzogen, die die iosortigc Uebcrschwemmung de» Gebietes gestalten. An vielen Llcllcn seien Bailerie» versteckt. Man glaubt dafür Sorge getragen zu haben, das, die deutsche Bc- IggcrnngSartillerie keine Stellung findet, wo sic ihre Mörser ver­stecke» kan». Alle im Gebiete liegende» Dürser seien voller Soldaten.

(<-ine teuere Rechnung.

Tus Acht-Uhr-Abcndblatt meldet aus Antwerpen: Etw» ä0 große Antwerpcner Handelshäuser haben wegen der Ver­nichtung ihrer Warenvorräte durch die Engländer vor deren Abzug ans Antwerpen dem amerikanischen Gesandten iin Haag Entschädigungsansprüche gegen die englische Regierung in Höhe von 230 Millionen Francs angczcigt, da die Ver­nichtung der Klaren nicht während der Verteidigung der Stadt, sondern erst nach Räumung durch das abziehende Korps mutwilligerweife erfolgt sei. In Ermangelung einer Verbindung mit dem Konsnlarkorps in Havre wurde die Angelegenheit dem amerikanischen Gesandten in Haag zur vorläufigen Erledigung unterbreitet.

tsi» neues englisches Stusfnhrvcrbot.

Kristiania, 27. Olt. (W. B. Nichtamtlich.) Nach dem NorgeS Handels- og SjocsariStidendc hat Großbritannien die Ausfuhr von norwegischem Walsischtran a»S seinen südafrikanischen Kolonien nach 2!vrwcge» verboten. Da die norwegischen Wal- sisch-Ttationcn zu zwei Drittel» ans englischem Gebiete liegen, mllsie der Erlaß alarmierend wirke».

Die rote polnische Legion.

Der polnische sozialdemokratische Abgeordnete für Lem- oerg, Gen. Dr. Diamond, macht in der Innsbrucker Volks-Zeitung einige Mitteilungen über die polnischen Legionen. In Galizien, wie übrigens in Oesterreich über­haupt, hat man seit jeher mit dem Krieg gegen 3!ußland ge- tcchnct und die galizischen Polen haben seit Jahren an der Gründung und Ausbüdung einer Volksmiliz gearbeitet, die diesem .Krieg den Charakter des Volkskriegs aufprägelz wllte. Alle Parteien, auch die polniichc. Sozialdemokratie (P. P. S. D.), beteiligten sich an dieser Arbeit, aber cs kam da, wie Diamond berichtet, zu Tisscrcnzcn. Tic konser­vative Partei der östlichen Olroßgrundbesitzer (Podolier") neigte zu einer Versöhnung mit Rußland, wie ihre Standcs- genojjen in Russisch-Polen ja auch, und deshalb mochten sie sich nicht darauf einlasscn, daß die Legionäre den österreichi­schen Soldateneid schwören, den die österreichische Heeres­leitung natürlich als Bedingung für eine Verbindung mit der Legion stellte. So kam es zu einer Trennung der Roten", der sozialistiich-demokratischcn Wcstgalizier und der von den Großgrundbesitzern beeinflußten und von ihnen viel­leicht nur zu Betonung ihrer nationalen Gesinnung, viel­leicht auch als Gegengewicht gegen dieRoten" im Fall innerer Konflikte geduldetenWeißen" in Ostgalizien, wo ja überdies die Polen gegen die Ruthcnen in geringer Mindcrzahl sind. Jetzt stehen nur dieRoten" im Feld und sic erfreuen sich starken Zulaufs, auch aus Russisch-Polen. Ter starke Anteil der P. P. S. D. an der kämpfenden Legion kommt auch darin zum Ausdruck, daß zweigst,rer Abgeord­neten, Dr. Klemensiewicz und Staatsbahnober- ingcnieur Ritter v. Moraczewski in ihren Reihen stehen, während die Genossen Daszynski und H u d c c politisch-agitatorisch tätig sind.

Aui eine Mine qestoften.

Amsterdam. 27. Okt. (Gtr. Frkft.) Nach Meid»gen «nie- FoIkestonc ist dos DampslchiffQueen" dort ai:«ekommeii mir 2599 Fronitzvscn an Bord, Männer, Fronen und Kinder lärdtzien- tcils r.uS der Strecke «r.i dlermielckonoi). die sich an Bord des fronzö- sischen SchissesAdmiral Ganicumc" bci<r»ccii, um vor» Calais nach Havre zu flüchten. Das Schiff war in der Näl>e von Baulopne auf eine Mine kestoßcn, worauf eine Panik entstaub und ungesahr 36 Pasiagierc bei der Ucderbriiignng nach dem englischen schm Queen ertranken.

Die Türkei znm Kriege.

Konstantinopel, 27. Oki. (Gtr. Frkft.) Das halbamt­liche Blatt Tanin verösfentlicht unter dem TitelDer allpemcine Krieg und die Meerengen" einen bedeutsamen dtriikcl an teftcndcr Stelle. Den Ausgangspunki der Bcirachlungen des türkstä^n Blattes bilden die Enthüllungen aus amtlicher dcut. scher Quelle über die Stellung der Türkei !m Falt eines altgc- meinen Weltkrieges. Unter den wichtige» Abmachungen, die zwischen den Mächten der Tripcl-Enicnic abgcschlosicn morden sind, bcitndc, sich eine, die straicgisckle Unternehmungen der russische» Flotte im Schwarzen Meere vorsiehi, die in den Meerengen vor sich gehen sollen Die Türlei würde somit !m Fall eines allge­meinen Krieges ein ähnliches Schicksal wie Belgien zu erwarlcn haben. Der große Unterschied in der Stellung der beiden Lander aber liegt darin, daß Belgien mit feinen politischen Neigungen zur ZtipcUulCKte ein Clement bildete, das Deutschland ur berechtigten Unruhe vcranlaßtc, während die Türlei den Großiiivchieu gegen­über in Friedens- wie in Kriegszcttcn unbedingte Ncutralilnt ge-