A Ich habe hier «in« Zeitung (zieht dir Oberhessisthe aus -cm Sack), worin ein« Bekanntmachung des Oberkommandos gegen onSbeutcnd« Arbeitgeber steht. Ta heißt «S nämlich: „Es muß als verwerflich bezeichnet werden, wenn die gegenwärtige Notlage zu Lohndriickerei bemitzt wird"
B Taa ist ja ganz recht, mußte abn auch durchgrfiihrt werden, Es ist unerhört, in diesen Kriegsbeilen nach höheren Profil aus den Arbeitern hcrousschindvn zu wollen,
A, Das ist es auch. Mit solchen Leuten sollte anders verfahren weiden, wie auch mit den Lebensmittclverteuerern,
B, Dabei glaubt jeder noch, er handelt durchaus recht: man spricht zwar viel vom sogenannten „sozialen Empfinden", doch spürt nian wenig davon. So ist es in der heutigen „Ordnung",
A, Na, ich verstehe zwar nicht viel aber das sage ich auch, daß es für die jetzige Lohndrückerei gar keine Entschuldigung gibt.
Hier brach das Gespräch ab, iveil jemand hinzukani, den die beiden Bergleute sür einen derjenigen zu halten schienen, di« sic mit den Bezeichnungen „Schleimer" gemeint hatten.
Der Frankfurter Geinüscmarkt zeigt«, vom Wetter begünstigt, einen sehr Icbhastcn Verkehr, Tie Zufuhren waren reichlich. Einig« wichtige Artikeln, wie Kartoffeln, Weißbrot, Zwiebeln und Butter zogen im Preise an. Das Angebot in Kartoffeln sind der äußerst lebhaften Rachsrag« gegenüber noel» immer ungenügend, Zn Acpfcl wurde das Geschäft ettvas ruhiger, Ti« EKmüsezufuhren waren besonders groß. Tie Rosenkvhlerntc ist durch Raupen z»m größten Teil vernichtet.
— Vortrag, Wir verweisen hiermit aus den Borirag des Geheimen Hofrats Professor Tr. Eis, über das Thema: „Aus der Entwicklung der ckiemisthen Zndustrie in Teutschlaird rnid England", der morgen, (Totnicrstag) abend 811 Uhr in der neuen Auta der Universität stattsindet. Ter Ertrag ist für die Hinterbliebenen von im Felde gefallenen Gießenern bestimmt.
— HeuchClheim. ?bus dom Briefe eines Kriegsteilnehmers aus unserem Orte ist folgendes erwähnenswert, ivas der Landwehr- inann schreibt: „Wir Landwehrleittc, die zu Hause ihre Familie habe», von der sie schon so lange nnd so weit entfernt sind, denken mehr an die Heimat, als junge Leute, Wir alle hoffen auf einem schnellen Friede», Wir haben Leute unter uns, ivebche 40 Fahre alt sind und schon mancher der »nscrigen liegt unter der Erde und sieht die Seinen nicht niehr wieder. Es ist sehr schmerzlich, ivenn die Kameraden fallen: fast noch schlimmer aber, wenn sie schwer verwundet werden. Zch muß immer noch an eins der letzten Gefechte denken,, wo die Verwundeten 2 Tage und Jiächte lagen und uni Hilfe schrien, kein Mensch konnte ihnen aber helfen, Der eine schrie: „Kameraden, holt mich!", ein anderer: „Helft mir doch!", ein dritter ries nach Frau nnd Kindern, Am 3, Rdorgen kam ein Arzt und Krankenträger, sie suchten die Verwundeten ruiö gingen niit der Roten Kreuz-Flagge bis an die Franzosen heran, welche aus ihren Schützengräben kamicn und sehr ruhig mit zusahem und wir alle auch. Aber aus einmal schoß unsere Arttllcrie auf die französischen Schützengräben, Wir hielten unsere Leute (die Krankenträger) fiir verloren, aber es geschah ihnen nichts, — Hier sicht es sehr traurig aus: fast alle Orte sind niedergebranut, mau sieht nur »och hier und da ein Hans oder «ine Mauer stehen. Unser Essen ist sehr knapp, Brot fehlt manchmal tagelang: Kartoffeln gibt es keine mehr,"
— Bobenhauscn bei Ortenberg, .Kurz hintereinander haben wir hier zwei treue Anhänger unserer Partei verloren. An einem langwierigen Lungenleiden starb Genosse Wilhelm Röbling, rin tüchtiger Mitkämpfer: und auf dem Schlachtfelde siel ain 28, August Genosse Otto Albrand, als Reservist des Infanterie-Regiments Nr, 116, Wir werden beiden ein ehrendes Andenken hrwahren,
Kreis Wetzlar.
b, Zwei Söhne verloren. Von der Familie des Tachdecker- tncisters Großmann in Erda sind zwei Söhne als Kriegsopfer gefallen, Ter eine fand ans dem Schlachtfelde den Tod, der andere starb an einer schweren Verwundung im Lazarett,
Kreis Marbnr^-Kirchtzai«.
E Äartojsel-Söchstpreise, Das Landratsamt Marburg hat sür Kartoffeln einen Höchstpreis von 3,50 Mk, fiir den Zentner und 5 Psg, für da« Pfund im Etnzelverkauf vorgeschrieben. Das ist ein recht annehmbarer Preis bei der diesjährigen Ernte für unsere Agrarier, Fiir di« Arbeiter außer der Kriegslast Arbeitslosigkeit und enorm gesteigerte Lebensmittelpreise — sür die Agrarier reichliches Einkommen fiir ihre Produkte, das ist der Krieg!
Telegramme.
Talskslikkicht öes Krop üauptniifti'ticrs.
Neue Erfolge!
Bor der Entscheidung?
W. B. Großes Hauptquartier, 27. Cft., vormittags. (Amtlich.) Die Kämpfe imUfer-Npres-Kanal- Abschnitte bei ?) P r c s und südwestlich Lille werde» mit gleicher Hartnäckigkeit sortgescüt. Die deutschen Truppen habe» auch gestern Fortschritte gemacht.
Ans den übrigen Teilen der Kampffront im Westen haben sich wesentliche Ereignisse nicht zugctragcn.
Westlich Augustow ist der Angriff der Deutschen in langsamem Fortschrcitcn. Südwestlich Warschau sind alle Angriffe starker russischer Kräfte von unseren Truppen zurück- gewiesen worden. Nördlich Jwangorod haben neue rus- fische Armeekorps die Weichsel überschritten.
Ein englischer Bericht.
/ Amsterdam, 27. Okt, (Ctr. Frkst.) In einer Beschreib- tlng, die der Korrespondent der Tinics von den Gefechten in Belgien gibt, wird gemeldet, daß es den Deutschen durch
einen Ausfall aus Westende gelungen ist, einen großen Komplex von Bauernhöfen an der Küste zu erobern, die den Namen Groote Bamburgh führen. Es war dies ein Schlag für die verbündeten Armeen, da diese Bauernhöfe eine Ar: Festung bilden. Wie gewöhnlich verfügten die Deutschen dabei über eine große Anzahl Maschinengewehre. Vom englischen Geschwader aus wurden sofort in aller Eile eine An- zahl Maschinengewehre in Nieuport ausgeschifft, um die Groote Bamburgh zu retten, aber sie kamen zu spät. Die Deutschen waren schon im Außenhafen und hatten ihre Maschinengewehre ausgestellt.
Die französischen Verluste im Woevre.
Berlin, 27, Okt, sCtr, Bin.) Aus schweizerischen Grenzorten bringt der Lokaianzciger Meldungen über schwere französische Verluste in, Woeore-Gebiel, Darnach fielen seit der Eroberung von St, Mihiel uns des Eamp des Romains durch die Deutschen in der Schkachtlinie Toul—Verdun über 40000 Mann, ohne daß ein befriedigendes Resultat erzielt wurde. Beunruhigend sei der Verlust an moderner Artillerie, di« gerade in den heiß nmstritdcuen Höhen,zügen des Raumes entscheidenden Wert besitzt. Generalissimus F off re ließ dt« Lücken der Kampffront durch gute Truppen auffiillen. Heute sei das nicht mehr möglich, Tie Qualität des Nachichubs sei so minderwertig, daß di« Klagen der Kommandierenden bei der Heeresleitung kern End: nehmen. Man zeig« sich in der Bevölkcrirng gegen den Generalissimus sehr aufgebracht, weil er die schlechten Resultat« im Wocore-Eiebiet du-rch belanglose Meldungen ver- s ch l eierte.
Die schweren Verluste der Belgier.
London, 27, Okt, (W. B. Nichtamtlich.) Die Daily Mail meldet aus Havre: Ein belgisches amtlickzes Com-
muniqus sagt, daß die Lage am Sonntag abend besser war als am Samstag, wo die Belgier die Stellungen am Dser- Fluß aufgeben mußten und 2 y 2 Meilen zurückgeworfen wurden. Seitdem kamen die Belgier, verstärkt durch Verbündete, wieder an verschiedenen Punkten des Flusses in Berührung mit dem Feind. Die Verluste der Belgier betrugen in den neun Jagen, wo in diesem Gebiet gekämpft wurde, 10000 Tote und Ver- Mundete.
Vom östlichen Kriegsschauplatz.
10000 Russen gefangen!
Wien, 27. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Amtlich. Die Situation in Mittelgalizien ist nnverändert. Südwestlich Jwangorod stehen unsere bravourös fechtenden Korps, von welchen eines allein 10 000 Gefangene machte, im Kampfe gegen überlegene Kräfte.
Vereinskalendev.
Donnerstag, 2 9, Oktober.
Gießen, Abends 9 Uhr gemeinschaftliche Sitzung der Gewcrk- schaftshauskonimission, Prcßkommission und der Vorstände des Kreiswahlvereins, des Wahlvereins Gießen und sämtlicher Gewerkschaften. Das Erscheinen aller Beteiligten ist unbedingt ersorderlich.
Verantwortlicher RÄaklenr: F, Vetters, Gießen,
Verlag von Krumm & Cie., Gießen.
Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt. G, m, b, H„Osfcnbach a,M,
Bekanntmachung.
Mahnung des 3, Zieles Gemeindesteuer und Kanalgcbühren für das Rechnungsjahr 1914.
Das nn Monat September d, F. fällig gewesen« 3, Ziel Gemeindesteuer und Kanalgebühren kann noch bis zum 14, November dieses Fahres einschließlich ohne .Kosten bezahlt werden.
Diejenigen, di« mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rück- standc sind, werden hierniit gemahnt. di« Abgabe bis zum 14, November d, F, an die Stadtikass« zu bezahlen. Vom 16, November an gelangt das 3, Ziel zur Beitreibung, wodurch Psändungskysten entstehen, Ueberwcisnngen im Bank- und Postfcheckoerkehr müssen am 16, November ebenfalls bei der Sladtkasse gutgeschrieben fein, andernfalls die BeitreibnngSkosten erhoben werden,
Gießen, den 27, Oktober 1914,
Der Stadtrechner: _ Maser, _
17 ©Srt:ra,;g■
in der neuen Aula der Universität
am Donnerstag, Sc» 29. Oktober 1914 abends 8'/» Uhr pünktlich
Gel). Kofrat profej'or Pr. Eis: Ans der Entwicklung der chemilchen Industrie in Pentlchland nnd England.
lum Besten von Hinterbliebenen der im Felde gefallenen Giessener.
Eintrittskarten — «ine ju 30 Psg., zehn zl» Mk. 2.50 —
sind in den Buchhandlungen von Frees, Selterswcg, Koch, Selkersweg, Legier, Südanlo ge, Schneider, Neneubdue, sowie Ernst Baiser, Mäusburg l und abends an der Kasse zu haben.
Danksagung'.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres unvergesslichen Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels
Herrn Karl Häuser II.
Steinberg
sowie für die zahlreichen Kranzspenden der Vereine und Korporationen sagen wir hiermit allen unseren innigsten Dank.
Steinberg, den 25. Oktober 1914.
Familie Häuser.
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