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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcssen und der Nachbargebiete.
Cbcrbcfflfdi« VvlkSiettun, erscheint leben Werktag Abend in
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sten. Der Lbonnementsprei« beträgt wöchentlich 15 P-g., monatlich
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relevdon 2008.
Inserate losten die 6 mal Qefpalt Kolonelzcile ober deren Raum 15 Pfg. Bei atöjieren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man dir abend« 7 »br für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.
Nr. 249
Gicßcn, Ticilstng, Den 27. Oltolicr 1914
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le Rotzer,
lic europäische Katastrophe
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Di« tnfflifd)eii Stantöinäitincr haben in unfaßbarer Frivolität iimiert, öafi Wtofebritannicn den Krieg zwanzig Jahre g fortsetzcn werde. Ob es nach den bisherigen Erfahrnn- Xs Lkriegs den Engländern danuit heute noch ernst ist, kann billig bezweifeln. Zu den schweren wirtschaftlichen Schäden, mch England vom Kriege erfährt, kommt jetzt, bet[j man in tm selbst mit einem Angriff rechnet und das Vertrauen mif die hbarkeit des Jnsellandez. bei manchen in hell« Angst umge- en ist. So dürste wohl heute die Möglichkeit eines mehrten Krieges in England nicht mehr mit derselben fröhlichen betrachtet werden, wie vor zehn Wochen.
Ittd in Bälde wird man sich in England auch ein Bild machen n von dem ungeheuren Unglück, das ein Krieg bedeutet. Seit erten von Jahren hatte sür England ein Krieg immer nur die itung, das) eine gröbere oder geringere Zahl von angewvrbene» osen und Soldaten, die dafür bezahlt wurden, dasz sie ihre zu Markte trugen, getütet oder verstümmelt wurden: außerdem e eö Materialverluste geben, deren (Geldwert jedoch gegenüber t erzielenden Eteschästsoorteilen kaum ins Gewicht siel. Sogar lurenkrieg mit seinen ungeheuren Blut- und Geldopfern konnte ie Masse nicht schreckend wirken, da sie das Unheil nicht sah. aber werden die Tausende von belgischen Flüchtlingen, die in Insel re ich gekommen sind, den Engländern einen Begriss beten, was der Krieg wirklich ist und welches unsagbare Elend er esolge hat. Nicht umsonst halten kriegdeisrige englische Blätter verlangt, man solle die Belgier schleunigst nach Irland en, „wo sie unter katholischen Glaubens gen os- ich heimischer fühlen würben": in Wirklichkeit handelt es rtlirIich danmi, die unglücklichen Opfer des Krieges den Engen aus den Augen zu schaffen. Demi die Stimmung men Krieg ans unbegrenzte Dauer mutz gedämpst werden Kenntnis des unsagbaren Elends, das die Flüchtlinge mit sich
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lb«r auch wir haben alle Ursache, uns vor Augen zu halten, der Weltkrieg bedeutet, welche Katastrophe er sür die Mensch- st. UnS sind ja die Kämpfer auf den Schlachtfeldern rn Ost lieft, die Bemannung der Flotte keine Leute, die ein Handwerk >en, dessen Gefahren sie auf sich zu nehmen haben gegen enterbe Bezahlung: uns sind es die B e st e n und K r ä f t i g st e n Volkes, deren Verlust durch gar keinen Gewinn wettgemacht -’ii kann. Die Massengräber in Belgien, in Frankreich, in Östren und Polen decken keine leichten Abenteurer, keine verlorenen e, sondern Jünglinge und Männer, die ihren Familien lieb teuer waren, die nicht Uebermut oder die Lockung der Werbeniel ries, sondern die eiserne Pflicht, das Vaterland zu verteil. So wird nicht einer in Deutschland leichtfertig Ken von der Fortsetzung des Krieges Jahre hindurch. Im * der allgemeinen Wehrpflicht weih man, was der Krieg be- :t. auch n>enn er jenseits der Grenzen geführt werden kann.
' und immer wieder kehrt in den Feldpostbriefen unserer kpprltkß vier der Satz wieder: „Seit dankbar, daft n i ch t i n unsere in -e tv ® ?* 1 9rie n wütet: öS ist entsetzlich!" lind dann WJP ; I ttw a geschildert, wie links und rechts die Kameraden
rl "'/"U«rn ez werden herzbrechende Mitteilungen über das Un- <11)C 53 f oLi und Kinder in den verwertet! Bezirken neinacht. S? ’r' ®- ^thrmann in einem Haus die Mutter mit einem
S>nder. fast verhungert und ganz gebrochen durch das < 5 \>!. ^^sal: er teilt mit den Armen sein Brot und er- iTrJr'VE rore Don «ms Todesnot hieretteten. Dort wieder ivill . vreisgoben. um deu Kleine» Nahrung zu verschassen.
.ütch en die Unglücklichen scharenweise und harren, dah die ioe itwen die Reste ihrer Mahlzeiten spende». Furchtbare „.f'i luv miederlwlen imd wiederholen, eintönig, immer das- il SS ^ **V Tstr denken, datz kein einziger deutscher Soldat.
Krieges gefel>en hat. geneigt wäre, in den Nui trimmen. „Und wenn es zwanzig Jahre dauern sollte . . ." , 4 ™ uon denen, die zerstörte Städte, verwüst:«« Fluren, 'r sahen, wird ienials nach einem „frisch-fröhlichen geiutten. Jmnwr schreiben sse: „Ihr w i tz t nicht, wie tzkvar das ist!"
u ^^!^uun der un geheur en langen Linie von Belfor!
vird ge- der Ge-
- ----------sinken in Schult und
mer unter dem Hagel der Geschosse: Frnchtgärten und Wälder u äerschmettert: cnij den Feldern ist die Ernte vernichtet und -tusiaat kann niemand denken: hungernd irrt das Vieh nm- 'enn es nicht schon den, Blei und Eisen erleget, iff eine Wild- t in wenigen Wochen der Sandstreifen vom Jura bis zum geworden Breit, auf zehn, zivanzig und mehr Kilometer von Schiitzengräbei, nach beiden Seiten hin ist Wüste: ivaö i- Z ratt S* tn ’ cr,, ärt wurde, mutz fein Holz, sein Eisen her- ■ ,' u „ r JJ* tr e ld b e f est i g u n g e n. dieses Äennzeiä-cn d:s "en Kriegs. Wenn der Krieg im Augenblick beendet werden ' Schlag leier Kamps aufhörte, es blieb eine
’s; ‘'’iJuiioaTt Kilometer lange Zone der Verwüstung, die erst DWI 3ahnen wieder auf ihren früheren Stand ge- K»d das bedeutet etwas mehr als die Be- An 7, ^, Kathedrale von Reims, wenigstens sür das Volk, ' 0 * n hir &ie „Kunstgenieher".
den h,” 3»ne liegt eilt ganzes Land, das die
:i ' n ieder Gestalt erfahren hat: Belgien!
I>aben ja Verhältnis mastig wenig geltiten: „ w rien-r,i? lli ltKf,e ' bedeutende Stabte, unzählige Dörfer sind ***2} Spfer gefallen. Ein unglückliches Geschick, die M ', a non Politikern, die Gewissenlosigkeit von Fanatikern, r t-n*? X ?^lee reizten Volksmassen wollten es, dast gleich in den itllllliu eH ,Trm . m Srit 8 s der G u e r i l la ka IN p s in seiner schlimm- {!»I** . - I “ lm und als Gegeuschlag die st a n d r e ch t l i ch e n E r - » .u sl>> iS „rJJiiJl und das Verbrennen der W o h n st ä 11 e n , Mmeyermatzen entsetzlich. Daraus entivickelie sich daim die
» a ringen nun aus der ungel»euren langen Lim« von Be > tr “•Drcnee feit Wochen die Millionenheere. Täglich wird » t. ohne dast die Entsckieidüng siele. Was im Bereich der I sU verwüstet. Stabte und Dörfer sinken in Schutt
Panik, die zur kopstoseu Flucht eines grotzeu Teils der Belgier, insbesondere säst der gesamien Bevölkerung von Antwerpen führte. Das gastfreundliche Holland ist selbst in Not geraten durch dt« Scharen der herein strömenden Belgier, die ln Wahnsinn iger Elle davon liefen vor den „Hunnen", als ivelche ihnen die Deutschen ivochenlang unter Hinweis auf Löwen und Lüistch dargestellt worden waren
In Ostpreusten wüteten die Truppen des Zaren, oder wenigsten» Teile von ihnen, mit Brand und Mord, und der Kampf der Heere verwüstet, was noch übrig war. Auch da floh die Bevölkerung, geschreckt diirch das Schicksal, das die vvn den Kosaken überfluteten Gegenden tras.
Wie es i« Galizien aussieht, davon reden die Bericht: österreichischer Blätter ein Bild: ein armes Land, das nun auch das Letzte verloren hat, die Hütten, das O b d a ch.
Hunger, Not und Elend überall, >vo der Krieg wütet: Vernichtung und Zerstörung, Tod und Verderben. Tie Katastrophe für Europa!
Wagt man es noch, mit zu ui schein Gleichmut von der Fortsetzung des Krieges aus Jahre hinaus zu reden? Wagt man es noch, zu kalkulieren, wie viel Prozent Dividende die Rhcdr- reien, die Fabriken, die Handelsgesellschaften „machen" könnten, wenn sechs Monate, ein Jahr, zwei Jahr: die Konkurrenz ausgeschaltet, deren Verbindungen zerrissen würden? lind wagt man es, noch andere Völker in den blutigen Wirbel hinein z u z i eh e n , die Friedensuiöglichkeit noch mehr zu erschweren?
Russische Diplomliteukünstc in Atalieu.
Rom. 25. Okt. (IV. B. Nichtamtlich.) Die Agenzia Stesaui meldet: Gestern dlbend um 1ü Uhr begab sich der russisch: Botschafter Krupenski aus die Consulta, um dem ?.>!ittisterpräsi- denten Salandra namens seiner Negierung eine Mitteilung zu machen, die ihm telegraphisch von Petersburg zugegangen war. Diese lautet: In dem Bestreben, Italien einen Beweis der hohen Snmpathie zu geben, geruhte der Kaiser von Nutzlant, den Auftrag zu geben, vorzuichlagen, d.ist alle österreichischen Gefangenen italienischer Nationalität sreigelajsen würden, wenn di: italienische Negierung sich verpslichte, sie während der g,esa»tteu Dauer des Krieges zu beivachen, damit sie sich nicht zu den österreichisch-ungarischen Heere» zurückbegeben könnten.
Salandra antwortete, dast er die sumvathischen Absichien des Kaisers von Ntitzland hoch scktätze. Er machte oder dabei den Botschafter darauf aufmerksam, datz gemäst dem öffentlichen Rechte Italiens jeder Italiener und Fremde, der aus italienischem Boden ankomme und der kein TKirbrechen begangen habe, frei sei und dast seine Freiheit in keiner Weise geschmälert werden könne. Daher sehe er nicht, wie Italien die Perpslielttung eingehrn könne, natürlich, um sie zu haften, die von Nutzland freigelafsenen Gefangenen zu überwachen und sie am Ueberschrttten irgendeiner Grenze z» verhinderu. Salandra behielt sich aut iede» Fall auch in ?lnbetracht der von Italien zu beobachtenden Pslichten der Neutralität vor, diese Röchle und Fragen ein gehe ndzuprüsen, die möglicher- weis« sich daraus ergeben könnten.
Rom, 25. Okt. <Ctr. Frftt.) Die Abendblätter bestätigen den schlechten Eindruck, den der russisch« Vorschlag gemacht hat und bezeichnen de» Vorschlag als wenig geschickt. Sie sind einig darin, dast sein« Einnahme gleichbedeutend wäre mit einem 21 r u ch der 9! e tt t r a 1 i t ä t.
Ter russische Botschafter Krupenski tut sein Möglichstes, »m eine V o l k s b c ,v e g n n a in Gang z» bringen. Er erklärte öffentlich, die Bedeittung des Vorschlags liege vorzüglich darin, dast Nnstland damit offizsell die von Jialienern bewohnten Gebiete Oesterreich-Ungarns als ita l i e n i s che s La n d anerkenne. Krupenski hakt: den Vorschlag der offiziellen Ag-cnzia Stesaui mit- r.ttcilt, die auf Befehl der Regierung die 21 e r ö s f e n i I i ch u n g u n t e r l i e tz. Darauf teilte Krupenski den Vorschlag mit erstaunlicher Indiskretion den Vertretern der ivichtigsten Zeitungen mit, dadurch auch die Regierung zur vsseuilichen Bekanutmachuug zwingend.
Russische Metpoden.
Wien, 2k. Okt. (W. B.) Aus dem Kriegspressequartier wird aiutlich gemeldet: Tie Methoden der russischen Krieg-
fiihruug finden durch eine ans zuverlässiger Quelle stammende Nachricht neuerdings eine Illustration. Hiernach setzten die Nüssen ans die Gesaitgennahme oder den Tod eines unserer Truppen- t ü b r c r einen Preis von SO 000 Rubel. Nun erklärt sich auch ein ?lttentat auf einen dieser Kommandanten, das glücklicherweise erfolglos blieb.
Die Ernte der etisilischen Rüstnngs- intercsicnten unter Greif und Asquitft.
Als die liberale Partei in England den Sieg über die Konservatitzen davontrng, geschah es ans Grund eines Programms, das ein Fricdcnsprogramm und ein Programm der Dcrmindcrung der Slusgaben für die Flotte war. Ter jetzige erste Lord der Admiralität griff im Jahre 1906 die konservative Regicning energiich und hettig wegen ihrer »nwirt- ichaftlichcn Ausgaben für die Marino an. Tie Regierung der Liberalen hat aber im strikten Gegensatz zu ihrem Friedens- und Abriistungsprogromm gehandelt.
Schon im ersten Budget von 190607 steigerte sic die Ausgaben sür die Flotte auf 620 Millionen Mark und im Jahre 1914 forderte Winston Churchill für die Kriegsflotte 1020 Millionen Mark. Genosse Sv.owdc» von der unabhängigen Arbeiterpartei wandte sich gegen die Forderung und zitierte ein Wort des Lord Wclby, der einmal Schatzkanzler war: „Wir sind in den Händen einer Organisation von
Leuten, die uns über den Löffel barbieren. Tiefe Organisation besteht aus Politikern, Militärs, Waffenfabrikanteu
und Journalisten. Alle verlangen unbegrenzte Ausgaben »ud sic erfinden politische Paniken, um das Publikum und die Minister zu erschrecken."
Tas Jahr 1909 brachte eine solche „Panik". Im vor- bergehcnden Jahre hatte» die Rüstungsfirmen Armstrong, Whiftvorth, die Concentry Ordnanee Works und Beardmore mit Hilfe der Vickers Limited neue Schiffswcrftc gebaut. Im Jahre 1909 stiegen die Privatausträge für neue Schisse auf 7 Millionen Pfund Sterling. Das Jahr 1910'11 war das des ersten neuen Flottcnprogramms unter der liberalen Negierung. Man batte aus einem a» sich geringfügigen politischen Zwischenfall eine grosze politische Gefahr für Giobbritaniiien gemacht und unter der Herrschaft der Furcht wurde das neue Flottenprogramm angenommen. Tie pri- valcn Aufträge sielen ans VA Millionen Pfund Sterling. Dafür kamen die Regierungsniifträge. Ter Gewinn der Vickers Limited belief sich auf 121000 Pfnnd Sterling: zwei Jahre daraltf hatte er sich verdoppelt. Tas war der Erfolg des neuen Flottcngesetzes für die Aktionäre dieser großen englischen Rüstungsfirma. Tie Dividenden der Vickers Limited steigerten sich unter der liberalen „friedcnssrcund- lichen und rüstungsfeindlichen" Regierung der Asquith, Gretz und Churchill von 474 000 auf 544 000, dann auf 745 000 und im letzten Jahre auf 872 000 Pfund Sterling. Für die Firma Armstrong ergibt sich eine Steigerung von 429 000 auf 777 000 Pfund Sterling im Jahre 1912. Tie Schiffswerft Beardmore konnte ihre Dividenden von 72 000 auf 201 000 Pfund Sterling erhöhen: sie hat in drei Jahren ihren Dividendensatz verdreifacht. Tiefe drei „Treadnonght8"-Firmen batten in einem einzigen Jahre einen Reingewinn von rund 37 Millionen Mark.
Tie genannten Firme» haben Zweigniederlassungen in zahlreichen Ländern Europas. So hat die Vickers Limited u. a. Werften in Spanien und in Italien. Sie sind außerdem kartelliert. Die Liste der Aktionäre der Vickers Limited weist Angehörige aller Länder auf: Italic», Japan, Rliß- lanö, Brasilien, China, Spanien, Chile »sw. Die englische Regierung hat unter Bruch ihres Friedens- und Abrüstungs- Programms, durch da? sic in den Sattel kam, feit ihrer Herrschaft forciert zttm Kriege gerüstet. Sic wurde dabei gedrängt und geschoben durch die Interessenten des englischen Rüstungskapitals, das gewaltige Gewinne einhcimstc und das aus dem furchtbare» Ringen der Völker, aus all dem vergossenen Bltit neue und höhere Dividenden Herauswirtschaften wird.
Die Gefangenenlager in England.
London, 25. Okt. <VV. B. Nichtamtlich.) Die Times schreiben: SBalb werden sich alle polizeilich registrierten dienstpslichtigen Deutschen und Oesterreicher in G e s a n g e n e n l a g e r n befinden. Ihre Zahl beträgt 40 000 in London, 70 000 im Vereinigten Königreich.
Daily Telegraph berichtet über die Behandlung der Internierten in der Olympia in Laudon. Jeder hat eine Holzpritsche, worauf er Matratze, Decke und Kissen legen kann. Die Leute dürfen lesen, Karten spielen und musizieren. Zeitungen sind verbaten. Die tägliche Ration besteht aus % Pfund Fleisch, 1% Pfund Brat, 8 Unzen Gemüse, % Unze Tee ober 1 Unze Kaffee, 2 Unzen Zucker, 1 Unze Margarine, ein Zwanzigstel kondensierte Milch: dazu Salz, Pfeffer und Gewürz. Die Offiziere geniehen besondere Behandlung und sind besonders untergebracht. Sie erhalten eine regelmäßige Gage auf Rechnung der deutschen Re- gierung, die mit den englischen Ossizieren ebenso verfährt. Tic Frage der Beschäftigung der Gefangenen bietet Schwierigkeiten, da die Konkurrenz mit enalischen ?lrbeitern vermieden werden soll. Die Gefangenen können jedoch bei Wegebauten, Kanalräumung usw. beschäftigt werden. Sie erhalten sür solche Arbeiten 4—6 Penee täglich. Briese dürfen zweimal in der Woche geschrieben werden. Ter Briesempsang ist unbeschränkt. Besuche sind in Gegenwart eines Dolmetschers gestattet.
Das Erwachen in England.
Tie Züricher Zeitung versichert nach der Kölnischen Zeitung auf Grund englischer Prcsseäußcruv.gen, daß in England die Zuversicht dahiu ist. Steigende Enttäuschung und Beängstigung gebe sich kund, daß, nachdem die englische Flotte sich als ohnmächtig erwiesen habe, Ostende zu schützen, nunmehr auch Calais und Dünkirchen ernstlich bedroht sind. Dieses geh der englischen Presse den Rest. Dazu gesellt sich dir Enttäuschung über die Verbündeten, namentlich über Rußland, das die Erwartungen bitter enttäuschte. Dazu kommen die lähmenden Gefühle, die Angst vor einer deutschen Landung an der englischen Küste, die zunehmende Sorge vorder Besetzung des Suez-Kanals durch die Türkei und die nach außen zwar verhehlte, aber inncrllich um sich fressende Furcht oor einem Aufruhr in Aegypten und Indien.
Ter enalische Lbcrbcfes-l.
Wien, 25. Ort. (Ctr. Bln.) Tie Reichspost meldet aus Sofia: Tie letzte Nummer der in Petersburg erscheinenden


